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(Blubbern)
(gedämpfte Kinderrufe)
(Junge) Nicht so lahm!
(Junge) Schneller, die überholen uns!
-Los, beeil dich! Schneller! -Ja, ja, los!
Schneller. Rein, ja.
Los, schneller! Tempo!
-Los, mach schon! -Los, Beeilung, lauf!
-Wir schaffen das. -Mach hin, komm!
Los, los, los.
-Nicht daneben. -Mann, beweg dich schneller.
-Werd mal fertig, los jetzt komm. -Mach weiter.
-Schneller. -Los, mach schon.
(sie rufen durcheinander)
Mach jetzt! Komm, schneller, schneller.
Los, los, los.
-Hierher. Du schaffst das. -Da rein, komm.
-Ja, ja, ja! -Schneller, los.
-Weiter, weiter, weiter. -Ja, ja, komm.
-Füll das Wasser um. -Komm, umfüllen.
(Kinder jubelnd) Ja, ja, ja!
Und du trägst die Flasche.
Schneller, schneller. Los, los, los.
(alle rufen durcheinander)
Schneller, schneller, schneller.
-Los. -Das haben wir.
Los, los, los, mach schon. Los, weiter.
Ja! Gewonnen, gewonnen!
(alle) Sieger! Sieger! Sieger!
Hey. Das gilt nicht.
-Du darfst nicht mitmachen. -Keine Mädchen.
Hey.
Sie hat gewonnen.
Was willst du? Wer bist du?
-Sein Vater ist aus der Stadt. -Sie schicken ihre Verbrecher her.
-Wir sind keine Verbrecher. -Ihr seid aber Volksverräter.
Na kommt.
-Ach komm, wir gehen. -Hier stinkt's mir zu sehr.
-Lass den Idioten doch stehen. -Na kommt.
Mit einem Verräter wollen wir nichts zu tun haben.
-Volltreffer. -(Lachen)
-Das hat er verdient. -Luana, komm!
(Junge) Lass abhauen.
Zeig mal.
Das schaffe ich allein.
(Grillen zirpen)
Was ist passiert?
-Er hat einen Stein abbekommen. -Ist nicht schlimm. Nur ein Kratzer.
Hinsetzen.
Setz dich doch auch.
(Junge) Mach dir keine Sorgen.
Sie ist Ärztin.
Komm her.
Dein Kopf geht jetzt auf eine wunderbare Reise.
Es war eisig kalt in der Nacht.
So kalt, dass einem die Tränen auf den Wangen gefroren.
Die beiden Männer waren allein,
nur mit den Hunden,
die ihren Schlitten keuchend durch die verschneite Landschaft zogen.
Um sie herum war es dunkel.
Man hörte nur das Heulen der Wölfe, die im tiefen Wald lauerten.
Auf dem Schlitten stand die Kiste mit der unheimlichen Fracht,
die sie abzuliefern hatten.
(sanfte Musik)
So, fertig.
Wie geht es aus?
Spannend, oder?
Ich kann dir das Buch borgen.
Agim kann dir vielleicht auch vorlesen.
(sanfter mehrstimmiger Frauengesang setzt ein)
(sanfter Frauengesang wird flotter und rhythmischer)
(Lied klingt aus)
Oh, Lule.
Du wirst die schönste Braut mit einem wunderschönen Brautkleid.
Bist du aufgeregt?
Angelika, mach deine Cousine nicht verrückt.
Mama, die Männer sind da.
Los, los!
(flotter rhythmischer Frauengesang setzt erneut ein)
(Lied klingt aus)
Wir sind einig mit den Fikus.
Es wird geheiratet.
Dem Himmel sei Dank.
Meine Tochter.
Du bist Flamur Fiku versprochen.
Dieses Versprechen bindet dich bis zu deinem oder seinem Tod.
(Mann) Was habt ihr?
Seid doch glücklich. Es ist eine sehr gute Familie.
Geht morgen noch mal los und sammelt ein bisschen Kamille.
Ja, Angelika holt mich morgen früh ab.
Du kannst mitgehen.
(Männer lachen)
(Priester) Ihr jungen Spunde, ihr wollt das Land verändern?
Aber ihr müsst doch sehen,
nicht alle Beschlüsse von Enver Hoxha sind gut.
(Mann) Wir brauchen Veränderung.
Aber sie lassen uns nicht an Gott glauben.
Wir haben schon immer und werden weiter
nach den Regeln des Kanuns leben.
