All language subtitles for 11SOKO Kitzbuhel Roter Wein S06E11 German

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Original subtitles

Soko Kitzbühel - Roter Wein mit TELETEXT-Untertiteln

***

**

*

Herr Kofler! Ist das nicht großartig?

Das Finale der "Trophée du Cabernet" hier!

Wunderbar! Darf ich Ihnen das geben?

Mmmh! Sieht ja köstlich aus!

Für eine internationale Verkostung! Schoko-Spitzen, mit Cabernet gefüllt.

Welchen Cabernet haben Sie verwendet?

Betriebsgeheimnis!

Herr Kofler, wir sind doch sozusagen Kollegen!

Bei aller Liebe! Sie sind Weinhändler, ich bin ein Künstler!

Meinen Sie, Luxusreisen durch Australien sind gratis?

Nur weil Sie der Weinpapst sind?

Das ist doch eine Blindverkostung!

Es hat bisher auch funktioniert mit Ihren Artikeln.

Ich mache Wein, um zu gewinnen!

Das werden Sie doch ohnehin.

Und wenn die Provinzler keinen Geschmack haben?

Ich gehe lieber auf Nummer sicher.

Sie werden sich etwas einfallen lassen. Ja?

Es ist sehr schwer, ein Urteil zu fällen.

Dann müssen Sie weitertrinken, bis Sie den Unterschied merken.

Ich glaube, Nummer zwei gewinnt.

Die werden nach dem Sieg verteilt.

Und nicht vergessen: Visitenkarten einsammeln und Bestellungen aufnehmen

Ran ans Geschäft, Annemarie!

Aber ...

Noch sind Sie meine Assistentin. Also tun Sie, was ich sage!

Schönen guten Abend!

Hallo!

Vater!

Herr Magreid!

Mein Kollege Klaus Lechner.

Herr Magreid, der Besitzer der besten Weinhandlung in Kitzbühel.

Sehr erfreut.

Der versteht wirklich was von Wein.

Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Ich möchte Ihnen nun die Finalisten vorstellen.

Der Wein, den Sie als Nummer 1 verkostet haben, ist aus Australien.

Ein Cabernet Sauvignon von Frank Kempen, Weingut Lori Hill!

Der Wein mit der Nummer 2 ist der Cabernet Sauvignon "Lux de Bellbleu".

Von Jacques Bellbleu, Weingut Bellbleu Ville, Bordeaux.

Der gewinnt!

Last, but not least, unser Aushängeschild aus dem Weinviertel:

Christoph Hohenfels mit seinem Cabernet Sauvignon Hohenfels!

In Ihren Gläsern die Nummer drei!

Ich halt zum Österreicher.

Und nun die Entscheidung.

Jedes Jury-Mitglied hat seine Punkte in geheimer Verkostung abgegeben.

Sieger im Finale der internationalen "Trophée du Cabernet" ist ...

.. Jacques Bellbleu mit seinem Cabernet "Lux de Bellbleu"!

Was hab ich gesagt?

Dann sollten wir wenigstens mit dem besten Wein darauf anstoßen!

Wein ist eben mehr als nur ein Geschäft.

Wie gut Sie mit Geschäften sind, das weiß man ja.

Sie Bankrotteur!

Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

So, bitte.

Wie ...?

Nein, vielen Dank.

Zur Begründung:

"Lux de Bellbleu" besticht nicht nur durch seinen Duft und seine Dichte ..

Ah!

Bellbleu!

Um Gottes willen!

An Arzt! Schnell!

Kann es nicht doch ein Herzanfall gewesen sein?

Sieht nicht danach aus.

Falls wir noch Fragen haben ...

Natürlich. Selbstverständlich.

Das ist auch eine Methode, sich einen Konkurrenten vom Hals zu schaffen.

Sind Sie verrückt?

Ihnen traue ich alles zu.

Sie verwenden ja auch Holzspäne statt Barrique.

Fraktionierung machen Sie auch!

Lassen Sie endlich die Finger vom Weinmachen!

Ihr lächerliches Weingut kaufe ich zwischen Mittag- und Abendessen.

Übrigens: Die Helga lässt Sie grüßen.

Leider kann ich keine Drogensüchtigen in Lori Hill gebrauchen.

Sagen Sie endlich, wo sie ist!

Jetzt ist's aber genug!

