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*
* Handy *
* Handy *
* Handy *
* düstere Musik *
* düstere Musik *
* Reifen quietschen. *
Guten Morgen, Herr Doktor! - Morgen!
* Motorgeräusche *
Ein Herr Hegele hat angerufen, Herr Doktor. Schon um acht Uhr.
- Hegele? Ach Gott!
Einen Moment noch, Frau Jensch!
Könnten Sie einmal kurz herkommen? - Ja, natürlich.
Wissen Sie zufällig, wem dieser Wagen gehört?
Sehen Sie, jetzt steigt er aus.
- Nein, den Mann hab ich noch nie gesehen.
Was ist mit ihm? - Keine Ahnung.
Irgendwie unheimlich.
Ich kann die Polizei rufen, wenn Sie wollen.
Das wär des Guten zu viel. Bringen Sie mir lieber einen Kaffee!
Ja, mach ich gern.
* düstere Musik *
* Klopfen *
Markus!
(Sie schreit:) Markus!
Wer ist das? - Was wollen Sie von uns?
Herr Markus Hegele?
Ja.
(mit Akzent:) Entschuldigen Sie, falls wir Sie erschreckt haben.
Wir hegen keine bösen Absichten.
Wer sind Sie überhaupt? - Ich heiße Hassan Ibrahim Aziz.
Ich bin Ihr Schicksalsgenosse.
Wir beide sind Opfer desselben Anwalts: Martin Ross.
Wir sollten miteinander reden.
Tatsächlich?
Fahrts mir den Wagen weg!
Was is mit ihm? - Er hat extrem viel Blut verloren.
Die Bombe hat ihm beide Hände zerfetzt.
Kommt er durch? - Weiß ich noch nicht. Ich muss!
Ich ruf dich an!
Und?
Doktor Martin Ross.
Wirtschaftsanwalt aus München, wohnt schon seit 15 Jahren da.
Der war früher oft in der Pochlarner Stuben.
I hab schon irgendwas über den g'lesen. Aber wo?
Seine Sekretärin is noch da: Christa Jensch. Kommt auch aus München.
Is die auch verletzt? - Naa, sie hat nur einen Schock.
Kein Bekennerschreiben übrigens. Der Brief is wohl leer g'wesen.
Bis auf die Bombe. - Na klar.
I glaub ned, dass da noch was nachkommt.
Der Ross is Wirtschaftsanwalt, ka öffentliches Amt, nix Politisches.
Also ein Racheakt? - I denk schon. Was meinst du?
Hm ...
Ich versteh das nicht.
Was sind das für Zeiten?
Wir sind doch ganz normale Leute.
Wir kommen diese Terroristen dazu, gerade uns ... Warum wir?
Wir glauben eher an einen persönlichen ...
.. oder geschäftlichen Hintergrund.
Herr Ross hat als Anwalt sicher nicht nur Freunde.
Aber wer tut denn so etwas?
Der Absender der Briefbombe hat die Gewohnheiten Ihres Chefs gut gekannt
Dass er in Kitzbühel war und nicht in München.
Er war öfter am Wochenende hier. Ich war ja immer dabei.
Wie lang arbeiten S' schon für ihn? - Elf Jahre.
Gab's in letzter Zeit private Konflikte?
Nein, bestimmt nicht!
Doktor Ross führt kein Privatleben.
Er hat auch keinen Freundeskreis - seit seiner Scheidung.
Das ist ewig her.
Persönlich? Geschäftlich?
Ich hab nicht die geringste Ahnung.
Doch.
Da war dieser Mann. Kurz bevor es passiert ist.
Was für ein Mann?
Ja, unten, vorm Haus.
Er ist aus dem Auto gestiegen und hat zu uns heraufgeschaut.
Dr. Ross wollte wissen, ob ich ihn kenne.
Können Sie den Mann beschreiben?
Nicht groß, schlank. Er trug ein blaues Hemd und eine Sonnenbrille.
Ich hab ihn nur kurz gesehen.
Gab's sonst Schwierigkeiten, ein problematischer Fall vielleicht?
Nein, außer die Sache mit dem Pernerhof.
Ja?
Herr Hassan Aziz ist ein Geschäftspartner von Dr. Ross.
