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(Stadtlärm, Autos hupen)
(Orientalische Musik im Hintergrund)
(Autoblinker ist zu hören)
(Nachrichten und Musik leise im Autoradio)
(spricht arabisch)
(TV-Sprecher) Unter den Flüchtlingen befinden sich viele Frauen und Kinder.
Tausende Familien warten auf die Öffnung der Grenzen,
so dass sie in die Nachbarländer können.
UNHCR hat...
(Partylärm und Gelächter im Hintergrund)
(Selma) Ms. Nagel.
(auf englisch) Stets zu Diensten.
(Dorothea) Wie mir diese Leute auf die Nerven gehen.
Ich wünschte, ein Junge vom Zirkus würde kommen und mich entführen.
Ist es dafür nicht ein bisschen spät?
Was ist das denn? - Wasser.
Wenn ich dann irgendwann sterbe, dann...
dann wird er mich begraben.
Dann wird er meinen Namen auf seine Brust tätowieren.
Und dann wird er neben meinem Grab heulen.
Heulen wie ein Präriehund.
Guten Morgen.
Du sprichst Deutsch?
Gestern haben wir Deutsch gesprochen.
Meine Mutter ist deutsch.
Ich erinnere mich auch nicht mehr genau.
Würde es dir was ausmachen jetzt zu gehen?
Frau Nagel?
Ist fesch.
Würde jetzt auch lieber beim Friseur sitzen.
(Bomben explodieren in der Ferne)
Meine Frisur gehört zu meiner Arbeit.
(Botschafter, englisch) Wo sollen wir die Mädchen herbekommen?
Die Flüchtlingslager sind leer.
(Dorothea, englisch) Nicht ganz leer.
Komplett leer. - Nein.
Nein, bald gibt es einen Waffenstillstand.
Dann werden die Grenzen geöffnet... - Botschafter.
Entschuldigen Sie mich.
(sprechen arabisch)
Kennen Sie sich? - Nein.
Machmoud Bashin, der Bürgermeister.
Und sein Cousin, Ashid.
Er kommt aus Stuttgart. Dorothea Nagel, aus Deutschland.
Sie macht PR und Funding für UNHCR.
Interessant.
(Ashid, deutsch) Hier. Für Sie.
(Botschafter) Geben Sie mir zehn Minuten? Ich komme dann nach.
(Bashin) Natürlich. Danke. Tschüss.
(Botschafter) Also, von wem stammt diese lächerliche Idee?
Ich fürchte, von mir.
Also gibt es keine echten Probleme?
Ich denke, das sind echte Probleme.
Sie wissen ja, dass Frauen in Vertreibungssituationen
bestimmten Risiken ausgesetzt sind.
Viele der Mädchen wurden schon Opfer von
Diskriminierung, sexueller Gewalt...
Wenn man ihnen ermöglicht, zu studieren,
dann können diese Frauen ein unabhängiges Leben führen.
Diese jungen Frauen könnten dabei helfen, ihr Heimatland wieder aufzubauen.
(Kellner) Monsieur, bitte sehr. - Danke.
Mein Sohn ist im Moment hier.
Er versucht ein Geschäft aufzubauen.
Er hat Startschwierigkeiten.
Nun, wenn ich behilflich sein kann...
(französisch) Jean-Jacques Baudier?
Dorothea Nagel, UNHCR.
Ah, die Universität in London.
Tut mir leid, dass ich nicht früher geantwortet habe.
Leider haben wir im Moment ein ähnliches Projekt,
das noch nicht abgeschlossen ist.
Aber das freut mich zu hören!
So können noch mehr Mädchen studieren.
Es ist ein Projekt zugunsten Behinderter.
Und sind darunter keine Mädchen?
Wie war gleich Ihr Name?
Dorothea Nagel.
Gut, Frau Nagel. Ich sehe zu, was ich für Sie und Ihre Mädchen tun kann.
Das wäre großartig. Vielen Dank. Auf Wiedersehen.
(Sirenengeheul in der Ferne)
(Maschinengewehrfeuer draußen)
(Nachrichtensprecherin) Die UN hat einen Waffenstillstand ausgehandelt.
Die Grenzen werden für 24 Stunden geöffnet werden,
damit Flüchtlinge sichere Nachbarländer erreichen können.
(Lagerleiterin, französisch) Frau Nagel?
Guten Tag, Frau Salamih. - Wie geht es Ihnen?
