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Original subtitles

Probieren Sie ruhig irgendeine.

Was meinen Sie?

Es ist köstlich.

Sind Sie als Vertreter der Kommission für Gefängniskostkontrolle zufrieden?

Absolut.

Ich dagegen bin nicht sehr erfreut über die Tumulte von neulich.

- Was sollten diese politischen Gesänge? - Nehmen Sie das nicht so ernst.

Es ist Sommer und die Hitze schlägt etwas aufs Gemüt.

- Ich müsste strenge Strafen verhängen. - Seien Sie nachsichtig.

Politik ist für mich ein rotes Tuch.

Alle sehen Sie als Vater an. Vergeben Sie ihnen.

- Vergebung ist ein Beweis für Autorität. - Finden Sie?

Ist es vielleicht nicht so, Herr Rosa, dass Ihnen sehr daran gelegen ist, zu zeigen...

... dass wenn Sie sich für etwas einsetzen, ich meine Zustimmung erteile?

Freunde!

Freunde, morgen ist Nationalfeiertag.

Der ein oder andere von euch hat sich zuletzt nicht sehr gut benommen, nicht wahr?

Doch die Direktion möchte euch Vertrauen und Wohlwollen entgegenbringen...

... und lässt euch trotzdem das Geschenk...

... der gemeinnützigen Gesellschaft für Gefangenenunterstützung zukommen.

Also, guten Appetit und euch allen ein schönes Fest!

Und denkt an eure Familien.

Fangen Sie an, die Tüten zu verteilen. Und schalten Sie die Musik ein.

Verteilt sie.

Verflixt, ich hab mir meine Krawatte dreckig gemacht.

- Gehen Sie zurück in Ihre Zelle. - Na los.

Aber klar doch, keine Sorge, ich geh ja schon.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Sämtliche Ereignisse und Personen sind frei erfunden...

... und jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen und realen Ereignissen sind rein zufällig.

Vor allem aber sollten Sie sich innerlich nicht gegen das Schicksal auflehnen.

Finden Sie sich, auch wenn es schwer fällt...

... mit der Tatsache ab, dass Sie 30 Jahre Gefängnis abbüßen müssen.

Bei guter Führung könnten Sie eventuell früher entlassen werden.

Und egal, was gesagt wird, ich kann Ihnen versichern...

... dass die italienischen Gefängnisse zu den besten gehören.

Und wissen Sie, woran das hauptsächlich liegt?

An dem Sinn für Menschlichkeit der Gefängniswärter...

... denen wir beibringen...

Was ist denn los? Geht es Ihnen nicht gut? Setzen Sie sich, Ponzi. Setzen Sie sich.

Bitte.

Entschuldigen Sie, aber mein Name ist Vanzi.

Ja, sicher, Vanzi... Architekt.

- Sprechen Sie die Namen gefälligst richtig aus! - Ja, Herr Direktor.

Ich hab ein wenig ein Auge dafür.

Und Sie kamen mir nicht wie ein blutrünstiger Mörder vor.

Verzeihen Sie die Verwechslung. Sie warten also noch auf Ihr Verfahren.

Bis zur Unterredung mit dem Richter müssen Sie in Einzelhaft bleiben.

Begleiten Sie ihn in seine Zelle und lassen Sie unverzüglich diesen Ponzi eintreten.

Ponzi, ja?

- Ponzi! - Geh schon.

Ich hatte "Vanzi" und nicht "Ponzi" gesagt. Er hat das falsch verstanden. Gehen wir.

Rein da.

Um die Notdurft zu verrichten.

Im Namen des italienischen Volkes!

Hast du etwa nicht schlafen können?

Da kann man nichts machen. Es ist wie in der Hochzeitsnacht.

- Willst du eine rauchen, Architekt? - Danke.

Wenn du aus der Einzelhaft kommst, werde ich die Einkäufe für dich tätigen.

Du hast ja sicher Geld. Geld kann wahre Wunder bewirken.

Ich komme bald wieder raus. Ich bin irrtümlich hier.

Das sind wir alle. Entweder das Gericht oder wir selbst haben Fehler gemacht.

- Magst du einen Kaffee? - Was machst du eigentlich hier?

Ich bring den Müll raus und mach die Kübel sauber.

Für 6.000 Lire im Monat.

- Hast du ihn benutzt? - Nein, ich kann nicht.

Ich schau mal, dass ich dich vor dem Essen zur Toilette bringe.

Ein paar Zigaretten für den Aufseher schieß ich dir vor.

Und wegen den Wanzen: Schütte etwas Wasser ans Fußende des Betts.

Guten Tag. Hier ist das nationale Radioprogramm.

Heute ist Samstag, der 5. Juni, der Namenstag des Heiligen Bonifatius.

Wir wünschen all denjenigen, die Bonifatius heißen, alles Gute.

Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.

Der Leib Christi.

Der Leib Christi.

Der Leib Christi.

Du siehst aus wie ein Irrer.

Auf geht's.

Was ist jetzt los?

Da bekommt jemand eine Abreibung, damit man die Schreie nicht hört...

Sie sind fertig.

Was machst du bei einem Einzelinhaftierten?

- Ihr habt mich doch hier eingesperrt! - Komm raus.

Wann kommt der Richter?

Ich weiß es nicht.

Ja, ich war auf dieser Straße unterwegs, aber ich habe den Mann nicht überfahren.

Es gibt aber einen Zeugen, der Ihr Kennzeichen notiert hat.

Der Zeuge wird das Auto meines Mandanten mit dem Wagen verwechselt haben...

... der den Betrunkenen wirklich überfahren hat.

Es steht noch gar nicht fest, ob er wirklich betrunken war.

Außerdem lief er über einen Zebrastreifen, und Autofahrer müssen da generell anhalten.

Würden Sie mir erklären, was mit Ihrem rechten Kotflügel passiert ist?

Soweit ich weiß, haben Sie Ihren Wagen tags darauf in die Werkstatt gebracht.

Ich nutze meinen Wagen beruflich, da ist es normal, dass man ihn instand hält.

Und wie ich bereits sagte, habe ich die Delle im Kotflügel auf dem Parkplatz entdeckt.

Es war ein unbewachter Parkplatz, darum kann niemand Ihre Aussage bestätigen.

Darüber hinaus gibt es einen Zeugen, der sich sicher ist...

... gesehen zu haben, wie Ihr Wagen direkt nach dem Unfall stehen blieb...

... um dann fluchtartig davon zu fahren... Das ist ein schwerwiegendes Vergehen.

Das heißt, Sie wollen mich anklagen wegen unterlassener Hilfeleistung? Wegen Mordes?

Wir haben bereits einen Antrag für ein Gutachten bezüglich des Kotflügels gestellt.

Bleib ruhig.

Ich hoffe, es fällt positiv für Sie aus. Herr Protokollführer...

Tja, Sachen gibt's...

Der ehrenwerte Richter besitzt eine Villa, die nur 200 Meter von deiner entfernt ist.

Ah, in der Nähe vom Aussichtspunkt?

Nein, auf der Seite von Torre San Carlo, genau da, wo es steil ins Meer abfällt.

- Ein Katzensprung. - Es ist ein tolle Gegend.

Die Grundstücke sind viel wert.

Ja, es war ein gutes Geschäft. Wir haben es vor zehn Jahren erworben.

Wir vor drei, als es schon ein Vermögen kostete.

Wir müssen uns nun alle zusammentun, um zu verhindern, dass man die Bäume fällt...

... aufgrund dieses absurden Bebauungsplans.

Ich denke, der Bebauungsplan wurde mit Rücksicht auf die Landschaft entworfen.

Ich weiß das, weil er von meinem Schwager stammt.

Na ja, wenn es sich um einen durchdachten Plan handelt...

Die Eigentümergenossenschaft hat ihm zugestimmt.

- Gehören Sie ihr nicht an? - Nein, aber ich werde einen Antrag stellen.

Ah... Also schön, ich muss jetzt wirklich gehen.

Hoffen wir das Beste. Herr Anwalt...

Ich empfehle mich, Herr Richter.

Er wird mir nicht wohl gesonnen sein, weil ich seinen Schwager...

Verfolgungswahn ist etwas Typisches bei Gefangenen.

- Lass dich nicht davon anstecken. - Da pfeife ich drauf!

- Ich will wissen, wann ich hier rauskomme! - Bald. Es bedarf wie gesagt nur etwas Geduld.

- Wie geht's meiner Frau? - Nun ja, nicht sehr gut.

Aber der Arzt kümmert sich um sie. Sobald sie wieder wohlauf ist, bring ich sie her.

Die Kinder denken, du seist auf Geschäftsreise und freuen sich schon auf den Urlaub.

- Wer weiß, ob ich bis dahin draußen bin. - Machst du Witze?

Verflucht! Warum musste ich auch über den Bebauungsplan reden?

Weißt du, ich finde, du hast dich verändert. Du bist härter geworden.

Ich will weder härter sein noch mich anpassen oder damit abfinden.

- Ich will nur hier raus, verstanden? - Sieh es als eine Art Urlaub.

Du könntest davon profitieren. Erinnerst du dich an den Verleger Borghi?

- Er fragt, ob du ein Buch schreiben willst. - I wo...

Jetzt komm schon, mach dir ein paar Notizen. Das wichtigste Thema ist Homosexualität.

Denk dir eine Geschichte aus, in der ein Häftling einen anderen belästigt.

Ach, geh doch...

Eine Art absurde Liebe umgeben von lauter Gitterstäben!

Denk darüber nach!

Hey, Jungs, macht mir keine Schande. Das hier ist ein feiner Kerl, ein Architekt.

Rein da!

Diese Richter sind gemeine Typen. Sie stellen Fallen, um dich auszutricksen.

Verstehst du das, hm?

Sieh dir mal diese Gauner-Visage an. Sogar Architekt wird man damit heutzutage.

Kommen wir zurück zu dem, was ich gerade sagte.

Du musst meinen Rat beherzigen. Denn bei guter Führung, Biro...

- Guten Abend. - ... kommst du früher raus.

- Ich heiße Vanzi. - Hast du kapiert?

Hör auf mich und es wird sich für dich auszahlen.

Wie sagtest du war dein Name? Wie heißt du?

Vanzi.

Sehr erfreut.

Hey, Biro, weißt du, was heute in meinem Horoskop stand?

Nein, was denn?

Dass ich mich nicht überstürzt auf eine Liebesbeziehung einlassen soll.

Hab ich auch nicht vor...

- Hast du einen Faden? - Aber nein.

- Ich heiße Campoloni. - Vanzi...

