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Original subtitles

(Orchestermusik)

(Musik geht über in Orgelmusik und Chorgesang)

(Musik geht über in Revuemusik)

(Musik blendet aus)

(Auto hält quietschend an)

Bezahlen Sie den Mann, Wuttke. - Bitte, Herr Direktor.

(Orchestermusik spielt)

(Applaus)

Meine sehr geehrten Herrn und Damen,

hiermit lade ich Sie höflichst ein,

und Sie werden gleich im Bilde sein, wir fallen nämlich ein wenig aus dem Rahmen,

wir zeigen Ihnen, liebe Leute, (Musik der Band setzt ein)

die Mode von gestern und heute.

Das sind Kleider für ein Tennis-Matchspiel.

Oh, wie stöhnte so ein armer Fratz, meistens schon nach dem ersten Satz,

während sie nach Schmetterbällen zielte, als total bekleideter Komplex.

Wär das Resultat nicht 0:6, wenn sie gegen diese Damen spielte,

die sich hier in ihrer ganzen Größe zeigen

und sonst nie in ihrem jungen Leben sich beim Spiele eine Blöße geben.

Wenn sie, äh, auch an sich viel Blöße zeigen...

Hier, dieses Prachtstück aus dem Jahre 1880 zeigt uns nichts.

Nicht einmal die Waden...

Ehrlich gesagt, mit diesen Damen hätte ich keine Lust zu baden.

Aber diese Kleider brauchen nichts zu verstecken.

Denn sie sind nur ein Vorwand für die Nacktheit.

Und sie bedecken mit äußerster Exaktheit gerade das, was Not tut zu bedecken.

(Musik zu Ende, Applaus setzt ein)

(Neue Musik beginnt, Fanfarenklänge)

(Applaus)

(Lied "Es gibt keine Frau, die nicht lügt")

Frauen sind gut oder schlecht,

wichtig ist nur, sie sind echt.

Die, die den Männern gefällt, weiß genau, dass sie Recht behält.

Männer sind arm und sind reich,

doch es ist alles so gleich.

kommt nur der Mann, den man will, steht auf einmal die Erde still.

So ist das Leben, so ist die Liebe.

Schwächen sind immer so schön,

hat man den Mut zu gestehen.

Es gibt keine Frau, die nicht lügt,

und wenn auch der Schein manchmal trügt.

Sie lügt, weil sie niemals ganz vergisst,

dass sie von Natur die Schwächere ist.

Es gibt keine Frau, die nicht lügt,

weil Wahrheit allein fast nie genügt.

Selbst, wenn ihr ein Mann das Glück der Welt verspricht,

nur wenn sie ihn liebt, dann lügt sie nicht.

Lüge und Liebe gehören zusammen

wie Licht und Sonnenschein.

Wenn du nicht lügst, dann wird keiner entflammen,

und du bleibst ganz allein.

Doch du kannst lernen, wie schnell man die Herzen

ganz doll vor Liebe macht,

bei Gabriela,

bei Gabriela,

heute Nacht.

(Chor) Liebe und Lüge gehören zusammen,

wie Licht und Sonnenschein.

Wenn du nicht lügst, dann wird keiner entflammen,

und du bleibst ganz allein.

Doch du kannst lernen, wie schnell man die Herzen

ganz doll vor Liebe macht...

(Chor) Bei Gabriela,

(Chor und Publikum) bei Gabriela,...

...heute Nacht.

(Lied zu Ende, starker Applaus)

(singt) Es gibt keine Frau,

die nicht lügt,

und wenn auch der Schein manchmal trügt...

Das machst du großartig, Hansi.

Willst du nicht an meiner Stelle morgen auftreten?

Wenn der neue Besitzer damit einverstanden ist?

Ich befürchte, das Publikum wird aus Protest die Einrichtung demolieren.

Wenn wir von hier fort sind, werde ich Verschiedenes vermissen,

aber Ihren Humor bestimmt nicht, Herr Lambert.

Haben Sie den Vertrag? - Hier ist er.

Gabriela kann ihn ruhig unterschreiben. - Jaa, jaa...

Unterschreiben kann sie ruhig, die Unruhe kommt dann erst hinterher.

Dieser Vertrag muss erst auf Haut und Nieren geprüft werden.

Das heißt Herz und Nieren, Hansi.

Aber doch nicht bei Freddie. Der hat doch keins.

Hochverehrter Herr Direktor, kümmern Sie sich jetzt um die Gäste,

und in einer Viertelstunde können Sie wieder raufkommen.

Bis dahin wird Hansi rauskriegen, was Sie für Fußangeln gelegt haben.

Bitte.

Tschüss!

Du bist zu streng mit ihm.

Aber was!

Man wäre noch viel strenger mit ihm, wenn er dort sitzen würde, wo er hingehört.

Aber Hansi... - (äfft nach) Aber Hansi...

Dieses "Aber Hansi..." hat dich in den letzten 10 Jahren sehr viel Geld gekostet.

Wie oft habe ich dir gesagt, dass Freddie dich bei den Abrechnungen betrogen hat.

Jede andere Frau wäre schon längst zur Polizei gelaufen.

Du weißt, ich bin froh, wenn die Polizei nicht zu mir kommt.

Wir hätten uns überhaupt einen Anwalt nehmen sollen.

Das ist doch keine Kleinigkeit, wenn du deinen Anteil verkaufst.

Schließlich hast du doch das Lokal in die Höhe gebracht, und...

Ich kann mich auf dich verlassen. Prüfe die Sachen nur auf Haut und Nieren...

Prost.

So habe ich es gern: Rechts 'ne Schwarze und links 'ne Blonde.

(Freddie) Umgekehrt geht's auch. - Nö, umgekehrt mag ich's nicht.

Ah, Charlie, benimm dich. - Du bist verdächtig nüchtern, Freddie.

Und eifersüchtig bist du auch.

Ich bin großzügig, such dir eine aus! - Danke für das Angebot.

Margot hat eine reizende Stimme, lass sie mal vorsingen.

Ja, vielleicht. Aber jetzt wirst du mir was vorsingen, die Pause ist um.

Also dann, an die Arbeit.

Klavierspielen kommt gleich nach dem Holzhacken. Hacke... Bajazzo...

Freddie? - Ja?

Was macht denn Gabi? - Ich nehme an, sie schminkt sich ab.

Hat sie was gesagt? - Nein.

Ich meine, wegen der beiden Mädels?

Ich glaube, die hat sie gar nicht gesehen. - Glaube ich auch...

Mich hat sie auch nicht gesehen. Mich sieht sie überhaupt seit Tagen nicht.

Hast du nicht bemerkt, sie hat in den letzten Tagen so einen merkwürdigen Blick bekommen.

Die sieht so durch einen hindurch, als ob man aus Glas wäre.

(orchestrale Filmmusik)

(Hansi liest laut)...sollte heute ohne Einschränkungen gelten.

So, die ärgsten Gaunereien sind beseitigt, du kannst unterschreiben.

Gabi? Was hast du?

Angst. - Angst?

Angst vor dem, was kommen wird.

Na, jetzt verstehe ich dich aber wirklich nicht mehr.

10 Jahre lang hast du für diesen Tag geschuftet,

den glücklichsten deines Lebens, und jetzt hast du Angst davor?

Auch vor dem Glück kann man Angst haben, Hansi.

(es klopft an der Tür)

Herein.

Kann ich meine Füllfeder zücken? - (Hansi) Zücken Sie.

Wir unterschreiben.

(Musik wird leicht dramatisch)

So. "Gabriela" gehört Ihnen.

Leider nur das, was man nach ihr benannt hat.

Und, äh, Charlie? Er weiß von nichts, Sie haben es mir versprochen.

Ich halte Wort, Gabriela, aber ich glaube er hat gemerkt, dass irgendetwas los ist.

Wollen Sie nicht lieber mit ihm sprechen?

10 Jahre sind schließlich keine Kleinigkeit.

Charlie hat viele Fehler, aber ein Abschiedswort hat er schon verdient.

Ich kann es nicht. Wenn er dann vor mir steht...

Nein, nein, gerade das kann ich nicht.

Nein, das können wir nicht.

Wenn wir seine feuchten Hundeaugen sehen, dann werden wir gleich wieder weich.