Leider habe ich keine guten Neuigkeiten.
Es gibt keine Mädchen für den Wettbewerb. - Warum nicht?
Trotz des Waffenstillstands kommen kaum Flüchtlinge.
Der Weg zur Grenze ist zu gefährlich.
Die Menschen bleiben solange sie können zuhause bei ihren Familien.
Verstehe.
Es gibt eine Möglichkeit.
(Lagerleiterin) Die Voraussetzungen für ein Stipendium erfüllt sie nicht.
Sie wird erst in einem Jahr das Abitur machen.
Aber es wäre eine tolle Möglichkeit für dieses begabte Mädchen.
Ihr Englisch ist sehr gut.
Hier sind ihre Zeugnisse, ein Lebenslauf und ein Foto.
Sie heißt Sukaina Hamdan.
Ich habe noch keine Frau gesehen, die so viel trinken kann.
Was arbeitest du?
Funds and PR-Officer. Entwicklungshilfe.
Und du?
Ich verkaufe Blut.
Und weißt du was die machen, aus dem Blut?
Plasma. Für Anti-Aging-Cremes.
Du kannst nicht dein Leben lang Blut verkaufen.
Ich kann ganz gut Gitarre spielen.
(französisch) Bitte sehr, Madame. - Danke.
Guten Appetit.
Jetzt sind die beiden in der Disco.
Vielleicht brauchst du Ritalin?
Hast du schon mal Ritalin genommen?
Nein.
Lithium?
Nein.
Deine Mutter ist Deutsche?
Meine Mutter ist eine deutsche katholische Krankenschwester.
Und im Lager hat sie sich den schönsten Mann gesucht.
Das war mein Vater.
Ich muss leider los.
Du kannst hierbleiben, wenn du magst.
(Leute singen auf der Bühne)
(Dorothea) Wenn ich da jetzt mitsinge, ist mein Projekt durchfinanziert.
(Salma) Aber nur, wenn du dabei strippst.
(Salma johlt)
(Salma johlt)
(Dorothea singt mit)
(Dorothea betritt das Zimmer)
Guten Morgen. - Soll ich für dich steppen?
Steppen?
Tapdance.
Ich hatte als Kind mal Steppunterricht.
Schnell, großzügig, lässig. Nicht so piefig, Frau Engelsbourgh.
Es geht um 60.000 Euro Cashflow.
Ich gehe jetzt nicht zurück nach Deutschland.
Ich mache diesen Beruf nicht ehrenamtlich.
Ich hab Projekte abgesagt.
Das erste Mädchen fährt in fünf Tagen los.
(Dorothea) Du musst mir sagen, wenn es dir nicht gefällt.
(Dorothea im TV, englisch) Die Westminster School of Economics freut sich,
die erste Stipendiatin dieses ambitionierten Programms zu begrüßen.
Meine Eltern haben geweint. Sie waren sprachlos.
Jetzt weiß ich, dass ich studieren und viele Möglichkeiten haben werde.
Dorothea Nagel, Funding und PR-Officer für UNHCR,
rechnet mit einer großen Zahl von Frauen und Kindern unter den Flüchtlingen.
Sie hat ein Stipendiaten-Programm ins Leben gerufen,
das jungen Frauen ermöglichen soll zu studieren.
Du riechst gut.
Kann ich auch 'ne Zigarette haben?
Die erste glückliche Stipendiatin, die 18-jährige Sukaina Hamdan,
wird noch heute Abend nach London fliegen.
(Alec) Habt ihr sie wegen ihrer Schönheit genommen?
(Dorothea) Dass sie gut aussieht, das schadet dem Fundraising nicht.
(Handy vibriert)
(Dorothea) Oh scheiße, England.
Der Sohn vom britischen Botschafter.
Den hab ich ganz vergessen.
Bis nachher.
(Dorothea am Telefon) Ralph.
Ja, ich habe Ihrem Vater versprochen, Sie einigen Leuten vorzustellen.
(Tür öffnet sich)
(Dorothea) Die Bars haben alle zu!
Wir machen 'ne Zimmerparty!
Ich hab keine Lust auf Party.
Ich auch nicht. Aber ich muss.
Das ist mein Job.
Gut riechst du.
(rockige Gitarrenmusik)
Zum Krankenhaus ist es nicht weit.
Ich glaube nicht, dass das der richtige Mann für dich ist.
Oh, ich finde er ist perfekt!
Hallo.
