All language subtitles for A Gentleman in Moscow S01E07.ger

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Original subtitles

BISHER

Du begreifst, dass sie eine Frau wird.

Natürlich, das ist es nicht. Aber niemand hat es mir gesagt.

Was? Dass Kinder älter werden?

- Sie müssen jetzt gehen. - Nein, ich kann hier nicht weg.

- Ich habe eine Frau. - Und eine Tochter.

Beide tun wir, was nötig ist, damit die überleben, die wir lieben.

Du hast geglaubt, dass alle Menschen die Freiheit haben sollten,

zu werden, was auch immer sie sich wünschen.

Jeder hat Träume, Mishka.

Nur Kinder glaube auch nach dem Aufwachen daran.

Wir sollten alle den Mund halten!

Russisches Brot!

Sie werden Ihren Freund nie wiedersehen.

Dieses Hotel ist ein gefährlicher Ort.

Es wird nur noch schlimmer.

- Ganz besonders für Sie. - Keine Spur von ihm.

Dann warten wir.

Hier ist Radio Moskau.

Das Herz des genialen Kampfgefährten

und Nachfolgers von Lenin schlägt nicht mehr.

Josef Wissarionowitsch Stalin ist tot.

Aufhören.

Aufhören hab ich gesagt!

Auf unseren glorreichen Führer:

Stalin.

- Auf Stalin. - Auf Stalin.

EIN GENTLEMAN IN MOSKAU

Wann sollte Sofia denn fertig sein?

Um zehn Uhr. Ich hatte sie vor über einer Stunde zurück erwartet.

Ja, er ist hier.

Audrius, mixen Sie uns doch

einen Ihrer fabelhaften Cocktails, um uns die Zeit zu vertreiben?

Der Goldenrod wäre wohl die passende Wahl für diesen Anlass.

Vielen Dank, Richard, aber ich glaube nicht, dass das klug wäre.

Insbesondere, da gerade Ihre Frau angerufen hat,

um zu fragen, wann Sie wohl in die Botschaft zurückkehren.

Ich will Sie nicht aufhalten. Richten Sie Yvette meine Grüße aus.

Alexander.

Und, wie ist es gelaufen?

Oh, es war der Mozart, nicht wahr?

Du hättest deinem Bauchgefühl folgen und den Rachmaninow spielen sollen.

Ich hab gewonnen.

- Du hast gewonnen? - Ja.

Sie hat gewonnen!

Ich wusste es. Ich hab keine Sekunde an dir gezweifelt.

Hättest du sie nur hören können. Und der Applaus.

Der hat den Staub von den Leuchtern gewirbelt.

Meine wunderbare, brillante Sofia. Ich wäre so gern dabei gewesen.

Das hätte ich mir auch gewünscht.

- Oh! Bravo! - Auf unserer Siegerin.

Emile hat dir deinen Lieblingskuchen gebacken.

Dobos-Torte mit Schokoladencreme.

Wir wollten abwarten, ob du gewinnst,

aber Emile war sich so sicher,

da hat er einfach angefangen.

Das ist viel zu viel. Ich danke euch.

Sie hat euch noch gar nicht das Beste verraten.

Und das wäre?

Nach dem Wettbewerb wurde bekanntgegeben, dass der Gewinner

an der Europa-Tournee des Konservatoriums teilnimmt!

Oh!

Sie geht nach Paris, Prag und zum Schluss nach Minsk.

- Für Sie. - Danke.

Vielen Dank.

Sofia!

Was hast du denn? Das ist nur Beethoven.

Stalin hat den Jazz verbannt,

aber soweit ich weiß, ist er jetzt tot.

Ja!

Brava!

Ich würde meinen,

rote Beete passen ebenso gut zu Schwein wie Apfel.

Hä? Und ist halb so teuer.

Das könnte durchaus sein.

Lassen Sie die Speisekarten ändern.

Samstag kommende Woche

findet ein privates Abendessen für 20 Personen in Suite 417 statt.

Ein Partei-Treffen.

Und die Novikovs kommen im Laufe dieser Woche ins Restaurant.

Sie bringen ihnen bitte eine Flasche Domaine de la Roman-Cont aufs Haus.

Sie meinen, Domaine de le Romanée-Conti?

Richten Sie ihnen aus, sie kommt mit besten Grüßen vom Direktor.

Sie dürfen gehen.

Sie bleiben.

