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ANNE RICE'S INTERVIEW WITH THE VAMPIRE
KEIN SCHMERZ
Ok.
DIESES MAL RETTE ICH DIR NICHT DAS LEBEN
Es ist mir lieber, wenn er nicht mehr zappelt. Das hätte ich sagen sollen.
Die Tücken der Omakase.
Wir geben die Macht dem Koch, vertrauen seinem Auge, der Auswahl auf dem Fischmarkt.
- Eine Serie an Risiken. - Richtig.
"Unter der brennenden Sonne". Der Enron-Skandal.
"Schwarzes Blut", nicht wahr? Sie sind Daniel Molloy. Ich kenne Ihre Bücher.
Ein Leser. Na dann bereiten Sie sich auf eine Enttäuschung vor.
Wie ich sehe, haben die Sie von Ihrem Laptop getrennt.
- "Die"? - Gestern haben Sie geschwächelt.
Man hielt Sie für beschämt.
Jeder, auch wenn sie zu zweit sind.
Sie waren ja immer zu zweit. Sie kamen ja später dazu.
Ich hör jetzt auf, Sie anzusehen.
Bisschen blass für Mossad. Obwohl das passt ja zum Mossad.
Schön wär’s. Bessere Ressourcen. Nein, nein, nein.
Ich arbeite für eine Wächter-Organisation
deren Name in Ihren Gesprächen mit ihnen bislang noch keine Erwähnung fand.
Welchen Einfluss hat das auf meine Geschichte?
Sie verwanzten mich. Oder wollen, dass ich das glaube.
Vor einem Monat hatten wir 900 von ihnen auf dem Schirm, jetzt sind 1600 daraus geworden.
Die große Bekehrung. Sie ist real. Und passiert bereits.
Dann haben Sie ein dringlicheres Problem als meine Recherchearbeit.
Ihr Name?
Sie sind nicht der Erste, der das versucht, Mr. Molloy.
Ich kann Ihnen die Namen von vier anderen geben, und die sind tot.
Oder untot. Der Name ist Raglan James.
Und der echte Name?
Wir platzierten verschlüsselte Dateien auf Ihrem lächerlich gesicherten Laptop.
Die meisten davon aus Quellen,
die Ihre Freunde...
Ist hier ein Fan von Geheimdienstagenten? Wir haben hier wir ein Original.
Danke für das Essen, Chef.
Wie war Ihr Spaziergang?
Sterne-Fisch in der Wüste. Tagesspesen für nichts.
Wie viele Menschen wissen, was Sie wissen, Rashid?
Wie viele Rashids rashiden?
So viele wie nötig, damit sie geheim bleiben.
Nein. Das können sich nur Milliardär-Vampire leisten.
Aber wie hält der Durchschnittsvampir Leute wie Sie im Zaum?
- Unausgesprochene Drohungen? - Bedrohlich sind sie.
Er könnte uns beide töten. Wird er aber nicht. Im Grunde sind sie friedfertig.
Sie saugen uns aus, wir verschwinden.
Sie haben ein biologisches Defizit. Das kollidiert mit menschlicher Moralvorstellung.
Aber das sind nur Regeln, auf die man sich geeinigt hat.
Danke, Rashid.
Eine romantische Antwort auf Ihre Frage.
Der Durchschnittsvampir hat Minimalkontakt mit Menschen.
Entdeckt ihn jemand, trinkt er dessen Blut, läuft weg oder tötet sich selbst.
Wir sind eher Multimillionäre. Nicht ganz eine Milliarde.
Es war falsch von Louis gestern, in Ihre Gedanken einzudringen.
- Sie sind unser Gast. - Smartphones.
Sie waren grob, aber er war brutal.
Künstliche Intelligenz erstickt an unglaubhaften Daten.
- Entschuldigen Sie ihn. - Wie versteckt man sich vor der Cloud?
Wir sollten auf ihn warten.
Sollten wir.
Wenn die Sonne schläft.
Telefone machen euch zu Sklaven eurer Fetische.
Bei Datenbeschaffung geht es primär um Profite.
Niemand bei Amazon will uns Mixer verkaufen.
Sie töten, Nacht für Nacht.
Und manchmal ergötzt ihr euch daran in den Lokalnachrichten.
Euch abzulenken, war nie leichter.
Ihr alle atmet willentliche Ignoranz. Wir nutzen sie.
Das ist... war... Lestats prophetische Vision.
- Lestat de Lioncourt. - Ja.
Vor seiner Transformation versteckten wir uns kauernd im Dunkel der Mauern.
Ich bin ganz Ohr. Ist ja mein Job, nicht?
1556 entsandte mich der römische Coven, den chaotischen Pariser Coven zu leiten.
