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* Personen und ihre Farben: *
Gregor, lebt in der DDR
Elke, lebt in der Bundesrepublik
Juliane, Schwägerin von Elke
* Gefühlvolle Musik *
* Bahnhofsansage *
Danke.
(Lautsprecher) Zug aus Halle zur Weiterfahrt nach Cottbus.
Danke.
(Mädchen) Schau mal, die mit den Tüten.
Die ist bestimmt aus dem Westen.
(Ruft) Elke, hallo.
Hallo.
Schön, dass du da bist.
Entschuldige, bei uns zu Hause sind die Handwerker.
(Ein Kind ruft) Ah, schnell weg.
(Junge) Gleich hab ich dich.
Und? Wie war's an der Grenze?
Eigentlich wie immer. Außer der Zoll.
Ich musste die ganzen Tüten ausleeren.
* Fröhliche Musik *
(Kinder rufen) Tante Elke ist da.
Hast du mir die Glitzersteine mitgebracht? Ja.
(Junge) Ui!
Gibt es Eiskonfekt? Finger weg.
Sagt "Guten Tag".
Brausepulver? Kaugummis? Tag, Robert. Hallo, Helmut.
Tag, Elke. Wie geht's Jürgen und den Kindern?
Die Schokolade muss in den Kühlschrank. Komm!
* Die Kinder kreischen fröhlich. *
* Vögel zwitschern *
Hallo! Frank kennst du ja noch. Mein Bruder.
Grüß dich. Frank hat Gregor mitgebracht.
Sein Freund aus Dessau. Er ist Tischler und hilft uns.
Meine Schwägerin Elke. Guten Tag.
Hallo. Oh.
* Gefühlvolle Musik *
Schau mal, eine Barbiepuppe. (Mädchen) Danke.
Hast du an den Schwimmer gedacht?
Was denn für einen Schwimmer?
Jürgen wollte einen neuen Schwimmer mitschicken.
Für den Spülkasten.
In der Toilette. Sag ihm bitte, dass er ihn mit der Post schickt.
Helmut.
Das macht er sicher gern.
Wie geht's ihm?
Sehr gut.
Was macht die Arbeit? Wenn sie sehr gut sagt, meint sie die Arbeit.
Mein Bruder und sein Beruf ist ziemlich das Gleiche.
Als was arbeitet der denn?
Seine Firma stellt Fertighäuser her.
In Coburg.
Kann man damit so viel Geld verdienen?
Bitte?
Ich meine, ein paar Blumen hätten es doch auch getan, oder?
Ja.
* Einfühlsame Musik *
* Die Kinder kreischen vergnügt. *
* Gefühlvolle Musik *
* Gewitter *
Räumst du die Stühle unters Vordach?
(Frank) Hier sind noch Gläser und eine Schüssel. Ich nehm das.
* Klirrende Gläser *
* Krachender Donner *
* Er ist atemlos. *
* Er klirrt mit den Gläsern. *
Schon komisch.
Keiner mag es und alle machen mit.
Was?
Dieses Tütenschleppen und Päckchenpacken.
Als ob wir ne Art Notstandsgebiet sind.
Nein. Niemand denkt das.
Nein? Nein.
22.45 Uhr fährt dein Zug. Helmut bringt dich gleich zum Bahnhof.
Ist gut. Wo ist eigentlich dein Mann, warum ist der nicht mit?
Warum duzen Sie mich?
Entschuldigung.
Er weigert sich, in die Zone zu fahren.
In die "Zone"? Ja. Er sagt:
Solange die Schandmauer steht, setzt er keinen Fuß in den Osten.
Und Sie?
Ich?
Ja, Sie. Wie denken Sie darüber?
Genau wie er.
Denken Sie immer, was er denkt?
Ich meine, Sie sind doch schließlich kein Bestellservice, oder?
Ich tue das für meinen Mann. Er sagt, es sei nicht christlich.
Man lässt nicht einfach den Kontakt zu seinem Bruder abreißen.
Ja, eben. Es ist sein Bruder.
Warum interessiert Sie das so?
Wenn ich er wäre, würde ich Sie nicht alleine irgendwohin schicken.
Und schon gar nicht in eine Zone.
Was machen Sie da?
Abtrocknen, wieso?
Jürgen wollte mir sogar einen Mercedes mieten für die Fahrt.
Ich sollte unbedingt das neue Kleid anziehen und die Perlenkette umtun.
Er zahlte 300 Mark für das Zeug, das er nie kaufen würde.
Nur um Helmut zu beeindrucken.
Wir sind soweit, Gregor!
Kommen Sie nächstes Jahr wieder?
Wollen Sie eine Bestellung aufgeben?
Ja. Ich hätte gerne eine große Packung 10er Dübel in Westqualität.
* Ein Auto hupt. *
Ich will dich wiedersehen.
* Ein Auto hupt dreimal. *
Du musst gehen.
Bis dann.
* Besinnliche Musik *
* Gefühlvolle Gitarrenmusik *
So, bitte schön.
Hier Ihr Beleg für den Mindestumtausch.
Der kostet sicher 30.000 Westmark. - Nicht anfassen!
Gregor war schon zweimal hier und hat nach dir gefragt.