Aus Ägypten.
Vor zwei Tagen war er hier. Die beiden haben gestritten.
Ziemlich laut sogar.
Warum?
Wegen dem Pernerhof.
Das ist ein Bauernhof, den dieser Herr von Dr. Ross gekauft hat.
Es hat sich dann herausgestellt, dass er dort nicht wohnen darf.
Er müsste Bauer sein und eine Landwirtschaft betreiben.
Das war doch von vornherein klar, oder?
Als Anwalt müsste Herr Ross über die Raumordnungsgesetze informiert sein.
Darüber weiß ich nichts.
Fragen Sie Herrn Aziz! Er ist noch in Kitzbühel.
Gut.
Kroisleitner, wir geben a Fahndung raus.
Moment, i schreib gleich mit.
Ein roter Golf Kombi, älteres Baujahr.
EU-Kennzeichen.
Fahrer männlich, 1,70 bis 1,80 groß, schlank, blaues Hemd.
Er hat das Opfer beobachtet.
Wenn er das mehrere Tage gemacht hat, ...
.. müsste er irgendwo gewohnt ham. - Ganz genau.
Gibt's was Neues?
Wie man's nimmt.
Die Sekretärin will ihren Chef schützen.
Wir müssen den Kreis der Verdächtigen erweitern.
Und zwar um einiges, wenn wir Pech haben.
Martin Ross war eine zentrale Figur bei einem großen Immobilienbetrug.
In Ostdeutschland. - Na fein!
Gut. Nehm'ma uns zuerst den Herrn Aziz vor.
Das ist also der Pernerhof. - Ganz schön herrschaftlich!
Ja, aber nicht wirklich ägyptischer Stil.
Schaut nicht sehr bewohnt aus.
Er darf ja erst einziehen, wenn er Bauer ist.
Wozu samma da? - Es hätt ja wer da sein können.
Probe wohnen is nämlich erlaubt. - Probe wohnen?
* Handy * Ja, so was gibt's!
Man lernt nie aus!
* Handy *
Ja?
Gut, danke dir.
Das war der Kroisleitner. I weiß jetzt, wo wir unseren Mann finden.
Und? - Am Golfplatz.
Wo sonst?
Unser Ägypter ist offenbar prominent.
Er entstammt dem Hochadel. Hassan Ibrahim Aziz:
Großneffe des Ex-Königs. - Ned schlecht!
So einer will bei uns Bauer werden? - Er muss.
Karin!
Vater, was machst denn du da?
Ich hab geglaubt, du magst Golf nicht.
Daran hat sich nichts geändert. - Er ist mir zuliebe mitgekommen.
Ich kann nicht Nein sagen.
Das ist mein größter Fehler. Und du?
Rein beruflich.
Gräfin, kennen Sie eigentlich Hassan Ibrahim Aziz?
Er ist Geschäftsmann und Großneffe des ägyptischen Ex-Königs.
König Faruk. Der ist schon lange tot.
Tut mir leid, mit dem Namen kann ich nichts anfangen.
Ihr seids sicher wegen der Briefbombengeschichte da.
Ich hab's im Radio gehört.
Grüß Gott! Alles einsteigen, bitte!
Ja oder nein?
Nein!
Die sind sicher wegen der Bombe da!
Wie heißt dieser Anwalt?
Martin Ross.
Der war oft bei mir zu Gast.
Er is so ein bissl ... arrogant, aber ein guter Esser.
Grüß Gott!
Kofler, mein Name. Wir sind von der Soko Kitzbühel.
Wir würden gerne mit Herrn Aziz sprechen.
Nicht jetzt.
Es ist wirklich dringend. Sie sollten mit uns reden.
Was ist denn?
Auf Ihren Geschäftspartner Martin Ross ist heute Früh ...
.. ein Attentat verübt worden.
Er liegt mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus.
Das weiß ich bereits. Und? - Wie und?
Mehr haben Sie dazu nicht zu sagen?
Herr Aziz, Sie hatten vor zwei Tagen einen heftigen Streit mit Herrn Ross
Vielleicht sagen Sie uns, worum es dabei ging.
Vielleicht verraten Sie mir zuerst, wer Sie sind.