In Gottes Namen, ich sage euch...
auch Enver Hoxha kann das nicht verhindern.
Oder was meint ihr?
-Er kann es nicht. -Amen.
(alle) Zum Wohl.
(Gläser klirren)
(Vogelgezwitscher)
-Guten Morgen, Angelika. -Guten Morgen.
Hier, die Körbe. Wir sehen uns später wieder hier.
Hier, nimm den.
(sie singen fröhliches Lied)
Mädels, macht weiter. Ich verschwinde kurz.
Bin gleich wieder da.
(sie summt fröhliches Lied)
(Wasser rauscht)
Liest du mir was vor?
Mhm.
"Und dann schließlich... stellte er sich hin.
Die Arme schlaff vor Müdigkeit. Die Hunde kamen vor den Schlitten.
Er warf die Gurte über die Schulter." (Magen knurrt)
"Und die Hunde zogen den Schlitten."
Warte.
Danke sehr.
"Am Abend, als die Sonne unterging,
unterbrach er die Fahrt und ging los,
um im Wald Feuerholz zu sammeln.
Als Nächstes fütterte er die Hunde, aß zu Abend und legte sich ans Feuer.
Aber er konnte nicht richtig schlafen.
Und da, noch bevor er seine Augen schloss,
bemerkte er, dass die Wölfe näher an die Feuerstelle kamen.
Er musste die Augen nicht weit öffnen, um zu sehen,
dass sie einen Kreis ums Feuer bildeten
und sich auf die Lauer legten."
(zarte magische Musik)
Ich habe es selbst erst bis da gelesen.
Morgen dann wieder hier?
Ich will selbst Bücher lesen können.
Bringst du es mir bei?
Das kann lange dauern, aber...
wenn du mir wieder was zu essen mitbringst,
fangen wir morgen an.
Wer war das?
Wo ist Angelika?
-Angelika! Angelika? -Angelika!
(Rascheln, leises Keuchen)
Der... mit...
M... Mit...
ei....
ei... ei...
eigener...
Hand...
(Kusslaut) Na, komm.
(Luana) "Schließlich...
stellte er..."
Mhm.
-"S..." -Ja.
-Sich hin. -"Sich hin."
Ja.
"Die...
A... Arme... schlaff vor...
-Mü...digkeit." -Ja.
"Die Hunde kamen vor den Schlitten."
Du isst wie ein Schwein.
(zarte Musik)
Das wird reichen. Die noch.
Wie soll ich je heiraten, wenn der Mann,
der mir versprochen ist, sich nicht blicken lässt und mich nicht abholt?
(Mutter) Armer Liebling.
Wenn er wüsste, wie hübsch du bist, würde er angesaust kommen.
(Angelika) Lieb von dir, Tantchen. Ja, besser, er beeilt sich.
Halt dich lieber fern von Angelika.
"Sie schrie... aus vollem Hals,
während er an ihrem...
-Kl..." -Kleid.
-Kleid zog. -"Kleid zog."
-Mhm. -"Er hatte scharfe Fänge."
Das ist so spannend. Darf ich es mir borgen?
Dieses Buch ist verboten.
Das kannst du nicht im Haus haben.
Los, komm.
Unser Geheimversteck.
Amen.
-Gute Nacht, mein Schatz. -Ja, schlaf gut.
Ich habe mich bemüht, dir eine gute Familie zu finden.
Einen guten Mann.
Du triffst dich mit einem Jungen.
Warst allein mit ihm.
Und nicht nur einmal.
Wie heißt er?
Agim Shala,
der Sohn von Zef Shala.
Das sind Fremde. Was willst du denn von denen?
Du lügst uns an.
So dankst du es uns?
"Der Täter ist der, der mit eigener Hand tötet.
Der Täter wird, sobald er... getötet hat,
die Tat bekannt machen,
sodass die Familie... des Opfers nicht falsch handelt.
Der Täter wird um... um eine Schonfrist bitten... und..."
Warte.
Hat euch jemand gesehen?
Wir sind...
stolze und...
sture Menschen.
Damit wir nicht wie Tiere sind,
brauchen wir den Kanun und seine Regeln.
Er führt uns durchs Leben.
So grausam, wie wir ihn auch empfinden.
Lies ihn.
Lerne die Regeln des Kanun.
Befolge sie. Leb danach.
Und den Jungen...
wirst du nie wiedersehen.
