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SOKO Kitzbühel - Tödliche Wanderung mit TELETEXT-Untertiteln
*
*
*
mit TELETEXT-Untertiteln
* Spannende Musik *
*
* Angst machende Geräusche *
*
* Sie keucht. *
*
* Applaus *
(Alle:) Bravo!
Meine verehrten Damen und Herren!
Wie Sie soeben erlebten, präsentieren wir Ihnen ...
.. das aktuelle Horrorwerk Richters auf eine etwas andere Weise.
Mehr als vier Jahre mussten Sie auf den neuen Roman ...
.. unseres Erfolgsautors Hartmut Richters warten.
Jetzt ist es endlich soweit!
Sein neues Werk "Spurlos" wird in Kürze im Urban-Verlag erscheinen.
Ich möchte Ihnen nun die beiden Personen vorstellen, ...
.. die maßgeblich an Richters Erfolg beteiligt waren:
Seine Übersetzerin Barbara Ertl, die die Romane ins Englische übersetzt.
Und seine Entdeckerin Tina Wolf, ...
.. die ihn von Anfang an als Lektorin betreut hat.
Frau Wolf wird in Kürze zu uns stoßen.
Meine verehrten Damen und Herren!
Ich wünsche Ihnen viel Spannung und gute Unterhaltung!
"Jakob Rettenbacher kämpft sich durch den tief verschneiten Winterwald."
"Schnee fällt ihm von den Ästen ins Gesicht."
"Endlich - der Eingang der Höhle."
"Er blickt sich mehrmals um."
"Ist ihm auch sicher keiner gefolgt?"
"Irgendetwas stimmt nicht."
"Beobachtet ihn jemand?"
"Ein kalter Schauer läuft ihm über den Rücken."
"Kauert da nicht jemand in der finsteren Ecke?"
"Nur noch wenige Schritte."
"Seine Hand zittert."
Eine Leiche!
Was? - Da drüben!
Tina Wolf.
Schaut euch genau um! Wir suchen einen dickeren Gegenstand.
Servus!
Hier sollte nur der neue Roman von Hartmut Richter vorgestellt werden.
Doch dann gab es plötzlich eine echte Leiche.
Christoph Schrammel, der Schau- spieler, hat die Leiche entdeckt.
Bei der Toten handelt es sich um Tina Wolf.
Sie hat als Lektorin im Verlag von dem Urban gearbeitet.
Find alles über sie raus!
Red bitte mit dem Schrammel!
Gut.
Servas! Die Frau ist mit einem stum- pfen Gegenstand erschlagen worden.
Vermutlich ein dickerer Ast oder ein Stock.
Vor etwa zwei bis vier Stunden.
Und die Frau ist ned hier in der Höhle ermordet worden.
Wir haben am frühen Abend noch über ein neues Projekt gesprochen.
Herr Urban, wie war Ihr Verhältnis zur Frau Wolf?
Sie hat acht Jahre für mich als Lektorin gearbeitet.
Ein großer Verlust. Auch für die Firma.
Wer hat diese Wanderung geplant?
Frau Wolf und Herr Richter.
Dabei haben sie sich an die Schauplätze des Romans gehalten.
Wer außer Ihnen hat den Roman und die Wanderroute noch gekannt?
Herr Schrammel ...
.. und meine Übersetzerin Barbara Ertl.
Sonst noch jemand?
Nein. Wir vier haben mit Frau Wolf zusammen die Präsentation vorbereitet
Auch niemand aus dem Büro? - Nein.
Sie wissen, was das heißt?
Einer von uns ist der Mörder.
Die Tina hat mich entdeckt und gefördert.
Ich hab den ganzen Abend versucht, sie zu erreichen.
Aber sie muss zu diesem Zeitpunkt schon tot gewesen sein.
Frau Ertl, wie gut haben Sie Frau Wolf gekannt?
Wie man Kollegen halt so kennt.