Er ist verheiratet.
Ja, na und? Wie du und ich.
Ihr Mann reist nicht mit?
Nein.
Drei Tage.
Wie immer.
Grüße an Helmut.
* Vögel zwitschern *
* Motorengeräusch *
Grüß dich!
Gruß!
Komm, gibt was zu essen!
Mann, du solltest ihn sehen!
Baureihe W 108, 280 SEL.
Nagelneu mit 4,5 Liter Hubraum.
In Goldlackierung.
So ein Ding fahren nicht mal die Jungs vom Zentralkomitee.
Heute Abend sind sie nicht da.
Helmut hat Karten fürs Ballett.
Aber das hier soll ich dir geben.
Westdübel.
* Sie lachen lauthals. *
* Stimmengewirr und Lachen *
Schön gemacht, oder? Wollen wir vielleicht nen Sekt trinken? Au ja!
Gern. Ich geh mich mal kurz frischmachen.
Gut. Bis gleich.
Die Frau an der Kasse ist empfänglich für Komplimente.
Das Ballett geht noch eine Stunde.
Und dann könnten ...
Das ganze Jahr über hatte ich Angst, dass du nicht kommst.
Oder nicht alleine. Und jetzt bist du da.
Ich bin verheiratet. Mein Mann und ich, wir haben zwei Kinder.
Und ein Fertighaus, oder?
Was?
Meine Jungs sind drei und sechs.
Danke für die Dübel, übrigens.
Ich ...
* Volkstümliche Musik *
Mir ist etwas flau von dem Sekt. Ich geh mal an die frische Luft.
Brauchst du Hilfe? Danke.
Danke schön. Danke schön.
* Romantische Musik *
Komm mit!
Nein, das geht nicht.
Dann warte ich hier auf dich.
Nein, bitte nicht.
* Sie stöhnt auf. *
Ich warte.
* Grillenzirpen *
* Sanfte Musik *
* Schritte nähern sich *
* Draußen bellt ein Hund. *
* Grillenzirpen *
* Ein Automotor springt an. *
* Gefühlvolle Musik *
Das ist meine Datsche.
Hast du die selber gebaut?
Nee. Ich bau die auf und ...
Du riechst nach Westen.
* Sie atmet schwer. *
Gregor ...
Wie zu Weihnachten auf der Post, wenn die Westpakete kommen.
* Sie küssen sich. *
Ups! Was?
Warte mal. Was ist denn?
Gleich.
Ich mag's lieber, wenn das Licht aus ist.
Gut.
Können wir noch die Vorhänge zumachen?
Was denn für Vorhänge?
* Er küsst sie schmatzend. *
* Es poltert und klirrt. *
Wo ist denn das Bad?
Draußen auf der Wiese.
Was machst du denn da?
Ich ... Ich warte, dass du mich nimmst.
Dass ich was?
* Romantische Musik *
* Sie atmet schwer. *
* Elke stöhnt lustvoll. *
* Sie stöhnt und schreit laut. *
* Sie stößt laut die Luft aus. *
* Beide atmen schnaufend. *
* Sie schluchzt. *
Elke, was ist? He!
Nichts.
Ich bin 26 und hab zwei Kinder und bin verheiratet.
Ist es das, wovon immer alle reden?
Wovon wer redet?
* Gefühlvolle Musik *
* Sie küssen sich laut. *
* Vögel zwitschern *
Was ist denn los?
Es ist schon halb zehn.
Na und?
Schau mich bitte nicht so an.
Ich hab dich schon wesentlich nackter gesehen.
Komm, dreh dich um!
He, komm mal her.
Juliane macht sich sicher Sorgen. Die weiß nicht, wo ich bin.
Ach, Quatsch!
Und wenn Helmut die Polizei ruft? Das macht der nicht.
Woher weißt du das? Er ist DDR-Bürger und nicht verrückt.
Ich kann gar nicht glauben, dass ich das gemacht hab.
Das bin nicht ich.
Doch, das bist du. Gott sei Dank!
Lass mich!
Ich werd Jürgen nicht verlassen.
He, jetzt warte doch mal!
(Gregor brüllt) Natürlich nicht.
Der mietet dir ja die größte Karre für deine Ausflüge in die Zone.
Das ist seiner!
* Gänse rufen *
* Motorengeräusch *
* Vögel zwitschern *
* Eine Tür quietscht. *
* Schritte kommen näher. *
Elke!
Guten Morgen!
* Sie schluchzt. *
* Die Tür wird geöffnet und wieder geschlossen. *
Helmut hat nichts gemerkt.
Ich sagte heute früh, du schläfst noch. Er hat nicht weiter gefragt.
Ich liebe Jürgen. Ich war ihm immer treu.
Er ist der Vater meiner Kinder.
Er wird es nicht erfahren.
Zu irgendwas muss diese verdammte Mauer schließlich gut sein.
Bereust du's?
(Flüstert) Das ist ja das Schlimme.
Ich würde es am liebsten sofort wieder tun.
Das war so ...
Oh Gott, ich schäme mich so.
Zum Schämen hast du noch das ganze Jahr Zeit.
* Juliane schließt die Tür. *
* Gefühlvolle Musik *
* Motorengeräusche *
Ich reise heute Abend ab.