Bellbleu hat von seinem Wein getrunken!

Den ER wahrscheinlich vergiftet hat!

Beruhigen Sie sich, sonst nehm ich Sie beide mit aufs Kommissariat!

Und Sie alle bleiben in Kitzbühel.

Und was machts ihr noch da?

Wir wollten nur Gute Nacht sagen.

Gute Nacht.

Gute Nacht.

Gute Nacht!

Gute Nacht.

Wenn Sie noch etwas brauchen: Ich bin auf meinem Zimmer.

Natü...

Danke.

Und?

Verstehst du das?

Kein Winzer auf der Welt verkorkt einen frisch geöffneten Rotwein!

Vielleicht war er aufgeregt.

Möglich.

Fragen wir ihn!

Herr Kempen!

Ja?

Warum haben Sie die Flasche wieder verkorkt?

Was?

Nachdem Herr Bellbleu von Ihrem Wein getrunken hat, ...

.. haben Sie die Flasche verkorkt.

Unsinn! Sicher nicht.

Sie finden bei mir auch kein Gift. Durchsuchen Sie mein Zimmer!

Wir sind schon dabei.

Bis jetzt nix.

Aber was is das?

Das ist mein Aromafläschchen-Set. Langsam ist es genug!

Darf i reinschauen?

Bitte schön!

Pfirsich.

Das sind Hilfsmittel, um die Duftnoten von Weinen zu beschreiben.

Petrol!

Na prost!

Sie sind Herrn Kempens Assistentin. Wo waren Sie, als es passiert ist?

In der Nähe der Bühne.

Herr Kempen wollte, dass ich nach der Preisverleihung Bestellungen aufnehme

Haben Sie etwas bemerkt?

Nein.

Wie geht's denn dem Bellbleu? Kommt er durch?

Hoffentlich.

Hab ich mir am Flughafen gekauft.

Wollen S' die Rechnung sehen?

Es war eine Vergiftung. Der Bellbleu hat Glück g'habt.

Wir haben ihn g'rad noch erwischt.

Botulinum. Ein starkes Nervengift aus Pilzsporen.

Wird in der Medizin eingesetzt, um gezielt Nerven ruhig zu stellen.

Was ist mit den Gläsern und den anderen Flaschen?

Das dauert noch.

Und der Korken?

Es war der Original-Korken.

Der Kempen hat vor ein paar Monaten ein Weingut vom Bellbleu übernommen.

"Chateau Clairchapelle"

Und?

Es war eine feindliche Übernahme.

Zuerst hat der Kempen versucht, uns die Absatzmöglichkeiten zu nehmen.

Das geht über seine Weinhandelskette sehr gut. Wir hatten einen Vertrag.

Dann hat er die Banken nervös gemacht.

Er hat gemeint, er kann "Chateau Clairchapelle" auffangen.

Ich gebe zu, ich hatte einen finanziellen Engpass.

Der Umbau, das schlechte Weinjahr.

Er wollte unbedingt ein Weingut in Bordeaux.

Also hat er sich so billig wie möglich eines beschafft.

Jetzt will er mich auch umbringen!

Welchen Grund hätte er? Er besitzt Chateau Clairchapelle bereits.

Weil ich gewonnen habe!

Das konnte er nicht wissen.

Die Kuverts wurden erst auf der Bühne geöffnet.

Er kann aber nicht verlieren!

Übrigens hat er seine "Methoden". Auch was Jury-Entscheidungen angeht.

Ich werde seine Machenschaften veröffentlichen. Das weiß er.

Ganz schön aggressiv, wie der Hohenfels den Kempen angegangen ist!

Mir ist der Name gleich so bekannt vorgekommen.

Er ist einer der Söhne von diesem berühmten Von Hohenfels.

Er war das schwarze Schaf der Familie.

Er wurde angezeigt wegen Drogenkonsums und Randalieren.

Und wegen schwerer Körperverletzung.

Aber das ist lange her. Seine Familie hat ihn mit dem Weingut abgefunden.

Woher wissen Sie das?

Eine Cousine von mir ist mit dem Schwiegervater vom Onkel ...

Gnade, bitte!

Jedenfalls hat ihn die Arbeit auf dem Weingut völlig verändert.

Er ist ein erfolgreicher Winzer geworden. Richtig besessen!

Das riecht ausgezeichnet!