(Kusslaut)
(sanfter mystischer Frauengesang)
(mystischer Frauengesang erklingt weiter)
"'Wart's einfach ab. Es ist ihm bestimmt eine gute Lehre.
Er wird sich daran gewöhnen.'
Die Kutsche fuhr los.
Er ließ jedoch...
einen Moment verstreichen, bevor er die Reise fortsetzte.
Wolfsblut versuchte, ihn aufzuhalten. Aber..."
(sehnsüchtige Cellomusik)
(leichte zarte Klänge)
(Musik klingt aus)
(jüngerer Onkel) Nie, niemals.
Nein.
Seht ihr keine andere Lösung?
Bitte nicht, nein. Nicht meine Tochter.
Angelika.
Ich bitte euch. Nicht mein Kind.
Bitte zwingt mich nicht. Ich kann das nicht.
Angelika ist meine einzige Tochter. Bitte.
Der Vater muss den ersten Stein werfen.
(Vater) Wartet. Die Familie muss zuerst abstimmen.
Worüber sollen wir denn abstimmen? Sie ist schuldig!
Bald weiß es das ganze Dorf!
(Priester) Du musst jetzt stark sein. Wir sind alle bei dir.
(Mutter) Ruhig.
Dass es zum Schlimmsten kommt, ist nicht gesagt.
Ihre Regel hat ausgesetzt.
Oh Herr, warum strafst du uns so sehr?
-Warum? Warum? -Hör auf. Beruhige dich.
Sch. Komm, hör auf.
(Luana) Mutter?
(Klirren)
So spät! Wo warst du?
Was denkst du dir? Komm her!
Sag schon, wo bist du gewesen?
Wo bist du gewesen? Sag! (Schläge)
Was hast du dir dabei gedacht, du dummes Kind!
Du Idiotin!
(Schluchzen)
(düstere Musik)
(Luana schluchzt weiter)
Fatjon, mach's gut.
Ich werde dich vermissen.
Bring das deiner Tante.
(Priester) Fatjon, mein Junge, alles Gute.
Wo ist Angelika?
(angespannte Celloklänge)
(sanfte idyllische Klänge)
Luana, wo warst du?
-Wir sind schon fast fertig. -Mir war nicht gut.
Agim Shala.
Arm wie eine Kirchenmaus,
aber schwimmen kann er wie ein Fisch.
Oh, jetzt tu doch nicht so.
Glaubst du, wir sehen nicht, wie rot du wirst, wenn er vorbeigeht?
Was willst du damit sagen?
Ist schon gut, hast ja recht.
Aber Adem Berisha ist auch nicht gerade übel.
-Adem Berisha? -Mhm.
-Der neue Lehrer aus der Stadt? -Ja.
Sieht sehr gut aus, nicht wahr, Lule?
Adem Berisha, der findet hier keine Frau.
Er ist fremd hier. Hat weder Land noch Familie hier.
Keiner wird ihm seine Tochter zur Frau geben.
Ja. Leider wahr.
(ruhige Klavierklänge)
Oh, endlich etwas abkühlen.
(Gelächter)
Oh, tut das gut.
-So schön kühl. -Arschkalt, würde ich sagen.
(stimmungsvolle Cellomusik)
Schwester, du darfst dich nicht mehr mit Agim treffen.
Die Leute reden schon.
Ich tue nichts Verbotenes.
Nein, bitte.
-Wartet! -Weg mit dir, alter Herr.
-Weg. -Das ist Sünde!
-Brennt die Hütte ab. -Schafft den alten Mann weg.
Los, das muss alles raus.
-Ich will das Feuer brennen sehen. -Platz da.
Hey, ihr zwei. Geht nach Hause. Los, schnell nach Hause.
(Priester) Nein, nein, nein!
(er schreit auf)
Na los, gehen wir!
Gjon.
Drinnen ist Zef Shala.
Haben Sie sich ans Landleben gewöhnt?
Ihre Frau arbeitet jetzt als Hebamme?
Stimmt, und unser Sohn Agim ist im Moment beim Militärdienst.
Ihm soll unser Schicksal erspart bleiben.
Ich komme in einer sehr wichtigen Angelegenheit zu Ihnen,
voll Ehrerbietung und großem Respekt.
Wegen Ihrer Tochter, Luana.
Ich bin kein reicher Mann, aber mein Sohn...
Sie sind nicht von hier.
Daher will ich Ihren Besuch vergessen.
Ich weiß nicht, wie ihr Dinge in der Stadt handhabt.
Ein Versprechen gilt bei uns hier als Gesetz.
