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(anhaltendes Wummern)
(panisches Keuchen)
(Frau panisch) Hallo.
Ich brauche einen Krankenwagen, ganz dringend.
(dumpfes Windrauschen)
(Holly) Da ist echt gar nichts, oder?
(Maria) Nein, es gibt absolut keine Menschen
und nur Bäume.
Krass, dass du das durchgezogen hast.
Ist das ein Kompliment oder Kritik?
Hm, wenn's geht, beides. Du kennst mich doch.
-Ja. -(Holly lacht leise)
Aber sag mal, was ist jetzt mit diesen Bed-and-Breakfast-Plänen?
Machst du das wirklich?
Ja, das läuft eigentlich ganz gut.
Das eine Apartment ist fast fertig, das kannst du dir später angucken.
Das andere wird hoffentlich demnächst fertig.
Ich freue mich eh, das alles zu sehen.
Dein neues Leben als Ehefrau auf dem Land.
Wirst du.
Oh, Shit, ich muss los. Wenn ich was mitbringen soll, sag Bescheid.
Ja, klar, mache ich. Und wenn du dich verfährst, ruf mich an, ja?
Super. Ich freue mich.
-Ich mich auch. Bis dann. Tschüss. -Tschau.
(Uhr wird aufgezogen)
(lautes Ticken)
(unbehagliche Musik)
(entfernte Eulenrufe)
(lautes Ticken erklingt weiter)
(lautes Ticken stoppt)
(Handy klingelt)
-Hey. -Hi.
Alles okay?
Ja, alles gut. Aber echt anstrengend gerade.
-Bist du angekommen? -Äh, ja, gerade eben.
-War deine Präsentation schon? -Nee. Keine Ahnung, wie lange noch.
Hey, du wirst das super machen.
Ich gebe mein Bestes.
Und denk dran: Es geht um deine Zukunft.
Danke, Coach.
Und nur unter Druck entstehen Diamanten.
Hast du noch ein gutes Gefühl mit dem Haus?
Ja, auf jeden Fall.
Ich meine, ich freue mich, wenn die Kisten mal ausgepackt sind.
(er lacht) Ja.
-Was machst du heute noch? -Ich habe mit Holly telefoniert.
Dann wollte ich eigentlich noch eine Runde Yoga machen.
Aber?
-Keine Ahnung. -Was denn?
Ich... Ich habe mich einfach nicht so... so wohlgefühlt.
Hey, mein Vater sagt, Yoga ist kein Problem.
Und der ist Arzt.
Ich wollte einfach kein Risiko eingehen, so kurz vor dem Termin.
Es sind doch noch drei Wochen bis zur Geburt.
Viktor, ich weiß das, okay?
Wir hatten das schon.
Und ich freue mich auch mega, aber...
Es geht einfach alles ein bisschen... schnell.
-Maria. -(seufzend) Ja?
Ey, es ist unser Baby. Das ist das Beste, was es für uns gibt.
Das ist unsere Zukunft. Das...
-Das wird... -Super.
Ein bisschen mehr Emotions bitte.
Das wird... super.
(er lacht) Na also.
Das Haus ist auch wirklich toll.
Auf jeden Fall.
Ich hoffe echt nur, dass meine Bed-and-Breakfast-Pläne aufgehen.
Mach dir keine Sorgen. Das Geld brauchen wir ja nicht.
Krieg du erst mal das Kind. Ansonsten musst du dich um nichts kümmern.
-Ist das Schild angekommen? -Äh, ja.
-Willst du sehen? -Äh, ja, zeig mal.
Ich muss gleich weitermachen, aber das will ich sehen.
Musst kurz warten, ich habe es direkt draußen stehen lassen.
-Jetzt bin ich mal gespannt. -Jetzt warte doch mal.
So.
Ah, das sieht doch super aus!
Ja, finde ich auch.
Okay mit dem Namen? Welling?
Ja, klar. Ist doch jetzt unser Name.
Und unser Haus.
Mhm.
Wenn es dann irgendwann mal fertig ist.
Ja, klar, Bauarbeiten dauern immer länger.
Dafür gehört es dann uns.
Ja, das wird cool.
-Ich rufe dich gleich zurück. -Okay...
Äh, sorry. Hi.
Sie sind die Neue, ja?
Ich bin Ihr Nachbar, Mike. Freut mich.
