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Nach wahren Begebenheiten,
die zum Verleumdungsfall von 1862 in Bombay führten.
Schon gut. Ist ja gut.
Im Jahr 1832 wurde im Dorf Vadaal in Gujarat
ein Junge in Mulji Jivrajs orthodox-vishnuitische Familie geboren.
Er ist das Ebenbild seines Großvaters.
Dann benennen wir ihn nach seinem Großvater.
Karsan.
Karsandas.
Karsan war wohl von Anfang an gegen "Das" bzw. "Diener",
und er zeigte seinen Unmut umgehend.
Da, schon wieder.
Dein Sohn kann nicht mal zehn Minuten stillhalten.
Mein Sohn lässt sich eben nicht zurückhalten.
Ist das so, Junge?
Als Karsan heranwuchs, wurden seine Fragen immer mehr.
Warum werft ihr Getreide ins Feuer?
-Damit es unseren Herrn erreicht. -Kennt das Feuer seine Adresse?
Warum gehen wir jeden Tag in den Tempel, Mutter?
Nicht Tempel, Karsan. Haveli. Wie oft denn noch?
Bhabhu, wessen Statue ist das neben unserem Gott?
Das ist die Statue des Gründers unserer Sekte.
Und das dort drüben ist die Schwester unseres Gottes.
Wie willst du beten, wenn du ständig Fragen stellst?
Komm schon, Hände zusammen.
Bitte beschütze meinen Karsan, Herr.
Versteht er Gujarati?
-Ist er aus unserem Dorf? Sag schon. -Karsan, Hände zusammen.
Vater, warum bedecken Mutter und Bhabhu ihre Gesichter?
Damit andere keine bösen Blicke auf sie werfen.
-Pass auf. -Sei vorsichtig.
Vater, wozu soll das gut sein, wenn sie ihre Augen nicht benutzen dürfen?
Der neugierige Karsan musste vor seiner Zeit erwachsen werden,
als er mit zehn Jahren seine Mutter verlor.
Sein Vater heiratete erneut,
und sein Onkel mütterlicherseits nahm den Jungen mit in die Stadt.
Bombay,
eine auf sieben Inseln erbaute Stadt,
die Englands König als Mitgift erhalten hatte.
Er verpachtete sie für 10 £ pro Jahr an die Ostindien-Kompanie.
Selbst damals war Bombay eher ein Konzept als eine Stadt.
Ein geschäftiger Hafen,
der zum Umschlagplatz für die Baumwollhändler aus Gujarat wurde.
Damals gab in Bombay sieben vishnuitische Havelis.
Im Zentrum des Bezirks Kalbadevi stand der große Haveli.
Die Oberherren waren die Briten, doch als wahrer Herrscher galt JJ.
JJ, der oberste Priester oder Maharadscha der Havelis.
SETH MULJI JETHA
Nahe des großen Havelis stand das Haus von Karsans Onkel,
Karsans neues Zuhause.
Bhabhu.
Die Liebe seiner Bhabhu
und orthodox-vishnuitische Traditionen prägten Karsans Erziehung.
Schon bald wurde Karsan ein Teil von Bombay.
Und Bombay wurde ein Teil von Karsan.
Unberührbarer nähert sich. Abstand halten.
Kriege ich Chutney?
Da ist zu viel los, teilst du mit mir?
Das wäre unrein, ich bin ein Unberührbarer.
Nach deiner Kaste habe ich nicht gefragt.
Karsans revolutionäres Denken
wurde von Reformern wie Dadabhai Naoroji inspiriert.
-Karsan, mein Junge, komm rein. -Morgen.
Karsan schrieb oft für seine Zeitung Rast Goftar.
RAST GOFTAR
Bombay nahm bald Notiz von diesem Mann, der soziale Missstände hinterfragte.
Nicht nur normale Bürger, auch erfahrene Sozialkämpfer
für Freiheit und progressive Reformen
wie Gokuldas Tejpal und Sohrabji Ardeshir lasen seine Artikel.
Witwen sind weder Verbrecher,
noch sind sie Kranke, die wir verstoßen sollten.
Ist es nicht tragisch genug, jemanden zu verlieren?
Immer mehr Menschen hörten Karsan zu,
und diese zwei schlossen sich ihm an.
Bhabhu!
Bhabhu?
Hey! Was ist das?
Frohes Holi-Fest.
Danke. Das wünsche ich dir auch.
Ginge es nach mir, wärst du jetzt voller Farbe.
Es geht aber nicht nach dir.
Das wird es, Bhabhu.
Eines Tages. Dann werden alle Witwen…
Du und deine Reformen.
Bemale erst mal die Frau, an die du gerade denkst.
Eure Verlobung ist lange her, du hast sie warten lassen.
Bald heiratest du. Warte es ab, dann ändert sich alles.
Warum sollte sich etwas ändern?
Wallendes Haar wird durch den Schleier gebändigt.
Vergiss das alles und geh. Na los.
Wie sehe ich aus?
Gut.
Bhabhu?
Hey! Karsan!
-Grüße, Mukhiya-ji. -Grüße.
Noch keine Farbe?
Zuerst muss unser Gott in Farbe baden, dann dürfen auch wir es tun.
Was?
Ich verstehe nichts.
Nimm die Hand weg, dann verstehst du es.
Nicht!
Wir dürfen erst feiern, wenn JJ unseren Gott in Farbe gebadet hat.
Wo steht das geschrieben?
Für alles willst du Beweise.
Du würdest auch nach Gottes Unterschrift in der Gita suchen.
-Dein Glaube ist brüchig. -So wie deine Liebe.
Ich bin dein Verlobter.
Ich habe das Recht, dich zuerst zu bemalen.
Hey!
Ich habe Nein gesagt, oder?
Der Maharadscha geht vor.
Religion kommt vor Liebe.
Ich wäre verflucht.
Ich würde farbenblind wiedergeboren.
Ist das denn möglich?
Absolut. JJ hat es in einer Predigt gesagt.
"JJ hat es gesagt."
Und wenn JJ es sagt, ist es so?
Ja, seine Worte sind in Stein gemeißelt. Er ist Gottes Nachkomme.
Deshalb heißt er "JJ".
Er lügt niemals.
Wir alle sind mit Gott verbunden, Kishori.
Wir brauchen JJ nicht als Vermittler.
Wie will man das Ziel erreichen, wenn man den Weg liebt?
Na?
Du sprichst wieder in Rätseln.
Na schön, vergiss es.
Ich hinterfrage nicht deinen Glauben
und du nicht meine Philosophie, gut?
Gut?
Wir heiraten in ein paar Tagen. Ich denke, ich habe das Recht dazu.
-Kishori? -Meine Tante!
JJ kommt!
JJ kommt.
Kishori? Warte!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil unserem göttlichen Herrn! -Heil!
-Heil dem Sektengründer! -Heil!
Heil unserem göttlichen Herrn!
Heil!
Heil dem Kindgott!
Heil!
Mein Geliebter Der heutige Tag bringt neue Farbe
Ich werde heute mit dir spielen
Aus tiefstem Herzen
Werde ich dich heute in Farbe baden
Ich werde deine Arme festhalten
Wie willst du je entkommen?
Meine Farben werden niemals weggewaschen
Holis Farben fliegen, die Trommel erklingt
Dhin ta na, dhin ta na, dhin ta na na
Holis Farben fliegen, die Trommel erklingt
Dhin ta na, dhin ta na, dhin ta na na
Holis Farben fliegen, die Trommel erklingt
Ja, sie erklingt
Holis Farben fliegen, die Trommel erklingt
Dhin ta na, dhin ta na, dhin ta na na
Holis Farben fliegen, die Trommel erklingt
Dhin ta na, dhin ta na, dhin ta na na
Ich habe meine Kleider In deine Farben getaucht
Ich sehe die bunte Welt durch deine Augen
Ich habe meine Kleider In deine Farben getaucht
Ich sehe die bunte Welt durch deine Augen
Gemischte Farben Werden in der Jugend lebendig
Ich sehe die bunte Welt durch deine Augen
Ich habe meine Farben genommen Und dich damit beworfen
Ich habe heute die Tradition geändert
Ich werde mit dir spielen Und dir den Hof machen
Du wirst dich mir heute verschwören
Sag Ja und ich reite auf einer Sänfte
Wie kann ich am Holi-Tag beleidigt sein?
