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*
*
*
Darf ich?
Was willst du denn hier?
Ich hol nur meine Puppe, die Bärbel.
Ach so!
* Sie summt vor sich hin. *
Kann ich Ihnen helfen, Melanie?
Die Brosche!
Die Brosche ist weg!
Welche Brosche?
Die Schmetterlings-Brosche!
Hab ich dir nicht gesagt, du sollst die Finger von meinen Sachen lassen?
Ich wollte sie ja nicht für mich!
Sondern für Bärbel!
Du hast meine Schmetterlings- Brosche verschlampt!
Sie war nicht mehr da!
Ich habe sie nicht weggenommen!
Ich auch nicht! Wer denn sonst?
Woher soll ich das wissen? Ich war's nicht!
Es gibt ja noch andere Leute im Haus!
Das ist doch lächerlich!
Nein, das ist es nicht!
Ich will meine Schmetterlings- Brosche wiederhaben!
Oder ich werde Hugo bitten, dass er die Polizei verständigt!
Ich gehe sie suchen. Hier verschwindet ja dauernd was!
Ja, seit Sie hier bei uns sind!
Was?
Ja, und wahrscheinlich stecken Sie beide unter einer Decke!
Vera, soll das heißen ...
Diebsgesindel!
Glotz nicht so wie deine blöden Puppen!
Die landen eines Tages alle auf dem Müll!
Das schwör ich dir.
Und Sie, Frau Zechner, sind ein böses altes Ekel.
Das werden Sie noch bereuen!
Ah!
Mörder!
Mörder!
Melanie!
Mörder!
* Niesen *
Zum Wohl!
Sehn Sie, es hilft doch nichts!
Sie geben ein bissl schnell auf, finden Sie nicht?
Bewegung ist das beste Mittel gegen Erkältung.
Das stärkt die Abwehrkräfte!
Schaun Sie, da drüben!
Hallo!
Das ist eine von den Apotheker-Schwestern.
Ich weiß nur nicht, welche.
Guten Tag!
Guten Tag!
Sie haben sich sicher verlaufen.
Unbesorgt! Wir bringen Sie zurück!
Mörder!
Wie bitte?
Mörder!
Melanie!
Ich glaub, man sucht Sie schon.
Melanie!
Na?
Mein Gott, da sind Sie ja!
So, Frau Gretsch, gehen wir nach Hause!
Nein!
Dürfen wir erfahren, wer Sie sind?
Adele Kalkmann vom Pflegeverein St. Martin.
Schönberg!
Angenehm!
Wir betreuen Vera Zechner, die alte Apothekerin.
Und auch ihre Schwester hier.
SO, JETZT GEHEN WIR!
Mörder!
Ganz ruhig!
Es geschieht Ihnen nichts.
Wissen Sie was? Wir begleiten Sie!
Danke, aber ich fände es besser ...
Aber das macht doch keine Umstände!
Kommen Sie!
* Sie wimmert vor sich hin. *
Du liebe Güte, Melanie!
Was machst du nur für Sachen?
Hugo!
Die Herrschaften haben sie gefunden.
Ah ja?
Hannes Kofler! Guten Tag!
Und das ist die Gräfin Schönberg.
Guten Tag!
Hugo Glasbauer, sehr erfreut.
Ich bin ein Freund des Hauses.
Wollen Sie nicht eintreten?
Gern.
Danke!
* Sie wimmert. *
Alles in Ordnung, Melanie?
Ich bring dich jetzt nach oben.
Warten Sie, ich helf Ihnen.
Wo ist denn eigentlich die Stefanie Ketelar?
Sie ist nicht mehr im Haus.
Was heißt, nicht mehr im Haus?
Das erzähl ich Ihnen später.
Wohnt denn Ihre Schwester auch hier?
Ja, Vera. Aber sie musste sich hinlegen.
Wieso? Ist sie krank?
Nein, sie war bloß müde.
*
Herr Glasbauer!
*
Klaus, kommst du? Die Frau Dr. Haller will gehn.
Mhm.
Wie oft soll ich es noch sagen? "Mörder! Mörder! Mörder!"
Glaub mir, das war ein Verbrechen!
Habt ihr die Tat beobachtet?
Nein, natürlich nicht!
Gut!
Ich muss euch bitten, den Tatort zu verlassen.
Gebts beim Kroisleitner alles zu Protokoll!