Ja. Ich... Ich freue mich auch. Maria.
Das habe ich mir gedacht.
Schwanger.
Schön.
Ich habe gehört, Sie bauen was in der Wiese?
Äh, ja, genau. Also, wir bauen das dahinten erst mal fertig.
Und dann kommt hier die Außenterrasse hin.
Ja, es ist echt schön hier, ne?
(beklemmende schwelende Musik)
Alles okay?
Ja, ähm... Da habe ich immer Verstecken gespielt. Also früher.
Und da stehen jetzt meine Bienen, auf der Wiese.
Das ist der beste Platz für sie. Die fühlen sich da sehr wohl.
Ja, die müssten dann leider umziehen.
Tut mir leid.
Ja, mir auch.
Ach so, ähm, das wurde bei mir abgegeben.
Ah.
Tschüss.
Tschüss.
(beklemmende Musik läuft weiter)
(sie seufzt)
(leise) Okay.
Hm...
(entspannte Popmusik setzt ein: „Baltimore“ von K.O.Y)
Zeigen wir Tante Holly mal, wie schön du wohnst, oder?
(Musik stoppt)
Och, nee.
Was ist das denn jetzt?
(Lichtschalter klickt)
(entferntes Windrauschen)
Scheiße.
(Lichtschalter klickt)
Okay.
(sie räuspert sich)
-(Viktor) Hi. Mach bitte schnell. -Ja, sorry. Du, das Licht ist aus.
Was? Wo?
Im Haus. Die Schalter funktionieren nicht mehr.
Stromausfall?
Ja. Also, keine Ahnung.
Weißt du, wo der Sicherungskasten ist?
Äh, Scheiße. Ähm...
Nee, nicht wirklich.
Okay.
-Ich rufe meinen Vater an. -Das kann ich machen.
Ich mache schon. (Anruf endet)
Viktor?
(sie schnaubt)
(leise) Okay.
(Lichtschalter klickt)
(Handy klingelt)
-Hey. -Hey, Maria. Geht's dir gut?
Äh, eigentlich ja. (sie lacht)
Viktor hat es kurz erzählt. Das passiert manchmal.
Du, alles gut.
Weißt du, wo die Sicherungen sind?
Ja, im Keller. Taschenlampe müsste im Flur in der Kommode sein.
Sehr gut. Moment.
-Hast du's? -Warte...
Ah, ja.
So.
Ich drehe dich mal um.
-(Tür quietscht) -Unheimlich?
Quatsch, ich bin doch schon groß.
Rechtsrum. Der Kasten ist ein Stück weiter hinten.
Dann auf deiner linken Seite.
-(lautes Scheppern) -Ah.
Alles gut?
(sie atmet durch)
Äh, ja.
Ah, warte kurz... Ja.
-Okay... -Alles gut.
Okay.
-Der hier, ne? -Mhm.
Siehst du, ob eine durchgebrannt ist?
Ja.
Auf dem Kasten sollten noch welche liegen.
Okay. Äh, warte, einfach rausdrehen, oder?
-Rausdrehen und die neue wieder rein. -Moment.
Sekunde.
So.
Alles okay?
Äh, warte mal.
Äh...
Ja, alles okay.
Und sonst so, hm?
Ja, schön. Ziemlich ruhig.
War ja die Idee, wenn ich richtig verstanden habe.
Genau.
Freut mich, dass es dir gefällt. Meld dich, wenn was ist, ja?
Ja, mache ich. Vielen Dank, Wilhelm, ja? Bis bald.
-Tschau, tschau. -Tschüss.
(Anrufverbindungston)
-(Viktor) Und? -Licht geht wieder.
-Okay. -Ja.
Wie läuft es bei dir?
Äh, gut. Gut.
Aber ich brauche hier halt noch und wäre jetzt gern bei dir.
Du, das ist doch alles okay.
Ich koche jetzt Nudeln und lasse dir für später welche übrig, ja?
(Klopfen) (Mann) Wir sind so weit.
Äh, ja, Moment.
(leise Schritte) Okay, Maria, ich muss los.
Wünsch mir Glück, ja? Ich melde mich, wenn ein Ende in Sicht ist.
(plätscherndes Poltern)
-(Maria keucht) -Maria?
Alles okay?
Was ist los?
-Oh, Scheiße. -Maria?
(leise) Oh, fuck.