Oh, Mann, in meiner Socke sind so viele Löcher wie in einem Schweizer Käse.

Nicht mal wenn ich verrecken würde, würde ich ein Paket von zu Hause kriegen.

Was für eine nette Familie...

Meine Tochter hat vorgestern geheiratet und mir nicht mal eine Einladung geschickt.

Wer hindert dich daran, hinzugehen?

Ach, hör schon auf.

Guten Abend, Meister.

- Meister, möchten Sie gern einen Apfel? - Nein!

Ich wurde in Montecatini Terme, Provinz Pistoia, am 22. Juli 1923 geboren.

- Oh, nein, nicht schon wieder... - Ich wohne seit etwa acht Jahren in Rom.

Ich hab zwei kleine Kinder und könnte viel erzählen.

Anekdoten aus meinem Leben, zum Beispiel.

Oder eine seltene Begebenheit. Aber wieso sollte man gewisse Dinge sagen?

- Hier versteht dich eh keiner. - Amen!

Nehmen wir beispielsweise die Kleidung.

Der Anwalt sagt zu mir: "Das ist nicht in Ordnung!

Sie sind nicht angemessen gekleidet! Sie haben keine Krawatte um!"

Ich meine, wenn man keine Krawatte trägt, ist man dann...

... im Inneren seines Wesens etwa nicht derselbe Giampaolo Bettega?

Leg dich schlafen, Schnuckelchen.

Provozieren Sie ihn nicht. Der Typ ist gefährlich.

Er sitzt lebenslänglich ein und hat nichts zu verlieren...

... selbst wenn er noch einen Mord begeht.

- Haben Sie nicht geschlafen? - Nein, ich musste mich übergeben.

Es sind typische psychosomatische Reaktionen in der Anfangszeit der Haft.

- Das vergeht mit der Zeit. - Nein, es gibt kein "mit der Zeit".

Ich bin...

Das wird schon vergehen.

Denken Sie an was Anderes.

An Selbstmord zum Beispiel. Aber Obacht, nur daran denken.

"Wie oft hat uns der Gedanke an Selbstmord...

... dabei geholfen, eine schlimme Nacht zu überstehen?"

John Ford hat das gesagt.

Er war ein Mensch, der das Leben geliebt hat.

Was...

Ich hab keine mehr.

Hör mal, Architekt...

Wieso schreibst du keinen Brief nach Hause, damit man dir Pakete schickt?

Pakete mit leckeren Sachen für uns alle. Lass dich nicht bitten, Architekt.

Wir sind arm und du hast die Möglichkeiten.

Du könntest uns unter die Arme greifen, oder? Wir sind hier alles Brüder.

Wir teilen Freud und Leid, okay?

Ja, gutes Benehmen wäre aber auch nicht verkehrt.

Ach, bist du aber schwierig.

- Los, Biro, mach dich bereit für die Anhörung. - Ich komme ja schon.

- Wie viele Fotografen garantiert ihr mir? - Wir garantieren dir nur einen netten Prozess.

Wenn Dr. Torsello da ist, gibt es was zu lachen.

Ihm ist bekannt, dass ich weiß, dass er ein Gehörnter ist.

Und er regt sich auf, wenn ich es ihm sage.

- Ich dachte, er hätte lebenslänglich gekriegt? - Ja, das ist aber ein anderer Prozess.

Letztes Jahr hat er einem Zellengenossen die Kehle durchgeschnitten.

Bist du fertig?

Es gibt auf der ganzen Welt keinen hübscheren Mörder als mich.

- Kann man das Fenster nicht mal öffnen? - Nein.

- Aber es ist warm. - Für dich vielleicht.

- Hören wir doch mal, was die anderen sagen. - Ich hab verstanden.

Welch ein Glück! Der feine Herr ist gekommen, um uns zu zeigen, wie man hier lebt.

Sollen wir abstimmen, ob das Fenster geöffnet wird?

Lass uns wie zivilisierte Menschen darüber reden.

Sag mal, hat dein Opa nicht Häuser gebaut?

Doch.

Ich habe als junger Kerl mal unter dem gearbeitet.

Als mir mal eine Kiste mit Fliesen runterfiel, hat er mir eine geschmiert.

Und zwar so.

Wenn ich dir die Ohrfeige gegeben hätte, hättest du es für Rache gehalten.

Wir sind aber nicht rachsüchtig, sondern gerecht. Sieh nur:

Er leidet für dich.

Diesmal bist du davongekommen, aber nächstes Mal bist du es, der weinen wird.

Du wirst noch einiges lernen müssen, mein lieber Architekt.

Wenn Sie mich geohrfeigt hätten, hätten ich Ihnen nicht mal die Zeit gegeben...

Du redest so großkotzig daher, weil du Angst hast, und das weißt du.

Nein, nein, Vanzi, nein. Die haben nicht immer Unrecht.

Ich bitte Sie.

- Was ist los mit Ihnen? - Legen Sie meine Beine hoch. Mein Kissen...

Ja, hier bitte.

Tut mir leid, Schätzchen, aber es war zu demonstrativen Zwecken.

Das war keine Absicht. Komm, iss was.

- Besser? - Ja, danke.

Aber Ihnen ist doch heiß. Ich mach das Fenster auf.

Nein.

- Die machen mir keine Angst. - Nein.

Die Zugluft bei offenem Fenster könnte mir noch mehr schaden.

Rühren Sie sich nicht... Danke.

- Wieso sind Sie nicht in der Krankenstation? - Da war ich schon.

Dann meinten sie, ich wäre geheilt.

Wenn du noch wütend bist, lass uns Folgendes tun:

Ich wasch dir die ganze Woche deine Sachen.

Ich mach dir auch bis Samstag dein Bett. In Ordnung?

Das Wichtigste ist, dass du lächelst. Jetzt lächle schon!

Sag mal, soll ich es für dich machen?

Ich meine den Zettel nach draußen schreiben.

So könntest du deine Leute bitten, uns Pakete mit gutem Zeug zu schicken.

Du solltest dich mit uns verstehen und in Eintracht mit uns leben.

Andernfalls reißt dir früher oder später jemand den Arsch auf.

Vanzi?

Wenn der Zeitpunkt gekommen ist... will ich niemanden sehen.

Versprechen Sie's mir. Keine Besucher.

Ich hab dir schon tausend Mal gesagt, du sollst einen weiten Bogen machen.

- Was willst du? - Ich kann dich nicht ausstehen.

Du bist der Abschaum unter den Schurken, verstehst du?

- Bist du etwa kein Verbrecher? - Ich mag ja vielleicht ein Mörder sein.

Aber ich töte aus dem Affekt heraus. Du dagegen machst das gewollt.

Herr Vanzi, soll ich Ihnen das gleich in die Zelle bringen?

Ja, danke.

Ja, wie? Hast du deinen eigenen Dienstboten?

Solange ich's mir leisten kann...

Schenk dem Typen keine Beachtung.

- Wieso? - Sein Schicksal ist vorgezeichnet.

Hör zu, ich hab mit dem Assistenten des Arztes gesprochen.

Für 100.000 Lire wirst du in die Krankenstation gebracht.

Ich hab ihm deine Telefonnummer von zu Hause gegeben.

Er ruft deine Leute an, zeigt ihnen deinen unterschriebenen Zettel...

... lässt sich das Geld geben und damit hat sich's.

Hey, greif mir nicht an die Eier, okay?

Na, Biro? Wie lief es im Gericht?

Das steht noch nicht fest, aber ich krieg sicher nochmal lebenslänglich.

Hey, ihr Sackgesichter! Jetzt komm ich!

Weg da!

- Manndeckung... - Mistkerl!

Er lässt den Gegner aussteigen und zieht mit rechts ab.

- Wie viel steht's? - 3:0.

Jetzt, da das Furzgesicht mit von der Partie ist, ist alles möglich.

Glückwunsch, Maresciallo.

Wie ich hörte, hat Ihr Sohn sein Diplom gemacht...

... und sich für eine wichtige Beamtenstelle beworben.

Ja, aber er hat kein Vitamin B.

Das ist alles ein krimineller Haufen.

Man schwitzt Blut und Wasser...

... verbringt sein ganzes Leben mitten unter diesem Gesindel...

... ermöglicht seinem Sohn eine Ausbildung und hat letztlich einen Arbeitslosen daheim.

Wäre Ihr Sohn an einer Stelle bei einer Bergwerksgesellschaft interessiert?

Das Anfangsgehalt läge bei 500.000 Lire im Monat.

Wenn Sie so daherreden, bedeutet das, dass Sie einen Gefallen möchten.

Sie sind ein erstklassiger Mann. Sie wären ein großartiger Gefängnisdirektor.

Ja, machen Sie sich nur lustig.

- Na los, fahren Sie fort. - Es ist nur ein klitzekleiner Gefallen.

Na, los doch, schieß! Schieß! So ein Blödmann.

- Also, worum geht es? - Wir sprechen ein andermal weiter.

Wir sprechen ein andermal.

Sagen Sie derweil Ihrem Sohn, er soll sich keine Sorgen machen.

Jetzt beweg dich doch!

Du sollst mich nicht auf diese Weise begrüßen, klar?

Ich hab gar nicht gegrüßt. Ich hab nur eine Fliege gefangen.

- Und wo ist die Fliege? - Da war sie. Haben Sie sie gesehen?

- War da eine Fliege oder eine Bombe drin? - Eine Bombe? Was ist eine Bombe?

Du hältst dich wohl für äußerst witzig? Zisch ab!

Aufgepasst!

Alle Mann aufgepasst!

Stell dir vor, der hat zwei Tapferkeitsmedaillen erhalten.

Dann hat er in der Bank, in der er arbeitete, eine Dummheit gemacht...

Bravo!

Es ist alles sinnlos.

Ist es wahr, dass der Architekt uns keine Pakete von draußen zukommen lassen will?

Wir widern ihn an. Wir sind arme Leute.

Wir sprechen kein richtiges Italienisch und sind Analphabeten.

Trotta, du kommst raus! Dein Entlassungsschreiben ist eingetroffen.

Du kommst nach oben und du nach unten.

Architekt?

Würden Sie mir Ihre instinktive Abneigung uns gegenüber mal erklären?

Im Gegenteil, ich bin heute Nacht aufgewacht, hab euch seelenruhig schlafen sehen...

... und war so glücklich, unter euch sein zu dürfen.

Merkst du, wie du dich gibst? So verarschst du uns nur.

Du verdrehst deine Augen und zuckst mit den Achseln.

Auf diese Weise gibst du uns zu verstehen, dass wir dich anwidern.