Frisch vom Subkontinent. Französisch, meine vierte und schlechteste Sprache.
Ich hatte noch nie etwas geleitet.
Wir nannten uns die Kinder der Dunkelheit.
Lebten im Elend, jagten in Schande
und befolgten die mittelalterlichen Gesetze, die uns schützen sollten vor den Menschen.
Ich erhielt Disziplin
und Demut als Satans Narr 239 Jahre lang aufrecht,
aber als man Robespierre köpfte, wurde auch mir bewusst: Ich hatte versagt.
Du musst sterben, weil du das erste und fünfte große Gesetz gebrochen hast.
Unsere Bräuche waren veraltet. Wir waren die erkaltende Asche eines Scheiterhaufens.
- Und Lestat der Wind, der sie vertrieb. - Den muss ich kennenlernen.
Ich spürte seine Präsenz, noch bevor ich ihn traf.
Gezeugt von Magnus, einem meiner Deserteure,
war er etwas völlig Neues, etwas, was ich noch nie gespürt hatte.
Das vierte unserer Großen Gesetze besagt:
"Kein Vampir darf dem Menschen seine Natur offenbaren und ihn dann am Leben lassen."
Und da war er.
Aufgeputzt herumstolzierend vor 500 Gästen pro Nacht
wie ein gönnerhaft herablassender Derwisch.
Ihr seid also Damen?
Laut Louis war Lestats Verwandlung in einen Vampir eine Horror-Show.
Mag sein. Danach schien er sich davon erstaunlich schnell erholt zu haben.
Wie sonst erklärt sich, dass das Publikum ihm aus der Hand fraß?
Seine Stimme verführte ihre Sinne wie Sommerfrüchte in der Kälte des Winters.
Sie alle liebten ihn. Keiner konnte sich ihm entziehen.
- Er... - Ein Naturtalent?
Eher unnatürlich. Er nutzte die dunkle Gabe. Aber wofür?
Seine Eitelkeit? Das war Ketzerei.
Ich musste ihn meiner Kontrolle unterwerfen, um jeden Preis.
Du bist Magnus' Bastard.
- Ich weiß du kannst mich hören, mein Kind. - Wer nennt mich Kind?
Er ist tot, nicht wahr? Ich kann mich um dich kümmern.
Dich lehren, was er nicht tat. Komm zu mir.
Komm zu mir.
Zugabe...
Ich folgte ihm über Wochen. Seine Zurückweisung befeuerte mich noch mehr.
Je länger ich ihn außerhalb des Covens existieren ließ,
desto unruhiger wurden meine Kinder.
Sie folgten ihm im Geheimen.
Fasziniert von seiner Ignoranz für Regeln, die ich ihnen verboten hatte zu brechen.
Nicky.
Sein Liebhaber war menschlich. Mehr Ketzerei.
Geht nach Hause.
- Ja, Meister. - Verzeihung, Meister.
Ich erinnere kaum meinen Text, wenn du anfängst zu spielen.
Die Noten verschwimmen, sobald ich deine Schritte höre.
- Man wir uns erwischen. - Das hoffe ich doch.
Hörst du das?
Über deine atemlosen Schwärmereien? Wie könnte ich da irgendwas hören?
- Was ist? - Jemand beobachtet mich.
Du wirst immer beobachtet.
- Er glaubt, dass ich ihn nicht wahrnehme. - Noch mehr Poesie?
Komm näher an mein Ohr. Ich verstehe dich nur aus der Nähe.
Hältst du dir den Jungen zur Erinnerung?
Lestat, kennst du diesen Zigeuner?
Er wird die Einsamkeit in dir nicht füllen. Komm zu Deinesgleichen.
Soll ich meine bestickte Weste und mein Jabot aufgeben
und als Penner leben?
- Lestat, was ist das? - Es ist nichts.
Er ist niemand.
Gute Nacht, Fremder.
Ich tolerierte seine Anwesenheit schon zu lang.
Ich musste handeln, bevor er das wenige zerstörte, was mir blieb.
Lestat!
Hier!
Lestat!
Nicky!
Du hast ihm nicht gesagt, was du bist.
Wie viel Macht hast du?
- Die ich nicht habe. - Du kannst sie haben.
Du hast Magnus' Blut.
Du vergeudest dein Potential mit deinem Lebenswandel.
Lass ihn gehen!
- Lass ihn gehen! - Da ist der Bluttrinker!
Wer bist du?
Ich bin Armand. Der Meister deines Coven.
Nicky!
Bring deine Weste mit in den Untergrund.
Ich bin froh, dich zu sehen.
Ihm fehlt nichts.
Er ist ausgeblutet.
Und wird nicht erwachen.