Ich weiß.
Bis dahin sind es noch 8 Stunden.
* Es knarzt. *
* Es poltert laut. Gregor schreit. *
Gregor!
(Atemlos) Alles in Ordnung?
* Beide lachen. *
Ich bin ganz dreckig.
* Sie küssen sich geräuschvoll. *
* Sanfte Gitarrenklänge *
* Gefühlvolle Klavierklänge *
* Störgeräusche *
(Radiomoderator) Aus dem Studio der ARD hören Sie Berichte
zur 10. Fußball-Weltmeisterschaft.
Die Bundesrepublik und die DDR können heute in Hamburg unbeschwert spielen.
Überraschend trennten sich in Berlin Chile und Australien mit 0:0.
... ins Stadion und rufen den Reporter Heribert Faßbender.
Das Hamburger Volksparkstadion ist etwa mit 40.000 Zuschauern gefüllt.
Beide Mannschaften haben sich den ...
Es geht um nichts mehr als um die Plätze eins bis zwei.
* Rockige Musik *
* Rauschen *
* Spannende Musik *
Zur Zollkontrolle da links.
* Sie lässt den Motor an. *
Gelber Fiat, CO 560. Tiefenkontrolle.
* Spannende Musik *
Wer soll denn das alles essen, hm?
Die Kinder meiner Schwägerin essen gern Strumpfhosen und Sekundenkleber
Sitze umklappen!
* Vögel zwitschern *
* Musik: George McCrae mit "Rock your Baby" *
Hallo!
* Sie lacht lauthals. *
Du siehst ja aus wie ein Hippie.
Das ist alles nur Tarnung.
Und was steckt da drunter?
Ein Kapitalist.
Du siehst aber auch nicht gerade aus wie der Coburger Kirchenkreis.
Dabei bin ich die 2. Vorsitzende.
Ich lass mich taufen.
* Er schreit laut auf. *
* Beide lachen laut. *
* Musik "Rock me baby *
* Sie lachen zufrieden. *
* Vögel zwitschern *
Halt! So.
Wir haben die Hochzeitssuite.
Achtung, Vorhang!
Ach!
Schön!
Gefällt's dir?
Küche.
* Sie seufzt wohlig. *
Du hast 6 Angestellte?
Sieben.
Ich bin ein privater Meisterbetrieb. Nix mehr mit PGH und so.
Fast nur Neuanfertigungen.
Das meiste Geld mache ich nach Feierabend.
Von der ersten Million ein Blockhaus bauen, in den Rocky Mountains.
Das wär's. Du Bonze.
Ach, komm! Alle sagen immer, Geld macht nicht glücklich.
Aber Geld ist Freiheit. Wer keins hat, bleibt, wo er ist.
Mit Geld kannst du Entscheidungen treffen. So wie ich?
Wird man mit Fertighäusern auch Millionär?
Komm wieder ins Bett!
Die Kartoffeln kochen schon.
Lass sie doch kochen.
Machen wir Püree draus.
Ich wollte im Herbst zurück an die Uni gehen.
Französisch und Spanisch auf Lehramt.
Und warum machst du es nicht?
Jürgen will das nicht.
Was hat denn das mit ihm zu tun?
Er sagt, die Mädchen sind zu klein, brauchen ihre Mutter.
Elke, du bist doch nicht tot.
Du willst doch nur wieder arbeiten gehen.
Du verstehst das nicht.
Nee. Ehrlich gesagt, versteh ich wirklich nicht.
Früher wollte ich Übersetzerin werden oder Dolmetscherin.
Ich dachte, in so einem Beruf sieht man was von der Welt.
Inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich das Zeug dazu hätte.
Das ist doch Quatsch!
Ob ich was anderes kann, außer Mutter sein.
In den letzten Jahren ist meine Welt immer kleiner geworden.
Sie hat genau 125 akkurat geputzte Quadratmeter.
* Möwen kreischen *
Wo wart ihr dieses Jahr im Urlaub?
Kanaren. Und drei Tage Paris.
Und?
Wie war Paris?
Schön.
Gregor, ich wollte dich nicht ...
Katrin und ich stellen uns manchmal vor, auf dem Eiffelturm zu stehen.
Wir schauen auf die Stadt und trinken Sekt.
Es ist sonnig und wir können die Türme von Notre Dame sehen.
In unserem Traum sind wir jung.
Jung wie jetzt.
Und du erzählst mir, deine Welt ist klein?
* Sie räuspert sich *
* Elke übergibt sich. *
Wir hätten das angebrannte Zeug nicht essen sollen.
Das war nicht das Essen.
Willst du dich ein bisschen hinlegen?
Das war gestern früh und letzte Woche auch schon so.
Ich hol dir mal ein Glas Wasser.
Ich glaub, ich bin schwanger.
Von mir?
Natürlich nicht.
Wie soll das denn gehen?
Das ist bestimmt nur das Essen.
Wer ist denn jetzt schwanger, du oder ich?
Du unterschätzt die volkseigene Landwirtschaft.
Die Ost-Kartoffel kann wie Kleister sein.
Ich will kein drittes Kind.