Mögen deine Farben niemals verblassen
Holis Farben fliegen, die Trommel erklingt
Dhin ta na, dhin ta na, dhin ta na na
Holis Farben fliegen, die Trommel erklingt
Ja, sie erklingt
Holis Farben fliegen
Das Band meiner Bluse löst sich
Wenn meine Brust vor Stolz anschwillt
Wenn du mich mit Farben bewirfst
Ich verliere die Kontrolle
Verschlinge mich ganz
Von dir getrennt zu sein, ist unerträglich
In deiner Umarmung spüre ich eine Ekstase
Die unermesslich ist
Die unermesslich ist
Holis Farben fliegen, die Trommel erklingt
Dhin ta na, dhin ta na, dhin ta na na
Heil dir, Maharadscha Yadunath!
Heil!
Heil dem Sektengründer!
Heil!
-Heil unserem göttlichen Herrn! -Heil!
Heil dem Kindgott!
Heil!
Von allen Mädchen wurdest du für den Dienst ausgewählt.
Ich fühle mich wie erlöst, Tante.
Sag Mutter, sie soll Laapsi kochen.
Ja.
-Grüße. -Grüße.
Nur zu, Kind.
-Ehre sei unserem Gott. -Ja.
Hey, habt ihr Kishori gesehen?
Wo ist sie?
Berühre währenddessen nicht die Füße.
Wie heißt du?
Kishori?
Kishori!
-Grüße. -Grüße.
Devi, wo ist deine Schwester?
Das weißt du nicht, Karsan? Sie wurde für den Dienst ausgewählt.
Zu Hause kochen sie bestimmt Laapsi.
-Giridhar Khawas? -Ja.
-Dürfen wir dem Dienst beiwohnen? -Das kostet 11 Rupien.
Hier, bitte.
Seht ruhig durchs Fenster zu.
Und lauscht.
Ich sehe, Ihr Junge kommt in die Pubertät. Nicht, dass er vor Aufregung schreit.
Schon gut. Komm, beeil dich.
Moment, mein Herr. Der Dienst ist im Gange, bitte gehen Sie.
Meine Verlobte ist da drin.
Ihre Verlobte? Verzeihung. Dann müssen Sie natürlich zusehen.
Da oben, vom Fenster aus. Gehen Sie.
Ja, gehen Sie hoch.
Kishori!
Karsan?
Aus dem Weg!
Kishori!
Dafür wirst du verflucht werden!
Du wirst als Hund wiedergeboren. Du störst unsere Pilgerreise.
Raus hier! Sofort! Verschwindet!
Was hast du im Namen des Glaubens getan, Kishori?
Das hätte ich nicht gedacht.
Lass uns gehen.
Kishori, lass uns gehen!
Sprich leiser.
Dies ist eine Tradition, nicht nur ein Dienst.
Du verwechselst Glauben mit Intimität.
Schon gut.
Kishori?
Du kannst gehen, wenn du willst.
Geh schon vor. Ich komme nach.
Hast du gehört?
Sie kommt bald nach. Keine Sorge.
Wie dem auch sei,
wir betrachten Reste als Gaben.
Wir behalten sie nicht.
Wir verschenken sie.
Also?
Reste sind nichts für mich.
Weder Essen,
noch befleckte Ehre.
Karsan?
Karsan?
Karsan!
Karsan!
RATHAUS
Karsan?
Warum warst du nicht beim Morgengebet?
Sprich mit mir.
Ich tat dort nur meine Pflicht.
Nur wenigen ist dies vergönnt.
Dein Schweigen tut mir weh.
Was soll ich denn sagen?
Dass dieser Betrüger dich ausnutzt?
Es braucht Weisheit, keine Religion, um richtig und falsch zu erkennen.
Und gestern hat gezeigt, dass du nicht weise bist.
Ich habe vier Jahre gewartet, damit du studieren kannst.
Und Wissen erwerben.
Hast du das gelernt?
Nennst du das Glauben? Religiösen Dienst?
-Hinterfragst du etwa meinen Glauben? -Blinden Glauben schon!
Du hast in der Schule nichts gelernt.
Warum hast du nicht abgelehnt? Warum ließt du JJ gewähren?
Er nannte dich Reste.
Wie kannst du darauf stolz sein, Kishori?
Wir sind verlobt, doch du hältst nicht mal meine Hand.
-Aber er… -Ich hatte keine Wahl.
Doch, die hattest du. Und du hast es bereitwillig getan.
Hat man den Schlüssel zu seiner Zelle,
bleibt aber dort, ist die Gefangenschaft frei gewählt.
Du warst nicht hilflos.
Du folgtest der Tradition, nicht der Religion.
Warum bist du so wütend?
Was habe ich verbrochen? Ich war weder die Erste noch die Letzte.
Würde deine Mutter noch leben, würde sie…
Kishori!
Ich werde Vater bitten, die Verlobung zu lösen.
Unsere Beziehung ist vorbei.
Er hat die Verlobung gelöst, JJ.
Ignorante Idioten, allesamt.
Was auch immer geschieht, geschieht zum Besten.
Es ist der Wille unseres Gottes.
Diese Tränen lassen deine Tugenden nur noch heller erstrahlen.
Ab heute bist du meine Favoritin.
Wärst du gern JJs Favoritin?
Wo ist JJ?
Er ist zum Abendgebet gegangen.
JJs Favoritin.
Es gibt drei Arten von Diensten.
Du schenkst unserem Gott dein Herz,
der spirituelle Dienst,
du schenkst ihm deinen Besitz,
der materielle Dienst,
und du schenkst ihm deinen Körper,
der körperliche Dienst.
Möchtest du JJs Favoritin sein?
Devi, was tust du da? Verschwinde!
-Schwester… -Raus mit dir!
Sie ist meine Schwester.
Ihr nutzt Frauen im Namen des Glaubens aus.
Ihr gebt uns das Gefühl, besonders zu sein,
um unsere Hingabe auszunutzen.
Ihr benutzt uns als Abwechslung.
Ich hielt Euch für einen Gott.
Aber Ihr seid ganz gewöhnlich.
Ein dreckiger Lügner.
Ihr habt mir nicht das Herz gebrochen, aber meinen Glauben.
In meinen Augen sind Ihr gefallen, JJ.
Ihr seid gefallen,
und ich bin es ebenso.
Ich habe sie durchschaut
Die Lügen meines Gurus
Mädchen, ich ermahne euch, geht niemals
In den Haveli
Junge Knospen werden ausgebeutet
Angelockt von Gaben und Naschwerk
Frauen, deren Ehre Ihr beschmutzt habt
Mutter, Tante oder Bekannte
Ich ermahne euch, geht niemals
In den Haveli
Tu das noch mal, und ich breche dir die Beine!
Warum bist du so wütend?
Gestern haben wir gefeiert. Warum also heute trauern?
Bist du neidisch?
Schwester? Was hast du denn?
Ich habe einen schlimmen Fehler begangen.
Ich habe mich JJ hingegeben.
Doch das stand Karsan zu.
Auf den Himmel im nächsten Leben hoffend, wählte ich die Hölle in diesem.
Was habe ich getan, Devi?
Was habe ich getan?
Karsan hat unsere Verlobung gelöst.
Wie bitte?
Hast du es unseren Eltern gesagt?
Dann hol ihn dir zurück, Schwester.
Wie soll mir das gelingen?
Früher sah ich Liebe in seinen Augen,
jetzt sehe ich zum ersten Mal Ekel.
Meine Reue verblasst im Angesicht seiner Prinzipien.
Ich habe Karsan verloren.
Ich habe ihn für immer verloren.
Mutter macht immer Knoten in ihren Schal und betet für Verlorenes.
Bis Karsan zurückkommt und dir vergibt,
bleibt dieser Knoten bestehen.
In Ordnung?
Bist du der einzig Vernünftige, Karsan? Sind wir alle dumm?
Wie du dich als Sozialreformer zur Schau stellst!
Ist dir klar, wie viel Leid das deiner Familie zufügt?
Wie sollen Kishori und ihr Vater jetzt der Gemeinde gegenübertreten?
Was hat sie verbrochen?
Viele dienen im Haveli. Deine Tante tat es auch.
Und darauf bist du stolz?
Du solltest dich schämen. Dein Fehler dient nicht als Beispiel.
Ich sollte mich schämen, ja? Ist das so?
Bildung für Frauen, Abschaffung des Schleiers,
Wiederverheiratung…
Ich bin entsetzt, dass du solche Ideen hast.
Und ich bin entsetzt, dass du sie nie hattest!
Die Welt der Denker und der Welt Denken sind sehr verschieden.
Bhabhu lebt seit Jahren in diesem Haus,
stets in weißen Gewändern.
Siehst du nicht, was ihr fehlt?