Hey, hier.
(Soldat) Alles in Ordnung?
Warum kommt ihr nicht rauf?
Was wollen Sie?
Ich suche jemanden zum Krieg führen.
(Soldat) Sie möchten Krieg führen?
(Dorothea) Ja.
(Soldat) Kommen Sie runter, wir können kämpfen.
Nur einen Meter!
Sonst bekommen wir Ärger.
(Dorothea) Okay.
(Panzer springt an)
Die Party ist vorbei.
Bin gleich wieder da.
So ist es gut.
So ist alles gut.
Ich mach dir jetzt ein Kind.
Warte mal.
(singt englisch) Ich bin an deiner Seite.
Ich bin an deiner Seite.
Ich bin an deiner Seite.
Lass mich in dich.
Du machst mich so wunderbar.
Ich bin an deiner Seite.
Du bist meine Liebe.
Du bist meine Liebe.
Der kratzt.
Ich glaube, der Rock ist verkehrt rum.
Die Taschen gehören nach vorne.
Diese Sachen sind nicht umtauschbar.
Kein Problem.
(Aurelie, englisch) Ich habe nichts gefunden.
Soll ich Ihnen etwas leihen?
Sie sind viel größer als ich. Ich bin zu klein.
Das hat auch sein Gutes. - Wirklich?
Ja, Sie entsprechen der arabischen Bettengröße.
Seien Sie stolz auf Ihre Größe! Haben Sie eine Schere?
Ja. - Vielen Dank.
Vorsichtig mit dem Stoff.
Sind Sie deutsch?
Ja.
Dorothea Nagel.
Ich bin Ihr Head Quarter. Aurelie Engelsborgh, UNHCR.
Wir haben telefoniert.
Und das ist der junge Mann, der bei Ihnen wohnt?
Ja, das Hotel wollte ihn uns in Rechnung stellen.
Das Hotel hat im Büro des Second Commissioners angerufen
und gefragt, wer die zusätzlichen Kosten übernehmen wird.
Das ist Alec und er spricht Deutsch.
Das ist ja toll.
Meine Mutter ist Deutsche.
Das passt ja.
Meine Suite dürfte dann fertig sein.
Ich bin Dorothea Nagel und ich würde gerne die zusätzlichen Kosten
für einen zusätzlichen Gast in 433 begleichen.
Natürlich, einen Moment bitte.
Ihr Mitbewohner darf gerne dieses Formular ausfüllen.
Sollte es weitere Probleme mit meinem Privatleben geben,
kontaktieren Sie bitte mich, und nicht meinen Arbeitgeber.
Entschuldigen Sie mich.
Wie bitte?
(TV läuft)
Kannst du das bitte ausmachen?
Brauchst du Schnaps?
Sukaina Hamdan ist verschwunden. - Wer?
Das Mädchen aus dem Lager.
Zwischenstopp auf dem Pariser Flughafen.
Am Flughafen verschwunden?
Ja. Seit 20 Stunden.
Ausgerufen. Sicherheitsdienst ist informiert.
Soll ich jemanden erschießen?
Ich würde für dich töten.
Aber keine Kinder.
Wir müssen über den Stand der Dinge kommunizieren.
Ich komm gleich runter in die Bar, ok? - Nein. Jetzt sofort.
Wollen Sie 'nen Tee vielleicht?
Ich hab's noch nicht erlebt, dass das Head Quarter nicht im Head Quarter bleibt.
Zeiten ändern sich, Frau Nagel.
Was ist mit diesem Mädchen, das am Pariser Flughafen verschwunden ist?
Charles de Gaulle Airport.
Ich mein, da verläuft sich jeder. Das ist der Vorhof zur Hölle.
Kennen Sie den Flughafen?
Du auch Tee?
So, hier machen wir es uns jetzt gemütlich. Bitte sehr.
Zucker? - Nein.
Das Beste, was wir jetzt tun können, ist die Botschafter
so lange bei Laune zu halten, bis wir das Mädchen gefunden haben.
(Gefechtslärm draußen in der Ferne)
Ich gehe in die Sauna.
Für dieses Mädchen tragen Sie die Verantwortung.
Alles klar.
Wie sorgfältig haben Sie das Mädchen ausgesucht?
Gab es einen seriösen Wettbewerb?
Sie sind eingeladen, die Papiere zu prüfen, wenn Sie Zweifel haben.
Gut.
Dann werde ich das tun.