Macht es Spaß, in diesem Dreckloch zu hausen?
Wir dienen Gott, durch Satan, durch Armand, wie es uns bestimmt ist.
Eine schlammige Dreifaltigkeit.
Du bringst die Strafe Gottes über uns mit deinen Sünden.
- Und die wäre? - Du lebst unter Menschen!
Wandelst in den Hallen der Heiligen!
Meint er den Mann mit den Nägeln in den Händen?
Nichts weiter als ein gefällter Baum.
Mit einem geschnitzten Motiv.
Aus demselben Baum wird ein Tischbein gemacht,
oder deine Flöte.
Kriecht aus eurem selbst geschaffenen Gefängnis.
Sie haben es erlaubt?
Ja.
Sie haben ihn benutzt, um alles zu erneuern.
Seine Worte schwebten schon lange durch meinen Kopf.
Aber aus meinem Mund hätten sie sie nie geglaubt.
Gott, Satan, Armand?
Fühlt sich das richtig an?
Wir sind die Götter. Ihr seid die Götter!
Und so verließen sie mich.
Labten sich in den Straßen Paris‘ an den Menschen.
Einigen fiel es schwer, das Leben nach meinen Vorgaben
mit dem zu verbinden, das Lestat ihnen eröffnet hatte.
Sie wurden verrückt. Begingen Selbstmord.
Das Einzige, was mich vor den Flammen bewahrte, waren die alten Rituale.
Ist etwas passiert?
Ich könnte bis zum Ende aller Tage reden
und könnte doch nie erklären, was du zerstört hast.
Da ist niemand außer uns. Satan hört nicht zu.
Wie schaffst du Feuer aus Luft?
Wie bewegst du Objekte mit deinem Geist?
Fragte er und tanzte in der Asche.
Du verwandeltest deinen Nicholas in einen von uns?
Genießt der Junge die Gabe?
Oder ist er zu zerbrechlich?
- Ich hätte dich warnen sollen. - Er wird daran wachsen.
Wird er nicht.
Ich habe eine Idee.
Meine Lieben, bevor ich euch um eure Habseligkeiten beraube...
Sie kommen in Begleitung. Werden als Gruppe verführt.
Sie lachen zusammen. Weinen zusammen.
- Und was bedeutet das für einen Vampir? - Eine Möglichkeit.
Hamlet stirbt durch einen vergifteten Dolch,
aber der Schauspieler liegt atmend vor ihnen.
In diesem Tempel ist der Glaube ein Schutz.
Verkündet, dass ihr Vampire seid. Trinkt ihr Blut vor ihren Augen.
Herrsche über deine Coven-Rituale nicht aus der Gruft, sondern aus der Balkonloge.
- Du hast mir meinen Coven genommen. - Ganz im Gegenteil, Meister.
Stillt eure bösen Verlangen im Theater der Vampire.
- Ich bin noch so jung! - Dem Tod ist das Alter egal.
Sieh, wie still sie sind. Sie glauben wirklich, es sei ein Spiel.
Nagelt es an die Türen Wittenbergs. Du hast eine Reformation eingeleitet, Lestat.
- Wir gemeinsam. - Du bist der perfekte Tod.
Tod.
Die Sichel tut ihren Job.
Nach hundert Nächten schon gelangweilt?
Nur vom Spielen.
Sollen wir?
- Hier? Jetzt? - Eine geräumige Box.
- Er beobachtet uns. - Er sollte lieber auf seine Partitur achten.
- Lestat. Ich liebe dich. - Ja, ich liebe dich auch.
- Das war’s? Soll das jetzt das Ende sein? - Sie liebten sich auf dem Boden.
Armand lehrte Lestat die Gabe der Hypnose und eine Woche später war Lestat weg.
Die Frage war: "Wie verstecken sich Vampire vor Google?"
Nicht: "Wie brach Lestat sein Herz?"
Aber als guter Zuhörer bekamen Sie Antwort auf beides.
Als er am Abend drauf das Theater öffnete,
erwartete ihn der Anwalt, Pierre Roget I.
Mit einer Kiste voll Geld
und Anweisungen, um die Kosten des Theaters auf ewig zu decken.
Er verließ Nicky. Er verließ Armand. Er verließ den Coven.
Lestat ist, war und wird auch auf ewig ein Egoist sein.
Vertrau deine Liebe niemals einem Narzissten an.
Und ich verschloss diese Worte für die nächsten 150 Jahre.
Und dann tauchte er auf und zerstörte das Schloss.
Das war es, was mir am meisten Angst an dir gemacht hat.
Er ist in Kopenhagen, arbeitet in einem Automobilwerk.
Hasst seinen Schöpfer. Nimmt das Schiff zurück nach Amerika.