Sie darf keines der Feste mit uns feiern.
Warum lässt dich ihr stiller Kummer so kalt?
Karsan…
Was ist mit ihren Bedürfnissen und Begierden?
-Hättest du sie wieder verheiratet… -Es reicht, Karsan!
Es reicht!
Es reicht.
Stimme einfach zu, Kishori zu heiraten.
Das werde ich niemals.
-Du… -Karsan, verlass das Haus.
Verlass dieses Haus.
Auf der Stelle.
RATHAUS
Warum muss ein großer Reformer, Redner und Gelehrter hier liegen?
Weil er ein großer Reformer, Redner und Gelehrter ist, darum.
Karsandas, warum liegst du hier?
Weil zu Hause kein Platz mehr für meine Ideen ist.
Gibt es einen Ort für die ohne Heimat?
Wer ist…
…Karsandas?
Im Haveli wird viel über ihn geredet.
Er ist Atheist.
Sein Glaube muss verletzt worden sein.
Warum sonst wäre man Atheist?
Ich muss zu JJ.
Loslassen. Loslassen, sagte ich!
JJ!
Wer macht diesen Krawall?
Shaamji und seine Schwester Leelavati.
Wer ist dieser Shaamji?
Vom Dienst in Dwarka.
JJ…
Ein Unglück ist geschehen.
Was Ihr meiner Schwester angetan habt…
Sie ist schwanger.
Sie trägt Euer Kind.
Stellt ihre Ehre wieder her, JJ. Ich bitte Euch.
Reiß dich zusammen. Beruhige dich.
Ich kenne ein paar Ärzte.
Bring Leelavati zu ihnen.
Sie treiben es ab.
Wo willst du hin?
Bleib stehen, JJ! Warum sollte sie ihr Kind verlieren?
Warum hast du ihr das angetan, JJ?
Nicht die Füße, Leelavati. Dieser Mann ist unwürdig,
Vergebt uns, JJ. Habt Gnade.
Es ist Euer Kind, JJ.
Ich treibe es nicht ab.
Ich sagte, ich bin für dich da.
Ich kümmere mich darum.
-Nein, Leelavati, nicht! Tu das nicht! -Iss.
Nein, iss es nicht, Leelavati!
Nicht, Leelavati!
Iss.
Leelavati, warum hast du es gegessen?
Warum hast du das getan, Leelavati?
Hilfe! Bitte helft uns doch!
-Mein Herr! Hören Sie mich? -Was ist los? Wer sind Sie?
Sie…
Sie ist meine Schwester. Sie ist schwanger.
JJ hat ihr ein Laddu gegeben, das mit etwas versetzt war.
Leelavati? Bitte retten Sie uns vor JJ.
Ich bringe Sie in eine Klinik.
-Einen Moment. -Keine Sorge, ok?
Aufmachen!
Machen Sie auf!
Maharadscha Lalvanji, waren hier ein Mann und eine Frau?
Am Hintereingang des Haveli?
Der Haveli hat viele verschlungen, Karsandas.
Es ist zum Menschenfresser geworden.
Er jagt genau jene, die er schützen sollte.
Warum tut Ihr und die anderen Priester dann nichts dagegen?
Wir ließen uns blenden durch Yadunaths Aura.
Dank ihm gediehen die Havelis.
Unsere Sekte verbreitete sich im ganzen Land.
Hunderttausende bekannten sich zu unserem Glauben.
Er wurde zum Gesicht der Havelis.
Und jetzt ist JJ so mächtig geworden,
dass wir keine andere Wahl haben, als zu schweigen.
Was wir von innen heraus nicht tun können…
…sollten Sie von außen tun, Karsandas.
Sie schreiben bereits über soziale Missstände.
Schreiben Sie auch darüber.
Ich bin nur ein gewöhnlicher Mann.
Wenn Ihr keine Fragen stellen könnt, wie kann ich es tun?
Wer keine Fragen stellt, ist unzulänglich.
So wie die Religion, die sie nicht beantwortet.
Wenn Ihnen Ihre Rechte verweigert werden, kämpfen Sie für sie.
Kämpfen?
Ich bin kein Krieger.
Wer nicht als Krieger geboren wurde, wird durch seine Taten zu einem.
Es gibt keinen gewalttätigeren Kampf als die Religion.
Leben Sie wohl.
Leben Sie wohl.
Es ist wichtig, das aufzudecken, Naoroji.
Was dort vor sich geht, ist illegal.
So einfach ist das nicht, Karsan.
Wenn Maharadscha Lalvanji nicht die Stimme erheben kann,
wie schwer wird es dann für dich und mich, Stellung zu beziehen?
Verschwende keine Zeit mit derlei Kleinkram.
Unsere Aufgabe ist es, das Land zu reinigen.
Konzentriere dich darauf.
Wenn alle das Land reinigen, wer reinigt dann zu Hause?
Zu Hause?
Na schön, fangen wir damit an.
Kishori war vorhin hier.
Hast du die Verlobung gelöst?
Sie verriet mir den Grund.
Du hast sowohl richtig als auch falsch gehandelt.
Soziale Reformen erfolgen in drei Stufen, Karsan.
Erstens muss man einer Person klarmachen, dass sie irrt.
Erkenntnis.
Zweitens lässt man sie ihre Fehler korrigieren.
Veränderung.
Und drittens führt man sie in die Gesellschaft zurück.
Rehabilitation.
Du hast Kishori ihr Irren aufgezeigt,
aber ihr nicht erlaubt, sich zu verändern.
Ihre Veränderung hätte von dir angestoßen werden sollen.
Sie haben recht, Naoroji.
-Ich gehe zu Kishori und… -Karsan! Komm schnell!
Nerv mich nicht, Karsan.
Lass mich lernen. Morgen ist Prüfung.
Du machst deine Arbeit, ich mache meine.
Warum muss ich studieren?
Beende dein Studium, damit wir schnell heiraten können.
Ich habe keine Geduld mehr.
So sehr willst du mich?
Niemanden außer dich, Kishori.
Du bist meine Freundin, meine Geliebte und meine Familie.
Du liebe Zeit.
Wenn ich abhaue, verlierst du alles auf einmal.
Versuch's doch.
Ich breche dir die Beine.
-So sehr liebst du mich? -Mehr, als du denkst.
Wenn ich dich verliere,
ist dieser Karsan nicht mehr Karsan.
Ich hätte nie gedacht,
dass ich meiner Tochter mal so Lebewohl sagen muss.
Karsan!
Das lag in Kishoris Schrank.
"Ich war blind.
So blind,
ich konnte nicht mehr zwischen Mensch und Gott unterscheiden.
Jetzt, da ich dies weiß,
kann ich dir nicht mehr in die Augen sehen.
Was ich im Leben nicht konnte,
biete ich dir im Tod an.
Den Beweis meiner Reue.
Vielleicht glaubst du jetzt, wie sehr ich mich schämte.
Ich konnte nicht deine Frau werden,
aber mach mich zum Motiv für deinen Kampf.
Zeig der Welt JJs wahres Gesicht, Karsan.
Nur das wird mir Frieden bringen."
Maharadscha!
Maharadscha Yadunath!
Gratuliere, JJ.
Dieser Haveli hat ein weiteres Opfer gefordert.
Kishoris Tod macht mich traurig.
Ihr Tod war kein Selbstmord. Es war Mord.
Und Ihr seid ihr Mörder!
Warum?
Würdet Ihr Eure Frau oder Tochter derlei Dienste erbringen lassen?
Karsandas!
Wie kannst du es wagen, so über meine Familie zu reden?
Warum?
Warum stört Euch das?
Warum stört es Euch nicht, wenn Ihr anderen Frauen die Ehre nehmt?
Gott wäscht Sünden fort, er sät sie nicht.
Egal, was andere tun, ich werde sprechen, Fragen stellen
und über Euch schreiben!
Die Zeitung von heute ist der Müll von morgen, Karsandas.
Nur die Religion ist ewig.
Ihr unterschätzt die Macht der Worte.
Und du die Macht der Religion.
Ist Euch klar, was passieren wird,
wenn herauskommt, dass Gott diesen Haveli verlassen hat?
Ich bin hier an seiner Stelle!
Ich, Maharadscha Yadunath,
bin der Herr unseres Clans.
Und du?
Du bist Karsandas.
Nur ein Diener des Herrn.
Unsere Namen bestimmen unsere Taten.
Namen wurden uns gegeben, JJ.
Von unseren Eltern und der Gesellschaft.
Namen bestimmen nicht unsere Taten. Taten schaffen Namen.
