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"Es gibt einen Moment, in dem alle Hoffnung vergeht,
aller Stolz schwindet,
alle Erwartung,
aller Glaube,
alles Sehnen.
Das ist der Moment, in dem eine Seele zerbricht.
Es ist kein lautes Knacken wie von splitternden Knochen.
Auch nicht weich wie ein gebrochenes Herz.
Es ist ein Klang, bei dem man sich fragt,
wie viel Schmerz ein Mensch ertragen kann."
"Es ist ein Ton, so hoch,...
Dr. Johannes "Joe" Jessen
dass nur die Hunde der Hölle ihn hören können."
Kommissar Vincent Ruiz
Was ging in ihrem Kopf vor, als sie diesen Text schrieb? Die Hölle.
Nora Jessen
Welche Hölle? Gibt es mehrere?
Die Patientin könnte Zwangsvorstellungen haben.
Oder 'ne andere Hölle. Depressionen.
Oder einfach nur den falschen Freund.
Ähm, wenn diese Patientin zu einer Gefahr für die Allgemeinheit würde,
wäre sie dann schuldfähig?
Eigentlich fragen Sie uns gerade, ob wir die Wahl haben,
Gutes oder Böses zu tun. Ich habe Menschen gesehen,
die sich aktiv für das Zerstörerische entschieden haben.
Aber geht nicht die moderne Psychiatrie davon aus,
dass Menschen schuldunfähig sein können, weil sie keine Wahl hatten?
Beides ist möglich, Frau Ewert.
Können wir lernen, das Zerstörerische zu erkennen, bevor es sich zeigt?
Lassen Sie mich mit einer Gegenfrage antworten.
Wenn unter Ihnen ein verurteilter Mörder säße,
würden Sie ihn dann erkennen?
Wenn ich Ihnen ein Foto zeige mit einem Mann und sage
dieser Mann hat zehn Menschen getötet,
würden vermutlich viele sagen, dass man es in seinem Gesicht lesen kann.
Zeige ich Ihnen das gleiche Foto mit der Information,
dieser Mann hat ... * Tür quietscht. *
hat etlichen Kindern das Leben gerettet,
dann würde man vermutlich Güte und Heldenmut ... * Handy summt. *
Entschuldigung.
Wir Menschen versuchen seit Tausenden von Jahren
dahinterzukommen, wer wir sind. Wir sind uns selbst das größte Rätsel.
Wir wollen wissen, wer wir sind!
Und in all der Zeit haben wir ungefähr so viel rausgefunden.
Willkommen im großen Unbekannten.
Soweit für heute. Vielen Dank.
Wir brauchen Ihre Hilfe, Dr. Jessen.
* Schiffssirene *
Höchste Zeit, Doktor.
Wie lange steht sie schon da? Ungefähr 'ne Stunde.
Jedes Mal, wenn ihr jemand zu nahe kommt, droht sie, zu springen.
Brauchen Sie Hilfe?
Ich denke, sie braucht Hilfe.
Geben Sie sich Mühe.
Nein!
Hallo, ich heiße Joe! Und Sie?
Hören Sie mir zu! Sie wollen das nicht tun.
Wer ist am Telefon?
Nein, das kann ich nicht!
Sagen Sie mir Ihren Namen!
Nein! Ich will Ihnen Ihren Entschluss nicht ausreden.
Ich will nur wissen, warum?
Aber das hab ich doch gesagt.
Ich hab schon Leute springen sehen. Das ist kein schmerzfreier Tod.
In weniger als drei Sekunden schlagen Sie auf dem Wasser auf.
Ihr Brustkorb wird zerquetscht.
Die gebrochenen Rippen bohren sich in die inneren Organe.
Hals- und Lendenwirbel werden brechen.
Es ist kein schöner Anblick.
Jemand muss Sie bergen.
Jemand muss die Leiche identifizieren.
Es ist nicht schmerzfrei.
(weinerlich, hilflos) Das verstehen Sie nicht.
Das verstehen Sie nicht!
Bitte tun Sie's nicht.
(streng) Tun Sie's nicht!
Bitte, springen Sie nicht.
Bitte springen Sie nicht!
* Musik *
Hallo!
Joe! Hey, Papa!
Na, Mausezahn? Papaaaa!
Wie war's in der Schule?
Für 'nen Psychiater stellst du echt öde Fragen.
Ich lass euch jetzt mal alleine.
Ich hab gedacht, du kommst erst morgen.
Du solltest öfter in deinen Terminkalender schauen.
Ich hab am Flughafen gewartet. Du wolltest mich abholen.
Tut mir leid. Das ist eine Entschuldigung, keine Erklärung.
Ich hätte anrufen sollen.
Das ist ein guter Gedanke.
Aber immer noch keine Erklärung.
Eine Frau ist von der Brücke gesprungen.
Ich konnte sie nicht davon abhalten.
Gott! Das muss schrecklich gewesen sein. War sie deine Patientin?
Nein.
"Sie verstehen das nicht."
Alles gut? Ja.
Leg dich wieder hin. Ist alles gut.
* Handy klingelt. *
Es ist Dirk. Es ist Mitternacht!
Hallo? Nein, ich hab noch nicht geschlafen.
Alles gut.
Wieso schon wieder Stockholm? Du bist gestern erst zurückgekommen.
Dirk braucht meine Hilfe. Dirk, natürlich!
Du kennst ihn doch gar nicht. Ich weiß, was du über ihn erzählst:
Erfolgreich, sportlich, gut aussehend.
Klingt nicht wie ein Mensch. Klingt wie Werbung für Rasierschaum.
Du lernst ihn am Wochenende kennen. Wir sind bei ihm eingeladen.
Findet er keine andere Dolmetscherin?
Klar. Du bist die Beste.
Soll ich dich fahren? Nein.
Du weißt schon, dass ich Lotte jeden Abend Pizza bestellen lasse,
solange du nicht da bist? Du willst dir ihre Liebe kaufen.
Ja.
Ihre Liebe ist käuflich und ich will sie!
Hey!
Bist du glücklich?
Es war schön, zu Hause zu sein.
* Handy klingelt. *
Jessen. Nicole Ewert. Ich bin in Ihrer Vorlesung.
Die mit der Hölle. Woher haben Sie meine Telefonnummer?
Ich will noch mal mit Ihnen sprechen. Sehen Sie das Destruktive in der Welt
als Verletzung einer gesellschaftlichen Vereinbarung an
oder gibt es Handeln, das objektiv zerstörerisch ist?
Tut mir leid. Ich bin verabredet! Dann komme ich in Ihre Praxis.
Es ist ein nämlich ... Frau Ewert! Wir sehen uns in der Vorlesung.
Ich bring auch Kaffee mit. Wie mögen Sie ihn? Tut mir leid.
Wiederhören.
Dr. Jessen? Hallo?
Tag, Doktor. Sie sehen beschissen aus.
Sagen Sie nicht, Sie haben gut geschlafen.
Ich träumte, ich war mit Ihrer Frau im Bett. War ich dabei?
Wenn das passiert, überdenke ich unsere Freundschaft.
Wissen Sie, wer sie war?
Ein Mädchen hat die Mutter als vermisst gemeldet,
ich treffe sie gleich.
Vielleicht sollte beim Treffen ein Seelenklempner dabei ist.
Kann ich sie jetzt sehen?
Du musst das nicht tun. Wir können auf deine Tante warten.
Nein, bitte ...
Ich muss sie sehen!
Waren Sie dabei?
Ja.
Ich hab Durst.
Wann kommt deine Tante an?
In 'ner Stunde. Wir können bei mir in der Praxis warten.
Was anderes habe ich leider nicht.
Sie hat sich nicht umgebracht.
Es war niemals Selbstmord.
Es ist schwer, so was zu begreifen.
Warum bin ich so ...
ruhig?
Ich fühl überhaupt nichts.
Du stehst unter Schock.
Sie hatte total Angst vor großen Höhen.