Wenn du es nicht willst, musst du es ja nicht ...
Ich lebe in Bayern! Was du da sagst, das darf ich nicht mal denken.
Die Wahrheit ist, ich will es nicht von Jürgen.
* Der Fernseher rauscht. *
Was machst du denn da?
Nichts. Schlaf noch weiter.
Willst du etwa Fußball gucken?
Nicht einfach Fußball. Fußball-Weltmeisterschaft!
Wie bitte?
Heute spielen wir gegen euch.
Ich bin vielleicht schwanger von meinem Mann und du guckst Fußball?
DDR gegen Bundesrepublik. Beckenbauer, Breitner, Müller.
Das ist nicht irgendein Gegner. Das ist der Klassenfeind.
Seit wann sind wir dein Feind?
Beim Fußball hört die Toleranz auf.
Jetzt redest du wie Jürgen.
(Kommentator) Noch knapp 15 Minuten.
Mit dir kann man Kraftwerke bauen.
Es steht weiterhin 0:0.
Kreische im Strafraum, Zweikampf mit Beckenbauer.
Juliane!
(Kommentator) Kreische ist ein zäher Bursche. Einwurf für die BRD-Auswahl.
Juliane!
Elke!
Ist was passiert?
Nein, alle gucken Fußball. Da wollte ich schnell mal vorbeikommen.
Weiß Helmut etwas? Habt ihr Ärger wegen mir?
Nein. Aber Helmut wurde befördert.
Das ist doch wunderbar!
Wie man's nimmt.
(Kommentator) Breitner auf Hoeneß.
Und Croy, auch heute ohne Fehl und Tadel, der Schlussmann.
Es ist aus zwischen uns.
Ja ja.
Ich darf nicht mehr herkommen.
Hoffen wir, liebe Zuschauer, dass das auch nach 90 Minuten ...
Wovon redest du?
Juliane und Helmut dürfen mich nicht mehr einladen.
Mein Schwager wurde befördert.
Er hat jetzt mit irgendwelchen GWS sonst was zu tun.
GVS - Geheime Verschlusssachen.
Er darf keinen Westbesuch mehr einladen.
Sonst wird er nicht technischer Direktor.
Da musste Helmut nicht lange überlegen.
* Wehmütige, sanfte Musik *
Ich darf nicht mehr herkommen, wenn ich nicht eingeladen werde.
Und du kommst nicht raus, bis du 65 bist.
Ihr gewinnt.
Unsinn.
Doch. 1:0.
Rüber komm ich wirklich nicht.
Aber raus.
Raus komm ich schon.
* Gefühlvolle Musik *
* Einfühlsame, sanfte Musik *
* Ein Auto hupt. *
* Stimmengewirr *
Tausche Deutsch-Mark?
Ja!
Ich mache gute Kurs.
Ja.
* Sanfte Musik *
* Jemand redet auf Tschechisch *
* Der Motor wird angelassen. *
* Gefühlvolle, sinnliche Musik *
* Eilige Schritte *
* Schmatzende Kuss-Geräusche *
Potrebujete pokoj?
Was?
Need room? Da! Yes.
Nein.
Es ist günstig, lass es uns nehmen.
Ich soll 3 Tage auf diese Mauer schauen und dann zurück in die DDR?
Ich will mit dir alleine sein.
Ich auch. Aber nicht hier. Komm mit.
* Romantische Musik *
Elke!
Das wird nichts.
Vielleicht gibt es außerhalb ein Hotel, wo sie keine Pässe wollen.
Was weiß ich.
* Er räuspert sich *
Warte mal! Komm!
Vysoke namesti pet.
D-Mark?
Nein!
Ano! Yes! Elke!
* Kirchturmglocken läuten *
Tudy se jde do kuchyne.
Ist schön, hm?
Äh ... Skolko? Sto.
Sto? Njet. Njet!
Wie viel will er?
100. Das ist viel zu viel. Das ist niemals seine Wohnung.
Ist doch egal. Pjatdesjat!
Okno s hezkym vyhledem. Lazienka dopredu.
Pjatdesjat!
Sto! Sto!
Vosemdesjat!
Elke!
Danke schön! Spasibo!
Na shledanou!
Do svidanija!
Do svidanija!
* Gefühlvolle, zärtliche Musik *
* Lustvolle Kuss-Geräusche *
Was ist denn das?
Die Geschäfte laufen gut.
Oh!
* Sie lachen fröhlich. *
* Gedämpfte Stimmen *
Guten Appetit! Gleichfalls!
* Fröhliche Gitarren-Musik *
Ich zahle, oder? Hm.
Bezahlen!
Wo ist denn meine Jacke?
Was?
Meine Jacke ist weg!
Wurde die geklaut, oder was?
Weiß ich nicht. Da ist das ganze Geld drin.
Dann mach ich das jetzt mal.
Takhle nemuzete platit.
Was sagt er?
Zeig mal.
Du hast dir polnisches Geld andrehen lassen.
Was?
Nur die ersten Scheine waren Kronen.
Der Rest sind Zlotys.
Was machen wir jetzt? Ich kann nicht mit Jürgens Kreditkarte bezahlen.
Elke!
Die gucken grad nicht.
Was?