Und dieser Diener des Herrn wird die Havelis bekämpfen,
zum Wohle der Havelis.
Nicht gegen die Religion, gegen ihre Ausbeuter.
Fort mit dir, du Narr.
Sieh doch, wie ungleich wir sind.
Ich bin so mächtig, kein Karsan kann mich auch nur anfassen.
Ich kriege Euch durch Eure Anhänger. Das verspreche ich Euch.
Über meine Artikel.
Ich werde Euren Namen nennen und Euch und Eure Taten bloßstellen.
Ich habe bereits verloren, was mir teuer war.
Jetzt werde ich dafür sorgen, dass Ihr Eure Ehre verliert.
Und wenn ich untergehen sollte,
werdet Ihr mit mir untergehen.
Das können wir nicht drucken, Karsan.
Das ist ein Angriff auf die Havelis und JJ.
Viele Vishnuiten lesen Rast Goftar.
Sie werden derlei Anschuldigungen nicht dulden.
Wozu schreibe ich, wenn Sie es nicht drucken?
Wir haben viele deiner Artikel gedruckt, Karsan.
Schreib über soziale Missstände, ohne Namen zu nennen.
Halte ich dich auf?
Schreiben ist wichtig. Aber wichtiger ist, dass es gelesen wird.
Vielleicht ist es Zeit für meine eigene Zeitung.
Keine schlechte Idee.
Ja.
"Zögere nie, Fragen zu stellen. Mit all meinem Segen, deine Bhabhu."
SATYA PRAKASH
SATYA PRAKASH
Morgen, wenn die Leute das lesen, Devi,
wird die Wahrheit über JJ ans Licht kommen.
Warte, einen Moment.
Ich versprach ihr den Knoten erst zu lösen,
wenn du ihr vergeben hast.
Löse ihn noch nicht.
Der Kampf beginnt erst.
Erst wenn JJ für seine Missetaten bestraft wurde,
wird Kishoris Tod gerächt sein.
Hier, behalte das.
Sei vorsichtig, Nanubhai.
Keine Sorge, Karsan.
Mein Name und meine Statur mögen klein sein,
aber ich schieße meine Pfeile seit jeher auf große Ziele.
Weißt du was? Ich nehme eine geheime Route.
Niemand wird etwas bemerken.
Komm, wir fahren durch diese Gasse.
Ja, diese Gasse.
Vorsichtig.
Sei still.
Leise.
SATYA PRAKASH
Sie werden morgen kein einziges Exemplar verteilen, JJ.
Was ist hier los, Maharadscha Yadunath?
"Wahrer Hinduismus und aktuelle betrügerische Praktiken.
Die Wahrheit hinter Maharadscha Yadunath."
Man kann Zeitungen verbrennen, aber nicht die Wahrheit.
Entschuldigt Euch, bevor die Sache außer Kontrolle gerät.
Sonst werden aus Gläubigen von heute Zweifler von morgen.
Maharadscha Mukhiya?
Die Türen der Havelis bleiben heute für alle Gläubigen geschlossen,
den ganzen Tag.
Khawas, unterrichte alle Havelis in der Stadt.
Sehr wohl.
Die Gläubigen brechen ihr Fasten erst nach dem Morgengebet.
Ganz genau.
Ihr Hunger wird ihn dazu zwingen, sich zu entschuldigen.
Wenn er mit gefalteten Händen um Vergebung bittet,
wird wieder geöffnet.
Bis dahin wird unser Herr protestieren,
und die Havelis werden streiken.
"Aufgepasst, Gläubige.
Bis sich Karsandas Mulji für seine Beleidigungen entschuldigt,
bleiben die Havelis geschlossen."
Geschlossen?
"Audienzen und Gebete fallen aus."
-Öffnet die Tür! -Öffnet die Tür!
Holt Karsandas!
-Öffnet die Tür! -Öffnet die Tür!
Wenn man vom Teufel spricht! Da ist er!
Entschuldige dich!
Er ist der Grund dafür!
Entschuldige dich!
Entschuldige dich! Auf der Stelle!
Entschuldige dich!
Entschuldige dich, Karsandas!
-Karsandas! -Entschuldige dich!
Entschuldige dich!
Karsandas!
Entschuldige dich!
Entschuldige dich, Karsandas!
Entschuldige dich!
Was würde das bringen?
Würde er wieder öffnen?
Wenn seine Taktik aufgeht, wird er immer wieder schließen.
Werden wir jedes Mal anklopfen und flehen?
Unter Kindern nennt man das Sturheit, unter Erwachsenen Erpressung.
Wenn ihr verreist, euch verirrt und tagelang keinen Haveli seht,
hungert ihr euch zu Tode?
Oder esst ihr im Namen des Herrn?
Warum lasst ihr zu, dass er euren Hunger ausnutzt?
JJ missfallen meine Artikel,
also hat er alle Zeitungen vernichtet.
Soll er mich doch aus den Havelis verbannen.
Was habt ihr damit zu tun?
Warum die Waffe auf eure Schultern legen?
Vergesst nicht,
so sehr wir die Havelis auch brauchen, die Havelis brauchen uns noch mehr.
Unseren Glauben und unsere Spenden.
Arbeiter können streiken,
unser Gott nicht.
Haben sie uns nicht gelehrt, dass unser Gott überall ist?
Ist das nicht auch unser Gott?
Warum beten wir nicht hier vor ihm?
Sagt es mir!
Hat's euch die Sprache verschlagen?
Endlich mal etwas Vernunft. Applaudiert ihm.
Ich verhungere.
Ich werde hier beten. Wer das auch will, kann sich anstellen.
Kommt schon.
Das heutige Morgengebet wird auch hier stattfinden.
Wem spricht dort so tapfer?
Grüße.
Du kannst nicht zu ihm, aber er kann definitiv zu dir.
Du sprichst heute das Gebet.
Wie könnte ich, wenn Ihr hier seid, Maharadscha Lalvanji?
Gebete müssen von Herzen kommen. Nur das zählt.
Insofern kann sie jeder sprechen. Unser Gott hat nichts dagegen.
Manche haben vergessen,
dass wir Diener der Havelis sind, Karsan,
nicht ihre Herren.
-Heil unserem göttlichen Herrscher! -Heil!
Im Namen des Glücks!
Heil!
Poona Observer, Deccan Herald, Rast Goftar, Mumbai News…
Du bist in jeder Zeitung.
Das Straßengebet ist in aller Munde.
Jetzt muss deine Erstausgabe nur noch nachgedruckt werden.
Oder, Nanubhai?
Wären wir nicht überfallen worden, hätten die Leute sie längst gelesen.
So ein Pech.
Ich war allein gegen fünf von ihnen. Ich sagte ihnen, wenn sie wollen…
Nanubhai, denk an die Vordrucke.
So geht das schon ständig.
Ich hätte diese Route nicht wählen sollen, Sohrabji.
Sie haben alles beschlagnahmt.
"Alle Gläubigen vom Morgen begeistert."
Es sollte "Morgengebet" heißen. Wer schreibt denn "Morgen?"
Und Haveli endet mit einem langen Vokal.
Der hat ja keine Ahnung.
Grüße. Mein Name ist Viraaj.
Wir kennen uns vom Haveli.
Ja.
Ich habe gepfiffen. Und ich will mich bewerben.
-Kannst du lesen und schreiben? -Wie bitte?
Ich habe eben zwei Fehler entdeckt. Ich bin slau.
"Sch". Schlau.
Schlau. Habe ich doch gesagt.
Ist doch dasselbe. Ich war bis zur 10. Klasse in der Schule.
Gleich dreimal.
Zweimal bin ich durchgefallen, aber das ist doch dasselbe.
Egal, reden wir übers Geschäft. Darf ich für dich arbeiten?
Wirf mich nicht raus.
Ich war allein gegen fünf von ihnen. Ich…
Genug, Nanubhai.
Arbeiten ja, aber ohne Bezahlung.
Nicht schlimm.
Pleite zu sein ist das Markenzeichen eines Reformers.
Ich erledige jede Arbeit mit Inbruns.
"St". Inbrunst.
Ja, schon klar. Ist doch dasselbe.
Was zählt, ist meine Leidenschaft.
Hey, Nanu. Verzieh dich, na los.
Schau nicht so. Du wirfst einen bösen Blick auf mich.
Die Zeit drängst.
"Drängt", nicht "drängst".
Etwas exzentrisch, der Arme, oder?
Soll ich die Türen der Havelis öffnen, JJ?
Die Gebete und Audienzen wurden zuletzt draußen abgehalten.