Ich meine, richtig Angst!
Wir waren mal in Paris und sie ging nicht mit mir auf den Eifelturm.
Nicht mal auf die erste Plattform. Was machte sie beruflich?
Sie hatte ein Cross Camp Studio.
Zusammen mit ihrer Freundin Silvia.
War sie in letzter Zeit beunruhigt? Deprimiert?
Weiß nicht.
War gestern ... etwas anders als sonst? Irgendwas?
Die Klamotten.
Zu Hause lagen ihre Klamotten auf dem Boden.
Sie lässt nie was rumliegen. Sie ist da richtig zwanghaft.
"Der Fußboden ist kein Kleiderschrank", sagt sie immer.
Und im Badezimmer lief Wasser in die Badewanne.
Sie wäre niemals rausgegangen, wenn das Wasser läuft.
Sie hätte mich nie alleine gelassen.
Entschuldigung, die Geschäftsführerin Frau Fuchs?
Steht vor Ihnen.
Es geht um Ihre Geschäftspartnerin Frau Winter.
Die ist nicht da. Ich warte schon den ganzen Vormittag auf sie.
Sie wird auch nicht mehr kommen.
Wollen Sie auch eine? Danke, ich rauche nicht.
Ich dachte schon kalter Entzug.
Ich hatte schon so eine Ahnung.
Carinas Kleine rief mich gestern Abend an, ob ich wüsste,
wo ihre Mutter steckt. Carina und ich gingen zusammen zur Schule.
Durch dick und dünn, wie man so schön sagt.
Gestern war sie noch hier.
Sie hätte mir gesagt, wenn sie Probleme gehabt hätte.
Wir haben über alles gesprochen. Was war sie für eine Person?
Liebenswürdig, fröhlich. Manchmal vielleicht ein bisschen zu nett.
Nichts fürs Geschäft. Konnte einer nicht zahlen
und erzählte ihr 'ne rührselige Geschichte, war sie gleich ...
Hoffnungslos romantisch.
Sie glaubte an den Traumprinzen.
Sie nicht?
Ich?! Nee.
Glauben Sie, dass es im Universum nur einen einzigen Menschen für uns gibt?
Hübscher Gedanke.
Nee, das ist langweilig.
Carina war das beste Beispiel dafür.
Der Vater ihres Kindes ließ sie während der Schwangerschaft sitzen.
Danach blieb keiner länger als ein paar Monate.
Unser Geschäftskonto ist 20.000 überzogen.
Carina nahm gerade 'ne zweite Hypothek auf ihr Haus auf.
Vielleicht hat ihr das zugesetzt? Sie sprach nie darüber.
Und sie hat Jenny geliebt ... Ich glaub's einfach nicht.
Ich bezweifle, dass Carina Winter einen Suizid verübt hat. Wirklich?
Ihre Tochter und ihre Geschäfts- partnerin sehen das auch so.
Hallo, Dr. Jessen. Spielen Sie wieder Polizei?
Haben Sie heute keine Patienten? Das ist nicht unser Fall, Doktor.
Wir müssen hier wirkliche Verbrechen aufklären.
Der Tod von Carina Winter war Selbstmord. Tod durch Schwerkraft.
Sie ist überstürzt aufgebrochen. Das Wasser lief noch im Bad.
Sie hinterließ keinen Abschiedsbrief.
Nichts an ihrem Verhalten war typisch für sie.
Selbstmord ist eine impulsive Tat. Die Menschen entscheiden sich immer
für eine Form des Suizids, die zu ihnen passt.
Etwas was sie für kurz und schmerzlos halten.
Sie stürzen sich nicht von einer Brücke, wenn sie Höhenangst haben.
Wie Carina Winter. Sie sprang. Niemand hat sie gestoßen.
Viele Selbstmörder hinterlassen keinen Abschiedsbrief.
Sie drehen durch und lassen alle ratlos zurück. Schauen Sie sich an.
Sie haben eine schlimme Krankheit. Wachen Sie morgens auf und denken,
Wow, das Leben ist wundervoll? Oder überlegen Sie manchmal,
besser Schluss zu machen, solange Sie noch können?
Mit wem hat sie telefoniert? Warum meldet er sich nicht?
Was hat er zu ihr gesagt? Schlechte Nachricht, schlimme Diagnose,
ihr Freund ließ sie sitzen. Was weiß ich?!
Mir tut die minderjährige Tochter leid.
Wir haben sämtliche Telefongespräche überprüft,
die über den Sendemast am Tatort liefen und dann endeten,
als Carina Winter von der Brücke sprang.
Um 17.01 Uhr.
Und? Volltreffer!
Das Gespräch dauerte 104 Minuten. Wer hat sie angerufen?
Prepaid. Nicht registriert. Wir versuchen, die Nummer zu orten.
Aber dafür muss es eingeschaltet sein.
Beide Telefone liefen über dieselbe Basisstation.
Das bedeutet, der Anrufer war entweder mit auf der Brücke
oder er hat sie zumindest gesehen. Danke.
Wir haben Carina Winters Wagen gefunden!
Hey, hier!
Der Wagen stand circa 30 Fußminuten von der Brücke entfernt im Wald.
Ist das Lippenstift? Ja.
Sie nahm, was sie zur Hand hatte. Sonst noch was?
Bisher haben wir noch nichts gefunden.
Auch nichts im Handschuhfach.
Ich will wissen, wie viele Leute den Wagen angefasst haben.
Das Haus von Carina Winter ist ab sofort ein Tatort.
Es wird versiegelt und bewacht. Das wird ein langer Tag für Sie.
(ruft) Alice?!
* Rhythmische Taktschläge *
* Summton: Handynachricht *
Oh nein!
Kannst du nicht schlafen? Ich übe noch für Geschichte morgen.
Wusstest du, dass den toten Pharaonen vor dem Ein ... Einbalsamieren.
Genau!
... das Gehirn aus der Nase mit einem Haken herausgezogen wurde?
Das war wirklich sehr, sehr, sehr eklig und erstaunlich,
was die alten Pharaonen gemacht haben.
Und wann kommt Mama wieder? Morgen.
Und bleibt sie dann erst mal da?
Weiß nicht. Der Job ist sehr wichtig.
Hat sie denn schon angerufen? Bestimmt später.
Aha ... Alles okay bei dir und Mama?
Natürlich. Dürfen Psychiater lügen?
Mausezahn ...
Was heißt schon ... okay?
Okay, ja ... Okay, okay!
Okay!
Okay.
Schlaf gut.
Gute Nacht.
Gute Nacht.
Ich hab dich lieb!
(Charlotte) Du bist doof!
(leise) Ja.
Ich muss ihn aber sehen! - Ja, ich frag ihn.
Dr. Jessen, Entschuldigung ...
Ich will nicht unter Schweinen leben!
Meine Tante hat einen Bauernhof. Ich will nicht nach Bayern!
Können Sie mir nicht helfen? Danke, Frau Said.
Sehr gerne. Setz dich erst mal hin!
Ich fürchte, du kannst so eine Entscheidung nicht alleine treffen.
Jenny, du bist ein selbstbewusstes Mädchen.
Aber ich glaube nicht,
dass du schon vollkommen begriffen hast, was geschehen ist.
Deine Mutter kommt nicht mehr zurück.
Sie soll zur Hölle gehen...
Das war das Letzte, was ich zu Mama gesagt hab.
Du konntest nicht wissen, was passiert.
So was sagt man in der Erregung.
Kein Grund, sich deshalb schuldig zu fühlen.
Worüber habt ihr denn gestritten? Über die Ballettschule.
Sie wollte nicht bezahlen. Ich hatte schon die Zusage von der Schule.
Mama sagte, die können wir uns nicht leisten. Das Studio läuft nicht gut.
Sie hat den Brief in den Müll geschmissen.
Aber als ich die Schuhe fand, dachte ich,
sie hat sich's anders überlegt. Die Schuhe?