Mal ein Meeting, mal ein Gedankenaustausch, mehr nicht.
Das heißt, Sie haben keinen konkreten Verdacht.
Nein.
Hartmut Richter hat all seine Romane im Urban-Verlag veröffentlicht.
Er ist das Zugpferd des Verlages.
Mit 600.000 Stück Auflage ist er ein richtiger Star-Autor.
In seinem Alter - Respekt!
Und die Tina Wolf hat ihn entdeckt, in einer Literaturzeitschrift, ...
.. und ihn dann für den Urban-Verlag engagiert.
Kroisleitner, besorg uns bitte den neuen Roman vom Hartmut Richter!
Vielleicht gibt's da Parallelen.
Was hat der Schrammel noch g'sagt?
Er hat gestern Nachmittag in der Höhle die Präsentation vorbereitet.
Um etwa 15 Uhr 30 ist er nach Kitzbühel zurückgefahren.
Der Täter muss den Zeitablauf der Vorbereitungsarbeiten gekannt haben.
Die Tina Wolf hat gestern Nachmittag noch mit dem Richter telefoniert.
Und sie hat letzte Woche mehrmals mit dem Urban telefoniert.
Der Urban ist ihr Chef.
Und die Barbara Ertl hat in den letzten zwei Wochen ...
.. cirka 20 Mal die Tina Wolf angerufen.
Dann werden wir sie jetzt fragen, was sie am Telefon besprochen haben.
Kroisleitner! Kompletter Systemabsturz!
Schau einmal!
Was soll i no alles tun?!
Sie haben am Nachmittag noch mit ihr telefoniert, Herr Richter.
Ja, wir haben die letzten Details für die Präsentation geklärt.
Sie haben ja auch mit der Frau Wolf telefoniert.
Tja, und? Das ist doch noch kein Verbrechen.
Sie haben sie mindestens 20 Mal angerufen. Warum?
Ich hab ihr gesagt, sie soll die Finger von Hartmut lassen.
Die beiden waren mal zusammen.
Und sie hat sich eingeredet, dass Hartmut sie noch liebt.
Jetzt steht Ihnen beiden ja nichts mehr im Weg.
Warum haben Sie sich von Frau Wolf getrennt?
Wir haben uns auseinander gelebt.
Die Tina war krank vor Eifersucht.
Sie hat mir ständig nachspioniert.
Bis es mir dann zu viel wurde.
Und dann hab ich die Barbara kennen gelernt.
Herr Schrammel, bitte nehmen Sie Platz!
Danke.
Ich habe schon öfter für Herrn Urban gearbeitet.
Lesungen, Inszenierungen.
Und bei der Gelegenheit hab ich auch Frau Wolf kennen gelernt.
Wie war Ihr Verhältnis zur Frau Wolf?
Unsere Beziehung war rein beruflich.
Wir haben uns zu ein paar Besprechungen getroffen.
Tina Wolf war eine aparte Frau, leider ein bisschen emotional.
Sie hat dem Richter einige Szenen gemacht.
Sie haben doch die Szene inszeniert, die der Mörder nachgestellt hat.
Diese Szene kannten die Ertl, der Richter und der Urban auch.
Es gibt keinen Grund, mich zu verdächtigen.
Da haben Sie Recht, Herr Schrammel. Nicht einen, drei!
Sie hatten die Zeit und die Informationen.
Aber ich habe kein Motiv. - Noch nicht.
Schauen Sie sich lieber diese Ertl mal genauer an!
Die hat die Wolf nicht leiden können. - Das wissen wir schon. Danke!
Horror-Romane - eine horrible Art Literatur!
Da lob ich mir die alten Krimis.
Hercule Poirot hat noch verstanden, gut zu essen.
Die ersten 3 Romane vom Richter sind bei den Kritikern sehr gut angekommen
Der Mord wird auch zu seiner Publicity beitragen.
