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Der Graf von Monte Christo (1961) dTV - Das Erste - 17. Mai 2012
Edmond Dantes, Graf von Monte Christo
Mercedes Iguanada
Caderousse
Mario
Henri de Villefort
Morel
Haydee
Vidocq
Fernand Mondego, Graf von Morcerf
Dantes' Vater
Abbe Faria
Keine Nachricht, gute Nachricht! Ist das alles?
Was soll ich sonst sagen? Du bist ehrlos.
Dein Schiff sollte im Januar da sein. Heute ist der 3.März.
Der Wind stand vielleicht falsch. Mein Ehrenwort ist keine Wetterfahne.
Du bist ungerecht. Du hast mich belogen!
Damit ich den Jungen mitfahren lasse. Er ist 22.
Ich mache mir ja auch Sorgen. Du zitterst um deine Orientteppiche.
Ich zittere um Edmond, meinen einzigen Sohn.
Das verstehe ich. Von wegen! Du hast eine Tochter.
Die fährt nicht zur See. Keine Sorge, Monsieur Dantes.
Die "Pharao" ist ein schönes Schiff. Ja, hier auf dem Kamin!
Als Kind sah Edmond das schöne Spielzeug.
Kaum ist er groß, setzt er sich rein und segelt zu den Wilden.
Meine Louise hatte Angst, ein Weib könnte ihn verführen.
Dabei warst du's mit deiner "Pharao"! Hier! Da gehört sie hin, die"Pharao".
Da!
Das muss auch repariert werden.
Wir haben auch eine weite Reise hinter uns.
Zum Glück habe ich hier angeheuert.
Sonst hätte Napoleon mich nach Russland mitgenommen.
Ich komme aus Marseille. Ich ertrinke lieber als zu erfrieren.
Finden Sie das komisch, Caderousse? Man muss auch mal entspannen dürfen.
Sucht euch ein anderes Thema zur Entspannung, wenn ich dabei bin.
Dieser alte Wichtigtuer mit seinem Bonaparte!
Und du machst seit Smyrna den Mund nicht auf.
Die Seefahrt ist nichts für mich. Nicht mal Boule kann man spielen.
Ich komme vom alten Hafen. Ich gehöre nicht hierher.
Was gefällt dir an dem ewigen Meer? Die Stille.
Guten Tag, Mercedes. Grüßen Sie mich nicht mehr?
Ich habe Sie nicht bemerkt, Ferdinand.
Sie sehen so traurig aus. Noch keine Nachricht von der "Pharao"?
Nein. Er kommt wieder. Sie werden sehen.
Glauben Sie mir. Sie dürfen nicht verzweifeln, Mercedes.
Edmond ist mutig und ein guter Seemann.
Einem Schiff, auf dem er Offizier ist, wird nie etwas zustoßen.
Ihre Anteilnahme ist rührend. Dantes ist mein bester Freund.
Ihr Glück liegt mir sehr am Herzen. Sie leiden meinetwegen.
Könnten Sie mich doch endlich vergessen!
Ich soll die glücklichsten Stunden vergessen?
Nein, ich werde nur noch in der Vergangenheit leben.
Sie sind so wunderbar. Fernand, Sie müssen mich vergessen.
Sie sollten einige Jahre von hier wegfahren.
Sie dürfen von mir keine Schwäche verlangen.
Ich will nicht auch noch Ihre Achtung verlieren.
Jubel. Es lebe der König!
Dantes, ich muss mit Ihnen reden!
Ich habe eine schwere Entscheidung getroffen.
Die furchtbare Nachricht, die wir in Neapel hörten, zwingt mich dazu.
Ich werde mich Napoleon zur Verfügung stellen.
Morel erwartet sein Schiff zurück, Kapitän.
Ihr Reeder ist Ihnen wichtiger als Frankreich?
Dann übernehmen Sie das Kommando, wenn wir in Elba sind.
Wo seine Pflichten sind, muss jeder selbst wissen.
Ich bringe die "Pharao" nach Marseille. Sie werden mir fehlen, Dantes.
Denn wir brauchen Männer wie Sie.
He! Was ist denn mit ihm los?
Er ist ganz durcheinander seit der Nachricht. Wo will er mit uns hin?
Wir setzen ihn auf der Insel Elba ab. Noch eine Verzögerung!
Meine Frau wird glauben, ich habe mich unterwegs amüsiert.
Aber wir segeln weiter! Du denkst doch nicht so wie er?
Ich respektiere seine Entscheidung. Aber ich teile nicht seine Ideen.
Stimmt, man kann's nicht jedem recht machen, dem Vater und der Verlobten.
Aber wer bringt die "Pharao" zurück? Ich.
Ich habe die Fischsuppe extra für dich gekocht. Nun iss!
Sie grämt sich noch zu Tode.
Der fährt nicht noch mal weg. Notfalls sperre ich ihn ein.
Sie haben Unrecht. Männer wie er haben Amerika entdeckt.
Ich brauche kein Amerika. Ich war immer in Marseille.
Warum fuchtelst du mit den Armen wie ein Albatros?
Die "Pharao" läuft ein!
Jubel
Da ist sie! Da ist sie ja!
Da kommt sie!
Neben dem Steuerruder ist mein Sohn!
Ich sehe ihn. Hallo!
He! Lass mich durch!
Edmond! Rahsegel verzurren!
Mein Junge! Nach so langer Zeit. Mein guter alter Vater.
Da bist du!
Tüchtig, dass du den alten löchrigen Kahn zurückgebracht hast.
Ohne ihn wären wir im Sturm ersoffen. Da ist ja der Verbrecher!
Ich bin ein Verbrecher? Guten Tag, Mercedes.
Viel Fantasie haben die heute nicht mehr.
Intim ist es hier nicht gerade. Ihr habt noch so viel Zeit.
Kriege ich keinen Kuss? Ich bin so glücklich.
Mir fehlen die Worte. Dann überleg erst und erzähl's später.
Es sind noch Formalitäten zu erledigen Mir sind Gefühle wichtiger.
Wartet auf uns im Magazin. Die Kleine kocht uns Kaffee.
Ich küss dich jetzt nicht. Beeil dich.
Mercedes, warte auf mich. Du kriegst sie ja wieder. Komm!
He! Mach schnell!
Alles gut verzurren! Dann könnt ihr an Land gehen.
In Ordnung!
Ich konnte mich seinem Willen nicht widersetzen, Monsieur Morel.
Also ließ ich ihn auf Elba zurück. Gut, dass du das Kommando hast.
Manöver klarer ausführen! Ich wollte es dir längst übertragen.
Ich tat's nur nicht, weil ich ungern Menschen in ihrer Eitelkeit verletze.
Das ist rührend. Leider liegt Ihnen an meiner Eitelkeit wenig.
Ich wäre auch ein guter Kapitän.
Guckt nicht so. Ich war viel zu lange weg. Ich bleibe in Marseille.
Besser, meine Frau schreit mich an, als dass sie mir als Witwe nachweint.
Warum bist du plötzlich so traurig?
Ach, ich wollte es dir heute Abend nicht mehr sagen.
Ich fühle mich so wohl mit dir. Ich war so glücklich.
Wieso war? Es ist der Anfang vom Glück.
Nein, Edmond. Hör mich an. Ich wollte es dir erst morgen sagen.
Ich bin zu schwach, die Frau eines Seemannes zu werden.
Diesen Ring musst du immer tragen.
Dann fühlst du dich stark.
Nein, Edmond. Du musst zwischen deinen beiden Geliebten wählen.
Zwischen der See und mir.
Also: Wirf den Ring ins Meer oder gib ihn mir.
Doch dann musst du wissen, wozu du dich verpflichtest.
Ich habe schon gewählt. Ich verlasse dich nie wieder, Mercedes.
Ich verzichte auf die See.
Sie war mir ein guter Kamerad. Es wird nicht leicht für mich.
Deshalb müssen wir schnell heiraten.
Wenn du erst meine Frau bist, kann ich nicht mehr wegfahren.
Meine Geliebte ...
Mercedes.
Kann uns noch etwas auseinander bringen?
Jetzt kann uns nichts mehr auseinander bringen.
Dann solltest du langsam wieder anfangen zu lächeln.
Meine Geliebte.
Es ist von Vorteil, wenn man für einen braven Trottel gehalten wird.
Auf Elba gab mir der Kapitän diesen Brief für einen Freund.
Mein erster Gedanke war, er könnte Ihnen vielleicht nützen.
Hier!
Zählen Sie nach, ob's stimmt. Nein, nein.
Ich werde Sie doch nicht beleidigen.
Ein Verschwörerbrief! Was Besseres konnte Ihnen doch nicht passieren.
Stimmt. Hoffentlich kommen wir damit durch.
Er hat so ein ehrliches Gesicht.
Die Polizei geht dummerweise viel zu viel nach dem Aussehen.
Ein Verräter mit einer Gaunervisage wird nie alt.
Mit Ihrem Gesicht können Sie 100 Jahre alt werden.
Es gibt keinen Grund, mich zu demütigen.
Was Sie tun, ist auch nicht nett. Liebe entschuldigt nicht alles.
Die Not hingegen ... Also, abgemacht!
Noch mal so viel, wenn alles klappt. So war's ja besprochen.
Ich bin übrigens ganz ruhig.
Wen ein solches Geheimnis verbindet, der unterlässt Schikanen.
Habe ich Recht? Lassen Sie das Grinsen.
So komisch ist das nicht, einen Freund zu verkaufen.
Was soll's? Ich habe doch noch viele Freunde.
Genug, um in Saus und Braus leben zu können.
Nur weiter! Ich höre.
Ich sah genau, wie der Kapitän meinem Freund einen Brief übergab.
Während er schlief, las ich ihn. Er ist an Monsieur Noitier adressiert.
Da ich genau wusste ... Ich weiß über viele Dinge Bescheid.
Ja, das ist Ihr Geschäft. Und?