Als ich von der Schule nach Hause kam, stand ein Paket vor der Tür.
Mit Spitzenschuhen. Teure.
Wenn die Schuhe nicht von deiner Mutter sind,
wer könnte dir ... die schenken? Keine Ahnung.
Ich wünschte, sie wäre hier. Ja, ich weiß.
Ich hasse sie dafür.
Kennen Sie das Gefühl, dass etwas ganz Schreckliches passieren wird?
Etwas, was Sie nicht aufhalten können?
So ein Gefühl hatte ich an dem Tag.
* Handy klingelt. *
* Handy klingelt. *
Ja?
Spreche ich mit Silvia Fuchs, der Mutter von Alice? - Ja.
Und wer sind Sie? - Ich habe eine schlechte Nachricht.
Ihre Tochter hatte einen Unfall.
Sie fiel vom Pferd und hat sich verletzt.
Aber jetzt ist es gut. Ich habe es gesund geküsst.
Sie war schmutzig. Ich habe ihre Kleider ausgezogen und sie gewaschen.
Alice hat eine wunderbare Haut.
Und dieser mandelförmige Leberfleck am Hals ist zu süß.
Wo ist meine Tochter?! - Im Bett. Direkt neben mir.
Was wollen Sie?!
Wenn du dein Kind wiedersehen willst, tu, was ich dir sage!
Das ist ... Daniela.
Ich weiß nicht, ob das ihr wirklicher Name ist.
Aber ich weiß, dass sie 48 Jahre alt war, als sie starb.
Möchte mal jemand halten?
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts
versuchte ein amerikanisches Ärzteteam,
das Gewicht der menschlichen Seele zu bestimmen,
indem sie Menschen vor und nach ihrem Tod wogen.
Sie kamen auf einen Mittelwert von 21 Gramm.
21 Gramm, die nach ihrem Tod fehlten.
Mit leichten Abweichungen bis zu 14 Gramm. Um genau zu sein. Richtig.
Erkenntnisse aus den Neuro- wissenschaften deuten daraufhin,
dass die Seele nur existieren kann, gebunden an das Gehirn
und an das Nervensystem. Also!
Wo steckt sie, die Seele?
Was genau ist die Seele?
Was lässt uns weinen, lachen?
Warum verlieben wir uns in den einen und nicht in den anderen?
Warum entwickeln wir Obsessionen? Fixe Ideen?
Was bringt uns dazu, Grenzen zu überschreiten?
Das kann ich nicht!
Nein, ich kann das nicht! Nein!
Dann kann ich's nicht. Nein!
Bitte ...
Tun Sie ihr nichts.
Okay.
Ich mach's!
* Autos hupen. *
Herr Dr. Jessen? Netter Vortrag! Aber die Seele ist ein Mythos.
Ich dachte, das sei eine wissenschaftliche Vorlesung
und keine Märchenstunde.
Es steht Ihnen frei, den Kurs nicht weiter zu besuchen.
Wollten Sie mir mit Ihrem Vortrag irgendetwas sagen?
Sie wären nicht die erste Studentin,
die sich auf ihren Professor fixiert. Fixiert?
Fühlen Sie sich durch mich bedroht? Sollte ich?
In dem Fall würde ich nämlich denken, Sie leiden unter Verfolgungswahn.
* Handy klingelt. *
Ruiz?
Ihr Wagen ist vor der Auffahrt abgestellt.
Sie ging auf die Fahrbahn, als wär's 'n Fußweg.
Einer hat sie frontal erwischt. Sie war sofort tot.
Was ist mit dem Fahrer? Steht unter Schock.
Einige Autofahrer alarmierten die Notrufzentrale.
Einer hat behauptet, sie hätte telefoniert.
Ergibt das für Sie irgendeinen Sinn, Doktor?
Zuerst die Freundin, jetzt sie?
Dein Vater wird gleich hier sein. Wir bleiben so lange bei dir.
Hat es einen Namen?
Noch nicht.
Dann hast du es wohl ganz neu.
Es stand vor der Tür, als Mama von der Arbeit kam.
Alice, hast du mit irgendjemandem darüber gesprochen,
dass du dir ein Kaninchen wünschst?
Ich hab's in mein Tagebuch geschrieben.
Mama will keine Haustiere.
Hat dich irgendjemand in letzter Zeit angesprochen?
Jemand, den du nicht kennst?
Der was über deine Mutter oder dich wissen wollte? Ein Mann? Ja.
Da war jemand.
Der kannte meinen Namen. Wie sah der aus?
Der hatte 'ne Mütze auf.
Und 'ne Sonnenbrille.
Mir ist schlecht.
Komm!
Wie geht's ihr?
Na ja, wie wird's ihr schon gehen?
Der Nachbar sah wie Silvia Fuchs das Haus verließ. Sie telefonierte.
Er verstand einiges. Was sagte sie?
"Bitte tun Sie ihr nichts! Wo ist sie?
Bitte lassen Sie mich mit ihr sprechen."
Er weiß Dinge über die Mädchen. Er kennt ihren Tagesablauf.
Er kennt ihre Gewohnheiten, ihre Vorlieben ...
Intime Details. Damit setzt er die Mütter unter Druck.
Jenny war in der Schule. Alice beim Reiten.
Beide waren nicht in Gefahr. Er redet es ihnen ein.
Man glaubt doch nicht jemandem, der behauptet, die Kinder sind in Gefahr!
Das überprüft man doch! Er gibt ihnen keine Gelegenheit.
Er sagt: "Ich töte dein Kind, wenn du nicht tust, was ich sage!"
Man möchte es überprüfen. Man will die Polizei rufen.
Will um Hilfe schreien. Aber das Letzte was man tut, ist auflegen!
So, den Rest packe ich morgen aus. Ich bin todmüde!
Das ist ja hübsch.
Finde ich auch. Wann hast du das gekauft?
Letzte Woche. In Brüssel.
So was trägst du sonst nie.
Vielleicht wollte ich dich überraschen.
Das hat sich aber nun erledigt.
* Handy summt. *
Kommst du auch ins Bett? Nein, ich muss noch arbeiten.
Dann mach bitte das Licht aus, ja?
Was Wichtiges?
Nein.
(männliche Stimme) Hotel Stockholm. What can I do for you?
* Klopfen *
Was wollen Sie hier?
Nein. Nein!
Bitte gehen Sie! Ansonsten hole ich die Polizei.
Bis die Bullen hier sind, hab ich mein T-Shirt zerrissen,
mein Gesicht zerkratzt und behauptet, Sie wollten mich vergewaltigen.
Ich war hier gerade in der Nähe.
Keine Sorge, ich wollte mich nur von Ihnen verabschieden.
Ich mache ein Auslandssemester.
Ihre Vorlesungen sind mir ehrlich gesagt zu unsubstanziell.
Und wegen Ihres Verfolgungswahns ... Ist ja irgendwie ganz süß.
Aber vielleicht sollten Sie sich doch mal in Behandlung begeben.
Das Telefon, mit dem Carina Winter auf der Brücke angerufen wurde ...
Von der Nummer aus wurde letzte Nacht telefoniert. Mit wem?
Mit einem Pizzaservice. An einen Patrick Friesner.
Patrick Friesner ist Ex-Soldat.
Wurde vor einem Jahr entlassen. Warum, wissen wir nicht.
Ist das nicht etwas viel Aufwand für jemanden,
der vielleicht nur ein Handy geklaut hat?
Polizei!
* Bellen eines Hundes. *
Raus! Raus mit euch! Die sollen ihn nicht erschießen!
Wenn er sich ordentlich benimmt, wird er nicht erschossen.
Ich spring! Das ist mein Ernst! Raus!
Raus mit euch! Lassen Sie mich mit ihm reden.
Ihr sollt abhauen! Raus hier!
Herr Friesner! Patrick. Hören Sie mir zu. Ich bin Joe.