(Freddie) Sie wissen, dass Sie hier immer gerne gesehen sind, Gabriela.

Falls Sie es sich doch einmal anders überlegen sollten.

Ich glaube kaum, dass wir uns das anders überlegen.

Na schön, wie die Damen wünschen. Sie werden mir eigentlich fehlen, Hansi.

Ich werde sehr bald wieder aufkreuzen. Wenn Sie die Monatsraten nicht pünktlich zahlen.

Also, bessern Sie sich.

Leben Sie wohl, Gabriela.

Leben Sie wohl, Freddie.

So, das hätten wir hinter uns.

(Gabriela) Es ist höchste Zeit.

Die Reise kann losgehen.

Ich werde inzwischen auf Hausfrau trainieren.

Wenn ihr wiederkommt, bin ich Köchin, Gärtner und Stubenmädchen in einer Person.

Ich seh dich schon mit Spitzenhäubchen Tee servieren, als Unschuld vom Lande.

Na, warum nicht?

Kann ich ja großartig. Schließlich habe ich es ja hundertfünfzig Mal gespielt,

als "Johanna de Vries", in "Adele", in der "Fledermaus",

also spiel ich, aber warum? Bloß weil du... Gabi? Gabi?

Rede nicht so viel, komm schon.

Ich rede ja gar nicht. Was soll mit diesem Paillettentraum geschehen?

Den lassen wir da für meine Nachfolgerin.

(beschwingte Musik, Stepptanz)

Mach nicht so ein Gesicht, Hansi. - Wieso? Du machst ja auch so eins.

Charlie tut mir doch leid. Na, ich hab's hinter mir.

Merkwürdig wie klein eine Tragödie ist, wenn man sie hinter sich hat.

(Mädchenstimme) Mutti!

Hallo liebe Mutti!

Ob Andrea sich auch so freuen wird?

Na gleich um den Hals fallen wird sie dir wohl nicht.

Das darf ich auch gar nicht erwarten. Vielleicht will sie mich gar nicht, Hansi.

Bitte einsteigen, der Zug fährt gleich ab. - Auf Wiedersehen.

(seufzt) Jetzt hab ich kein Taschentuch. - Hier, nimm meins und heul nicht.

In einigen Tagen sind wir doch wieder zusammen.

(ruhige Orchestermusik)

Also Direktorchen, wann kann ich Ihnen was vorsingen?

(lallt) Gleich. Jetzt haben wir Polizeistunde.

Wir gehen dann zu mir.

Ich habe eine sehr gemütliche Wohnung. Klein, aber gemütlich.

Aber Liane kommt mit? - Ja, ja und Charlie auch.

Er wird dich begleiten.

Wenn du was kannst, kannst du vielleicht schon morgen...

Was? Was kann ich morgen? - (Freddie lacht)

Ihr müsst nämlich wissen Kinder, Gabriela ist...

Was ist mit Gabriela?

Nichts, gar nichts... Prost.

(Musik beendet) (Charlie schlägt Klavierdeckel zu)

Schluss!

Schluss.

(Freddie) Wiedersehen, Herr Doktor.

(Charlie) Plimm, Plimm, Plimm, Plimm... - (Mädchen lachen)

(Freddie) Charlie!

Ja? - Wo willst du denn hin?

Rauf. Ich will Gabi gute Nacht sagen.

Seit einer Woche habe ich das nicht getan. Und das ist ein Rekord Freddie!

Bisher habe ich das höchstens 5 Tage ausgehalten.

Lass das doch heute. Wir gehen doch jetzt zu mir!

Wer wir? - Margot und Liane.

Komm.

Charlie, komm schon. - Wir warten schon so lange.

Na, so habe ich es gerne. Rechts 'ne Blonde und links 'ne Schwarze.

Na, umgekehrt geht's auch. (alle lachen)

(Tänzerinnen) Gute Nacht Charlie!

Bist du bald soweit? - (Techniker) Ja, wir sind gleich fertig.

Nanu, was ist denn da los? - (Freddie) Nichts, nichts.

Nur eine kleine Reparatur.

Hallo? Taxi!

(Techniker) Chef! Wollen Sie es mal sehen? - Ne, ne, jetzt nicht.

Was denn sehen? Aber ich will sehen!

Karl, schalt mal ein.

(kurz laute Filmmusik)

Kleine Namensänderung... - Wieso?

Was soll denn das heißen?

Na, einmal musst du es ja doch erfahren.

Gabriela hat mir ihren Anteil verkauft. Sie will nicht mehr.

Was?

Mensch!

(Charlie) Und warum hast du mir das verschwiegen?

Fahrt nach Hause, Kinder. Ich kann ihn jetzt nicht allein lassen.

(dramatische Musik)

(Gläser zerbrechen)

Hallo Charlie, wo brennt's denn?

(klingelt an der Tür) - (Haushälterin) Ja, ja...

Oh! Herr Charlie.

(Musik wird traurig)

Was haben Sie, Herr Charlie? - Nichts...

Haben Sie das nicht gewusst? - Nein.

Gute Nacht. - Gute Nacht.

(Freddie) Charlie!

(Charlie seufzt)

Du bist ein Schuft, Freddie. - (lallend) Ich weiß.

Wenn ich Gabriela gegenüber Wort gehalten habe, bin ich ein Schuft.

Wenn ich dir aber was gesagt hätte, wäre ich auch ein Schuft.

Wie heißt der Mann? - Welcher Mann?

Mit dem sie davon gelaufen ist. - Kenne ich nicht.

Ich weiß nicht einmal, ob es überhaupt einen gibt.

Du meinst, äh... Ach, natürlich gibt es einen!

Sonst wäre sie doch nicht fort. - Nicht gesagt, Charlie, nicht gesagt.

War eine schwere Verhandlung mit ihr, wegen der Anzahlung und der Raten.

Sonst ist sie ja nicht so, aber... (lacht)

Sie hat gesagt, sie müsste vorbauen, für die Zukunft.

Wenn sie einen Mann hätte, dann würde sie doch auch Geld haben.

Dann hat sie eben einen, den sie noch aushalten muss.

Soll schon mal vorgekommen sein... - Halt den Mund!

Du hast's nötig... - Komm, komm, komm, ruhig. Trink einen.

Und sie hat mir nichts ausrichten lassen?

Kein Wort? - Doch.

Sie wünscht dir, dass du dich mal aufraffst.

Dass du mal rauskommst aus dem Dreck hier.

Aus dem Dreck! (Glas zersplittert)

Wer hat Schuld daran, dass ich hier sitze, wer hat mich so weit gebracht?

Wo wäre ich, wenn ich sie nicht kennen gelernt hätte?

Du musst mir glauben, Freddie, ich war mal jemand.

Vor 10 Jahren war ich jemand und hätte vielleicht was werden können,...

wenn mir diese Frau nicht über den Weg gelaufen wäre, und...

Und? - Nein.

Ich darf dir nichts erzählen.

(lacht leise auf)

Ich muss das Maul halten und sie läuft mit einem Kerl davon.

(Zug rattert)

(melancholische Musik)

(Musik wird beschwingter)

Hallo Peter! Los, springen!

(Frau Matthes) Na Andrea, wie war's?

Schön...

Zieh dich um Kind, sonst erkältest du dich.

Bitte...

Andrea?

Bitte?

Warum bist du so unfreundlich zu mir? Du tust mir weh.

Ach Mutti...

Na komm, komm. Beruhige dich doch.

(Andrea weint leise)

Ist sie schon da? - Aber Kind...

Glaubst du, ich lasse sie in der Küche warten oder im Schlafzimmer?

Ich dachte, sie ist in meinem Zimmer. - Na geh schon nach oben und zieh dich um.

Sie braucht nicht zu sehen, dass du geweint hast.

Nein, ich will nicht...

Aber Kind. Du hast doch seit Jahren gewusst, dass dieser Tag einmal kommen würde.

Gewusst... Gewusst habe ich es.

Aber ich konnte nie richtig daran glauben, und ich habe auch nie daran gedacht.

Und wenn es mir in den Sinn kam, habe ich die Gedanken eben verjagt.

Für mich bist du meine Mutter. Und wirst es immer bleiben.

(jemand pfeift im Hintergrund eine kleine Melodie)

Das ist Peter. Ich komme gleich.