Und danach werd ich entscheiden, ob ich Ihren Vertrag verlängern kann.
Kein Problem.
(Granateneinschlag in der Nähe)
Alles in Ordnung?
Hier.
Wollen Sie vielleicht Musik hören?
Ich könnte Ihnen was vorlesen?
Ich hab die Erfahrung gemacht,
dass in solchen Situationen jegliche Form von Körperpflege helfen kann.
Soll ich Ihnen die Nägel maniküren?
Oh Gott.
Ich habe 'ne Idee.
Schnaps.
Meinen Sie, das hilft?
Ich weiß es.
Einen.
Sie werden sehen, das hilft.
Sind Sie verheiratet?
Ja.
Kinder?
Ja, zwei. Zwei Mädchen. Vier und fünf Jahre.
Wie schön.
Ich hatte auch mal eins, aber nur einmal die Woche. Meine Patchwork-Episode.
Da ist bestimmt viel bei Ihnen los.
Den ganzen Tag Krach.
Ich glaube, ich habe sie zu antiautoritär erzogen.
Das ist bestimmt nicht das Blödeste.
Wie man es macht, ist es falsch.
Aber besser so als umgekehrt.
Haustiere?
(Naher Granateinschlag)
Die Stärke der Detonation. Das passiert manchmal.
(Naher Granateinschlag, Fenster bersten)
(Dorothea) Hier sind wir sicher.
Hallo, Frau Salamih, Dorothea Nagel. Ich mache mir große Sorgen.
Ja, natürlich über Sukaina.
Haben Sie irgendwelche Neuigkeiten?
Haben Sie eine Idee, was passiert sein könnte?
Letztlich haben Sie sie mir empfohlen.
Wie bitte?
Was für ein Koffer?
Nein, schicken Sie ihn zu mir. Ich will ihn haben. Danke. Tschüs.
(es klopft)
(Hotelmanager) Frau Nagel. Entschuldigen Sie bitte die Störung.
Es gibt einige Beschwerden bezüglich Ihrer nächtlichen Zusammenkünfte.
Der Room Service weigert sich, Ihre Suite zu reinigen.
Bitte entschuldigen Sie mich bei den Mädels.
Sie können mit einem satten Trinkgeld rechnen.
Ich fürchte, wir müssen Sie um Erstattung der zerstörten Möbel bitten.
Soll ich das gesamte Hotel renovieren?
Wir akzeptieren VISA und American Express.
Hier.
Das ist mir peinlich.
Ich spreche mit der Bank und melde mich dann bei Ihnen.
Die Hausregel besagt, dass Erstattungen umgehend erfolgen müssen.
Ich muss Sie um etwas Kulanz bitten.
Es tut mir leid. Wenn Sie nicht bezahlen können,
müssen wir Sie darum bitten, Ihre Suite zu verlassen.
Madame? Ich bitte Sie...
Arbeitest du heute?
Keine Ahnung. Mal sehen.
Kommst du mit? Ist was Schönes.
Geh ruhig.
(Dorothea) Hier ist er. - Hey, Aleco, wieder nüchtern?
Begrüßt unseren Helden, ihr Desperados. Setz dich.
(Ralph) Wo ist deine Gitarre?
(Dorothea) Möchtest du eine Margarita?
Noch eine.
(Ralph) Ich will dir etwas erklären.
Bill Monroe hier hat eine amerikanische Beratungsagentur,
die von der EU finanziert wird.
Zusammen bieten wir Privatisierungs-Kurse für Flüchtlinge aus Diktaturen an.
Durch Workshops können Sie gewerkschaftliches Recht anwenden.
Es ist so einfach wie lustig:
Einer spielt den Arbeitgeber,
der andere den Arbeitnehmer.
Die Situation ist einigermaßen lächerlich:
Wegen der geringen Flüchtlingszahl haben wir nur einen Teilnehmer.
Omar.
Lastwagenfahrer.
Wie wär's mit einem schnellen und einfachen Job, Alec?
Sei Omars Spielpartner.
Du würdest mir den Hintern retten.
(Alec) Ich möchte nicht freundlich sein zu jemandem,
nur weil es der Sohn eines britischen Botschafters ist.
Was willst du damit sagen?
Immerhin lebst du hier ganz gut von meinem Job, oder?
Was? Das bisschen, das ich hier mittrinke und mitesse? Ich kann dir alles bezahlen.