Sie ist bereits verlobt.
Entschuldigen Sie.
Es beschämt mich, wenn...
das Verhalten meiner Tochter einen anderen Eindruck vermittelt.
Vater.
(sie betet flüsternd)
-Vielen Dank. -Gern geschehen.
Dich bedienen wir hier nicht.
Ah ja.
(Priester) Entschuldigung. Luk Fiku?
Ja bitte?
Ich bin Gjergj Prenga, der Berater von Gjon Markaj.
Vater, ich fühle mich geehrt, dass mein Freund Sie ausgesucht hat.
Ich bin kein Priester mehr.
(Luk) Aber noch ein Mann Gottes.
Es gibt niemand besseren, um eine Ehe zu arrangieren.
-Wir haben viel zu besprechen. -Jaja.
Schönen Tag noch.
Alles Gute.
Schönen Tag.
Du bist gekommen. Gott sei Dank.
Nur, um Lebwohl zu sagen.
Lebwohl?
Nein, nein, nein.
Du kommst mit mir.
Wir fliehen über Jugoslawien nach Deutschland.
Ich habe da Familie, wir können da wohnen.
Ich werde studieren, für dich sorgen. Wir schwimmen durch den Shkodra.
-Ich kann nicht schwimmen. -Aber ich! Ich trainiere Tag für Tag.
Dann bist du ein Deserteur. Die Grenzposten schießen auf uns.
Keine Angst. Ich habe mit einem Kameraden geredet.
Er lässt uns durch. Meine Eltern kommen auch mit, das wird schon.
Hm?
Und meine?
Luana.
Ich liebe dich.
Luana.
Heirate mich.
Sag bitte Ja.
Du musst gehen.
Ohne mich.
Nie.
(melancholische Musik)
(melancholische Musik läuft weiter)
(Priester) Gjon Markaj.
Dein Freund... Luk Fiku
ist hierhergekommen, um sich zu versichern,
dass... die Vereinbarung noch immer gültig ist.
Der vereinbarte Brautpreis war 1400 Grosh.
Dann schlage ich vor,
wir legen die Hochzeit auf das Ende des Monats.
Ja, unsere Familie
ist einverstanden.
Und Gjergj Prenga
soll unser Zeuge sein.
-Auf die Hochzeit. -(alle) Auf die Hochzeit.
-Zum Wohl. -Zum Wohl.
(getragene Cellomusik)
-Vielen Dank. -Vielen Dank, Tochter.
Danke.
(getragene Cellomusik läuft weiter)
Hab vielen Dank.
Das Brautgeld. Hm?
Dieser Ring... bindet deine Tochter an das Eheversprechen.
(Priester) Von jetzt an kann sie niemand anderen mehr heiraten.
Niemanden als Flamur Fiku,
den Sohn von Luk Fiku.
Bis dass der Tod sie scheidet.
So sei es.
(mystischer Frauengesang setzt ein)
Schwester, du musst das doch nicht machen.
(Männer lachen gedämpft)
Du kannst den Eid der Burrnesh ablegen.
Er gilt...
und wird von allen respektiert.
Und mein Leben lang nie heiraten?
Nie meine Kinder in den Schlaf singen am Abend? Niemals?
(Mutter) Flamur Fiku, so sagen die Leute,
ist ein sehr hübscher Mann, stattlich, ein Prachtkerl.
Alles wird gut, sage ich dir.
(ruhige Trommelmusik mit mystischem Frauengesang)
Warum ist auch Flamur dabei?
-Sei in meinem Haus willkommen. -Ich freue mich sehr.
-Auch du, mein Sohn. -Vater.
Wie ich sehe, habt ihr viele gute Männer,
um meine Tochter wohlbehütet in ihr neues Zuhause zu bringen.
Ich konnte nicht widerstehen. Ich musste meine Braut sehen.
Die ungeduldige Jugend.
Gut. Gehen wir erst mal rein. Es gibt Raki und ein Festmahl.
(alle) Zum Wohl. Auf die Familie.
-Und im Dorf, wie sieht es da aus? -Ganz gut. Nicht schlecht zumindest.
Auf einige müssen wir ein Auge haben, besonders auf die Kommunisten.
Wir haben ein Komitee gegründet.
Luana schreibt das Protokoll für uns.
-Luana? -Ja, und?
Mädchen können mittlerweile zur Schule gehen,
können Lesen und Schreiben lernen.
Die sind aber eigentlich etwas jünger.