Und kriegt mich in der Hochbahn von Chicago.
Ich sagte, kurz vor Chicago. Er sagte, er mag keine Großstädte.
Außerhalb Chicagos, in einem Diner auf dem Weg nach Gary.
- Du findest mich in Springfield. - Verkauftest Kastanien vor dem Bahnhof.
Vorm Bahnhof, ja.
Er bringt sich um in Cincinnati.
- Was wissen wir über Cincinnati? - Was wissen die über Cincinnati?
Wie sieht er aus?
- Das fragen sie nicht. - Sie werden.
Seit Wochen fragen sie nicht.
Ich arbeite hinter der Bühne und will pünktlich sein.
Du hast gesagt, er war unser Schöpfer. Ich brauch ein Gesicht, für mich selbst.
Schwarzes welliges Haar.
Grinst nach oben links, Muttermale auf dem Unterleib.
So genau auch nicht.
Dich hat er nicht unter dem Holzboden eingesperrt.
Ich weiß nicht, was du willst. Ich erinnere mich an das, woran ich mich erinnere.
Ich will uns nur beschützen.
Es mag dir jetzt noch Spaß machen, aber wenn wir beide auffliegen, wird’s gefährlich.
Dann nicht Cincinnati. Was ist mit Shreveport?
Caddo Lake. Mein Daddy ging dort mit Paul und mir zum Fischen.
Gibt eine Zugbrücke da. Da hat er sich verbrannt.
Shreveport. Caddo Lake. Verbrennt sich selbst auf der Brücke.
Armand.
Die Tür war angelehnt.
Lässt man die Fenster auf und die Tür, dann zieht es schön durch.
Leichtfertig. Aber du übst sicher Vorsicht.
Maître, willkommen in unserer Höhle.
- Solltest du nicht in der Lobby sein? - Erst in drei Minuten.
Hab ich dir erlaubt, mich anzusehen, Puce.
- Nein, Maître. - Ich hab sie aufgehalten.
War ich jemals zu spät?
Warst du jemals zu früh?
Und wie schlägt sie sich?
- Sie trägt die Schmähung mit Stolz. - Sie war noch nie so glücklich.
Der Coven hat große Ideen für sie.
- Du liebst Portraitfotos. - Versteckt die Löcher in den Wänden.
Zeig mir, wo du nachts hingehst.
Ein unbewusster Tod ist das Schicksal aller Sterblichen.
Auf, auf, auf.
Wir sind bewusster Tod, Rolf Wangler.
Und das macht aus dir, einen Bräutigam.
Weißt du was es bedeutet, wenn du vom Tod geliebt wirst?
BÜHNE UND LEINWAND
Kein Schmerz.
Das ist meine Lieblingsstelle.
- Kein Schmerz. - Kein Schmerz.
- Kein Schmerz. - Wie schafft er es, dass sie betteln?
Augen runter, Puce. Augen runter.
- Kein Schmerz. - Kein Schmerz.
- Musstest du denn niesen am Ende? - Ich wollte es zurückhalten.
Genau in den göttlichen Moment der Stille.
- Heuschnupfen. - Wir sind nicht auf dem Bauernhof, Estelle.
Es klang trotzdem schrecklich, Mr. Santiago. Ich hatte Gänsehaut.
Natürlich.
- Weil ich ein Profi bin! - "Ich bin ein Profi!"
- Puce! - Komme, Sam.
Sieh dich um. Wir nennen das hier den Nassraum.
Ein verhasster Platz, dessen Geruch man nie vergisst.
Garryduff, du machst das jetzt.
Behalt das Opfer da drin bis zehn Minuten vor dem Auftritt.
Das ist die Leichenbox.
Und das die Rattenbox.
Du packst das Frischfleisch in die Leichenbox.
Du schließt den Deckel.
Dann öffnest du die Verbindung.
Und die Ratten erledigen die Drecksarbeit.
Dienstags ist das die Leichenbox und das die Rattenbox.
Und mittwochs ist das die Leichenbox und das die Rattenbox.
Vor und zurück, vor und zurück. Keine Fehler!
Ratten sind clever. Und werden sie leise
und du öffnest die falsche, rennen sie oben durch die Garderoben,
und Maître bestraft dann den ganzen Coven,
was dir keine Freunde macht.
- Zu Hause hatten wir einen Ofen. - Wie lief das?
- Bumm, ins Feuer. - Ist mir viel zu Deutsch.
Dauert eine Woche, dann müssen die Knochen raus.
Die Tür führt
in die Katakomben und zu Abflüssen, die wir gegraben haben.
- Wozu sind die denn? - Das sind Gräber
ehemaliger Mitglieder. Ketzer oder Gesetzesbrecher.