Was ist denn passiert?
Ähm...
Ich blute.
Scheiße.
Der Arzt hat gesagt, dass das passieren kann.
Ich soll mich dann hinlegen, ausruhen und nicht mehr so viel bewegen.
Okay, dann leg dich sofort hin.
-Ja? -Ja.
Ich versuche abzuhauen.
Jetzt... Jetzt warte mal.
Ich glaube, das ist wirklich okay.
Ich lege mich einfach hin, und wenn was ist, melde ich mich noch mal, ja?
Sicher? Soll ich nicht kommen?
Ja, ich...
Ich glaube, das ist okay, wirklich.
Okay. Ich beeile mich und melde mich gleich noch mal.
Mhm.
(Anruf wird beendet)
(flüsternd) Fuck.
(entferntes Windrauschen)
(unbehagliche schwelende Klänge)
(unheimliches tiefes Dröhnen)
(sie keucht)
Okay.
(sie seufzt)
Hey.
Alles okay bei dir dadrin?
(nahes polterndes Kratzen)
(unbehagliches Rauschen)
(langes hölzernes Kratzen)
(sie keucht zitternd)
Hallo?
(Nachrichtenton)
(Viktor) Also, mein Vater meldet sich gleich.
Der checkt dich durch, und wenn was ist,
fährt er dich dann ins nächste Krankenhaus.
(er seufzt) Das wird alles.
(Nachrichtenton)
Und soll ich dir ein alkoholfreies Bier mitbringen?
Vielleicht finde ich eins, das noch schlechter schmeckt.
Ich habe jetzt meine Präsentation. Wünsch mir Glück.
(intensive Musik)
(Musik schwillt weiter an)
(Musik bricht ab)
(entferntes Kratzen)
(leises Knarzen)
(Handy klingelt)
-Hey. -Hey, Maria. Wie geht es dir jetzt?
Ähm, ganz gut.
Okay. Blutungen noch da?
Ich glaube, nicht mehr.
Aber hier stimmt irgendwas nicht.
Ich... Ich bin ja gleich da.
Ich höre hier irgendwelche Geräusche.
Bist du sicher?
Das kann eigentlich nur die Heizung sein.
Ich bilde mir das auf jeden Fall nicht ein.
Natürlich nicht. Du hast ja eine Menge Hormone in dir.
Das ist am Ende bei jeder Schwangerschaft so.
Okay.
-Ich fahre gleich los, ja? -Ja.
Ähm, es kann sein, dass wir direkt weiter ins Krankenhaus fahren, ja?
-Na klar. Bis gleich. -Bis gleich.
Tschau.
(hektisches Rattern)
(leises heiseres Hauchen)
(unheimliche schwelende Klänge)
Hallo?
(anhaltendes düsteres Dröhnen)
(düsteres Dröhnen erklingt weiter)
(düsteres Dröhnen stoppt)
(nahes schabendes Kratzen)
(düsteres Dröhnen setzt erneut ein)
(schrilles Pfeifen)
(sie keucht panisch)
Oh Gott.
(keuchend) Das war nur die Heizung.
Oh Gott.
(kratzendes Schaben)
Hallo?
(schwelende Musik)
(entferntes Rauschen)
(kurzes hallendes Klopfen)
(leise) Okay.
(Rauschen stoppt)
(hallend) Hallo?
(elektrisches Surren)
(unbehagliche schwelende Musik)
(sanftes hölzernes Klimpern)
„Sal te protegit.“
Salz zum Schutz. Vor was?
(leises Quietschen)
„Tagebuch Siegfried Welling“.
„20. Juli 1904, Deutsch-Südwestafrika.
Ein Ende ist abzusehen, die Eingeborenen verstehen langsam,
dass sie keinen Sieg erringen können gegen uns.
Schon in ein paar Tagen werden wir den Vorstoß
gegen die Aufständigen angehen.
Wir werden siegen.“
„Aber wir kämpfen weiter.
Sie kämpfen wie die Löwen,
aber wir haben die Gewissheit des Kaisers hinter uns.
Jeder Tropfen Blut zeigt das.“
„Ich hörte nur noch meinen eigenen Atem.
Ich wusste nicht mehr, ich fühlte mich nackt und allein.
Gott steh mir bei.“
„10. Februar 1905, Bustrow.
Meine Heimat fühlt sich fremd an.