Noitier ist der Deckname Ihres Vaters.
Was für ein Skandal, wenn publik würde, dass er ein Verschwörer ist.
Da haben Sie Recht. Ich werde Ihre Diskretion nicht vergessen.
Sie sollten den Überbringer selbst verhaften und verhören.
Wenn's ein anderer tut, können Gerüchte entstehen.
Solche Geschichten bleiben besser in der Familie.
Besonders in einer so noblen Familie.
Lachen. Heitere Stimmung.
Ruhe!
Seid doch mal einen Moment still! Morel, du hast das Wort.
Bravo! Bravo!
Lieber Edmond! Aus beruflicher Sicht bedauere ich deinen Entschluss.
Dennoch erhebe ich mein Glas auf die Tapferkeit, die du damit bewiesen hast.
Und auf deine charmante Verlobte. Du nimmst mir meinen Kapitän, Mercedes.
Aber freu dich nicht zu früh.
Er wird auch auf dem Schiff des Eheglücks immer der Herr an Bord sein.
Hoffentlich stimmt's.
Und so schließe ich ... Ja, mach Schluss!
Genug geredet. Ich möchte tanzen. Fangt an mit der Musik!
Tanzt! Kommt, tanzt!
Musik und Festtagslärm schallen herüber.
Da bist du ja endlich. Wir hielten dich schon für tot.
Traurig seht ihr nicht aus. Es ist noch was zu essen da.
Was ist Ihnen passiert? Ich erzähl's gleich.
Erst trinke ich was. Mein Mund ist ganz trocken. Auf Ihr Wohl.
Schuld war wieder die Eifersucht.
Nach dem Krach mit dir wollte meine Frau mich nicht gehen lassen.
Schon stritten wir uns. Das ist schrecklich.
Alles Gewohnheit. Zum Glück bin ich ein gutmütiger Mensch.
Nett, dass du trotzdem gekommen bist. Ich wollte dich warnen.
Noch kannst du es dir überlegen. Du bist ein wahrer Freund.
Die Musik bricht ab.
Was bringt Sie zu uns, Herr Kommissar?
Ich habe einen Haftbefehl. Wer ist Edmond Dantes?
Das bin ich.
Edmond Dantes, im Namen des Gesetzes: Sie sind verhaftet.
Unglaublich! Das ist ja ein Skandal.
Er hat nichts Unehrenhaftes getan. Dafür bürge ich.
Um Sie geht es nicht. Was wirft man mir vor?
Das erfahren Sie beim Verhör. Mein Sohn bleibt hier!
Der Mann tut nur seine Pflicht. Sein Beruf ist eine Schande.
Meine Geduld hat Grenzen. Meine auch!
Nennen Sie den Vorwurf! Sie machen es noch schlimmer.
Er ist unschuldig. Herr Kommissar ...
Genug! So eine Schande!
Beruhige dich. Das kann nur ein Irrtum sein.
Oder eine versäumte Zollformalität. Genug! Folgen Sie mir!
Sie haben kein Recht ihn zu verhaften Es ist meine Pflicht!
Dann nehmen Sie mich auch mit. Eine Trennung wäre grausam.
Weine nicht, Liebste. Ich habe Angst.
Das brauchst du nicht. Ich bin bald zurück.
Edmond ... Das ist ja unerhört.
Ich warte!
Ich bin bereit.
Mein Junge ...
Ist Ihnen nicht gut? Diese Szene hier war furchtbar.
Das habe ich nicht erwartet. Sie sind ein merkwürdiger Mensch.
Wenn man ein Gewissen hat, sollte man ehrlich sein.
Was werfen Sie mir vor? Das weiß ich noch nicht genau.
Aber vielleicht ist der Fall in einer Minute geklärt.
Ich trage keine Waffe. Ich vergewissere mich trotzdem.
Sie erlauben?
Ein Brief ist manchmal gefährlicher als eine Waffe.
Herr Staatsanwalt, ich verstehe das nicht.
Sie werden schon verstehen.
Sie sind der Überbringer einer Botschaft an einen Bonapartisten!
Aber ... Natürlich hatten Sie keine Ahnung.
Jemand muss mir den Brief untergeschoben haben.
Wer sollte ein Interesse daran haben? Keine Ahnung. Ich habe keine Feinde.
Mich interessieren mehr Ihre Freunde.
Wann und wo sollten Sie diesem Noitier den Brief geben?
Ich kenne ihn nicht. Wollen Sie mich verspotten?
Ich kann Sie nicht überzeugen. Also möchte ich vor ein Gericht.
Ich habe das Recht, mich zu verteidigen.
Ich habe Zeugen, die für meine Lauterkeit garantieren.
Das Recht steht Ihnen zu. Ich will meine Unschuld beweisen.
Welch eine Kraftverschwendung für eine Bagatelle.
Bei näherer Betrachtung steht eigentlich nichts von Bedeutung drin.
Wir haben Wichtigeres zu tun, als uns mit kleinen Krakeelern zu befassen.
Die Ehre eines Mannes ist wichtig. Vorsicht!
Sie verwechseln Offenheit mit Impertinenz.
Die wirklich Schuldigen sind meist schlauer und schweigsamer.
Sind Sie womöglich wirklich unschuldig?
Geben Sie mir die Gelegenheit, es zu beweisen.
Ich beweise Ihnen sofort meinen guten Willen.
Ich gebe Ihnen eine Chance. Ich gebe Sie frei.
Ich bin frei?
Ja. Die Justiz des Königs ist großzügiger als die des Kaisers.
Wenn Sie schuldig sind, denken Sie mal darüber nach.
Wenn Sie unschuldig sind, schätzen Sie mich von jetzt an etwas höher ein.
Der einzige Beweis gegen Sie ist dieser Brief.
Sie sehen, was ich damit mache. Sie haben nichts mehr zu befürchten.
Nach den üblichen Formalitäten können Sie nach Hause zurück.
Erlauben Sie, mir zu sagen ... Ich tue nur meine Menschenpflicht.
Begleiten Sie den Herrn hinaus.
Erwarten Sie meine Befehle!
Nehmt die Ruder hoch!
Werft das Tau rüber!
Fang auf!
Los, steh auf!
Komm schon! Lasst mich los!
Wo bringt ihr mich hin? Ins Chateau d'If.
Dort gibt es keine Untersuchungsbehörde.
Dafür hat es die besten Mauern. Ich bin unschuldig.
Dann hast du wenigstens ein reines Gewissen.
Lasst mich los! Geräusch von Schlägen.
Da wären wir. Hier hat er's wenigstens schön ruhig.
Er soll sich erst mal ausruhen.
Nach all den Aufregungen hat er den Schlaf bitter nötig.
Schlüssel drehen sich im Schloss. Ein Riegel wird vorgeschoben.
Ich freue mich zu erfahren, wer Sie wirklich sind, Monsieur Villefort.
Meine Bewunderung für Sie diktierte mir meine Pflicht, Exzellenz.
Ludwig XVIII beschloss, Sie verhaften zu lassen.
Sie, Monsieur Fouche, stören die Umgebung des Königs im Schlaf.
Es wäre unverantwortlich von mir, sie aufzuwecken.
Ihr Schlaf ist für mich von ungeheurem Wert. Ich habe für alles vorgesorgt.
Ich war vage davon unterrichtet.
Ich werde diesen Beweis Ihrer Ergebenheit nicht vergessen.
Frankreich darf Sie nicht verlieren.
Ein Land kann sich zur Not ohne Regierung zurechtfinden.
Aber niemals ohne Polizei. Wir sind doch der Staat.
Der König irrte, als er sich Ihrer Mitarbeit entledigte.
Ich werde warten, bis Frankreich sich des Königs entledigt.
Es scheint also ... Diese Möglichkeit gibt es.
Der Kaiser hat also eine Chance, an die Macht zurückzukehren?
Er findet immer Leute, die es nicht erwarten können für ihn zu sterben.
Und getreue Diener wie uns beide bei Polizei und Justiz.
Da müssen sich die anständigen Leute verteufelt in Acht nehmen.
Jubel. Die Menge lässt Napoleon Bonaparte hoch leben.
Es lebe Napoleon! Hoch, Napoleon!
Die Tür wird entriegelt und aufgeschlossen.
Ich bin sehr erfreut, deine Bekanntschaft zu machen.
Ich bin der neue Wärter. Alles ist neu hier außer den Gefangenen.
Ich möchte vor Gericht kommen. Helfen Sie mir.
Reden Sie mit dem Gouverneur.
Klar, ich speise ja jeden Abend mit ihm. Weshalb bist du hier?
Man beschuldigt mich, Bonapartist zu sein.
Ich mag es nicht, wenn man sich über mich lustig macht.
Ein scharrendes Geräusch ist zu hören.
Immer noch Grabungsgeräusche.
Geräusche vor der Zellentür.
Scherben klirren.
Schau, was du angerichtet hast! Da gehört doch kein Teller hin.
Ah, du wirst höflicher. Ich werde dir schon noch Benehmen beibringen.
Gib die Scherben her.
Dem Herrn schmeckt's wohl nicht?
Geräusche im Zellengang.
Alles ist ruhig.
Im tiefsten Kerker finden zwei unglückselige Fremde zusammen.
Und neue Hoffnung erwacht in einem Blick, in einer Umarmung.
Das muss man erlebt haben, um wahre Brüderlichkeit zu verstehen.
Wer bist du? Ich war Abbe Faria.
Jetzt bin ich nur noch ein leidender Mensch.
Ich wollte die hohen Grundsätze, die man mich lehrte, verteidigen.
Ich kämpfte für die Freiheit.
Doch hinter diesem Wort verbergen sich leider oft Lügen und Heucheleien.
Vor fast 10 Jahren wurde ich in diese Zelle geworfen.
Zehn Jahre! Das ist furchtbar.
Wie lange bist du schon hier? Ich weiß es nicht mehr.