Die Gläubigen könnten beginnen, den alten Baum als Tempel zu betrachten.
Die Türen öffnen sich erst, wenn dieser Abschaum um Vergebung fleht.
Und wenn nicht?
Selbst sein Vater wird es tun.
Du lebst weit weg in Vadaal.
Vielleicht kennst du Satya Prakash deshalb noch nicht.
Hier erregt der Unsinn deines Sohnes viel Aufmerksamkeit.
Meines Sohnes?
Ich bin für Balance und Harmonie verantwortlich.
Wer sie stört, muss bestraft werden.
Sonst missbraucht jeder gemeine Bürger die Havelis als Spucknäpfe.
Ich habe Mitgefühl für alles Leben,
aber in Zeiten der Pest
ist das Töten von Ratten ein Akt der Tugend.
Ich meine es nur gut. Handle, bevor es zu spät ist.
Ja.
Hab keine Angst.
Die Gujarati kennen drei Arten von "s".
"Sa",
"sh",
und "shh".
Schon klar. "Sa", "sa" und "sa". Nicht wahr?
Ich will etwas drucken.
Vater? Du?
Vater? Du?
Seit wann bist du hier?
Ich will, dass du das abdruckst.
"Ich, Mulji Jivraj,
löse hiermit alle Verbindungen zu meinem Sohn, Karsan Mulji.
Er verliert sein Recht auf meinen Namen, meinen Besitz und meine letzte Ölung.
Ich hatte, habe und werde nie etwas mit seinen Taten zu tun haben“.
Es ist deine Handschrift,
klingt aber nach Maharadscha Yadunath.
Dein Heim hast du bereits verloren.
Als Nächstes folgt die Sekte.
Noch ist Zeit, es wiedergutzumachen.
Geh und bitte um Vergebung.
Verstößt dich die Gemeinschaft, bist du isoliert.
Was nützt eine Gemeinschaft, die einen zum Feigling macht?
Viraaj?
Das kommt in die nächste Ausgabe.
Woran denkst du?
Ich verliere jeden, der mir lieb ist.
Kishori, Onkel und Tante,
Bhabhu und Vater.
Ich habe sie alle verloren.
Sie alle haben mich enttäuscht.
Du schießt dir selbst ins Bein.
Wenn sie dich enttäuscht haben, umarme den, der dir Hoffnung schenkt.
Als ich dich das erste Mal reden hörte, beschloss ich, dich zu heiraten.
-Viraaj, ich… -Ich weiß alles über Kishori.
Meine Familie war strikt dagegen. Vater hat mich sogar geohrfeigt.
Aber ich lasse mich nicht umstimmen.
-Du bist stur. -Welche Wahl habe ich?
Bei dir muss man stur sein.
Ich kann kochen,
Pfauen und Papageien sticken und sogar bügeln.
Ich war in der Schule und bin das älteste Geschwisterkind.
Ich mag nicht so schön sein, aber eine Schönere wirst du kaum finden.
Und ich mag zwar vorlaut sein, habe aber ein reines Herz.
Du findest eh keine andere, und mich würde nur ein Irrer heiraten.
Und Vater sagt:
"Du wirst nirgends jemanden finden, der irrer ist als Karsandas."
Was könnte ich mir mehr wünschen?
Willt du mich heiraten?
"Willst".
Ja, ist ja gut. "Willst". Das ist doch dasselbe.
Also, wenn ich "willst" sage, heiratest du mich dann?
Ja oder ja?
Nein.
Nein? Verdammt, das war keine Option.
Sagst du mir wenigstens warum?
-Viraaj, ich muss konzentriert bleiben. -Aber…
Und du hast die Macht, mich abzulenken.
War das ein Kompliment oder eine Beleidigung?
Hör zu, ich werde wartsen.
"Warten", nicht "wartsen".
Habe ich doch gesagt.
Dieses "s" bringt mich noch um.
Warum müssen wir Sterne einzeln zählen?
Warum sollten wir dem Schicksal folgen?
Müssen wir das perfekte Paar sein?
Müssen wir für immer zusammen sein?
Riskieren wir die Liebe Werfen wir eine Münze
Bei Kopf bin ich dein Bei Zahl bist du mein
Riskieren wir die Liebe Werfen wir eine Münze
Bei Kopf bin ich dein Bei Zahl bist du mein
Was sagst du, Liebster?
Sag mir, Liebster, ja oder ja?
Ja oder ja?
Ja oder ja?
Kutscher, halt. Komm.
SATYA PRAKASH
Der Artikel wurde nachgedruckt und gelesen, JJ.
Karsan hat den Verstand verloren.
Die Leute stellen allerlei Fragen.
Vahuji.
Dr. Bhau Daji Lad ist mit Medikamenten hier.
Er sagt,
es sei dringend.
-JJ. -JJ.
Grüße, JJ.
Entschuldigt, JJ. Sie fühlt sich unwohl.
Gehen wir.
Grüße, JJ.
Sie haben wohl die Zeitung gelesen.
Ein Karsan genügt, um viele aufzuwühlen.
Bedenkt das beim nächsten Mal, bevor Ihr junge Frauen unterdrückt.
Die Leute könnten sich von Euren Füßen abwenden.
JJ.
Der Artikel bereitet uns nichts als Ärger.
Es wird weniger gespendet.
Es ist gut, dass Ihr die Türen wieder geöffnet habt,
sonst wären wir in großer Not.
Euer Schweigen ist eine Schwäche.
Das glauben zumindest all Eure Gläubigen.
Ich könnte mich um Karsan kümmern, JJ.
Sollte ihm jetzt etwas zustoßen, würden alle mit dem Finger auf uns zeigen.
Wenn ihn die Religion nicht mundtot macht, tut es das Gericht.
Sag Bailey, dass ich ihn sehen will.
Eine Verleumdungsklage über 50.000 Rupien?
Ich hätte nie gedacht, dass sie vor Gericht ziehen.
Jetzt ist Vorsicht geboten, Karsan.
Ich bin Schuldirektor mit einem Monatsgehalt von 60 Rupien.
Selbst wenn ich Land besitzen würde, könnte ich kaum 5000 Rupien auftreiben.
Was habe ich also zu befürchten?
Was könnte mir schon blühen?
Das Gefängnis.
Wenn es sein muss. Dann schreibe ich im Gefängnis weiter.
Das Problem ist, dass wir vorgeladen werden.
Das Gericht wird Beweise verlangen, die wir weder haben noch je haben werden.
Welche Frau oder Tochter wird aussagen, dass der Maharadscha sie misshandelt hat?
Wo finden wir Zeugen, die es wagen, JJ zu beschuldigen?
Als ich von der Vorladung hörte, berief ich ein Treffen der Bhatia ein.
Karsandas, diese Männer werden gegen JJ aussagen.
-Heil unserem göttlichen Herrn! -Heil!
-Heil dem Kindgott! -Heil!
-Heil dem Sektengründer! -Heil!
-Heil dem Kindgott! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dem Sektengründer! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
Bereite einen goldenen Krug vor, Khawas.
Karsandas will mir die Füße waschen und um Vergebung bitten.
"Eine neue Braut verbringt ihre erste Nacht im Haveli."
Das war der Befehl.
Mr. Shyamlals dritter Sohn ist eigentlich JJs,
lebt aber bei ihm.
Kapol, Das, Goswami, Shrinivas, und wer weiß, wie viele es noch gibt.
Wir werden vor Gericht aussagen.
Machen Sie weiter.
-Heil unserem göttlichen Herrn! -Heil!
-Heil dem Kindgott! -Heil!
Du bist gekommen, Karsandas. Ich habe dich erwartet.
Wenn der verlorene Sohn zurückkehrt, gilt er als Büßer.
Wasch ihm die Füße und bitte um Vergebung. Das genügt.
Was ist los, Khawas?
Maharadscha Yadunath hat eine Klage über 50.000 Rupien gegen mich eingereicht.
Ich überbringe ihm meine Antwort.
Mr. Arnsty, mein Anwalt.
Dieser Jüngling will vor Gericht gegen mich antreten?
Er hat nicht mal einen Bart.
Ein Grund mehr, vorsichtig zu sein.
Jugend verleitet Euch zu Fehlern.
Wir sehen uns vor Gericht.
Lebt wohl.
Kein Maharadscha unserer Sekte ist je vor Gericht gezogen.
Wir fordern einstimmig, dass Ihr ebenfalls davon abseht.
Verstehe, und was soll ich tun?
Mich bei Karsandas entschuldigen?
Die Klage zurückziehen und zugeben, dass wir seit Jahren Gläubige ausbeuten?