Gib's doch einfach und ohne Umschweife zu.

Wir werden unser Möglichstes tun, dir zu gefallen.

Du bist unsere einzige Hoffnung, Architekt.

Es ist nicht schön, seinen Zellengenossen Geringschätzung entgegenzubringen...

... nur weil diese nicht studieren konnten. Findest du nicht?

Ähm, wie war noch gleich dein Name?

Wenn ich dir meinen Name sage, gibst du wieder ein Furzgeräusch von dir.

Hey, wie heißt er?

Vanzi.

Hör auf damit!

Spiel dich nicht so auf, denn du bist ein Niemand.

Hör zu, wenn du dich so aufregst, könntest du stolpern...

... und mit deinem Kopf gegen die Gitterstäbe knallen.

So...

Was ist los? Prügelt ihr euch?

Nein, nein, er hat sich nur über ein Späßchen aufgeregt.

Das sind etwas ordinäre Menschen, Herr Architekt.

Aber ich werde Sie sofort von ihnen befreien.

Sie müssen in die Krankenstation wegen einer Kontrolluntersuchung.

Nehmen Sie Ihren Pyjama und alles andere mit, das Sie brauchen.

Oh, wie schade. Er nimmt ihn just jetzt mit, wo wir dabei waren, Freundschaft zu schließen.

Der Hurensohn hat schnell gelernt, wie der Hase läuft.

Wir sehen uns wieder.

- Seid ihr beide etwa warme Brüder? - Aber natürlich! Sieht man das nicht?

Unfassbar, was der Typ da alles zu essen hat. So viele Leckereien...

Commendatore?

Guten Appetit.

- Möchtet ihr auch was? - Sehr gern!

- Hierher, zu mir! - Danke!

Verflixt nochmal! Hätte ich nur nicht dieses Magengeschwür...

Was soll dieser Lärm?

- Ab ins Bett! Na los doch! - Danke.

Du bist ja mal ein Hungerleider...

- Das gilt auch für euch! Ab ins Bett! - Ich hab mich doch gar nicht gerührt.

Ihnen fehlt nichts. Sie müssen in Ihre Zelle zurück.

Hören Sie...

Wenn Sie möchten, können Sie gern noch mal bei mir zu Hause anrufen.

An einem der nächsten Tage werde ich Ihnen eine nette Überraschung bereiten.

- Was für eine? - Darauf werden sie nie kommen.

Sehr schön! Das war gut!

Denken Sie daran, mein Freund...

Geld bewirkt hier wahre Wunder, gehen Sie aber sorgsam damit um.

Keine Sorge, ich weiß schon, wie ich es ausgeben muss.

- Guten Tag, Doktor. - Guten Tag, Vanzi.

Campoloni?

- Haben Sie noch Bauchschmerzen? - Die sind weg.

Sehen Sie?

Wieso wollen Sie Ihren wahren Zustand vor den Ärzten verbergen?

- Ich finde es amüsant. - Es wird Ihnen aber nicht gelingen.

Ich will mir einen Spaß daraus machen, überraschend zu sterben.

Der Springer...

Vanzi, kommen Sie mit in die Radiologie.

Ich bin gleich wieder da.

Die Röntgen-Abteilung grenzt an den Frauenbereich an.

Ich kann für ihre Schönheit garantieren, nicht aber für die Gesundheit.

Machen Sie schnell.

Hab ich dir nicht gesagt, dass er ein attraktiver Mann ist, Milena?

Lass mich los!

Komm her, schnell! Komm her!

Beeil dich, bitte! Komm her und nimm mich, Liebling!

Mach schon, bitte.

Na, los doch.

Ciao.

Ciao.

Natürlich werde ich Ihrer Frau nicht sagen, wofür sie mir das Geld geben soll.

Geben Sie mir Bescheid, wenn Sie Milena wiedersehen möchten.

Für eine respektable Person wie Sie mach ich so was gern.

Danke.

- Es ist warm, was? - Ja, und ob.

- Wie geht's Campoloni? - Siehst du das nicht?

- Wer geht zuerst zu ihm? Sie oder seine Frau? - Vielleicht sollte seine Frau zuerst zu ihm.

Hören Sie, Campoloni möchte niemanden sehen.

- Wieso nicht? - Ich weiß nicht, aber es war sein Wunsch.

Das verstehe ich ehrlich gesagt nicht.

Hier entlang, bitte.

Was soll das? Ich will dich nicht sehen!

Ich hab allen gesagt, dass ich das nicht will! Ihr könnt mich nicht zwingen!

Verschwinde! Verschwinde!

Wer hat dich herbestellt?

Der Direktor.

Nein...

Vanzi!

Wollten Sie nicht ein Buch über Gefängnisse schreiben?

Dann erinnern Sie sich an diesen Augenblick.

Jedem macht der Gedanke an den Tod Angst. Wir denken, es sei ein furchtbarer Moment.

Doch jeder von uns spielt sich etwas auf und inszeniert sich.

Auch ich bin versucht, eine Szene zu machen, jetzt, da meine Frau hier ist.

Mir kommen schöne und erhabene Sätze in den Sinn.

Worte, die selbst hartherzige Menschen zum Weinen bringen würden.

Hinter diesem Vorhang spielt sich nichts Herzzerreißendes ab, Vanzi.

Es ist nur ein Höflichkeitsbesuch.

Sie hat eine Brille mit dunklen Gläsern auf, damit ich denken soll...

... dass sie ihre Betroffenheit verbergen möchte.

Dann wollen wir mal sehen. Setz deine Brille ab.

Also schön.

Bleib hier.

Gib mir deine Hand.

Ich wollte nicht, dass du kommst, weil es mir leid tut...

... dass du mich in diesem Zustand sehen musst.

Ich habe gekämpft.

Heldenhaft.

Ich erhielt zwei Orden.

"Er führte seine Abteilung zum Angriff auf die feindlichen Stellungen...

... und trichterte seinen Männern ein, heldenhaft und todesmutig zu sein."

Ich habe das Recht, nicht hier zu sterben.

Lasst mich raus.

Die Besuchszeit ist vorbei.

- Lassen Sie mich bitte noch etwas bleiben. - Es tut mir leid, aber die Zeit ist abgelaufen.

- Geben Sie ihnen doch noch etwas Zeit! - Was mischen Sie sich da ein?

Das ist unmenschlich!

- Hören Sie, Doktor, unternehmen Sie etwas! - Das sind die Vorschriften. Seien Sie still!

- Das sind idiotische Vorschriften! - Geben Sie Ruhe!

Was kostet es sie, wenn sie noch fünf Minuten bleibt?

- Das sind die Vorschriften. - Okay!

Sie kriegen 100.000 oder 200.000 Lire, wenn diese Frau bei ihrem Mann bleiben darf!

Ab ins Bett! Sofort!

Wie kannst du es wagen, einen auf empört zu machen?

Sieh dich doch mal an!

Ich hab noch nie ein stumpfsinnigeres Gesicht gesehen!

- Lass mich los! - Ich werde das melden.

Pater, Sie sind dran.

Hören Sie, wenn Sie so weitermachen...

... könnte das ein längeres Gastspiel für Sie hier werden.

Ich kenne Typen, die kamen her und sollten ein Jahr oder wenige Monate bleiben.

Letztlich wurden es 10, 20 Jahre oder sie bekamen sogar lebenslänglich...

... weil sie das Aufsichtspersonal angegriffen haben.

Herr Architekt, wollen Sie sich etwa das Leben ruinieren, hm?

- Farinelli. - Zu Befehl!

Also, was wollen wir tun?

Können wir diesen Bericht zerreißen, wenn der Architekt sich entschuldigt?

Wenn er sich entschuldigt, von mir aus.

Verzeihen Sie.

Aber ja, Sie waren aufgebracht wegen des Todes des armen Kerls, stimmt's?

Du kannst gehen.

Wäre einer dieser Analphabeten an Ihrer Stelle gewesen...

... hätte der sich auf zwei Wochen verschärften Arrest einstellen können.

Das sind Leute, die nur die Sprache der Peitsche verstehen.

Sie dagegen sind eine respektable Person.

Aus gutem Elternhaus.

Sie sind doch Architekt, oder?

Sagen Sie mal...

Finden Sie, dass der Abschluss zum Bergbauingenieur etwas Gutes ist?

- Ich denke, es ist ausgezeichnet. - Ja, wird wohl so sein.

Ich hab immer zu meinem Sohn gesagt:

"Warum studierst du Bergbau, wenn es in Italien keine Bergwerke gibt?"

Ich hab mich über beide Ohren verschuldet, damit mein Sohn seinen Wisch machen kann.

Bei dem, was man hier drin verdient...

Wenn man bedenkt, dass es Abgeordnete gibt, die nur labern können, "bla, bla."

Die heimsen zehn oder zwanzig mal mehr ein, als jemand, der einem ehrlichen Job nachgeht.

Ich weiß nicht, welche politischen Ansichten Sie haben.

Abgeordnete widern mich an.

Ja, die stiften nur Unruhe im Land. Das ist alles, was sie tun.

Es bedarf mehr Disziplin.

Kennen Sie jemanden beim Industrieministerium?

- Ja, aber nicht direkt. - Kennen Sie den Untersekretär?

Ich kenne den Untersekretär für Landwirtschaft.

Okay, schon gut. Vergessen Sie's. Sie können gehen. Farinelli?

- Zu Befehl, Maresciallo! - Bring den Gefangenen in seine Zelle.

Und denken Sie daran:

Seien Sie vernünftig, Architekt.

- Vereint im Kampf! - Sieh sich das einer an.

TECHNISCHES INSTITUT G. GALILEI

Jeder will seine Meinung kundtun. Was für ein Verfall.

Ich hab meinem Sohn beigebracht, Ideale zu respektieren...

... und den Autoritäten gegenüber gehorsam zu sein.

Wie soll sich ein junger Kerl wie er in einer Welt zurechtfinden...

... in der alles infrage gestellt wird?

Sie dagegen fühlen sich wohl in dieser Welt, nicht wahr?

Ja, Sie glauben nicht an höhere Instanzen.

Sie planschen in diesem Schlamm herum.

Sie passen sich an und gehen sogar so weit, dass Sie hier drin sind...

... um Ihren Freunden einen Gefallen zu tun.

Vorgesetzte. Ich habe den Willen derer befolgt, die über mir gestellt sind.

Und das sollten doch gerade Sie zu würdigen wissen, Maresciallo.

Caruso, hol mir ein Bier.

Nein, hol zwei.

Also...