- Welche Gesetze? - Nicht vor der Zeremonie, Puce.
Sie fressen das Herz. Ratten lieben Herzen.
Jede Nacht durchwandere ich einen anderen Stadtteil. Ich verirre mich.
Und trotzdem lande ich immer wieder am Fluss.
Die Wasser unserer Seine, gezähmt und wunderschön.
Uh-huh.
Eine Vene, die sich durch Paris‘ Herz windet.
Es gibt Gerede über deine Kamera im Coven.
Ach ja?
Man sagt, du bist so verliebt in die Menschen,
dass du sogar ihr Innerstes stiehlst mit Licht und Schatten.
- Sie fragen Claudia darüber aus. - Sie sollten mich fragen.
Wie, wenn du so gut wie nie da bist?
Ich sah zu Hause genug Theater für mehr als ein Leben.
- Nichts für ungut. - Kein Problem.
Nichts ist schlimmer, als von einem Gefährten herumgezerrt zu werden.
- War das Bruce? - Ja. Bruce.
- Dein Opern liebender Motorradfan. - Ja.
Sprich doch mit Tuan Pham über Kameras. Er ist sehr versiert.
- Vielleicht könnt ihr beide ja... - Ich werde kein Mitglied des Coven.
Spar dir die Verkaufsmasche.
Ihr habt Claudia. Sie ist glücklich. Ich bin glücklich. Aber ich?
- Ich spiele da nicht mit. - Ja. Das hast du bereits klargestellt.
Also, wenn du deshalb hier bist...
Das ist nicht der einzige Grund.
- Nein. - Nein.
Das ist definitiv nicht der einzige Grund für ihn.
- Ich mag dich. - Und ich dich. Ist das nicht offensichtlich?
Wir müssen daran arbeiten, deinen Geist zu blockieren.
- Warum das? - Bruce.
Ich spüre ihn genau in deinem Geist.
Aber vielleicht schütze ich meinen Geist ganz gut.
Vielleicht lass ich dich ja mit Absicht reinschauen.
Oh, das saß, mon cher. Sehr gut.
Wären wir die einzigen Vampire in Paris...
Für eine Sekunde hat es sich so angefühlt.
Der Coven neidet dir deine Ungebundenheit.
Ihr Problem ist, du bist da, aber nie dabei.
Euer Problem, nicht meins. Wenn du mich willst, bin ich hier.
Aber ich meine hier, hier.
In den Straßen, Cafés, den Salons, Bars, wo der Jazz swingt.
Die ganze Stadt wird neu geboren.
Jeder hier fragt sich: "Was jetzt?" Nicht...
"Wo warst du?" oder "Sei vorsichtig." Davon hatte ich zu Hause genug.
Ich bin dabei, mich neu zu erfinden.
Und wie viel Raum gibt es da für mich, solange du nicht weißt, wer du bist?
Viel Raum.
Wir umkreisten einander.
Brachte ihn in eine schwierige Position.
Ich sollte ihn einfangen, aber es war genau andersherum.
Ich verbrachte weniger Zeit im Theater,
dafür mehr Nächte mit Louis in den Straßen.
- Die Unterhaltung war leicht und kokett. - Kämpferisch.
Ja. Aber auf eine sehr stimulierende Art.
Argumentieren als Vorspiel.
Einige meiner tiefsten Gefühle und Gedanken nahmen Form an.
Und wenn Armands Geist den meinen berührte,
war ich so aufgewühlt und unglaublich getrieben, neue Schlüsse
über mich selbst zu ziehen und mein Vampirdasein im Allgemeinen.
- Stimmt was nicht, Daniel? - Oh, nein. Es ist der Computer.
Etwas, was Sie sagten, brachte mich darauf, dass...
Auf was?
Ich weiß es nicht mehr. Ich hab’s schon wieder vergessen.
Und wo ist Claudia zu dieser Zeit?
Geht’s ihr gut? Was macht sie zu dieser Umbruchszeit?
Wie bringen Sie einen dazu, dass er den Tod akzeptiert?
Schaust du runter, hört dich nicht mal die erste Reihe.
Das Erste, was ich tue, wenn sich mein Sargdeckel öffnet,
ist ein Gespräch mit meinem Spielpartner zu suchen.
Um mich in sein Hirn zu schleichen, seine Scham zu finden.
Kurz gesagt. Ich mache mich sympathisch.
Wir sehen uns gleich, Claude.
Wer ist Francis Naughton?
- Der beste "Iago" im York Royal. - Das waren Sie.
Und wie war dein schäbiges Leben in Chicago,
bevor der Vampir Bruce in deinen zierlichen Nacken biss?