Der kommt dem Verlag sehr gelegen.
Das sind zwei Prachtstücke. - Gefüllte Bauernente!
Schaut von außen ganz normal aus, aber der Schein trügt.
Das Kunstwerk ist nämlich das Innenleben.
Hamma heut wieder Sprücherl-Tag, hm?
Ich muss los. Baba!
Bleib doch wenigstens noch bis ...
Ach!
Gefüllt sind sie. Nähen!
Also, wenn dieser Mord inszeniert war, ...
.. bleibt es nicht bei dem einen.
Das sagt mir mein kriminalistischer Instinkt.
Gräfin, Sie haben doch eine Nah-Beziehung zum Urban-Verlag.
Sie meinen, ich könnte ... - Natürlich!
Als treuer Richter-Fan.
Voilà! Der Vorabdruck!
Bereit?
Am Kopf und im Gesicht hat die Tote Rissquetschwunden.
Und sie hat mehrere Schädelbrüche.
Da hat jemand mit ganzer Kraft auf sie eingeschlagen.
Der Ast, den ihr gefunden habt, ist die Mordwaffe.
Gibt es sonst noch Hinweise?
Vermutlich.
Außer dem Blut haben wir noch andere Partikeln auf dem Holz gefunden.
Die muss ich aber erst noch im Labor analysieren.
Ich bitte darum.
Keiner der Verdächtigen hat ein Alibi.
Weil sie zur Tatzeit alle gearbeitet haben. Wie die Wahnsinnigen!
Die Haushälterin vom Urban und die Wolf haben gestern ...
.. nach der Besprechung gleichzeitig die Villa vom Urban verlassen.
So gegen 18 Uhr 30. Die Wolf ist dann zur Höhle hinaufgefahren.
Sie wollte überprüfen, ob für die Präsentation alles in Ordnung ist.
Wer hat davon gewusst?
Der Urban wahrscheinlich.
Und die Ertl.
Keiner der vier Verdächtigen hat ein Alibi.
So kann sich der Mörder hinter den anderen drei verstecken.
Mit den besten Empfehlungen vom Urban-Verlag!
Kleine Bett-Lektüre für dich, Kroisleitner. Viel Vergnügen!
Na ja, nach 20 Jahren wieder einmal eine aufregende Nacht!
Wenn mi was aufregt, dann san das eure dummen Sprüche!
*
Barbara, hast du was mit dem Mord zu tun?
Wer hat dir denn den Unsinn in den Kopf gesetzt?
Seit ihrem Tod hast du dich verändert.
Überrascht dich das?
Die Tina und ich waren ein eingespieltes Team.
Auf einmal?
Du hast mich angebettelt, dass ich sie dir vom Leib halten soll.
Sie hat's nicht anders verdient.
Die Frau Wolf hat ihre Expertisen über die eingelangten Manuskripte...
.. akribisch geordnet.
Aha, da schau her.
Da war wohl jemand in Urlaubsplanung und wollte dem Winter entfliehen.
Vielleicht nicht nur dem Winter.
Andreas! - Ja?
Schau dir das einmal an!
Na schau!
Bissl Urlaubsgeld, was?
Und da schau! Da ist ein Aufkleber vom Reisebüro.
Da wird sich gleich der Kroisleitner drum kümmern.
Danke schön!
Vergiss nicht! Mit meinen Verkaufs- zahlen hast du deinen Verlag saniert!
Ohne mich wärst du ein erfolgloser Autor!
Felix! Ich brauch die 70.000!
Ja, das sagst du mir jedes Mal!
Na gut! Du weißt, deine Konkurrenz rennt mir die Tür ein.
Dann hau doch ab! Aber denk immer daran:
In jedem anderen Verlag bist du einer unter vielen!
Differenzen?
Guten Morgen, Frau Kommissarin! Herr Richter wollte gerade gehen.
Er weiß, dass er mein bestes Pferd im Stall ist.