Was haben wir beide gemeinsam?

Vieles. Allen voran dieselben Feinde.

Diejenigen eben, die Ideale missachten.

Aber um solche Leute zu bekämpfen, bedarf es heutzutage keiner Knüppel.

Nein.

Ihr Sohn hat also erneut eine Absage erhalten?

Zum zweiten Mal schon.

Und das nachdem sein Studium ihn krank gemacht hat.

Er kam nach Hause und war völlig fertig.

Zum ersten mal hatte ich das Gefühl, dass er mich missachtet...

... und Groll gegen mich hegt. Mein eigener Sohn...

Er bräuchte Beziehungen.

Sie wollen damit sagen, dass auch ich das Spiel mitspielen muss, stimmt's?

Mich anpassen...

Ach, komm schon, Papa. Wart's ab, es wird sich alles einrenken.

Keine Sorge.

Welch Stille! Welch sanfte Stille!

Welch liebliche Stille in dieser kaum sichtbaren Lichtung...

Hey, was soll das? Spinnst du? Willst du das etwa alles alleine essen? Hm?

Das müssen wir uns aufteilen.

... wie eine Perle und wirken wie die Umrisse der ewigen Schönheit des Geistes.

Komm schon, wir teilen es nachher auf, okay?

Ja, aber demokratisch, indem wir eine Wahl abhalten.

- Probieren wir mal die Salami. - Ja, tun wir das.

Die Salami ist ja mal richtig frisch! Einfach nur köstlich!

- Riech doch mal! - Bravo, Architekt! Du kommst gerade richtig.

Setz dich und probier mal. Es ist ein exquisites Paket gekommen.

Weißt du, wieso ich diese Salami mag? Sie ist weder zu fetthaltig noch zu mager.

- Seht mal. - Die ist bald alle.

Der Architekt wirkt heute Abend traurig.

- Wer hat auf mein Bett uriniert? - Du hast dir wohl in die Hose gemacht.

Lasst uns hoffen, dass der Architekt bei uns bleibt, bis er entlassen wird.

Wann kriegen wir sonst wieder so was Köstliches zu essen?

Hier, versuch mal.

Probier mal, Junge, wie gut die ist. Die ist echt lecker.

Hey, Junge! Probier mal das Zeug. Davon könnt ihr in Bolivien nur träumen.

... die Blumen auf der Wiese auf solch einem sanften Untergrund...

Das Hühnchen ist noch besser als die Salami. Ich kann mich aber nicht entscheiden.

Das könnte ich jeden Abend haben.

Was meinst du, Junge? Isst du noch?

Du isst und bedankst dich nicht? Du musst dem Architekten danken.

Bedankt ihr euch in Bolivien etwa nicht?

Wer schickt dir schon so'n Paket?

Vielleicht würden wir uns besser verstehen, wenn du von deinen Kindern erzählen würdest.

Versuch's mal.

Na los, hilf mir bitte dabei, dass ich zum dritten Mal lebenslänglich kriege.

Und jetzt sag: "Ich bin ein Arschloch."

Na los, du Raufbold, sag es, oder ich ramme dir das Messer in den Bauch.

Los, sag schon, dass du ein Arschloch bist. Oder soll er dich erst abstechen?

- Ich bin... - Das reicht schon.

Mir genügt es zu sehen, dass du klein beigegeben hast.

So, und jetzt geh den Schreck verdauen.

Ich könnte jetzt einen schönen Schluck Wein vertragen.

Wieso hat man dir keinen geschickt?

- Haben wir noch Wein? - Er ist alle.

Ach, so ein Mist!

Aufwachen!

Er hat eine Kurzschlussreaktion. Aber keine Sorge, ich kenne ihn.

Er macht jetzt solange Radau, bis alle wach sind.

Ich will jetzt sofort Wein haben!

Bringt mir welchen oder ich schlage alles kurz und klein!

Beeil dich, die bringen sich hier noch um! Los, macht auf!

- Ruhe! - Aufmachen! Aufmachen!

Lasst uns gefälligst schlafen!

Ruhe!

Hey! Ruhe! Es wird kein Lärm gemacht nach einer gewissen Uhrzeit!

Ist das klar?

- Bringt mir einen Krug voll Wein! - Na los, mach auf! Beeil dich! Mach auf!

Bitte schrei nicht rum, sonst weckst du den Brigadiere.

... und seine Anwesenheit mich mit Freude erfüllt...

Hey, gib mir auch einen Schluck. Nur'n Schluck.

Ich bin gar nicht sauer, weißt du? Ich bin die Ruhe selbst.

Ich amüsiere mich sogar.

Ich amüsiere mich auch. Du bist ein guter Schauspieler.

Für mich bist du nicht unschuldig.

Du bist einer von uns. Da irre ich mich nicht.

Weißt du, was ich beschlossen hab?

In einer der nächsten Nächte, während du schläfst...

... leg ich dich um.

Und jetzt, Architekt, frage dich selbst, ob ich scherze oder es ernst meine.

Bereit?

Und los!

Pucci!

- Haben Sie nach Hause geschrieben? - Ja, Direktor.

Sehr schön! Lassen Sie Ihrer Familie immer Nachrichten von Ihnen zukommen.

Sehr schön, heute sind alle glücklich und zufrieden.

Alle warten gespannt auf die Übertragung des Fußballspiels im TV.

Nur noch wenige Minuten. So kommen sie in die richtige Stimmung.

- Armando, wer ist der Kerl? - Salvatore Rosa.

Das ist einer, der sich anstelle von anderen hat einbuchten lassen.

Um die Machenschaften von gewissen hohen Tieren zu decken.

Und zwar richtig hohe.

Er war draußen auch eine große Nummer. Und hier drin ist er es noch weitaus mehr.

Wenn man einen Gefallen möchte, was will er dafür haben? Geld?

Du hast wohl nichts kapiert. Der ist doch kein Bettler wie unser Doktor.

Hör zu, sag ihm, dass ich eine andere Zelle haben möchte.

Nun ja, versuchen wir's mal...

Herr Rosa, Commendatore, verzeihen Sie. Da drüben ist der Architekt Vanzi...

Sie sind ein lebendiges Beispiel für die Absurdität unseres Justizwesens.

Kaum steht ein Verdacht im Raum, wird man sofort zu diesen Leuten hier gepackt.

Einem unbescholtenen Menschen wie Sie sollte man aufs Wort glauben...

... wenn er sagt, dass er unschuldig sei.

Aber keine Sorge, Sie kommen bald raus, andernfalls stürzen wir die Regierung.

"Voller Schmerzen habe ich für dich gebetet."

Dieser Biro macht Ihnen also Angst.

Sagen wir mal, es nervt mich, die Zelle mit so einem Kriminellen zu teilen.

- Sie haben also Angst... - Ich will hier raus, und zwar lebend.

Und Sie haben Angst, es nicht zu schaffen. Das habe ich damit gemeint.

Biro hat nichts zu verlieren, wenn er mich umbringt.

Machen Sie kein Drama daraus. Wir kümmern uns um ihn. Ein Wort genügt.

Und dann versuchen wir, eine Zelle mit Leuten zu finden, die besser zu Ihnen passen.

Wenn es das ist, damit Sie sich hier wohl fühlen...

Du müsstest die Aufseher bitten, einen Brief an den Richter schreiben zu dürfen.

- Und was soll ich schreiben? - Nichts, außer der Adresse auf dem Umschlag.

Und in den Umschlag legst du diesen Zettel hier rein.

Pass auf!

Ein Brief, der an den Richter adressiert ist, darf hier von niemandem geöffnet werden.

Wieso schreibst du ihn dann nicht gleich selbst?

Weil man meinen öffnen oder er niemals ankommen würde.

Wenn du gefragt wirst, wieso du dem Richter schreibst...

... antworte, dass es vonnöten sei, um deinen Prozess ins Rollen zu bringen.

Achtung! Achtung!

Da es zu keiner Einigung mit RAI TV gekommen ist...

... wird das internationale Fußballspiel nicht ausgestrahlt werden.

Im Namen des italienischen Volkes!

Zurück in die Zellen! Geht alle sofort in eure Zellen zurück! Na los!

Hört nicht auf ihn!

Uns steht noch eine halbe Stunde zu! Wir rühren uns nicht!

- Los, helft ihm! - Du entkommst uns nicht!

Lass los! Lass los! Lass schon los!

- Schließt das Tor! - Rein da!

Los, schließ ab!

Öffnet das Tor! Bleibt stehen!

- Bleibt stehen! - Ihr Mistkerle!

Ihr Schweine! Ihr Schweine!

Wir wollen Gerechtigkeit! Wir sind keine Tiere!

Was hat all das mit dem Fußballspiel zu tun?

Das ist wie bei all den anderen Versprechen, die ihr nicht eingehalten habt!

Ihr Dummköpfe!

Du bist der Dummkopf, da du für 80.000 Lire im Monat hier arbeitest!

Du Sklave! Du Sklave!

Und was tut ihr hier, ihr dreckiger Abschaum?

Wir wollen unsere Familien unterhalten und der Strafvollstreckungsrichter soll herkommen!

Verstanden? Der Richter!

Wieso baut ihr keine Fabriken mit den ganzen Milliarden, die man uns klaut?

Schluss mit den Prozessen, die sich über Jahre hinziehen!

Lieber tot, als hier eingesperrt zu sein!

Ruhe! Geht sofort in eure Zellen zurück! Ich habe nicht viel Geduld!

Gehorcht mir!

- Duce! - Duce!

- Duce! Duce! Duce! Duce! - Duce! Duce! Duce! Duce!

- Duce! Duce! Duce! Duce! Duce! Duce! - Duce! Duce! Duce! Duce! Duce! Duce!

Feuer!

Gib mir den Zettel! Es ist besser für dich!

Vanzi, hilf mir! Die bringen mich um!

Was geht hier vor?

Komm her! Rück diesen Zettel raus!

Was tut ihr da? Wieso? Aufhören!

- Überprüfe mal, ob er ihn bei sich hat! - Aufhören! Lasst ihn los!

Er hat ihn nicht bei sich!

Geht in eure Zelle zurück oder ich stecke euch alle ins Zuchthaus!

Wasserwerfer!

Los, rein! Beeilung!

Sie haben ihn brutal zusammengeschlagen.

- Los, los, geht wieder rein! Beeilung! - Macht schon, schnell! Rein mit euch!

Ihr Dreckschweine! So helft ihm doch!

Es gab seit zwei Jahren keinen Aufstand mehr!

Und sehen Sie sich an, wie die Zeitungen das jetzt ausschlachten.