Ich wurde das Opfer einer Intrige. Denn ein Irrtum kann es nicht sein.
Meine Familie hat bestimmt alles getan, um meine Unschuld zu beweisen.
Manchmal glaube ich, alles ist nur ein furchtbarer Traum.
Morgen wache ich zu Hause auf, und alle lachen mich aus.
Es ist zum Verrücktwerden.
Ich habe Angst zu erwachen und wünsche mir doch nichts sehnlicher.
Du wirst erwachen. Ich glaube nicht mehr daran.
Du darfst nicht verzweifeln. Du bist nicht mehr allein.
Eines Tages werden die Menschen einander helfen, statt sich zu hassen.
Wenn ich unsere Wärter sehe, habe ich da wenig Hoffnung.
Dummheit ist immer grausam. Ihre Köpfe sind selbst wie Kerker.
Ein Wärter ist auch nur ein Gefangener.
Ich beginne an allem zu zweifeln außer am Hass.
Dennoch ist die Liebe stärker.
Die Wolken können dich nicht hindern, an die Sterne zu glauben.
Sie leuchten wie die Freiheit. Für mich bedeutet Freiheit nur eins:
Ich will die Meinen wieder finden und die Schuldigen bestrafen.
Ich will mich mitleidslos rächen an allen, die schuld sind an meinem Leid.
Dabei war ich ein friedfertiger, nachsichtiger Mensch.
Aber sollte ich je wieder frei sein, dann ist Edmond Dantes hier gestorben
Ich habe eine traurige Nachricht für Sie.
Jeder weiß, wie aufrichtig Ihre Gefühle für diesen jungen Mann sind.
Aber das ist doch nicht möglich. Leider.
Wenn ich nur die richtigen Worte finden könnte.
Bei einem Fluchtversuch ist Edmond Dantes leider ertrunken.
Er wurde von einer Kugel getroffen. Das ist furchtbar.
Mercedes schluchzt.
Ich habe seit Monaten versucht, mich für ihn zu verwenden.
Aber die Macht des Gesetzes ist stärker als die des Menschen.
Ich habe alles versucht. Glauben Sie mir.
Ich habe nichts dem Zufall überlassen.
Das weiß ich, Herr Staatsanwalt. Da bin ich mir ganz sicher.
Na, du Faulpelz! Du erholst dich wohl gut bei uns.
Mach dir nichts draus.
Wenn du frei gewesen wärst, wärst du vielleicht bei Waterloo gefallen.
Wie mein Bruder. Aber das dauert zu lange, es dir zu erklären.
Dein Napoleon ist jetzt auch nicht besser dran als du.
Das hat er nun von seinem Ruhm.
Dieses Mal ist er wirklich geschlagen.
Die Katastrophe war vorauszusehen. Eher vorgesehen.
Von Fouche und seinen Komplizen.
Man sollte immer auf der richtigen Seite stehen, Vater.
Auf diesem Gebiet bist du unschlagbar. Herein!
Colonel Fernand de Morcerf! Er soll eintreten.
Ihr seid ja ständig zusammen. Man könnte fast an ein Komplott glauben.
Offenbar ist es nicht schwer, in den Pariser Salons Karriere zu machen.
Mein Freund, antworten Sie ihm nicht. Keine Sorge.
Ich provoziere hier keinen Skandal. Skandal ist überall.
Mein Vater ist schlechter Laune. Eine kleine Ungelegenheit.
Wir haben den Krieg verloren! Na und?
Noch so eine schöne Niederlage, und Sie sind General!
Meine Berechnungen stimmen, Dantes.
Zu zweit können wir diesen Gang bis zur Hauptmauer graben.
Dann werfen wir den Schutt durch das Loch. Die Mauer ist direkt am Meer.
Wie viel Zeit brauchen wir dafür? Das kann keiner wissen.
Aber es ist unsere einzige Chance.
Die Zeit brauche ich wahrscheinlich eh, um dich richtig vorzubereiten.
Du wirst dich nämlich in einem dir fremden Milieu zurechtfinden müssen.
In diesen Kreisen wird man mich kaum aufnehmen.
Wenn uns die Flucht gelingt, werden wir reich sein.
Wir werden unermesslich reich sein. Ich bin nicht verrückt geworden.
Ich habe dir bisher nichts von meinem Geheimnis erzählt.
Du solltest mich erst besser kennen lernen.
Sonst hättest du mir nicht geglaubt.
Dantes, ich kenne das Versteck eines unvorstellbar großen Schatzes.
Eines Schatzes?
Ja. Der Schatz auf der Insel von Monte Christo.
Herr Staatsanwalt, ich brauche wieder Ihre Hilfe.
Ich habe nämlich einen unumstößlichen Entschluss gefasst.
Aha. Wie kann ich Ihnen helfen?
Unser Land schlägt sich gerade für die Unabhängigkeit Griechenlands.
Ich möchte ein Kommando übernehmen. Komische Idee.
Woher der plötzliche Türken-Hass? Ihre Folterungen sind recht unbequem.
Wie denkt Ihre Gattin darüber?
Sie darf nicht wissen, dass das meine Idee war.
Ich brauche einen dienstlichen Befehl. Ich weiß nicht, ob meine Fürsprache...
Ich bin da ganz sicher. Meine Frau will Dantes' Andenken rehabilitieren.
Eine Rehabilitierung? Ja. Eine Wiederaufnahme des Verfahrens.
Sie ist von dem Gedanken besessen. Es ist eine fixe Idee.
Die Vergangenheit verfolgt uns. Wir müssen fort.
Ich tue mein Bestes, damit Ihrer Bitte um Versetzung entsprochen wird.
Daran habe ich keinen Moment gezweifelt.
Leises Stöhnen.
Faria!
Faria, was haben Sie?
Faria!
All die Arbeit war umsonst. Sie werden bestimmt wieder gesund.
Kommen Sie! Ich kann nicht.
Ich habe keine Kraft. Das ist doch nicht möglich, Faria.
Sie dürfen hier nicht sterben!
Ob im Kerker oder im Palast ist egal. Es zählt nur ein reines Gewissen.
Nicht die Leere nach dem Tod schreckt mich, sondern die Leere der Lebenden.
Du wirst ihr trotzen müssen, Dantes.
Wenn Sie mich allein lassen, will ich auch sterben.
Dazu hast du kein Recht. Bald kannst du von hier fliehen.
Dann wirst du reich und mächtig sein.
Mit dem Schatz auf der Insel Monte Christo.
Allein schaffe ich es nicht, den Weg in die Freiheit zu graben.
Hör mir gut zu, Dantes.
Ich kenne mich mit den Bräuchen in diesem Gefängnis aus.
Hör gut zu, was ich dir sage ...
Schau dir diesen Stoff an! Und der muss ins Wasser.
Für die Gefangenen ist ihnen nichts gut genug.
Um die Ecke!
Hältst du ihn fest? Er ist ja tot.
Aber ich lasse ihn nicht fallen. Vorsicht, Stufen!
So, liebes Meer! Hier kommt Abbe Faria.
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, amen. Hoppla!
Also gehen wir!
Und das nennt sich in den Himmel fahren.
Bei seinem Posten auf Erden sitzt er sicher schon auf Abrahams Schoß.
Ein Schuss aus der Kanone.
Hilfe! Halt durch! Ich komme.
Hilfe! Hilfe!
Nur Mut! Halt durch! Ich komme.
Ich bin da. Nimm meine Hand!
Hier! Danach fühlst du dich besser.
Wie soll ich Ihnen nur danken? Ich schulde Ihnen mein Leben.
Du schuldest mir deine Freundschaft. Also duze mich.
Du weißt nicht mal, wer ich bin. Bist du nicht neugierig?
Draußen nähern sich Reiter.
Oh! Ich fürchte, die da sind neugieriger als ich.
Schnell! Komm!
Komm hierher!
Schnell da runter!
Beeil dich. Du musst die Wahrheit wissen.
Ich bin ein entflohener Sträfling. Schon gut. Geh runter!
Energisches Klopfen an der Tür. Ich komme!
Ich komme ja schon!
Ich bin schon da.
Na, Mario. Wir haben uns lange nicht gesehen.
Mir kam's wie gestern vor.
Wie die Zeit vergeht. Ein Sträfling ist ausgebrochen.
Nein! Mit Mühe verhaftet ihr die Leute. Und dann passt ihr nicht auf.
Hast du hier einen Fremden bemerkt?
Nein. Niemanden. Nicht mal einen Fisch.
Schade. Zur Ergreifung des Sträflings ist nämlich eine Prämie ausgesetzt.
Eine Prämie? Es ist keine geringe Summe.
Redet nicht weiter. Die Enttäuschung wäre zu groß.
Hätte der Dummkopf nicht hier vorbeikommen können?
Bist du wirklich keinem "Dummkopf" begegnet?
Abgesehen von Ihnen ... Ich meine, Sie sind heute der erste.
Ich drücke mich so dumm aus. Denk nach. Eine ganz hohe Prämie.
Ich will gar nicht wissen, was ich verliere.
Ich zeige dir, was du bekommst, wenn du uns belogen hast.
Das war also die Prämie. Ihr seid wirklich großzügig.
Es ist in deinem Interesse, uns alles Verdächtige sofort zu melden.
Das weißt du jetzt hoffentlich.
Wen Geld und Schläge nicht zum Reden bringen, der hat ein reines Gewissen.
Mein Gott, sind die gemein!
Ich habe auch ein bisschen gestichelt. Und sie sind kitzlig.
Man kann eben nicht zu allem schweigen.
Du hast mich ein zweites Mal gerettet.
Eine erneute Kerkerhaft hätte ich nicht überlebt.
Blühend siehst du nicht aus.
Warst du lange im Kerker?
Ich habe keinen Zeitbegriff mehr. Wir haben 1831. Rechne es aus.
Am 9.August wurde der neue König proklamiert. Louis Philippe.