Entschuldigen Sie, ein Gast möchte Sie sprechen. Ein Herr Kempen.

Mmmh!

Wunderbares Lokal!

Ich würde mich freuen, wenn mein "Lori Hills" hier serviert würde.

Die Polizei hat alle Flaschen geöffnet.

Sagen wir - die Hälfte des normalen Preises?

Na ja ...

Also gut: ein Viertel vom Normalpreis. Weil Sie es sind.

Ich habe erfahren, dass die charmante Polizeibeamtin Ihre Tochter ist.

Gratuliere. Sie leitet sicher die Untersuchung.

Also, was sagen Sie?

Na ja ...

* Die Gräfin räuspert sich. *

Entschuldigen Sie!

Sie werden doch dem Kempen keinen Wein abkaufen?

Was ist, wenn der auch irgendwie ...?

Aber geh! Das Team von der Doktor Haller hat alle Flaschen untersucht.

Ich verkauf den Wein glasweise. Ich krieg ihn so günstig!

So kenn ich Sie nicht! Bei Ihnen steht immer zuerst die Qualität!

Ja, sowieso! Aber diesen Wein zu diesem Preis nicht zu kaufen!

Da müsste man beklopft sein.

Natürlich hab ich gewusst, dass Kempen Clairchapelle übernommen hat.

Aber in den letzten Jahren wurden einige Bordeaux-Weingüter übernommen.

Man hat sich verspekuliert!

Der Bellbleu wollte die Methoden vom Kempen veröffentlichen.

Chemische Zerlegung, Aromen-Aufbesserung.

Ich glaube nicht, dass ihm jemand zugehört hätte.

Außerdem: Technik und Weinbau sind keine Gegensätze.

Ihre Artikel sind ja wahre Hymnen auf den Herrn Kempen.

Woher kennen Sie meine Artikel?

Seine Mutter stammt aus einer Winzerfamilie in der Südsteiermark.

Bei diesen industriellen Methoden kommen die Kleinen unter die Räder.

Wer weiß schon, was er trinkt?

Sie haben die Italiener vor meinem Übernahmeversuch gewarnt.

Dafür gibt es Beweise.

Betriebs-Spionage, Sabotage, Betrug.

Wahrscheinlich haben Sie dafür ganz schön abkassiert.

Ich hab genug von Ihren Methoden.

Legen Sie sich nicht mit mir an!

Ein Fingerschnipser von mir hat gereicht, ...

.. und die Winter-Weine waren aus allen Regalen verschwunden.

Lassen Sie endlich meine Familie aus dem Spiel!

Unsere Frau Winter ist sehr tüchtig.

Ja.

Kempen hat von Ihnen verlangt, dass er gewinnt.

So ein Unsinn!

Er hat Sie an Ihre australischen Luxusreisen erinnert.

Nicht gut für einen "unbestechlichen" Weinpapst.

Wieso sollte ich Bellbleu vergiften?

Weil er die Machenschaften vom Kempen offen legen wollte.

Damit wären Sie auch ruiniert.

Ich bin ein unabhängiger Autor und Journalist!

Herr Kempen hat mich eingeladen, um mir seinen Betrieb vorzustellen.

Andere Winzer tun das auch.

Knöpfen Sie sich lieber diesen Hohenfels vor!

Mit welch einer Wut der auf den Herrn Kempen los ist! Unglaublich!

Herr Hohenfels, wir kennen Ihre Vergangenheit.

Wenn meine Kollegin nicht dazwischengegangen wäre ...

Bei dem Streit ging es um die Helga.

Und meine Vergangenheit ist schon längst verjährt!

Was ist mit dieser Helga Mayer?

Die Helga war eine ausgezeichnete Mitarbeiterin von mir.

Sie hat mir sehr viel bedeutet.

Der Kempen hat ihr dann ein verlockendes Angebot gemacht.

Sie ist nach Australien gegangen ...

Er hat sie in Drogenkreise gebracht. Sie ist in Sydney verschwunden.

Kann's sein, dass es den Falschen erwischt hat?

Ich geb ja zu, dass mich der zur Weißglut gebracht hat!

Aber deswegen vergiftet man niemanden!

Was der macht, hat mit Weinbau und Natur nichts mehr zu tun!

Das ist reine Getränke-Industrie!