Ich war in Springfield. Ich verkaufte am Bahnhof lauter Schnickschnack.
- Eine Waise. - Ja, genau.
Und erneut verwaist. Wir haben das gemeinsam.
- Ich dachte, Maître schuf Sie. - Wie kommst du darauf?
Estelle sagte, Sie wären der Jüngste.
Auch der Stärkste, weil Sie das beste Blut haben.
Nein. Mein Schöpfer liegt in den Wänden des Kellers.
Maître wollte es so.
- Holzhauer! Drei Minuten. - Danke. Drei.
- Tut mir leid. - Muss es nicht. Er hat den Tod verdient.
Sein Blut war exquisit.
- Die Bühne liebt mich und ich kann fliegen. - Und Sie töten mit Elan.
Und dein traurig verstorbener Schöpfer,
welche Gabe hat er der kindlichen Vampirin vererbt?
Als Erstes, wie man gut lügt.
Du wirst eine gute Schauspielerin.
Es ist Louis, der aus Chicago stammt, oder?
Etwas außerhalb. Gary, Indiana.
Sehr gut, Puce. Das klang fast echt.
Ich bin böse. Genauso wie andere Vampire auch.
Ich habe wieder und wieder getötet. Und werde es wieder tun.
Und warum macht dich das genauso böse wie alle anderen?
Hat das Böse keine Abstufungen?
Ist das Böse ein verschlingender Strom, in den man nach der ersten Sünde fällt?
In etwa, ja.
Nicht ganz so logisch, wie du es sagst,
aber es ist dunkel und leer, und ich kann den Boden nicht mehr sehen.
Aber wenn das Böse keine Abstufungen hat und einfach existiert,
braucht dieser Zustand des Bösen nur eine Sache, um zu sein. Das ist dein Argument.
Das Böse ist das Produkt der Fähigkeit des Menschen zu abstrahieren, was konkret ist.
- Jean-Paul. - Armand.
- Das ist mein Freund Louis. - Bonjour.
Würdet ihr bitte still sein? Ich höre gern die Musik.
Dein Argument impliziert Gottes Existenz.
Ich weiß nicht, ob Gott existiert. Nach dem letzten Krieg würde ich sagen nein.
Dann gibt es sicher verschiedene Varianten an Tugend.
Die Tugend eines Kindes, die man Unschuld nennt.
Die Tugend einer Nonne, die ihr Leben der Entbehrung und dem Dienen verschrieben hat.
Die Tugend der Heiligen. Die Tugend der Hebammen.
Und wie wird man böse? Wie fällt man in Ungnade?
Du kleine Hure
Du willst ihn nur Weil du einsam bist
Komm zu mir
Er wird nie mit seinen Fingern Durch deine Haare streichen
So wie ich es tue
Das ist gut, oder?
- Ihr werdet fummelt wie impotente Liebhaber - Louis?
Ehrlich, ich weiß nicht.
- Vielleicht hast du recht. - Er ist wieder da.
Komm zu mir
Tut mir leid.
Und wir hatten so ein angeregtes Gespräch.
- Ich lebte mit Bruce 30 Jahre lang. - Bruce?
Wie lange spielen wir dieses Spiel noch?
Bevor du dich verrätst,
lass mich etwas richtigstellen über den Armand des 18. Jahrhunderts.
- Lestat. - Oh, nein.
- Na endlich. - Ich will mich nicht mehr verstellen.
Lestat war mein Gefährte in Amerika.
Und wo ist er jetzt?
Da ist aber jemand neugierig. Er weiß es.
- Du weißt es doch längst. - Ich will es hören.
Ich hab ihn umgebracht und er hatte es auch verdient.
Das ist bestreitbar.
Ich weiß es seit Monaten. Aber ich wollte, dass du es mir selbst sagst.
Was heißt das jetzt? Wirst du mich umbringen?
- Was heißt das für Claudia? - War sie beteiligt?
- Ja. - Nein.
Du hast eines der Gesetze gebrochen.
Ich kenne keines der Gesetze. Lestat sagte mir nie etwas.
Ich sagte, ich liebe dich.
- Geh weg! - Bleib ruhig.
- Und du sagtest nichts! - Zurück in die Hölle!
Louis.
Verstehst du jetzt? Ich bin der Einzige, dem du traust.
Töte mich noch mal. Komm schon. Töte mich noch mal.
Zeig mir die einzige Art und Weise, wie du lieben kannst.
Er war Einzelgänger mit Stimmungsschwankungen. Und unberechenbar.
Wir könnten mal Pause machen.
Wahrscheinlich hast du recht.
Er vergisst es, wenn er erfährt, dass er sich anzündete.