Nur, wer Angst hat, tut Dinge heimlich.
Und ich fürchte nichts und niemanden.
Gläubige zu verängstigen ist notwendig, denn Angst erzwingt religiöse Pflichten.
Ich kann nicht zulassen, dass die Buße unserer Ahnen umsonst war.
Ich, Maharadscha Yadunath, bin das Gesicht dieser Sekte.
Ich habe diesem Haveli zu Reichtum verholfen.
Ich ziehe vor Gericht.
Und ich erteile diesem Diener eine Lektion.
Damit niemand je wieder wagen wird, mit dem Finger auf uns zu zeigen.
Karsandas? Eine Nachricht von den Bhatias.
Sie wollen nicht mehr aussagen.
Varjivan wird seit Mittag vermisst.
Anderen Bhatias wird mit Ächtung gedroht.
JJs hat die gesamte Bruderschaft gegen die Bhatias aufgehetzt.
Sie haben alle Angst.
Unglaublich. Was können wir jetzt tun?
Wir hatten nur diese Männer.
Wir könnten Verschwörungsklage einreichen.
Wenn man sie vorlädt, werden sie aussagen müssen.
Sie werden bereits genötigt, Mr. Arnsty. Wir sollten sie in Ruhe lassen.
-Wohin gehst du? -Ich drucke.
Jeder soll wissen, wie tief der Maharadscha gesunken ist.
-Aber… -Tejpal.
Karsan, es…
Komm mit.
Wie konnte sie Feuer fangen?
Holt Karsandas!
Mr. Tejpals Druckerei wurde meinetwegen niedergebrannt.
Vater hatte recht.
Der Status spielt eine Rolle, wenn man sich Freunde und Feinde macht.
Die, für die ich kämpfe, sind meine Feinde geworden.
-Für wen soll ich jetzt kämpfen? -Für dein Ziel.
Für jede Frau, deren Schrei in ihrem Hals stecken bleibt.
Stell dir vor, was sie durchmachen müssen,
wenn ihre Ehemänner sie zu JJ schicken.
Ich war erst 16…
…als meine Eltern mich hinbrachten…
…um meinen Dienst zu tun.
Ich war noch ein Kind.
Unschuldig.
Und doch spürte ich, dass das, was geschah,
für mich unnatürlich und schmutzig war.
Ich weinte, schrie, rannte davon
und setzte nie wieder einen Fuß durch diese Hintertür.
Vielleicht ist nicht jedes Mädchen wie ich und kann es mit der Zeit verstehen.
Dafür zu sorgen, dass sie nicht leiden wie Kishori,
ist jetzt deine Aufgabe.
Leute wie JJ hassen reformistische Ideen.
Selbst wenn du verlierst, werden deine Ideale siegen.
Dieser Prozess ist nur ein Teil der Schlacht.
Unsere Schlacht ist viel größer. Warum also enttäusch sein?
"Enttäuscht".
Das ist doch dasselbe.
Wenn ich es richtig sage, wirst du dann weiterkämpfen?
Ja oder ja?
Karsan, Mr. Tejpal möchte Sie sofort sprechen.
JJs Frau ist zu ihm gekommen.
Vahuji?
Ich habe gehört, was mit den Bhatias passiert ist.
Und von der Druckerei.
Gehen Sie dorthin.
Dort finden Sie einen Zeugen.
Vahuji, was tun Sie hier?
Ich bin Ehefrau, verspüre aber die Pflicht zu helfen.
Nur habe ich nicht den Mut…
…es zu tun.
Leben Sie wohl.
-Leben Sie wohl. -Leben Sie wohl.
PRAKASH CHAMARIA, BEI KATHIARAS LADEN ZWEITES HAUS VON JATEH, KUMBHARWADI.
Unberührbarer nähert sich. Abstand halten.
Ich wusste, dass Sie mich irgendwann finden würden.
Sind Sie nicht…?
Kommen Sie rein. Schnell.
Leelavati?
Karsandas Mulji ist hier.
Grüße. Ich bin Shaamji Damodar.
Meine Schwester Leelavati.
Ich brachte einen Karren, um Sie abzuholen.
Als ich ankam…
Bevor Sie zurückkamen, zerrten uns zwei Männer in den Haveli.
Als wir reinkamen, stand Vahuji vor uns.
JJ hatte ließ meine Schwester etwas zur Abtreibung essen,
doch Vahuji gab ihr Salzwasser, um sich zu übergeben.
Dass Sie hier sind, kann nur eins bedeuten.
Sie will ebenso…
…dass wir gegen JJ aussagen.
Und das werden wir.
Die Anhörung ist in 15 Tagen.
Wenn JJ davon erfährt, wird er sich wehren.
Was machen wir?
Wir verstecken sie bis zur Anhörung in Mr. Tejpals Villa in Mameleshwar.
Gut.
Keine Sorge.
Ich sorge für Ihre Sicherheit.
Mit seiner lotusgleichen Hand
Nimmt er seinen lotusgleichen Fuß
Und auf seinem Lotusmund
Setzt es sich gedankenverloren
Auf einem Banyan-Blatt liegend
Unser Herr als göttliches Kind
Sing die vielen heiligen Namen des Herrn
Sing die vielen heiligen Namen des Herrn
Sing die vielen heiligen Namen des Herrn
Sing die vielen heiligen Namen des Herrn
Herr, o göttlicher Herr
Herr, o göttlicher Herr
Wer sagt, dass er nicht zu dir kommt?
Wer sagt, dass er nicht zu dir kommt?
Wir müssen seinen Namen Mit wahrer Hingabe rufen
Wir müssen seinen Namen Mit wahrer Hingabe rufen
Sie können die Druckerei niederbrennen, aber nicht deine Leidenschaft.
Von jetzt an wird Satya Prakash hier gedruckt.
Sing das Lob unseres Herrn
Sing das Lob unseres Herrn
Sing, während du gehst Arbeite, während du gehst
Sing, während du gehst Arbeite, während du gehst
Er wird sich sicher eines Tages An dich erinnern
Er wird sich sicher eines Tages An dich erinnern
Eines Tages wirst du ihn sehen
Eines Tages wirst du ihn sehen
Sing das Lob unseres Herrn
Sing das Lob unseres Herrn
Er ist der Herr von Dwarka
Ich stehe unter seinem Bann
Er ist Sudamas Freund
Ich stehe unter seinem Bann
Sing das Lob unseres Herrn
Sing das Lob unseres Herrn
Karsan!
Wer schreibt?
Dr. Bhau Daji Lad, Maharadscha Yadunath Leibarzt.
-Heil dem Sektengründer! -Heil!
-Heil dem Kindgott! -Heil!
-Heil dem Sektengründer! -Heil!
-Heil dem Kindgott! -Heil!
Tritt vor, Karsan… Das.
Ich wollte dir eine letzte Chance geben, bevor wir uns vor Gericht sehen.
Unter drei Bedingungen.
Erstens, du entschuldigst dich.
Zweitens,
du entschuldigst dich.
Und drittens,
du entschuldigst dich.
Unter vier Augen,
im Haveli
und vor Gericht.
Dann ziehe ich die Klage zurück.
Es wird nur eine Entschuldigung geben, Maharadscha.
Vor Gericht.
Nur das Gericht entscheidet, wer sich bei wem entschuldigen muss.
Ich wollte dir nur eine letzte Chance geben.
Chancen gibt man dem, der hinter einem zurückbleibt
oder weniger versteht.
Demzufolge sollte ich Euch eine letzte Chance geben.
Nur würde ich weiterkämpfen, selbst wenn Ihr Euch entschuldigt.
Lebt wohl.
Bevor du gehst, nimm meine Gaben an, Karsan.
Leelavati?
Karsan, das ist Leelavati.
Ich habe Sie heute Morgen mit Giridhar Khawas verheiratet.
Das arme Mädchen hat zwei Schwestern, greise Eltern
und ein Kind, das den Namen eines Vaters braucht.
Wo ist Shaamji Damodar?
Shaamji Damodar wer?
Ihr Bruder.
Oh, ja.
Wo Shaamji ist…
…weiß nur der Herr.
Du…
Was hast du erwartet, Karsan?
Dass ich dich nicht beobachten würde?
Ich sagte, du sollst dich entschuldigen, aber du…
Du bist letztlich nur ein "Das".
Wie auch immer.
Der Wille unseres Herrn geschehe.
Dann eben vor Gericht. Dort wirst du dich entschuldigen.
Nachdem du 50.000 Rupien gezahlt hast.
Leb wohl.