Klaus Lechner.
Herr Polizist, Sie müssen wissen, dass ich meine Zusammenarbeit ...
.. mit Martin Ross beendet habe.
Wir sind keine Geschäftspartner mehr.
Hat das einen bestimmten Grund? - Der müsste Ihnen bekannt sein.
Martin Ross hat mir ein Anwesen verkauft, ...
.. was er mir nie hätte verkaufen dürfen.
Er hat sich geweigert, den Kauf rückgängig zu machen.
Martin Ross betrügt sogar seine Freunde.
Das klingt ganz nach einem Motiv!
Was für ein Motiv?
Ich hab damit nichts zu tun.
Allerdings fällt's mir schwer, diesen Mann zu bedauern.
Martin Ross ist ein Dieb. Fragen Sie Herrn Hegele! Er wohnt in Reith.
Er wurde genauso getäuscht wie ich.
Warum haben Sie den Ross nicht angezeigt?
Das werde ich noch. Glauben Sie mir.
Aber er hat einen Teil seiner Strafe schon bekommen.
Bei uns gibt's ein Sprichwort:
"Fälle niemals den Baum, der dir Schatten spendet."
Karin!
Hier ist der Vertrag ...
.. mit der Verpflichtung zur landwirtschaftlichen Nutzung.
Herr Ross wollte uns weismachen, dass man das hier nicht so genau nimmt.
Von wegen!
Das steht klipp und klar im Tiroler Grundverkehrsgesetz.
Das haben wir dann auch gelesen. Zu spät allerdings.
Um den Hof bewohnen zu dürfen, muss man selbst Bauer sein ...
.. und die Landwirtschaft selbst betreiben!
Sehe ich aus wie ein Bauer?! Das kotzt mich alles so an!
Was sind Sie eigentlich von Beruf?
Ich bin Coach. Nicht für Rindviecher, sondern für leitende Angestellte.
Ich wollte mich hierher zurückziehen und arbeiten.
Kann ich alles vergessen.
Wie haben Sie die Genehmigung für den Hof bekommen?
Ross hat uns eine ausgebildete Hilfskraft verschafft.
So kann man das Gesetz ein wenig umgehen.
Wir haben einen Knecht. Aber der kommt nur alle drei Tage.
Und dann ist er besoffen.
Unser Anwalt hat uns reingelegt!
Ich würde den Hof am liebsten sofort loswerden!
Aber ich krieg ja kaum was dafür!
Ross hat mir ins Gesicht gelacht, als ich mit einer Klage gedroht hab.
Sie wissen, was mit ihm passiert ist?
Ja.
Eine Briefbombe, nicht wahr?
Mich wundert das kein bisschen.
Irgendwann musste dieses Schwein ... Verzeihung.
Irgendwann musste er kriegen, was er verdient.
Das haben wir heute schon einmal gehört.
Sie kennen sich mit Sprengstoff aus?
Woher wissen Sie das?
Ja. Ich war bei der Bundeswehr, bei den Pionieren.
Dann fällt es Ihnen leichter, eine Briefbombe zu basteln, ...
.. als eine Kuh zu melken. Oder?
Wahrscheinlich.
Aber ich war's nicht.
Das Anschlagsopfer ist jetzt in der Uni-Klinik Innsbruck.
Er ist noch immer nicht ansprechbar.
Dieses Schreiben hat die Spuren- sicherung gefunden:
In seinem Schreibtisch.
Ein Drohbrief von Johannes Drosche.
"Du wirst bezahlen. So oder so." Sympathisch!
Noch ein Verdächtiger mehr.
Vielleicht ist der Drosche der Unbekannte mit dem roten Golf.
Ja, wär praktisch.
Die Bombe wurde in St. Johann aufgegeben.
Wo der Brief genau eingeworfen wurde, daran arbeiten wir noch.
Gibt's einen Absender? - Autohaus Steiner.
Dort hat der Ross vor drei Tagen sein Service machen lassen.
Der Täter hat das Opfer observiert. - Genau.
Über einen längeren Zeitraum.
Wie schaut's mit Fingerabdrücken aus?
Leider nein. Keine Spuren.
Wir warten auf die Analyse des Sprengstoffs und des Zünders.