Schließen Sie die Tür.

Mir kam zu Ohren, dass vor drei Tagen in der Hotel-Bar

von Ihre Tochter, Sofia Rostova, kosmopolitische Musik gespielt wurde.

Mir war nicht bewusst, dass die Werke Beethovens verboten wurden.

Beethoven?

Ja, "Für Elise", um genau zu sein.

Man hat mich demnach belogen?

Nein, ich vermute, sie hat kein musikalisches Gehör.

Ich dulde unter keinen Umständen entartete Musik in meinem Hotel.

Ich werde es Sofia ausrichten.

Das sollten Sie.

Du meine Güte, Richard, die sehen ja gefährlich aus.

Ich habe Audrius überredet, jede Spirituose dafür zu verwenden,

und diese Jungs da zu einem Wetttrinken herausgefordert.

Finden Sie das klug? Ich kann ja kaum meine eigenen Gedanken hören.

Genauso wenig wie alle anderen.

Das war ja der Sinn der Sache.

Ich werde Ihnen ein paar Dinge sagen.

Hören Sie gut zu und lächeln Sie weiter.

Seit Kriegsende sind die Beziehungen zwischen unseren Ländern

zwar nicht besonders freundschaftlich gewesen,

aber sie waren zumindest berechenbar.

Nun, da Stalin tot ist,

ist für uns einigermaßen unklar, wer jetzt das Sagen hat.

Und mit "uns" meinen Sie?

Die Vereinigten Staaten von Amerika.

Grundgütiger, Richard.

All die Jahre, die wir Freunde sind...

...wussten Sie nicht, dass ich Amerikaner bin?

Ich wusste nicht, dass Sie... ein Spion sind.

Machen Sie's nicht so dramatisch.

Ich bin... ein aufmerksamer Gesprächspartner.

Nichts weiter.

Es könnte sein, dass Russland seine Tore für die Welt weit öffnet,

oder sie mit einem Knall zuschlägt und von innen verriegelt.

Wir müssen auf Ersteres hoffen.

Unbedingt. Aber uns auf Letzteres vorbereiten.

Was genau wollen Sie von mir?

Kommende Woche findet in diesem Hotel

ein Treffen hochrangiger Sowjetführer statt.

Dabei wird eine wichtige Bekanntgabe gemacht.

Nein, Richard, bitte.

Wir möchten, dass Sie anwesend sind und uns erzählen, worum es ging.

Ich werde mein Land nicht ausspionieren.

Sofia wird in diesem Land nie das Leben führen können,

das sie verdient.

Wir haben doch darüber gesprochen, dass Russland seine Tore öffnet.

Falls das passiert, verändern sich die Dinge nur langsam.

Zu langsam für sie.

Helfen Sie mir, dann sorge ich dafür, dass Sofias Ausflug nach Paris

nichts weiter als ein Zwischenstopp nach Amerika ist,

in ein ganz neues Leben.

Wir sehen uns bald wieder.

"Alles, einfach alles ist weiß!

Oh, mein Garten!

Nach den dunklen Herbsten und den kalten Wintern bist du wieder jung,

voller Glückseligkeit.

Die Heerscharen des Himmels haben dich nicht verlassen.

Oh, könnte ich meine Brust und meine Schultern

nur von dieser schweren Last befreien und die Vergangenheit vergessen!"

"Ja, doch nun müssen wir diesen Garten verkaufen,

um die Schulden zu bezahlen. Wie merkwürdig sich das anfühlt!"

"Schau, da geht meine tote Mutter in den Garten,

ganz in Weiß. Das ist sie."

"Wo?"

Ach!

Lern den Text doch allein.

Tut mir leid. Es ist unmöglich, dich ernst zu nehmen.

Beschäftigt dich etwas?

Ich nehme an, Richard Vanderwhile hat dir das gegeben.

Eigentlich war es deine Tochter.

Was zum Teufel ist eine "Annehmlichkeit"?

Geschirrspülmaschinen, Toaster, Fernseher.

Waschmaschinen, Bügeleisen, Staubsauger.

Ich kann mir dich kaum mit einem Staubsauger in der Hand vorstellen.

Und was in aller Welt ist ein "automatisches Garagentor"?

Das ist ein Garagentor, das sich selbst für dich öffnet und schließt.

Was findest du das?

Wäre ich ein Garagentor,

würde ich mich wohl nach der guten alten Zeit sehnen.