Ich kann auch für das Zimmer zahlen. - Wovon?
Ich such mir 'ne Arbeit.
Na los. Dann such dir eine!
Findest du eigentlich, ich bin dumm?
Was?
Ich glaube, ich kann dich mir nicht mehr leisten.
(Tür wird geschlossen)
(Arabischer Gesang draußen)
(es klingelt an der Tür)
(Page) Guten Tag, Madame. Hier ist ein Koffer für Sie.
(Dorothea) Das ist arabisch. Was steht da?
(Page) Da steht: Sukaina Hamdan.
(Dorothea) Sie können ihn dort abstellen.
(Page) Ja, natürlich.
Vielen Dank, Madame.
(es klopft an der Tür)
Tsunami.
Jetzt haben wir 'nen Hotspot.
Meine Güte.
Es gibt Neuigkeiten.
Eine Dutyfree-Verkäuferin hat Sukaina gesehen, am Pariser Flughafen.
In Begleitung eines Mannes. - Was für ein Mann?
Er hat Zigaretten gekauft.
Sie ist jetzt seit vier Tagen weg.
Barbara!
(Italienisch) Ich habe Schwierigkeiten mit Hubschraubern.
Wann endet diese alberne Ausgangssperre?
(Italienisch) Bald, glaube ich.
Es klappt. Ich kann bleiben.
Also singst du für uns?
Wenn du meine Versuche so nennen willst...
Endlich eine gute Nachricht.
Wunderbar.
(englisch) Darf ich kurz um Ihre Aufmerksamkeit bitten?
Ich habe das Vergnügen, Ihnen mitzuteilen,
dass Barbara Bouchet auf dem Gala-Dinner für uns singen wird.
(Italienisch) Danke.
Weißt du, in Algerien haben sie etwas total Niedliches gemacht.
Die Kinder, für die das Geld gesammelt wurde,
haben den Gästen eingeschenkt.
Ist das nicht eine tolle Idee?
Eines Tages möchte ich mir eines dieser Kinder schnappen
und es fragen, was es wirklich will.
Möchtest du etwas von der Bar?
Habt ihr alle etwas zu trinken? - Oh, deine Mama ist da.
Ich weiß nie, wann ich genug habe.
Ich hatte noch nicht genug.
Ich könnte noch etwas vertragen.
Genieß die Party.
Also...
Fütter mich.
Gib mir was zu trinken.
Ich hab meiner Mutter von dir erzählt.
Ich hab meiner Mutter erzählt, dass du 46 bist,
und dass ich dich liebe, und dass wir versuchen, ein Kind zu bekommen.
Wie hat deine Mutter reagiert?
Sie hat geweint.
Sie hatte vor 20 Jahren eine Affäre mit einem Priester.
Und deswegen glaubt sie, dass Gott sie bestrafen will.
Ich bin eine Strafe Gottes, ja?
(Barbara) Dorothea?
Es tut mir leid,
aber ich muss mich zurückziehen. Ich fühle mich nicht gut.
Nimmst du das mit rein?
Gute Besserung!
Ich hab's angenommen.
Was?
Den Job!
(Alec) Ich freu mich schon auf Omar.
Omar, der Lastwagenfahrer.
Ich seh euren Namen gar nicht auf der Liste?
Genau. Die Frage ist doch nur, ob ihr auch kommt?
Ja, ja. Die kommen auch alle.
Ach. Du, das ist schön. Dann sieht man sich endlich wieder.
Vier Personen?
Das Programm ist jugendfrei.
Ich freu mich auf euch.
Du, das wird ganz gemütlich. Ihr könnt genauso gut im Schlafrock kommen.
Ich kann es kaum erwarten. Bis dann, ciao.
Hast du die Gitarre verloren?
Einem Freund geliehen.
Du kannst deine Freunde auch gerne mit hierher bringen.
Ich glaub, meine Freunde würden dir nicht gefallen.
(französisch) Hallo Frau Salamih. Dorothea Nagel hier.
Ich hoffe, sie haben gute Neuigkeiten für mich.
Okay.
Es fällt mir nicht leicht diese Frage zu stellen,
aber haben Sie noch andere Mädchen mit Hochschulreife gefunden?
Nein, keine Kinder.
Die Mädchen müssen mindestens 18 Jahre alt sein.
Ja.
Natürlich. Ich verstehe.
Danke. Auf Wiedersehen.
Möchtest du? - Nein.
(Alec) Party! Party!
