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* Titelmusik *
Ari
Mika
Samuel Fanny
Maria Kaltenbach Herr Kaan
Isabell Herburg Thordur Thorvaldson
* Sie sprechen spanisch *
Ich weiß, Wildpferde. Aber... Non peligroso! Nicht gefährlich.
Alles gut, wirklich. Tschau.
* Fahrer spricht spanisch. *
Britta Dr. Anders
* zarte Musik *
* dumpfes Galoppieren *
* Wiehern *
Ostwind!
* Wiehern *
* Musik *
Ostwind!
* entferntes Wiehern *
Ostwind!
* unheilvolle Klänge *
Ostwind!
* Ostwind wiehert. *
* Sie hustet. *
* Wiehern *
Ostwind!
* Herde wiehert nervös *
* Ostwind wiehert nervös *
Ostwind. Ich bin bei dir!
* traurige Musik *
* Sie hustet. *
(Mädchen) Hab keine Angst.
Ich bin da.
Spring!
Du musst springen.
Jetzt!
* Hundewinseln *
(Mädchen) Oh, tut das weh?
* Winseln *
Oh, du armer Hund, du Armer.
Hast du Angst? Du armer Hund.
Tut das dir weh?
Fernanda. Was machst du da? - Schwirr ab, Pflegekind!
Wir spielen nur ein bisschen.
Gib her.
Lass ihn! - Sonst, Kackvogel?
Du gehörst doch eh nicht hierher. Das ist mein Hund. Mein Haus.
Du wohnst hier nicht. - Hör auf!
Ja, was passiert denn dann? Hm?
"Nach tragischem Unfall in Spanien: Mika Schwarz im Krankenhaus."
"Verletzter Ostwind kehrt zurück nach Kaltenbach."
Mika.
Nicht träumen.
Aufwachen.
Mika, aufwachen!
* Tür wird geöffnet. *
Hallo. - Hey.
Und?
Nichts. Um 3:27 Uhr hat sie kurz mit den Augenbrauen gezuckt.
Das war's. - Sie wird schon wach.
Zumindest da sind die Ärzte sicher. - Ich versteh's nicht.
Sie sagen, sie ist körperlich völlig gesund.
Worauf wartet sie? - Mein Dornröschen.
Dornröschen hat 100 Jahre gepennt. - Fanny.
Es spricht nichts dagegen, dass sie bald aufwacht.
Und das wird sie.
Wenn sie so weit ist.
Ich muss jetzt los.
Wie läuft's denn mit deinem Sozialpraktikum?
Arbeit mit auffälligen Kindern?
Mhm, ja. Hab ich ja Erfahrung mit. - Inwiefern?
Tschüss, Dornröschen.
Fanny. - Sorry. Wer hat 100 Jahre Zeit?
Tschüss, Frau Schwarz. - Tschüss, Fanny.
Guten Morgen. Hier ist Samuel von Fressen auf Rädern.
Sie haben einmal "Hungry Horse Maxi Menü" bestellt?
Ich hätte heute Karotten im Angebot, vielleicht wollen Sie ja...
* Seufzen *
Ostwind, warum hast du schon wieder nicht gegessen?
Hm?
Was ist denn nur los?
Hm? Warum gehst du nicht raus?
Ich meine, die Sonne scheint.
Das Gras ist grün.
Zeig mir mal deine Wunde.
Komm mal her.
Hm? Das sieht doch schon ...
... gar nicht mehr so schlimm aus.
Tut bestimmt gar nicht mehr weh, oder?
Hm?
Vielleicht würdest du für mich ja einfach mal probieren, hm?
Das ist richtig lecker.
* Handyklingeln *
Hey. - Hey, Stallbursche.
Und? Wie geht's Mika? Irgendwelche Veränderungen?
Nee, nichts. Schläft, träumt. Was weiß ich? Und bei dir?
Nichts. Und ich versteh's auch nicht.
Er hat OP und Transport gut überstanden, kommt aber nicht raus.
Er frisst nicht.
Er muss raus und fressen.
Ich habe schon echt alles versucht.
- Ich weiß nicht weiter. - Sorry, ich muss Schluss machen.
Der Drache wartet. Tschaui.
Guten Morgen.
Frisch aus der Disco?
Was an diesem Morgen gut sein soll, musst du mir erklären.
Aber die unpünktlichste Praktikantin seit Anbeginn der Zeit...
- Tut mir leid, ich... - Ich muss Familie Schwenk erklären,
warum wir Ihnen anstatt eines süßen Pflegekindes
die Tochter des Satans ins Haus geholt haben.
Arielle? - Morgen.
Richtig, Ari.
Das Mädchen ist in der... - Sorry.
Die ist jetzt in der siebten, nein, achten Pflegefamilie in drei Jahren.
Die Kleine muss sicher in eine geschlossene Einrichtung
und versaut mir die Quote.
Hey. Also bitte.
Dann erzähl doch mal, Fernanda.
Du sagst also ... Ähm ...
Ari hat dich angegriffen. - Sie hat Justin Bieber gequält.
Ich habe gesagt, sie soll aufhören. Da hat sie mich angegriffen.
Okay, und Justin Bieber ist... - Ein singendes Unterhosenmodel.
Das ist unser armer Hund. Sie hat ihm die Schnurrhaare abgebrannt.
Mit einem Feuerzeug. Das arme Tier ist völlig verstört.
Verstehe. Ähm...
Ähm...
Kann man das Tier mal sehen? - Justin Bieber. Hier!
* Winseln *
Sehen Sie? Haben Sie gesehen?
Er ist völlig traumatisiert.
- Ja, ich verstehe. Ähm... - Aber ...
Ja, Tierquälerei ist ein ernst zu nehmendes Warnsignal.
Aber, sorry. Das sah eher so aus ...
Also wie gesagt, wir nehmen das sehr ernst. Ähm...
Aber wenn Ari sich entschuldigen... - Nein, auf gar keinen Fall!
Es ist die letzte Möglichkeit... - Nein, es reicht mit Ari!
Ja.
Das mit dem Hund war Ari doch nie!
Das war das Mädchen selbst. Das ist ja wohl sonnenklar.
Ari ist eine Gefahr für sich und andere.
Sie braucht eine Therapie.
Und wie gesagt, so ein geschlossenes Heim ist ja kein Gefängnis.
Das sind ganz freundliche Einrichtungen ...
* unheilvolle Musik *
So, Herrschaften. Endstation Bunker.
Einfache Fahrt. - Oh. Mein. Gott.
Kann sie keine andere Therapie machen?