Das hat man davon, wenn man als Direktor menschlich mit den Gefangenen umgeht.

Die Gefangenen mögen Sie, Herr Direktor.

Aber der Sport bedeutet ihnen nun mal viel in ihrem recht monotonen Leben.

Ich bin nicht von gestern, Rosa. Die nicht übertragene Fußballpartie...

... war ein Vorwand, um Unruhe zu stiften, weil man es auf Ventura abgesehen hatte.

- Ich denke nicht, dass das geplant war. - Ich schon.

- Wer hat Ventura angefallen? - Ich weiß genau so wenig wie Sie.

Aber wenn Sie mich fragen, handelte es sich um einen banalen Streit...

... der aus einem der vielen völlig belanglosen Gründen resultierte.

Ein schiefer Blick kann da schon vollkommen ausreichen.

Die Gefangenen für die Befragung warten draußen, Herr Direktor.

Sie wenden also die Schweigetaktik an? Das beunruhigt mich.

Das muss es nicht.

Hören Sie, Rosa, ich habe Sie immer für jemanden gehalten, der kooperiert.

Machen Sie mir keinen Ärger mit dem Ministerium.

Sonst bin ich gezwungen, meine Position, ohne Rücksicht auf Verluste, zu verteidigen.

Wenn Sie mir das Vertrauen absprechen, beleidigen Sie mich, Herr Direktor.

Also schön...

Gehen Sie.

Vanzi, tritt vor! Du bist an der Reihe.

Gib Acht, Vanzi...

Soweit ich weiß, Vanzi, haben Sie gesehen, wer Ventura angegriffen hat.

Ich?

Seien Sie nicht so schweigsam wie die anderen!

Sie sind eine andere Art von Mensch.

Ich werde anders sein, wenn ich draußen bin, aber hier bin ich genau wie die.

Ventura... war keine wichtige Person. Wieso hat man ihm eine Lektion erteilt?

Vielleicht hat Rosa ja Recht und es war nur ein Streit.

Ventura ist ein ziemlich schräger Vogel, der nicht alle Tassen im Schrank hat.

Nein, Rosa lügt.

Und Vanzi ebenso.

Derweil gibt es eine Woche lang nur eine halbe Stunde Freigang in kleinen Gruppen.

- Kein Fernsehen und keine Spiele jeglicher Art. - Ist gut, Herr Direktor.

Ach, und vielleicht sollte man Ventura einer psychiatrischen Untersuchung unterziehen?

Ja, ja, das ist besser. So merken die, dass wir nicht spaßen.

Einverstanden.

Hier lang.

- Wohin gehen wir? - Zur ärztlichen Untersuchung.

Was wollen die mit mir machen? Mir geht es doch nicht schlecht.

- Was ist das für eine Untersuchung? - Eine ärztliche.

- Oh, nein... - Halt! Halt ihn auf! Halt ihn auf!

Wo willst du hin?

- Halt ihn auf, de Carmine! Halt ihn auf! - Halt!

Ganz ruhig, sachte. Hör mir zu, Ventura, bleib ruhig.

Wir sagen den Vorgesetzten nicht, dass du dich widersetzt hast.

Und wir schlagen dich nicht. Seid still!

Ich geb dir mein Wort. Wenn du ruhig bleibst, passiert dir nichts.

Vorsicht!

Du bist so ein Schurke!

Halt ihn fest!

Den Arm!

- Protest! Protest! Protest! - Protest! Protest! Protest!

Der Zettel liegt noch da. Siehst du ihn?

- Welcher Zettel? - Den, den Ventura weggeworfen hat.

Sie haben ihn verprügelt, weil sie den Zettel wollten.

Keiner weiß, dass er dort liegt, außer mir, Ventura und dir.

Ich hab es bereits vergessen.

- Dann weißt du wohl, was da drauf steht? - Ich vergesse aus Prinzip alles.

Ich würde ihn ja fast holen gehen...

Ja, damit der Wächter dich erschießt.

Vanzi, du kommst in eine andere Zelle.

Guten Tag.

- Ich heiße Vanzi. - Und ich Pesenti.

Und er?

Julia Capulet.

Er heißt Zagarella.

- Ich hoffe, ich störe nicht... - Wie kommst du darauf?

Willst du eine?

Das ist glühende Asche, um Streichhölzer zu sparen.

Es freut mich, hier zu sein. Endlich mal eine saubere Zelle.

Wir waschen uns... hin und wieder.

- Willst du Baumwolle? - Nein.

Ich stecke mir das in die Ohren. Die Musik macht einen sonst noch wahnsinnig.

Willst du?

Ich mag es, genau zu hören, was um mich herum geschieht.

Weißt du, wieso die sie spielen?

Musik und Bewegungslosigkeit wirken sich negativ auf das Gehirn aus.

Bei mir wird das aber nicht funktionieren.

Das heißt im Umkehrschluss, dass dein Hirn bereits geschädigt ist, mein Lieber.

- Wieso starrst du mich so an? - Du machst mich neugierig.

Wieso?

Ich möchte wissen, wieso man dich hergeschickt hat.

- Na ja, es gibt keinen bestimmten Grund. - Es gibt für alles einen Grund.

Was redet ihr eigentlich da? Kennt ihr euch schon lang?

Was ist?

Ich wollte auf die Toilette gehen.

- Auf Zehenspitzen? - Damit ich dich nicht wecke.

Unterlass das künftig. Stampf das nächste Mal mit den Füßen.

Das wäre mir lieber.

Wer hat dich hierher geschickt, hm?

Ich kann Spione aus einem Kilometer Entfernung riechen.

Leider kann ich nicht einen Kilometer von dir entfernt sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass sie es versuchen.

Aber ich fall nicht drauf rein.

Was suchst du denn?

Heb mal deine Arme hoch. Lass dich durchsuchen.

- Nicht mal im Traum. - Sie könnten dir eine Waffe gegeben haben.

Also gut, mach schon.

Bist du jetzt beruhigt?

Pesenti!

Ventura!

Hilf mir, Pesenti!

Ventura!

Hilf mir! Die bringen mich in die geschlossene Anstalt für Kriminelle! Hilfe!

Ventura!

- Ventura! - Oh, Mann...

- Ventura... - Hilf mir!

Hilf mir!

Es wär besser gewesen, wenn man ihn umgebracht hätte.

Ich stelle morgen einen Antrag, wieder zurück nach Perugia zu dürfen.

Dort gibt es wenigstens ein paar nette Jungs, die ruhig sind.

Geht schlafen!

Geht schlafen!

Geht schlafen!

Wessen Spion soll ich denn sein?

- Geht schlafen! - Wenn du einer bist, weißt du es.

Wenn du keiner bist, brauch ich dir nichts weiter zu sagen.

Erst hat man mich mit einem zusammengetan, der mich töten wollte.

Jetzt bin ich mit einem zusammen, der unter Verfolgungswahn leidet.

Er sieht mich als seinen Feind. Er überwacht mich Tag und Nacht.

Die Leute hier sind anders als ich. Ich bin nicht wie sie, verstehst du?

- Sei kein Rassist. - Es ist aber so!

Ich hab keinerlei Verbrechen begangen, die größtenteils schon.

Sie ticken einfach anders.

Sie passen sich an den Knast an, als ob es ihr natürliches Habitat wäre.

Jeder passt sich der Umgebung an, in der er lebt.

Ich finde, auch du bist im Gefängnis...

- Ja, ja, härter geworden... - Ja, genau.

Sag mir lieber, wie die Dinge stehen.

Nun ja, der Richter lässt dich nicht auf Kaution raus.

- Mach jetzt aber keine Szene. - Wann wird denn das Gutachten erstellt?

Erst brauchen wir die Erlaubnis, die Leiche exhumieren zu dürfen.

Danach wird der Gutachter ernannt...

... und dann gibt es die erste Verhandlung. Es ist alles okay.

- Wann wird das sein? - Gerichtsverfahren ziehen sich nun mal.

Dafür geht's deiner Frau wieder besser. Ich bringe sie demnächst mit. In Ordnung?

Hey, was ist mit dem Buch?

- Der Vertrag ist unterschriftsreif. - Ach, geh zum Teufel!

Hey!

Tut mir leid für dich, aber ich hab gehört...

... dass man die Besuche von Angehörigen vorübergehend verboten hat.

- Wieso denn? - Disziplinarmaßnahme.

Wegen den Krawallen, die im Innenhof stattgefunden haben.

Los, beeil dich! Die zweite Gruppe wartet bereits.

- Etwas Shampoo? - Nein, danke.

Nehmen Sie es nicht so schwer.

Sie werden Ihre Frau schon sehr bald wiedersehen.

Und zwar außerhalb dieser widerlichen Mauern.

Denken Sie doch mal darüber nach:

Sie sollten froh sein, dass eine anständige Frau nicht den Fuß hier hineinsetzen muss.

Ich habe ein Näschen für Glückspilze, und Sie sind einer.

Derweil könnten Sie sich als Zeitvertreib ein weiteres Stelldichein in der Radiologie gönnen.

Was sagen Sie dazu?

Wie ergeht es Ihnen überhaupt in Ihrer neuen Unterbringung?

Man hat mich mit einem Verrückten zusammengetan.

Von wem reden Sie? Von Pesenti oder Zagarella?

Pesenti. Er hat Verfolgungswahn. Er sieht einen Feind in mir.

Er befürchtet, dass ich ihn töten will. Er hat mich angegangen.

Er hat verlangt, mich zu durchsuchen, um zu sehen, ob ich bewaffnet bin.

Das ist beunruhigend. Man muss sofort was dagegen unternehmen.

- Verfolgungswahn, sagten Sie? - Ja.

Ganz gefährliche Sache.

- Jungs, redet ihr von mir? - Nein.

Ich dachte, ich hätte meinen Namen gehört.

Gut.

Also für mich schmeckt das wie Scheiße.

Ach, Mann, Perugia...

Romeo, darf ich?

Bitte bedienen Sie sich.

Du bist echt ein netter Bursche.

Möchtest du was?

Keine Angst, die ist nicht vergiftet.

Pesenti, du musst zur ärztlichen Untersuchung!

Bist du krank?

Los, gehen wir.

Was hat man für mich vorbereitet?

Wieso fragt er mich?

Auf geht's, Pesenti, beeil dich!

Ich werde aus dem echt nicht schlau.

Hey!

- Was passiert mit Pesenti? - Die spielen die Irrenhaus-Karte.

- Was bedeutet das? - Das, was ich gesagt habe.

Es bedeutet, dass er jemandem ein Dorn im Auge ist.