Dieses Datum werde ich bestimmt nicht vergessen.
Es war an meinem Geburtstag.
Was hast du denn, mein Freund?
17 Jahre! 17 lange Jahre meines Lebens.
Mein armer Freund.
Du hast eben dasselbe für mich riskiert.
Du hast für einen Fremden deine Freiheit aufs Spiel gesetzt.
Ich kenne den Preis. Du bist ein außergewöhnlicher Mensch.
So toll ist das nicht.
Du hast eben seit 17 Jahren keinen Menschen mehr gesehen.
Du wirst in meinem Keller gesehen haben, dass ich kein Engel bin.
Ich wollte unbedingt anständig bleiben.
Da wurde ich Schmuggler. Man muss schließlich leben.
Die Zeiten sind schwer. Du wirst reich werden, Mario.
Ich werde dich mit Geld überhäufen.
Du bist nicht aus dem Chateau d'If geflohen.
Sondern aus einem Irrenhaus.
Ich weiß, wo ein großer Schatz vergraben liegt.
Wir brauchen nur ein Schiff und etwas Glück.
Hier muss es sein. Hilf mir suchen.
Hier ist nichts.
Hier!
Drück!
Drück fester! Es rührt sich nichts.
Zünde die Fackeln an! Wozu?
Zünde die Fackeln an!
Ein lauter Explosionsknall.
Das führt doch nirgends hin. Pst!
Mario!
Das ist doch nicht möglich!
Ich träume.
Faria, ich werde mich deiner Freundschaft würdig erweisen.
Die junge Frau lacht.
In Italien sind alle Frauen Engel.
Du hast Glück, dass du in einem so schönen Land leben darfst.
Und Sie haben ein schönes Schiff. Ich zeige es dir gern.
Morgen. Maria! Was redest du mit dem Fremden?
Komm sofort her!
Die Mutter ist auf die Tochter eifersüchtig.
Überall auf der Welt sind sie gleich, mein armer Freund.
Ich bin nicht mehr dein armer Freund. Sprich mich bitte in der 3.Person an.
Es ist notwendig. Ah, Monsieur Dantes!
Hat er die Sonne nicht vertragen? Nenne nie mehr diesen Namen!
Ich bin der Graf von Monte Christo. Oh, Monsieur le Comte.
Hast du deine lieben Ahnen entdeckt? Nein, gekauft.
Ich kaufte von einem ruinierten Prinzen seinen Namen, Titel und Ruhm.
Denn der Mensch ist blind.
Von klangvollen Namen lässt er sich blenden.
Ich besitze alles von jetzt an.
Wer die da oben treffen will, muss menschliche Schwächen ausnutzen.
Zurück nach Frankreich, Mario!
Tischler-Geräusche. Jemand singt vor sich hin.
Sie haben mich aber erschreckt.
Ich dachte, es ist meine Frau. Die Tür stand offen.
Also trat ich ein. Das sollten Kunden öfter tun.
Ich wollte nicht stören, nur um einige Auskünfte bitten.
Wohnt der alte Monsieur Dantes nicht mehr hier?
Nein, die arme Seele. Wo er jetzt ist, hat er keine Geldsorgen mehr.
Nehmen Sie mir den Witz nicht übel. Nach 3 Jahren ...
3 Jahre! Sind Sie ein Verwandter?
Ich war ein Freund seines Sohnes.
Dem Gefangenen? Ich lernte ihn im Kerker kennen.
Der Alte wollte an den Tod seines Jungen nie glauben.
Was wurde aus der jungen Frau, von der Dantes so oft sprach?
Er wollte sie heiraten. Sie hieß Mercedes.
Als ich hierher kam, war sie schon weggezogen.
Gleich nach dem Tod ihrer Mutter. Wo lebt sie jetzt?
Das weiß keiner hier. Er starb also ganz ohne Liebe.
Allein und verlassen. Nein, allein war er nicht.
Dank dem Reeder Morel starb er friedlich.
Er hielt ihm die Hand am Sterbebett. Starb er im Elend?
Morel unterstützte ihn, sogar noch nach dem Untergang der "Pharao".
Armer Mann. War er der Einzige, der Dantes' Vater half?
Edmond erzählte mir oft von seinem treuen Freund Caderousse.
Der hat überhaupt kein Herz.
Er zwang den alten Dantes, die Schulden seines Sohnes zu begleichen.
Woher das Geld für sein Wirtshaus kam, weiß auch keiner.
Edmond hatte keine Schulden. Caderousse legte Papiere vor.
Das waren Fälschungen. Möglich. Morel hat alles bezahlt.
Er war immer da? Immer.
Ich hoffe, er bekommt seinen Lohn im Himmel.
Auf Erden verließ ihn das Glück. Vielleicht noch nicht ganz.
O doch! Seit dem Untergang der "Pharao" ist er ruiniert.
Ruiniert? Ihm hilft nur noch ein Wunder.
Ich kenne kein Schiff, das nach 3 Jahren wieder auftauchte.
Vielleicht geschieht ja doch noch ein Wunder.
Das müsste schon ein Geisterschiff sein.
Die "Pharao"! Die "Pharao" ist da!
Was ist denn los? Die "Pharao" ist da!
Das ist doch nicht möglich.
Die "Pharao" ...
Die "Pharao"!
Mein Schiff ist wieder da. Ich kann's nicht glauben.
Das ist doch nicht möglich.
Alle meine Träume leben wieder auf, Mario.
Meine Jugend, die "Pharao".
Der einzig Treue ist belohnt.
Und nun wenden wir uns den anderen zu, mein Freund.
Hufschläge eines Pferdes.
Da kommt einer!
Es stürmt. Die Fensterläden klappern.
Das muss ein Fremder sein.
Sieh dir das Pferd an. Das ist ein guter Gast.
Den halte ich fest oder ich heuere wieder als Matrose an. Räum auf!
Herzlich willkommen, werter Herr Reisender!
Sie hat ein guter Wind hierher geweht. Gleich geht das Gewitter los.
Sie bleiben doch über Nacht? Ja. Das versteht sich.
Gehen Sie rein. Ich kümmere mich um Ihr Pferd.
Meine Frau wird Sie gleich begrüßen.
Sie ist die Sonne des Hauses. Sie kocht so gut, wie sie hübsch ist.
Wo bist du, Leone? He, Leone! Ich komme!
Setzen Sie sich. Sie sind ganz blass.
Unser Landwein bringt Sie wieder auf die Beine.
Er trinkt sich wie Wasser, nur gluckst er nicht im Magen.
Leone, bring uns Becher und Licht! Nein, nicht nötig.
Meine Augen sind von Sonne und Staub etwas entzündet.
Sie kommen von weit her? Von Marseille.
Da bekomme ich Heimweh. Ich ließ alle meine Freunde dort zurück.
Ja, ich weiß. Woher?
Man hat mir viel von Ihnen erzählt. In Marseille?
Ja. Das heißt, im Chateau d'If. Im Chateau d'If?
Ich komme nicht zufällig zu Ihrem Gasthof, Monsieur Caderousse.
Ich komme im Namen des Mannes, der mal Ihr bester Freund war.
Ihr treu ergebener Freund Edmond Dantes.
Edmond Dantes? Man sagt, der Ärmste sei gestorben.
Es ist leider wahr. Ich kannte ihn sehr gut.
Gestern Abend sprach ich mit meiner Frau über ihn. Nicht wahr, Leone?
Den Gefangenen von Chateau d'If? Ja.
Wie klein die Welt ist! Wo lernten Sie ihn kennen?
Ich war dort Gefängnisarzt und mit diesem aufrechten Mann befreundet.
Ich schätzte ihn sehr. Er schmachtete unschuldig im Kerker.
Das habe ich immer gesagt. Fragen Sie meine Frau.
Als ich von seiner Erschießung auf der Flucht hörte, musste ich weinen.
Als hätte man meinen Bruder getötet. Er hat mich also nicht vergessen.
Ein Mann im Gefängnis vergisst keinen Menschen.
Die Erinnerung ist sein einziger Lebensinhalt.
Deswegen beauftragte mich mein Freund mit einer Mission.
Was für eine Mission? Dantes hatte einen Mithäftling.
Er war ein reicher, alter Mann und galt als königstreuer Verschwörer.
Bei seiner Verhaftung gelang es dem Alten, 3 Diamanten zu verstecken.
Sie sind ein Vermögen wert und hätten ihm ein neues Leben ermöglicht.
Leider erkrankte dieser Gefangene. Dantes pflegte ihn aufopferungsvoll.
Dafür schenkte ihm der alte Mann vor seinem Tod die 3 Edelsteine.
Dantes vertraute mir uneingeschränkt.
Vor seinem missglückten Fluchtversuch gab er mir die Diamanten.
Er erteilte mir einen Auftrag für den Fall, dass ihm etwas zustößt:
Ich soll mit den Steinen seine wahren, treuen Freunde belohnen.
Und die Menschen, die während seiner Haft seinem Vater beistanden.
Nun suche ich die Freunde von Edmond Dantes.
Sprechen Sie nicht in der Mehrzahl. Sie haben das richtige Haus betreten.
Gleich beim 1.Versuch! Der selige Dantes selbst wies Ihnen den Weg.
Ich habe mich in Stücke gerissen, um ihn frei zu bekommen.
Staatsanwalt Villefort verdächtigte schließlich auch mich.
Wir mussten Marseille verlassen. Und unser schönes Kaffeehaus!
Unseren gesamten Besitz hinterließen wir dem tapferen Vater von Dantes.
Auch von hier schickte ich ihm regelmäßig eine Unterstützung.
Ihm fehlte nichts außer meiner liebevollen Gegenwart.
Ihre Treue berührt mich tief. Ich fühle die Ehrlichkeit Ihrer Worte.
Ich sage stets die Wahrheit. Das schwöre ich beim Haupt meiner Frau.