(Gefechtslärm draußen)
Samir Ghostine. - Hallo.
Dorothea Nagel.
Wohnen Sie hier?
Ja, aber ich habe in Paris studiert.
Was haben Sie studiert?
Entwicklungs- und Humanitäre Hilfe.
Momentan bin ich aber arbeitslos.
Ich habe Fundraising-Kurse besucht.
Da lernt man, wie man sich mit potenten Geldgebern trifft
und wie man zu ihren Dinnerpartys eingeladen wird.
Diese Kurse kenne ich.
Geht es euch gut?
Ja.
Hat jemand einen Schein?
Alles klar? - Ja, klar.
Ist der Platz in London eigentlich noch frei?
Wieso?
Samir würde gerne noch mal studieren.
Wenn er ein Mädchen wär...
Ich glaube, es würde ihm gut tun.
(englisch) Komm zurück.
Soll ich dich beruhigen?
(deutsch) Weißt du, dass du dich irrsinnig verändert hast seit wir uns kennen?
Ja?
Du bist irgendwie...
Du bist erwachsener. Nein.
Nein, nein, du bist, du bist erwachsen geworden, weißt du das?
Ich hab auch das Gefühl, dass ich mich besser kenne als vorher.
(französisch) Sprecht Englisch.
Schließt mich nicht aus.
(deutsch) Ich weiß nicht, ob ich je erwachsen werden kann, ob ich das kann.
Englisch! Englisch!
(englisch) Ich weiß nicht, ob ich je erwachsen werde.
Ich weiß noch nicht mal, ob ich erwachsen werden will.
Willst du erwachsen werden?
Ich weiß nicht, ich weiß nicht...
Kennst du GHB? - Was?
Flüssiges Ecstasy?
Die Dame.
Oh Gott, oder?
Sukaina.
(Dorothea, deutsch) Sukainas Koffer.
Ich dachte, vielleicht ist da irgendwas drin.
Ein Tagebuch oder so und ich weiß wo sie ist.
(Alec) Hast du gar keine Scham? - Was?
Gar keine Scham?
Zieh das aus. Komm, zieh das aus.
Zieh du es mir aus. - Zieh es mir aus.
Lass mich dich tragen wie eine Blume.
Wie einen Kartoffelsack. - Ich bin kein Kartoffelsack.
Ein süßes Paar. Wie habt ihr euch kennengelernt?
(Alec) Sie hat mich wie eine Blume gepflückt.
Sie ist eine Heilige.
Ohne ihre Arbeit würden Menschen verhungern.
Die heilige Dorothea.
Die heilige Dorothea.
(Alec, deutsch) Ich will, dass du mich jetzt stillst.
Was?
(englisch) Still mich.
Still mich.
(Samir) Muss eine Frau nicht schwanger sein, um stillen zu können?
Für das Thema brauche ich mehr GBH.
Es heißt GHB.
Es gibt Pflegemütter, die niemals schwanger waren.
Kennst du Kühe?
Sogar Kühe müssen schwanger sein, um Milch zu geben.
In Mexiko.
In Mexiko gibt es sogar Männer, die stillen.
Und die arbeiten als Pflegemütter.
Klar.
(Telefon klingelt)
(Samir) Ich geh kurz duschen, ok?
Ich muss los.
Zu dem komischen Job.
Als Anspielpartner.
Kannst du mir Geld leihen für den Bus?
Stört dich der?
(Aurelie) Hallo Alec. - Hallo.
Tut mir leid, dass ich hier so eindringe, aber
du beantwortest weder Telefon noch E-Mails.
Das ist sie doch, oder?
Zu deiner Information.
Der Second Commissioner hat sich entschieden, das Projekt abzusagen.
Ich bin gerade dabei das ganze abzuwickeln.
Und das hier sind die Materialien zur Evaluierung.
Wir müssen die Regularien ändern.
Was für Regularien?
Wir müssen auch männliche Kandidaten zulassen.
Du solltest mit 'nem Psychologen reden.
Deine Alkoholeskapaden sind Gesprächsthema.
Die größten Spenden akquiriere ich im Delirium.
Ich ruf das...
Meine Güte.
Dann sag ich das Galadinner jetzt ab.
Was?
Ich kündige hiermit und sage das Dinner ab.
Ich habe das Dinner organisiert und ich habe keine Lust es abzuhalten,
wenn ich danach pleite und arbeitslos bin.