Töpfern? Malen?
Irgendwas mit Delfinen?
Ich fürchte nein.
Obwohl, in Skandinavien haben sie jetzt sehr gute ...
Erfolge mit Ziegentherapie erzielt.
Aber hier in Deutschland sind wir noch nicht so weit.
Also gehen wir rein. - Jetzt warte doch ...
Ich meine, Therapieziegen, das ist kein Problem.
Die treiben wir doch auf. - Passt schon.
Aber danke.
* Handyklingeln *
Therapiezentrum Kaltenbach?
Stopp!
Ich habe was viel Besseres als Ziegen.
Du hast was? - Nur die Wahrheit etwas erweitert.
Reittherapie im Zentrum Kaltenbach. Klingt doch super.
Gar nicht. Das ist Kidnapping. Dafür gehst du in den Knast.
Quatsch. Meine Chefin war total begeistert.
Du hättest das Heim sehen müssen. Schrecklich! Sie musste da weg.
Wir haben so viele Probleme. Ich kann mich nicht noch darum kümmern.
Wir therapieren hier Pferde, keine auffälligen Kinder.
Sie muss zurück ins Heim.
* tragische Musik *
* weiter Musik *
* Sie schnieft. *
Mist.
* Schnauben *
Hallo?
Wer bist du?
* ruhige Musik *
Wieso stehst du denn da im Dunklen?
Draußen scheint die Sonne.
Komm.
Bist du krank?
Was hast du denn da?
(geflüstert) Mika.
Ich tu dir doch nichts. * Wiehern *
* zarte Streichermusik *
* Traktorenlärm *
Ich muss jetzt los. Aber ich komme wieder.
* fröhliche Popmusik: "Little Numbers" von Boy *
Vielleicht hilft ihr der Umgang mit Pferden ja.
Könnte doch funktionieren.
Glaubst du, Pferdekuscheln verändert jemanden?
Nee, habe ich noch nie erlebt.
Sie ist aber nicht Mika.
Mann! Du fährst wie der letzte Henker!
Okay, vielleicht ist sie doch etwas wie Mika.
* weiter Popmusik *
Archibald!
Oh nein! Oh Mann! Jetzt...
Was machst du denn? Die schöne Wäsche.
Guck dir das an. Jetzt kann ich alles noch mal waschen.
Na also!
Wir verstecken sie und überlegen, wie wir's Frau Kaltenbach erklären.
Doch! Frau Kaltenbach hat gerade Haare auf den Zähnen.
Dannn machen wir zur Abwechslung...
Oh nein. Sie steht hinter mir?
Äh, Frau Kaltenbach, ähm ...
Ich ... Ich kann das erklären.
Das wird nicht nötig sein, Samuel.
Ich hatte einen aufschlussreichen Anruf aus Frankfurt.
Also. Wo ist Ari?
Ähm ...
Wer? - Spreche ich undeutlich?
Das sind dann wohl die Haare auf meinen Zähnen.
Sam kann nichts dafür, das war meine Idee.
Das weiß ich, Fanny.
Und ich bin sehr, sehr froh, dass du sie hergebracht hast.
Genau, das bin ich auch. - Also, wo ist sie?
Oh, äh ... Hat sie schon gefressen?
Die muss ja ziemlich steif sein vom Transport.
Samuel, vielleicht bewegst du sie ein paar Runden auf dem Platz?
Ähm ... - Frau Kaltenbach...
Ist gut, Fanny. Wir kriegen das schon hin. Also, frisch ans Werk.
Mika wäre sehr stolz auf euch.
Sie denkt, ich bin ein Pferd. - Und?
Wer bist du? - Ich? Ich...
Ähm... Ich bin...
Sams Cousine.
Aha. - Ja.
Ja, dann herzlich willkommen auf Kaltenbach!
Danke. - Cousine? Sag mal, spinnst du?
Immer hereinspaziert.
Der Butler bringt gleich Kakao und Pralinen.
Scherz, entspann dich.
Das ist Mika.
Und das? - Na, das ist Ostwind.
Ähm, und das ist...
Milan, Mikas Freund, und Ora, Ostwinds Fohlen.
Die sind ausgerechnet jetzt verschollen in Kanadas Wildnis.
Irgendein Projekt mit Mustangs, frag mich nicht.
Wir wollten ihn erreichen, aber...
Ach so, und versuch am besten, bis morgen niemandem aufzufallen.
Ostwind.
* sanfte Musik *
Hier, Linseneintopf. - Danke.
Keinen Hunger.
So geht es echt nicht weiter.
Er muss raus, er muss fressen. - Ja.
Wenn Mika nicht aufwacht, stirbt Ostwind.
Meinst du?
Das fragst du mich?
Du hast immer behauptet, dass sie mystisch verbunden sind.
Ich habe keine Ahnung, aber das Pferd verhungert vor meinen Augen.
Ich glaube nicht,
dass in Mikas Verbindung zu Ostwind die Lösung zu finden ist.
Nicht?
Ich glaube vielmehr, die Verbindung ist das Problem.
Wie meinst du das?
Was ist das?
Tja. Skizzen.
Von meiner Reise durch die Mongolei. 1971.
Wow. Das ist ja abgefahren.
Das ist es doch, oder? - Ja, das kennst du.
Eines von diesen Pferdewesen.
Norjsotsch, der Schläfer.
So genannt, weil er oder sie... - Mika.
... lieber bei Pferden schläft als bei Menschen.
(Sam? Der Schläfer hat die gleiche Energie wie das Pferd.
Die Energie des Wassers. - Mhm.
Kühl, fließend, anschmiegsam.
Doch ist der Fluss gestört,
entsteht ein Strudel, der beide in die Tiefe zieht.
Das heißt, Mika wacht nicht auf, weil es Ostwind schlecht geht?
Und Ostwind frisst nicht, weil Mika nicht aufwacht?
Genau.
Tut mir leid, das ist doch Quatsch. Das sind alles Märchen.
Solange da keine Lösung drin ist, lebe ich in der Realität.
Und in der werden beide wieder gesund.
Baildagch.
Der Krieger.
Wer soll sich kümmern? Du musst zurück, ich kann nicht.
Hey, Leute. - (beide) Tinka.
Wer ist das? - (beide) Ähm ...
(beide) Ari. - Perfekt.
Frau Kaltenbach meinte, ich soll sie suchen.
Ich soll ihr noch 'ne Wurmkur verpassen.
Wenn du dich dann schon mal frei machst...
Wirklich. Ehrlich.
Es war keine Absicht, es war ein Reflex.