Kroisi, komm einmal! - Moment, bitte.
Warten wir, wer dieser Drohbriefschreiber ist, ...
.. und wo wir ihn finden können.
Hamma schon! Der Meldezettel is grad reinkommen!
Johannes Drosche, Pension Wilder Kaiser in Reith.
Wenn das immer so schnell ginge!
Ja.
Das muss da irgendwo sein. - Ja, ja.
Ah, da is es! - Ah!
* Reifen quietschen. *
Das war er doch!
* Sirene *
Zentrale, bitte melden!
Wir verfolgen ein flüchtiges Fahrzeug.
Roter Golf. Stuttgarter Kennzeichen? - Ja.
Fährt auf der L 202 Richtung Kitzbühel.
* Sirene *
* Sirene *
* Sirene *
Hamma gleich.
Jedenfalls kriegt er einen Zettel wegen überhöhter Geschwindigkeit.
Und du auch.
Aussteigen, aber flott!
Dieses Schreiben stammt doch von Ihnen.
Sie drohen Martin Ross, dass er für sein Verhalten bezahlen soll.
Hat er genug bezahlt?
Dazu kann ich nichts sagen.
Sollten Sie aber, Herr Drosche.
Sie sind Elektroingenieur.
Das befähigt Sie, eine Briefbombe zu bauen.
Und Sie waren am Tatort, als es passiert is.
Sie wollten zuschauen, wie die Bombe hochgeht.
Nein, nein.
Das ist nicht wahr.
Was hat Martin Ross getan, dass er dafür bezahlen sollte?
Er hat mich mit der Immobiliensache in Ostdeutschland ruiniert.
Er hat mir mein gesamtes Vermögen gestohlen.
Ich besitze nichts mehr - außer Schulden.
Kann ich bitte etwas zu trinken haben?
Und?
Es dauert.
Der Bericht von den Sprengstoff- Experten ist da.
Sie sagen, dass jeder so eine Bombe bauen kann.
Mit entsprechender Anleitung.
Ammoniumnitrat, Motoröl und Aluminiumpulver.
Ammoniumnitrat, das is doch ... - Kunstdünger!
Ist nicht ganz rein, aber erfüllt den Zweck.
Kann man in jedem Baumarkt kaufen.
Der Zündmechanismus war auch simpel.
Eine Knopfzelle, Draht und eine winzige Glühbirne.
Sein Gepäck und das Zimmer hamma durchsucht.
War alles sauber.
Er hätt genug Zeit g'habt, um alle Beweise zu vernichten.
Ja, klar.
Glaubst du, dass er's war?
* Sie hören mit. *
Ich wollte diesem Verbrecher doch nur zeigen, ...
.. dass seine Opfer ein Gesicht haben.
Dass es Menschen sind und keine bloßen Nummern.
Die Confino-Gesellschaft brachte mehr als 2.000 Leute um ihre Ersparnisse.
Keinen hat's geschert!
Es stand in allen Zeitungen.
Und was ist passiert? Nichts!
Confino war die Firma von Dr. Ross. - Ja.
Wir müssen Sie vorläufig hier behalten, Herr Drosche.
Wir brauchen einen DNA-Abstrich von Ihnen.
Wollen S' vielleicht telefonieren? - Nein.
So!
Zwei Mal Kalbsgulasch!
Bitte sehr!
Doch nicht um die Uhrzeit!
Das is ganz was Leichtes! Angus, schottisches Bio-Hochlandkalb.
Kriegst du nicht überall. - Tatsächlich?
Mahlzeit!
Man hört, ihr habts eine Verhaftung vorgenommen.
Man hört so einiges.
Es gibt einen Verdächtigen.
Nur einen?
Insgesamt vier. Aber wir haben nur einen festgenommen.
Den Hauptverdächtigen. - Nein, einen Verdächtigen.
Er sitzt vorläufig wegen Fluchtgefahr.
Mahlzeit!
Gehe ich richtig in der Annahme, dass dieser ägyptische Prinz ...
Das ist kein echter Prinz, nur entfernte Verwandtschaft!
Das weiß ich doch eh!
Der Hegele ist doch auch von Martin Ross betrogen worden.