Wir müssen üben. Wir müssen vorsichtig sein.
Louis!
Wir waren eine Dreiergang für eine Zeit.
Wir waren unterwegs.
Quer durch Amerika. Töteten in Truck Stops und Motels.
Bis er sich anzündete und uns zu Tode erschreckte.
Mit einem Feuerzeug.
Das er an einen Lappen hielt, der im Tank steckte.
Wir dachten, wir würden noch ewig unterwegs sein. Seine letzten Worte waren:
- "Hab genug von euren tristen Gesichtern." - Gut.
Lestat hätte sagen können: "Packt eure Särge auf ein Schiff, fahrt nach Paris.
Da gibt es einen Coven den ich kenne, weil ich ihn gegründet hab."
Aber er sagte, Vampire wären alle böse.
Du musst was wissen.
Dann bin ich diesem Mistkerl begegnet, und ja, Lestat hatte recht.
Es war besser, als er mir nur die Knochen brach.
Er hielt mich dort unten fest.
Ich hab mich gewehrt, ihn getreten, gekratzt, gebissen.
Das war ok.
Als er später auf mir lag...
und sagte, dass er mich liebt.
Davor, während und danach.
Davor, während, danach.
Das hat mir den Rest gegeben.
Eines Tages sagte er: "Ich hab genug von deinem tristen Gesicht."
Und fuhr auf seinem Motorrad davon.
Und ich dachte: "Ich fahr nach Hause, hol Louis und ab nach Europa."
Ende der Woche darf ich dem Coven beitreten.
Würde mich freuen, wenn du kommst.
Natürlich komme ich.
Verzeihen Sie die Störung.
Der Anwalt des Käufers ist bereit für die Videokonferenz.
- Der Anwalt? - Es geht um das Bacon-Triptychon.
- Geht das ok, Daniel? - Ich gehe pinkeln.
Das war eine echt kalte Dusche, Rashid. Ich war voll drin.
- Mr. Phillips? - Hallo.
- Das ist der Besitzer, Mr. Du Lac. - Mr. Phillips.
Er steckt zwischen Meetings,
Wir sollten gleich zum Punkt kommen.
Großartig.
Drei Studien zu Figuren am Fuße einer Kreuzigung.
Als Zeugen für das Leid Christi.
Mr. Bacon bezeichnete sie als die drei Furien.
Die Rächer menschlicher Verfehlungen.
Und das Echtheitszertifikat?
Bezweifelt der Käufer die Echtheit?
Die Käuferin will sie für ihren Mann.
Hat wohl gegoogelt, welche Fragen sie stellen muss.
Auf der Rückseite des rechten Paneels steht das Wort Petersfield,
ein Ort in der Nähe des Cottages, wo Bacon einen Großteil des Werks geschaffen hat.
Ein Röntgenbild dieser Furie enthüllte das Gesicht eines Mannes,
wahrscheinlich Eric Hall, der Besitzer des Cottages.
Es hatte nur drei Besitzer. Die Recherche ist leicht, obliegt aber Ihnen.
- Wir müssen weiter. Danke. - Ich kläre das mit meiner Kundin.
- Holzhauer! - Wer seid Ihr?
Ich bin, was du glaubst, was ich bin, Holzhauer.
Gehe er weg.
Die Uhr in deinem Herzen, ihre Räder wollen sich nicht mehr treffen.
"Die Vampire sind echt. Sie töten uns."
Die Vampire sind echt! Und sie töten uns alle!
Wer ist das? Er ruiniert die Vorstellung.
Nein, nein, nein. Lass ihn sprechen, Sam.
Seht, wer uns mit seiner Anwesenheit beehrt.
Welche Ehre.
Er ist hier wegen des Mädchens. Beendet die Vorstellung.
Warum verrätst du uns nicht deinen Namen?
- Heute schon die Le Monde gelesen? - Habe ich nicht.
Vor drei Nächten wurde im Park ein verstümmelter Körper gefunden.
Eingeschlagener Schädel. Stichartige Wunden an Hals, Brust und Schulterblatt.
- Wart ihr das? - Natürlich nicht.
Alle anderen lagen pünktlich in ihren Särgen.
Und wenn wir dich gehen lassen würden?
Und unser junges Mädchen hier geht bestimmt nicht in diesen Park, oder?
Was willst du?
Ihr hattet genug Zeit, ihn zu rekrutieren. Nichts ist passiert.
Er wird uns noch alle bloßstellen. Tut, was getan werden muss.
Ist das eine Forderung?
Der Coven wüsste gerne, was Ihr mit ihm zu tun gedenkt,
außer ihm die fünfte Reihe Mitte zu spendieren.
Und du sprichst für den Coven?