Das war ein Scherz. Bist du irre?
Tinka, qas wir sagen wollen, ist ...
Ari hat eine kleine Verhaltensstörung.
Aber sie braucht echt unsere Hilfe.
Ein kleines Verhaltensproblem? Meine Nase blutet.
Ja. Das ist nicht so schlimm.
Sag einfach, ich bin dir abgehauen.
Mach ich sonst immer.
Und danke für den Versuch.
Ähm, Moment mal.
Sonst immer, ja? Und warum diesmal nicht?
Ich weiß nicht.
Ja, ich aber.
Frau Kaltenbach hat's doch gesagt, oder?
Wir kriegen die schwersten Fälle hin. Sie könnte ausmisten.
Decken flicken. Ist alles sehr therapeutisch, oder?
Ari, was sagst du? - Ja!
Gut. Tinka könntest du... - Nein, die ist doch gestört.
Ach so. Fanny, hast du eigentlich das mitbekommen mit Archibald?
Nee, was denn?
Der hatte den Schlüpper von Marianne auf dem Kopf.
Klingt ein bisschen so, als wäre das Pony gestört.
Okay, ich mach's.
* Sam und Fanny lachen. *
(Kaltenbach) Sehr gut. Genug für heute.
Jetzt ist genug für heute. Fein.
Ich wünsche einen guten Tag! - Ach du lieber Gott.
Na, wie sieht es aus? Läuft er?
Wir machen gute Fortschritte. - Fortschritte?
Ja. Ich brauche keine Fortschritte. Ich brauche Ergebnisse.
In drei Wochen startet die Rennsaison, verstehen Sie?
Wie gesagt, wir sind nicht sicher, ob Andoro wieder Rennen laufen kann.
Der Sturz hat ihn sehr traumatisiert.
Pst. Sparen Sie sich Ihre Spucke.
Kriegen Sie den Gaul wieder hin, das ist die Frage. Ja oder nein?
Wie bitte? - Schwerhörig?
(überdeutlich) Kriegen Sie den Gaul hin, Ja oder nein?
* träumerische Musik *
(Mann) Ich habe einen Sack Geld in ihn investiert.
- Er muss liefern. - Stecken Sie sich diesen Sack ...
Natürlich bekommen wir ihn wieder hin.
Das ist immer noch Kaltenbach. Vergessen Sie das nicht.
Wir sind die Besten.
Lassen Sie uns nur machen, und in drei Wochen ist Ihr Andoro wie neu.
Aha.
Vielen Dank für Ihr Vertrauen.
Oh, bitte. Sehr gern.
Tja, dann ...
Ich empfehle mich.
So. Darf ich mal vorstellen? Das ist Frau Herburg.
Frisch diplomierte Pferde-Wirtschaftsmeisterin,
Jahrgangsbeste
und seit heute unsere neue Mitarbeiterin.
Hallo. Isabell.
Hallo.
Wie ist dein Name noch mal? - Isabell.
Äh, Quatsch. Samuel. Also Sam.
Tinka!
Was soll ich tun? Womit fangen wir an?
Nimmst du die Decke bitte mit?
* Pferde wiehern nervös. *
* Pferd schnaubt aufgeregt. *
Hey, was hat er denn auf einmal?
Ah.
(Tinka) Komm, fein.
Vorwärts. * Sie schnalzt. *
Prima, komm.
Ruhig.
* Pferd wiehert nervös * - Nein. Hör auf.
Hey! Steh!
Tinka! - Stopp, stopp!
* Sie schreit. *
Na, ihr zwei. Ihr könnt mir gleich füttern helfen.
Wie läuft's denn mit der Reittherapie...
Läuft. Rückwärts und bergab.
* nervöses Wiehern * - Hey, hey, hey.
Was hast du gemacht? - Nichts.
Ganz ruhig... Wo ist das Problem hier?
Hey! Sag mal, Dieter! Sag mal, was ist denn los?
Das ist das Problem.
Pferde hassen mich.
Na ja, so würd ich das jetzt nicht sagen.
Sag mal, Dieter!
Dieter! Hey!
Okay, vielleicht doch.
Aber warum?
Weißt du, vielleicht ist das mit Pferden nichts für dich.
Probier doch mal was anderes. Stepptanz. Töpfern. So was.
Hey.
Du bist ja gar nicht in deiner Garage.
Abendbrot?
Du findest Stepptanz auch doof. Stimmt's?
168 zu 120, ja?
Meine Liebe... Das ist zu hoch und nicht gut fürs Herz.
Du musst mal 'nen richtigen Arzt aufsuchen.
Du bist ein richtiger Tierarzt, und ich bin ein Säugetier.
Du musst immer das letzte Wort haben.
Das ist nicht gut fürs Herz.
So. Das nimmst du morgens und abends, ja?
Versprichst du's mir? - "Für Rinder und Schweine"?
Ja. - Sag mal.
Ich habe ja gesagt, ich bin Tierarzt. Meine Güte noch mal.
Ich habe hier doch noch was. Ja.
Bluthochdruck. Für Menschen. Morgens und abends.
Kommt eben manchmal alles zusammen. - Das kann man wohl sagen.
Tschüss, meine Liebe.
Tschüss, mein Lieber. Danke. - Versprichst du mir das?
Ja. - Gut.
Aha.
Hallo.
(Kaltenbach) Na, na.
Ich habe tolle Neuigkeiten.
Doktor Anders. - Oh, Sam.
Was machen Sie hier? - Ich habe die Chefin untersucht.
Sie soll unbedingt ein normaler Arzt untersuchen.
Kannst du ihr das sagen? - Klar.
Es geht ihr soweit ganz gut, solange bis sie sich...
(Kaltenbach) Was haben Sie gemacht? - ... aufregt.
(Kaltenbach) Ohne mich zu fragen!
Alles gut? - Alles gut.
Gut. - Komm mal rein, Samuel.
So, Isabell. Noch mal ganz von vorn.
Ich will nur das Beste für Kaltenbach.
Aber Ihre Enkelin liegt im Koma, wir können die Zeit nicht anhalten.
Wir brauchen einen neuen Trainer, und Thordur...
Moment, Thordur Thorvaldsen?
Der Zauberer? - Genau der.
Ich rief ihn an, er wäre sehr interessiert,
als neuer Trainer nach Kaltenbach zu kommen.
Zu uns? Wirklich?
Samuel, was weißt du über Herrn Thorvaldsen?
Na ja, also er ist der Beste.
Er bekam Queen-Of-The-Iceberg nach ihrem Sturz in Baden-Baden hin.