Tja, Luana hat ihren eigenen Kopf.
Sie wird dir eine Hilfe sein, mein Sohn.
-Zum Wohl. Auf euch. -Herzlich willkommen.
-Danke. -Auf eure Gastfreundschaft.
-Zum Wohl. -Danke für den Empfang.
-Lang lebe die Familie Markaj. -Auf die Brautleute.
Er sieht gut aus, war nicht übertrieben.
(Pferd wiehert und schnaubt)
(Flamur) Meine schöne Braut,
die ihren ganz eigenen Kopf hat.
Ich habe gehört, du gehst nachts gern raus.
In der Stadt ist das aber nicht erlaubt.
Das läuft dort anders als im Dorf hier, wirst sehen.
Du verlässt das Haus erst mal nicht,
bis du die Regeln verinnerlicht hast, klar?
Weißt du, was passiert, wenn eine Braut sich widersetzt?
Sie wird dem Bräutigam übergeben.
Zusammen mit einer Kugel und dem Gewehr des Vaters.
Und sollte sie ihm Schande machen,
hat er das Recht, sie zu erschießen.
Das löst keine Blutrache aus,
denn die Kugel traf sie aus dem Gewehr des Vaters.
Ich kenne den Kanun.
Hm?
Ich kenne den Kanun.
Natürlich kennst du den Kanun.
Du kannst ja lesen.
Dein Liebster hat es dir zärtlich beigebracht, habe ich nicht recht?
Du wirst bestimmt nicht mit mir unzufrieden sein, versprochen.
Ich frage mich, wie das gehen soll,
wenn ich weiß, dass du einen Liebhaber hast.
Bist du noch Jungfrau?
Oder habt ihr es schon gemacht? Oben bei den Schafen, hm?
Wie macht ihr es hier? Sag schon. Hm?
Wie die Tiere?
So von hinten? Hm?
-(sie wimmert) -Sch.
Schön brav stillhalten.
Du gehörst mir, dass das klar ist. Auch das zwischen den Beinen.
Still, oder du wirst es bereuen!
Sch. Sch.
Bis zu dem Moment, wo du meinen Grund verlassen haben wirst,
geschieht dir nichts, dafür verbürge ich mich.
Ich bringe dich zu deinem Pferd
und begleite dich bis zur Straße.
Aber meine Tochter bekommst du nicht mehr.
Du meinst die da? Nichts als verdorbene Ware.
Ich will sie nicht. Sie hat keine Ehre.
-Ich fordere den Brautpreis zurück. -Er lügt, Vater, er lügt!
Lass die Finger von ihr!
-Erst das Brautgeld. -Verschwinde. Verschwinde!
Vater!
Vater?
(sie wimmert)
(getragene Musik mit mystischem Frauengesang)
Es ist meine Schuld.
Deinetwegen werden noch viele mehr sterben.
Nein, Mutter.
Nicht, wenn sie ihn noch heute töten.
Die Blutrache gilt dann noch nicht.
Du kennst die Regeln.
Warum befolgst du sie nicht?
Du wirst noch sehr viele auf dem Gewissen haben.
Den Schmerz wirst du für immer in deinem Herzen spüren.
Bete, dass sie ihn heute noch töten.
Ich verfluche den Tag deiner Geburt.
Dreimal verfluche ich ihn, und auch das scheint mir nicht genug.
Wo ist er?
Hey, hey, hey.
(Waffen klicken)
Wo ist er, hm?
-Ruhig, ganz ruhig. -Ich möchte gehört werden.
-Warum sollten wir dir zuhören? -Schluss jetzt. Ihm steht es zu.
Ich will keine Fehde mit den Markajs.
Ich bin kein Mörder. Das weise ich von mir.
-Ich habe mich nur verteidigt. -Mein Bruder Gjon war ein Ehrenmann.
Er hätte nie auf einen Gast geschossen.
Gjon Markaj war mein Freund!
Unsere Familien kennen sich seit Generationen.
Nie gab es eine Blutfehde zwischen uns.
Ich trauere gemeinsam mit euch.
Bitte glaubt mir.
Der Streit ist aus dem Ruder gelaufen, so viel ist richtig.
Aber es gab einen Grund.
Aus welchem Grund sollte mein Bruder eine Waffe auf jemanden richten?
Warte. Die Familie hat das Recht, den Grund dafür zu erfahren.
Ja. Gjon Markaj war ein Ehrenmann, trotzdem...