Wie willst du das machen?
Das lass meine Sorge sein.
Ich lass mich nicht erpressen.
Du kannst die Regeln nicht einfach verändern.-Aber du!
Es kostet dich 'n paar Anrufe.
Es ist auch für dich ein Problem, wenn dieses Projekt abgeblasen wird.
Ist wohl besser, wenn ich jetzt gehe.
Du hast doch keine Ahnung. Mit deinem blöden Evaluierungs-Ordner.
Da steht doch nur Scheiße drin.
Ich kann mit diesen Papieren machen, was ich will.
Hier arbeiten alle zusammen, ja? Seit Jahren. Seit Jahrzehnten.
Das sind gewachsene Strukturen. Die kann man nicht einfach ändern.
Wie redest du eigentlich mit mir?
Oh Mann, mir liegt was daran, dass diese Mädchen studieren.
Und wenn die Mädchen nicht da sind,
dann studiert halt solange ein Junge, bis die kommen. Und sie werden kommen.
Verstehst du, in diesem Job, das ist wie an der Börse, da muss man pokern.
Du kannst mich nicht zwingen.
Und wenn du die Papiere fälschst, dann wird das Konsequenzen haben.
Sag mal, bist du wirklich so naiv?
Oder hast du 'n Problem mit mir? Mit mir persönlich vielleicht?
Ja, so wie du dich hier verhältst, hab ich ein Problem mit dir.
(Gefechtslärm draußen)
Ich sage das Dinner jetzt ab.
Hi.
(es klopft an der Tür)
Ja?
(Aurelie) Ich will's versuchen, aber versprechen kann ich nichts.
Für den Fall, dass ich was erreiche: Hast du überhaupt einen männlichen Kandidaten?
Natürlich.
(englisch) Was hast du heute Abend vor?
Was ist das?
Zum Runterkommen.
(Tür öffnet sich)
Das ging aber schnell.
(Alec) Es gibt nur den einen Teilnehmer.
Samir hat mir 'ne Pille gegeben.
Ich hab das Gefühl, ich löse mich auf.
Was für 'ne Pille?
Zum Runterkommen?
Samir spinnt.
Für das Zimmer.
(es klingelt)
(französisch) Ja? - Hühnersuppe.
Das Hotelpersonal streikt wegen der Bombendrohungen.
Hast du Hunger?
Vielen Dank.
Omar möchte lieber Arbeitgeber sein, nicht Arbeitnehmer.
Er hat mich zum Essen eingeladen.
Ins Lager. Zu seiner Familie.
Soll ich mitkommen?
Warum?
Du hast deiner Mutter von mir erzählt.
Ja?
Gesellschaftlich gehören wir zusammen.
Das ist beruflich.
Samir kann das Stipendium antreten.
(englisch) Guten Tag.
Könnten Sie...?
Danke.
Hier ist eine, die über alle Hotspots der Welt Bescheid weiß.
Frau Nagel, was erwarten Sie sich von dem Event heute Abend?
Ich freue mich außerordentlich auf das Dinner heute Abend.
Unter den Gästen wird sogar eine Königin sein.
Und alle sind für einen guten Zweck hier?
Ja.
Das meiste Geld wurde schon vor dem Event gespendet.
Wir haben über zwei Wochen an der Sitzordnung gearbeitet.
Viele Gäste sind dazu bereit, eine große Summe zu bezahlen...
Um... Um neben jemand Bestimmtem zu sitzen.
Ist das nicht zu kurz?
Zum Beispiel...
...zahlte ein Mitglied eines Kulturverbandes
aus dem arabischen Raum 40.000 Pfund,
um neben der Königin sitzen zu dürfen.
Aber das ist natürlich unmöglich. Dort muss schon...
...ein Lord oder jemand Vergleichbares sitzen.
(Ärztin, französisch) Guten Abend, Madame.
Das hilft Ihnen mit der Übelkeit.
Ich rate Ihnen zu einer Burn-out Prävention.
Eine Pause. Gehen Sie eine Weile nach Deutschland.
Dort gibt es doch jemanden, der sich um Sie kümmert, oder?
Haben Sie etwas genommen, bevor es Ihnen so schlecht ging?
Nein?
Kokain. Oder...
Ich hoffe, es war Kokain.
Und GBH. GHB.
War das das erste Mal?
Nein, aber das letzte.
Das rate ich Ihnen auch.
Denn...
erstens macht es Sie nicht gesünder.