Und Diamond Shamrock hat jeder abgeschrieben...
Also gut. Genug.
Und warum denkst du, dass ein so berühmter Bereiter
sich plötzlich für Kaltenbach interessiert?
Ach so. Oh.
O. Ostwind. Genau.
Sagen Sie Herrn Thorvaldsen,
wir sind geschmeichelt, aber danke nein.
Das bereuen Sie sicher. - Mag schon sein.
Aber solange ich hier bin, setzt er keinen Fuß über die Schwelle.
Samuel, sei so nett, bring die Tabletten auf mein Zimmer.
Füll sie in die Dose auf meinem Nachttisch.
Na klar. - Isabell. Gibt's sonst noch was?
Nein.
(Sam) Isabell, warte doch mal.
Sie würde nur über ihre Leiche jemanden an Ostwind ranlassen.
Du hast vollkommen recht. - Ich?
Womit? - Sie hat ein schwaches Herz.
Sie darf sich nicht aufregen. Wir dürfen nichts riskieren.
Sie ist ziemlich robust. - Keine Sorge.
Hm? Wir kriegen das hin.
Soll ich die Tabletten mitnehmen? Ihr Zimmer liegt auf meinem Weg.
Okay.
* Freiton *
Thorvaldsen.
Die Alte ist zäher, als ich dachte.
Lässt niemanden ran an Ostwind. - Dein Problem.
Mich interessiert nur das Pferd.
Wenn du den Hof willst, ist das unsere einzige Chance.
Wacht die Rothaarige auf, war's das. - Ich weiß.
Ich habe auch schon einen Plan. - Gut.
Ich muss jetzt arbeiten.
* ruhige unheilvolle Musik *
Ruhig.
Keine Angst.
Ich bin hier, um dir zu helfen.
Na los.
Was ist denn?
Bist du nicht hungrig?
Ich tu dir doch nichts. * Ostwind wiehert *
Was mache ich denn falsch?
Was stimmt denn nicht mit mir?
Kann ich loslassen?
Wer bist denn du?
Ari. - Mhm. Und?
Ich bin Sams Cousine.
* Er lacht. *
Und wer sind Sie? - Sams Großvater.
Oh.
Dann für die Zukunft, Ari, wer auch immer du bist,
nähere dich einem Pferd nie mit erhobenen Händen.
Wieso nicht?
Du schickst es fort. Du drohst ihm.
Wie meinen Sie das? - So.
Tut mir leid.
Nicht so schlimm.
Natürlich ist es schlimm.
Ich will das nicht.
Aber es passiert einfach.
Ich kann nichts dagegen tun.
Nichts passiert einfach so.
Pferde, und besonders dieses, reagieren auf Energie.
Und davon hast du ja, wie es scheint, ein bisschen viel.
Ich weiß.
Pferde hassen mich. - Nein.
Energie ist sehr gut. Wenn du sie kontrollieren kannst.
Ostwind hat durch einen Unfall viel von seiner Kraft verloren.
Seinen Lebensmut.
Deswegen frisst er nicht.
Können Sie mir das beibringen?
Das mit der Energie? Ich ...
Ich würde ihn gerne ...
Ja? - Ich ...
- Ich könnt ihm... Ich will ... - Was? Was?
- Ich ... - Was willst du?
Ich habe das Gefühl, ich kann ihm helfen.
Ich hatte noch nie das Gefühl, dass ich jemandem helfen kann.
Deshalb bin ich auch nicht weggelaufen.
Ich ...
Und wenn Sie mir ...
Wir sehen uns, Ari.
Wiedersehen.
* sanfte Klaviermusik *
* Kaltenbach atmet schwer *
Marianne, mach ...
... das Fenster auf.
Sicher? - Man kriegt hier gar keine Luft.
Ich find's ja eher frisch. - Es ist nicht frisch, es ist heiß!
Heißer als in der Hölle.
Ist alles in Ordnung?
Nein, nichts ist in Ordnung.
Meine Enkelin liegt in einem rätselhaften Tiefschlaf.
Ostwind ist am Verhungern, niemand weiß warum,
und der Tag ...
Der Tag der offenen Tür steht bevor.
Mach mal das Fenster zu. Es ist frisch.
Es ist kalt, es ist kalt.
Es ist frisch.
Es ist so kalt.
Soll ich Ihre Tabletten holen?
Ich habe meine Tabletten genommen.
Entschuldige, dass ich so spät bin.
Mika?
* zarte Streichmusik *
(Kaltenbach) Was ist...
* Marianne schreit * Frau Kaltenbach.
Frau Kaltenbach.
Oh Gott. - (Sam) Frau Kaltenbach.
(Marianne) Frau Kaltenbach.
Reg dich nicht auf. - Es geht mir doch gut.
Ich habe das Herz eines Ochsen.
Ja, eines alten Ochsen mit Bluthochdruck.
Ich als dein Arzt sage... - Ja, Tierarzt.
So, jetzt habe ich das letzte Wort.
Du hattest eine Attacke. Trotz meiner Tabletten, ja?
Und das ist ernst. Todernst. Und jetzt ab mit dir zur Kur.
Der Tag der offenen ...
Wir machen das. Ich versprech's.
Nein! Bitte! - Ich glaube, sie kriegt kaum Luft.
Tief durchatmen.
Bleiben Sie liegen. Atmen Sie tief ein.
Ostwind.
* sanfte Musik *
Hey, Ostwind.
Hallo, Ari.
Mika?
Du bist wieder da.
Ich muss nicht da sein, um da zu sein.
Aber warum bin ich hier?
Seinetwegen.
Er braucht dich. Er ist in Gefahr. Das spürst du doch, oder?
Aber wie soll ich ihm denn helfen?
Gib ihm seine Kraft wieder.
Reite ihn. Dann hilfst du uns beiden.
Aber ...
Warte.
Mika.
Mika!
Reite ihn. Dann hilfst du uns beiden.
* fröhliche Popmusik: "Little Numbers" von Boy *
Ich muss reiten lernen.
Es ist wichtig.
Bitte.
* Lied verklingt. *
Warum? - Ich weiß es einfach.
Und ich habe nicht mehr viel Zeit.
Warum?
Ich hatte so einen Traum.
Ja. Das macht Sinn. - Ja?
Sie machen es?
Jetzt hör mal gut zu.
Bevor du dich einem Pferd näherst, solltest du einige Dinge le...
Ja, ich weiß, hat Tinka mir alles erklärt.
Balance, Rhythmus und Koordination, fangen wir an.
Was soll denn das werden?