Es ist nicht weit bis zur Tür. Bei drei! Bist du verrückt?
Eins, zwei, drei!
* Flotte Musik *
* Aufgeregte Stimmen *
Wohin?
* Flotte Musik *
* Eine Tür öffnet sich quietschend. *
* Sie kichert. *
(Atemlos) Oh Gott, wir sind kriminell!
* Die Schritte werden langsamer. *
* Ein Hund bellt. *
200 Mark West. Ich glaub's nicht.
Jetzt haben wir nur noch die paar Zlotys.
Das werden bestimmt unvergessliche Tage. Warum rennst du so?
Mir ist kalt! Hier!
Wie kannst du nur so naiv sein und bei einem Wildfremden Geld tauschen?
Du hast das doch auch schon mal gemacht.
Ich weiß aber, was ich tue. Ja, dich beklauen lassen!
Polnisches Geld sieht doch ganz anders aus. Na, für dich vielleicht.
Wir kaufen uns einen Sechserpack und eine Tüte Chips.
Und dann bleiben wir einfach im Bett.
Wie? Was, Sechserpack?
Ein Glück ist die Wohnung schon bezahlt.
Ich mach uns mal einen Tee.
Der Alte muss noch mal hier gewesen sein.
Vielleicht hat er Angst, wir lassen das Kristall mitgehen.
Wir haben Schlafzimmer und Bad. Das reicht. Das gibt's doch nicht!
Reiß dich zusammen! Wir haben uns, das ist doch kein Weltuntergang.
Das sagst ausgerechnet du!
Du bist finanziell abgesichert, musst dir um nichts nen Kopf machen.
Du fliegst jedes Jahr ins Ausland.
Was glaubst du, wie wir leben, hm?
In einem Dschungel, wo es dreimal täglich D-Mark regnet?
Kennst du den Druck, dass man nicht gut genug ist?
Jürgen wurde entlassen. Nach 20 Jahren Firma ist plötzlich Schluss.
Rausgeworfen wie einen alten Sessel. Tut mir leid.
Die 200 Mark, die mir die Schnepfe abnahm, waren nicht Jürgens Geld.
Wir brauchen zu Hause jede Mark. Ich konnte da nichts abzweigen.
Ich hätte das Gefühl gehabt, es meinen Kindern wegzunehmen.
Ich hab das Geld mit Stricken verdient. Wie bitte?
Ich verkaufe Kindermützen auf dem Flohmarkt.
Weißt du, wie viele Mützen man stricken muss für 300 Mark West?
Nee.
Aber Elke, du kannst doch viel mehr als stricken.
Du bist intelligent, siehst gut aus, du bist brachliegendes Kapital.
Jetzt erklär du mir noch den Kapitalismus.
Hey. Ich liebe strickende Frauen.
Das ist irrsinnig sexy, genau wie Schlabberkleidung ohne BH.
Ich verstehe nur nicht, wieso du das freiwillig anziehst.
Das sieht aus wie aus volkseigener Produktion.
Wenn dir mein Busen ohne BH nicht gefällt, lass deine Finger davon!
So weit würde ich allerdings nicht gehen wollen.
Das ganze Jahr über weiß ich nicht wohin mit meiner Sehnsucht nach dir.
Bei uns geht es nicht gerade rückwärts.
Aber auch nicht so richtig nach vorn.
Mein Ältester ist jetzt 14 und macht auf Opposition.
In der Schule verteidigte er euren Olympiaboykott.
Bei der Jugendweihe spricht er kein Gelöbnis.
Er fällt immer negativ auf.
Er ist noch jung, das ist normal.
Das sagt sich so leicht.
Hat mein Sohn die große Klappe, wird plötzlich das Holz knapp.
Aber er hat doch recht mit seinem Protest.
Ja. Aber ich bin selbständiger Tischler.
Das ist schon schwer genug in der DDR. Diese Werkstatt ist mein Leben.
Du solltest ihn trotzdem unterstützen.
Das sagst ausgerechnet du! Die brave Ehefrau und Mutter.
Du stehst auf der bunten Mauerseite und fügst dich Gott und Ehemann.
Jetzt fängst du schon wieder damit an.
Was denn?
Seit ich mich politisch engagiere, verbietet mir niemand mehr den Mund.
Seitdem du was?
Ich bin bei den Grünen.
Sind das die mit der komischen Sonnenblume?
Wir setzen uns für den Umweltschutz ein.
Aha.
Außerdem hilft es mir, Jürgens Depressionen zu ertragen.
Da hab ich auch Thomas kennengelernt.
Thomas?
Es ist nichts Ernstes.
Du hast einen Liebhaber?
Sagen wir mal so, ich schlafe ab und zu mit ihm.
Und das sagst du mir einfach so?
Was mach ich hier eigentlich? Seit wann bist du so moralisch?
Du weißt genau, dass du nicht der Einzige bist. Darum geht's nicht.
Du schläfst doch auch mit Katrin.
Das zählt nicht.
Oder mit anderen. Ich hab nie gefragt!
Dann frag mich doch jetzt!
Warum lachst du?
Ich find's absurd! Wir treffen uns seit Jahren heimlich.
Ich dachte, wir beide, das ist was Besonderes.