Nach der Zeremonie. Nachdem sie sich uns verschrieben hat.
Dann werde ich tun, was notwendig ist. Genügt das?
- Ihr tötetet meinen Schöpfer für weniger. - Genügt das?
Tut es, Maître. Bei allem Respekt.
Kein Schmerz.
- Kein Schmerz. - Kein Schmerz.
Puce! Puce! Puce!
Puce! Puce! Puce!
Deine erste Nacht im Rampenlicht.
- Wie fühlte es sich an? - Angekommen.
Komm. Ich hab hier was für dich.
Setz dich.
- Was ist das, Maître? - Ein Flohzirkus.
Als Erinnerung an deine bescheidenen Anfänge.
Willst du uns annehmen?
Ja, Maître.
Komm.
Die fünf Gesetze.
Lasst den Jüngsten die Jüngste einschwören.
Die Zeremonie ist nur für Mitglieder. Gehen wir spazieren?
"Die fünf Gesetze.
Gesetz Nummer eins. Jeder Coven hat einen Meister,
und nur er bestimmt, welchen Menschen die Dunkle Gabe zuteilwird."
- Wirst du es befolgen? - Werde ich.
"Nummer zwei.
Die Dunkle Gabe wird nie verschenkt an Krüppel, an Versehrte oder an Kinder."
- Ich verlasse Paris. - Wo willst du hin?
Ich dachte an London. Wenn das zu groß ist, vielleicht Dublin.
Das war dein Opfer im Park.
Ein Grund mehr, zu gehen.
"Kein Vampir darf die Geschichte der Vampire niederschreiben."
Du hast uns bloßgestellt.
Soll ich das dem Londoner Coven auch zumuten?
"Kein Vampir darf sein Wesen einem Menschen offenbaren und den danach am Leben lassen."
Du hast dich in der Kanzlei von Roget-Albert zu erkennen gegeben.
Sie machen Geschäfte mit Vampiren.
"Kein Vampir darf je einen anderen Vampir vernichten,
nur der Meister des Coven hat die Macht über Leben und Tod
in seiner Herde."
"Ich werde dir nicht weh tun." Das waren deine ersten Worte an mich.
"Mein Schöpfer war ein Vampir namens Bruce. Wer ist Lestat de Lioncourt?"
Deine ersten Worte an den Coven.
"Und es ist seine Verantwortung, den finalen Schlag der Vernichtung
gegen alle zu richten, die diese Gesetze brechen."
Wohin gehen wir?
Wir werden uns verlaufen und dann beim Fluss wieder auftauchen. Wie bei jeder Wanderung.
Wirst du das fünfte und letzte Gesetz befolgen?
Das werde ich.
Ein Floh, nicht mehr.
Schlag mir den Kopf ab, wenn es sein muss.
Ich weiß, was Feuer anrichtet. Ich will nicht so sterben müssen.
- Noch weitere Wünsche? - Kümmere dich um Claudia.
Sie braucht keinen Aufpasser.
Sie wird nicht lange bei uns sein.
- Was? - Sie war damals 14.
Ein pubertierendes junges Ding.
Doch ihr Geist, so scharf er sein mag, wird das nicht überstehen.
Er wird irgendwann zerbrechen.
Du kennst sie nicht.
Das muss ich nicht.
Ich hab schon alles gesehen.
Schon viel zu viel, Louis.
Überraschung!
Du dachtest doch nicht, wir lassen dich im Nassraum, oder?
- Du bist ein Star, Claudia. - Ein neues Stück, für dich und die Ladys..
"Mein Baby liebt Fenster."
- Ich spiel deine Gouvernante. - Und ich deine Mutter.
Und ich spiel das kleine Kind?
Du bist ihre kleine Birdie für die nächsten 50 Jahre.
- Ja! - Birdie! Birdie! Birdie!
Wie hat er es genannt?
Ein grausamer Garten.
Warum nur, Louis,
sind die mit der größten Macht oftmals die Schwächsten?
Bitte gib sie nicht auf. Sag ihr, dass sie schön ist.
Sag ihr das jeden Morgen.
Das ist mein Haus.
- Ach ja? - Du hast mich nach Hause gebracht.
Hat er dich gebrochen, Louis?
Bist du gebrochen?
Nein. Aber ich trage ihn in mir.
Ich weiß nicht, ob ich...
jemals...
Der Schmerz. Der...
Du wirst.
Ich tat es.
Du mit ihm?
Ist schon ein Jahrhundert her.
Gestern erst?
Was ist Zeit für einen Vampir?
Willst du mit raufkommen?
Heißt das, du lädst mich ein?
Kommt drauf an. Wirst du mich töten?
Übersetzung: Sonja Hofmann Iyuno
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