Der Schlag soll sie treffen, wenn ich lüge.
Ein Donnerschlag. Haben Sie Angst vor Gewittern?
Nein. Aber die Aufregungen zehren an den Nerven.
Es ist wie ein Wunder. Mein armer Dantes! Ich könnte weinen.
Tun Sie sich keinen Zwang an. Echte Tränen sind nie lächerlich.
Sie sind auch für einen Mann keine Schande.
Ich muss mich also nicht schämen. Dann ist ein Diamant für Sie.
Und die anderen?
Edmond sprach oft von seiner Verlobten Mercedes.
Und von einem gewissen Fernand. Fernand de Morcerf?
Ja. Die beiden suche ich.
Darüber sollte man reden! Diamanten für solche Menschen!
Die sind völlig würdelos. Mercedes ist ein lockerer Vogel.
Ich bitte Sie! Mein Freund sprach mit Hochachtung und Liebe von ihr.
Ihre Behauptungen beleidigen das Andenken von Edmond Dantes.
Ja, Sie wissen es nicht besser. Aber die Wahrheit kann man nicht ändern.
Mercedes zieht die Uniform eines Lebenden dem Andenken eines Toten vor
Fernand war ein schöner Mann.
Er lud uns nicht zur Hochzeit ein. Wir wären auch nicht hingegangen.
Wir sind ja Freunde von Edmond!
Das ist doch nicht möglich. Er sprach ständig von diesem Mädchen.
Er hat sie so geliebt. Sie ist Frau Generalin geworden.
Morcerf ist unermesslich reich. Aber etwas stinkt an seinem Reichtum.
Kein Mensch weiß, was er im Osten mit Griechen und Türken zusammenschob.
Er kam reich wie ein Nabob zurück.
Der muntere Offizier wurde daraufhin auch gleich geadelt.
Jetzt sitzt er im Pantheon. Das ist die Moral der heutigen Zeit.
Ist Ihnen nicht gut? Sie haben bestimmt Hunger.
Nein, ich brauche nur etwas Ruhe.
Wir reden morgen früh weiter. Aber ja, natürlich.
Man soll alles überschlafen. Ich bringe Ihnen Kamillentee.
Damit Sie besser schlafen. Nein, danke.
Lass den armen Mann in Ruhe. Hier hinauf bitte.
So ist es, wenn man anfängt, über verschwundene Freunde zu reden!
Unser geliebter Dantes schaut sicher zu uns herab.
Und ist glücklich, wenn er uns zusammen sieht.
Glauben Sie? Bestimmt.
Ist nicht Vergessen der einzige Weg, das Grauen zu überwinden?
Sicher gab es einige unschöne Dinge.
Immerhin steht jetzt fest, dass es auch noch anständige Leute gibt.
Kommen Sie. Das ist unser bestes Zimmer.
Wir geben es nur Freunden. Ich nehme Ihre Sachen.
Brauchen Sie noch etwas? Ja. Ich möchte allein sein.
Der Wind heult. Es donnert.
Gibt es etwas Schöneres als diesen Diamanten?
Ja! Alle drei!
Du willst immer zu viel. Es ist eine gute Tat!
Das Leben ekelt ihn an. Erweisen wir ihm einen Dienst.
Danach ziehen wir uns vom Geschäft zurück und leben ehrlich.
Es donnert. Der Sturm heult.
Mörder! Ungeheuer!
Rührt euch nicht oder ich erschieße euch wie tollwütige Hunde.
Du bist in die Falle gegangen. Ich wollte sehen, wozu du fähig bist.
Haben Sie Mitleid! Sie hat mich überredet.
Feigling! Du ekelst mich an. Sie ist eine Hexe. Ich muss gehorchen.
Obwohl ich mich wehre. Du Dreck! Er schlägt mich.
Ich wollte es nicht zulassen. Sie ist ein Dämon!
Ihr kommt vor den Henker. Nein, haben Sie Mitleid!
Hattest du Mitleid mit denen, die du ermordet hast?
Sie sind der Erste! Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!
Was verschafft mir diese "Ehre"? Die Diamanten machten sie verrückt.
Dann gab sie mir ihren Kräutertee. Dreckiger Polizeispitzel!
Ruhe! Auch wenn ich Sie töten wollte, ein Polizeispitzel bin ich nicht!
Doch! Es ist aus. Diesmal rettet dich auch Villefort nicht.
Villefort? Darf ich gehen, wenn ich alles sage?
Das verspreche ich. Reden Sie. Halt's Maul, du Schlange!
Ich traue Ihnen. Sie halten einen Schwur, den Sie einem Toten gaben.
Wenn du dein Maul... Ich höre.
Er brachte Dantes in den Kerker. Sie lügt, um ihre Haut zu retten.
Lass sie reden oder ich schieße. Er plante es mit Fernand de Morcerf.
Ein Brief in Dantes' Brusttasche und eine Anzeige bei Villefort genügten.
Ihre Geschichte macht keinen Sinn! Doch, nun reimt sich alles zusammen.
Für Geld tut er alles! Du wirst dafür bezahlen, Caderousse.
Du Mörder wirst der Erste sein.
Wenn Sie näher kommen, töte ich sie! Nicht schießen! Ich flehe Sie an.
Sie schreit.
Gib ihn her! Nein!
Nein!
Dantes schießt. Er ist mit dem Diamanten weg!
Eines Tages werde dich wiederfinden, Caderousse!
Und Morcerf, Villefort! Ich finde jeden von euch wieder.
Hundegebell
Der Graf von Monte Christo versteht es, Empfänge zu geben.
Er will zu hoch hinaus.
Seine Ahnen haben meine Ahnen wohl selten gesehen.
Wenn das Geld regiert, kann auch ein Bürgerlicher Graf werden.
Dieses Pferd ist sehr nervös, und du vertraust es einem Knaben an.
Der Vicomte de Morcerf will immer die feurigsten Pferde reiten.
Nun kann er sein Talent beweisen.
Der Priester spricht einen Segen.
Amen.
Jagdhörner erklingen.
Jagdhörner und Hundegebell
Man sollte nichts bereuen. Der Unfall war für mich ein doppelter Gewinn.
Durch meinen Retter erfuhr ich, was wahre Freundschaft ist.
Jetzt bin ich ans Haus gefesselt.
Dadurch schätze ich den Wert der Freiheit erst richtig.
Sie ahnen nicht, wie ich in diesem Gefängnis ersticke.
Sie armer Gefangener. Versetzen Sie sich an meinen Platz.
Wochenlang kann ich nicht ausgehen. Ich mag nicht mal zum Pinsel greifen.
Bedauern Sie es nicht. Ein Werk entsteht nie aus Untätigkeit.
Man malt nicht aus Langeweile.
Ein Bild muss empfunden werden. Ich bin zu glücklich. Ich habe alles.
Meine Eltern überhäufen mich mit Geschenken. Ich werde geliebt.
Sie werden nicht geliebt. Sie haben Frauen, das ist etwas anderes.
Ich werde leiden müssen, um Talent zu bekommen. Was soll ich tun?
Durchhalten. Die Gelegenheit wird sich bieten. Vertrauen Sie dem Leben.
Das Bild ist schlecht, nicht wahr? Sie ahmen die Wirklichkeit nach.
Wer die Natur kopiert, verrät sie.
Die Traurigkeit dieser grauen Mauer ist noch zu fröhlich.
Stellen Sie sich die kalten Mauern eines Kerkers vor.
Dann finden Sie Ihr Grau und verstehen, was ein Blau ist.
Glauben Sie? Sie als Maler müssen daran glauben.
Ich gebe auf. Ich überwinde es nicht. Sie müssen etwas entdecken.
Nichts ist schlimmer als sich zu etwas zu überwinden.
Suchen Sie einfach die Wahrheit. Seien Sie aufrichtig.
Entdecken Sie das Wesen der Dinge.
Um einem Blick Ausdruck zu verleihen, muss man mehr als ein Auge malen.
Dieses Bild habe ich nicht gemalt.
Bewundern Sie dieses Porträt etwa? Mehr als Sie ahnen.
Jetzt verstehe ich gar nichts mehr.
Ein Werk ist immer nur für die bestimmt, die es lieben können.
Fehler, die mich berühren, sind mir lieber als ausdruckslose Perfektion.
Auch die Liebe ist nicht immer vollkommen.
Trotzdem leben wir nur durch die Hoffnung, die sie uns gibt.
Und durch die Erinnerung, die sie uns lässt.
Dieses Bild ist für mich ein Blick.
Ein Blick, der keiner anderen Frau zu eigen sein könnte.
Welche seltsame Wärme! Ein ganzes Leben liegt darin.
Mit allen Enttäuschungen und allen Geheimnissen.
Fragen wir unser Modell, ob ihr dieses Porträt gelungen erscheint.
Mama, das ist mein Freund, der Graf von Monte Christo.
Er kennt Sie auf Grund des Bildes genau.
Er hat Sie gerade mit herzergreifender Poesie beschrieben.
Madame.
Ich werde Ihr Schmerzenslager jetzt verlassen, lieber Freund.
Gerade wollte ich Ihr Porträt beginnen.
Ich entdecke Ihr innerstes Wesen, mit allen Geheimnissen und Enttäuschungen.
Malen Sie aus der Erinnerung. Ich beurteile es morgen.
Jetzt habe ich eine Verabredung. Nutzen Sie die Zeit.
Ihr Rivale ist bald wieder auf den Beinen.
Ich muss Ihnen sonderbar erschienen sein, Madame.
Die Ergriffenheit überwältigte mich.
Vor fast 20 Jahren wurde ich von einem jungen Mädchen getrennt.
Sie war Ihnen wie aus dem Gesicht geschnitten.
Sie bedeutete mir das Leben.
Ich hatte fast vergessen, wie mich die Reinheit eines Blicks berührt.
Für einen Augenblick war ich wieder mit ihr verbunden. Verzeihen Sie mir.