Mit Millionen-Marketing redet er den Leuten ein,dass er Spitzenweine macht

Die feindliche Übernahme der Weingüter, seine Geschäftsgebarung!

Haben Sie schon etwas von Fraktionierung gehört?

Der Wein wird in seine Bestandteile zerlegt und neu zusammengebaut.

Jeder Jahrgang schmeckt gleich! Das ist ja widerlich!

Aber sein Cabernet hat's doch bis ins Finale geschafft.

Er macht einen guten Wein und verkauft Millionen Liter miserablen!

Bitte verlassen Sie Kitzbühel in den nächsten Tagen nicht!

Ja.

Sie haben einen guten Instinkt.

Das Glas, aus dem Bellbleu getrunken hat, war mit Gift präpariert.

Aber der Wein in der Flasche war ebenfalls vergiftet?

Ja. Warum vergiftet der Täter das Glas und den Wein?

Das ist die Frage!

Ein Glas vergiftet man, ...

.. wenn man sicher sein will, dass es jemand Bestimmten erwischt.

Vielleicht hat Friedrich den Kempen schon vorher informiert, ...

.. dass der Bellbleu gewonnen hat.

Das bestreitet er.

Die Aussagen der anderen beiden Jury-Mitglieder stimmen überein:

Der Friedrich hat den Kempen gelobt, aber sie haben für Bellbleu gestimmt

Das würde bedeuten, dass der Mord- anschlag dem Kempen gegolten hat.

Wenn das so is, dann gibt's mehrere Motive.

Der Friedrich wollte nicht länger vom Kempen abhängig sein.

Der Hohenfels hasst ihn wegen der Drogensache mit seiner Exfreundin.

Und der Bellbleu verzeiht ihm die Übernahme von seinem Weingut nie.

Vielleicht war das mit dem Gift in der Weinflasche ein Ablenkungsmanöver

Du meinst, der Kempen wollte damit von sich ablenken?

Genau.

Er hat gewartet, bis der Bellbleu getrunken hat.

Dann hat er das Gift in seine eigene Weinflasche getan. Das macht Sinn.

Dumping-Preise?

Was kann ich dafür, wenn die Chilenen ihren alten Wein nicht anbringen?

Ich kauf ihn wenigstens.

Aufbereitet wird daraus ein ordentlicher Trinkwein.

Der dann fraktioniert und als australischer Cuvée verkauft wird.

Ich geh schlafen. Gute Nacht!

Bleiben Sie hier, Annemarie!

Bleiben Sie, Sie sind im Dienst! Ich bezahle Sie!

Weinbauer, komm her! Hier kannst du was lernen.

Von Ihnen kann ich sicher nichts mehr lernen.

Vielleicht hat er was vor mit der Annemarie.

Er hat's ja mit Assistentinnen, Mitarbeiterinnen und so.

Du pass auf!!!

Ho ho ho!

Gut, dass wenigstens du weißt, wer dich bezahlt.

Ich lass mir deine Frechheit nicht länger gefallen!

Mich bezahlt niemand.

Das könnte schon bald der Fall sein.

Wenn ich will, dann druckt deinen Weinführer keiner mehr.

Die Inserate kannst du auch vergessen

Hör mir zu: Ich kann auch anders!

Sie haben nichts gehört!

Bellbleu?

Wo sind Sie?

Bellbleu?

Soll das ein Witz sein?

Ist Herr Kempen schon zum Pool gegangen?

Er hat mir eine Nachricht geschickt.

Der ist vor wenigen Minuten gegangen.

Sieht aus, als wäre er unter Wasser gedrückt worden.

Es gibt Druckspuren an den Schultern und am Rücken.

Aber ich kann einen Unfall noch nicht ausschließen.

Wir haben einiges getrunken. Ich bin gegangen, er wollte noch austrinken.

Ich war im Zimmer, da hat er eine SMS geschickt, ich soll zum Pool kommen.

Darf ich die sehen?

Die SMS stammt eindeutig von ihm?

Sicher, ich kenn ja seine Nummer.

Der Barkeeper sagt, dass Sie einen heftigen Streit mit Kempen hatten.

Worum ist es dabei gegangen?

Das hat der Barkeeper falsch verstanden. Wir haben nur diskutiert.

Blödsinn! Der Kempen hat Sie provoziert, Sie sind aufgesprungen.

Er hat eine SMS bekommen und ist gegangen.