Woher habts das schon wieder? - Man hört so einiges.
Ihr zwei hörts mir eindeutig zu viel!
Das mach'ma schon.
Kann i endlich in Ruhe essen? - Entschuldige! Lass es dir schmecken
Ich weiß nicht, was die Karin hat.
Das is der Stress.
Sonst wüsste sie sicher auch mein Kalbsgulasch mehr zu schätzen.
Vielleicht sollten wir nachschauen. - Wo?
Bei diesem Hegele.
Einfach so hingehen? - Nein, ganz anders.
Guten Tag, sind Sie zufällig der Besitzer von dem Hof?
Ja. Was gibt's?
Guten Tag!
Kofler ist mein Name.
Entschuldigen Sie, dass wir Sie so überfallen.
Sind wir zu spät? Ist der Hof schon verkauft?
Verkauft? Ja, wie denn?
Ich führe in Kitzbühel ein Restaurant:
Die Pochlarner Stuben. Sie haben sicher schon davon gehört.
Nee.
Macht nichts.
Es ist so: Der Herr Kofler sucht einen Bauernhof, ...
.. wo er seine Angus-Rinder züchten kann.
Genau! Wir haben gehört, dass dieser Hof eventuell zu verkaufen ist.
Äh ... ja.
Aber das ist ja ...
Äh ... natürlich! Jederzeit!
Es kommt auf den Preis an, den Sie mir bieten.
Ja, natürlich. - Wir würden uns gern mal umschauen.
Aber klar doch. - Zeigen Sie mir das Haus?
Ja, das mach ich. Kommen Sie mit!
Ich würde lieber zuerst den Stall anschauen.
Bitte, wie Sie wünschen. - Danke.
Was ist hier los?
Wer hat das hier zu verantworten?
Wer hat das veranlasst? - Der zuständige Richter.
Hier ist der Durchsuchungsbefehl.
Es tut uns leid wegen den Unannehmlichkeiten.
Ich beschwere mich bei meiner Botschaft!
Sie könnten die Sache beschleunigen, wenn Sie uns helfen würden.
Wie denn? - Die Kellertür ist verschlossen.
Machen Sie uns bitte auf! - Yussef!
Kommen Sie mit! - Danke, sehr freundlich.
* spannende Musik *
Das ist der Hobbyraum. Werkzeuge.
Bitte!
Nach Ihnen.
Der Hund kann aber nicht rein. - Warum?
Wegen dem Kaninchen.
Wie bitte?
Wir haben dieses Haus nur gemietet.
Die Tochter des Besitzers hat ein Kaninchen.
Okay, dann fangen wir's jetzt ein. Gemeinsam.
Sie und ich.
Sie heißen Ahmed Yussef.
Sind Sie auch Ägypter, wie Ihr Chef? - Ja, ich komme aus Kairo.
Herr Aziz hat fast immer in Italien gelebt.
Verstehe. Ich seh da kein Kaninchen!
Arbeiten Sie schon lang als Bodyguard?
Ja. Sehr lange.
Ich war früher Polizist, so wie Sie, Herr Lechner.
Ich war bei einer Spezialeinheit.
Da hatten Sie sicher auch mit Sprengstoff zu tun.
Ja, hatte ich.
Da ist es ja! Na komm!
Wie heißt's denn?
Die Briefbombe ist in St. Johann aufgegeben worden.
Waren Sie oder Ihr Chef in letzter Zeit dort?
Ich denke nicht.
Denken S' ruhig zwei Mal.
Es wär unangenehm, wenn wir dann das gegenteil rausfinden.
Ich kenn die Gegend nicht. Es könnte sein.
Mehr wollt i gar ned wissen.
So! Hier ist die Liste vom Maschinenpark.
Die Geräte sind nicht neu, aber sie funktionieren.
Die geb ich Ihnen gratis dazu! - Jö! Danke.
Ich hol schnell den Grundbuchauszug, ...
.. dann machen wir Nägel mit Köpfen!
Ich bin enttäuscht von Ihrer Justiz!
Wir bitten Sie nur, einige Tage in Kitzbühel zu bleiben.
Genießen Sie die gute Luft, unsere schöne Landschaft!
Sie haben nichts gegen mich in der Hand!