Ich kann mir nicht verzeihen, dass ich Ihrem verlorenen Glück gleiche.
Danke, Madame. Danke, dass Sie mich verstanden haben.
Versuchen Sie die Frau zu verstehen, wenn Sie sie einst wiederfinden.
Vergeben Sie ihr. Sie hat Sie ganz bestimmt nicht vergessen.
Vielleicht liebt sie Sie noch immer.
Intrigen, Einsamkeit und die Zeit sind unerbittliche Feinde einer Frau.
Ja, die Zeit treibt uns weiter. Leider jeden in eine andere Richtung.
Die Zeit reißt alles mit sich.
Nur Liebende sind taub und blind von ihren Schwüren und hören es nicht.
Ich höre noch ihre leidenschaftliche Stimme.
Sie übertönte das Rauschen des Meeres.
Jetzt gibt es nichts mehr, was uns trennen könnte.
Halten Sie mich für wahnsinnig, wenn ich immer noch hoffe und glaube?
Könnten Sie die Hoffnung aufgeben?
Nein. Wozu dann überhaupt noch antworten?
Das Leben wird Ihnen antworten. Denn das Leben hat Sie betrogen.
Schon wieder eine Einladung bei den Morcerfs.
Diese Neureichen können es sich nicht leisten, uns zu vergessen.
Keinen Abend verbringen wir zu Hause. Das ist ein Vorteil meiner Lage!
Vielleicht lernen wir diesen Grafen von Monte Christo kennen.
Er ist ein Abenteurer. Ein Schloss bei Paris, ein Haus in der Stadt.
Auffällige Kutschen! Aber man weiß nichts über ihn. Wo kommt er her?
Bestimmt erfahren wir bald in der Klatschpresse mehr über ihn.
Sie sind eifersüchtig, weil alle Frauen verrückt nach ihm sind.
Nur Hochstapler betören Frauen. Sie haben mich auch schnell betört.
Danke für das Kompliment. Er lacht und hustet.
Diese Scherze sind abgeschmackt. Besonders die meines Vaters.
Ich scheine also doch für Sie zu existieren.
Monsieur Vidocq möchte Sie sprechen, Monsieur Villefort.
Vidocq? Um diese Zeit? Ich komme.
Ein ehemaliger Sträfling als Polizeichef!
Das Leben ist ein Theaterstück. Ich glaube, ich sitze im Parkett.
Leider ist es nur ein Rollstuhl. Na ja, für den letzten Akt.
Ich störe Sie hoffentlich nicht. Keineswegs.
Wir wollten uns doch am Nachmittag im Justizpalast treffen.
Ich möchte zunächst diskret und unter vier Augen mit Ihnen sprechen.
Etwas Schlimmes? Das kann es werden.
Es geht um den alten Bouchard. Sein Fall kommt vor die Geschworenen.
Der gemeine Mörder! Die Anklage gegen den Kerl werde ich nicht abmildern.
Trotzdem... Nein! Diesmal gehen Sie zu weit.
Meine Karriere steht auf dem Spiel, wenn er noch einmal davonkommt.
Er hat der Polizei sehr geholfen. Sein Fall ist unentschuldbar!
Ich kenne seine Akte. Ich kenne den Mann.
Er ist ein Mörder. Vielleicht, aber gewiss ein Freund.
Er ist mein bester Spitzel. Man darf die Lumpen nicht ganz entmutigen.
Ich muss ihn anklagen. Ich möchte Sie milder stimmen.
Sie sind zu hart. Ihre Karriere steht nicht über den Interessen der Polizei.
Und nicht über Ihren, meinen Sie. Hüten Sie Ihre Zunge.
Das geht zu weit. Es ist nicht Aufgabe der Polizei, die Gesetze zu ändern.
Überwachen Sie die vorhandenen. Verweisen Sie mich auf meinen Platz?
Meinen bekommen Sie nicht.
Mein Vorgänger Fouche hat Ihnen diesen Platz verschafft. Bedenken Sie das.
Freispruch für einen Mörder hat Fouche nie von mir verlangt.
Hat er Sie gehindert, Unschuldige in den Kerker zu schicken?
Was soll das heißen? Er ließ gern seine Freunde einsperren.
Nehmen Sie sich in Acht. Ich bin stärker, als Sie glauben.
Heute noch, genau wie gestern.
Man ist nie stärker als seine Polizeiakte. Fouche war vorsichtig.
Er legte immer eine Polizeiakte über seine besten Freunde an.
Natürlich nur, um sie zu beschützen. Das wissen Sie wohl.
Man kann eine Polizeiakte verlegen. Verloren geht sie nie!
Drohen Sie mir? Es ist nur ein guter Rat.
Überwinden Sie sich. Tun Sie mir diesen kleinen Gefallen.
Es geht um einen Mörder. Ist das ein kleiner Gefallen?
In Ihrer Bilanz wiegt er nicht schwer.
Unser Gespräch ist beendet. Na gut.
Ich vergesse nie einen Dienst, der mir erwiesen wurde.
Und auch keinen, der mir verweigert wurde.
Auf Wiedersehen, Herr Staatsanwalt.
Villefort ist dein alter Freund. Du frischst sein Gedächtnis auf.
Erinnere ihn an frühere Zeiten. Sie können sich auf mich verlassen.
Sag ihm: Der Schweinehund Vidocq verbreitet Gerüchte über ihn.
Wie meinen Sie das?
Benutze dieses Wort. Es wird ihm Vertrauen einflößen.
Villefort ist heute Gast beim Comte de Morcerf.
Sprich ihn vor dem Haus an. Er wird dich anhören.
Er fürchtet einen Skandal. Sag ihm, dass du von einer Polizeiakte weißt.
Und dass Fouche sie angelegt hat. Einzelheiten erfährst du noch.
Vom Erfolg deines Auftrags hängt es ab, ob du in Ruhe weiterleben kannst.
Wenn wir die Richter ehrlich urteilen lassen, kommen wir alle ins Gefängnis.
Die Freunde meiner Eltern sind nicht so unterhaltsam wie meine.
Neue Erfahrungen sind interessant. Ich war zu viel auf Reisen.
Ich kenne die Menschen kaum. Vater!
Dem Mut des Grafen von Monte Christo verdanke ich mein Leben.
Sie haben unserem Haus den einzigen Erben erhalten.
Ich weiß, dass meine Frau Ihnen bereits gedankt hat.
Ihr Sohn hat meine angebliche Heldentat sicher übertrieben.
Ich möchte mich jetzt amüsieren.
Ich überlasse Sie den Qualen des Herumgereichtwerdens.
Er ist ein außergewöhnlicher Junge. Leider fehlt ihm Sinn für Tradition.
Er hat Sinn für wahre Freundschaft. Ich schätze ihn aus tiefster Seele.
Er redet nur noch von Ihnen.
Vielleicht scheint es mir deshalb so, als wäre ich Ihnen schon begegnet.
Ihre Augen kommen mir bekannt vor. Ihre kommen mir auch bekannt vor.
Sie waren im Orient? Das stimmt.
Vielleicht sahen wir uns in einer fernen Stadt.
Möglich. Damals war ich Soldat und hatte noch Illusionen.
Ich hätte sogar mein Leben für fremde Leute geopfert.
In Griechenland wurden viele Leute Zeugen Ihres Heldenmuts.
Auf den Schlachtfeldern habe ich nur meine Pflicht getan.
Es gehört mehr Mut dazu, sich auf dem glatten Parkett der Salons zu bewegen.
Dort sind Gefechte meist tödlich.
Ich brauchte viel Mut, als ich den Degen mit der Politik vertauschte.
Mit Geschäften und mondänem Leben. Ich habe seither nur noch Feinde.
Mit wenigen Ausnahmen. Da ist zum Beispiel mein treuer Freund Villefort.
Hier ist der Mann, den Sie treffen wollten. Der Graf von Monte Christo.
Sehr erfreut. Staatsanwalt Henri de Villefort.
Der beste aller Freunde und der am meisten gefürchtete Mann.
Gefürchtet, aber gerecht. Fürchten Sie nichts, wenn Ihr Gewissen ruhig ist.
Nicht weniger ruhig als das Ihre. Dann werden wir uns verstehen.
Das ist ja furchtbar! Ich musste Ihnen die Wahrheit sagen.
Das konnte ich Ihnen nicht ersparen.
Für diesen Mann besaß ich trotz allem Achtung. Doch er war ein Verräter!
Ein Mörder!
Woher soll ich nun die Kraft zum Weiterleben nehmen?
Denken Sie daran, dass ich Sie liebe.
Wir können fortgehen. Noch haben wir alle Möglichkeiten.
Nein, ich darf jetzt nur noch an meinen Sohn denken.
Unsere Leben sind verloren. Dieses Opfer möge sein Glück beschützen.
Auf einer Lüge kann man niemals echtes Glück aufbauen.
Hoffentlich erfährt er nie von all dem Hässlichen.
Was würde sonst aus ihm werden? Vielleicht ein Mann.
Sie schulden Ihrem Sohn die Wahrheit. Nein, das kann ich nicht.
Gehen Sie, ich flehe Sie an.
Für uns ist alles zu Ende. Ich tue, was Sie wollen, Mercedes.
Aber nie vergebe ich denen, die Ihnen so viel Leid zugefügt haben.
Selbst wenn Sie mich eines Tages hassen.
Meine Rache wird der letzte Beweis meiner Liebe zu Ihnen sein.
Du bist es, Caderousse.
Ich wusste, dass ich dich eines Tages wiederfinde.
Nicht so laut! Ich flehe Sie an. Bespitzelst du ein neues Opfer?
Nein. Ich sage Ihnen alles, aber nicht hier. Gehen wir.
Ich folge Ihnen, wohin Sie wollen. Ja, diesmal entwischst du mir nicht.
Ich habe noch Fragen an dich.
Dantes zerschlägt eine Fensterscheibe.