Weißt du was, Joe? Verpiss dich. Oder ich spring.
Und das ist dann deine Schuld.
Keinen Schritt näher oder ich lass ihn los!
Ich schwör's dir. Ich lass ihn los! Ich bleib hier stehen.
Wenn Sie den Hund loslassen, erschießen die ihn!
Ich hab nichts gemacht. Patrick, Sie wirken wie ein intelligenter Typ.
Ein intelligenter Typ würde sagen: "Meine Herren, was soll das Theater?
Wenn Sie 'ne Frage haben, klingeln Sie, bevor Sie die Tür eintreten."
Ich hab für dieses Land gekämpft. Wissen Sie das?
Und ich soll mir das gefallen lassen?!
Nein! Schweine! Das ist Ihre Entscheidung.
Wenn ich hier rausgehe, erschießen die Ihren Hund.
Oder Sie springen aus dem Fenster. Der Hund ist allein.
Andere Möglichkeit: Sie beruhigen das Tier,
begleiten die Herren nach draußen, niemand wird verletzt.
Ich will nur, dass die dem Hund nichts tun. Versprochen.
Hat er keinen Anwalt?
Er wollte keinen.
Herr Friesner, setzen Sie sich bitte.
Haben Sie das schon mal gesehen?
Äh, nein. Wir fanden es in Ihrer Wohnung.
Dann ist es wohl doch meins.
Wo haben Sie es denn her?
Der Finder darf's behalten.
Möchten Sie sagen, Sie hätten's gefunden?
Wo waren Sie am Montagnachmittag?
Am Strand, mit den Kindern. An welchem Strand?
Jessica hat Muscheln gesammelt und Georg hat 'ne Sandburg gebaut.
Georg kann noch nicht schwimmen. Jessica und Georg?
Wie alt sind Ihre Kinder?
Äh, Jessica ist sechs Jahre, glaube ich, und Georg ist vier Jahre.
Glauben Sie? Sind Sie nicht sicher? Natürlich bin ich sicher.
Sie haben gerade gesagt, glaube ich.
Aber ich bin sicher. - Er lügt. Er hat keine Kinder.
Kann ich mit ihm reden? Nein. Sie sind kein Polizist.
Nennen wir es psychologische Begutachtung.
Dann muss er zustimmen. Fragen Sie ihn!
Bitte, fragen Sie ihn.
Was sehen Sie da auf dem Boden?
Sie haben versucht, auf irgendetwas nicht zu treten.
Na, die Mausefallen. Wer hat die da aufgestellt?
Na, weiß ich nicht. Keine Ahnung.
Wie viele sehen Sie?
Zwölf.
Wie geht es meinem Hund? Der Hund ist gut versorgt.
Patrick, ich bin Psychiater.
Haben Sie schon mal mit einem geredet?
Nach Ihrer Verwundung? Mhm ... Ja.
Haben Sie Albträume?
Manchmal.
Wie sehen die aus? Wie sehen die aus?
Die sehen immer gleich aus, die Albträume. Immer Blut, Blut ...
Alles, alles Blut.
Das Erste, was ich sehe, ist mein Kamerad Leo, der über mir liegt.
Seine Augen sind nach innen gedreht. Und alles ist voller Blut.
Ich weiß, dass er tot ist.
Und Kamerad Paulsen, seine Beine sind eingeklemmt.
Keine Chance, das Fahrzeug anzuheben. Wir sind unter Feindbeschuss.
Die, die Geschosse schlagen überall ein.
Wir suchen Deckung, aber wir können Paulsen nicht befreien.
Überall ist Blut ... Das Auto kann jederzeit explodieren ...
Ist es wirklich passiert?
Wo ist Paulsen jetzt? Tot.
Wie ist er gestorben? Er ist gefallen. Erschossen.
Wer hat ihn erschossen? Ich hab ihn erschossen.
Warum haben Sie das getan? Warum hab ich Paulsen erschossen?
Er hatte ein Geschoss in der Brust. Er lebte noch. Er schrie.
Aber das Feuer hatte bereits seine Füße erreicht, das, das ...
Wir konnten ihm nicht helfen. Er hat geschrien wie, wie ...
Er hat mich angefleht: Mach was! Hilf mir! Es ist gut.
Beruhigen Sie sich.
Was ist heute für ein Tag, Patrick?
Äh, Donnerstag? Welches Datum?
Der 16. Eigentlich ist heute der 19. Welcher Monat?
August. Wie kommen Sie darauf?
Na, weil's so heiß ist. Sie sind aber nicht für heißes Wetter angezogen.
Er hat ein Problem mit dem kontextuellen Gedächtnis. Ach so?
Dann ist ja alles klar.
Er erinnert Bruchstücke persönlicher Erlebnisse, Erfahrungen,
kann sie aber keinem Ort oder Zeitpunkt zuordnen.
Die Erinnerungen treiben lose in seinem Kopf.
Deshalb erzählt er Geschichten. Er sieht Mausefallen!
Nur Theater. Er kaschiert damit sein Defizit.
Wenn Sie ihm eine Frage stellen, sucht er nach Hinweisen.
Der Kalender an der Wand gab ihm den Rahmen.
Er hat geschildert, was er auf dem Bild gesehen hat.
Ist das eine Art Hirnschaden?
Die Kriegserlebnisse haben ihn traumatisiert. 'n Dauerzustand?
Weiß ich nicht. Er könnte trotzdem unser Mann sein.
Unwahrscheinlich. Wir bekommen keine brauchbare Aussage von ihm.
Sie können nicht sagen, wozu dieser Mann fähig ist?
Ihr Täter handelt intelligent. Er behält immer die Kontrolle.
Er verfolgt einen Plan.
Friesner hingegen weiß nicht, was heute für ein Tag ist.
Er behauptet, Kinder zu haben, die es nicht gibt.
Den Schluss müssen Sie ziehen. Doktor! Ich brauche ein Täterprofil.
Was ist los?!
Nichts.
Was machst du hier?
Dein Handy ist aus. Es ist mitten in der Nacht.
Das Material muss morgen wieder bei der Polizei sein.
Ich wollte es nicht mit nach Hause bringen.
Dann dachtest du, mir ist es lieber, wenn du Geheimnisse vor mir hast?
Der Mann, den Sie suchen, ist ein versierter, erfahrener Sadist.
Er wollte diese Frauen nicht bloß töten.
Er hat sie physisch und psychisch vernichtet,
in dem er ihre schlimmsten Ängste ausnutzte.
Sie suchen einen Mann, der in etwa so alt ist wie seine Opfer.
Planung, Selbstgewissheit, Selbstkontrolle deuten darauf hin.
Er ist überdurchschnittlich intelligent.
Ich glaube, seine Bildungsabschlüsse sind nicht dementsprechend.
Er langweilt sich schnell.
Ich vermute, er hat die Schule oder ein Studium abgebrochen.
Er ist äußerst wortgewandt. Charmant. Manipulativ.
Brutal. Erbarmungslos.
Seine organisatorischen Fähigkeiten, sein methodisches Vorgehen
sprechen für eine militärische Ausbildung. Er arbeitet allein.
Kommt wahrscheinlich hier aus der Gegend.
Er hat die Opfer mit dem Telefon dirigiert.
Er hat sie bis ins Detail ausspioniert.
Warum und wie? Er überzeugte die beiden Frauen,
dass sie keine andere Wahl hatten, als das zu tun, was er wollte,
weil sonst ihre Töchter leiden würden. Sie kannten ihn nicht.
Er hat sie mit seiner Stimme eingeschüchtert und kontrolliert.
Bis sie mit ihren Kräften am Ende waren.
Ihr Lebenswille aufgezehrt war. Gehirnwäsche!
Aber er scheut die direkte Konfrontation. Er ist 'n Feigling.
Unterschätzen Sie ihn nicht!
Er bringt Menschen dazu, das zu tun, was er will.
Selbst wenn sie den Tod riskieren. Was ist sein Motiv?