Aber er hat mir doch eine geschickt!

Das Handy war draußen im Gebüsch.

Der Kempen hat genau so eines!

Glaubst, i kenn mi ned aus mit der Technik?

Geh, Kroisi!

Der Hohenfels ist vorbeigekommen!

Der hätte die Kraft, einen Mann unter Wasser zu drücken.

Wie oft soll ich Ihnen das noch erklären? Ich war im Badezimmer!

Sie haben den Kempen an der Bar getroffen.

Er hat Ihren wunden Punkt erwischt: Ihre Freundin Helga.

Da wollten Sie auf ihn losgehen.

Bin ich aber nicht! Ich lass mich von dem nicht mehr provozieren!

Der Herr Kempen wird Sie sicher nicht mehr provozieren.

Wo haben Sie das Wertkartentelefon gekauft?

Was für ein Telefon?

Er hat eine SMS bekommen – von einem unregistrierten Wertkartenhandy.

Das ist doch lächerlich!

Finde ich nicht.

Auf die Minute genau lässt sich der Todeszeitpunkt nicht feststellen.

Ich kann nicht sagen, ...

.. ob das SMS an den Friedrich vor oder nach Kempens Tod gesendet wurde.

Gibt's keine anderen Methoden?

Wie wär's mit zusätzlichen Indizien? Leider war seine Uhr wasserfest.

1,3 Promille Alkohol. Schlaftabletten?

Ja.

Herr Bellbleu! Ich dachte, Sie sind noch im Krankenhaus.

Nein. Danke, mir geht's gut. Frau Winter hat mich abgeholt.

Aha, und wann?

Gestern um fünf.

Dann haben Sie Herrn Kempen per SMS zum Pool bestellt.

Nein, hab ich nicht. Bitte sehen Sie nach!

Das haben Sie mit einem nicht regis- trierten Wertkartenhandy gemacht.

Ich hab kein Wertkartenhandy.

Wo waren Sie gestern Nacht um etwa ein Uhr?

Ich hab geschlafen. Und Sie?

Grüß Gott, Herr Magreid. Ich such die Annemarie Winter.

Die ist hinten im Lager.

Danke.

Noch fünf Kisten.

Ah, der Herr Lechner!

Was kann ich für Sie tun?

Warum haben Sie den Bellbleu vom Krankenhaus abgeholt?

Er hat mir leid getan, drum hab ich ihn besucht.

Dann wollt er halt mit.

Haben Sie in Kitzbühel schon was anderes gesehen?

Ich mein, außer dem Weinlager und dem Hotel.

Nein.

Das Verhältnis vom Kempen zum Friedrich ist sehr gespannt.

Aber ein Geschäftsmann wie er hat nun mal viele Feinde.

Sie kommen doch von einem kleinen Weingut, oder?

Aus der Südsteiermark, ja.

Meine Mutter stammt auch aus einer südsteirischen Winzerfamilie.

Wirklich?

Fraktionierung und das Klumpert ist nur etwas für die ganz Großen.

Die machen mit ihren Billigpreisen die Kleinen kaputt.

Waren Sie mit den Methoden vom Kempen einverstanden?

Ich bin nach Australien gegangen, um dazuzulernen.

Mir gefällt nicht alles, aber bei der Weinvermarktung war Kempen der Beste.

Sein Gespür für Trends ist legendär.

Und jetzt – Zeit, dass ich wieder nach Hause komm.

Schauen Sie! Er war im Lager.

"Eine Million Euro, sonst geht es weiter."

Bei Magreid haben drei vergiftete Flaschen ein rotes X.

Im Keller auch noch.

Wie, jetzt?

Sicher ist sicher.

Es war das gleiche Gift wie bei der Weinverkostung: Botulinum.

Aber geringer dosiert.

Die Stichproben bei allen anderen Weinen waren negativ.

Schade um den guten Wein.

Vorsicht, bitte!

Riechen tun sie gut, aber komischerweise alle ähnlich.

Die riechen ned ähnlich, sondern gleich.

Kann's sein, dass in allen Flaschen der gleiche Wein ist?

Das hab ich nicht analysiert.

Was passiert, wenn ich einen ganz kleinen Schluck kost?

Da möchte ich dringend abraten!

I hab a bessere Idee.

Wenn ihr mich fragt: In allen ist der Cabernet Sauvignon vom Hohenfels.