Ihr habt euch heute wieder tüchtig abgehetzt, Peter.

Ja, der Schnee war fantastisch...

Wo ist Andrea? - Oben.

Wenn du auf sie warten willst, setz dich hin.

Danke.

Sie können mir auch sagen, ob es wahr ist.

Ob was wahr ist?

Meine Mutter hat mir erzählt, dass Andrea von hier fort geht. Für immer.

Es ist wahr.

Ihre Mutter holt sie ab, schon heute.

Ihre Mutter?

Wie merkwürdig das klingt, wenn Sie das sagen, Frau Matthes.

Können Sie verstehen, dass sie mir nichts davon gesagt hat?

Doch, das kann ich verstehen. Sie hat zu niemandem davon gesprochen.

Aber zu mir hätte sie es doch tun können...

Wir sind schließlich wie Bruder und Schwester. Ich versteh Andrea wirklich nicht.

Was verstehst du nicht, Peter?

Peter hat von seiner Mutter erfahren, dass du abfährst.

Er will sich von dir verabschieden.

Wir haben uns schon verabschiedet, Peter.

Wir? - Ja. Heute morgen.

Heute morgen? Das nennst du Abschied?

Du hast herumgetobt wie noch nie.

Unseren Abfahrtsrekord gebrochen, im Schnee herumgekugelt...

Das war mein Abschied, Peter.

Mein Abschied von unserem Wald, dem Schnee, den Bergen...

...und auch von dir.

Na ja, das versteh ich schon...

Aber trotzdem hättest du mir etwas sagen können.

Peter, begreifst du denn nicht?

Ich kann jetzt noch nicht richtig daran glauben, dass ich wirklich von hier fort muss.

Und wenn man an etwas nicht glaubt, dann existiert dieses Etwas eben nicht.

Und dann kann man auch darüber nicht reden, zu niemand.

(Glöckchen von einer Schlittenkutsche sind zu hören)

Ein Schlitten...

Da ist sie. - Sie sieht sehr sympathisch aus.

Ich will nicht, dass sie sympathisch ist!

Guten Tag. - Guten Tag...

Grüß Gott, Frau Donath.

Gute Reise gehabt? - Ja, danke.

Bitte treten Sie näher.

Wer war der junge Mann? - Peter Heuer, der Sohn unserer Nachbarn.

Ein guter Kamerad von Andrea. - Aha.

Deshalb hat er mich so feindselig angeschaut.

Feinselig? Das glaub ich nicht. - Doch, doch...

Sie irren sich bestimmt. Bitte nehmen Sie Platz.

Ich hole inzwischen Andrea. - Nein!

Wie Sie wünschen...

Hübsch haben Sie es hier.

Ich habe das Haus sehr gern. Und Andrea auch.

Weiß Andrea, dass ich komme?

Ja.

Also, sie erwartet mich.

Sie weiß, dass Sie kommen.

Ich verstehe...

Ist sie sehr unglücklich darüber, dass sie fort muss?

Oh mein Gott...

Sie hat sich an uns gewöhnt und fühlt sich hier zu Hause.

Aber sie ist ja ein junger Mensch und wird sich bestimmt umstellen können.

Sie müssen natürlich sehr viel Geduld mit ihr haben.

Das weiß ich. Ich glaube fast, es war ein Fehler von mir hier her zu kommen.

Sie halten mich sicher für eine Egoistin.

Ach was...

Sie sind Andreas Mutter, niemand kann Sie besser verstehen als ich.

Wenn hier jemand einen Fehler gemacht hat,

so war es mein armer Mann, als er die Bedingung stellte,

dass Sie Andrea nicht besuchen dürfen. Aber er hat es nur gut gemeint.

Er wollte das Kind nicht in Konflikte bringen.

Wenigstens solange nicht, wie sie noch ein Kind ist und die Lage nicht beurteilen kann.

Ich weiß es, Frau Matthes.

Und ich habe damals Ihrem Mann Recht gegeben, wenn auch mit schwerem Herzen.

Das heißt, in meiner verzweifelten Lage Recht geben müssen.

Sprechen wir nicht mehr darüber.

Wir müssen eben alle sehen, wie wir mit dieser Situation fertig werden.

Ich hole sie jetzt.

Andrea?

Andrea? - Ja?

Komm bitte herunter.

Ich lasse Sie jetzt allein. - Nein, bitte bleiben Sie.

Guten Tag.

Guten Tag, Kind.

Willst du deiner Mutter keinen Kuss geben, Andrea?

Andrea!

Lassen Sie, Frau Matthes.

Wir beide müssen uns erst näher kennen lernen.

Nicht wahr, Andrea?

Ich glaube, wir werden uns gut verstehen.

(Hansi summt vor sich hin)

(es klingelt an der Tür)

Ach, du liebes bisschen, sie sind schon da.

(es klingelt weiter an der Tür)

Hallo! (Türöffner summt)

Du musst aufmachen!

Gabi!

Das ist meine Freundin Hansi.

Guten Abend, leicht zu merken, wie ein Kanarienvogel.

Jetzt ist die Tür zu, ich habe keinen Schlüssel.

Wir müssen auf der Straße übernachten. - (lachen)

Also, einer von uns muss über den Zaun springen.

Ich nicht! - Aber ich!

Hältst du das bitte mal? - Mmh.

(Andrea lacht beim Klettern)

Links ist der Knopf zum Drücken.

Entschuldige bitte Gabi, dass das passiert ist.

Ich bin dir sehr dankbar, ich habe Andrea zum ersten Mal lachen sehen.

Na, das wird sie bei mir öfter. Das wär ja gelacht.

(Türöffner summt) Ah, Dankeschön.

Na, das werden wir ja wohl schaffen, was? - Aber natürlich!

Komm Andrea, ich zeige dir dein Zimmer.

Halt! Gabi! Schon wieder!

Was ist geschehen?

Gabi, summe bitte.

Warum soll ich summen?

Ich meine, summe auf den Drücker, äh, drücke auf den Summer.

Die Tür ist schon wieder zu. - Ach so.

(Türöffner summt)

Danke!

Na, Andrea?

Sehr hübsch.

Es freut mich, dass es dir gefällt.

Ich hoffe, dass du dich einigermaßen zu Hause fühlen wirst.

(Hansi ächzt)

(Hansi ächzt und stöhnt)

Was ist denn da drin?

Aber Hansi, das ist doch mein Koffer, der muss wieder runter.

Was? Der muss wieder runter?

Sehr praktisch, du sparst das Auspacken.

(Andrea lacht vergnügt) Ich hole meinen Koffer selber.

Na, was hat sie gesagt? Hat es ihr gefallen?

- Glaube schon. Hast du die Bücher besorgt? - Ja, ich habe zwei Meter gekauft.

(Gabriela) "Casanovas Memoiren"...

Aber Hansi, das ist doch kein Buch für ein junges Mädchen?

Warum nicht? Sie soll die Männer frühzeitig kennen lernen, wenn auch nur theoretisch.

Raus mit den Büchern, aber schnell. - Ja.

Die anderen brauchst du nicht nachzusehen, die sind in Ordnung.

Pack nur das Notwendigste aus, Andrea, wir essen in einer Stunde.

Danke, ich möchte heut nichts mehr essen. - Wie du willst.

Gute Nacht. - Gute Nacht.

(traurige Musik setzt ein)

(Musik wird fröhlicher)

(Musik wird wieder trauriger, schwerer)

(Gabriela) Ich bin müde.

Kunststück, du bist über Nacht Mutter geworden, das strengt an.

Tzz, Mutter...

Glaubst du, dass sie jemals Mutter zu mir sagen wird?

Warum sollte sie nicht, Gabi?

Morgen sieht alles anders aus.

Ich bin dafür, wir gehen jetzt schlafen.

Geh nur, Hansi. Gute Nacht.

Gute Nacht, Gabi.

(Klaviermusik)

(Margot singt) Es gibt keine Frau, die nicht lügt,

und wenn auch der Schein manchmal trügt...

(Musik endet) (Charlie) Uhhh!

Blödsinn. Das kann sie nicht singen.

(Freddie) Warum nicht?

Jetzt sag bloß noch "aus Pietät".