Zweitens werden Sie auf lange Sicht abhängig.
Und drittens löst es keine Probleme.
Besser?
Und das Dinner?
Schaffst du das?
Möchtest du dich nicht lieber ausruhen?
Ich bin hart im Nehmen.
Ich bräucht vielleicht 'nen Schnaps oder so.
Nimm das Geld wieder mit. Ich brauch's nicht.
Die haben die Sicherheitsstufe erhöht wegen der Bombendrohung.
Ich krieg Gefahrenzulage.
Du meine Güte! Ihr seid ja jetzt schon betrunken.
(englisch) Da sind Sie ja.
Das ist gut. Das macht Spaß.
Ihre Idee.
"Adoptieren Sie ein Projekt."
"Vorspeise: Frauenrechte. Hauptgang: Psychologische Betreuung"
"Dessert: Schulmaterial"
Ich denke, die korrekte Zahl lautet 1-5-0-0
in dem Kästchen neben "Psychologischer Betreuung".
Danke. - Das ist mein Beitrag.
Entschuldigen Sie mich. Ich werde verlangt.
Es gibt schlechte Nachrichten.
Barbara ist heiser und weigert sich zu singen.
Ich hab Halsweh. Ich kann wirklich nicht singen. Tut mir leid.
Kannst du noch?
Das Essen kommt nicht.
Die Lastwägen mit der Lieferung wurden von Rebellen entführt.
(Dorothea) Ein Glück, dass der Wein nicht dabei ist.
Guten Abend, meine Damen und Herren.
Ich wurde gebeten, ein paar Worte zu sagen.
Aber keine Sorge, ich werde nicht singen.
Wir sind unter uns, wir können ruhig ehrlich sein.
Ich möchte Sie über die heutigen Spenden informieren,
die sehr eindrucksvoll sind.
Frau Vittoria Morensi: 2.500.
Sir Timothy Headley: 2.500.
Frau Annabella Thoroughgood: 1.000.
Und Herr Frederic Beaumarché: 4.000.
Wirklich großartig. Vielen Dank an Sie alle.
Und jetzt würde ich Ihnen gerne jemand ganz Besonderen vorstellen.
Ich stelle Ihnen einen jungen Flüchtling vor,
der noch heute nach London aufbrechen wird,
um sein Studium an der Westminster School of Economics aufzunehmen.
Alle Unkosten bezahlt-von Ihnen.
Meine Damen und Herren, Alec Khalil.
(Alec) Ich bin aufgeregt.
Zuerst möchte ich Ihnen allen für Ihre große Hilfe danken.
Ich war ein Flüchtling, ein "Opfer".
Ich habe in einer Diktatur gelebt.
Jetzt gehe ich nach Europa und lerne, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Ich möchte die fantastische Barbara Bouchet auf die Bühne bitten,
um den Scheck zu überreichen.
Herzlichen Glückwunsch. Genießen Sie Ihr neues Leben!
Vielen Dank.
Man darf hier nicht rauchen.
Kinder kommen über dich?
Aber man hätte sie Barbara nicht zeigen dürfen.
Jetzt möchte sie das kleine Mädchen dahinten adoptieren.
Wasser?
Samir hat es verplant.
Er wollte Eindruck auf ein Mädchen machen.
Und dann hat er im Rausch eine Ampel ausgerissen.
Lachst du mich aus, weil ich studieren möchte?
Hey, Frau Nagel.
(Autokorso hupt auf der Straße)
Es gibt gute Nachrichten.
Grenzen sind offen, der Krieg ist vorbei.
Es gibt endlich Arbeit!
Hier bist du!
Ich gratulier dir. Die Grenzen sind offen, Flüchtlinge kommen. Du kannst loslegen.
Ich werd deinen Vertrag verlängern und dich für ein Folge-Projekt empfehlen.
Ist 'ne große Sache.
Kannst es dir ja überlegen.
Okay.
Okay, ich mache es.
Aber ich will das doppelte Gehalt.
Ich will einen unbefristeten Vertrag.
Und ich will ab sofort ein Jahr bezahlten Urlaub.
Das wär alles?
Und wenn ich irgendwann sterbe,
dann will ich ein Mausoleum.
Ich will ein Pharaonengrab.
Ich will nicht vergessen werden.
Jeder ist austauschbar.
Auch ich.
Könnt ihr noch jemanden brauchen?
(Filmmusik, Popsong)
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