Würdest du gern in Amerika leben?

Jeder träumt davon, in Amerika zu leben.

Nun, das trifft sicherlich nicht auf mich zu.

Weil du hoffnungslos Russisch bist, blind vor Liebe zu deinem Vaterland.

Ich würde gern dort hin.

Sie haben zwar nicht viel zu bieten an Theater oder Kultur,

aber sie sind frei, die Musik zu spielen, die sie wollen,

zu sagen, was sie denken, zu gehen, wohin sie wollen.

Und vergessen wir nicht die "Annehmlichkeiten".

Ich sage dir, was Annehmlichkeiten sind.

Bis zum Mittag zu schlafen

und sich dann von jemandem das Frühstück bringen zu lassen.

Eine Verabredung in letzter Sekunde abzusagen.

Im jungen Alter der Ehe aus dem Weg zu gehen

und gänzlich kinderlos zu bleiben.

Das sind einige der größten Annehmlichkeiten.

Und es gab eine Zeit, da genoss ich sie alle.

Aber letzten Endes

sind es die Unannehmlichkeiten, dir mir am wichtigsten waren.

Nur weil du an einem äußerst angenehmen Ort eingesperrt warst.

Du hast nicht das Gleiche erlitten wie das übrige Russland.

Ja?

Er ist hier bei mir.

Ganz ruhig, ganz ruhig. Schon gut, schon gut.

Mishka. Mishka! Ich bin's, Alexander.

Mishka, sieh mich an. Sieh mich an.

Mishka. Ich bin's.

Helft mir, ihn reinzubringen.

Wir müssen ihn aufwärmen. Fasst mit an.

Holen wir ihn aus der Kälte. Na komm, ja.

Er schläft immer noch.

Seine Schuhsohlen sind völlig durchgelaufen.

Er muss hunderte Kilometer gelaufen sein.

Woher kam er? In welchem Straflager war er?

Das hat er nicht gesagt. Er spricht fast gar nicht.

Denkst du dabei an deine Eltern?

Ich versuche, es nicht zu tun. Ich geh jetzt zur Probe.

Möchtest du heute zuhause bleiben?

Lieber lenke ich mich ab.

Sofia?

Direktor Leplevsky hat mich wegen der Musik angesprochen, die du...

Es war Beethoven, Papa.

Mein lieber Freund.

Wie lange hab ich geschlafen?

Letzte Nacht und den ganzen heutigen Tag.

Ich wollte dich auf den Sessel setzen,

aber du hast den Boden vorgezogen.

Den bin ich gewohnt.

Ich hab hier ein wenig Obst und...

Ich hab meine Manieren verlernt.

Die wenigen, die ich hatte.

Wo bist du gewesen?

Ich bin letzte Nacht mit dem Zug aus Yavas gekommen.

Wir waren zusammen unterwegs.

Sind umher gestreift, verloren.

Wir? Wen meinst du, deine, deine Genossen?

Was für Genossen?

Genossen gibt es nicht.

Meine Mitsträflinge.

Tut mir leid.

Ich weiß nicht, wo ich sonst hin soll.

Aber nicht doch, ich bitte dich.

Ich hol dir ein Glas Wasser.

Hier.

Ist schon gut.

Ist ja gut.

Alles wird gut.

Ja.

Die Novikovs sehen uns nicht einmal an.

Er will meinen Posten.

Ich würde mich nicht anders verhalten.

Hör mal, wenn wir stark erscheinen,

dann sind wir auch stark.

Meine Dame, mein Herr. Sie waren lange nicht bei uns.

Wenn Sie mir folgen wollen, ich habe Ihnen den besten Tisch reserviert.

Möchten Sie schon etwas trinken?

Haben Sie etwas aus Ostgeorgien? Eine Flasche Rkaziteli vielleicht?

- Da müsste ich nachsehen. - Tun Sie das.

Ich komme gleich wieder.

Lass sie nicht deine Angst sehen.

Ich hatte im Laufe der Jahre genug Übung darin.

Gäste sind hier unten normalerweise nicht gestattet.

Für Sie mache ich natürlich gern eine Ausnahme.

Die Führungsriege des Landes

versammelt sich nächste Woche in diesem Hotel.

Ich würde gern wissen, wer anwesend ist und was besprochen wird.

Ich bin nicht sicher, wie ich da helfen kann.