Oder weil dir das Herz bricht, und ich platze vor Lachen.

Ach, mit dem Herzen hat das gar nichts zu tun, aber mit dem Gehör.

Außerdem müsste ich das Ganze umschreiben,

oder soll sie etwa am Schluss singen "Bei Freddie, bei Freddie"?

Glaubst du, dass da ein Aas mitsingt?

Nee. Nee, das glaub' ich nicht, nee...

Also los, Kinder! Auf die Bühne!

(unzufriedenes Gemurmel der Mädchen)

(Vortänzer) Und...rechts... Eins, zwei, drei vier.

Rechts und hopp und links und hopp

und rechts und hopp und links und hopp.

Komm, geh rauf, zeig's ihnen.

Hast du etwas von ihr gehört?

Von Gabriela? - Mmh.

Nein. Aber ich werde bald was von ihr hören.

Wie meinst du das?

Hast du sie reingelegt? - Was heißt reingelegt?

Ich habe die erste Rate bereits nicht bezahlen können.

Seit sie weg ist, ist doch das Geschäft um die Hälfte zurückgegangen. Weißt du ja selber.

Ah, ich weiß nur, dass ich von dir kein Geld kriegen kann.

Wir müssen eben was erfinden. Nackt-Revue oder so was.

Noch nackter geht's nicht.

Herr Direktor, Sie werden erwartet, oben im Büro.

Rechnungen? - Nein, äh, ein Agent.

Herr Corlionio, oder wie er heißt. - Ach so.

Ich habe Ihnen was zu sagen.

Schießen Sie los.

Ich hab sie gestern gesehen. - Wen?

Gabriela.

Allein? - Ja. In einem Warenhaus.

Ich habe zufällig gehört, wie sie der Verkäuferin ihre Adresse angegeben hat.

Mensch Wuttke! Ihre Adresse? - Ja. Hier ist sie.

Ist das weit von hier? - Nee, 'ne Stunde, mit der Vorortbahn.

Danke, Wuttke.

(Hansi) Bist du noch nicht fertig? - Doch.

Schau, wie wäre es damit?

Ach, jetzt habe ich meine Brille nicht...

"Großindustrieller sucht Reisesekretärin nicht über 25 Jahre".

Tä, das könnte denen so passen, "nicht über 25 Jahre",

nee, das kommt für dich nicht in Frage.

Sach mal, wieso hast du es überhaupt so eilig mit der Stellung?

Ich hab zu Hause auch immer gearbeitet, solange Papa...

...Herr Matthes lebte, war ich bei ihm im Büro, und

während seiner Krankheit habe ich alles ganz alleine gemacht.

Und außerdem... - Was außerdem?

Ich möchte gern auf eigenen Füßen stehen.

Soll das heißen, dass du von hier fort willst?

Du, wenn du das deiner Mutter antust, dann bist du ein schlechter Mensch.

Merkst du nicht, wie sie an dir hängt, dich liebt,

nach einem netten Wort von dir sehnt? - Auf einmal!

Aber 10 Jahre lang hat sie sich nicht um mich gekümmert.

Das kannst du nicht sagen, sie hat Monat für Monat Geld geschickt.

Geld...

Ui, ein sehr wichtige Sache mein Kind, wenn man es selber verdienen muss.

Darum will ich mein Geld auch selber verdienen.

Ach was, wozu rede ich?

Du bist ja so dickköpfig, als ob du meine Tochter wärst.

(Klaviermusik erklingt)

Chopin...

Sie spielt sehr schön. - Sie...

Deine Mutter spielt sehr schön.

Andrea, sei ein bisschen nett zu ihr. Sie verdient es, glaub mir.

Ich kann nicht anders sein, als ich fühle.

Warum hat sie mich in den 10 Jahren nicht ein einziges Mal besucht?

Warum hat sie mich überhaupt nicht bei sich behalten?

Warum hat sie mich zu fremden Leuten gegeben?

Ich kann dir diese Fragen nicht beantworten.

Und warum tut sie es nicht?

Hast du sie schon mal danach gefragt? - Nein.

Das muss sie von allein tun. - Ach, du bist ein herzloses kleines Biest!

Merkst du denn nicht, dass sie Angst vor dir hat?

Sie weiß doch nicht, wie du das aufnehmen wirst, was sie dir zu erzählen hat.

Ist denn das so schlimm? - Ich kenne die Geschichte nicht.

Deine Mutter ist auch mir gegenüber nicht sehr gesprächig.

(Teekessel pfeift)

Und wenn man sie fragt, wird sie nur noch schweigsamer.

(andere Klaviermelodie)

Das kenne ich.

Komm, mach mir mal die Türe auf.

Hast du das nicht immer für mich gespielt, als ich noch ganz klein war?

Doch. Du hast es nicht vergessen?

Spiel es doch noch mal.

(Lied "Wenn der Herrgott will")

Wenn der Herrgott will,

leuchten alle Sterne.

leuchten durch die Nacht,

aus der weiten Ferne.

Wie ein Diadem am Himmelszelt

und schauen auf unsere kleine Welt.

Wenn der Herrgott will,

fallen tausend Flocken,

und in stiller Nacht läuten alle Glocken,

und ein weißer Teppich langsam fällt,

hinab auf unsere kleine Welt.

Und ein kleines braunes Bärchen

schläft auf einem großen Baum.

Und die Welt ist wie ein Märchen,

und die Nacht ist wie ein Traum.

Wenn der Herrgott will,

dann ist ewig Frieden,

und ein Paradies ist uns dann beschieden.

Und er schaut beglückt vom Himmelszelt

hinab auf seine kleine Welt. (Lied zu Ende)

(jemand pfeift im Hintergrund eine kleine Melodie)

(Peter pfeift noch mal)

Peter! Entschuldige bitte.

Peter!

Wer ist Peter?

Ein junger Mann.

Wie kommst du denn hier her?

24 Stunden Schnellzug, 1 Stunde Vorortbahn.

Gib keine albernen Antworten, leg lieber ab.

Vorläufig find ich das entsetzlich hier.

Kein Schnee, nur Matsch und Nebel... - Wem sagst du das?

(Gabriela) Guten Abend.

Komm.

Das ist Peter Heuer.

Wir haben uns schon gesehen.

Ja, damals. Ganz flüchtig.

Bitte treten Sie näher, wir wollen gerade Kaffee trinken.

Andrea, hol bitte eine Tasse.

Peter Heuer. - Tach, Herr Heuer.

Suchen Sie jemanden?

Nein. Ich will mir nur eine Zigarette anzünden.

Wie lange bleiben Sie hier, Peter?

Das hängt davon ab, ob ich einen Mothmann in all seine Bestandteile auseinander nehmen,

und fehlerlos wieder zusammensetzen kann.

Davon macht es nämlich Onkel Hansen abhängig, ob ich in seiner Werkstatt arbeiten darf.

Onkel Hansen? - Du kennst ihn doch.

Den Bruder von Frau Matthes. - Ach so, der lustige Onkel Hansen.

Gabi, komm bitte einen Moment heraus.

Lasst euch nicht stören.

Ich finde deine Mutter sehr nett. - So?

Und hübsch ist sie.

Charlie? - Mmh.

Woher weißt du? - Ich hab ihn in dein Zimmer geführt.

Was suchst du, Charlie?

Cognac.

Aha. Ich fürchte, du wirst kein Glück haben.

Aha. Ich verstehe.

Er hat's verboten.

Es gibt keinen "Er", höchstens eine "Sie".

Moment mal... Da muss ich mich erstmal setzen.

Eine "Sie"?

Ich habe Andrea zu mir genommen.

Andrea?

Ach so... Deshalb.

Du hast natürlich angenommen, dass ich mit einem Mann davongelaufen bin.

Ehrlich gesagt, ja.

Da sieht man, wie wenig du mich kennst.

Wenn es so gewesen wäre, hätte ich gesagt: "Adieu Charlie, es geht nicht weiter".

Mmh... Das glaube ich dir sogar.

Aber,...ich versteh nicht, warum du mir nicht erzählt hast,

dass du deine Tochter zu dir nehmen willst.

Warum musstest du bei Nacht und Nebel verschwinden, ohne ein Wort?

Weil ich nicht wollte, dass du mir nachkommst. Wegen Andrea.