Eine eingeschlagene Scheibe, ein offenes Fenster.
Ich überrasche einen Dieb. Der Rest versteht sich von selbst.
Die Polizei kennt dich, du hast für sie gearbeitet.
Sie wissen, wozu du fähig bist. Diesmal wirst du mir alles sagen.
Ich habe nur Vidocqs Befehle ausgeführt.
Es geht um eine Polizeiakte gegen Villefort. Fouche hat sie angelegt.
Der energische Beamte hat also auch Schwächen. Und weiter?
Vor seiner Heirat hat Villefort ein junges Mädchen verführt.
Sie bekam ein Kind. Er zwang sie, das Neugeborene auszusetzen.
Mit 15 Jahren trat der Junge einer Erpresserbande bei.
Aus deinem Mund hat dieses Wort einen ganz besonderen Klang.
Benedetto wurde verhaftet und sitzt jetzt im Gefängnis.
Unter dem Motto: Vater unbekannt. Welchen Auftrag hast du?
Ich soll Villefort damit drohen, dass Vidocq den Jungen freilässt.
Wenn seine Herkunft bekannt wird, sorgt die Presse für einen Skandal.
Wieder mal hängt die Freiheit eines Menschen von euren Machenschaften ab.
Du sagst Vidocq, dass Villefort nicht auf die Erpressung eingeht.
Sie können auf mich zählen. Ich will Villefort gar nicht wieder sehen.
Vidocq lässt den Jungen frei. Ich werde mich um ihn kümmern.
Ich will Villefort abschießen. Und du wirst mir dabei helfen.
Ich habe geschworen, einen Freund zu rächen. Ihr seid an seinem Tod schuld.
Du wirst mir helfen bis zum Schluss. Das ist deine letzte Chance!
Das Gespräch ist nicht zu verstehen.
Der Graf von Monte Christo überrascht uns immer wieder aufs Neue.
Was soll das? Wo bin ich hier?
Bei mir. Was wollen Sie von mir?
Wer sind Sie? Ein Freund.
Schweigen Sie nur. Wer aus dem Kerker kommt, kann keine Ansprüche stellen.
Welchen Coup wollen Sie landen? Was ist mein Anteil?
Ich töte aber nicht. Das Risiko ist zu groß.
Ich will dir helfen. Aus Spaß? Oder ist es eine Wette?
Nein. Es ist eine Geschichte, die mir erzählt wurde.
Die Geschichte deiner Mutter. Sie war die Liebe in Person.
Als sie von einem Mann verlassen wurde, starb sie vor Verzweiflung.
Der Mann ist heute reich und mächtig. Sie haben reizende Bekannte.
Er soll dir das Vermögen und die Stellung geben, die dir zustehen.
Das Vermögen genügt. Wer ist es? Ich werde ihn dir bald zeigen.
Aber vorher muss ich dich auf seine gesellschaftliche Stufe heben.
Ich helfe dir, damit du später von Mann zu Mann mit ihm reden kannst.
Und ihm sagen kannst, was nur sein Sohn ihm sagen kann.
Verlassen Sie sich auf mich. Es wird nicht lange dauern.
Psst!
Ich komme als Freund, um dir einen Rat zu geben.
Von dir habe ich genug. Sei schlau und verschwinde von hier.
Ich helfe dir. Sieh doch, was man hier zusammenraffen kann.
Gold, Diamanten, alles liegt offen herum. Das ist eine Herausforderung!
Ich brauche keinen Diener zum Packen. Sieh dich vor!
Durch mich bist du hier. Wir teilen. Nein!
Mich interessieren keine Banken mehr, sondern die Töchter der Bankiers.
Ich habe schon eine in Aussicht. Zur Hochzeit lade ich dich ein.
Dein Platz ist nicht in den Salons, du Rindvieh.
Viele wissen, woher du kommst. Sie können darüber reden.
Raus mit dir, Mistkerl!
Den letzten Zeugen, bitte.
Ihr Name und Stand? Graf von Monte Christo, Seefahrer.
Schwören Sie, die Wahrheit zu sagen. Ich schwöre es.
Sprechen Sie. Der Angeklagte handelte in Notwehr.
Das möchte ich bestätigen.
Wir zweifeln nicht an Ihrer persönlichen Überzeugung.
Aber als Zeuge sollen Sie Auskünfte erteilen und Beweise erbringen.
Genau das habe ich vor. Aber zuerst muss ich über das Opfer sprechen.
Herr Staatsanwalt? Es bestehen keine Einwände.
Ich kannte Caderousse sehr gut.
Während einer Reise übernachtete ich in seinem Gasthaus in der Provence.
Seinen Empfang vergesse ich nie. Er genoss als Wirt einen guten Ruf.
Aber nur, weil die Toten stumm sind. Bringen Sie etwa Tote zum Reden?
So, wie Sie es brauchen? Zurück zu diesem Gasthof.
Ich konnte ihn am Morgen nur gegen den Willen des Besitzers verlassen.
Caderousse wollte mich in dieser Nacht erstechen und berauben.
Eine infame Verleumdung! Er besudelt das Andenken dieses armen Mannes!
Wir klagen den Mörder an, nicht das Opfer!
Bei der Beurteilung der Tat spielt der Charakter des Opfers eine Rolle.
Wir kennen unsere Pflichten. Das ist unglaublich!
Wenn Sie in diesem Ton fortfahren, breche ich Ihre Vernehmung ab.
Ich habe nicht nur Schlechtes über Caderousse zu berichten.
Er war ein eifriger Spitzel für Polizei und Justiz.
Seine Ergebenheit ging sehr weit.
Vor Jahren war er für den Tod eines Mannes im Kerker verantwortlich.
Eines gefährlichen bonapartistischen Verschwörers!
Caderousse kannte Sie sehr gut. Erinnern Sie sich.
Nur dank Caderousse konnten Sie damals den Haftbefehl unterschreiben.
Und die Urkunde über den Tod des Verräters. Erinnern Sie sich nicht?
Erinnern Sie sich nicht an das Chateau d'If und Edmond Dantes?
Herr Vorsitzender! Soll etwa der Zeuge die Verhandlung führen?
Er will die Zuhörer verwirren. Seine Ziele liegen doch klar auf der Hand.
Ich muss ihn anhören. Weiter!
Aber ohne Abschweifungen. Kommen Sie zu den Tatsachen.
Das tue ich. Caderousse war eine außergewöhnliche Persönlichkeit.
Er hat mich in letzter Zeit über vieles unterrichtet.
Haben Sie ihn wieder gesehen? Ja.
Obwohl er Sie umbringen wollte?
Sie sind wohl nicht nachtragend. Doch, gerade das bin ich!
Ich hatte mir geschworen, ihn wiederzufinden.
Man vergisst niemals diejenigen, die einem den Tod wünschen.
Sie ersetzen Beweise durch Phantasie und Frechheit.
Der Zeuge ist unglaubwürdig! Sie fanden Caderousse also wieder.
Vor 1 Monat gab er mir Auskunft über Benedettos Herkunft.
Das reicht! Wir kennen Benedettos himmelschreiende Vergangenheit!
Nicht nur die Vergangenheit des Knaben schreit zum Himmel.
Aber Sie kennen sie nicht wirklich. Ein Findling, aufgewachsen im Elend.
Darauf habe ich gewartet. Das allein gelassene Kind ohne moralischen Halt!
Wenn alle diese jungen Leute zum Dolch griffen, gäbe es ein Gemetzel!
Es fehlen Vorbilder und Autorität.
In der Armee gibt es keine jugendlichen Verbrecher.
Elend entschuldigt nicht alles im Leben.
Nein. Schon gar nicht jene, die es verursachen.
Von wem reden Sie? Vom Vater dieses Jungen.
Ein Waise, Vater unbekannt. Abwesenheit setzt immer ins Unrecht.
Der Vater ist nicht unbekannt. Und auch nicht abwesend.
Er ist ein prominenter Anwesender in diesem Saal.
Wie lange will das Gericht diesem Abenteurer noch zuhören?
Wer wird hier verspottet? Der Angeklagte.
Ich kann die Identität des Vaters beweisen.
Viele Zeugen können es beschwören: Der Arzt, der die Frau entband.
Der Lumpensammler, der das Kind fand. Die Familie, die es aufzog.
All diese Zeugen warten nur darauf auszusagen.
Wie ist der Name des Mannes? Er soll sich selbst zu erkennen geben
Diesen letzten Mut sollte er aufbringen.
Vermutlich erkennt er den Ring, den Benedetto am Finger trägt.
Er sollte Beweis ewiger Liebe sein für die Frau, die ihm vertraute.
Genug! Bringen Sie den Mann zum Schweigen.
Ich werde schweigen, sobald ich es herausgeschrieen habe.
Der Vater sind Sie! Sie sind der einzig wirklich Schuldige!
Sie sind schuldig, Herr Staatsanwalt Henri de Villefort.
Dieser Knabe ist Ihr Sohn.
Gestern schämten Sie sich, ihm das Leben gegeben zu haben.
Fordern Sie heute den Tod Ihres eigenen Fleischs und Bluts?
"Skandal im Gericht. Staatsanwalt de Villefort verliert den Verstand."
"Prozess vertagt - Enthüllungen des Grafen von Monte Christo."
Jetzt ist der arme Villefort restlos erledigt.
Welche Niederlage! Warum wollte ihn der Graf vernichten?
Vielleicht, damit man von ihm redet.
Nein. Sonderbar ist das. Woher hatte er die Unterlagen über Villefort?
Unbegreiflich. Ich möchte es herausfinden.
Nanu, eine Nachricht aus Janina. "Erst jetzt wurde Folgendes bekannt:"
"Die Kastelle zur Verteidigung sind den Türken verraten worden."
"Von einem französischen Offizier, dem der Wesir uneingeschränkt vertraute."
Der "Moniteur" schrieb über mich. Ihr Name wurde nicht genannt.