Danke schön!
Tut mir leid, aber i hab's eilig. Die warten schon auf mich im Labor.
Und?
Ziemlich klare Angelegenheit - auf den ersten Blick jedenfalls.
Ihre Tasse riecht stark nach Bittermandel.
Vergiftung durch Kaliumcyanid, würd ich meinen.
Also Zyankali!
Denk ich schon.
Und g'storben is sie an Atemstillstand.
Das is auch typisch. Alles Weitere später! Pfiat euch!
Fein! Wo fang'ma an? Bei der Pflegerin?
Das glaub ich nicht. Die wird nämlich noch gesucht.
Der Tee von der Frau Zechner war vermutlich vergiftet.
Der Mandelgeruch deutet auf eine Zyankali-Vergiftung hin.
Mandelgeruch?
Aber es war ja auch Mandeltee!
Vera liebt diese Sorte. Ich hab den Tee selbst zubereitet.
Da war alles in Ordnung, das könnt ich schwören.
Auch mit den Tropfen!
Was für Tropfen?
Vera hat sich aufgeregt.
Und in so einem Fall geb ich ihr Baldrian zur Beruhigung.
Der Tee war auch derselbe wie immer.
Und das Tablett hab ich ihr ans Bett gebracht.
War die Tasse irgendwann unbeaufsichtigt?
Nein!
Oder ...
Warten Sie!
Doch, ein Mal.
Es musste ja noch auskühlen.
Also bin ich ganz kurz rüber ins Bügelzimmer.
Aber höchstens für fünf Minuten!
Frau Kalkmann, wer war außer Ihnen noch im Haus?
Hugo war da.
Und ...
Stefanie auch.
Die Pflegerin?
Für Stefanie leg ich meine Hand ins Feuer!
Aber es hat doch Streit gegeben!
Ach, dieser Streit!
So was kommt schon mal vor.
Ich war gerade in der Stadt, als Vera mich angerufen hat.
Selbstverständlich bin ich sofort hierher geeilt.
Aber ich hab das nicht so ernst genommen.
Es muss sich um einen Unfall handeln.
Das ist meine feste Überzeugung!
Können Sie uns sagen, was Sie in Kitzbühel gemacht haben?
Einkäufe! Das Übliche.
Ich bin Frührentner.
Meine Frau lebt nicht mehr.
Außerdem hab ich Melanies Brille zum Optiker gebracht.
Sie sieht doch so schlecht!
Wer profitiert denn von Frau Zechners Tod?
Wie meinen Sie das?
Wer erbt?
Hauptsächlich ihre Schwester Melanie, nehm ich an.
Und ich wohl auch.
Weil ich mich doch um Vera gekümmert hab.
Damit haben Sie aber ein Motiv - das is Ihnen schon klar?
Kommen wir noch einmal zurück auf diesen Streit!
Es ging um eine Brosche, oder?
Ja, Veras Gedächtnis ist ...
Es war nicht mehr das Beste.
Wahrscheinlich hatte sie die Brosche nur verlegt.
Im Alter wird man eben so.
Und wenn man natürlich diese ganzen Gerüchte kennt ...
Ja?
Nun, dass verschiedene Wertgegenstände weggekommen sind.
Nicht nur hier bei uns.
Sondern überall, wo man die Dienste von St. Martin in Anspruch nimmt.
Damit wär'ma wieder bei der Frau Ketelar!
Unmöglich!
Fest steht aber, dass Frau Ketelar verschwunden ist.
Und zwar entweder kurz vor ...
.. oder gleich nach dem Tod von Frau Zechner.
Entschuldigts!
I wollt euch nur sagen, dass die Pflegerin wieder aufgetaucht is.
Sehen Sie?
Und die Brosche?
Die ned.
(Du hast meine Schmetterlings- Brosche verschlampt!)
(Ich war's nicht!)
(Es gibt ja noch andere Leute im Haus!)
Frau Ketelar!
Lechner, Soko Kitzbühel! Das ist meine Kollegin Frau Kofler.
Wir hätten ein paar Fragen an Sie.
Ich weiß, aber ich war's nicht.
Ich hab nichts gestohlen!
Was ist los? Worum geht's?
Es geht um Vera Zechner.
Sie ist tot.
Wenn ich bloß nicht mit ihr gestritten hätte!