Mmh...

Ich habe sehr schwere Tage hinter mir. Andrea und ich finden nicht zueinander.

Du stehst zwischen uns, Charlie.

Ich?

Ja, du. Und deine Musik. Und Freddie und das Lokal,

der ganze Animierbetrieb, die 30 %, die ich an jeder verkauften Flasche verdient habe.

Und die du hier sehr gut angelegt hast.

Diesen Ton mag ich nicht, Charlie. Das weißt du.

Aber wenn du mich nicht verstehen willst, bitte.

Wie geht es dir und Freddie?

Danke. Schlecht.

Und warum geht's euch schlecht?

Weil wir in ungefähr 14 Tagen pleite sind.

Aha. Und warum seid ihr pleite?

Weil es nicht egal ist, wer meine Lieder singt.

Für das Publikum nicht...

...und für mich auch nicht.

Hat dich Freddie geschickt?

Nein.

Er weiß gar nicht, dass ich hier bin.

Er kennt nicht einmal deine Adresse. - Du wirst sie ihm auch nicht geben.

Wie gnädige Frau befehlen.

(es klopft an der Tür) - Ja?

Oh, Entschuldigung.

Sie wollten also doch zu uns.

Ihr habt euch schon gesehen? - Mmh, vorhin.

Wir kennen uns übrigens schon seit Jahren. Damals waren Sie noch ein Kind.

Aber Sie werden sich an mich gar nicht mehr erinnern.

Doch. Ich hatte vorhin das Gefühl, dass ich Sie kenne.

(Hansi) Andrea! - Ja?

Nun komm schon, Herr Heuer versäumt sonst seinen Zug!

Ja, ich komme gleich. Entschuldige bitte.

Hübsch... Hübsch ist sie geworden.

Tja, ich muss mich jetzt leider verabschieden.

Ich wünsche dir alles Gute, Charlie.

Und schau zu, dass du aus dem Betrieb da raus kommst.

Das ist sehr schwer, so ganz allein...

Wenn ich wenigstens irgendwo einen Sohn hätte...

(beide lachen) - Jetzt geh aber.

Lass mich nicht allein, Gabi. Ich brauche dich.

Es geht nicht, Charlie. - Warum nicht?

Du. Wegen Andrea?

Ich habe dir kein Glück gebracht.

Aber wir waren glücklich.

Versuch es, ohne mich weiterzukommen. Etwas weniger Alkohol...

...und keine Gabriela... Dann geht es, meinst du.

Ich glaube es nicht. Aber ich will es versuchen.

(Charlie singt lallend) Bei Gabriela, bei Gabriela, heute Nacht.

Nun hör schon auf, Charlie!

Ich frage Sie jetzt zum letzten Mal: Zahlen Sie oder zahlen Sie nicht?

(Charlie) Zum Ersten. zum Zweiten.

Zum... - Ihr seid Schufte!

Besonders Sie, Freddie. - ...Dritten.

Haben Sie vergessen, was Gabriela alles für Sie getan hat,

Sie aus dem Dreck geholt und vor dem Gefängnis gerettet hat?

Das kann sie jetzt noch einmal tun.

Sie braucht nur aufzutreten und der Laden ist wieder flott.

Gabriela wird hier nicht mehr auftreten.

(singt) Es gibt keine Frau, die nicht lügt...

Also geh jetzt runter, Charlie.

Bitte...

Hacke Bajazzo

(Tür schließt sich)

Hören Sie zu, Hansi.

Sie können von mir haben, was Sie wollen,

wenn Sie Gabriela überreden, dass sie hier wieder auftritt.

Ich will nur das Geld haben, was Gabi zu bekommen hat.

Aber ich kann doch kein Geld drucken! - So? Das konnten Sie aber mal.

Ach! Dazu braucht man auch Geld. - Dann weiß ich mir selber keinen Rat.

Gabi wird bestimmt nicht zurückkommen. - Aber warum denn nicht?

Geniert sie sich vor ihrer Tochter? - Ja, tut sie, ich versteh es selber nicht.

Von mir aus kann das Fräulein Tochter auch mitmachen.

Sie soll sehr hübsch sein. - Sehr.

Wer ist überhaupt der Vater? Charlie?

Och, aber...! - Na, ist auch egal.

Hauptsache Gabriela kommt zurück. Die Leute im Lokal trinken Limonade!

(Revue-Musik, Stepptanz)

So einen Badeanzug habe ich auch. - So knapp?

Fast. Die Schwester meiner Mutter hat ihn mir aus Amerika mitgebracht.

Deine Mutter hat eine Schwester?

Die Schwester von Frau Matthes. - Ach ja...

Deine zwei Mütter verwirren mich langsam.

Hach, mich auch...

Ich sehe alles ein, Freddie. Und werde meine ganze Überredungskunst aufbieten.

(Tür öffnet sich) Schatzi!

Pardon...

Ich werde mein Möglichstes tun.

Meine Damen. Adieu Schatzi.

Ja, was gibt's denn? - Schau, was wir gefunden haben.

Wo? - In der Schublade vom Schminktisch.

Wahrscheinlich hat Gabriela es vergessen. - Glaubst du, es ist Schmuck?

Bestimmt nicht. - Geld?

Nee, dann hätte sie es nicht vergessen, aber das werden wir ja gleich haben.

Zeitungsausschnitte... - Das ist doch...

...Gabriela!

(Freddie liest vor) Der Scheidungsprozess der berühmten Sängerin Helga Lorenzen,

den ihr Gatte, der Großindustrielle Thomas Lorenzen, gegen sie angestrengt hat,

wurde gestern verhandelt.

Helga Lorenzen? Den Fall kenne ich doch, Moment mal...

Haftbefehl gegen Helga Lorenzen? Kinder, Kinder...

(Tür öffnet sich)

Margot, Liane, euer Auftritt.

Schon gut, sie kommen gleich. - Bitte...

Ihr müsst den Mund halten, Kinder. Zu keinem Menschen ein Wort,

vor allem zu Charlie nicht. So, und jetzt auf die Bühne.

(Lied "Die Blonde rechts, die Schwarze links")

Schau, das ist doch der Mann, der euch neulich besucht hat.

Tatsächlich.

Na so was...

(singt) Die Blonde rechts, die Schwarze links,

und jede glaubt, wenn du sie küsst, dass sie die einzige für dich ist.

Die Blonde links, - (Mädchen) Ja, ja.

die Schwarze rechts, - (Mädchen) Oho.

Doch irr dich nur kein einziges Mal,

das wär bestimmt für dich fatal.

Liebe ist nämlich nur scheinbar, nicht ganz, mit der Treue vereinbar.

So muss man denn eben zuweilen geschickt seine Liebe verteilen.

Und man muss halt jeder versprechen, grad ihr nicht die Treue zu brechen.

Denn dafür hat jede Frau Schwächen, und du hast genau wie zuvor:

Die Blonde rechts,... - Ja, ja.

...die Schwarze links, - Oho.

und jede glaubt, wenn du sie küsst, dass sie die einzige für dich ist.

Die Blonde links, - Ja, ja.

die Schwarze rechts, - Oho.

Doch irr dich nur kein einziges Mal,... - ...das wär fatal.

Die Blonde re...?

Die Schwarze li...?

Jetzt kenn ich mich gar nicht mehr aus.

Ja, jetzt kennt er sich gar nicht mehr aus.

Ja, jetzt kenn ich mich gar nicht mehr aus.

Ja, jetzt kennt er sich gar nicht mehr aus.

Aus. (Lied zu Ende, Applaus.)

Warum versteckst du dich?

Ich möchte nicht, dass er mich hier sieht.

Warum nicht? Glaubst du, dass er es deiner Mutter erzählt?

Na schließlich ist es doch nicht deine Schuld, dass das Theater ausverkauft war.

Ich nehme alles auf mich.

Außerdem glaube ich kaum, dass deine Mutter etwas dagegen hat.

Nein, das nicht, aber vielleicht ist es ihr nicht angenehm.

Na ja, wie du willst... Wir können ja auch gehen.

Herr Ober.

(es klopft an der Tür) Herein!

(Tür ist verschlossen)

Ach so...

Kommt rein, Kinder.

Ihr müsst mir helfen.