Das macht ihn etwas zu selbstsicher.
Die Wolf und der Richter hatten private Differenzen.
Gab's da bei der Arbeit nicht manchmal Probleme?
Ich hab ein Machtwort gesprochen, und beide Seiten haben eingelenkt.
Wir haben in Wolfs Wohnung 10.000 Euro gefunden.
Woher könnte das Geld stammen? - Keine Ahnung.
Sie war sehr sparsam.
War's das?
Schönen Tag noch!
Der Urban hat den Verlag vor 15 Jahren gegründet.
Er hat 40 Autoren unter Vertrag.
Er gilt in der Branche als beinharter Geschäftsmann.
Die Ertl ist Jahrgang 72.
Sie trinkt ned, raucht ned, keine Auffälligkeiten.
Seit fünf Jahren ist sie bei dem Verlag als Übersetzerin.
Und seit zwei Jahren ist sie mit dem Richter beisammen.
Die zwei wirken ja ganz glücklich.
Guten Morgen! - Guten Morgen!
War's aufregend, was?
Von wegen aufregend.
Des is ja kein Roman, des is a Schlachtfeld.
Das vierte Opfer wird übrigens wie die Wolf in einer Höhle g'funden.
Gibt's noch andere Anhaltspunkte?
Ja, vielleicht.
Was heißt "vielleicht"?
Ehrlich g'sagt, i weiß es ned.
Nach dem fünften Mord bin i eing'schlafen.
Und der ist auf Seite 53.
Weiterlesen!
Bei so viel Lesestoff freut man sich über einen langen Winter, was?
Eigentlich wollte ich mal Schriftstellerin werden.
Die enge Zusammenarbeit zwischen der Frau Wolf und dem Herrn Richter, ...
.. hat Sie die nicht nervös gemacht? - Wieso?
Gegen Frau Wolf als Lektorin war ja nichts zu sagen.
Sie und die Frau Wolf waren Rivalinnen.
Wissen Sie, wovon die meisten Romane handeln?
Von Mord und Totschlag? - Nein, von der echten Liebe.
Wenn es wahre Liebe ist, dann kommt niemand dazwischen.
Wenn dem so wäre, dann hätten wir die Hälfte aller Liebesromane ...
.. auch ned schreiben müssen.
Hartmut musste seine Texte immer überarbeiten, obwohl sie gut waren.
Sie hat ihre Stellung als Lektorin missbraucht.
Ich analysiere gerade die anderen Spuren auf der Tatwaffe.
Sie enthalten Anilinblau-Derivate.
Frau Doktor, was sind Anilinblau-Derivate?
Anilinblau-Derivate wie Tintenblau werden Füllfedertinten zugesetzt.
Das bringt uns aber ned weiter.
Doch. Vielleicht haben wir Glück, und es ist keine gewöhnliche Tinte.
Unser Täter hat eine Füllfeder benutzt.
Wenn wir also die Schreibgeräte der Verdächtigen beschlagnahmen, ...
.. dann könnte eine Tintenanalyse möglicherweise den Täter überführen.
Danke! Wiederschaun!
Servus!
Ich komm gerade von der Bank.
Die Tina Wolf hat sehr gut verdient.
Woher aber diese 10.000 Euro stammen, ...
.. geht aus den Kontobewegungen nicht hervor.
Und die Ertl hat einiges am Konto.
Kroisleitner! Neue literarische Erkenntnisse?
Nein, touristische. Ich war im Reisebüro.
Die Wolf hat sich eine Luxusreise nach Südafrika ...
.. für zwei Personen reservieren lassen.
Abflug in einem Monat, den Rückflug hat sie offen lassen.
Könnte auf eine Flucht hindeuten.
Sie wollte sich diese Woche entscheiden.
* Türglocke *
* Türglocke *
* Spannende Musik *
*
Guten Tag, Herr Richter!
Guten Tag!