Ich kann abreisen, wann ich will!
Momentan hab ich hier einiges zu tun.
Aber danach -
Alles o.k., wir haben nichts gefunden.
Nur ein weißes Kaninchen. - Was?!
Ja.
Wir brauchen einen DNA-Abstrich von Ihnen.
Wie bitte?
Kroisleitner.
Das werden Sie bereuen!
Ich bin Mitglied der ägyptischen Königsfamilie!
Sie sind nicht der Erste, der mit einem Mord zu tun hat.
Was meinen Sie damit?
Ich hab nur an Ihre ruhmreichen Vorfahren gedacht: Die Pharaonen.
Ramses III. zum Beispiel, 1.200 vor Christus:
Der wurde doch von seinem Sohn ermordet, oder?
Naa, das war die Nebenfrau! Wie hat die geheißen?
Sehr witzig, Herr Lechner!
* spannende Musik *
* Traktor *
Bingo!
Gräfin, Sie müssen mich retten!
Sie wissen doch, ich kann nicht Nein sagen!
Wenn das so weitergeht, bin ich in 20 Minuten Landwirt!
Dann muss ich die Pochlarner Stuben verkaufen!
Ich wollt schon um Hilfe rufen. - Rufen Sie lieber die Polizei!
Hier!
Hm?
Kunstdünger, eine Flasche Öl, Draht, Elektrikerwerkzeug.
Mir gehören die Sachen alle nicht.
Sie waren 6 Jahre bei der Pionier- brigade in Minten, richtig?
Ja.
Ich hab dort auch Sprengungen durchgeführt.
Wo haben Sie Ihren Kunstdünger her? Aus dem Baumarkt in St. Johann?
Was weiß ich, woher das Zeug stammt! Ich hab es nicht gekauft!
Sie waren nie in dem Baumarkt gleich am Ortseingang?!
Nein!
Kein Problem. Der Parkplatz ist videoüberwacht.
Gut, es ist möglich.
Es kann sein, dass ich dort war. Werkzeug kaufen.
Spannungsprüfer, Abisolierer, Elektronikgreifzange.
* Klopfen *
Karin! - Was gibt's?
Circa 50 Meter von diesem Baumarkt entfernt ist ein Briefkasten.
Kennen Sie den vielleicht?
Frau Doktor Haller! Sie meint, es is wichtig.
Ja?
Mir is gleich aufg'fallen: Keinerlei Spuren!
Weder am Werkzeug, noch an der Tasche, noch sonst wo.
Echt professionell.
Aber auf dem Lumpen hab i das Haar g'funden!
Und ned nur eines. Seltsam, oder?
Mach's nit so spannend!
Es is kein menschliches Haar.
Es muss von einem Tier mit weißem Fell stammen.
Vielleicht von einer Kuh vom Hegele. - Ein weißes Haar, ham S' g'sagt?
Ja.
Äh, was wird das jetzt, Herr Kollege?
Komm, hilf mir suchen!
Du meinst ...?
Versuchen Sie's einmal damit!
Na ja, auf den ersten Blick identisch.
Wo habts das her?
Unser Geschäftsfreund Hassan Ibrahim Aziz.
Das is DER Beweis! Oder?
Also, für ein Beweismittel brauchts auf jeden Fall die Analyse.
Wie lang dauert die?
Morgen Vormittag könnt ihr s' ham.
Kroisleitner, lass den Drosche und den Hegele vorläufig laufen!
Sie sollen aber in Kitzbühel bleiben.
I erklär dir das später. Pfiat di!
Hoffentlich geht uns der ned durch die Lappen!
Sicher nicht!
Kroisleitner, sie fahren los.
Karin, bitte kommen! - "Wir sind da."
Die beiden san jetzt unterwegs. Alles Weitere wie geplant.
Gut, Kroisleitner.
Die Haller hat sich noch immer ned g'meldet.
Jetzt können wir nur noch warten.
* Aziz spricht arabisch. *
* Yussef antwortet arabisch. *
Ja.
Ja!
Perfektes Timing!
* Sirene *
Yussef!
* Sie sprechen arabisch. *
Danke fürs Herbringen!
(Aziz schreit:) Was soll das hier?