Sie hat sich immer so aufgeregt.
Frau Zechner ist aber nicht vor Aufregung gestorben.
Sie wurde vermutlich vergiftet, wir glauben mit Zyankali.
Sind Sie deshalb hier?
Warum haben Sie das Haus so fluchtartig verlassen?
Ich war fertig, verstehen Sie das nicht?
Dieser dumme Streit wegen einer Brosche!
Ich dachte, ich muss platzen - also bin ich raus aufs Wasser.
Vergiftet!
Waren Sie's?
Ich hab weder jemanden bestohlen, noch umgebracht.
Warum hat Frau Zechner dann gesagt, Sie haben die Brosche gestohlen?
Vera hat immer alle und jeden beschuldigt, wenn was gefehlt hat!
Sie stammen doch aus Lübeck, oder?
Was hat Sie nach Kitzbühel verschlagen?
Eigentlich wollt ich nach Augsburg.
Da gibt es einen Wildwasserkanal, nur leider keine Arbeit.
Ich hab dort Herrn Glasbauer kennengelernt.
Er hat damals den Tiroler Kajak-Nachwuchs trainiert.
Er hat mir den Job verschafft und die Wohnung hier.
Und wann war das?
So vor eineinhalb Jahren.
Die Sache mit dem Altenpflege- Verein kam erst später.
Gut! Das wär's dann.
Sie halten sich weiter zur Verfügung, ja?
Wiederschaun!
Der Glasbauer und die Ketelar?
Schon möglich, dass die zusammenarbeiten!
Möglich, ja.
* Man hört nicht, was sie sagt. *
Hier drin finden Sie alle unsere Mitarbeiter.
Darf ich fragen, wonach Sie suchen?
Also eigentlich wollten wir nur Ihre Meinung hören.
Der Herr Glasbauer hat uns von Gerüchten erzählt:
Den Verein St. Martin betreffend.
Das hätt ich mir denken können!
Ja, ich kenne diese Gerüchte.
Es geht um Diebstähle, nicht wahr?
Uhren, Schmuck - Gegenstände, die man problemlos entwenden kann.
Ja, und die dann ebenso problemlos auch irgendwo wieder auftauchen.
Aber bis dahin gibt's schon Gerüchte!
Das ist also Ihre Version!
Hören Sie, das ist doch absurd!
Wozu sollte ich meine Klienten bestehlen?
So was kommt vor.
Alte Menschen sind vergesslich!
Und sie sind oft furchtbar misstrauisch.
Und sie verstecken ihre Sachen an den unmöglichsten Plätzen:
Dass sie keiner mehr findet.
Und schuld daran sind immer die anderen!
Mhm, verstehe!
Ja, Augenblick bitte!
Gut, dass ihr kommt! I hab die Dr. Haller dran.
Servus! Hast schon was Neues?
Es ist so, wie ich vermutet hab:
Vergiftung durch Kaliumcyanid.
In der Tasse finden sich jede Menge Giftspuren.
Die Teemischung dagegen weist keine auf.
Genauso die Tropfen, die mir der Kroisleitner gebracht hat:
Keinerlei Verunreinigung.
Das ist Baldrian nach Original-Rezeptur sozusagen.
Gut! Danke dir!
Jetzt ist es amtlich:
Das Zyankali war im Tee - die Tropfen waren aber sauber.
Also doch im Tee!
Was du morgen machen kannst:
Den Pflegeverein überprüfen - alle Mitarbeiter.
Und die Konten von der Kalkmann und der Ketelar!
Seids mir ned bös, dass i so wenig Zeit hab!
I hab a Silberhochzeit am Abend.
Vater!
Da steht, du warst Fahrrad fahren!
Zitat: "Um mich fit zu halten."
Das muss sich doch um einen Irrtum handeln!
Nein! Wer sich im Herbst fit hält, wird im Winter nicht krank.
Die Gräfin und ich machen das täglich!
Seit heute Früh!
Verstehe!
Sag, habts ihr schon eine Idee, von wo das Zyankali herstammt?
Weil die Gräfin und ich hätten eine Theorie.
Wir nehmen an, es ist noch aus der Apotheke vom Herrn Zechner.
Das denken wir auch!
Im Haus war aber nichts. Wir befragen morgen die Schwester.
*
* Die Stufe knarrt. *
* Knarren *
* Rumpeln *
Frau Gretsch?