Rache. Wut. Befriedigung. Sollen wir uns eins aussuchen?
Es ist alles drei! Wird er es wieder tun?
Es hat zweimal gut funktioniert. Warum sollte er aufhören?
Ich hasse Beerdigungen.
Ach! Da sind Sie ja ein Außenseiter.
Kommissar Ruiz? Ja. Das ist Dr. Jessen.
Guten Tag. Tag.
Ich bin Mirja Becker. Carina und Silvia, wir waren Schulfreundinnen.
Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, aber ich hab Angst. Wovor?
Meine besten Freundinnen sind tot. Das macht mir Angst.
Vor zwei Wochen sah ich sie zum letzten Mal beim Klassentreffen.
Nur wir vier. Die alte Clique. Ellen hat's organisiert.
Aha. Ellen? Ja, Ellen Schwarz.
Die war die Vierte im Bunde. Ich, ich dachte, sie würde kommen.
Sie war ja der Grund für das Treffen. Wir hatten sie lange nicht gesehen.
Aber sie ist nicht gekommen. Und heute ist sie auch nicht da.
Nein. Wissen Sie, warum?
Nein.
Wir haben uns gewundert, weil sie doch das Treffen organisiert hatte!
Haben Sie 'nen Kontakt, 'ne Nummer? Wissen Sie, wo sie wohnt?
Ihre Eltern haben eine Villa in Blankenese.
Vielleicht ist das auch nur ein Hirngespinst.
Ich muss nach Hause. Mein Sohn kommt gleich aus der Schule.
Ist alles okay, Doktor? Ich weiß nicht.
Hey!
Hey!
Bleiben Sie stehen!
Stehen bleiben!
Scheiße!
Du hattest recht.
Deine Mutter hat dich nicht freiwillig verlassen.
Sie hat alles getan, um bei dir bleiben zu können.
Also es spielt keine Rolle, was du zuletzt zu ihr gesagt hast.
Danke.
(weibliche Stimme) Wer ist da? Ruiz, Mordkommission.
Wir müssen mit Herrn Schwarz sprechen. Wer ist bei Ihnen?
Dr. Johannes Jessen. Es geht um Ihre Tochter.
Meine Enkelin.
Die arme Carina.
Und Silvia.
Ich kann gar nicht glauben, dass sie tot sind.
Stand gar nichts in den Zeitungen.
Bei Suizid halten sich die Medien zurück. Also, manche.
Sie haben sich umgebracht? Nein!
Sie sind ermordet worden.
Wann haben Sie die beiden das letzte Mal gesehen?
Seit Ellens Hochzeit nicht mehr. Das war vor sieben Jahren.
Wer zum Teufel sind Sie?! Was machen Sie in meinem Haus?
Legen Sie zu zuerst mal die Waffe weg!
Schon gut, Schatz. Die Herren sind von der Polizei.
Hat er die geschickt?
Carina und Silvia ist etwas zugestoßen.
Ich hoffe, Sie haben einen Waffenschein.
Und jetzt Antworten, bitte.
Ihre Tochter schickte vor vier Wochen 'ne Mail an ihre Freundinnen
und sie zu einem Klassentreffen eingeladen.
Was Sie da sagen, ist unmöglich. Wieso?
Unsere Tochter Ellen ist tot.
Sie ist vor drei Monaten gestorben.
Sie und unsere Enkelin sind vor Griechenland ertrunken.
Das tut uns leid. Das wussten wir nicht.
Es war das Fährunglück. Sie haben bestimmt davon gehört.
Die Fähre vor Patmos. Es gab einen Sturm und ...
Bitte gehen Sie jetzt!
Wen meinten Sie mit: er?
Wer, dachten Sie, hat uns geschickt?
Werden Sie von irgendjemandem bedroht?
Fahren Sie vorsichtig.
* Handy klingelt. *
Ja, hallo? Hier ist Becker.
Hallo, Mirja. Wir werden jetzt ein kleines Spiel spielen.
Es heißt, ich tu alles, was du sagst, dann wird mein Kind nicht sterben.
'ne scheißverrückte Familie!
Das Rad dreht sich immer noch, aber der Hamster ist tot.
Die beiden haben Angst.
Wen meinte er mit: er? Wer ist das?
Wenn Ellen Schwarz seit drei Monaten tot ist,
wer hat dann zu diesem Klassentreffen eingeladen?
* Handy *
Anna? Ich hab was über das Fährunglück.
Die Fähre sank nordöstlich vom Hafen Patmos.
Bei dem Unglück kamen 14 Menschen ums Leben. Acht werden vermisst.
Und Ellen Schwarz und ihre Tochter? Die gehören zu den Vermissten.
Die Küstenwache fand Kleidung und Gegenstände,
die von den Eltern identifiziert wurden.
Ach so, noch was. Die Eltern haben vor einem halben Jahr
eine einstweilige Verfügung gegen Gedeon Tauber erwirkt.
Wer ist das denn? Der Schwiegersohn. Bundeswehrsoldat.
Er darf sich der Familie nur noch bis auf 100 Meter nähern.
Nicht anrufen, keine Mails schicken. Kein Wunder, dass die paranoid sind.
Hat er sie bedroht? Die haben ihn mehrfach wegen Belästigung angezeigt.
Offenbar hat Ellen Schwarz ihn mit der Tochter verlassen.
Daraufhin ist er ausgetickt. Findet raus, wo der wohnt.
Da kommt gerade 'n Notruf rein.
Im Energiepark steht 'ne Frau mit 'ner Waffe. Wir sind gleich da.
Doktor?
Ein Jogger hat die Frau entdeckt. Es ist wirklich Mirja Becker.
Doktor? Muss das sein?
Ja!
Mann!
Da drüben!
Wo hat die die Waffe her? Lassen Sie mich mit ihr reden.
Warten Sie! Sie kann die Waffe kaum noch halten.
Sie muss die Waffe halten, damit ihrem Kind nichts passiert.
Wenn Sie versuchen, ihr die Waffe wegzunehmen, wird sie schießen.
Oder sie erschießt sich selbst. Ich rede mit ihr.
Wir gehen zusammen. Ich gehe allein.
Hey! Doktor!
So ein Idiot!
Ihm nach, aber Vorsicht.
Frau Becker?
Sie kennen mich. Ich war vorhin auf der Beerdigung von Carina.
Sie haben über das Klassentreffen gesprochen.
Hast du gesehen? Er sagt ihr, wo der Doktor steht.
Reden Sie mit mir! Eine Minute.
Ich weiß, wer mit Ihnen spricht.
Er sagt, dass er jemanden in seiner Gewalt hat, der Ihnen nahe steht.
Hören Sie nicht auf ihn. Er lügt.
Ihrem Sohn geht es gut. Er ist zu Hause und wartet auf Sie.
Erinnern Sie sich, was mit Carina und Silvia passiert ist?
Er erzählte ihnen das Gleiche. Ihre Töchter waren in Sicherheit.
Sie waren nie in Gefahr.
Ich weiß, dass er sehr überzeugend ist.
Er weiß Einzelheiten über Sie und Ihren Sohn.
Er ist bei Ihnen zu Hause eingebrochen.
Sie können mit Niklas reden.
Wenn Sie das Telefon und die Waffe weglegen, rufen wir ihn an.
Hören Sie nicht auf ihn!
Hören Sie nicht auf ihn!
Mirja!
Nein! Mirja, hören Sie nicht auf ihn!
Niklas ist in Sicherheit!
* Schuss! *
Sie hatten Glück! Die Weste hat gehalten, Dr. Jessen.
Wo bist du? Du krankes, perverses Schwein!
Gut, dass Sie mit ihr gesprochen haben.
Tut's sehr weh?
Nur wenn ich lache.
Die KT hat eine Funkkamera gefunden. Der Typ schaute die ganze Zeit zu.
Mirja Becker hat was Interessantes gesagt. Sie hörte einen Hund bellen.