-Dein Sohn soll es sagen, Luk Fiku. -Warte.
Vater, du hast recht.
Gjon Markaj ist ein Ehrenmann gewesen.
Ich wollte schweigen, um die Ehre meiner Braut zu schützen.
Ich bin extra mitgekommen, weil mir Gerüchte zu Ohren gekommen sind.
Es gibt Zweifel an ihrer Jungfräulichkeit.
Es schmerzt mich auch.
Ich meine es aufrichtig.
Aber ich habe ihn nicht ermordet.
Die Schuld trägt seine Tochter. Ihr Verhalten ist schuld.
(düstere Musik)
Wo ist der Mörder?
-Die Familie muss sich beraten. -(Lule) Er hat Vater getötet.
Wir müssen handeln!
(Mutter) Seine Seele kann nicht in Frieden ruhen,
wenn sein Tod nicht gerächt ist.
Flamurs Leben für seins.
Worüber muss die Familie beraten?
Es geht dabei um dich.
(düstere Musik überlagert Szene)
(düstere Musik verklingt)
Festhalten.
(Priester) Deine Ehre und die deiner Familie sind unberührt geblieben.
Dem Herrgott sei Dank.
Du darfst deinen Verlobten heiraten.
Verzeih, dass ich gezweifelt habe.
Vater,
sie wird meine Frau.
Ich will so die Freundschaft stärken, die zwischen den Familien besteht.
-Dann ist es beschlossen. -Mhm.
-Die Verbindung ist besiegelt. -Onkel, nein!
Ich habe nichts Falsches getan. Meine Unschuld ist bewiesen.
-Schweig! -Ich werde nicht schweigen.
Mutter, du musst mir glauben.
Er hat Vater getötet.
Sein Blut darf nicht umsonst vergossen sein.
Onkel, du musst mir glauben. Glaub mir.
Du darfst nicht vergessen, ich habe drei Söhne.
Schweig, wenn du uns nicht ins Verderben stürzen willst.
Hast du verstanden?
Sie ist noch nicht wieder sie selbst.
Sie beruhigt sich nach der Trauerzeit.
Geh jetzt. Jetzt geh schon.
(Priester) Es war ein langer, schwerer Tag.
Aber am Ende ist alles wieder gut geworden.
Zum Glück.
Gott sei Dank.
Luk, vertragt euch, gebt euch die Hand.
(Luk) Es tut mir leid, wir teilen euren Schmerz.
Du weißt, was ich gesehen habe.
Warum willst du mich trotzdem noch?
(Priester) In schweren Zeiten müssen wir zusammenstehen.
(Luk) Danke auch von unserer Familie.
Eben deswegen.
Ich bin's nur, ich bin...
Morgen fliehen wir.
Ihr geht weg hier.
Ich...
Ich werde heiraten.
Ich bin jetzt verlobt, Agim.
Lass sie.
Sie betet.
(düstere Musik)
(sanfter mystischer Frauengesang)
(mystischer Frauengesang erklingt weiter)
Da lang.
(Musik wird spannungsvoller)
Kommt, schnell.
-Agim, ich habe Angst. -Halt dich an mir fest.
Da, unser Boot. Da vorne. Das schaffen wir.
-(Mutter) Zef, wo bist du? -Direkt hinter dir.
-Bleib in meiner Nähe. -Keine Sorge.
-(Agim) Halt dich fest. -Schnell.
-Gleich geschafft. -Den Scheinwerfer!
(Schüsse)
-Luana! -Hilfe!
Hilfe!
(Wellenrauschen)
(leises Klimpern)
Ich bin bald wieder bei dir.
Vergib mir.
(Priester) Was ist los, mein Kind?
Was ist denn nur los?
Ich brauche Kleidung von dir.
Jetzt beruhige dich.
-Du bist verwirrt. -Ich habe die Wahrheit gesagt.
Vater ist ermordet worden.
Seinem Mörder werde ich nie gehören.
Ich weiß nur zu gut, dass mein Wort nichts wert ist.
Ich kann aber... vor dir den Eid ablegen.
Du weißt, welchen Eid.
Sie nahmen mir mein Amt, mir fehlt jede Autorität.
(flüstert) Du hast seine Autorität.
Mach mich zur Burrnesha.
Ein Eid von dir ist mehr wert als 24 Eide von anderen.
Niemand wird ihn infrage stellen können.
Für meinen Vater.
Für deinen Freund.