Ich werde es trotzdem noch wissenschaftlich überprüfen.

Bitte.

Es ist kein Problem, einen anderen Wein in eine neue Flasche zu füllen.

Man verkorkt sie neu und verwendet eine neue Schrumpfkapsel.

Vorausgesetzt, man kennt sich aus.

Sie waren heute Vormittag in der Weinhandlung.

Ja. Ich habe mit Herrn Magreid über meinen Cabernet gesprochen.

Er hat nur noch wenige Flaschen.

Sie haben ein Mobiltelefon mit unregistrierter Wertkarte gekauft.

Damit haben Sie Herrn Kempen zum Pool bestellt.

Ich war das nicht!

Aber Ihr Name!

Sie haben die Trophäe zwar mit dem kleinen Weingut Ihrer Frau gewonnen.

Chateau Clairchapelle gehörte aber seit Generationen Ihrer Familie.

So etwas verliert man nicht gerne.

Darum vergifte ich mich selbst?

Machen wir uns nichts vor!

Die Leute wollen bessere Weine zu einem günstigen Preis.

Sie fragen nicht viel, wie die Weine entstanden sind.

Mir schmeckt im Zweifelsfall das Natürliche immer am besten.

Wenn jemand versteht, mit dem Produkt umzugehen.

Und ein Winzer ist mir lieber als ein Industrieller.

Annemarie Winter scheint das ähnlich zu sehen.

Sie hatte in letzter Zeit mit ihrem Chef massive Auseinandersetzungen.

Sie soll ein italienisches Weingut vor einer Übernahme gewarnt haben.

Sie haben Kempen widersprochen.

Sie haben ihn dafür gehasst, dass er so viele Weingüter aufgekauft hat.

Auch die Art und Weise, wie er Wein machte, haben Sie nicht geschätzt.

Sie haben ihn kritisiert.

Er hat Ihnen gedroht, das Weingut Ihrer Familie zu ruinieren.

Sie kannten ihn. Sie wussten, was ihm zuzutrauen war.

Deshalb haben Sie auf die perfekte Gelegenheit gewartet.

Einige Winzer mit einem starken Motiv kamen zur Trophée.

Als Sie das erfahren haben, haben Sie die Gelegenheit genutzt.

Der Kempen hat Exklusivverträge mit den Winzern abgeschlossen.

Die dürfen in gewissen Regionen nur mehr ab Hof verkaufen.

Das ganze Geschäft mit dem Handel musste über den Kempen gehen.

Er hat Sie in der Hand g'habt.

Du kennst mich: Ich hab der Annemarie Winter nicht schaden wollen.

Aber der Kempen hat mich persönlich angerufen.

Er hat die Winter-Weine gestrichen und du hast es akzeptiert.

Ich bin nur der Generalvertreter.

Ich kann nicht entscheiden, welche Weine er im Programm haben will.

Die Annemarie hat gesagt, das ist ihr egal.

Außerdem werde ich ihr Weingut sicher wieder ins Programm aufnehmen.

Das heißt, wenn ihr Vertrag mit dem Weinhaus Kempen ausläuft.

Natürlich waren wir nicht immer einer Meinung.

Herr Kempen war sehr temperamentvoll.

Eine raue Schale und ein weicher Kern. Ich mochte ihn.

Wir kamen gut miteinander aus.

Ich glaube, er war auch mit meiner Arbeit recht zufrieden.

Ihre Familie hat einen Exklusiv-Vertrag mit ihm.

Er hat dafür gesorgt,dass Ihre Weine aus den Regalen verschwunden sind.

Wenn der Wein nicht vertrieben wird, können wir den Vertrag kündigen.

Außerdem musste er immer Recht haben.

Es war nur ein Machtspielchen. Er hätte das bald rückgängig gemacht.

So war er eben.

Der Irre, der den Wein vergiftet, ...

.. hat wahrscheinlich auch den armen Kempen auf dem Gewissen.

Ja, so ein Irrer wäre praktisch.

Ich verstehe, dass Sie sich Sorgen um das Familiengut machen.

Da geht's nicht ums Materielle.

Geht es um einen Südsteirer-Bonus?

Oder spielen wir "Guter Cop – böser Cop"?

Oder gibt es noch eine dritte Möglichkeit?

Wieso? I bin der Gute.

Aha.