Ich habe mir's gedacht, darin bist du gut.
Du musst anderes lernen.
* lässige Bluesmusik: "Just Can't Stay" von Hanna Leess *
Und vergiss nicht, sie zu zählen.
Ich kenne jede einzelne Schraube. - Was?
Sind Sie irre? Das schaff ich doch niemals!
Doch.
Mit Geduld.
Das ist deine erste Lektion.
* Lied läuft weiter *
12, 13, 14 ...
367, 368 ...
386? Nee.
Ach, verdammt.
681. Können wir dann mit dem Reiten anfangen?
Stimmt leider nicht.
Aber ...
* Lied stoppt *
Wie wäre es mit einem Honigbrot?
Was ist das?
Wilde Bienen. * Bedrohliches Summen *
Lektion zwei. Selbstbeherrschung.
Mhm. Also, ich möchte kein Honigbrot mehr.
* Sie seufzt. *
* Lied setzt wieder ein. *
* Sie schreit. *
Und Nummer drei?
Konzentration.
Hier. Nimm den Bogen.
Siehst du das Kissen?
Ich will das nicht! Ich kann das nicht!
Ich will reiten lernen, nicht so was!
Was war Lektion Nummer eins?
* Klopfen *
Und wo wir gerade dabei sind.
Wir haben demnächst die Delegation vom Jugendamt Stockholm zu Besuch.
Ich dachte, wir könnten den Kollegen aus Skandinavien
unseren modernen Therapieansatz näherbringen
und sie einladen in das Reittherapiezentrum...
* flüsternd * Wie heißt das?
Kaltenbach.
Kaltenbach. Ähm, ja, einladen.
Am besten, mach doch mal gleich einen Termin.
Jetzt sofort?
Ja, jetzt sofort.
Reite ihn. Dann hilfst du uns beiden.
Einatmen. Bogen hoch.
Und Ziel anvisieren, ausatmen.
Und los.
Noch mal in einer fließenden Bewegung.
Bogen hoch, einatmen.
Spannen.
Ziel. Ausatmen.
Los.
Gut.
Ja, Bogen schießen hat viel mit innerer Ruhe zu tun.
* gefühlvolle Pop-Ballade: "Always You" von Sophie Zelmani *
421, 422...
Es sind genau 695.
Ich habe dreimal nachgezählt.
Und? Stimmt's?
Mag sein. Ich habe sie nie gezählt.
Sonst noch was?
Vielleicht ein Honigbrot?
* düstere Musik *
Da bin ich.
Ich habe dich gar nicht gehört. - Wo ist er?
Nicht so schnell. Wir können nicht mit der Tür ins Haus fallen.
Ach so, nicht? - Nein.
Die Alte ist weg, aber man ist misstrauisch.
Eine Kostprobe deiner Kunst wär gut, um sie zu überzeugen.
Solange du nicht vergisst, was ich will.
Baildagch.
Der Krieger.
Seine Energie ist die des Feuers.
Und im Übermaß verzehrt sie ihn.
* träumerische Musik *
Erst im Pferd findet Baildagch
sein Gegenüber.
Wenn sie sich begegnen, fließen ihre Energien ineinander.
Denn jeder gibt, was dem anderen fehlt.
* gefühlvolle Musik *
Ich glaube, du bist so weit.
Du hast ihm mit deiner Energie geholfen.
Weil du gelernt hast, sie zu kontrollieren. Er wird dir folgen.
* weiter gefühlvolle Musik *
* Ostwind wiehert. *
* Folkballade: "Home From Home" von Roo Panes *
Herr Dotterweich, Sie verlassen uns doch nicht?
Mika ist bald zurück, dann helfen wir Andoro.
Meinem Andoro wurde geholfen, junger Mann.
Es ist erstaunlich, er läuft wieder.
Als sei der Teufel hinter ihm her.
Ja? Aber wie? (Isabell) Nicht wie, Sammy.
Wer?
Thordur.
Der Zauberer.
Ich habe meinen Teil getan, jetzt bist du dran.
(Isabell) Sicher. Du kriegst deinen Ostwind.
Obwohl wir den Gaul nicht brauchen, um Kaltenbach zu übernehmen.
Du bist ehrgeizig, aber von Pferden verstehst du gar nichts!
Einmal diese Kraft zu spüren, das ist ...
... wie eine Offenbarung.
* Türklopfen *
Herein.
Hey. Du wolltest mich sprechen? - Ich habe was für dich.
Junior Facility Manager.
Und was heißt das?
Das heißt...
Ich befördere dich.
Du bist meine linke Hand.
Wow. - Ich habe noch mehr gute Neuigkeiten.
Thordur will uns weiter als Trainer unterstützen.
Was? Wirklich?
Du hast ja gesehen, wozu er in der Lage ist.
Thordur?
Das mit Andoro war unglaublich.
Frau Kaltenbach hatte unrecht. Wie machen Sie das?
Ich lege den Finger in die Wunde, um sie zu heilen.
Und was heißt das? - (Isabell) Danke, Sammy.
Das war alles, du kannst gehen. - Klar.
Und wenn du Ostwind holen würdest.
Thordur fängt gleich morgen mit ihm an.
Moment mal. Was?
Ostwind.
Wir müssen ihm doch helfen. - Nein. Er frisst schon wieder.
Und Frau Kaltenbach... - Hatte unrecht. Das hast du gesagt.
Ich kann Ostwind helfen, der zu werden, der er mal war.
Das möchtest du doch auch. Oder?
Für Mika.
Klar.
Frau Kaltenbach wird das verstehen.
Sie wird es verstehen. Sie wird mir dankbar sein.
Was hast du denn gemacht? Wie soll ich dich hier rauskriegen?
Bleib hier.
Sam, stopp. Fanny ist... - Nicht jetzt.
Doch. - Ich habe keine Zeit für Fannys Kram.
Und weißt du warum? Ich bin jetzt Facility Manager.
Isabell verlässt sich auf mich. Sag ihr das genau so.
Mhm.
Nein.
Oh doch.
Warum passiert mir das immer?
Fanny, hey. - Hm.
Wo zur Hölle ist Ari?
Meine Chefin will mit irgendwelchen Schweden kommen.
Ohne Ari bin ich geliefert.
Diese Reittherapie war 'ne Schnapsidee.
Ari hat mit Pferden nichts am Hut.
Sie ist weg, und wenn du in den Knast kommst...
Dann was? Dann ist endlich bahnfrei für dich und das blonde Gift?
Ich bin Facility Manager. Ich tue nur meine Pflicht.