Ich muss nach Schweden fliegen und brauche Geld.

Geld? - Ja.

Hier, versetzt das bei Wuttke,

der Kerl ist der Einzige, der hier Geld hat.

Aber ich möchte es nicht selber tun.

Der kommt sowieso drauf. Der kennt doch deine Sachen.

Oh, verdammt, daran habe ich nicht gedacht.

Aber ich könnte mein Armband versetzen. - Und ich meinen Ring.

Ihr seid brave Kinder, ich habe es ja immer gewusst.

Aber ihr helft nicht nur mir, sondern auch euch selber.

Vielleicht kann ich das Lokal retten.

Herr Lorenzen lässt bitten.

Sie haben mir vor einer Woche ein Telegramm geschickt, Herr Lambert.

Ja, Herr Lorenzen.

Ich wollte sofort kommen, aber es gibt leider Behörden.

Um was handelt es sich?

Es handelt sich um Ihre Frau und um Ihre Tochter.

Um meine geschiedene Frau? - Ja.

Ist sie hier?

Nein, nein, sie ist nicht hier. Aber ich weiß, wo sie sich aufhält.

Und ich könnte es Ihnen auch sagen...

Unter gewissen Bedingungen, richtig? - Ja.

Aber die sind nicht so schwer, wie Sie es vielleicht befürchten.

Ich bin momentan in der Klemme, aber ich bin kein Erpresser.

Ich bin eigentlich zufrieden, wenn sie wieder zu mir zurückkommt.

Warum erzählen Sie mir das? Soll ich sie etwa überreden?

Nein, bitte verstehen Sie mich nicht falsch, wir beide haben...

Äh, wir zwei stehen in rein geschäftlichen Beziehungen zueinander.

Gabriela war mein Kompagnon.

Gabriela? Meine Frau hieß Helga.

Na, jetzt heißt sie Gabriela. Gabriela Donath.

Wir haben ein Nachtlokal gehabt, "Bei Gabriela". Hier ist ein Prospekt.

Gabriela schmiss den ganzen Laden.

Das interessiert mich nicht.

Ohne Umschweife: Wo ist meine Tochter?

(Onkel Hansen diktiert) ...abzuliefern. Punkt.

...ab...zuliefern...

Anderenfalls wären wir genötigt,...

...unseren Bedarf bei einer anderen Firma zu decken.

Hochachtungsvoll: Heinrich Hansen

Meinen Namen schreibe ich selber. Zeig mal her, mein Kind.

(Hansen summt vor sich hin)

Ja ja... Wollen wir mal sehen...

(Hansen murmelt den Text)

Was willst du denn hier?

Ich wollte dich was fragen. - Moment!

Bravo, Bravo, tatsächlich ohne Fehler. Mmh, großartig.

Also bekommt sie die Stellung? - Wenn sie nicht zu viel Geld verlangt.

Peter!

Na, na, na, na, na...

Also Mädel, wenn du jetzt schon so anfängst, dann sehe ich aber schwarz.

Wie ist das überhaupt mit euch beiden?

Ist das nur so eine Jugendfreundschaft, oder habt ihr schon ans Heiraten gedacht?

(Andrea lacht laut auf) Daran haben wir nie gedacht.

Ich schon... - Was? Du? Ha!

Darüber reden wir später mal, ja? Jetzt geh an die Arbeit.

Also Mädel, ich bin einverstanden, am 1. Januar kannst du anfangen.

Danke!

Das ist ihr also nicht auszureden?

Das soll man ja auch gar nicht ausreden.

Warum soll sie nicht arbeiten?

Sie wird es verdammt nötig haben.

Unser Geld ist bald alle. Und Freddie ist pleite.

Ich hätte das Kind doch nicht mitnehmen dürfen.

Ich bitte dich, Gabi, rede doch nicht immer von einem Kind.

Andrea ist ein erwachsenes, junges Mädchen

und denkt über solche Sachen viel vernünftiger als du.

Du hättest mal hören sollen, wie sie den zudringlichen Rechtsanwalt abgefertigt hat,

der sie als Privatsekretärin engagieren wollte. Na, ich kann dir sagen...

Warum erzählt sie mir nie so etwas? - Erzählst du ihr etwas?

Die Gartentür.

Wenn sie die Stellung bei diesem Hansen bekommen hat,

dann rede ihr nicht dagegen, sondern freu dich mit ihr.

Gut Hansi, ich werde mich mit ihr freuen.

Na? - Hansi, ich bin so glücklich!

(Andrea jauchzt und jubelt) Du, es hat geklappt, es hat geklappt!

Was hat geklappt?

Ich habe eine Stellung. Hoffentlich hast du nichts dagegen.

Im Gegenteil, ich finde das sehr erfreulich.

Wirklich?

Na, siehst du?

Sie hat mir nämlich gesagt, du würdest es nicht erlauben.

Hättest du es dir von mir verbieten lassen?

Jedenfalls finde ich es sehr nett, dass du es mir erlaubst.

Jetzt muss ich mich aber umziehen, ich geh mit Peter ins Theater.

Das war sehr richtig.

Noch was: Ich kann meine Stellung am ersten Januar antreten,

aber soll jetzt schon meine Papiere vorlegen. - Das ist gut.

(Melodie von "Wenn der Herrgott will" im Hintergrund)

Was ist los, Gabi?

Du machst ein Gesicht wie Medea, nachdem sie ihre Kinder umgebracht hat.

Es ist noch keine daran gestorben, dass sie Stenotypistin geworden ist.

Aber Hansi, das ist es doch nicht...

Ich habe eine große Dummheit gemacht.

Gabriela Donath ist nicht mein richtiger Name. Ich heiße Helga Lorenzen.

Ja? Gabriela Donath gefällt mir besser.

Ist also dein Künstlername. - Gewissermaßen.

Na ja, Moment mal...

Wieso heißt denn Andrea auch Donath? - Das ist es ja eben, Hansi.

Charlie hat auf diesen Namen Dokumente besorgt.

Dokumente?

Ich hatte keinen anderen Ausweg, und jetzt sehe ich gar keinen.

Hör mal zu, Gabi...

Du weißt, ich bin von Natur aus sehr neugierig.

Trotzdem habe ich dich die ganzen Jahre niemals ausgefragt.

Ich wusste, dass dich etwas bedrückte.

Aber ich habe mir gesagt: "Wenn sie reden will, dann wird sie es tun".

Du, ich glaube aber, nun ist es soweit. - Ich glaube auch, Hansi.

Ich war mit Thomas Lorenzen verheiratet.

Das sagst du so wie: "Ich war mit Rothschild verheiratet".

Das ist fast so. - Na bitte!

Hast du ihn geliebt?

Ich glaubte ihn zu lieben.

Das ist ja auch sehr schwer, mit einem solchen reichen Mann.

(beide lachen) - Ach Hansi...

Ich lache so gern, aber jetzt ist es mir wirklich nicht danach zumute.

Entschuldige, Gabi, bitte, erzähl weiter.

Bei einem Wohltätigkeitskonzert lernte ich einen jungen Komponisten kennen...

(Choräle)

(Lied "Wann wirst Du mich fragen?")

Wann wirst du mich fragen?

Wann darf ich es sagen?

Wird dieses Glück einmal wahr für mich?

Du weißt, ich liebe dich.

Wann wirst du mich fragen?

Wann darf ich es sagen?

Wird dieser Traum einmal Wirklichkeit?

Mein Herz ist längst bereit.

Im Leben ist doch alles wunderbar und schön, so wunderschön,

wenn zwei wie du und ich einander gut verstehen, so gut verstehen.

Und ein Lied erklingt,

das von Liebe singt.

Doch was die Traumwelt verspricht,

das hält leider die Wirklichkeit nicht.

Und das Herz schlägt heiß,

weil es niemals weiß.

(Männer-Chor) Wann wirst du mich fragen?

(Frauen-Chor) Wann darf ich es sagen?

(Gabriela singt) Wird dieses Glück einmal wahr für mich?

Du weißt, ich liebe dich.

Wann wirst du mich fragen?

Wann darf ich es sagen?

Wird dieser Traum einmal Wirklichkeit?

Mein Herz ist längst bereit.

(Frauen-Chor) Mein Herz ist längst schon bereit.