Das ist schlimmer. Die Leute suchen und sind froh, wenn sie etwas finden.
Wo kommen wir hin, wenn eine Zeitung solche Gerüchte veröffentlicht!
Vor allem, wenn es gar keine Gerüchte sind. Regen Sie sich nicht auf.
Rücksichtslosigkeit im Dienste der Wahrheit kann sehr nobel sein.
Meine Herren!
Schwerwiegende Gerüchte prägen derzeit die öffentliche Meinung.
Die Ehre eines unserer bedeutendsten Männer steht auf dem Spiel.
Und damit die Ehre der ganzen Kammer. Die Vorwürfe sind sehr präzise.
Man wird sie erörtern müssen, um die Gemeinheit der Verleumdung zu zeigen.
Die Behauptungen sind dieser bis heute geachteten Zeitung unwürdig.
Meine Herren! Ich verlange ebenfalls eine unverzügliche Untersuchung.
Ich werde der Kammer meine unbedingte Loyalität beweisen.
Meine Beweise werden diese infame Kampagne unbekannter Feinde stoppen.
Sie zielen auf mich, aber sie wollen die Regierung treffen!
Der Wesir von Janina hat mir bis zuletzt ohne Einschränkung vertraut.
Ich will nicht alle Taten aufzählen, für die ich Orden erhielt.
Orden, die man nicht an Mörder, Verräter und Feiglinge vergibt.
Ich hatte nicht das Glück, mit meinen Kameraden in der Schlacht zu sterben.
Aber an dieser Stelle möchte ich ihrer gedenken.
Ihr Anliegen ist auch das unsere, Comte de Morcerf.
Aber wir müssen unseren Gegnern die Stirn bieten.
Sie wollen uns in der öffentlichen Meinung verächtlich machen.
Daher muss ich einen Zeugen vernehmen, dessen Aussage mir vorliegt.
Er will sich zum Verhalten des Generals Comte de Morcerf äußern.
Während der Kämpfe um Janina. Lassen Sie den Zeugen eintreten.
Madame, Sie wissen Einzelheiten über den Verlust der Stadt Janina.
Sie waren Zeugin des Dramas. Kein Detail werde ich je vergessen.
Was haben Sie uns zu berichten?
Es geht um das Leben und den Tod meiner Eltern.
Ich heiße Haydee und bin die Tochter des Paschas Ali Tebla von Janina.
Hier ist meine Geburtsurkunde, ausgestellt von meinem Vater.
Und mit diesem Vertrag wurden meine Mutter und ich verkauft.
Unterzeichnet hat ihn General Fernand de Morcerf!
Verleumdung, Betrug! Ich habe diese Frau noch nie gesehen!
Er hat meinen Vater verraten und ermordet.
Danach verkaufte er meine Mutter und mich für 1.000 Goldstücke!
Hier ist der Beweis. Verleumdung! Das ist eine Fälschung!
Ruhe! Madame, Ihre Familie hat großes Unglück erlitten.
Aber Sie können nicht einfach Behauptungen aufstellen.
Sachverständige werden die Echtheit Ihrer Urkunden prüfen.
Ich möchte Fernand de Morcerf an eine Episode dieser Tragödie erinnern.
Mein Vater wehrte sich noch, als Sie ihn hinterlistig töteten.
Mit dem Säbel traf er Ihren rechten Arm. Sie müssen eine Narbe haben.
Sie sagen, Sie haben mich noch nie gesehen. Woher weiß ich es dann?
Wenn Sie meine Aussage widerlegen wollen, ziehen Sie Ihren Ärmel hoch.
Sie tragen den Beweis Ihrer schrecklichen Schuld auf der Haut!
Totenstille im Saal.
Mercedes weint.
Graf! Ich habe mit einem Journalisten gesprochen.
Er sagt, der Artikel über Janina ist Ihrer Anregung zu verdanken.
Ich fordere Sie heraus, wenn fremde Federn nicht Ihre einzige Waffe sind.
Ehrenmännern begegnet man zu selten. Daher nehme ich Ihre Einladung an.
Ich erwarte Ihre Sekundanten.
Du hast Besuch.
Eine Dame, die Ihren Namen nicht nennt. Ihr Gesicht ist verschleiert.
Sieh dich vor nach allem, was geschehen ist.
Lass die Dame hereinkommen. Bitte.
Ich schäme mich, dass ich zu Ihnen gekommen bin.
Sehen Sie mich nicht so an.
Ich bin schwach, das weiß ich.
Sie dachten immer nur an sich selbst und Ihre fürchterliche Rache.
Trotzdem bin ich hier.
Ich habe nicht mehr die Kraft, ein neues Leben zu beginnen.
Das beweist mir Ihr brutales und mitleidloses Vorgehen.
Eigentlich müsste ich Sie hassen.
Aber ich kann auf dieser Welt nicht ohne Sie leben.
Ihre Kraft ist viel stärker als meine Furcht.
Und viel stärker als meine Vernunft. Was verlangen Sie von mir?
Verschonen Sie meinen Sohn.
Ich bin bereit, mit Ihnen wegzufahren.
Ich weiß, dass ich ihn nie wieder sehen würde.
Aber dann verliere ich ihn wenigstens in der Gewissheit, dass er lebt.
Bitte begehen Sie kein Verbrechen. Sie haben Fernand de Morcerf gedemütigt.
Jetzt können Sie sich nur noch an mir rächen. Weil mir der Mut fehlte.
Aber verschonen Sie meinen Sohn!
Die Verteidigung der Ehre ist keine Rache.
Ehre hängt nicht vom Gerede der Leute ab.
Es kommt darauf an, was man selbst für richtig erkannt hat.
Sie sagten, dass Sie mich noch immer lieben. War das gelogen?
Gefühle haben nur dann wirklichen Wert, wenn sie über den Hass siegen.
Ich beweise es. Mercedes!
Ich lasse nicht zu, dass man meine Verzeihung als Sieg empfindet.
Meine Würde ist mein einziger Besitz.
Sie ist der alleinige Sinn meines verpfuschten Lebens.
Verstehen Sie mich, Edmond. Ich bitte Sie!
Verzeihen Sie meinem Sohn.
Verzeihen Sie bitte auch mir. Ich liebe Sie.
Sie schluchzt.
Schritte auf der Treppe.
Ein Reiter nähert sich.
Jemand klopft. Herein.
"Glauben Sie wirklich, dass ich Ihren Sohn töten könnte, Mercedes?"
"Er ist ein mutiges, unwissendes Kind, das unter sich selbst leidet."
"Dieser Hoffnungslosigkeit kann ich kein neues Unglück hinzufügen."
"Wie können Sie mich lieben, wenn Sie mich so wenig kennen?"
"Sie werden den einzigen Menschen, der Ihnen blieb, nicht verlieren."
"Und auch nicht seine Achtung."
Verehrter Graf, ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen.
Sie mögen es für Feigheit halten. Aber ich trotze Ihrer Verachtung.
Ich möchte Sie unter vier Augen sprechen.
Ich höre, mein Freund.
Meine Mutter hat mir soeben enthüllt, wer Sie in Wirklichkeit sind.
Ein großer Mensch wurde von falschen Freunden verraten. Welche Schande!
Ich hätte an Ihrer Stelle dasselbe getan. Wie müssen Sie gelitten haben.
Niemals so sehr wie Sie in diesem Augenblick, mein Freund.
Mein wahrhafter Freund.
Diese Angelegenheit geht meinen Sohn nichts an.
Er hat meine Schande vergrößert, indem er Ihnen die Hand reichte.
Nehmen Sie! Der Mut eines Soldaten drückt sich nicht in Worten aus.
An Ihrem Mut zweifle ich nicht. Sie müssen um Ihre Ehre kämpfen.
Achtung, meine Herren! Sind Sie bereit?
Ich bin bereit. Ja.
Los!
Ich beweise dir, was für ein Mann ich wirklich bin.
Und ich sage dir, wer ich bin.
Erinnere dich an Edmond Dantes!
Schnell einen Arzt!
Ein Schuss.
Alle Mann auf ihre Posten!
Edmond!
Fahren Sie nicht weg. Ich flehe Sie an, verlassen Sie mich nicht.
Warum fügen Sie unserem Unglück noch die Qual dieses Abschieds hinzu?
Es ist unsere letzte Chance.
Wenn Sie mich diesmal zurückweisen, ist alles zu Ende für uns beide.
Warum kamen Sie hierher, Mercedes? Warum nur?
Hier habe ich Sie kennen und lieben gelernt.
Hier hätte ich auch auf Sie warten müssen. Deshalb.
Sie wurden getäuscht. Nein, ich bin Opfer meiner Schwäche.
Ich sagte es Ihnen schon an dem Tag, an dem Sie mir diesen Ring gaben.
Ich war nicht würdig ihn zu tragen.
Ich war eifersüchtig auf das Meer. Dabei habe ich Sie verraten.
Vielleicht. Dennoch ist es keine Entschuldigung für das, was ich tat.
Ich hätte Ihr friedliches Leben niemals zerstören dürfen.
Rache! Welcher Unsinn, welche Dummheit.
Und welcher Größenwahn.
Lieben heißt, denen Glück zu geben, die man liebt. Nicht sich selbst.
Du musst mir verzeihen. Verlass mich nicht, Edmond.
Fahr nicht weg. Doch. Es muss sein, Mercedes.
Aber nur der Graf von Monte Christo entfernt sich.
Es muss sein. Dieser Mann muss für immer vom Erdboden verschwinden.
Er muss aus dem Gedächtnis getilgt werden.
Dann kann eines Tages ein anderer Mann zurückkehren.
Nur du wirst ihn erkennen, Mercedes. Und nur du wirst ihn verstehen.
Dann gibt es wirklich nichts mehr auf der Welt, was uns noch trennen kann.
Ablegen!
Untertitel: Raimund Mehrwald / Peter Endres
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