Ich glaube, ich verliere den Verstand.
Der Schlaf kommt nicht mehr.
Jede Nacht sehe ich die Gesichter vor mir,
die Schreie höre ich jede Sekunde, die Kinder...
Ich muss Buße tun, ich muss es wiedergutmachen.
Ich will sie nicht mehr sehen.“
(unbehagliche Musik läuft weiter)
(sie atmet unruhig)
(unbehagliche Musik läuft weiter)
(anhaltendes düsteres Dröhnen)
-Bitte geh ran. -(Freiton)
Oh, fuck.
Okay.
(intensive treibende Musik)
(anhaltendes düsteres Dröhnen)
Bitte...
Bitte sei auf.
Oh, Shit!
(sie atmet panisch)
Okay.
(entferntes Prasseln)
(Vogelzwitschern)
(leise) Okay.
(kurzer entfernter Schrei)
(sie keucht)
Okay. Okay, gut.
Okay. Schön... Okay, gut.
Hinsetzen, ausruhen.
(Prasseln wird lauter)
(sie atmet angestrengt)
(sie ächzt)
Okay.
(exotisches Vogelzwitschern)
(tiefes düsteres Dröhnen)
(leises Prasseln)
(sie atmet zittrig)
(Baby schreit)
(Soldat) Los, komm schon.
Da lang.
Räumen Sie die Leichen da weg. Und findet die restlichen Einwohner.
Welling, holen Sie sie!
Los, Welling! Das ist ein Befehl!
(Babyschreie)
(Hauptmann) Schneller, Welling. Rein da!
(entsetzte Schreie)
-(Schlag) -(Frau kreischt)
(mehrere Schläge)
(entferntes Kreischen, Babyschreie)
(intensive Musik)
(intensive Musik schwillt dramatisch an)
(Musik stoppt)
(dumpfer Schlag, sie erschrickt)
(es läuft leise Popmusik im Radio)
(Popmusik bricht ab)
-(sie keucht panisch) -Ganz ruhig. Ganz ruhig, ganz ruhig.
Alles ist gut, alles ist gut. Du bist eingeschlafen.
-(keuchend) Okay. -Ruhig. Ruhig.
Oh, Scheiße.
Ich bin ja da, hm?
Warte kurz, warte kurz.
(sie keucht weiter)
Ist alles okay so weit.
Wir gehen erst mal rein.
-Aber... -Komm her. Komm.
Du ruhst dich drinnen aus, ich untersuche dich.
-Und dann sehen wir weiter. -Okay.
(Wilhelm) Hm?
Komm.
Mein Autoschlüssel ist weg.
Was?
Der Schlüssel.
Ich habe vor einer Stunde draußen geparkt, ihn drinnen hingelegt...
und jetzt ist er weg.
(Wilhelm) Okay...
Den finden wir schon, hm?
Was hast du denn hier draußen gemacht?
Ich dachte, da wäre irgendjemand im Haus.
Ich habe Geräusche gehört.
-Vielleicht der Nachbar? -Echt? Mike?
Das glaube ich nicht. Nein, nein.
(leise angespannte Musik mit sanftem Trommelrhythmus)
Komm.
So, langsam.
Komm.
Geh schon mal rein.
(Tür wird geschlossen)
(Wilhelm seufzt) So.
Ist doch viel besser als draußen.
Setz dich erst mal hin.
-Darf ich? -Ja
Spürst du das?
Ja. Das tut aber nicht weh.
Sieht gut aus.
Kam noch mal Blut?
Nee, zum Glück nicht.
Könnte sein, dass es das war. Ist doch erst mal gut.
Vielleicht fahren wir doch besser ins Krankenhaus.
Klar.
-Was, äh... -Danke.
Was waren denn das für Geräusche, die du da gehört hast?
Es hörte sich an wie...
ein Kratzen.
Oder ein Atmen.
Wirklich?
Das ist der Wind, der fegt hier manchmal heftig übers Feld.
Ich war noch mal unten im Keller.
Wieso?
Ich... dachte, die Geräusche kommen vielleicht
von einem Tier, das da unten eingesperrt ist.
Okay.
Und was war's?
Du kennst den Keller, oder?
Ja, klar.
Dann kennst du auch das Zimmer da unten,
das versteckt ist, mit den Sachen aus Afrika.