Sie meint, ein großer Hund.
Wer sind Sie?
Ruiz, Polizei. Wer sind Sie?
Ines Friesner. Kennen Sie Patrick Friesner?
Mein Bruder. Der ist nicht hier. Und wo ist er?
In der Psychiatrie.
Was?! Seit einem Jahr. Kommt auch so schnell nicht wieder.
Die Bundeswehr machte ihn kaputt. Was wollen Sie von ihm?
Kann schlecht was angestellt haben. Ist vollgepumpt mit Tabletten.
Wir haben gestern hier einen Mann verhaftet. Patrick war's nicht.
Haben Sie den Namen Gedeon Tauber schon mal gehört?
Klar. Patricks bester Kumpel. Die waren zusammen in Afghanistan.
Der guckt ab und zu nach der Wohnung. Nimmt die Post raus und so.
Seltsamer Typ. Können Sie den beschreiben?
Ich hab 'n Foto.
Haben Sie die Pizza bestellt?
Ja.
Der regte sich total auf, weil ich das Schrott-Handy benutzte.
Das sind die beiden.
Das ist Patrick, der andere ist Gedeon.
Das ist ihr Bruder?
Nein. Das ist mein Bruder.
Das ist Gedeon.
Wir hatten ihn schon.
Und ich hab gesagt, Sie können ihn gehen lassen.
Jeder macht mal einen Fehler, Doktor. Wir kriegen ihn wieder.
Wir behandeln viele Soldaten und Soldatinnen.
Sie kommen selbst zu uns oder werden von der Bundeswehr an uns überwiesen.
Ist Krieg nicht wunderbar? Wir leisten wichtige Arbeit.
Wir helfen Menschen.
Es ist nicht unsere Aufgabe, die Außenpolitik zu kritisieren.
Ihre Arbeit ist von enormer Bedeutung.
Was können Sie uns über Patrick Friesner sagen?
Er leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung und Angstzuständen.
Er ist suizidal.
Er wird von Schuldgefühlen wegen des Verlustes einiger Kameraden geplagt.
Er ist desorientiert und verwirrt. Kam er von selbst hierher?
Ein Freund brachte ihn her. Hieß der Gedeon Tauber?
Polizeiliche Ermittlung. Gehen Sie mal zur Seite!
Hallo, Patrick. Wie geht's Ihnen?
Okay.
Haben Sie Gedeon Tauber gesehen? Ist ein paar Tage her.
Wie oft besucht er Sie?
Wenn er Zeit findet. Wie oft findet er denn Zeit?
Wieso interessieren Sie sich für Gedeon? Wir möchten mit ihm reden.
Warum sagen Sie das nicht gleich? Ich ruf ihn an. Nein!
Geben Sie uns seine Nummer. Nicht!
Fragen Sie ihn einfach direkt.
Legen Sie auf! Legen Sie auf!
Hey, Hey! Mein Lieblings-Knall-Idiot! Wie geht's? Hier ist nicht Patrick.
Woher haben Sie das Telefon, Dr. Jessen? Von Patrick.
Sie haben mich gefunden, bravo! Wie geht's Patrick?
Haben Sie ihn hierher gebracht? Ja, Freunde kümmern sich. Ehrensache.
Warum suchen Sie immer noch Ihre Frau?
Sie hat mir was weggenommen, was mir gehört. Was?
Fragen Sie sie. Sie ist tot.
Wenn Sie meinen. Sie glauben nicht daran?
Ich kenne sie besser als Sie. Mirja Becker lebt.
Kenne ich nicht. Wer ist das? Sie wird Sie identifizieren.
Helfen Sie mir, etwas zu verstehen. Hassen Sie Frauen, Herr Tauber?
Wie meinen Sie das? Intellektuell? Physisch? Oder als Unterart?
Sie sind misogyn. Ich hab's gewusst! Dafür gibt's ein Wort!
Können wir uns treffen? Zum Abendessen?
Wie wär's jetzt gleich? Bedaure.
Ich hab schon was vor.
Es war so schrecklich, was er über Niklas gesagt hat.
Er war die ganze Zeit in Sicherheit. Ich hab geglaubt, er tut ihm was an.
Er sagte, ich würde Niklas nie wiedersehen.
Dass seine Leiche nie gefunden wird.
Ich kann Sie sehr gut verstehen.
Ich glaube nicht, dass das jemand verstehen kann.
Ich hätte die Waffe sogar in den Mund gesteckt, wenn er's gewollt hätte.
Haben Sie die Stimme erkannt?
Zwischendurch dachte ich, ich hab die Stimme schon mal gehört.
Aber ... nee!
Kennen Sie Gedeon Tauber?
Seinetwegen ist sie doch nach Griechenland abgehauen.
Unerträglicher Typ. Hat sie weggesperrt.
Hab ihn vielleicht dreimal gesehen. Ist ewig her.
War es seine Stimme?
Keine Ahnung.
Frau Becker, ich muss Ihnen das jetzt sagen.
Ellen Schwarz und ihre Tochter Sophie sind tot.
Hat er damit zu tun?
Die beiden kamen bei einem Fährunglück ums Leben.
Aber die Polizei ...
geht davon aus, dass er Ihr Anrufer war
und dass er auch Ihre Freundinnen Carina und Silvia angerufen hat.
Warum tut jemand so was?
Mütter sollten immer wissen, wo ihre Kinder sind.
Das hat er zu mir gesagt.
Das war vielleicht das Einzige, was keine Lüge war.
Vielen Dank, dass Sie Zeit gefunden haben.
Frau Schwarz.
Äh, die Polizei sucht nach Gedeon Tauber und ...
Das wird auch verdammt noch mal Zeit! - Nehmen Sie doch Platz.
Danke. Haben Sie in letzter Zeit mit ihm gesprochen?
Ich spreche ständig mit ihm.
Brülle ihn an, wenn er wieder mitten in der Nacht anruft.
Er ist mehrmals in unser Haus eingebrochen.
Hat Nachrichten hinterlassen. Warnungen. Tote Vögel.
Ein Gewehr in unserem Bett.
Und was will er? Was denken Sie? Was er will?
Er will seine Frau und sein Kind zurück.
Zuerst wollte er nicht einsehen, dass seine Ehe kaputt ist
und Ellen ihn verlassen hat.
Nach dem Unglück wollte er nicht einsehen, dass sie tot ist.
Er beschuldigt uns, sie zu verstecken. Er ist ein Psychopath!
Hat Ihre Tochter ihn deshalb verlassen? Ein kalter Fisch war er.
Er hat Ellen jeden Kontakt zu uns und ihren Freunden verboten.
Sie telefonierte heimlich mit uns. Aus einer Telefonzelle.
Und sie war überzeugt, dass er sie beobachten ließ,
wenn er zu seinen Auslandseinsätzen weg war.
Später hat er sie zu Hause eingesperrt.
Er ist gewalttätig geworden. Auch gegen seine Tochter?
Nein. Sophie hat er abgöttisch geliebt.
Er hat ihr jeden Wunsch erfüllt.
Aber seine Eifersucht ist krankhaft.
Einmal kam er für einen Urlaub nach Hause
und fand Reifenspuren in der Auffahrt.
Er hat Ellen beschuldigt, ihn zu betrügen.
Als sie es abgestritten hat,
hat er ihren Kopf auf den Tisch gedrückt
und sich mit einem Messer ein Kreuz in die Hand geritzt.
Sie hat in der Nacht das Kind genommen und ist geflohen.
Erst zu uns, dann zu Freunden ins Ausland.
Er hat sie überall gesucht.
Bis dann ... das Unglück passierte.
Das ist entsetzlich. Die Leichen der beiden wurden nie gefunden?
Nur ein paar persönliche Dinge.
Sophies Tagebuch.
Das lag im ...
Erstaunlich. Ja.
Wie alt ist sie geworden?
Sechs.