Das ist es auch. Dieser Thomas macht's beliebig.
Warum willst du Streit? Sparen wir uns die scheiß Reiserei.
Ich halte dich nicht auf. Wir haben doch nur die paar Stunden.
Danke für zehn wunderschöne Jahre!
* Es kracht laut. *
Gregor!
* Sie erschrickt. *
* Eine Tür fällt ins Schloss. *
* Wehmütige Musik *
* Ein Baby weint. *
* Kirchturmglocken läuten *
* Sanfte Mundharmonika-Musik*
* Er klingelt. *
* Gefühlvolle Musik *
* Drängendes Klingeln *
* Er klopft. *
* Einfühlsame Musik *
* Er atmet schwer. *
* Eine Tür wird geöffnet. *
(Weinend) Wo warst du denn?
* Sie schluchzt und atmet tief aus. *
* Sie ist atemlos. *
Jürgen ist mein Mann. Thomas ist mein Liebhaber.
Aber du ... du bist der Mann, den ich liebe.
* Sie atmet schwer. *
* Fröhliche Gitarrenmusik *
* Sie summt einen Ton. *
* Sie singen das Halleluja aus dem "Messias" von G.F. Händel. *
(Frau) Warum singst du nicht mit? Ist dir nicht gut?
Ich muss das noch Korrektur lesen.
Klappt's mit dem Verlagsjob?
Auf Probe. Gratuliere!
* Sie hustet. *
Krieg jetzt bloß keine Erkältung!
Ist nur ein leichtes Kratzen im Hals.
(Der Chor singt) Halleluja, Halleluja.
(Frau) Warst du schon öfter in Halle?
Ja. Mein Schwager lebt doch hier.
Ach ja? Ja.
* Sie atmet tief aus. *
* Es klopft. *
(Ruft laut) Moment!
Der Bus fährt uns gleich zur Probe. Kommst du?
Es wird leider immer schlimmer.
Trink ein Glas heißes Bier.
Ich lege mich lieber hin. Dann bin ich morgen fürs Konzert wieder fit.
Kann ich etwas für dich tun?
Nein, danke. Ach, doch! Mich bis morgen Mittag nicht wecken.
12 Uhr Stellprobe.
Ich schlaf das weg. Ich versprech's.
* Sie hustet trocken. *
* Straßenlärm *
* Kinderstimmen *
* Leute reden *
Ich muss aufs Land, 40 Kilometer von hier.
Nee, das ist mir zu weit.
Ich zahle in D-Mark.
Psst!
* Einfühlsame Gitarrenklänge *
Ich kann Sie später wieder abholen.
Nein, danke.
* Sanfte Gitarrenklänge *
Danke schön.
Soll ich nicht doch noch einen Moment warten? Nein, danke.
* Ein Schlüsselbund klappert. *
* Die Tür quietscht beim Öffnen. *
* Der Schlüsselbund klappert laut. *
* Sie atmet tief durch. *
* Musik: Karat mit "Der blaue Planet" *
* Musik: Billy Idol mit "Eyes without a face" *
* Motorengeräusche *
* Es klopft. *
(Mann) Ist jemand da?
* Er klopft energisch. *
(Ruft laut) Hallo? Ist da jemand?
* Er rüttelt an der Tür. *
* Polternde, knarzende Geräusche *
Frank!
Ich bin hier.
Wo ist Gregor? Ich soll dir sagen, er kann nicht kommen.
Ist ihm was passiert? Nein, alles in Ordnung.
Wäre alles in Ordnung, wäre er selbst gekommen.
Fahr nach Hause, Elke! Nein.
Ich bring dich zurück nach Halle.
Bitte bring mich zu ihm nach Dessau. Ich muss wissen, was passiert ist.
Willst du seine Frau aus dem Bett klingeln und sagen: Ich bin Elke?
Du klingelst.
Und dann?
Lässt du dir was einfallen.
Ich hol schnell meine Sachen.
* Motorengeräusche *
Hier wohnt er?
Ja, wieso?
Du wartest hier auf mich.
Ja.
* Eine Tür fällt ins Schloss. *
* Der Hund knurrt. *
* Hundebellen *
* Eine Tür wird geöffnet. *
Und?
Katrin war allein mit den Jungs. Sie ...
Gregor ist ausgezogen.
Meinetwegen?
* Gefühlvolle Gitarrenmusik *
* Es klopft. *
* Die Tür wird geöffnet. *
(Sprachlos) Elke!
Wenn dich einer sieht!
Frank hat mich hergebracht.
* Sanfte Gitarrenmusik *
Tobias war 2 Nächte in Haft. Er war bei einer friedlichen Demonstration.
Sie warfen ihm Ruhestörung und Rowdytum vor.
Was hat das mit dir und Katrin zu tun?
Sie verteidigt ihn. Egal, welchen Mist er baut.
Lukas ist aus der Musikschule geflogen.
Ich kriege seit Monaten keine Ersatzteile für den Lieferwagen.
Wegen dem Blödsinn von Tobias muss ich hier Spielzeug basteln.
Gregor, ich ... Sie wirft mir vor, ich sei feige.
Das ist meine Existenz, meine Werkstatt.