Wir ...
Ich arbeite! Schreiben ist Arbeit, auch wenn es niemand wahrhaben will!
Mordermittlungen sind auch kein Freizeitvergnügen.
Und deswegen lassen Sie mein Schreibwerkzeug beschlagnahmen?
Was wollen Ihre Kollegen mit meiner Füllfeder?
Wussten Sie, dass Frau Wolf verreisen wollte?
Sie hat nie was davon erwähnt.
Sie hat zwei Tickets reserviert.
Ich glaube nicht, dass sie einen neuen Freund hatte.
Ich kann Ihnen leider nicht weiterhelfen.
Wir haben da eher an einen alten Freund gedacht.
* Spannende Musik *
Den hab ich vorhin hier gefunden.
Einfach so gefunden?
Es hat geklingelt, ich hab die Tür aufgemacht.
Da war niemand.
Haben Sie eine Ahnung, was dieser Totenkopf bedeuten soll?
In Richters neuem Roman ist der Totenkopf ein Warnzeichen.
Jedes der späteren Opfer bekommt einen zugeschickt.
Die meisten halten es für einen Scherz, bis dann ...
.. wirklich etwas passiert.
Ja.
* Kirchenglocke *
Morgen! - Guten Morgen!
Karin, mich beschäftigen zwei Dinge.
Warum hebt die Frau Ertl, laut Auskunft der Bank, 9.000 Euro ab?
Und warum kann man 9.000 Euro am Sparbuch haben?
So eine Summe hebt man nicht grundlos ab.
So ist es. Ich hätt's nicht einmal.
Und der Kollege Schrammel auch nicht
Seit einem Jahr läuft seine Karriere richtig schlecht.
Früher hat er nur Hauptrollen gespielt,
jetzt lebt er von Lesungen.
Magst einen Kaffee? - Gern.
Aber das ist kein Mordmotiv.
Zwischen ihm und der Wolf gab es wirklich nur berufliche Verbindungen
Bitte sehr.
Danke schön.
Dafür gab es wieder eine intensive Beziehung zwischen Richter und Wolf.
Sie haben sich in den letzten Wochen immer wieder privat getroffen.
Die Ertl muss gekocht haben.
* Handy *
Kroisleitner!
Mhm. Danke.
Der Schrammel, der Richter und die Ertl haben einen Totenkopf bekommen.
Abgesehen vom Totenkopf, ich bin wegen was anderem da.
Wir haben in der Wohnung von der Frau Wolf einen Umschlag gefunden.
Darin befinden sich 10.000 Euro. - Und?
Mich interessieren die Finanzen von Frau Wolf nicht.
Mich auch nur bedingt.
Aber Sie haben vor einem Monat 9.000 Euro von Ihrem Sparbuch abg'hoben.
Sie wissen genau, die Frau Wolf und der Herr Richter ...
.. sind sich wieder näher gekommen.
Glauben Sie im Ernst, dass ich Hartmut freikaufen wollte?
Also alle vier haben einen Totenkopf als Warnzeichen gekriegt.
Aber nur der vom Urban hat gebrannt.
Ganz genau.
Vater!
Ich kenne diesen Blick.
Du führst sicher wieder etwas im Schilde.
Ich? Nein, bestimmt nicht.
Mein Ehrenwort!
Ist schon gut.
Danke für den Gugelhupf! Schönen Tag noch!
Servus, Karin.
Sie sind doch nicht ein Richter-Fan geworden?
Nein, unbesorgt. Irgendwo muss das von dem Totenkopf stehen.
Ich fürchte, Sie verschwenden Ihre Zeit.
Im neuen Roman gibt's zwar jede Menge Totenköpfe, ...
.. aber keiner brennt.
Hier aber brennt einer!
"Der brennende Totenkopf ist der letzte Bote des Todes."
Und zwei Seiten weiter:
"Beim ersten Vollmond im Februar um Mitternacht ...