Frau Gretsch?
* Poltern *
Mist!
Wer ist da?
Guten Abend, Frau Ketelar! So spät noch unterwegs?
Was wollen Sie von mir?
Vielleicht erzählen Sie uns zuerst, woher Sie kommen!
Ich bin gelaufen - hab trainiert. Ist doch kein Verbrechen, oder?
Nur wenn das Training auch Einbruch beinhaltet.
Ich weiß nicht, was Sie meinen.
Sie wissen genau, was wir meinen!
Perfekt!
Ja, zweifellos! Das sind die Schlüssel von Frau Ketelar.
Ich versteh das nicht!
Wenn man nur wüsste, was in den Menschen so vorgeht!
Es ist Ihr Schlüsselbund! Das wär's dann wohl!
Frau Ketelar!
Wie geht es Melanie?
Na ja, sie ist aufgewacht. Aber es ist alles in Ordnung.
Was haben Sie denn gesucht, Frau Ketelar?
Ich wollte mich vergewissern.
Sie haben doch gesagt, dass Vera Zechner vergiftet wurde!
Als ich das gehört habe, wusste ich sofort ...
Ich hatte so eine Ahnung.
Woher das tödliche Mittel gekommen sein könnte?
Als ich dort anfing zu arbeiten, hat der Apotheker noch gelebt.
Er war sehr krank, ich hab mich viel um ihn gekümmert.
Ein Mal hat er gesagt, er müsste im Keller etwas nachsehen.
Ich sollte draußen bleiben.
Das haben Sie aber nicht gemacht!
Nein, ich bin ihm hinterher.
Im Keller gibt es diesen riesigen Schrank.
Und Herr Zechner hat darin nach etwas gesucht.
Und was war in diesem Schrank?
Seine Apotheke!
Als sein Geschäft aufgelöst wurde, hat er alles mitgenommen:
Fläschchen - Medikamente!
Und als Vera Zechner tot war, da haben Sie gedacht ...
Vera hat den Schlüssel zum Schrank bei ihren Sachen aufbewahrt.
Ich wollte sichergehen.
Ich konnte doch diesen Verdacht nicht auf mir sitzen lassen!
Da drüben!
Darf ich bitten?
*
Also ihr habt nix g'funden?
Gar nix?
Danke!
Die Kollegen haben die Wohnung von der Ketelar durchsucht:
Zu viert fünfzig Quadratmeter.
Was is mit dem Bootshaus? - Auch nix.
Frau Ketelar, Sie sind vorläufig auf freiem Fuß.
Ich bekomm keine Anzeige?
Nein, Sie haben ja jederzeit Zutritt zum Haus g'habt.
Und Schaden is keiner entstanden.
Aber Sie bleiben in Kitzbühel!
Nur ein kleiner Abstecher!
Kommen Sie!
Ich denke nicht, dass ich Ihnen da helfen kann.
Unsere Kunden legen viel Wert auf Anonymität.
Ja, aber das ist doch ein Notfall!
Sehen Sie, die Halskette hat meiner Schwester gehört.
Und ich hab Informationen, dass meine Nichte hier gesehen wurde.
Also hege ich die Befürchtung ...
Dass Ihre Nichte die Kette versetzt hat?
Ja, und ich will das gute Stück zurückkaufen.
Aber mir sind die Hände gebunden!
Hannes, sagen Sie doch auch mal was!
Hatschi!
Gesundheit!
Entschuldigung! Haben Sie vielleicht ein Taschentuch?
Gerne!
Beeilen Sie sich!
Ha! Hab ich's mir doch gedacht!
Ja, Vater?
Ja, i bin dir sehr dankbar, aber ich kann jetzt nicht kommen.
I schick dir wen. Servus!
Das können Sie doch nicht machen!
Doch, wir können! Bitte, der Durchsuchungsbefehl!
Karin?
Einen Moment bitte!
Volltreffer!
Also die verschollene Apotheke hamma g'funden!
Der Rest ist da drinnen.
Ich hab für alles eine Erklärung.
Aber keine ausreichende!
Sie sind vorläufig festgenommen.
So, da wären wir!
Karin, das ist der Herr Gebharter aus Wörgl.
Karin Kofler, grüß Gott! - Grüß Gott!
Das sind die Unterlagen? Darf ich? - Ja!