Kann ich Ihnen noch irgendwie helfen?

Es sind viel weniger Leute gekommen als sonst.

Vielleicht hätten Sie die Verkostung doch verschieben sollen.

In zwei Wochen ist Gras über die Sache gewachsen.

Das mit der SMS ist eigenartig.

Dem Bellbleu hat es offenbar nicht gereicht, gewonnen zu haben.

Herr Bellbleu!

Oh!

Schönen guten Abend!

Guten Abend! Ich hoffe, Sie fragen nicht schon wieder nach dem Telefon.

Ich hätte damit nicht angefangen, aber wenn Sie etwas zu sagen haben!

Nein! Außer, dass dieser Wein grauenhaft ist.

Da wir aus der gleichen Gegend kommen, kennen Sie das ja.

Ich würd gern den Zweigelt probieren. Und Sie?

Gern.

Besuchen Sie mich im Weinviertel! Ich hab auch sehr schöne Weine.

Bei einem Haubenkoch bin ich mit dem Preis ein bissel kulant.

Liebend gern.

Was mich schon lange interessiert:

Die Margarethe ist doch die Cousine von Ihrer Großtante?

Ja, aber die ist leider schon tot.

Was Sie nicht sagen!

Es war entsetzlich! Ein Reitunfall in Argentinien.

Das ist ja schrecklich!

Bitte entschuldigen Sie mich kurz!

Kommen Sie her! Das ist komisch, da ist kein Duft drin.

Das ist wirklich komisch. Das ist eines von diesen Aroma-Fläschchen.

Ein Glück, dass Sie so schnell haben kommen können.

Ich kenne jemand, der findet das nicht so besonders.

Es ist nicht immer leicht, den Beruf mit dem Privatleben zu vereinbaren.

Wie haben Sie das Botulinum so schnell nachweisen können?

Wenn man mit der Zungenspitze eine winzige Menge berührt, wird sie taub.

Es ist keine wissenschaftliche Methode.

Die Karin ist im Hotel vom Friedrich

Das Giftfläschchen schaut so aus wie seine Aroma-Fläschchen.

Ich fahr sofort hin. Servus!

Danke, dass Sie das so unauffällig gemacht haben!

Das riecht eindeutig nach Weichsel.

Das riecht nach gar nix. Das nächste Fläschchen mit Gift.

Ja, damit sind wir vermutlich beim dritten Fläschchen.

Meine Zunge ist noch ein wenig taub.

Soll ich?

Nein, lieber ned.

Ich fahr sofort ins Labor. Wir brauchen einen amtlichen Beweis.

Du kriegst das Ergebnis in einer guten halben Stunde.

Sonst dürfte es auch keine Stahltanks und keine Bentonitschönung geben!

Und keine Säure-Reduktion! Hauptsache, das Endprodukt passt!

Sie sind vorläufig festgenommen.

Wegen des Verdachts auf Mord und Mordversuch.

Hehe, das ist gut!

Wir haben in vier Ihrer Aromafläschchen Botulinum gefunden.

Was?

Vielleicht wollte man mich auch vergiften.

Das ist doch Schwachsinn!

Sie können gern einen Wirbel machen – oder Sie kommen unauffällig mit.

Ist alles in Ordnung?

Darf ich Ihnen ein Glas von dem köstlichen Cuvée anbieten?

Tut mir leid.

Du kannst später mit deiner Südsteirerin weiterflirten.

Obwohl ich nicht verstehe, was du an ihr findest.

Sie verwendet zu viel Parfum.

Das Fläschchen war auf den Kartons, die morgen ausgeliefert werden.

Ziemlich auffällig!

Es tut mir in der Seele weh! Niemand will diesen Wein trinken.

Hat der Friedrich gestanden?

Nein.

Ah, das ist ein Geruch! Rotwein-Sauce Demi Glace!

Mir geht ein anderer Duft nicht aus dem Kopf.

Du hast doch so eine gute Nase.

Die ich nie in eure Angelegenheiten stecken soll!

Wir machen eine Ausnahme. Das Parfum von der Annemarie Winter ...

Was ist das für ein Duft? Kannst dich erinnern?

Natürlich! Ich erinner mich an jeden Duft, der in meiner Küche vorkommt.

Lemongrass.

Kannst du wissenschaftlich überprüfen

Genau das is es!