Das ist nur ein schickes Wort für Depp vom Dienst.
Was?
Moment mal. Was soll das denn jetzt?
So kannst du nicht mit mir reden. - Ari!
* Trommelschläge *
* dynamische Trommelmusik *
* hoffnungsvolle Musik *
Ostwind ist krank? - Ari kann nicht mit Pferden?
Das war oberkrass.
Und wir haben schon ein paar Sachen erlebt, die oberkrass sind.
Unglaublich, was dieses Pferd mit Menschen macht.
Kein Wunder, dass alle verrückt nach ihm sind.
Wieso sind alle verrückt nach Ostwind?
Weil er berühmt ist. Einerseits wegen seiner Abstammung und dann ...
Wegen Mika. - Ja.
Wer die Verbindung der beiden einmal erlebt hat.
der vergisst das so schnell nicht.
Aber du warst auch gut heute.
Und Ostwind sieht echt super aus.
Isabell wird begeistert sein. Wir sind wieder mal gerettet.
Den Auftritt am Tag der offenen Tür wird keiner so schnell vergessen.
Wir zeigen's den Sesselpupsern vom Jugendamt.
Ich mein, wenn die Ari auf Ostwind sehen. Reittherapie, hallo?
Wo ist sie hin? War vielleicht zu viel für sie.
Ach, Opa. Du hattest recht.
Ari ist der Krieger. - Hä? Was?
Eins von Opas alten Pferdemärchen. Ari ist wie Mika.
Nur mit Pfeil und Bogen. - Das ist es ja.
Ari ist gar nicht wie Mika.
Hallo, Ari. Suchst du vielleicht den hier?
Wieso könnt ihr nicht durch die Tür, wie jeder andere?
Wir?
Du, ich wollte mit dir reden.
Sam ist mit der Tür ins Haus gefallen, aber...
Mann, Ari, du hast es geschafft. Das siehst du doch, oder?
Ich habe dich eben erschreckt.
Vor zwei Wochen hätte ich ein blaues Auge kassiert.
Kann sein. - Eben! Das ist der Wahnsinn.
Wenn du denen vom Jugendamt zeigst, wie du dich verändert hast,
dann hast du 'ne Chance, und ich muss nicht in den Knast.
Du verstehst das nicht. Ich kann nicht.
Doch. Und wenn's darum geht: Für Mika ist es okay.
Woher willst du das wissen? Mika ist nicht da.
Und Ostwind ist ihr Pferd. - Ja, aber ...
So denkt Mika nicht. Sie sagt, Ostwind gehört nur sich selbst.
Was sie haben, kann ihnen eh keiner nehmen.
Und Eifersucht ist was für Feiglinge.
Komm, wir zeigen's dieser Isabell und diesen Pappnasen vom Jugendamt.
Nein. Es geht wirklich nicht.
Herr Kaan hatte recht. Du bist wirklich überhaupt nicht wie Mika.
Das hat er gesagt? - Ja, und weißt du warum?
Sie würde uns helfen und nicht abhauen, sobald es kompliziert wird.
Ach ja. Er hat mir das für dich gegeben.
Ein Update für die Flucht: Der erste Bus fährt morgen um halb sechs.
Schönes Leben noch!
* traurige Musik *
(Kaan) Du bist nicht wie sie.
Sie ist nicht wie du.
Aber zusammen seid ihr ein Ganzes.
(Thordur) Ostwind ...
Was ist deine größte Angst?
Feuer.
Hey, Schlafmütze, aufstehen. Wir müssen gleich los.
Ich habe die Halle vorbereitet, die vom Jugendamt kommen gleich.
- Sind das ...? - Tomaten, Äpfel gab's keine mehr.
Bäm, bäm, bäm, Ketchup! Mann, das wird der ganz große Knall!
Nee, das glaub ich nicht. Ari ist weg, und ich bin geliefert.
Wie weg? - Weg wie abgehauen.
Nein. - Doch.
Nein. - Doch.
Warte.
Würdest du? - Was soll das?
Ari?
Sag ich doch. Ketchup.
* Wiehern *
Da bist du ja. - Von mir aus kann's losgehen.
So. Bist du bereit?
Vor drei Wochen dachte ich, er verhungert.
Er sieht wieder aus wie früher.
Danke dir.
So, äh... Da sind wir.
Also gut. Ich habe alles vorbereitet.
Du packst das.
Wir packen das. - Klar, ihr. Also, viel Glück.
Ari, also Arielle. - Mhm.
Also, das ist Ari. - Ah.
Sie war unser schwierigster Fall.
Aggressiv, unberechenbar. - Ja.
Letztlich nicht zu therapieren.
Nicht? - Ja.
Ich habe mich persönlich für diese besondere Therapie eingesetzt.
Ja. Sind das Tomaten?
Ja. Tomaten. - Ja.
Ja, genau.
Und ich kann jetzt mit Stolz sagen, dass diese Therapie Früchte trägt.
Ah... - Gemüse?
(Sam) Stopp. Hochkommen.
Pferde essen Obst, Gemüse, Tomaten.
Geradeaus. Stopp. Links.
Links. Stopp. Rechts. - Sam...
Stopp. Und jetzt hinsetzen.
Sam... - Nein, setzen.
Du kannst die Augen aufmachen.
Was ...
Hey. - Hey.
Was soll das werden? Sind das Tomaten?
Ja. Und Ari trifft die. Mit Pfeil und Bogen.
Warte... Ari!
Steig schon mal auf.
Einen Moment.
* Fanfarenklänge *
Showtime!
Wir haben auch Musiktherapie.
Weg von dem Pferd!
Was ist denn? Wer sind Sie? - Ich leite dieses Gestüt.
Wer sind Sie? - Die Britta. Jugendamt.
Und was soll das werden? - Wir, wir, wir...
Wir werden jetzt Ari beim Reiten zusehen.
Ganz bestimmt nicht.
Sam, was...? * Sie sprechen schwedisch *
Ja. Genau. Du wolltest doch Ostwind zeigen, oder?
Ari kann ihn reiten, das kann sonst keiner.
Erwachsen oder nicht. Vertrau mir.
Ari! Los zeig's uns!
* Ostwind wiehert *
(Britta) Und wer ist das jetzt?
Ostwind.
* Ostwind wiehert. *
Endlich!
Damit beenden wir diesen Kindergarten.
Das ist kein Therapiezentrum.
Darum geht's doch nicht. Ari ist nicht mehr aggressiv.
Los, gib ihn mir. - Nein!
Ich fürchte doch.
Das ist nicht dein Pferd, und das weißt du auch.