(alle) Schon längst bereit.

(Lied zu Ende, Applaus)

Entschuldigen Sie mich bei meiner Frau, sagen Sie, ich sei abberufen worden.

Bitteschön, Herr Direktor.

(donnernder Applaus)

(Melodie von "Wenn der Herrgott will" im Hintergrund)

So fing es an mit Charlie. Eigentlich war die Musik schuld daran.

Na ja, irgendwas muss ja schuld gewesen sein.

Kurz: Ihr habt euch verliebt.

Ja.

(Gabriela singt) Und ein kleines braunes Bärchen,

schläft auf einem großen Baum.

Und die Welt ist wie ein Märchen

und die Nacht ist wie ein Traum.

(Musik hört auf) - Papi!

Andrea!

So, und jetzt geh schön zu Fräulein Hansen, ja.

Du bist schon da?

Ja, die Holländer sind nicht gekommen.

Guten Abend Herr Braatz. - Guten Abend.

Hübsches Lied, von Ihnen? - Ja.

Ein Kinderlied. Herr Braatz hat es für Andrea komponiert.

So?

Helga, ich habe noch nicht zu Abend gegessen.

Tja, dann möchte ich nicht länger stören. - Gute Nacht.

Gute Nacht.

Gute Nacht Herr Braatz. - Guten Abend.

Äh, Herr Braatz?

Sollten Sie wieder etwas für meine Familienmitglieder komponieren,...

...so würde ich gerne dabei sein, wenn Sie es vorspielen.

Gute Nacht.

Es passt mir nicht, dass der Mann so oft hier her kommt.

Die Leute reden schon darüber.

Nur deshalb stört es dich?

Das ist jedenfalls der Hauptgrund.

Ich werde dein Essen bestellen.

Danke, nicht nötig. Ich habe bereits gegessen.

Du hast doch eben gesagt...

Ich war nur höflich.

Ich wollte ihm nicht sagen: "Gehen Sie, mein Herr, Sie stören mich".

Also, wir sind uns einig:

Er kommt nicht mehr hier her.

Nein, wir sind uns nicht einig.

Ach so... Das ist etwas anderes.

Du liebst ihn.

Ich mache dir einen Vorschlag, Thomas. Wir wollen uns scheiden lassen.

Weißt du, was du da sprichst? Hast du dir das genau überlegt?

Ja.

Bitte. Wenn dir so ein Musikant mehr wert ist, als ich und deine Tochter...

Meine Tochter?

Du glaubst doch nicht, dass ich Andrea dir überlassen werde?

Du kannst gehen, wenn du willst. Aber Andrea bleibt bei mir.

Ich hoffe, dass du dir die Sache überlegst, dann wollen wir das Gespräch vergessen.

Unter der Bedingung natürlich, dass du diesen Herrn Braatz nie wiedersiehst.

Aber ich warne dich, mich zu hintergehen,...

...sonst werde ich die Scheidung beantragen. Und das sieht dann etwas anders aus.

(leicht dramatische Orchestermusik)

Na und?

Ich schrieb Charlie, dass wir uns nicht mehr sehen dürften.

Aber immer wieder hat er versucht, mich zu sprechen.

Und eines Abends,...

...wir waren zu einer Gesellschaft geladen,...

(Tanzmusik)

Ich habe mich dort maßlos gelangweilt.

Es gelang mir, für einige Minuten in den Wintergarten zu flüchten.

Und plötzlich stand Charlie vor mir.

Ich muss Sie sprechen!

Warum darf ich Sie nicht mehr sehen?

Es geht nicht, Charlie. Ich habe es meinem Mann versprechen müssen.

Sie wissen, dass ich Sie liebe.

Sie sind nicht glücklich. Sie können diesen Mann nicht lieben.

Aber ich liebe meine Tochter. - Und mich.

Bitte, meine Herren. Hier sind wir ungestört.

(dramatische Musik)

Die Beklagte wird in allen Punkten für schuldig befunden.

Das aus der Ehe entstandene Kind wird dem Vater zuerkannt.

(dramatische Musik)

Andrea. Schau mal, wer da ist. - Mutti!

Mutti!

Fräulein Hansen, das werde ich Ihnen nie vergessen. Leben Sie wohl.

Auf Wiedersehen, Andrea.

(traurige Musik)

Schön, wie im Film...

Jetzt habe ich doch wieder kein Taschentuch.

Ja, ich habe Andrea entführt.

Dein Mann hat sicher getobt.

Er hat mich angezeigt. - Nein!

Die Polizei war hinter mir her, aber ohne Erfolg. Charlie war klüger als sie.

Ich nannte mich Gabriela Donath, wir reisten von Stadt zu Stadt, immer auf der Flucht.

Ich war trotzdem glücklich.

Ich hab den Vertrag!

Charlie!

Und hier ist das Plakat.

Helga Lorenzen existiert nicht mehr.

Es lebe Gabriela.

(Gabriela singt) Es gibt keine Frau, die nicht lügt,

und wenn auch der Schein manchmal trügt.

Sie lügt, weil sie niemals ganz vergisst,

dass sie von Natur die Schwächere ist.

Es gibt keine Frau, die nicht lügt,

weil Wahrheit allein fast nie genügt.

Selbst wenn ihr ein Mann das Glück der Welt verspricht,

nur wenn sie ihn liebt, dann lügt sie nicht.

Aber das Leben wurde immer schwerer für uns.

Wir konnten nur in Lokalen arbeiten, wo ich keine alten Bekannten treffen würde.

Wie diese Lokale ausgesehen haben, kannst du dir vorstellen.

Das kann ich mir sogar lebhaft vorstellen.

Dann traf ich zufällig Andreas Erzieherin.

Sie hatte inzwischen geheiratet, aber sie hatte keine Kinder,...

...und sie war sehr gerne bereit, Andrea zu sich zu nehmen.

Es blieb mir nichts anderes übrig.

Ich konnte das Kind nicht mehr bei mir behalten,

in dem Milieu, in dem ich Leben musste.

Danke.

Wie lange sollen wir noch hier warten? - Das möchte ich auch wissen.

Kinder, seid ruhig, der Freddie hat viel Geld aus Schweden mitgebracht.

Na? Wie habe ich das wieder geschaukelt? - Du bist ein Genie, Freddie!

Prost!

Prost! - Prost!

So...

Und hier ist dein Armband...

...und ein Ring dazu. - Danke!

Und hier ist dein Ring...

...und ein Armband dazu. - Danke!

Und jetzt rein mit den Mädels!

Kinder! Antreten zum Gagenempfang! (freudige Aufruhr)

So Hansi...

Alles gut verstecken, dass die Andrea nichts findet.

(beide lachen)

(dramatische Musik) Du?

Ja.

Wie geht es dir, Thomas? - Gut.

Das ist Herr Lorenzen.

Genauso habe ich sie mir vorgestellt, Herr Lorenzen. Genau so.

Ich freue mich, Sie nicht enttäuscht zu haben.

Wo soll denn der Baum hin? - Moment, guter Mann.

Komm.

So, bitte.

Das ist 'ne Weihnachtsbescherung...

So, gut, nun geben Sie mal den Baum, warten Sie mal.

Danke.

Bitte setz dich. - Danke.

Ganz nett hast du es hier.

Also bitte, was willst du?

Meine Tochter.

Sie ist nicht hier.

Ja, ich weiß.

Ich habe schon eine halbe Stunde vor dem Haus gewartet.

Sie wird ja wohl bald nach Hause kommen.

Ich hoffe, dass du vernünftig bist und keine Schwierigkeiten machst.

Du weißt ganz genau, dass mir gesetzliche Mittel zur Verfügung stehen, dich zu zwingen.

Aber es wäre klüger, wenn wir uns einigen könnten.

Ich bin über dein Leben und deine Verhältnisse genau informiert.

Und du weißt ebenso gut wie ich, dass du Andrea niemals das geben kannst,

was ich ihr biete.

Sie soll mein Vermögen erben.

Aber ich würde auch dafür sorgen, dass du...

Danke.

Thomas, ich habe nach unserer Trennung sehr viel durchgemacht.

Nur der Gedanke an Andrea hat mich am Leben erhalten,

ich bitte dich, Thomas, nimm sie mir nicht weg.