Wenn man ihn ins Irrenhaus steckt, schafft man ihn aus dem Weg.

- Kannst du dich etwas klarer ausdrücken? - Sei still! Du weißt von nichts.

Vanzi!

Komm mit.

Der Arzt will mit dir sprechen.

Sie sind also derjenige, der Pesenti gut kennt?

Ich würde gern Ihre Einschätzung zum geistigen Zustand des Patienten hören.

Wir würden ihn in eine entsprechende Einrichtung überweisen.

- In die geschlossene Anstalt für Kriminelle? - Setzen Sie sich.

Hören Sie, wir müssen hier Klartext reden.

Sagen Sie mal, welche Sonderbarkeiten haben Sie in Pesentis Verhalten bemerkt?

Pesenti ist völlig normal.

Ja, wie? Hier ist von homosexuellen Neigungen die Rede.

Haben Sie irgendetwas diesbezüglich zwischen ihm und Zagarella bemerkt?

Nein.

Abgesehen davon redet Pesenti ständig über Frauen.

Hier steht aber, dass ein Häftling Anzeige erstattet hätte...

... weil Pesenti ihn sexuell belästigt haben soll.

Darüber hinaus berichten vier Zeugen von Epilepsieanfällen und Tötungsabsichten.

Ich muss dazu sagen, dass diese Anzeigen oft von Gefangenengruppen erfunden werden...

... um einem Einzelnen zu schaden.

Ich habe dem Direktor immer nahegelegt, so etwas nicht auf die Goldwaage zu legen.

- Pesentis Fall ist aber etwas anders gelagert. - Inwiefern?

Na ja, weil eine respektable, gebildete Person wie Sie...

... die eher unglücklich hier gelandet ist, Todesdrohungen von Pesenti erhalten hat.

Es heißt, Sie hätten über ihn gesagt, er würde an Verfolgungswahn leiden.

Und dass Sie Angst um Ihr Leben hätten. Ist dem nicht so?

Ich habe den Eindruck, dass man diesen Mann um jeden Preis in die Irrenanstalt stecken will.

Was wollen Sie damit andeuten?

Ich streite alles ab, was ich über Pesenti gesagt haben soll.

Ach, hat Pesenti Sie nicht angegangen, als Sie zu ihm in die Zelle gekommen sind?

- Das streite ich ab! - Sie streiten das ab?

Gewiss, er war mir gegenüber etwas misstrauisch...

... aber das erscheint mir recht natürlich zu sein.

Sollte eine klinische Untersuchung erforderlich sein, würde ich mich freuen...

... wenn Sie Professor Delloras Rat zurate zögen.

Er ist Chefarzt für Psychiatrie an der Universitätsklinik.

- Wieso? Ist er ein Vertrauter von Ihnen? - Er ist ein Verwandter meiner Frau.

- Und falls jemand benötigt... - Nein, nein, ist nicht notwendig.

Ich werde Pesenti hier im Gefängnis unter Beobachtung halten.

Wollen wir Freunde sein? Du hast mir den Arsch gerettet.

Die haben auf dich gezählt, doch du hast sie enttäuscht.

- Wieso gerade auf mich? - Weil sie dich für einen feigen Hund halten.

Na ja, für jemanden, der nicht ausreichend in der Lage ist, im Knast zurande zu kommen.

- Los, geh schon! Beweg dich! - Ich kann keine schwere Arbeit verrichten!

- Ich hab einen Leistenbruch! - Mach schon!

Verdammt noch mal!

- Wieso haben die's auf dich abgesehen? - Lass gut sein.

Befolge Armandos Rat.

Wenn du Angst vor etwas hast, schreib doch dem Richter.

Das hab ich versucht mittels eines Freundes. Du hast gesehen, wie es ausgegangen ist.

Dann war der Zettel von dir, den Ventura weggeworfen hat?

Wo hat er ihn weggeworfen?

Was weißt du über diesen Zettel?

Der Zettel ist noch da. Hinter der Mauer vom Waschraum.

Er liegt versteckt im Gras.

Suppe!

Äh, was für ein ekliger Geruch.

Jungs, heute ist mal wieder...

- Und wo ist meine Spezialkost? - Du kriegst dasselbe, wie alle anderen auch.

Ich hab den Befehl, kein Geld mehr von dir anzunehmen.

- Befehl von wem? - Du weißt schon von wem.

Was ist mit meinem Geld, das der Doktor eingesackt hat?

Ach, Jungs, ihr habt keine Ahnung vom Leben.

- Ich werfe das Zeug weg. - Ja, wirf dich gleich hinterher.

- Ich kipp das Zeug weg! - Jetzt hör auf damit!

Man wird dich bestrafen, weil du mir geholfen hast. Verstehst du?

Los, iss schon. Von deinem Geld kannst du dir eh nichts mehr kaufen.

- Vanzi? - Er ist drüben.

Vanzi, der Maresciallo will dich sehen.

Ich höre von mehreren Seiten, dass Sie versuchen...

... das Gefängnispersonal zu bestechen, um Privilegien genießen zu dürfen.

Wissen Sie, es ist nicht wahr, dass man mit Geld alles kaufen kann.

Es tut mir leid, aber ich bin gezwungen, Maßnahmen gegen Sie zu ergreifen.

Eine Woche lang keinen Freigang und keinen Besuch.

Gehen Sie.

Schade, dass Sie mich dazu zwingen, Vanzi.

Gerade jetzt, wo Ihre Frau im Besuchszimmer auf Sie wartet.

Ihr seid elende Schurken! Elende Schurken!

Sie können mir nicht verbieten, meine Frau zu sehen.

Sie verschlimmern Ihre Situation aufgrund Ihres Übereifers.

Ich muss die Disziplinarmaßnahme gegen Sie verschärfen.

Der Gefangene Vanzi kommt in Isolationshaft.

Mistkerle!

Ihr Schurken!

Ihr Mörder! Ihr Mörder!

Ihr Schweine!

Ihr Schweine!

Wie fühlst du dich?

Man darf einen Menschen nicht so misshandeln.

Man darf ihn nicht hier eingesperrt lassen.

- Wie lange muss ich hier noch bleiben? - Solange bis du dich beruhigt hast.

Hören Sie...

Sie wirken auf mich wie ein vernünftiger Mensch.

Ich gebe Ihnen eine Million, wenn Sie mich hier rauslassen. Ja, eine Million.

Ich gebe Ihnen meine Telefonnummer.

Sie gehen hier raus, rufen an, gehen zu mir nach Hause...

... mit einem von mir unterschriebenen Zettel...

... und man gibt Ihnen eine Million, wenn Sie mich rauslassen.

- Was für ein Spinner du doch bist. - Doch, ich versprech's Ihnen.

Wieso redest du stets über Geld, wo du doch alles kriegen könntest...

... durch Freundschaft, hm?

Geh zum Teufel...

Man darf einen Menschen nicht so misshandeln...

Du kannst rauskommen.

Hey, Blondie, was haben sie dir angetan?

Ah, Vanzi! Willkommen zurück!

- Gestatten Sie, Brigadiere? - Aber nur ein paar Minuten.

Oh, Sie sehen aber blass aus und sind gar nicht rasiert.

Möchten Sie sich dazu gesellen? Wache, Sie können ruhig zumachen.

Setzen Sie sich doch. Der Aufseher hat es erlaubt.

Vanzi, reden wir Klartext: Sie sind schon mit einem Bein draußen...

... und dann verhalten Sie sich so, dass Sie etliche Jahre hier bleiben müssen.

Sie legen sich mit den Aufsehern an. Das ist verrückt!

Außerdem ist Ihnen nicht klar, dass hier drin neben den geschriebenen...

... auch ungeschriebene Regeln gelten.

Ihr Zellengenosse, zum Beispiel, ist auf Abwegen.

Ich sage nicht, dass er ein böser Mensch ist, im Gegenteil.

Er geht aber alles falsch an.

Er verwechselt Freunde mit Feinden und umgekehrt.

Wissen Sie, viele kommen hier drin zur Vernunft.

Und ich wünsche mir, dass das auch für Pesenti gilt.

Vanzi!

Vanzi, wir müssen uns gegenseitig helfen.

Wenn jemand die Möglichkeit hat, zu helfen, sollte er es tun. Nehmen Sie etwa mich.

Ich tue es von Herzen, wenn der andere nicht mein Feind ist. Verstehen Sie?

Also, dieser Zettel, den Pesenti geschrieben...

... und dann Ventura gegeben hat...

Wo ist der jetzt?

Halten Sie den versteckt, Vanzi?

Es geht darum, dass Pesenti wieder auf den richtigen Weg findet.

Nichts weiter. Keiner will ihm etwas antun. Im Gegenteil.

Möchten Sie die Regeln befolgen oder nicht?

Sie dachten, dass Sie mit Geld alles bewerkstelligen könnten?

Nein. Mit Geld kommt man nur bis zu einem gewissen Punkt, und nicht weiter.

Etwas Cognac?

Mein Freund, Sie haben mich doch verstanden, oder?

Man kann hier drin auf zweierlei Arten leben:

Eine erträgliche und eine unerträgliche.

Sie haben beide kennenlernen dürfen. Wählen Sie aus.

Nur dieser Zettel?

Nur der.

Er liegt...

Er liegt versteckt hinter der Mauer des Waschraums...

Bravo! Trinken Sie.

Wo ist er?

Er ist weg.

- Wo lag er denn? - Ventura hat ihn da hingeworfen.

- Sicher? - Jemand wird ihn gefunden haben.

Vielleicht eine Reinigungskraft.

Ach was, da macht nie jemand sauber.

Was hattest du da drauf geschrieben?

Alles.

All das, was mit deinem Prozess zusammenhängt?

Guten Tag!

Sehen Sie, Vanzi, ich hatte doch Recht damit, dass Sie sich früher oder später...

... gut verstanden hätten.

Was für ein schöner Sonntag!

Und welch tolles Essen man für uns in der Küche zubereitet:

Spaghetti, Fleisch und Auberginen.

Guten Appetit!

- Ist er es, vor dem du dich fürchtest? - Wer sonst?

- Kennst du ihn schon lange? - Ich bin ihm nie zuvor begegnet.

Aber er gehört zu einem Kreis von Leuten da draußen...

... die nicht möchten, dass ich in einem gewissen Prozess aussage.

Ich bin wichtig, weißt du?

Das ist meine Frau.

Und das hier sind Donatella, Stefano und Gaia.

Ich habe nur sie: Sabina.

Alle raus hier! Beeilung!