Hätt ich mir denken können, dass Sie's wieder sind!
Wieso verfolgen Sie mich? Sind Sie rassistisch?
Nein, aber wir müssen einen Mordanschlag aufklären!
Sie können mich nicht wegen einer Vermutung festhalten!
Die Sachlage hat sich geändert!
Hier geht es um Beweise!
Sie haben in meinem Haus nichts gefunden!
Soll ich mich vor Ihnen ausziehen?
Wir haben seit gestern eine Tasche voll mit Beweisen, Herr Aziz.
Da ist alles drin, was der Bombenbauer verwendet hat.
Bestimmt nicht aus meinem Haus! - Richtig.
Wir ham's beim Herrn Hegele gefunden - Dann verhaften Sie ihn!
Der Herr Hegele hat aber mit der Sache nichts zu tun.
Die Tasche wurde ihm untergeschoben von Ihnen - oder von Ihnen.
Das ist eine böse Unterstellung!
Das sind weiße Haare.
Die haben wir auch in der Tasche gefunden.
Sie sind beide dunkelhaarig.
Das kann nur von Ihrem Mitbewohner stammen.
Das Kaninchen von der Tochter des Hausbesitzers.
Das Haar stammt eindeutig von ihm. - Das versteh ich nicht!
Sie haben im Gefängnis genug Zeit, darüber nachzudenken.
Nein, ich kann das erklären!
Es war MEINE Tat! - (Aziz): Yussef!
Verzeih mir, Hassan! Ich hab das gemacht!
Er hat nichts damit zu tun!
Ich hab die Bombe gebaut und Martin Ross geschickt.
Ich konnte den Betrug, die Schande, nicht ertragen.
Es ist die Wahrheit! ICH bin der Täter! Verhaften Sie MICH!
Und Sie haben von nichts gewusst? - Nein, das schwöre ich!
* Handy *
Das war meine eigene Entscheidung! Herr Aziz weiß gar nichts!
Ja?
Gut.
Danke schön.
Herr Ross ist im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.
Es geht also um Mord.
Abführen!
He!
Nicht schießen! Waffe weg!
Herr Yussef, legen S' die Waffe weg!
Sie waren doch Polizist. Sie wissen, wann's vorbei is.
Herr Aziz!
Herr Yussef hat sein Geständnis bereits unterschrieben.
Er war vielleicht der Ausführende.
Der Auftraggeber des Mordanschlags waren SIE.
So viel steht für uns fest.
Wollen Sie damit sagen, dass ich lüge?
Ja.
Und wie wollen Sie das bitte beweisen?
Ja, Herr Staatsanwalt.
Das geht ja in Ordnung ...
Ich find trotzdem in diesem spe...
Verstehe.
Wiederhören.
Und?
Alles Gute kommt von oben?
Diesmal leider nicht.
I hab alles versucht, aber jetzt hat sich die Botschaft eing'schaltet.
Wir haben keinen Spielraum mehr. Game over.
Scheiße!
Herr Aziz!
Sie können gehen!
Irgendwann kriegen wir dich.
Ein Kaninchen hat den Fall gelöst?!
Hannes!
Noch so a G'schicht, und i setz mich zur Ruhe.
Der Hassan Aziz geht wirklich frei? - Leider, ja.
Der Leibwächter hat zwar den Mord gestanden, ...
.. aber jetzt sagt er nichts mehr.
Trotzdem ist heute ein guter Tag! - Und warum?
Er ist so glücklich, weil er jetzt doch nicht Landwirt werden muss.
Ich hab mich bei dem Hegele tausend Mal entschuldigt ...
.. und ihn und seine Frau zum Essen eingeladen.
Dann hat er ihm die Hälfte seiner Maschinen abgekauft.
Wie bitte?
Na ja, er hat mir so leid getan.
Jetzt hab i halt einen Traktor.
Kann man immer brauchen.
Dann hat er sich noch ein Coaching aufschwätzen lassen.
Ah so? Was für eines? - Ein ganz besonders Wichtiges:
Es heißt nämlich ...?
"Die Kunst des Nein-Sagens."
* Alle lachen. *
Untertitel: Claudia Kraus,
ORF 2007 untertitel@orf.at
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