Du bist doch nur irgendein Kind.
Ich weiß, was Sie tun. Aber es funktioniert bei mir nicht.
Ich beschütze ihn. - Beschützen. Vor wem? Vor mir?
Aus dem Weg.
Kleines Mädchen.
Ari! Nicht! Ari!
Oh. Mein. Gott.
Hey. - Ich muss hier raus.
Aber die Fenster sind vergittert.
Und du wolltest durch die Wand?
Was passiert jetzt mit mir?
Britta hat den Fahrdienst vom Heim angerufen.
Sie holen dich in 'ner Stunde ab.
Ich habe ihr erklärt, dass du nicht verrückt bist.
Aber, ganz ehrlich ...
So sicher bin ich mir da auch nicht mehr.
* Schlüssel klappert. *
(Kaan) Selbstbeherrschung, Ari.
Kraft ohne Ziel ist Chaos.
Konzentrier dich.
Dann findest du einen Ausweg.
Frau Kaltenbachs Herztabletten.
* spannungsvolle Musik *
* Thordur stöhnt und grummelt. *
(Isabell) Ich weiß nicht, warum du dich aufregst. Kinderkram!
Ich habe alles im Griff. - Kinderkram?
Dieses Kind ist gefährlich. Meine Nase ist gebrochen.
Was war das?
(Isabell) Keine Ahnung. Wichtig ist doch:
Die Alte ist aus dem Weg, und Ostwind wartet auf dich.
Und deshalb ist es auch das einzig Richtige,
das Gestüt auf mich zu überschreiben.
(Thordur) Der Herzinfarkt kam aber sehr gelegen?
Es war zu viel für sie.
Ich habe ihr nur geholfen, das klarzumachen.
Und morgen besuche ich sie
und nehme ihr auch diese schwere Bürde ab.
Dann gehört Kaltenbach mir.
Dein Preis wartet auf dich.
Ostwind.
Ich kann es kaum erwarten.
* unheimliche Musik *
* Ostwind wiehert nervös. *
* kämpferische Trommelklänge *
* Ostwind schnaubt. *
* ängstliches Wiehern *
* Wiehern *
* tragische Musik *
* Trommelklänge setzen wieder ein. *
Das wirst du bereuen. Ihr beide.
Lassen Sie ihn! - Du verstehst doch überhaupt nichts.
Das ist zu seinem Besten.
Nein, er hat Angst. Und Angst ist nicht gut.
Lassen Sie ihn! - Aber Angst ist machtvoll.
So machen Sie das. Sie brechen die Pferde.
Brechen? Hässliches Wort.
Schau mir einfach zu und lerne.
Nein!
Du kommst hier nicht raus! * Ostwind wiehert *
* Er schreit hoch auf. *
Ich habe Sie gewarnt.
* Er wimmert. *
Ostwind. Komm.
* dramatische Musik *
Komm zu mir.
Spring.
Du musst springen. Jetzt.
Hab keine Angst.
Ich bin da.
Spring!
* Thordur stöhnt. *
* weiter dramatische Musik *
Jetzt bist du in Sicherheit.
Leg dich ruhig hin.
Ich pass auf.
Frau Kaltenbach?
Oh.
Guten Morgen. - Isabell. Guten Morgen.
Darf ich? - Bitte.
Ruhig ist es hier.
Wunderbar ruhig. - Mhm.
Geht's Ihnen gut? Sie sind blass.
Seit ich in diesem Altersheim bin,
geht's mir gesundheitlich sogar ganz ausgezeichnet.
Ich habe mir die Freiheit genommen,
die Überschreibung bereits beglaubigen zu lassen.
Und was ist, wenn Mika aufwacht?
Darüber haben wir ja lange gesprochen.
Tja. Meine Zeit ist vorbei.
Aber die Seele meines Gestüts werden Sie erhalten, nicht wahr?
Natürlich.
Aber... - Frau Kaltenbach...
Junge Dame. Gehen wir dann zur Töpferrunde?
Oh, Yuri. Ich komm nach.
Kscht.
Ähm, Frau Kaltenbach... - Ja. Ja. Ja.
* Kaltenbach räuspert sich. *
Wenn es irgendwelche Probleme gibt ...
Sie können jederzeit... - Die gibt es nicht mehr.
Leben Sie wohl, Frau Kaltenbach.
Danke, dass ihr alle gekommen seid.
Ich komme gleich zur Sache.
Frau Kaltenbach hat mir offiziell die Leitung des Gestüts übertragen.
(alle) Was? (Isabell) Ruhe bitte!
Wie sich herausgestellte, haben wir unwissentlich
einem verhaltensgestörten Mädchen Unterschlupf gewährt.
Die Behörden sind informiert, die Verantwortlichen werden bestraft.
Das Mädchen hat gestern einen unserer Mitarbeiter schwer verletzt,
unser wertvollstes Pferd entwendet und ist jetzt damit auf der Flucht.
Vielleicht hatte sie einen guten Grund, Ostwind zu klauen.
Thorvaldsen ist umstritten.
Damit kommen wir zur ersten dringend notwendigen Veränderung.
Hausverbot für Tinka Anders! - (beide) Was?
Isabell, das kannst du nicht machen.
Doch, Sam. Das kann ich.
Ich dachte, wir beide ziehen am selben Strang.
Aber dein Verhalten und das deiner Freundin
lässt mir keine andere Wahl.
Deshalb muss ich auch dir kündigen!
* träumerische Musik *
Was ist das?
Ostwind?
Frau Kaltenbach!
Ich habe wieder einen Anfall.
Ich habe wieder einen Anfall. Oh Gott, ich halluziniere.
Nein. Ich brauch Tabletten. - Frau Kaltenbach!
Wo sind meine verdammten, unnützen Tabletten?
Frau Kaltenbach.
Das ist es ja.
Sie hatten Ihre Tabletten gar nicht.
Isabell hat sie verbrannt und gegen andere ausgetauscht.
Was?
Was?
Was hat sie?
Oh Gott!
Moment! Ich bin noch nicht fertig! - Aber ich.
Ich leg mich in meine Hängematte und warte,
bis Maria Kaltenbach zurück ist.
Das habe ich gar nicht erwähnt.
Frau Kaltenbach hat beschlossen,
nach dem Ende ihrer Kur nicht zurückzukehren.
Zu viele Erinnerungen.
Und was Ihre Parzelle betrifft,
wir brauchen die Fläche, für unser neues Berittzentrum.
Sie müssen sie räumen. - Was gibt dir das Recht, verdammt?
Na, was wohl?