Das macht mir niemand kaputt.
Es ist nicht deine Werkstatt.
Hm?
Es ist eure Werkstatt. Deine Frau hat immer mitgearbeitet.
Seitdem ich dich kenne, schuftet die an deiner Seite.
Jetzt verteidigst du wohl auch noch Katrin oder was?
Als Jürgen entlassen wurde, war er am Boden zerstört.
Er dachte, ohne seine Firma ist er nichts mehr wert.
Heute sagt er:
Die Kündigung ist vielleicht das Beste, was ihm passiert ist.
Ohne die hätte er nicht gewagt, sein Leben zu verändern.
Ich bin nicht Jürgen.
Sie riskiert vielleicht eure Werkstatt.
Aber du riskierst eure Familie.
* Er schnaubt verächtlich. *
Es geht mich ja auch nichts an.
(Bittend) Elke!
Bleib.
Bitte!
* Vögel zwitschern *
* Er klopft. *
Elke? Es wird hell, wir müssen los!
(Ruft lauter) Elke!
* Sie hustet. *
* Frank klopft wieder. *
Danke.
Wofür?
Dass du da bist.
Und dass du in einem Chor singst, um in die DDR reisen zu können.
* Sie hustet. *
Willst du den mitnehmen, für deinen Jüngsten?
Vielleicht spielt er ja damit.
Wir sehen uns nächstes Jahr.
* Wehmütige Musik *
Oh Gott.
In 5 Minuten fährt der Bus. Bist du in Ordnung?
Elke! Der Sopran ist als erstes dran bei der Stellprobe.
Bist du überhaupt da?
* Elke hustet. *
Herrschaftszeiten, wie siehst du aus?
Sagst du den anderen, ich komme später?
Du gehst nirgends hin! Nur ins Bett.
Da bleibst du, bis ich einen Arzt gerufen habe. Ja? Danke.
* Sie atmet tief durch. *
Noch ein bisschen näher zusammen, Peter! Schön.
Und du, zeig mal dein Zeugnis.
Jetzt brauchen wir noch eins mit Selbstauslöser, alle zusammen.
Jürgen, du bist dann hier. So. Komm!
* Gefühlvolle Klaviermusik *
* Hundebellen *
* Einfühlsame Gitarrenmusik *
Gehen wir jetzt noch einen Kaffee trinken? (Mann) Gern.
Ja? Ja.
Macht sofort Fernsehen an! Die Mauer ist auf!
Was?
(Nachrichten) Berliner aus dem Ost- und Westteil erklettern die Mauer.
Volksfeststimmung beim Wiedersehen am Brandenburger Tor.
(Walter Momper) Seit dem Bau der Mauer am 13. August 1961
haben wir diesen Tag herbeigesehnt und herbeigehofft.
Wir Deutschen sind jetzt das glücklichste Volk auf der Welt!
* Jubeln *
(Nachrichten) So einen Taumel hat Berlin noch nicht erlebt.
Noch immer kommen unzählige DDR- Bürger ohne Visum nach West-Berlin.
Der Personalausweis genügt bisher.
Mit Jubel und Freudentränen werden sie empfangen.
Mindestens 1.000 DDR-Bürger wollen für immer im Westen bleiben.
Größer ist die Menge der Kurzbesucher.
Der Kurfürstendamm ist voller neugieriger Menschen.
(Am Telefon) Jürgen Richter. Hallo?
(Nachrichten) Lange Schlangen an den Auszahlungsstellen.
100 Mark erhält jeder Besucher.
* Motorengeräusch *
* Er hupt zweimal. *
(Ruft laut) Jürgen, sie sind da!
* Der Hund winselt. *
* Lautes Lachen *
Gregor war noch nicht im Westen.
Er und Katrin haben noch nicht mal ihr Begrüßungsgeld abgeholt.
Die beiden wollen erst mal abwarten, bis sich der erste Sturm gelegt hat.
Geht's ihm gut?
Ich soll dir sagen, er freut sich auf Juni.
* Fröhliches Jubeln und Pfiffe *
* Jubelrufe und Tröten *
* Beschwingte Musik *
Ich hab am Wochenende was vor!
Tja.
* Vögel zwitschern *
Hallo, Manuela! Ich bring dir Kira.
Ja. Na dann, schönes Wochenende!
Vielen Dank! Gerne. Komm her, Süße!
Bist du verrückt, hierher zu kommen?
Wieso, gibt's hier auch die Stasi?
Ja. Nachbarn.
Das Hotel ist 15 Kilometer Richtung Hof. Zimmer 330.
Gut.
Guten Tag! (Frau) Guten Tag!
Tag.
Den brauchen wir nicht.
Hätten Sie noch eine Kreditkarte für mich?
Mein Mann ist kein Freund von Plastikgeld.
Ich zahle.
Bar.
* Sanfte, gefühlvolle Klaviermusik *
Danke.
Prost! Prost!
Wir waren die letzten Jahre nur noch wegen der Kinder zusammen.
Die Mädchen studieren. Peter macht Abitur.
Und du machst Karriere.
Ich geh arbeiten.
* Vögel zwitschern *
Ich würde mich von Jürgen scheiden lassen.
Wenn ...