Zurück an die Wand!

Nein! Nicht das da!

Nein!

Habt ihr Waffen versteckt?

Messer vielleicht?

Nein.

Die hat eine abgebrochene Spitze. Ich brauche sie zum Papier schneiden.

Ich will nichts hören.

Ich will keine Leute, die andere Leute angreifen.

Ich will nichts dergleichen.

Verstanden?

- Wonach suchen die denn? - Das würde ich auch gern wissen.

- Haben Sie nichts gefunden? - Nein, nichts.

Gehört das dir?

Oh, Mann, das sind Nüsse aus Sorrent, die ich gestern im Laden gekauft hab.

Im Laden...

Und was haben wir hier? Drogen aus Sorrent?

Aber Maresciallo, das verstehe ich nicht.

Die waren in einem zugeschweißten rosafarbenen Zellophanbeutel.

Du gehst jetzt in die Krankenstation und unterziehst dich einer Blutuntersuchung.

Und wenn du Drogen konsumiert hast, sprechen wir uns noch mal.

Gebt Acht und verhaltet euch tadellos. Ich kann so was nicht gebrauchen.

Hast du's bemerkt?

Was denn?

Die Nuss mit den Drogen hat ihm der Maresciallo untergejubelt.

- Das war ein Trick, um Zagarella zu linken. - Nein, das hat nichts mit Zagarella zu tun.

- Sie wollten ihn nur entfernen. - Wieso?

Ich hab zwar nicht genau verstanden, wie sie es anstellen wollen...

... aber ich weiß, worauf sie aus sind:

Mich zu töten.

- Was? - Mich zu töten.

Pesenti, du musst zum Gespräch mit deinem Anwalt.

Die Verhandlung nähert sich.

Ah, guten Tag, Herr Anwalt. Endlich...

Verzeihen Sie, Pesenti, aber ich hatte alle Hände voll zu tun.

- Ich dachte, Sie hätten was gegen mich. - Gegen Sie? Ich?

Ja, weil ich nicht bezahlen kann.

Ach, dafür ist noch Zeit, Pesenti. Machen Sie sich deswegen keine Sorgen.

Zunächst mal müssen Sie hier rauskommen, und zwar frei und unbeschwert.

Was ist mit meiner Tochter?

Ich habe mir erlaubt, ihr etwas Geld zukommen zu lassen.

Vor zwei Tagen wollte man sie aus ihrer Pension werfen.

Ich werde Ihnen mein Leben lang dafür dankbar sein.

- Kommen wir jetzt zu uns. - Stimmt etwas nicht?

Sind Sie immer noch entschlossen, zu Lasten von Ingenieur Tioner auszusagen...

... sowie gegen das Energieunternehmen "Poster"?

- Was sollte ich sonst tun? - Und was haben Sie davon?

Ich verstehe nicht.

Sie sitzen im Gefängnis, weil Sie Tioner angegriffen und schwer verletzt haben.

Hier drin ist einer, der für zwei Morde zweimal lebenslänglich gekriegt hat.

Wie oft müsste Ingenieur Tioner lebenslänglich kriegen?

Er kann beweisen, dass Sie versucht haben, ihn zu töten.

Ich brauche nicht zu erwähnen, was er an Anwälten alles eingeschaltet hat.

Die Politik ist da mit im Spiel, wie Sie wissen.

Wohingegen man erst beweisen muss, dass er, wie Sie sagen, für die Sache verantwortlich ist.

Ich werde den Beweis im Prozess vorlegen.

Ich weiß. Sie sagen, Sie hätten die Kopien von gewissen Unterlagen.

Das ist doch der Brief, den ich dem Richter geschrieben habe.

- Wie gelangt der in Ihre Hände? - Dürfte ich mir diese Kopien mal ansehen...

... von denen Sie in diesem Brief sprechen?

Ich ziehe es vor, dass sie an einem sicheren Ort bleiben.

- Vertrauen Sie mir nicht? - Nicht mehr.

In dem Fall muss ich mich weigern, Sie zu verteidigen.

Ich sehe keine andere Lösung. Ich werde Ihnen das Geld zurückgeben...

... das Sie meiner Tochter gegeben haben.

- Finden Sie nicht, dass Sie ungerecht sind? - Ungerecht?

Und finden Sie nicht, dass Sie mir erklären sollten...

... wie dieser Zettel es aus dem Gefängnis geschafft hat und in Ihre Hände gelangt ist?

Ich fürchte, das wird nicht gut für Sie ausgehen.

Man legt sich nicht mit Giganten an. Es ist besser, sich zu einigen.

Ist das etwa ein Angebot? Wie viel?

100 Millionen in bar. Vor dem Prozess.

Hm, abgemacht. Aber ich möchte 1.000 Milliarden.

Eine Milliarde für jeden einzelnen Toten, und ich lasse mich kaufen.

Sagen Sie das den Herrschaften.

Was sind schon 1.000 Milliarden für diese Leute?

Hey, du!

Vanzi!

- Wo ist Pesenti? - Beim Gespräch mit dem Anwalt.

Ich hörte, wie man über ihn geredet hat. Da ist was im Busch...

Armando!

Armando! Armando!

Wer ist denn das? Nein! Wache!

Hilfe! Hilfe!

- Vanzi, hilf mir! - Armando! Nein!

Nein! Aufhören!

Brigadiere!

Hilfe!

Nein! Nein! Nein! Wache!

Armando... Armando, wo bist du?

Was haben sie dir angetan? Armando...

Armando...

Armando...

Vanzi, haben Sie gesehen, wer das war?

Wie denn? Ich hab gerufen, aber keiner hat mich gehört!

Werden Sie nicht laut.

- Wer ist das? - Armando.

Beweg dich!

Ruhe! Und wenn jemand schreit...

... "im Namen des italienischen Volkes", gibt's morgen keinen Film!

- Im Namen des amerikanischen Volkes...! - Ruhe!

"Da ist was im Busch."

Was hat Armando noch gesagt?

Er hat keine Zeit mehr gehabt, noch was zu sagen.

Der arme alte Mann...

Pesenti...

Spuck's aus! Was ist hier los?

Es geht um den Damm von Poster.

Das Geschäft, der Skandal, die Tragödie, oder wie man es sonst nennen will.

Die Geschäftsführung wusste bereits, dass der Damm vorm Einstürzen war.

Es war nämlich ein technisches Gutachten erstellt worden.

Aber man hat getan, als ob nichts wäre, da sie dem Staat den Damm verkaufen wollten.

Hätten sie zugegeben, dass die Struktur einsturzgefährdet war...

... hätte sich ihr Deal in Wohlgefallen aufgelöst.

Das Ergebnis: 1.000 Tote im darunterliegenden Dorf...

... das vom Wasser überschwemmt wurde. Du erinnerst dich sicher.

Und jetzt streiten diese netten Leute ab, dass es ein technisches Gutachten gab.

Sie streiten es einfach ab.

Doch ich hatte bereits Kopien davon gefertigt, bevor sie es vernichtet haben.

Ich hab dort gearbeitet.

Und wieso bist du hier?

Tja, ich bin hier, weil...

Ich bin hier, weil ich aus Verzweiflung den Chef-Ingenieur verprügelt habe.

Ich hätte ihn umbringen können für das, was er getan hat.

Man hat mich dann wegen versuchten Mordes verurteilt.

So wurde ich drei Jahre aus dem Verkehr gezogen.

Nun sieht man sich wieder, da der Prozess wegen des Dammeinsturzes ansteht.

Und ich bin als Zeuge vorgeladen.

Es behagt denen nicht, dass ich noch auf der Welt bin.

Ich bin nämlich der Einzige, der sich nicht von ihnen hat kaufen lassen.

Stell dir vor, mein Anwalt hat gesagt, dass sie mir 100 Millionen geboten haben.

Damit ich schweige.

Und du... hast abgelehnt?

- Hübsches Sümmchen, was? - Du bist doch verrückt!

Ist dir nicht bewusst, dass das ihr letzter Vorstoß für einen Vergleich war?

Vanzi, die müssen für 1.000 Tote bezahlen. Es waren Freunde und Verwandte.

Wer 100 Millionen locker machen würde, um dich zu bestechen...

... kann es auch dafür ausgeben, um dich umbringen zu lassen.

Du hättest so tun sollen, als ob du annimmst!

- So tun als ob? - Aber ja!

Damit du unversehrt rauskommst. Hier drin bist du aufgeschmissen.

Wie willst du dich verteidigen, hm?

Zu welchem Schluss kommst du?

Das ist es!

Deswegen haben sie die Durchsuchung vorgenommen.

Sie haben Waffen gesucht, aber keine gefunden.

- Ja, und? - Jetzt wissen sie's.

Sie wissen, dass wir unbewaffnet sind und uns nicht wehren können.

- Wer war das? - Ich weiß es nicht.

Und? Wieso schlaft ihr nicht?

Ihr habt gestritten, was?

Nein.

Dann gebt Ruhe und geht ins Bett. Zeit zum Schlafen.

Macht er für gewöhnlich nachts einen Rundgang?

Nein.

- Vanzi... - Ja?

Er hat die Tür nicht wieder abgeschlossen.

Da draußen ist jemand.

Wir könnten losschreien.

Wir wecken alle und können uns so retten.

Nein, vielleicht ist es besser, rauszugehen und wegzurennen.

Vielleicht wartet man genau darauf:

Ausbruchsversuch.

Geh zurück!

Sei still, oder du bist tot!

Ist gut, ist gut!

- Lasst mich nicht leiden. - Keine Sorge, wir beeilen uns.

Na, los doch.

So, hier...

Pass auf! Pass aufs Blut auf! Du machst dich noch schmutzig. Gib Acht!

Gib ihm die Tabletten.

Wie geht's?

Geht schon, geht schon.

Ich erledige ihn jetzt sofort. Ich ertrage das nicht.

Man bringt Leute nicht auf diese Weise um.

Wenn du's nicht erträgst, sieh nicht hin.

Dreh deine Äuglein auf die andere Seite, okay?

Du wirst morgen früh erzählen, dass er Selbstmord begangen hat.

Du hast geschlafen und hast nichts gemerkt, klar?

Das war's! Hauen wir ab!

Los, lasst uns verschwinden!

Hilf mir...

- Kaffee in den vierten Sektor! - Andronico, geh ihnen zur Hand!

Kaffee in den vierten Sektor!

Kaffee!

Mach mal auf.

Farinelli, schließ mal hier auf!

Maresciallo, hier ist ein Toter.

Vanzi!

Was ist passiert, Vanzi? Vanzi, reden Sie!