.. stirbst du unter dem Kitzbühler Kreuz."
Der Urban kennt doch den Roman.
* Communicator (Handy) *
Wir haben die Tinten verglichen.
Die Zusammensetzung beider Tinten ist identisch mit der auf dem Ast.
Dann kommen Richter und Urban als Täter in Frage.
Und die Ertl, wenn sie die Feder vom Richter benutzt hat.
Drei Verdächtige und keine Beweise - super!
Der Vater würde sagen, wir müssen den Fall Stück für Stück tranchieren
* Spannende Musik *
* Spannende Musik *
Auch ein Mörder kann pünktlich sein.
Wenn überhaupt jemand kommt.
* Schuss *
* Schuss *
* Schuss *
Hannes?!
Hannes?!
Hannes, um Gottes willen!
Unbesorgt. So schnell werden Sie mich nicht los.
Aber diesmal war's knapp.
Ich weiß. Es tut mir leid.
Das war ein Fehler. - Es hätt' dich erwischen können!
Du bist sicher, dass du den Urban erkannt hast.
Mit einer Pistole.
Weißt, von wo aus g'schossen worden ist?
Ist alles so schnell gangen.
Die Kollegen werden schon fündig werden.
Der Täter muss im Schnee Spuren hinterlassen haben.
Warum haben Sie uns nicht sofort über die sms informiert?
Vielleicht hätten wir den Mörder jetzt.
Sie haben sich in Lebensgefahr gebracht.
Hätten, hätten, hätten. Haben Sie aber nicht.
Ich wollte den Schweinen das Handwerk legen.
Sie sind dazu offensichtlich nicht in der Lage.
Gut, es war ein Fehler dorthin zu gehen.
Aber fast ...
.. wär's ins Auge gegangen, Herr Urban.
Haben Sie jemanden erkannt?
Haben Sie einen Verdacht, wer Sie aus dem Weg räumen möchte?
Keine Ahnung.
Natürlich hab ich Feinde.
Aber keine,die mich umbringen wollen.
Blitz, können Sie mal kurz kommen?
Frau Doktor!
Servus!
Bericht für Sie!
Wir haben Fingerabdrücke auf dem Kuvert und den Geldscheinen g'funden.
Von der Tina Wolf und dem Urban.
Woher haben Sie die Fingerabdrücke vom Urban?
Wofür Füllfedern alles gut sind.
Er hat die Geldscheine angegriffen. - Zweifel ausg'schlossen.
So, Herr Urban.
Wir wissen, dass die 10.000 Euro von Ihnen stammen.
Wer sagt das?
Haben Sie dafür Beweise?
Ja.
Es ist an der Zeit, dass Sie uns die Wahrheit sagen.
Gut.
Das Geld ist tatsächlich von mir.
Ein Konkurrenz-Verlag hat ihr ein Angebot gemacht.
Da musste ich mir was einfallen lassen.
Nennen Sie uns den Namen des Verlages.
Nein, das kann ich nicht.
Denken Sie, wir glauben Ihnen das alles?
Glauben Sie doch, was Sie wollen!
Auf mich ist gerade eben geschossen worden!
Das ist doch Beweis genug für meine Unschuld!
Guten Tag!
Sie lassen uns wohl nie in Ruhe?!
Nicht, wenn es um Mord oder Mordversuch geht.
Wo waren Sie denn gestern um Mitternacht?
Drüben in der Wohnung.
Ich hab gearbeitet. Bis zwei.
Können Sie das bezeugen? - Ich hab geschlafen.
In meinem Bett.
Besitzt einer von Ihnen ein Jagdgewehr?
Nein.
Mir geht Ihr Katz-und-Maus-Spiel auf die Nerven! Was soll das?
Auf den Herrn Urban wurde geschossen
Gott sei Dank ist ihm nix passiert.
Haben Sie gewusst, dass die Frau Wolf den Verlag wechseln wollte?