Ja, das ist von meinem Urgroßvater, der war in Afrika eine Zeit lang.
Und was hat er da gemacht?
Äh, der war Soldat.
Wilhelm, das da unten ist nicht lustig.
Da sind Fotos und Zeichnungen von deutschen Soldaten,
die... Menschen gefangen nehmen und töten.
Ja...
Ja, ich weiß. Er war wohl irgendwie...
in die Sache mit den Hereros verwickelt.
In den Völkermord?
Ja, genau. Ja.
Oh Gott.
Oh Gott, das ist ja furchtbar.
(Wind rauscht)
Und... was ist dann mit deinem Urgroßvater passiert?
Ah, willst du das wirklich wissen?
Was ist passiert?
Ich kenne die Geschichte ja auch nur aus Erzählungen.
Als er nach Hause kam...
da war er nicht mehr derselbe Mensch.
Seine Frau, meine Urgroßmutter,
die hat alles versucht, aber Siegfried, der...
Der war wie besessen.
Der konnte nicht mehr schlafen.
Die Schuld und die Bilder in seinem Kopf, die haben ihn...
aufgefressen.
Einmal hat er sogar versucht, sich seine Augen...
mit einem Messer auszustechen.
Und dann...
Dann wurde seine Frau schwanger.
Und dann?
Bei der Geburt wurde Siegfried endgültig wahnsinnig.
Er ging auf alle Anwesenden los.
Er wollte sein eigenes Kind opfern, um seine Schuld zu begleichen.
Da hat man ihn dann hier getötet.
-Hier? -Ja.
Ich... Ist lange her.
Ich hätte es dir vielleicht sagen sollen.
-Ja. -Ich rufe einen Krankenwagen.
Können wir einfach direkt ins Krankenhaus fahren bitte?
Ja, hier Dr. Welling.
Ich habe hier eine 30-jährige Frau
in der 37. Schwangerschaftswoche mit starker vaginaler Blutung.
Herzschlag des Kindes ist stabil.
Mhm.
Viktor?
(sie räuspert sich) Ähm, dein Vater ist jetzt da.
Er hat gerade einen Rettungswagen gerufen.
Wenn du es nicht schaffst,
dann melde ich mich, sobald ich mit einem Arzt gesprochen habe.
Mach dir keine Sorgen.
Er hat mir auch...
die Geschichte von deinem Urgroßvater Siegfried erzählt.
Ich hoffe, du kanntest die noch nicht.
Wir sprechen da später drüber.
(Schritte nähern sich)
Hier. Ich dachte, du willst dich vielleicht umziehen.
-Danke. -Der Wagen müsste gleich hier sein.
Ich checke noch mal das Haus.
(schwelende Musik setzt ein)
(entferntes schabendes Kratzen)
Wilhelm?
(hölzernes Schleifen)
(weiteres Schleifen)
Wilhelm?
(Schritte nähern sich)
Was ist das?
Salz.
-Wofür? -Das...
Nur zur Sicherheit.
Bitte was?
Wilhelm?
(düstere schwelende Musik)
Wilhelm?
Ja?
Was machst du da?
Ich weiß, das wirkt etwas merkwürdig.
Das ist aber alles nur zu unserem Schutz.
Zu unserem Schutz? Wovor?
Das, äh... Das merkst du dann schon.
Wilhelm, du machst mir Angst.
(Klopfen)
Ich gehe schon.
Ja?
Oh. Äh...
Ach, Sie sind der Vater von Viktor, oder?
-Genau, Wilhelm. Hallo. -Hi. Ich bin Holly.
Hi. Wir haben uns damals schon auf der Hochzeit gesehen.
-Ah, ja. -Ja.
Äh, ich wollte eigentlich zu Maria. Ist die da?
Das... Das ist gerade schlecht. Ich, äh...
-Ich habe grad einen Krankenwagen... -Holly. Hey.
-Hey. -Komm rein.
Alles okay? Warum habt ihr einen Krankenwagen gerufen?
Äh, nur zur Sicherheit.
Kommt das Baby?
-Ich hoffe, noch nicht. -Oh.
Schade. Sonst hätte ich dir direkt bei der Geburt helfen können.
Danke, das ist alles nicht so leicht.
Ja, das war ja auch nur ein Witz.
Wow. Ich gucke mal, ja?
Nee, ne?