Keine Angst! Wird ned lang dauern!
Obwohl ... vielleicht könn'ma die Sache abkürzen. Kommen S' mit!
* Telefon *
* Musik *
*
Ja! Das is sie!
Ich erinnere mich. DAS ist Frau Ketelar.
Ein Glas Wasser, Frau Kalkmann?
Nein, danke.
Vera Zechner hat mir die Mittel geschenkt.
Nachdem ihr Mann gestorben ist, hat sie mich gebeten, ...
.. den Schrank auszuräumen und den Inhalt zu entsorgen.
Den Inhalt haben wir überprüft - sechs Schachteln voller Chemikalien!
Unter anderem Gifte der Kategorie T+.
Arsentrioxid, zum Beispiel.
Aber kein Zyankali!
Natürlich nicht! Sie ham's ja vorher auf die Seite geschafft.
Jetzt geben Sie's doch endlich zu!
* Öffnen der Tür *
* Musik *
*
Kennen Sie diese Belege?
Stammen von einem Pfandleiher aus Wörgl.
"Damen-Armband, Massiv-Gelbgold, besetzt mit 16 Brillanten."
"Vermutlich französische Arbeit."
Das ist doch alles Ihre Handschrift!
* Musik *
Ah!
Können Sie uns das erklären?
Nur, dass das klar ist: Sie haben von dem Schrank im Keller gewusst?
Dass Anton dort alte Sachen aus der Apotheke gelagert hatte.
Was er wirklich dort aufbewahrte, hat keiner gewusst.
Der Schrank war immer abgeschlossen! Da konnte niemand ran.
Auch nach seinem Tod nicht?
Ich denke, Vera hat den Schlüssel verloren.
Aber sie hat sich nie dafür interessiert, was in dem Kasten war.
Vielleicht hätt ich mich darum kümmern sollen.
Gut! Fangen wir von vorne an.
Frau Kalkmann hat Ihrer Schwester den Tee gebracht.
Ja! Ich war im Nebenzimmer, die Tür war offen.
Sie hat den Tee Vera ans Bett gestellt - wie immer!
Das ham Sie gesehen?
Ja!
Ja!
Können Sie sich noch erinnern, was auf dem Tablett war?
Eine Tasse und ein Fläschchen.
Ja! Die Beruhigungstropfen.
War es DIESES Fläschchen hier?
Nein. Das Fläschchen war nicht braun.
Es war durchsichtig ... und kleiner.
Durchsichtig? Da sind Sie sich sicher?
Natürlich!
Hab ich jetzt was Falsches g'sagt?
Nein, nein, Frau Gretsch! Sie haben uns sehr geholfen.
So, Frau Kalkmann!
Wir haben einen Zeugen, der Sie mit dem Gift-Fläschchen gesehen hat.
Ich hab mit Vera Zechners Tod nichts zu tun!
Was sollt ich für einen Grund haben, sie umzubringen?
Sie ham die Frau bestohlen! So, wie Sie überall Dinge mitgehen lassen!
Frau Zechner hat sie erwischt - Sie ham sie getötet.
Also gut. Ich habe gestohlen.
Ich habe Unterschriften gefälscht.
Aber nur wegen der Stiftung!
Ich ... hab ... keine andere Lösung mehr gesehen.
Ich ... war finanziell ... am Ende.
Was is mit dem Mord?
* Musik *
Hugo!
Wo führst du mich eigentlich hin?
Was?
Ich will wissen, wo wir hier sind!
Es tut mir leid, Melanie! Ich ...
Ich war in Gedanken.
Lass uns doch spazieren gehen. Ich ... ich brauch etwas Luft.
* unheilschwangere Musik *
* dramatische Musik *
*
* Plätschern *
Ja, und? Was überlegst jetzt noch?
I weiß ned! Mir passt das ned, was die Gretsch sagt.
Die Kalkmann bringt der Zechner ein Tablett.
Darauf stehen eine Tasse und ein Fläschchen.
Das Fläschchen mit dem Zyankali! - Genau!
Und das tragt sie so offen herum? Das is doch unsinnig!
Das hab ich mir auch schon überlegt.
Und wo sie geht und steht - der Glasbauer is immer dabei. Warum?
Stimmt! Dabei wirkt sie ned besonders gebrechlich.
Eben! Trotzdem führt er sie herum wie eine Blinde.
So ist es.