Wenn was?
Wenn du bei mir wärst.
* Gefühlvolle Musik *
Gregor, wir müssen jedes Jahr von Neuem anfangen.
Aber das ist doch was Wundervolles.
Eigentlich waren wir nie ein richtiges Paar.
Ach, komm!
Wir sind vielleicht mehr ein Paar als viele andere, die zusammenleben.
Ich will dich aber ganz!
Elke!
Ich möchte nicht mehr das ganze Jahr warten, bis endlich Juni ist.
Katrin und ich ...
Wir gehen nach Kanada.
Im September.
Wir verkaufen nach und nach alles.
Die Möbel, das Auto, die Werkstatt.
Die Kinder sind groß genug.
Die bleiben hier.
Seit wir denken können, träumen Katrin und ich von der weiten Welt.
Dein Blockhaus in den Rocky Mountains.
Ja.
Dann ist das jetzt unser Abschied.
* Er atmet tief durch. *
Ja.
Holz im Überfluss.
Endlich.
* Instrumentalmusik *
Cheers!
* Stumme Szene *
Guck mal, du kannst da oben stehen. Unter der Kathedrale.
(Ein Mann ruft) Gregor!
Und ich dachte, dich sehe ich nie wieder.
Tag, Frank!
* Vögel zwitschern *
Ich war in Berlin.
Dann weißt du es jetzt also.
Ja.
Was bringt dir das noch?
Das, was damals war, das gibt es nicht mehr.
Frank, wir waren Freunde.
Aber warum hab ich nie Ärger mit der Stasi bekommen?
Willst du ein Bier?
Nein.
Im Grunde kannst du mir dankbar sein.
Ihr wart ein schönes Paar.
Eine tolle Frau, deine Elke.
Deswegen hast du uns bespitzelt, oder was?
Ich dachte, besser ich mach's als ein anderer.
Die Stasi hat immer vermutet, hinter Elke und dir steckt mehr dahinter.
Was Großes.
Dass sie vom Verfassungsschutz geschickt wird.
Wegen Helmuts geheimer Verschlusssachen oder so ein Käse.
Ich erzählte ihnen jedes Jahr aufs Neue, dass es einfach nur Liebe war.
Ohne mich hätten sie euch viel früher das Licht ausgeknipst.
Gott, bist du ein Arschloch!
Gib mir doch ein Bier.
(Frau) Das neue Einkaufszentrum in Dessau ist schön geworden.
(Mann) Hm. Da kann man viel Geld loswerden.
(Frau) Ja, schon.
* Gefühlvolle Musik *
* Musik: Take That mit "Back for good" *
* Sie stellt Motor und Musik aus. *
Was ist denn hier los?
Stell dir vor, die bauen hier ein Altersheim.
Und wo ist unsere Datsche?
Komm mal her!
* Gefühlvolle Musik *
Jürgen ist vor 4 Jahren gestorben.
Das tut mir leid.
Du warst schon in Kanada, als er seinen Infarkt hatte.
Es ging so schnell, er hat es gar nicht ins Krankenhaus geschafft.
Gibt es einen anderen Mann?
Nichts Ernstes, hoffe ich.
Ach, ich weiß nicht.
Aber eine Karriere als Übersetzerin, oder?
Nein. Ich hatte keine Lust, mein Leben vorm Bildschirm zu verbringen.
Ich koche jetzt im Kindergarten.
20 Stunden die Woche.
Du bist nicht der einzige, der einen Traum aufgegeben hat.
* Vögel zwitschern *
Warum bist du zurückgekommen?
Katrin hat sich verliebt.
Aha.
Graham ist Lehrer. Und sie jetzt auch. Deutsch und Russisch.
Ich glaub, sie hat endlich gefunden, wonach sie immer gesucht hat.
Und du?
Ich?
Ich hab in einem großen Sägewerk gearbeitet.
Es war schrecklich. Viel zu viel Holz.
Alles ist so groß in Kanada und so weit.
Die Menschen sind überall verstreut.
Mein Englisch ist so schlecht. Ich war einsam.
Und ich hab die Kinder vermisst.
Und dich.
Ich hab vor 3 Wochen eine kleine Wohnung gemietet in Jena.
Ist nicht weit weg von dir. Wir könnten, wenn ...
Pst.
* Schritte *
* Die Tür wird aufgeschlossen. *
Da wären wir.
Willst du einen Tee?
Gern.
* Sie stöhnen laut und lustvoll. *
Soll ich uns was kochen?
Ich hab Kartoffeln, Spargel, Schinken, Sauce hollandaise.
Ich muss los.
Die Arbeit?
Auch.
Es wird immer etwas geben, was uns trennt, hm?
25 Jahre bin ich vor Sehnsucht nach dir gestorben.
Du liebst die Sehnsucht.
Genau wie ich.
* Wehmütige, nachdenkliche Musik *
Erinnerst du dich noch an unser Hotel? In der Nähe von Hof?
Herr und Frau Richter?
Natürlich.
Hat's dir gefallen?
Ja.
Dann treffen wir uns dort.
Nächstes Jahr im Juni.
* Einfühlsame, wehmütige Musik *
Untertitel: MDR TEXT / Maike Kups
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