(angespannte Musik)
(sanfter mystischer Frauengesang setzt ein)
Sprich mir nach.
Ich schwöre bei meiner Jungfräulichkeit.
(Luana) Ich schwöre bei meiner Jungfräulichkeit.
(Priester) Ich schwöre beim Haupt meines toten Vaters.
(Luana) Ich schwöre beim Haupt meines toten Vaters.
(Priester) Ich schwöre bei unserem Herrn Jesus Christus...
(Luana) Ich schwöre bei unserem Herrn Jesus Christus...
(Priester) ...dass ich vom heutigen Tage an als Mann leben werde.
(Luana) ...dass ich vom heutigen Tage an als Mann leben werde.
Als Oberhaupt meiner Familie.
Ich schwöre, das Blut meines Vaters zu rächen.
Und ich werde nicht ruhen, bis diese Schuld beglichen ist.
Dafür werde ich, Luana Markaj,
der Ehe entsagen
und werde als Mann leben
und mich um alle Angelegenheiten meiner Familie kümmern.
So soll es sein, solange ich lebe.
Das schwöre ich.
Ich grüße euch.
Wo ist denn die Braut?
Sie ist nicht da.
(Luk) Wir warten.
(düstere Musik)
Guten Tag, meine Freunde.
Wir wollen die Braut abholen.
Bitte.
Danke.
Ihr auch?
Gerne.
Danke.
Habt herzlichen Dank.
(angespannte Musik)
(ruhiger Frauengesang)
Vater, was soll das hier werden?
-Ruhig, Junge. -Einen Moment.
-Luana Markaj hat den Eid geschworen. -Was geschworen?
Sie ist jetzt eine Burrnesha.
Und ich bin ihr Zeuge.
-Es war Notwehr. -Flamur, ruhig.
-Vater, es war aber Notwehr. -Ganz ruhig.
Ich habe geschworen.
Schwörst du, dass du frei von Schuld bist?
Schwörst du es?
Bedeck dich jetzt. Wir müssen los.
(düstere spannungsvolle Musik)
Gehen wir.
-Gehen wir. -Los!
-Ich bitte um eine Schonfrist. -Geht!
(Luk) Eine Schonfrist im Namen Gottes.
-Damit wir es unter uns klären. -Eine Schonfrist von 30 Tagen.
Der Priester wird euch jetzt aus dem Dorf führen.
Na los!
Verschwindet!
(ruhiger Frauengesang)
Komm. Sie warten schon.
Es war die einzige Lösung.
Sonst wäre ich wie Angelika geendet.
Zef Shala lag erschossen am Ufer des Sees.
Angeblich hat Fatjon einen Gefangenen im Polizeirevier in der Zelle.
Ein Verräter, der über den See fliehen wollte.
Setz dich.
Wir, die Markajs, stecken jetzt in einer Blutfehde.
Wie viele müssen noch sterben,
bloß weil du dich vor der Ehe fürchtest?
Nein, Onkel.
Ich bin nicht zum Mann geworden, weil ich die Ehe fürchte.
Sondern weil ihr nicht Manns genug wart,
den Mord an eurem Bruder zu rächen, meinem Vater.
Über die Blutrache entscheidet die Familie.
-Es betrifft euch nicht. -Bei uns gibt es viele Männer!
Ich bin der letzte Mann der Blutlinie von Gjon Markaj.
Die Blutrache endet mit mir.
Sie wollen das Blut des Schützen.
(beklemmende Musik)
(Luana) Ich bin...
Ich...
Ich bin... die Erbin.
Der Erbe.
Ich bin der Erbe von Gjon Markaj.
Ich bin der einzige Nachfolger von Gjon Markaj.
Ich bin der Letzte.
Der Letzte seiner Blutlinie, seines Blutes.
(räuspert sich)
Ich bin der einzige Nachfolger von Gjon Markaj.
Ich bin der Letzte seines Blutes.
Ich bin...
Ich bin hier...
um den Platz meines Vaters einzunehmen.
Onkel, bring uns Raki.
(leises Getuschel)
Was soll's.
(angespannte Musik)
(aufgeregtes Gemurmel)
(angespannte Musik überlagert Szene)
(Lule) Schämst du dich nicht?
Du willst ein Mann sein? Durchs Saufen wirst du's nicht.
(Klimpern)
Agim?
Agim, ich bin's, Luana.
Luana?
Luana.
Überquer nicht den See.
(sanfte melancholische Musik)
Ich liebe dich.
Geh jetzt.