Wer behauptet das? - Herr Urban wollte das verhindern.
Er hat ihr mehr Geld geboten. - Tatsächlich?
Vor zwei Wochen wollte er die Tina noch kündigen.
(Richter): Wiedersehen!
Die sms ist übers Internet verschickt worden.
Der Absender hat sich als "Christoph Schrammel" eingeloggt.
Das bedeutet nicht, dass der Schrammel das abgeschickt hat.
Jeder kann sich unter jedem Namen einloggen.
Die Spurensicherung fand keine Fingerabdrücke auf den Totenköpfen.
Die Spur vom Schützen haben wir bis zu einer Forststraße verfolgt.
Dann muss er in ein Auto eing'stiegen sein.
Wow! Ein Vertrag über eine 10%-ige Beteiligung am Urban-Verlag!
Unterschrieben vom Felix Urban und der Tina Wolf.
Zuerst kündigen Sie Tina Wolf, und dann beteiligen Sie sie am Verlag.
Die Kündigung geschah nur im ersten Zorn.
Ich hab sie doch gleich wieder zurückgezogen.
Ich wollte sie unbedingt halten.
Frau Wolf hat die Verlagsbeteiligung sofort angenommen?
Natürlich. So ein Angebot bekommt man nicht jeden Tag.
Wir vermuten, dass hinter Ihrer Meinungsänderung was anderes steckt.
Vielleicht wusste die Frau Wolf etwas,...
.. womit sie Ihnen gefährlich werden konnte.
Glauben Sie, sie hat mich erpresst?
Sehr abenteuerlich. - Mag sein.
Dann haben Sie Angst bekommen, dass sie noch mehr fordern würde, und ...
.. dann haben Sie sie ermordet.
Vergessen Sie Ihre Theorie!
Pardon.
Vater!
Wenn ich was find', sag ich's dir eh.
Habt ihr gewusst, dass der letzte Roman vom Richter ...
.. schon vor vier Jahren verlegt wurde? - Nein.
Was hast du das letzte Mal über deine Ente g'sagt?
Dass sie diesseits der Alpen unerreicht ist.
Die Hülle täuscht uns etwas vor.
Wo Richter draufsteht, muss kein Richter drin sein.
Gab es einen Grund, dass er sich vier Jahre lang Zeit g'lassen hat?
Man munkelt, dass er eine Schreibblockade hatte.
Vielleicht hat ihm wer beim Schreiben geholfen. - Ganz genau.
Möglicherweise Tina Wolf selber.
Ja, ich hab schon sehr gut verdient.
Ich hab mir ein wenig Auszeit genommen.
Schreiben funktioniert nicht wie Eierlegen.
Vier Jahre ist eine lange Zeit!
Manche schreiben Jahrzehnte an einem Buch.
Aber als Trivialautor muss man im Gespräch bleiben, ...
.. wegen dem G'schäft.
Es gibt Gerüchte, Sie hatten eine schwerwiegende Schreibblockade.
Sie sollten sich lieber fragen, wer solche Gerüchte in die Welt setzt, ..
.. bevor Sie sie glauben.
Wissen Sie, was eine Schreibblockade ist?
Im Büro hab ich die auch manchmal.
Mein neuer Roman beweist, dass das nur dummes Geschwätz ist.
Sie wollten doch wissen, wer ein Jagdgewehr besitzt.
Ja.
Na, wer sagt's denn?!
Wir ham das G'wehr g'funden.
Frau Ertl, wollen Sie uns nicht endlich die Wahrheit sagen?
Ich hab auf Urban geschossen, aber ich wollte ihn nicht töten.
Das sollte nur eine Warnung sein.
Warnung wovor?
Er hat sie getötet. Das weiß ich.
Und worauf begründet sich dieser Verdacht?
Er hat sie am Verlag beteiligt.
Das hat sie ständig erwähnt.