Darf ich das mitnehmen? Sie bekommen es zurück. Versprochen.
Wir haben eine private Trauerfeier abgehalten.
In Griechenland. Da war sie immer am glücklichsten.
Wir konnten uns nicht richtig verabschieden,
weil dieses Schwein einen Zirkus draus gemacht hätte.
Haben Sie Kinder? Eine Tochter.
Man hört nie auf, sich Sorgen zu machen.
Man liest die schrecklichen Dinge, die Kindern passieren
und man hat Angst.
Man hört nie auf, Vater oder Mutter zu sein. Ja, ich weiß.
Wie konnte Ihre Enkelin ihren siebten Geburtstag feiern,
wenn sie mit sechs Jahren in Griechenland ertrunken ist?
Verlassen Sie mein Haus! Sofort!
Wo sind Ihre Tochter und Ihre Enkelin?
Sie wissen, wo sich die beiden aufhalten.
Tauber möchte Ellen mit seinen sadistischen Inszenierungen
aus dem Versteck locken. Deshalb war er auf der Beerdigung.
Freiwillig kommt die nie zurück! Er will sie nicht zurück.
Er will sie bestrafen, weil sie ihn verlassen hat.
Er will seine Tochter sehen. Wir müssen Ellen finden!
Vielleicht hilft uns das Tagebuch weiter.
* Wasserrauschen *
Willkommen! Guten Abend!
Guten Abend. Darf ich? Sehr gerne.
Oh, danke.
Etwas zu trinken für Sie? Gerne.
Danke sehr.
Da ist Dirk, komm!
Dirk! Nora, da bist du ja!
Du siehst hinreißend aus. Danke. Das ist mein Mann. Joe.
Joe, Dirk Kramer! Sagen Sie nicht, Sie hätten schon viel von mir gehört
Sie arbeiten im Finanzsektor, richtig?
Nein. Nora hat erwähnt, dass Sie Psychologe sind.
Psychiater. Genau.
Muss spannend sein, wenn Menschen einem alle Geheimnisse erzählen.
Spannender ist es, was sie nicht erzählen.
Hoffentlich sind Sie nicht böse über Noras Überstunden.
Ohne ihren Einsatz wären wir aufgeschmissen.
Ja, ihr Einsatz ist bewundernswert.
Solange sie noch den Namen unserer Tochter weiß,
mache ich mir keine Sorgen. Ach, Joe!
Entschuldigt mich.
Alles okay?
Alles supersuper gut. Gut.
(ängstlich) Hallo? Helfen Sie mir, bitte!
Am Ende wollten die Schweden nicht nur den Sender kaufen,
sondern unsere Nora gleich mit. Da hab ich gesagt, nee, nix gibt's!
Die ist viel zu wertvoll für unsere Kanzlei. Wie hoch war das Angebot?
Bitte hören Sie auf, meine Frau anzufassen!
Entschuldigung? Ich wollte nicht ... Doch, das wollen Sie.
Sie machen es ja schon den ganzen Abend.
Ich weiß nicht, was mir mehr missfällt?
Die Tatsache, dass Sie es tun oder die Tatsache,
dass es dir nichts auszumachen scheint. Was redest du da?
Gut. Es tut mir leid, mein Freund, wenn's ein Missverständnis gab.
Ich bin nicht Ihr Freund! Und es gibt auch kein Missverständnis.
Sie wollen mit meiner Frau schlafen.
Ich glaube, das ist der Zeitpunkt für uns, zu gehen.
Vielleicht haben Sie es ja schon getan.
Dirk, ich kenne Männer wie Sie sehr gut.
Sie nehmen sich gerne, was anderen gehört.
Sie reden sich ein, es wäre die Herausforderung, die Sie erregt.
Der Wettbewerb, die Jagd.
Aber die Wahrheit ist,
dass Sie Frauen nicht länger als ein paar Wochen halten können.
Weil jede Frau schnell merkt, dass Sie ein aufgeblasener,
selbstverliebter, arroganter Wichser sind.
Dann sind Sie am Arsch. Bitte nicht weiter!
Mir fallen Kleinigkeiten an Menschen auf, Dirk.
An Ihnen zum Beispiel: Ihre Fingernägel sind flach und gelblich.
Ein Symptom von Eisenmangel.
Vielleicht 'n Problem mit den Nieren.
Ich an Ihrer Stelle wäre ein bisschen sparsamer mit dem Viagra.
Warum machst du das, Joe?
Jedes Mal, wenn ich glücklich bin, machst du was, um es zu verderben!
Tut mir leid. Ich hab zu viel getrunken. Nein, Joe!
Beleidige nicht noch meine Intelligenz!
Ich fand eine Rechnung aus deinem Hotel in Stockholm.
Ein Champagnerfrühstück. Du bist meine Rechnungen durchgegangen?!
Nein. Ich hab sie gefunden.
Also durchsuchst du den Müll und spionierst mir nach?
Vielen Dank für den schönen Abend und alles andere.
Was ist alles andere?
Ich möchte, dass du jetzt gut nachdenkst, Joe.
Du willst wissen, ob ich mit ihm schlafe? Frag mich!
Aber denk daran, was alles kaputt geht, wenn du das machst. Vertrauen!
Nichts kann das zurückbringen. Ich werde nicht fragen.
Aber du denkst es trotzdem.
Ich kenne dich nicht mehr, Joe.
Charlotte ist nicht da!
Sie wollte nur kurz zu Sandra.
Moment.
* Handy klingelt. *
Lotte!
Hier ist nicht Charlotte, Frau Jessen.
Wer sind Sie? Ist was mit Charlotte?!
Könnte man sagen. Die Kleine hatte einen Unfall mit dem Fahrrad.
Ich kann Ihnen versichern, dass sie absolut unversehrt
und in guten Händen ist. In meinen. Wer sind Sie?
Ich passe auf Lotte auf. So nennen Sie sie doch?
Sie ist so ein hübsches kleines Ding.
Besonders die Narbe an ihrem rechten Unterschenkel ist zauberhaft.
Wo ist sie? Was haben Sie mit ihr gemacht?
Sie liegt gleich hier neben mir. Na, Mausezahn?
Sie ist hübsch wie ein Pfirsich. Ich will mit ihr reden!
Hol sofort deine Frau wieder ans Telefon.
Andernfalls bestrafe ich Lotte. Tauber, Sie bluffen.
Ich weiß, dass Sie Kindern nichts antun. Sie ist bei mir.
Beweisen Sie's!
Welchen Körperteil soll ich schicken? Ich spiel keine Spielchen, Tauber!
Beweisen Sie, dass Sie Charlotte haben und wir reden.
Ansonsten habe ich kein Interesse.
Bist du verrückt?! Ich weiß, was ich tue. Vertrau mir.
Das ist ein Trick.
Du blödes Stück Scheiße! Na, warte!
Er wird ihr nichts tun. Das kannst du doch nicht wissen!
Ich kenne ihn. * Handy summt. *
Du warst das! DU WARST DAS!
DU HAST DAS ÜBER UNS GEBRACHT! DU WARST DAS!!!
* Handy klingelt. *
Wo ist sie? Versuch's 100 Meter von deinem Haus entfernt.
Richtung Wasser.
* Handy klingelt. *
Sagen Sie mir, wo sie ist.
Ich kann Sie zu Ihrer Tochter bringen. Möchten Sie das?
Ja. Darf ich dich Nora nennen?
Ja.
Nur du kannst Lotte retten. Wie?
Indem du tust, was ICH sage.
Ich mach, was Sie wollen. Bitte bringen Sie mich zu ihr!
Nora!
Nora!
* Handy klingelt. *
Tauber? Wo sind meine Frau und meine Tochter?
Liebst du sie, Joe?
Ja. Dann wirst du bald fühlen, was ich fühle.
Ihre Frau und Ihre Tochter sind nicht entführt worden.
Die beiden haben Sie verlassen. Sie haben sie in die Flucht getrieben.