Was? Wie krass ist das denn? (Holly lacht)
Du hast gesagt, „Wir haben ein etwas größeres Wohnzimmer.“
Willst du mich verarschen? Das ist ein fucking Schloss.
(Holly lacht)
-Holly? -Das ist ja der Wahnsinn hier.
Ich habe dir was mitgebracht. (Schritte entfernen sich)
-Guck mal. -Holly.
Täterätä!
Weißt du noch?
Hast du damals in Thailand gekauft, jahrelang bei mir geparkt,
und jetzt bringe ich es dir wieder.
Hey.
Alles okay?
Äh, ich... Ich weiß nicht, ob alles okay ist.
Hey.
Hey, was ist los?
-Irgendwas ist hier komisch. -Okay.
Wilhelm hat gerade Salz im Schlafzimmer verteilt.
Zu unserer Sicherheit.
Davor hat er erzählt, dass sein Urgroßvater
in Afrika Menschen getötet hat.
Und als er wiedergekommen ist, ist er durchgedreht
und wollte sein eigenes Kind opfern.
Und wurde dann hier erschlagen.
Und dann war ich davor unten im Keller und habe da...
Hey. Moment.
Ganz kurz.
Der Urgroßvater wollte sein eigenes Kind opfern.
Verarschst du mich?
(Schritte nähern sich)
Erzählst du vom Keller?
Ja.
Äh, und die Geschichte von deinem Urgroßvater.
(Holly) Äh, das ist ja schrecklich.
Also, wenn ich das jetzt mal so sagen darf.
Ja.
Das ist total schlimm, so was in der Familie zu haben
und es so lange nicht zu wissen.
Ich hole mal was zu trinken.
Ich weiß nicht, was ich machen soll. Er hat einen Krankenwagen gerufen.
Wir sollen warten. Und Viktor ist auch auf dem Weg.
-Aber ich habe nicht das Gefühl... -Hey. Hey.
Das ist doch total scheißegal, was die wollen.
Hm? Wonach ist dir denn? Was willst du?
Ich will hier gerade nicht mehr sein.
-Okay. -Können wir gehen?
Ja, klar.
Hey. Oh.
-(Maria schluchzt) -Sch.
-Gut, dass du da bist. -Ja, klar. Alles ist gut.
Wir fahren einfach zu mir, ja?
-Ich sage Viktor Bescheid, ja? -Mach das.
Soll ich dir irgendwas holen? Deine Tasche, Jacke?
-Liegt im Flur, glaube ich. -Okay.
Hey.
Alles wird gut. (Kuss)
Buddha beschützt dich. Und ich hole deine Sachen, ja?
(Schritte nähern sich)
-Guck mal hier. Das beides? -Mhm.
Okay. Ich stelle es da vorne hin und sage Wilhelm, dass wir fahren.
Wilhelm?
(Wilhelm dumpf) Ich bin hier.
(knarzende Schritte)
(Holly dumpf) Wilhelm?
Maria und ich fahren... Au! (dumpfes Scheppern)
Holly?
Holly?
(stöhnend) Oh.
(sie keucht)
Oh, fuck.
(sie stöhnt schmerzerfüllt)
(sie atmet schwer)
(sie keucht und stöhnt laut)
Oh, fuck.
(Wilhelm) Maria?
Maria.
-Wo ist... Wo ist Holly? -Die kommt gleich.
-Komm. Komm, komm. -Fuck!
Komm. Komm.
Gut.
(sie keucht weiter laut)
Oh Gott. (sie stöhnt)
Das fühlt sich irgendwie anders an.
Als ob das Kind kommen würde.
Wo ist dieser Scheißkrankenwagen?
Das heißt, die Wehen setzen ein. Du...
-Wo ist der denn? -Klar, klar.
-Was, klar? -Maria, dafür ist es zu spät.
Das Kind kommt bald.
Das Krankenhaus ist 45 Minuten entfernt, es ist dunkel.
Die Straßen sind schlecht. Das ist mir einfach zu gefährlich.
Der Sanitäter kann mir ja dann helfen.
Was soll denn das heißen?
Du bekommst das Kind hier.
(hohe schwelende Musik)
Nein.
Nein.
-Maria... -Auf gar keinen Fall.
Holly?
Maria, du weißt, dass ich recht habe.
(unheimlich schwelende Musik)
Was... Was passiert hier?
Alles wird gut. Das...