Die Winter hatte im Zimmer eine originalverpackte Flasche "Chanel 5"

Ich hab mir gedacht, dieser Duft passt ned zu ihr.

Gestern hat sie ein anderes Parfum verwendet: Lemongrass.

Lemongrass und Chanel Nummer 5 sind zwei völlig verschiedene Noten.

Keine Frau der Welt würde diese beiden Düfte verwenden.

Weißt du, wovon sie redet?

Von der Annemarie Winter.

Vielleicht hat sie nur bemerkt, dass das Parfum ned zu ihr passt.

Man weiß, wie Chanel Nr. 5 riecht.

So ein Parfum ist leichter original zu verpacken als Wein.

Außerdem hat sie ein Motiv:

Der Kempen hat die Weine ihrer Familie auslisten lassen.

Der Friedrich hat mir erzählt, ...

.. dass der Kempen und die Winter sich nicht so gut verstanden haben.

Sie hat sogar Weingüter gewarnt, die er übernehmen wollte.

Warum erzählst du uns das nicht?

Ihr wart schon beleidigt, als der Friedrich überhaupt bei mir war.

Vielen Dank. Auf Wiederhören.

Das war der Bruder von der Winter. Die Bank setzt ihnen ordentlich zu.

Der Kreditschutzverband hat sich nach der Firma Winter erkundigt.

Ich hab noch was Besseres.

Das italienische Weingut, für das sich der Kempen interessiert hat:

Die Übernahme ist gescheitert, weil die einen Tipp bekommen haben.

Rat einmal, von wem!

Der Bruder hat mir g'sagt, dass sie immer in Kontakt zueinander stehen.

Wenn der ihr sagt, dass i ang'rufen hab!

Das Parfum ist weg.

Also war das Gift im Glas doch für den Kempen.

Es erwischt den Bellbleu, und sie muss es noch einmal versuchen.

Die Gelegenheit war günstig. Kempen war ziemlich betrunken.

Und er hatte Streit mit dem Hohenfels und dem Friedrich.

Mit dem Bellbleu hat sie noch einen Verdächtigen aus dem Spital geholt.

Dann bekommt sie heraus, dass sie selber unter Verdacht steht.

Und sie inszeniert diese Erpressungsgeschichte.

Was hat der Vater g'sagt? Die Truppe ist immer an denselben Orten.

Die Weinhandlung!

Großfahndung nach der Winter und ein Auto zur Weinhandlung Magreid!

Ist die Frau Winter da?

Frau Winter, bleiben Sie stehen!

Stehen bleiben!

Frau Winter!

Lassen Sie mich!

Ich hab doch nicht zusehen können, wie der Kempen alles kaputt macht!

Nicht wegen mir! Aber mein Vater, mein Bruder, unser Weingut!

Gerade Sie müssen das verstehen.

Kempen kam drauf, dass Sie andere Weingüter vor der Übernahme warnten.

Er wollte meine Familie vernichten.

Sie haben auf den richtigen Zeitpunkt gewartet, ...

.. damit der Verdacht auf möglichst viele Personen fällt.

Woher hatten Sie das Botulinum?

Das war ein Kinderspiel! Das Weingut Lori Hill ist ein einziges Labor!

Sie wollten es dem Friedrich unterjubeln.

Um den wär's nicht schad gewesen.

Und um den Kempen ...

Eines sag ich Ihnen:

Leid tut's mir nicht.

Schon recht. Kommen S' mit.

Dürfen wir jemanden wie sie verstehen?

Wir dürfen den Mord nicht akzeptieren.

Es gibt sie doch noch – die schönen Seiten des Lebens!

Das ist jedenfalls garantiert nicht der "Star" vom Kempen.

Ah, das ist ein Genuss!

Erzählt! Wie war das mit dem vergifteten Weinglas und der Flasche?

Annemarie Winter wollte nicht, dass jemand anderer zu Schaden kommt.

Also hat sie das Glas vergiftet und vor den Kempen gestellt.

Dass der Kempen sein Glas dem Bellbleu gibt, war Pech.

Sie gibt das Gift in Kempens Flasche - so sind viele Personen verdächtig.

Aber sie macht einen Fehler: Sie drückt den Korken wieder drauf.

Hab ich doch Recht gehabt! Es geht nichts über eine feine Spürnase!

Untertitel: Sabine Schinhan ORF-Enterprise 2007

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