Frau Maria Elisabeth Kaltenbach höchstselbst.
Kaltenbach gehört mir.
Ts.
Was zur Hölle soll das werden? - Jemand muss dich aufhalten.
Du?
Ein dahergelaufenes Straßenkind, das sich für Winnetou hält?
Ich denke nicht! - Oh, Frau Herburg.
Ich muss mich doch sehr über Ihre Ausdrucksweise wundern.
Frau Kaltenbach? - Ja.
Was für eine Überraschung. Ich verstehe ...
Sehen Sie, ich versteh's auch nicht ganz.
Da genieße ich meine erholsame, wunderbare Kur,
da mir ja versichert wird, dass hier alles in besten Händen ist.
Dann muss ich meinen Mitpatienten erklären,
warum plötzlich eines meiner Pferde durch den Kurgarten galoppiert
und Pocahontas sie mit Pfeil und Bogen zu Tode erschreckt.
Es tut mir leid, dass Sie in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Aufregung ist Gift für Ihr Herz.
Ach, mein Herz?
Frau Kaltenbach.
Ich bin ein großer Bewunderer.
Verschwinden Sie von meinem Hof!
Ich wollte sowieso gerade gehen.
Na, tut's noch weh?
Nein. Keine Sorge. Ich sitze bald schon wieder im Sattel.
Das bezweifle ich.
Ich habe Sie nämlich angezeigt beim Bundesverband und bei der FN.
Und wenn Ari aussagt, werden Sie nie mehr ein Pferd behandeln.
Sie sind kein Zauberer.
Wir zwei...
Wir sehen uns wieder.
Versprochen!
Wo waren wir stehen geblieben?
Ihr Herz? - Ja, da wären wir dann mal wieder.
Wer von Ihnen ist denn hier jetzt... - Das bin ich.
Fanny Schleicher, ich habe Ari gekidnappt und hergebracht.
Ich übernehme die Verantwortung für alles.
Sie ist nicht Sams Cousine. - (Kaltenbach) Das weiß ich.
Die Herren sind nicht wegen dir da.
Ich hatte ein sehr langes, wunderbares,
ausführliches Gespräch mit Ari.
Sie ist ein ganz besonderes Mädchen.
Ja, das ist sie.
Aber wenn sie nicht wegen Ari und mir hier sind...
- Weswegen dann? - (Kaltenbach) Ari, Erzähl du es.
Wegen Frau Kaltenbachs Herz.
Sie können mich vielleicht vergiften,
aber die Seele von Kaltenbach ist nicht umzubringen.
Also ...
(Kaltenbach) Sie entkommt, meine Herren. Bravo.
Na los, schnell hinterher! Verhaftet sie.
* Ostwind wiehert. *
* sanfte Musik *
Oh mein Gott.
Mika ist aufgewacht. - Och, Gott sei Dank!
Gott sei Dank!
Hast du dich von allen verabschiedet?
Zieh nicht so ein Gesicht.
Das Jugendamt sucht dir 'ne neue Pflegefamilie.
* wehmütige Gitarrenballade: "Waltz for Pony" von Boy *
Okay, ähm ... Anhalten.
Na los. Fünf Minuten.
Auf deine Verantwortung. - Sie kommt wieder. Keine Sorge.
Ich wollte Tschüss sagen.
* weiter Musik*
* Hupen *
Es war so schön hier.
Tschüss, Ostwind.
Mika. - Ari.
Ich wollte mich bedanken.
Du hast ihn gerettet.
Schon gut. Gern geschehen.
Ich habe immer davon geträumt.
Von dem Feuer, aber...
Ich konnte einfach nicht.
Davon habe ich auch geträumt.
Jetzt erinnere ich mich. - Ja.
Die Träume können lästig sein, aber man gewöhnt sich dran.
* Hupen *
Ich muss jetzt gehen.
Alles klar.
Wiedersehen.
Tschüss.
* traurige Musik *
Okay. Also quasi jetzt.
Sofort?
Also jetzt gleich?
Okay.
Okay, alles klar.
Das war eben Britta.
Sie haben 'ne neue Pflegefamilie für dich.
Ich soll dich gleich hinbringen.
Okay.
Mir egal. - Ja, mir aber nicht.
Ich habe bald Feierabend. Wenn das 'ne Weltreise ist...
Ist es nicht. Es ist ganz nah.
Also wohin jetzt?
Einfach umdrehen.
Umdrehen?
* hoffnungsvolle Musik *
Ari! - Tinka!
Komm mal her.
Die Kaltenbach- Crew ist komplett. Ich sagte ja, wir sehen uns wieder.
Bist du schon aufgeregt? - Warum sollte ich aufgeregt sein?
Ach. Wahrscheinlich ist es für alle besser, wenn du dich nicht aufregst.
Ich hoffe, Ihre Mutter weiß, was sie mit der Pflegschaft auf sich nimmt.
Arielle... Ari...
hat ja einiges angestellt, das muss ich noch mal sagen.
Ach, meine Tochter hat das Auto ihres Lehrers angezündet
und sich hier trotzdem wunderbar entwickelt.
Oh.
So. Dann kann's jetzt losgehen.
Ja... Dann viel Glück euch beiden.
Äh, das braucht sie gar nicht.
Hä? - Aber du.
Du brauchst das hier.
Was?
Aber ich kann das nicht. - Klar kannst du.
Du hast Ostwind.
Ihr schafft das.
Na los.
(Kinder) Ostwind! Ostwind!
Ostwind! Ostwind! Ostwind!
* sanfte Musik *
(flüsternd) Ostwind.
Wir schaffen das.
Liebe Besucher! Es ist so weit! Sie alle kennen Ostwind!
Die einen als begnadetes Springpferd,
die anderen haben ihn in hoher Dressur gesehen.
Aber heute sehen Sie ihn, so haben Sie ihn noch nie erlebt.
In einer Disziplin, die so alt ist wie die Reiterei selbst.
Sehen Sie nun...
unser neues Familienmitglied auf Gut Kaltenbach
im berittenen Bogenschießen.
Und da sind sie auch. Ostwind und Ari!
Ari?
* kämpferische Trommelklänge *
* ruhige spannungsvolle Musik *
* mitreißende Musik * * tosender Jubel *
* Mädchen schreit. *
Hilfe!
Hilfe!
Hilfe!
(Fernanda) Justin Bieber!
Du brauchst dringend einen neuen Namen, Kleiner.
(Fernanda) Hilfe!
Ari, du blöde Kuh!
No Limits Media 2019 Untertitel: A. Panier u. a.
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