Das ist normal.
Es ist wichtig, dass du das Kind hier bekommst, unter uns.
-Warum? -(Mann) Wilhelm?
Bleib hier.
Holly?
(Mann entfernt) Wilhelm.
(Tür wird geöffnet)
-(Wilhelm spricht undeutlich) -(Mike) Lang nicht gesehen.
(unheimliche verzerrte Töne)
Holly?
(leise undeutliche Stimmen)
-(Mike) Findest du das gut? -Das ist mir egal.
Das Haus gehört jetzt denen.
Hey, Mike, das ist eine junge Familie.
(Maria ruft) Hallo?
Kannst du mir bitte helfen?
Ich möchte hier weg.
Kannst du bitte die Polizei anrufen?
-(Wilhelm) Das... -Bitte.
-(Mike) Ich verstehe das nicht. -Bitte!
-Ja, ich kann sie anrufen. -Mike, mach das lieber nicht.
-(Maria) Schnell! -Vergiss es. Ich rufe die Polizei.
Ah!
(dramatisches Dröhnen)
(sie keucht panisch)
Maria?
Maria!
(unheimliche schwelende Musik)
(langsame knarzende Schritte)
(Maria wimmert leise)
(düstere Klänge)
(entferntes Rumpeln, Holly stöhnt)
(eilige Schritte entfernen sich)
(anhaltendes düsteres Dröhnen)
(treibende Musik)
Maria.
(sie keucht und wimmert)
-Komm rein. -Nein!
Nein.
Lass mich! Was hast du mit dem Nachbarn gemacht?
(Wilhelm) Das verstehst du nicht.
(Maria) Was hast du...
Okay. Okay, warte. Ich komme mit.
Aber... Aber kann ich dir vertrauen?
(Wilhelm) Aber natürlich.
-(Schlag) -(Wilhelm stöhnt)
-(Schläge) -(Wilhelm stöhnt)
(Maria keucht panisch)
(Maria) Komm.
Komm, Holly. Holly, komm.
(keuchend) Komm. Komm, Holly.
Holly, ich bin da.
Da vorne ist die Straße, okay? Da vorne ist die Straße.
Holly! Holly.
(Holly röchelt)
-(Schritte) -(Maria schreit auf)
Holly, steh auf, er kommt.
(schluchzend) Steh auf. Er kommt.
(Holly schwach) Ich halte ihn auf. Lauf. Lauf!
-(schmatzende Messerschnitte) -(Holly stöhnt gurgelnd)
(Wilhelm stöhnt) Nein!
-(Wilhelm) Maria! -Nein!
(Wilhelm) Komm zurück!
(sie keucht weiter panisch)
Hallo.
Ich brauche einen Krankenwagen, ganz dringend.
Ja. Maria Welling.
In die Pappelallee 1, in Bustrow.
-(Viktor) Maria. -Viktor.
(schluchzend) Viktor.
-Alles gut. -Wir müssen hier weg.
Langsam, langsam. Langsam.
Steig erst mal ein. Steig erst mal ein.
Steig erst mal ein.
(sie keucht panisch)
(keuchend) Oh Gott.
Oh Gott. Oh Gott.
-Was ist denn passiert? -Oh mein Gott.
-Was ist denn? -Fahr.
-Fahr. -Wohin?
Egal. Irgendwohin. Fahr bitte los.
(Signalton)
-Was ist das? -Ich habe die Bremse vergessen.
-Viktor, bitte fahr los. -Okay.
Oh Gott. Oh mein Gott.
Dein Vater ist verrückt geworden.
(Viktor) Okay, okay.
Oh Gott, Holly... Ich kann nicht mehr.
Was... Was machst du denn? Nein.
Ich erkläre es dir gleich.
Nein, Viktor. Nein.
Steig ein. Wir müssen hier weg.
-Das geht leider nicht. -Wieso nicht?
-Ich muss nach meinem Vater sehen. -Nein. Nein.
Dein Vater hat Holly und Mike umgebracht.
-Wir müssen hier weg. -Okay, das wird sich gleich klären.
(Wilhelm) Maria.
-Ah! -Was machen die Wehen?
(Viktor) Drinnen alles vorbereitet?
-Komm bitte mit. -Was...
Nein. Nein.
Es tut mir so leid wegen deiner Freundin.