Was soll sie denn bei dir?

Was kannst du ihr bieten?

Die Gesellschaft von zweifelhaften Damen aus deinem Nachtlokal

und eines heruntergekommenen Klavierspielers,

den du selber so sehr verachtest, dass du ihn nicht einmal geheiratet hast.

Und du musst zugeben, dass Andrea bei mir besser aufgehoben ist als bei dir.

Aber du bist ihr doch ganz fremd.

Du vielleicht nicht?

N' Abend, Hansi. - N' Abend.

Würdest du die verstecken? - Bitte.

Was hast du? - Eine Wut!

Auf mich?

Nein, auf äh...

Du, es ist besser, wenn du es von mir erfährst.

Weißt du, wer da ist? - Nein.

Dein Vater.

Mein Vater?

Was will er hier?

Dich holen.

Mich holen? (lacht)

Du lachst, das ist gut.

Weißt du, wie ich mir vorkomme?

Wie ein Paket. - Ein Paket?

Ja...

Ein Paket, das man im Vorbeifahren in der Aufbewahrung abgegeben hat,

und wenn man gerade Lust hat, holt man es ab.

Der Vergleich ist nicht schlecht. Ja.

Du solltest jetzt reingehen.

Ich gehe nicht hinein. - Gut, gut, mein Kind.

Ich kann dich verstehen...

Sieh ihn dir doch mal an, vielleicht gefällt er dir?

Ich will ihn gar nicht erst kennen lernen.

Wir sind bisher sehr gut ohne einander ausgekommen,

in Zukunft wird es genau so gut gehen.

Wo se Recht hat, hat se Recht.

Also?

Ich bin in deiner Hand.

Andrea!

(Tür schlägt laut zu)

Hast du es ihr gesagt? - Ja.

Sie will ihn nicht sehen, sie hat gesagt...

Darf ich mit ihr allein sprechen? - Bitte. Sie ist oben, in ihrem Zimmer.

(es klopft an der Tür)

Ja?

Guten Tag, Andrea.

Guten Tag.

Ich glaube, du weißt, wer ich bin?

Na ja, ich nehme an, dass deine Mutter nicht viel Gutes über mich erzählt hat.

Sie hat überhaupt nichts von Ihnen erzählt.

Mein liebes Kind, ich kann sehr gut verstehen, wenn du jetzt fragst:

"Was will dieser fremde Mann von mir?".

Aber es ist ja nicht meine Schuld, dass wir uns jetzt erst gegenüberstehen.

Jahrelang habe ich dich gesucht. Ich hatte ja keine Ahnung, wo du warst.

Man hat dich nämlich, als du noch ein Kind warst, entführt.

Entführt? Wer hat mich entführt?

Deine Mutter.

Es ist eine alte Geschichte, und ich wollte nicht dran rühren.

Aber ich musste es dir sagen, vielleicht denkst du doch anders über mich.

Ich lebe ganz allein.

Ich wäre sehr froh, wenn du mit mir kommen würdest.

Ist sie damit einverstanden?

Deine Mutter?

Ja, sie ist einverstanden.

Also?

Ich geh nicht mit Ihnen.

Du brauchst dich nicht sofort zu entscheiden.

Überleg es dir in Ruhe.

Du würdest alles haben, was du dir nur wünschen kannst.

Ich gehe nicht mit Ihnen.

So wohl fühlst du dich hier?

Hier bleib ich auch nicht.

(Lorenzen) So?

Wo willst du hin?

Ich will selber für mich sorgen.

Das ist nicht das Schlechteste... Aber wie stellst du dir das vor?

Ich habe schon eine Stellung und könnte auch ein Zimmer bekommen.

Aber Andrea?

Vielleicht hast du gar nicht so Unrecht...

Ich glaube, wir beide haben wirklich das Anrecht auf sie verloren.

Aber trotzdem bin ich froh, dass ich dich wiedergefunden habe.

Ich habe sehr viel an dich denken müssen und habe mir deinetwegen Sorgen gemacht.

Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass ich keine Angst mehr um dich haben muss.

Also,.. Mach's gut, mein Kind.

Und wenn du es dir doch noch überlegen solltest,...

(lacht leise) Aber nein...

Du wirst es dir nicht überlegen. Du bist ja meine Tochter.

Leb wohl,...

...Gabriela.

Andrea...

Überlegs dir. Wir wollen zusammen bleiben.

Auf einmal? Du warst doch damit einverstanden, dass ich mit ihm gehe.

Ich musste es tun, Kind. Ich kann dir die Gründe nicht erklären, aber...

...ich konnte nicht anders.

Und ich muss fort. Ich kann auch nicht anders.

(Hansen) Das ist ja toll!

Das ist ja unerhört! Du machst Sachen, Mädel!

Einfach davonzulaufen, bei Nacht und Nebel!

Es war acht Uhr morgens und die Sonne schien.

Was? Frech bist du auch noch?

Und dabei hat mir meine Schwester geschrieben, du bist ein sanftes Geschöpf.

Und das warst du auch, das warst du auch,...

...damals, als ich dich kennen lernte. So sanft und weich wie ein Küken!

Aber kaum bist du flügge, da fliegst du auf und davon!

Ich möchte bloß wissen, was dich auf einmal so verändert hat!

Ich habe zu viele Eltern.

So...

Und jetzt brauchst du noch nen Onkel, wie? (lacht)

Na also, meinetwegen Mädel, mich sollst du haben.

Ich kann bleiben?

Ja.

Aber nur, damit ich nicht allein unter dem Christbaum sitzen muss.

Wieso allein? Peter ist doch da. - Peter? Ach was, der ist doch weggefahren!

Nach Hause, zu seinen Eltern.

Das ist nicht möglich, ohne Abschied, ohne ein Wort?

Benzingeruch! Das kann nur Peter sein!

Ich hab sie verloren... Und das ist meine eigene Schuld.

Wieso? Du hast doch alles getan?

Alles was ich getan habe, war falsch.

Ich hab für sie Geld verdient, nur damit sie ein sorgloses Leben führen konnte.

Und dabei habe ich vergessen, dass ein Kind nichts anderes braucht, als seine Mutter.

Können wir anfangen? - Ja, Sie können anfangen.

Du ziehst um?

Ja, ich ziehe um. - Wohin?

Wo wir beide hingehören...

(ruhige Musik)

Na, lasst mal sehen!

Na also, in Ordnung.

Kommt runter und macht Feierabend.

So, jetzt weißt du alles.

Gewiss hat deine Mutter Fehler gemacht,

aber geliebt hat sie dich immer, sie war doch immer deine Mutter.

Andrea, sag doch ein Wort.

Du bist doch jetzt ein freier Mensch, du brauchst Gefühle nicht zu heucheln.

Du, ist das so schwer, ein nettes Wort zu sprechen?

Natürlich ist das nicht schwer.

Besonders, wenn man es selber gerne möchte.

Nicht wahr, Andrea?

(Gabriela) So, ich glaube, wir sind soweit.

Gabriela,... bevor es hier losgeht,...

...mit den Kerzen und so,...

...muss ich Ihnen was sagen. - Mmh, ich weiß es, Freddie.

Und Sie sind nicht böse?

Ich kann auf niemand mehr böse sein.

Danke.

Wuttke, es kann losgehen. - Bitte.

So Kinder, bitte, kommt!

Hoffentlich hab ich das Richtige ausgesucht.

Oh...

(spielt "Wenn der Herrgott will")

Wenn der Herrgott will,

leuchten alle Sterne,

leuchten durch die Nacht,

aus der weiten Ferne.

Wie ein Diadem am Himmelszelt,

und schauen auf unsere kleine Welt.

Wenn der Herrgott will,

fallen tausend Flocken,

und in stiller Nacht läuten alle Glocken,

und ein weißer Teppich langsam fällt

hinab auf unsere kleine Welt.

Und ein kleines braunes Bärchen

schläft auf einem großen Baum.

Und die Welt ist wie ein Märchen,

und die Nacht ist wie ein Traum.

Wenn der Herrgott will,

dann ist ewig Frieden,

und ein Paradies ist uns dann beschieden.

Und er schaut beglückt

vom Himmelszelt

hinab auf seine kleine Welt.

Jetzt hab ich wieder kein Taschentuch.

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