Sie muss was gegen ihn in der Hand gehabt haben, ...
.. sonst hätte Urban ihr nie dieses Angebot gemacht.
Warum haben Sie auf den Herrn Urban geschossen?
Ich hab Ihnen bereits alles gesagt.
Gut. Sie sind vorläufig festgenommen ...
.. wegen des Mordversuchs an Herrn Urban.
Und wegen des Mordverdachts an Tina Wolf.
Kommen S'!
Die Indizien sprechen gegen Sie, Frau Ertl.
Geben Sie zu, dass Sie die Frau Wolf erschlagen haben?
Ich war's nicht.
Wenn wir Ihnen nicht glauben, glaubt Ihnen auch kein Gericht.
Sie verpassen gerade die Chance, das Strafausmaß zu verringern.
Sie können weiterhin leugnen und wandern einige Jahre hinter Gitter.
Oder Sie zeigen sich kooperativ.
Ich kann nicht.
Frau Ertl, wenn Sie es nicht waren, ...
.. dann helfen Sie uns, den Täter zu überführen.
So, meine Herren.
Machen Sie alles genau so wie am Mordtag.
Wir müssen den Tathergang rekonstruieren.
"Endlich - der Eingang der Höhle."
"Ist ihm auch sicher keiner gefolgt?"
"Beobachtet ihn jemand?"
"Kauert da nicht jemand in der finsteren Ecke?"
"Seine Hand zittert."
Äh .. die Ertl!
Du hast sie umbracht!
Du hast beide umgebracht!
Zuerst die Tina, jetzt die Barbara!
Die Tina hat dich erpresst.
Darum musste sie sterben.
Du hast sie vor der Höhle erschlagen und dann reingeschleppt, ...
.. um mir die Schuld zu geben.
Woher wissen Sie, dass Tina Wolf vor der Höhle umgebracht wurde?
Das ist in keiner Zeitung gestanden.
Das kann nur eine Person wissen, Herr Richter.
Der Mörder.
Du hast mich die ganze Zeit nur benutzt.
Ich hab dich benutzt?
Du musstest ja unbedingt Schriftstellerin werden.
Mit deinem Ehrgeiz.
Ja, ich hab die Tina erschlagen.
Du wolltest sie genauso loswerden wie ich.
Herr Richter, Sie sind vorläufig festgenommen.
Frau Ertl.
Danke.
Frau Ertl hat den Roman in Ihrem Namen geschrieben.
Nicht Frau Wolf.
Die Tina hat das sofort bemerkt.
Sie hat mich erpresst.
Entweder ich komm zurück zu ihr oder sie bringt es an die Öffentlichkeit.
Ich hab so oft mit der Tina gesprochen.
Aber sie hat mir immer nur gedroht.
Ich hab nicht gewusst, was ich machen soll.
Da hab ich sie ...
.. dann ermordet.
Mit der Inszenierung in der Höhle wollten Sie den Verdacht ...
.. auf Herrn Urban und Frau Ertl lenken.
Sie wussten von der Erpressung.
Der Konflikt zwischen Ertl und Wolf kam Ihnen gelegen.
Am Schluss wollten Sie alles der Frau Ertl anhängen.
Abführen!
Eigentlich war die Täuschung ziemlich raffiniert.
Fast so raffiniert wie die Füllung Ihrer Ente.
Man darf einem Horror-Autor eben nicht trauen!
Der lasst seinen Roman von jemand anderem schreiben!
"Spurlos" wird voraussichtlich Barbara Ertls letzter Roman sein.
Sie hat sofort geahnt, dass der Richter die Wolf umgebracht hat.
Sie hat nur auf den Urban geschossen, um von ihm abzulenken.
Die 9.000 Euro waren ein kläglicher Versuch, um zu helfen.
Untertitel: S. Schabas, C. Kraus, ORF-Enterprise, 2006.
untertitel@orf.at
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