Aber wir brauchen dich. Du bist ja Teil der Familie jetzt.
(Maria) Holly.
Nein, nein!
(düstere Musik)
-(Wilhelm) Atmen. -(Maria stöhnt)
(Viktor) Geht's?
(sie schluchzt laut)
-Nein. Nein! -Komm bitte mit, Maria.
Nein, ich...
Lass mich. Bitte. Bitte...
Lass das bitte, das bringt nichts.
(sie keucht und wimmert)
(düstere Musik läuft weiter)
(Viktor) Er kommt jede Generation zurück und will das erste Kind töten.
Wenn er das nicht bekommt, tötet er uns.
Uns alle.
Er will immer noch seine Schuld begleichen.
Es ist so hart für uns, für die ganze Familie, aber es...
Es muss sein.
Seid ihr beide total wahnsinnig?
Nein.
Bitte. Hilf uns.
Es gibt eine Möglichkeit, die es dir leichter macht.
-Was? -Ich kann dir was geben.
-Du wachst auf, und alles ist vorbei. -Ja.
Du musst dich um nichts kümmern.
Es ist nur das eine Mal.
War das der Plan?
Wusstest du das von Anfang an?
(entferntes Donnergrollen)
Wenn wir das jetzt machen...
wird danach alles gut.
Wir kriegen ein zweites Kind und führen ein ganz normales Leben.
Ich will aber kein normales Leben danach führen. Was redest du?
-Wer bist du? -Ich habe mir das nicht ausgesucht.
-(Wilhelm) So, es wird Zeit. -Papa.
Warte kurz.
(Schritte entfernen sich)
Bitte.
Wir können das nur zusammen schaffen.
Ich will das doch auch nicht.
Schatz.
Ich brauche dich.
Ich brauche dich jetzt.
Okay? Okay?
(schwere schwelende Musik)
(anhaltendes düsteres Dröhnen)
Wir wollen das nicht, das musst du uns glauben.
Aber gleich ist alles überstanden.
-Wird das funktionieren? -Ja, es muss.
Ich hätte dir das sagen sollen.
Aber ich habe... Ich habe selber immer noch gehofft, dass...
dass vielleicht...
-Lass gut sein. -Ich dachte, dass er vielleicht...
Ich kann das nicht, Viktor.
Ich hatte eine Schwester.
Die hat uns vor 30 Jahren gerettet.
Und jetzt kann uns unser Kind retten.
Wir schaffen das.
Wir schaffen das.
Was passiert jetzt?
Jetzt warten wir.
(leises Knarzen)
(Maria keucht leise)
Maria?
(sie stöhnt)
Maria.
(sie schreit schmerzerfüllt)
(Wilhelm) Viktor, bleib im Kreis.
(Maria keuchend) Okay...
(spannungsgeladene Musik)
Ah, ich glaube, es geht los.
Oh Gott. Ich glaube, es geht los.
Ich helfe dir.
(er schreit auf)
Papa. Papa! Nein, Papa.
(Wilhelm gurgelt, röchelt)
(Maria keucht panisch)
Oh mein Gott. Oh mein Gott, Viktor.
Wir müssen hier weg.
Wir müssen hier sofort weg.
Hörst du mich?
Ich... Ich will... Guck mich an.
Ich will das ganz normale Leben mit dir leben.
Mit... Mit unserem Kind zusammen.
Okay?
Ich will das ganz normale Leben mit dir.
Wir können uns doch schützen mit dem Salz und hauen einfach ab.
(intensives düsteres Dröhnen)
(heiseres Kreischen)
Und was ist, wenn das nicht klappt?
Wir schaffen das zusammen, okay? Okay? Wir schaffen das zusammen.
Ja?
Gib mir das Wasser.
Okay? Gib mir das Wasser.
Ja. Ich hole das Wasser. Das Wasser. Hier.
Hier. Hier.
-Und jetzt das Salz. -Ja.
Salz.
Maria! Maria!
-(heiseres Hauchen) -(Viktor schreit)
Nein!
(mehrere Schläge)
Maria! Maria!
Nein!
Nein...
(Hauchen verstummt)
(Knarzen)
(er röchelt)
Maria!
(sie keucht panisch)
(intensive treibende Musik)
(langsame Schritte nähern sich)
(heiseres Rauschen)
(entspannte Bluesmusik)
(unheimliche schwelende Musik)
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