Erinnerts euch an die erste Aussage vom Glasbauer.
Er hat ihre Brille zum Optiker gebracht. Sie sieht extrem schlecht.
Und sie will vom Nebenzimmer aus das Flaschl genau gesehen haben.
Vielleicht passt der Glasbauer auf sie auf, damit sie nix Falsches sagt.
Jetzt sag schon, Hugo! Was tun wir hier?
Entschuldige!
Weißt du, ob du's nun glaubst oder nicht:
Aber ich hab deine Schwester wirklich sehr gemocht!
Ja, das weiß ich!
Und du?
Was meinst du?
Hast du sie geliebt? Vera!
Ihr wart doch Rivalinnen, nicht wahr?
Euer ganzes Leben lang!
Wer sagt denn schon so was?
Die Vera!
Sie hat mir's selbst erzählt.
* spannungsgeladene Musik *
* Klingeln *
* Er rüttelt an der Türklinke. *
Sie war die Ältere, die Hübsche! Die, die Erfolg hatte! Und ich?!
Das hässliche Entlein!
Weißt du, dass Anton eigentlich MEIN Verlobter war?
Ich wollte ihn heiraten. Aber sie hat ihn mir weggeschnappt!
Ich war ganz allein - all die Jahre!
Aber in der Apotheke durfte ich mithelfen.
Es war nicht immer leicht mit ihr. Kann ich verstehen!
- Und damals, als wir uns kennengelernt haben:
Sie hat sich sofort an dich herangemacht.
Kroisleitner, wir geben eine Such- meldung nach Melanie Gretsch raus.
Genau! Die nette alte Dame mit der Puppe.
Versteh doch! Hugo! Vera ist tot!!
Vielleicht hat sie es auch nicht anders verdient!
Sie hat ihr Testament doch nur zu deinen Gunsten geändert, ...
.. um mich damit zu verletzen!
Das hab ich nicht gewollt!
Sehr gewehrt hast du dich aber nicht dagegen, oder?
Ich kann das auch! Wenn du möchtest.
Dann bist du der Alleinerbe!
* dramatische Musik *
Ich werd jetzt die Polizei rufen. - Was?!
Du elender Erbschleicher!
Ahh!
Ahhh!!!
* Er schnappt nach Luft. *
* dramatische Musik *
Halt dich fest!
*
Ahh!
*
*
* Beide schnappen nach Luft. *
* Stöhnen *
*
Geht's?
Puh!
*
Schau dir das einmal an!
"Meine liebe Melanie!"
"Dein Hugo"
* Musik *
*
Schau her mal!
* Ticken einer Uhr *
Frau Gretsch, kommt Ihnen dieses Foto bekannt vor?
Das kann ich nicht sehen!
Bitte sehr!
Besser so?
Wie konnten Sie ein Fläschchen genau beschreiben, ...
.. das in sechs Meter Entfernung an Ihnen vorübergetragen wurde?
Sie erinnern sich? Als Frau Kalkmann den Tee serviert hat.
* Ticken einer Uhr *
Weil Sie gelogen haben!
Sie haben Ihre Schwester, Vera Zechner, ermordet.
Und wenn es so wäre?
Wo ist das Gift?
* Musik *
*
Darf ich?
* Aufschrei *
Kaliumcyanid.
Und die gestohlene Brosche!
(zischend:) Ich war's!
Ja, ich habe meine Schwester umgebracht!
Ich durfte zwar bei ihr wohnen, aber sie hat mich nur gedemütigt!
Immerzu! Alles hat sie mir genommen!
Alle meine Männer!
Mein ganzes Leben!
Und sogar meine Puppen hat sie gehasst!
(schluchzend:) Sie wollte sie ... auf den Müll werfen!
Meine, meine kleinen Lieblinge!
Und Sie wollten Frau Kalkmann einen Mord anhängen.
Na und?
Jeder hat gewusst, dass sie stiehlt!
Man brauchte diese Frau nur auf den Schrank hinzuweisen.
Und man konnte sicher sein, dass sie ihn ausräumt!
Aber ich war vor ihr dort!
Sie wären auch fast damit durchgekommen!
Kroisleitner!
Kommen S' bitte mit!
* dramatische Musik *
Gemma!
Untertitel: Kathrin Wallbrecher, Aline Götz
ORF 2014 untertitel@orf.at
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