Ich komme wieder, Luana.
(Schuss)
(Mutter) Gott sei mit dir.
Möge Jesus Christus dich schützen. Amen.
Meinen Segen als Mutter habe ich dir gegeben.
(Pferd wiehert)
(Luana) "Es war eisig kalt in der Nacht.
So kalt, dass einem die Tränen auf den Wangen gefroren.
Die beiden Männer waren allein.
Nur mit den Hunden, die ihren Schlitten
keuchend durch die verschneite Landschaft zogen.
Um sie herum war es dunkel.
Man hörte das Heulen der Wölfe, die im tiefen Wald lauerten.
Es schien, als hätten sie sie entdeckt.
Auf dem Schlitten stand die Holzkiste
mit der unheimlichen Fracht, die sie abzuliefern hatten."
-Hier. -Danke.
Wo sind die Schrauben? Lauf und hol sie schnell.
Flamur Fiku.
(Schritte)
Bleib hier. Bleib hier.
-Nein, mein Junge. -Bleib hier.
Nicht mein Junge.
Bleib hier. Bleib hier.
(ruhige Musik mit mystischem Gesang)
(älterer Onkel) Jetzt wird er Frieden finden, Luana.
Nennt mich von jetzt an Jack.
(Glocken läuten)
(ruhige melancholische Musik)
(Luk) Nimm den Jungen.
Ich bitte dich um eine Schonfrist.
Bis ich meine Angelegenheiten regeln konnte.
30 Tage gebe ich dir.
Du hast unsere Herzen verdunkelt.
Blut wird mit Blut bezahlt.
(ruhige melancholische Musik)
(Musik klingt aus)
(Luana) So. Adem.
-Schön, dich zu sehen. -Ich danke dir.
Setz dich.
Also...
ich bin hier...
Um ehrlich zu sein,
ich bin ein einfacher Lehrer.
Das ist hier nicht viel wert. Aber ich werde hart arbeiten.
Ein Schatten liegt auf der Familie.
Was immer passiert, es liegt nicht in unserer Hand.
Unser Schicksal ist Gottes Wille.
-Liebst du meine Schwester? -Ja, sehr sogar.
Und mehr.
Auf euch.
(Klicken)
(Junge) Luana Markaj!
(Baby quengelt)
Hoffen wir, dass es ein Mädchen ist.
Ein Junge.
Hallo.
Er ist wunderschön.
Er ist dem Tode geweiht.
Sprich mit dem Priester. Er soll mit den Fikus reden.
Ich bitte dich.
Oh, Schwester.
Es gibt keinen Ausweg aus der Blutrache.
Ein Mann trifft eine Entscheidung.
Aber nimmt er diese wieder zurück, dann ist er kein richtiger Mann.
Aber...
du bist kein Mann.
(ruhiger mystischer Frauengesang)
(Gesang wird melancholischer)
(Baby quengelt leise)
(angespannte melancholische Musik)
(Baby weint)
(Baby weint weiter)
(melancholischer Frauengesang)
(Musik klingt aus)
Du hast meinen Sohn getötet.
Jetzt bringst du mir euren Sohn.
Das Leben meines Jüngsten hast du verschont.
Die Blutrache endet.
Geh in Frieden, mein Sohn.
(melancholische Musik)
-Macht schneller, die überholen! -Schneller! Wir gewinnen!
-Tempo, Tempo, Tempo. -Kommt schneller.
-Was dauert das so lange? -Weiter, weiter.
-Schneller, komm, komm. -Los, los!
(sanfte Gitarrenmusik)
-Schneller, schneller. -Weiter, weiter.
Jetzt beeil dich mal, komm. Die ist schon fast voll.
(sanfte Gitarrenmusik läuft weiter)
(Gitarrenmusik klingt aus)
Der Mann von Lule
und ihr Sohn.
Ich selbst habe eine Tochter.
Glückwunsch.
Und, warst du auf der Universität?
-Ich bin in einer Autofabrik. -Aha.
Ich habe ein gutes Leben.
-Ich hörte, du besitzt viel Land. -Ja.
Wie geht's Luana?
Hat sie...
den Weg, den sie gegangen ist,
jemals bereut?
Es gab keinen anderen.
(sanfter mystischer Frauengesang)
Ich bin froh, dich zu sehen.
Ja.
(bedeutsame Musik)
(melancholischer Frauengesang)
LUANAS SCHWUR
No Limits Media 2022 Untertitel: Rebekka Drahota u. a.
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