JJ ist hier.
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
Heil dir…
Ich bin über 200 Fällen vorgesessen, Joseph.
So mitgefiebert haben die Menschen noch nie.
Es ist ihre Religion, die sie zusammenhält, würde ich sagen.
Sie spaltet sie auch.
Wie sonst hätten wir so lange herrschen können?
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
Er hätte mit dem Wagen bis zur Tür fahren können.
Aber er hat es nicht getan.
Eine Machtdemonstration.
Je leerer die Trommel, desto lauter klingt sie.
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
OBERSTER GERICHTSHOF VON BOMBAY
Wir hörten die Eröffnungsplädoyers im Verleumdungsfall 12047.
Sollen wir das Verfahren fortsetzen, Gentlemen?
Als Ersten rufe ich
Maharadscha Yadunath Brijratanji in den Zeugenstand.
Ich laufe nicht weg.
Fragen Sie, was Sie fragen wollen, ich antworte von hier aus.
Einspruch, Mylord. Er muss sich ans Protokoll halten.
Abgelehnt.
Wie Sie sehen, spielt der Kläger in einer eigenen Liga.
Halten wir ihn bei Laune, ja?
Ihr seid Tribute gewöhnt, JJ.
Doch das ist kein Tribut, sondern die Gita.
Legt Eure Hand darauf und schwört,
dass Ihr die Wahrheit sagen werdet und nichts als die Wahrheit.
Der Maharadscha schwört nicht.
Die Menschen schwören im Namen des Maharadschas.
Der Maharadscha sagt nicht die Wahrheit.
Was immer er sagt,
ist die Wahrheit.
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dem Sektengründer! -Heil!
Heil dir…
Führen Sie den Mann ab.
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
Und Maharadscha, weitere Zugeständnisse gibt es nicht.
Mr. Bailey, würden Sie das klarstellen, bevor mich Ihr Mandant zu nerven beginnt?
Schon gut, es ist nur ein Eid.
Ich schwöre, dass ich die Wahrheit sagen werde.
Zufrieden?
Aufgrund Mr. Karsandas Muljis Artikel, der im Satya Prakash veröffentlicht wurde,
haben Sie Klage wegen Verleumdung eingereicht, richtig?
Ja.
Doch der Artikel, der ihn erwähnt, basiert auf Fakten.
Um das zu beweisen,
rufe ich Dr. Ramkrishna Vitthal Lad in den Zeugenstand.
Dr. Ramkrishna Vitthal Lad, treten Sie vor!
Dr. Bhau Daji Lad.
Ich glaube, so nennen Sie die Menschen.
Ja.
Stellen Sie sich bitte vor.
Mylord, ich bin qualifizierter Arzt.
Ich habe 1850 das Grant Medical College in Bombay abgeschlossen.
Ich bin Regierungsbeamter
und Leibarzt der Priester aller Havelis in Bombay
und ihrer Familien.
Also haben Sie Maharadscha Yadunath vermutlich auch behandelt?
Richtig. Ich behandelte ihn wegen Chaandi.
Das ist eine Geschlechtskrankheit.
Eine sexuell übertragbare Krankheit,
die gemeinhin als Syphilis bekannt ist.
Ruhe im Gerichtssaal, bitte.
Der Arzt hat ausgesagt, dass der ehrenwerte JJ Syphilis hat.
Dr. Lad, wie erkrankt man an Syphilis?
Der Verkehr mit mehreren Sexualpartnern
gilt als häufigste Ursache der Infektion.
Ich gab ihm Medikamente
und riet ihm davon ab, mehrere Sexualpartner zu haben.
Noch eine Sache.
JJ fragte auch nach Abtreibungsmitteln,
da alte Methoden wie versetzte Laddus nicht immer funktionieren.
Er schickte einige Male schwangere Frauen mit einem Brief zu mir.
Ich schickte sie umgehend fort.
Auch dies führte zu Spannungen zwischen uns.
Danke für Ihre Aussage, Dr. Lad. Keine Fragen mehr. Ihr Zeuge, bitte.
Dr. Lad,
haben Sie den Maharadscha je persönlich auf Syphilis untersucht?
-Nein. -Das war nicht nötig.
Dr. Lad hört womöglich schlecht.
Ich hatte Chaanda, nicht Chaandi.
Man nennt es auch Chaatha, was so viel bedeutet wie…
Er meint, er hatte Furunkel in seinem Intimbereich.
Letzten Monat war ich in Tailangaa.
Ich aß zu viel schwarzen Pfeffer, Ingwer und andere Gewürze,
was das Leiden verursachte.
Ich ließ Dr. Lad holen.
Ich sagte Chaanda, aber er hörte Chaandi
und verursachte diese Verwirrung,
So ist es.
Ohne Untersuchung lassen sich Syphilis und Furunkel nur schwer unterscheiden.
Die Beweise sind unzureichend, Euer Lordschaft.
Es war höchstwahrscheinlich eine falsche Diagnose.
Nun gut, kommen wir zu den Abtreibungen.
Haben diese Damen jemals JJs Namen genannt oder sich über ihn beschwert?
Sagten sie je, es wäre sein Kind?
Dass sie vergewaltigt wurden?
Hat je jemand behauptet, es wäre sein Kind?
Wenn der Brief von ihm kommt, kann das nur bedeuten…
Nein, tut mir leid.
Ein Brief des Maharadschas beweist nicht, dass er der Kindsvater ist.
Mylord, Dr. Lad stellt Vermutungen an. Er hat keine stichhaltigen Beweise.
Fragen Sie einen unabhängigen Arzt, Mylord.
Wenn er keine Syphilis hat, lege ich meine Arbeit nieder.
Wir verlangen eine umgehende ärztliche Untersuchung.
-Stattgegeben. -Aber… Mylord!
Haben Sie weitere Fragen an den Arzt, Mr. Bailey?
Keine weiteren Fragen, Mylord.
Ich bitte um Erlaubnis,
JJs Diener Giridhar Khawas befragen zu dürfen.
Sie wurden gestern mit einer Leelavati verheiratet
und hatten keine Einwände?
Falsch.
Leelavati und ich haben vor acht Monaten geheiratet,
während der Reise nach Dwarka mit JJ.
Sie trägt mein Kind unter dem Herzen. Ich bin der Vater des Kindes.
Ich schwöre es.
"Mein Kind. Ich bin der Vater."
Warum betonen Sie so, dass es Ihr Kind ist?
Bestehen etwa Zweifel?
Nein, es ist die Wahrheit. Es ist, wie es ist.
Wenn es mein Kind ist, nenne ich es doch nicht… Ihres.
Sie betonen es, weil es JJs Kind ist, nicht Ihres.
Sie nehmen seine Reste als Gaben an.
-Einspruch! -Mylord, Leelavati wurde vergewaltigt.
Sie bekam versetzte Laddus, um das Kind abzutreiben.
Karsandas brachte sie nach Mameleshwar, doch JJ ließ sie entführen.
Shaamji wurde als Geisel gehalten
und Khawas über Nacht mit Leelavati verheiratet,
um ihre Aussagen zu verhindern.
Von wegen Verleumdung!
Hier geht es um Vergewaltigung, versuchten Mord und Zeugenmanipulation!
Arnsty.
Die Menge ist ruhig, weil ich es ihr befehle.
Vor dem Gerichtssaal warten 10- bis 20-mal so viele Gläubige.
Leidenschaftliche Gläubige.
Ihre Geduld mit Beleidigungen hat Grenzen.
Gibt es Unruhen und Blutvergießen,
ist das nicht meine Schuld, Gentlemen.
Mr. Arnsty, haben Sie weitere Fragen an Giridhar Khawas?
Nein, Mylord. Der Zeuge ist entlassen.
Ich rufe meinen Mandanten, Karsandas Mulji, in den Zeugenstand.
Karsandas Mulji wurde in den Zeugenstand gerufen.
Was bedeutet es, "einem göttlichen Dienst beizuwohnen"?
Man sieht dem Maharadscha beim Akt mit einer Gläubigen zu.
Sie meinen beim Geschlechtsakt?
Im Haveli?
Ja.
Gläubige können gegen Bezahlung dabei zusehen.
Großer Gott, ist das zu glauben?
Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie sagen.
Gläubigen dies zu ermöglichen,
damit sie Erlösung erlangen ist meine Pflicht und mein Privileg.
Es ist ein uraltes Ritual.
Rituale müssen korrekt sein, nicht alt, JJ.
Wären sie falsch, wurden keine Loblieder darauf gesungen.
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
Heil dem Kindgott!
-Heil! -Raus!