Sagen Sie schon, was passiert ist! Aufwachen! Aufwachen!

Was ist passiert?

Du rufst den Arzt, du den Direktor und du bringst Vanzi in Isolationshaft.

Frag die Nachtschichtwärter und die Häftlinge, ob sie irgendwas gehört haben.

Sofort, Maresciallo.

Ihr könnt gehen.

Also, wie geht's?

Der Plan ist also, es als Selbstmord aussehen zu lassen.

Doch wie Sie wissen, wurde er ermordet!

Niemand hat etwas gesehen oder gehört, Maresciallo.

- Keine Schritte, Riegel, Schreie, gar nichts? - Nein, nichts.

- Hau doch ab, du Trottel. - In Ordnung, du kannst gehen.

Hören Sie, Sie werden in Bälde von einem Richter angehört werden.

Was sie mir da erzählen, ist aber seltsam.

Für mich sieht das glasklar wie Selbstmord aus.

Zelle, Nacht, Rasierklinge...

Und Sie schlafen natürlich seelenruhig, ohne was zu bemerken.

Und doch sagen Sie, es wäre Mord gewesen.

Der Richter wird sich fragen, wie dieser Mörder hier hineingelangt sein soll.

Oder?

Sie waren zu fünft, und das wissen Sie genau. Biro, Simonetti und drei weitere.

Versetzen Sie sich aber mal in die Lage des Richters.

Wenn der Richter glauben soll, dass es Mord war, dann waren Sie der Täter.

Sie waren mit Pesenti in der Zelle, oder?

Und es gibt Zeugen, die belegen können, dass Sie sich über das aggressive Verhalten...

... und den Drohungen Ihres Zellennachbars ständig beschwert haben.

Ja, Sie hatten keinen guten Draht zueinander. Sie haben sich häufig gestritten, nicht wahr?

Also schön.

Vanzi...

So, ich lasse Ihnen jetzt noch etwas Kaffee kommen, okay?

Bereiten Sie sich auf das Treffen mit dem Richter vor.

Rasieren Sie sich.

Ah, Vanzi!

Meinen Glückwunsch!

Ihr Entlassungsschreiben ist eingetroffen. Sie können sofort gehen.

Sie müssten nur noch erst zum Richter, um Ihre Aussage im Fall Pesenti zu machen.

Möchten Sie derweil von hier aus zu Hause anrufen? Nein?

Schön. Es ist besser, sich zu beeilen. Der Richter ist dort drüben. Gehen Sie ruhig.

Ihr Mörder!

Ihr Mörder!

Hat dieser Pesenti vor heute Nacht schon mal Selbstmordabsichten geäußert?

Was ist denn los, Vanzi?

Ich verstehe, dass der Tod Ihres Zellengenossen Sie mitnimmt.

Versuchen Sie, präzise zu antworten. Es ist wichtig.

- Kam er Ihnen normal vor? - Anfangs schon...

... als ich vom Arzt befragt wurde, der ihn in eine Irrenanstalt überweisen wollte.

Fahren Sie ruhig fort.

Doch dann wurde er depressiv, hatte Alpträume und führte Selbstgespräche.

- Und was sagte er? - Sinnlose Dinge. Manchmal drohte er.

- Verfolgungswahn? - Ja, genau das.

- Haben Sie denn letzte Nacht nichts gehört? - Ich habe ein Schlafmittel genommen.

- Und wann haben Sie den Vorfall bemerkt? - Als ich aufgewacht bin.

Verzeihen Sie, haben Sie zufällig ein Streichholz?

Die Bilder, die Sie hier sehen, sind Werke von Häftlingen.

In diesem Büro hingegen wird jeder neue Gefangene...

... in das entsprechende Register eingetragen.

Eine Besonderheit ist, dass es nach Vor- und nicht nach Nachnamen sortiert ist.

Wer etwa einen "Giuseppe Garibaldi" sucht, muss unter "Giuseppe" suchen.

Hier wird der Häftling vorstellig, wenn er ins Gefängnis kommt...

... und wenn er wieder entlassen wird.

Sie sehen jetzt zwei Häftlinge, die entlassen werden.

Entschuldigen Sie mich kurz... Vanzi!

Hören Sie...

Lieber Vanzi, ich freue mich, dass Ihnen dieser Moment zuteil wird.

Es war sicher eine Erfahrung, auf die Sie vermutlich gern verzichtet hätten.

Aber ich weiß, dass eine kreative Person wie Sie...

... in spiritueller und menschlicher Hinsicht stets eine Bereicherung daraus ziehen kann.

Jedenfalls, Ende gut, alles gut.

Vergessen Sie das Ganze.

Hier sehen Sie den Fotobereich und den Umkleideraum.

Die Neuankömmlinge geben ihre persönlichen Gegenstände ab...

... und diese werden bis zum Zeitpunkt ihrer Entlassung im Lager aufbewahrt.

Nun zeige ich Ihnen die Krankenstation...

... die mit modernsten medizinischen Geräten ausgestattet ist.

Armando!

Armando...

- Wie geht's dir? - Hallo! Die haben mir die Nase gebrochen.

Hör mal, Armando...

Warum haben die ausgerechnet mich als Zeugen ins Visier genommen?

Es war wichtig für sie, dass das Ganze sauber aussieht...

... und sie benötigten die Aussage einer respektablen Person wie dich dazu.

Ein Verbrechen hätte ein politisches Erdbeben lostreten können.

Ein Selbstmord dagegen regelt alles von alleine.

Ich verstehe.

- Wiedersehen, Armando. - Wiedersehen, Vanzi.

Hey, wohin gehst du? Der Ausgang ist auf dieser Seite. Komm mit.

Hey, alles Gute.

- Wieso machst du eigentlich diesen Job? - Was sollte ich denn anderes tun?

Oh, der Architekt...

Sie ziehen sich also um, wenn Sie Feierabend haben?

Damit die Leute etwa nicht merken, welcher Arbeit Sie nachgehen?

Denken Sie nur, weil Sie jetzt draußen sind, können Sie sagen, was Sie wollen, hm?

Seien Sie still und haben Sie Respekt.

Trauern Sie Pesenti etwa so sehr nach?

- Ach ja, weil Pesenti Ihr Freund war, was? - Ja, genau!

Pesenti war Ihr Feind.

Sie sind der größte Kriminelle dort drin!

Ich sagte, er ist Ihr Feind. Und das kann ich Ihnen auch beweisen.

Was machen Sie beruflich? Sie arbeiten als Architekt, oder?

Sie sind sicher Bauleiter auf Baustellen, und man weiß, dass dort Unfälle passieren.

Aber geben Sie gut Acht, denn ein Typ wie Pesenti -

... falls Sie jemals einen wie ihn unter Ihren Arbeitern haben sollten -

... ist imstande, sich auszudenken, dass der Chef für alles verantwortlich ist!

Leute wie Pesenti sind nämlich so beschaffen.

Sie haben den Plan im Kopf, all das, woran Menschen glauben, zu zerstören.

Denn Sie finden Geschmack daran, Autoritäten zu untergraben.

Und wenn alles zerstört ist, werden sie es sein, die die Welt in der Hand haben.

Sie haben einen Unschuldigen getötet, und das wissen Sie!

Wir haben es hier mit einem Selbstmord zu tun, Vanzi.

Ich habe mir nichts vorzuwerfen.

Und Sie sollten es auch nicht, ja?

Denken Sie mal darüber nach.

- Ich verachte Sie. - So ein Unfug.

- Ich habe noch nie jemanden so verachtet! - Das ist nur blödes Geschwätz!

Sie sollten mir die Hand drücken, Vanzi.

Aber Sie wollen nicht einsehen, dass wir auf derselben Seite stehen.

Und wissen Sie, warum Sie das nicht tun?

Weil ich ein einfacher Unteroffizier bin. Stimmt's?

Ein armer Teufel...

Wenn es ein General gewesen wäre, der das getan hätte...

Hallo, Vanzi! Entschuldige die Verspätung. Los, beeil dich, wir werden erwartet.

Gehen Sie ruhig, Vanzi.

Alles Gute für Ihre Kreuzfahrt. Sehen Sie zu, dass Sie Spaß haben.

Und denken Sie daran, dass ich es nicht nur in meinem eigenen Interesse getan habe.

- Wie geht's dir, Schatz? - Viel besser.

Ach, sieh mal, was der Idiot da macht! Lern mal Autofahren!

Ich hab nur ein Problem: Das Datum.

Wenn wir einen großen Coup landen wollen, muss das Buch vor November erscheinen.

- Ich denke, das kriege ich hin. - Also, schreiben Sie einfach drauf los.

Ich habe meine Mitarbeiter, die dann alles korrigieren werden.

- Hallo, mein Lieber! Was für ein Abenteuer! - Hallo!

- Wir haben viel an dich gedacht. Wie geht's? - Du siehst toll aus. Drahtig und gut in Form.

- Glückwunsch! - Danke.

Ich denke, auch aus moralischer Sicht ist diese menschliche Erfahrung nützlich.

- Vanzi, erwähnen Sie auch die Schwulen. - Keine Sorge.

Das muss er ja. Es ist vertraglich festgelegt.

Du siehst gut aus. Hattest du da drin keine Probleme?

Na ja, man muss sich Respekt verschaffen und sich wehren.

Das ist Ihnen ja gelungen.

Mir wurde gesagt, dass Sie viel Charakterstärke bewiesen haben.

Ja, schon, aber wenn ein Verbrecher, sein Messer zückt...

Einem habe ich mal eine Lektion erteilt...

Ach ja, erwähnen Sie auch die Sache mit der jungen Frau in der Radiologie...

Nun ja, wenn meine Frau das gestattet...

Natürlich, Liebling.

Ich würde dieser jungen Frau sogar danken, wenn sie dir geholfen hat...

... dieses scheußliche Leben dort drin besser zu ertragen.

Bravo, du bist gerade rechtzeitig für die Kreuzfahrt rausgekommen.

- Und wer war diese junge Frau? - Woher soll ich das wissen?

Und die Zeitungen schreiben, italienische Gefängnisse seien so schlimm...

Man bekommt dort sogar weibliche Betreuung...

Also, wann brechen wir auf, hm?

Du bist doch Sabina. Sabina Pesenti, nicht wahr?

Entschuldigen Sie.

Ich glaube nicht daran, dass mein Vater Selbstmord begangen hat.

Ich glaube es einfach nicht. Können Sie mir nichts dazu sagen?

- Ich? Nein, tut mir leid. - Nichts?

Nein, nichts.

Ciao...

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