Wird das jetzt 'ne beschissene Therapiesitzung?
Ich schenkte ihr ein Kind. Sie bekam von mir alles, was sie wollte.
Und Sie hat mir meine Tochter weg- genommen! Sie haben sie geschlagen.
Sie haben sie bedroht! Sie haben ihr Angst gemacht!
Das ist eine beschissene Lüge!!!
Hör mir zu! Stell dir vor, du wärst blind.
Was wäre das Kostbarste für dich?
Hören. Der Hörsinn.
Der schwächste Punkt. Und genau den finde ich, Joe!
Deinen kenne ich schon.
Ich weiß, was dir nachts den Schlaf raubt, haha!
Ich hab in Afghanistan so viel Scheiße erlebt!
Ich habe Freunde sterben sehen. Weißt du, wie das ist, Doktor?
Weißt du, was mich in dieser Hölle am Leben hielt?
Der Gedanke an meine Kleine! Ich hätte ALLES für sie getan.
Als ich nach Hause kam, war sie weg! Sie hat sie mir weggenommen!
Ich weiß, wo Ellen und Sophie sind. Das ist eine Lüge!
Ich sprach heute Morgen mit Sophie. Sie hatte eine Frage an ihren Vater.
Versuch nicht, mich zu verarschen, Psychiater! Hast du gehört?!
Sie will wissen, was aus ihrer Katze geworden ist. Tiger.
Sie fragt, ob Sie sie wohl ...
bei den Klaasens gelassen haben?
Den Klaasens vom Bauernhof nebenan.
Sind Sie noch da? Was soll ich antworten?
Sagen Sie ihr, dass ich sie zu den Klaasens mitgenommen habe.
Da wird sie sich freuen.
Ich will mit ihr reden! Wenn ich mit Nora oder Lotte sprechen kann.
Du siehst deine Tochter, wenn ich meine sehe!
Wir haben die Telefondaten von Ellens Eltern gecheckt.
Die Mutter telefonierte regelmäßig mit einer Nummer in Griechenland.
Eine Pension auf der Insel Kos. Die Inhaberin heißt Yelena Schäfer.
Und die hat eine siebenjährige Tochter.
Sie glauben, diese Yelena ist Ellen Schwarz?
Haben Sie versucht, sie zu erreichen?
Sie hat vor drei Tagen Griechenland verlassen. Wo sind die jetzt?
Hier.
Was muss ich tun, damit sie ihn endlich wegsperren?
Hilfe!
Hilfe!!!
Hilfe!!!
Hilfe!!! Hör auf zu schreien!
Wo ist Charlotte?
Wo ist Charlotte? In einer Kiste, genau wie du.
Lassen Sie sie gehen! Sie haben doch mich!
Ich gebe dir was Besseres.
Ich gebe dir die Möglichkeit, deiner Tochter das Leben zu retten. Wie?
In deine Kiste kommt ein Schlauch.
Das andere Ende ist in der Kiste von Charlotte.
Für jeden Atemzug nimmst du Charlotte die Luft zum Atmen.
Je weniger du atmest, umso größer ist ihre Chance.
Es liegt ganz bei dir. Joe sagte, Sie tun Kindern nichts.
Ich tu auch nichts. Das Leben deiner Tochter liegt in deiner Hand.
Es tut mir leid, dass Ihre Frau und Ihre Tochter Sie verlassen haben.
Aber bestrafen Sie nicht uns dafür!
Kapierst du es nicht?! Du nimmst deiner Tochter die Luft zum Atmen.
Spar dir die Luft! Sonst stirbt deine Tochter!
* Telefon klingelt. * So lange wie möglich in der Leitung halten!
Wenn du Angst kriegst, hältst du das Telefon zu und sagst uns Bescheid.
Hallo? Ich will meine Tochter sprechen.
Hallo, Papi.
Hallo, mein Schätzchen.
Hallo.
Wie geht's dir?
Mir geht's gut. Und mir ist ein Zahn rausgefallen.
Ja, das ist toll. Wirklich!
Da kommt dich bald die Zahnfee besuchen.
Hast du Ärger? - Nein, Schätzchen.
Mach dir um mich keine Sorgen. - Hast du was Böses gemacht?
Das genügt.
Das genügt. Wo sind Nora und Charlotte?
Gib mir sofort meine Tochter wieder! Nein!
Gib mir meine Tochter!
Oder ich schick dir deine Frau in Stücken.
Keine Verhandlung, Tauber!
Wo sind Nora und Charlotte? Ich will meine Tochter sprechen!!!!!
Nein!
Wir haben ihn!
Los!
Sophie!
Sophie!!!
Sophie ...
Sie warten hier. Sind Sie noch bei Trost? Auf keinen Fall!
Sie warten oder jemand bringt Sie zurück ins Präsidium!
Passt auf ihn auf! Ja.
* Glas zerspringt. *
Kind im Raum!
Raum sicher!
Wir haben Charlotte!
Hey! Ist gut. Alles gut!
Hier ist keiner.
Moment mal!
Okay!
Alles gut. Alles gut.
Hilfe!
Hilfe!
Nora? Ja! Ja!
Ich bin's, Vincent. Wo ist Charlotte?
Charlotte geht's gut. Alles in Ordnung.
Ich hol dich raus. Ganz ruhig.
(Polizist ins Funkgerät) Wir haben sie gefunden.
Haben wir Tauber?
Lotte! Papa!
Du hattest recht.
Du hast gesagt, er tut ihnen nichts.
Deswegen habe ich geatmet.
Nur deswegen.
Schlafen Sie sich aus.
Nora und Charlotte werden im Krankenhaus bewacht.
Die passen auf Sie auf, okay?
Danke.
Hast du deine Frau schon nach ihrer Affäre befragt?
Der Krieg ist vorbei.
Krieg ist nie vorbei, Joe. Kriege florieren.
Weil es immer genügend Menschen gibt, die Kriege lieben.
Alte Männer in reichen Ländern sorgen immer dafür,
dass Kriege geführt werden. Ich habe nicht vor,
mir Ihre Rechtfertigungen und Entschuldigungen anzuhören.
Was wollen Sie?
Ich habe mit Sophie gesprochen.
Das ist alles, was ich wollte.
Ich weiß, warum Sie hier sind.
Sie suchen Vergebung.
Du denkst, ich suche Vergebung für das, was ich getan hab?
Ich vergebe Ihnen,
wer Sie sind.
Ich weiß, du willst es auch.
Ich habe deine Frau und deine Tochter entführt.
Habe sie gefoltert. Sie haben um ihre Leben gebettelt.
Erzähl mir nicht, dass du ein sentimentaler Moralist bist.
Sie würden dich nicht mal ins Gefängnis stecken.
Es wäre Notwehr.
Ich weiß, dass du mich hasst. Du musst mich hassen.
Ich kann Sie nicht mehr hassen, als Sie sich selbst.
Hier sind Ihre Optionen:
Sie können mich jetzt überwältigen und versuchen,
vor der Polizei zu fliehen. Vielleicht finden die Sie nie.
Aber eines ist sicher,
Ihre Tochter sehen Sie nie wieder. Dafür werden wir sorgen.
Wenn Sie aber mit mir rausgehen und sich der Polizei stellen,
haben Sie eine Chance. Soll das ein Deal sein?
Ihre Tochter wird Sie irgendwann sehen wollen.
Wenn sie älter ist, kann sie selbst wählen.
Der einzige Ort, an dem sie Sie sehen kann, ist das Gefängnis.
Ihre Entscheidung.
Ich ziehe aus.
Nora will es so.
Deswegen machen Sie jetzt hier aber keinen Abflug, oder?
Kennen Sie den?
Steht ein Psychiater auf der Brücke und sagt: Das war's für mich.
Kommt sein Freund und sagt: Tun Sie's nicht, Sie würden mir fehlen.
Das ist kein Witz. Nee.
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2017
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