-Heil dem Sektengründer! -Heil!
-Heil dir, Maharadscha Yadunath! -Heil!
-Heil dem Kindgott! -Heil!
Mr. Karsandas,
haben Sie den göttlichen Dienst je mit eigenen Augen gesehen?
Ja.
Bei meiner Verlobten Kishori.
Und hatte Kishori Einwände gegen den Akt?
Wurde sie dazu gezwungen?
Nein.
Verzeihung, wie war das?
-Nein. -Nein!
Ein einvernehmlicher Akt, Mylord.
Aber Sie lösten wegen dieses Vorfalls die Verlobung?
Ja.
Und daraufhin warf Sie Ihre Familie aus dem Haus?
Ja.
Also glaubte offenbar sogar Ihre Familie, dass der Akt angemessen war.
Mylord, wozu soll das führen?
Zum Motiv, Mr. Arnsty!
Kishori begeht Selbstmord.
Seine Familie verbannt ihn.
Sein eigener Vater bricht alle Verbindungen ab.
Und für all diese persönlichen Tragödien macht er JJ verantwortlich.
Sein Zorn und seine Verbitterung werden in seinen Artikeln ersichtlich.
Er hat seinen persönlichen Groll zum öffentlichen Spektakel gemacht.
Und weswegen? Weswegen?
Aus Rache?
Aus Geltungssucht?
Oder um Ruhm und Geld zu verdienen?
Das weiß nur er!
Ich sehne mich weder nach Reichtum noch nach Ruhm.
Ich wurde als Vishnuit geboren, lebe aber wie ein Brahmane.
Ich bin ein Kshatriya, ein Krieger, und strebe nach der Demut eines Shudra.
Wo immer ich Schmutz sehe, versuche ich ihn zu entfernen.
Überlegen Sie mal.
Wie profitiere ich von diesem Prozess oder diesem Artikel, Herr Anwalt?
Ich habe keine 50.000 Rupien, das werde ich nie.
Ich habe in letzter Zeit viele religiöse Bücher gelesen
und Seminare besucht.
Der Respekt vor meiner Religion und der Sekte hat dabei noch zugenommen.
Aber auch die Wut gegen jeden,
der ihre Würde und Heiligkeit zu seinem Vorteil ausnutzt.
Beim Gelübde sprechen wir das folgende Gebet.
Das bedeutet:
"Herr, du bist mein Beschützer.
Mein Körper, meine Seele, mein Besitz, und meine Welt sind dein.
Ich bin dein Diener." Oder, Maharadscha?
Und wie wird das im Haveli interpretiert?
Nur zu, sagt es uns.
Jede neue Braut
liegt zuerst…
…dem Maharadscha bei.
Welches dieser vielen Worte hat er gewählt?
"Ehefrau. Frau."
Welcher unserer heiligen Texte besagt,
dass der Maharadscha einer Frau vor ihrem Mann beiliegen muss?
Es gibt viele Beispiele derlei hässlicher Missinterpretationen.
Die Texte sind auf Sanskrit, das nicht jeder versteht.
Warum sie nicht einfach übersetzen oder transkreieren?
Ein Führer sollte sie nicht missinterpretieren.
Dinge im Laufe der Zeit neu zu interpretieren
ist Aufgabe des Maharadschas, Sir.
Wer gibt Euch das Recht dazu? Wer gibt Euch diese Macht?
Meine Gläubigen!
Sie verlangen es für ihren Tribut.
Die Frauen bieten sich freiwillig an.
Na und?
Welche Rolle spielt das?
Sie sind ungebildet, anders als Ihr.
Ihr seid ihr Guru.
Ihr hättet ablehnen können, tatet es aber nicht.
Weil es Eurer Lust passte.
Gurus leiten jene, die vom Weg abgekommen sind.
Doch wer leitet sie?
Wo Macht ist, ist auch Ausbeutung.
Geht er, folgt ihm ein anderer und schafft neue Regeln.
Ich will jene leiten, die vom Weg abgekommen sind.
Ich habe es immer gesagt,
ich bekämpfe weder die Havelis noch eine bestimmte Sekte.
Ich werde weiter dort beten, und das mit Hingabe.
Ich bin stolzer Vishnuit.
Und das werde ich bleiben, Mylord.
Ich hege keinen persönlichen Groll gegen JJ.
Ich bekämpfe nicht den Mann, sondern seine Irrwege.
Auch wir Gläubige sind Teil dieser Irrwege.
Einhändig kann man nicht klatschen.
Die Priester kommen damit durch, weil wir es zulassen.
Ihr lasst Töchter oder Frauen nur mit Schleier aus dem Haus.
Aber ein anderer darf sie bedrängen, während andere zusehen?
Den Dienst anzunehmen ist sein Fehler.
Doch warum feiert ihr das Ereignis?
Beendet, was seit Jahrhunderten geschieht, oder es geht ewig so weiter.
Nur die Namen der Gurus werden sich ändern.
Sonst nichts.
Religiöser Glaube ist äußerst privat, persönlich und heilig.
Er ist nicht an Ort oder Form gebunden.
Religion wird im Herzen zelebriert, nicht in der Öffentlichkeit.
Unser Gott ist an unserer Seite.
Es braucht keine Brücken zu ihm.
Kein JJ, religiöser Dienst oder Ritual garantieren Zutritt zum Himmel.
Nur Taten bringen einen dorthin.
Und egal, wie dieser Prozess endet, ich habe etwas gelernt.
Sag nur die Wahrheit, wenn du Beweise hast.
Eine Wunde darf nicht nur schmerzen. Sie muss eine Narbe hinterlassen.
Ich werde auch hinter Gittern…
…weiter Fragen stellen…
…und Menschen zur Rechenschaft ziehen.
Meine Schlacht wird dieselbe bleiben.
Steht mir bei oder ich kämpfe allein.
Ich stehe dir bei.
Ich werde gegen JJ aussagen.
Ich auch.
Ich auch.
Ich auch.
Ich auch.
Etwa 32 Personen sagten in den nächsten sieben Tagen aus.
Frauen sprachen für sich selbst…
…Männer für ihre Ehefrauen, Schwestern und Töchter.
Nicht Karsandas hatte den Maharadscha diffamiert,
seine Taten selbst waren es gewesen.
In einem wegweisenden Urteil sprach Sir Mathew Richard Sausse
Karsandas Mulji am 22. April 1862 von allen Anklagepunkten frei.
…nicht schuldig.
Sir Sausse empfahl hingegen,
ein Strafverfahren gegen den Maharadscha einzuleiten.
URTEIL VON JOSEPH ARNOULD UND MATHEW RICHARD SAUSSE
OBERSTER GERICHTSHOF VON BOMBAY
Aus dem Weg. Macht Platz.
Dank des Maharadscha-Verleumdungsfalls
wurde der göttliche Dienst verboten
und ein Präzedenzfall geschaffen, dass auch JJ nicht über dem Gesetz stand.
Die Gesellschaft, in der wir heute leben,
ist das Vermächtnis großer Reformer wie Karsandas Mulji,
der lehrte, dass es keine Brücke braucht, um das Göttliche zu erreichen.
Religion ist ein Mittel, um ein guter Mensch zu werden,
nicht um ein Gott zu werden.
Eine Sekte ist weit wichtiger als Einzelne oder Vorfälle.
Die Sekte sah den Vorfall als Ausnahme und folgte weiter dem Pfad der Religion.
Die Sekte der Vishnuiten wächst weiter und bleibt ein stolzer und wichtiger Teil
des sozialen, kulturellen und religiösen Gefüges Indiens.
Karsandas Mulji war ein gujaratischer Journalist,
Schriftsteller und Sozialreformer aus Indien.
Die Zeitung Rast Goftar wurde ab 1854 in Bombay verlegt.
Sie setzte sich für Sozialreformen unter Parsis in Westindien ein.
Dadabhai Naoroji war der Mitbegründer von Rast Goftar.
MAHARADSCHA-VERLEUMDUNGSFALL
Jadunathji Brijratanji, ein religiöser Führer,
verklagte Karsandas Mulji wegen des Artikels in Satya Prakash.
DR. BHAU DAJI LAD
Laut Ärzten wurde der Führer wegen Syphilis behandelt,
und mehrere Zeugen schilderten seine erotischen Eskapaden.
Der Fall wurde 1862 am Obersten Gerichtshof verhandelt,
dem heutigen Great Western Building.
Die Karsandas-Mulji-Bibliothek in Matheran wurde kürzlich renoviert und eingeweiht.
Untertitel von: Matthias Ott
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