Ich habe in der Vergangenheit einiges für Sie getan, für Sofia.

Und ich möchte mich erkenntlich zeigen.

Dann tun Sie's.

Da ich hier eingesperrt bin, erfahre ich sehr wenig.

Ich lese selbstverständlich Zeitung,

aber es ist mir unmöglich, eine Vorstellung davon zu bekommen,

was in unserem Land vor sich geht.

Und was aus ihm wird, ohne Stalin.

Meine unmittelbaren Vorgesetzten wurden...

bereits entfernt.

Falls Chruschtschow ans Ruder kommt,

erwartet alle, die der alten Ordnung gedient haben, dasselbe Schicksal.

Doch falls es Malenkow wird,

dann wird er die Dinge eher beim Alten belassen

und es gibt eine Chance für mich und Maria.

Ich werde tun, was ich kann.

Danke.

Eine gute Wahl.

Wie war es dort?

Wie lange warst du da?

Meine Eltern wurden nach Sibirien geschickt.

Bei der Öffnung der Gulags hoffte ich, sie kommen zurück.

Niemand kommt ganz zurück.

Nur teilweise.

Tut mir leid.

Sofia. Du solltest schlafen gehen,

damit du morgen ausgeruht bist. Es ist schon spät.

Gute Nacht, Papa.

Gute Nacht, Sofia.

Gute Nacht, Onkel Mishka.

Ich hab dir etwas aus der Küche mitgebracht, Mishka.

Es war das Volk, wir haben es niedergebrannt.

- Was habt ihr niedergebrannt? - Moskau. Russland.

Napoleon hat die Stadt erobert und unser Volk hat sie niedergebrannt.

Redest du von 1812?

Direkt vor seinen Augen. Stell dir das mal vor.

Du bist hier bei mir in Sicherheit, Mishka.

Wir zwei können gemeinsam alt werden.

Wir können nächtelang reden und uns Lügen über unsere Jugend erzählen.

Klingt wie ein wunderschöner Traum.

Ich wollte dir etwas sagen. Ich...

Was wolltest du mir sagen?

Es ist weg.

Ich kümmere mich jetzt um dich, Mishka.

Bald geht es dir besser. Wir besorgen dir neue Kleidung.

Du kannst ganz von vorn beginnen.

- Schon morgen. - Es gibt kein Morgen. Nicht für mich.

Darf ich euch Mikhail Fjodorowitsch Mindich vorstellen?

Der beste aller Männer und mein ältester Freund.

Ich habe wunderbare Dinge über Sie gehört.

Es ist mir ein Vergnügen.

Oh!

Nikolai Petrov, wie er leibt und lebt.

Prinz Nikolai Petrov für Sie.

Nina.

Ich brauche jemanden, der auf Sofia aufpasst,

während ich mich dort einrichte.

Ich habe einen Fluchtweg gefunden.

Das bringt sie auch nicht zurück, Sasha.

Sofia!

Die Luft im Piazza war voller Schnee,

nur, dass es kein Schnee war, sondern Asche,

und glühende Funken von der Stadt, die vollständig niederbrannte.

Mishka hatte mit mir über den Brand von Moskau gesprochen.

Er hat alles gegeben für dieses Land.

Und es hat ihn kaputt gemacht.

Und Nina auch.

Dieses... bezaubernde Mädchen,

dieses funkelnde Licht, rücksichtslos ausgelöscht.

Ich lasse nicht zu, dass es Sofia genauso ergeht.

Ich darf nicht zulassen, dass ihr das Gleiche widerfährt.

So sehr es uns das Herz brechen mag, wir müssen...

Wir müssen sie gehen lassen.

Richard kam nach der Vorstellung in meine Garderobe.

Dann verstehst du auch, warum wir

nicht mehr miteinander verkehren dürfen.

Verkehren? Das haben wir also die ganze Zeit getan?

Anna, mach es nicht noch schwerer, als es ohnehin ist.

- Sollte ich verhaftet werden... - Wozu es kommen wird.

Du hast kein Vertrauen in meine Fähigkeiten.

Das hat nichts zu tun mit deinen Fähigkeiten.

Wenn Sofia nicht zurückkommt,

wissen sie, was deine Rolle war und wo sie dich finden.

Daher solltest du dich so weit wie möglich von mir fernhalten.

Die erschießen dich.

Und vorher wirst du noch gefoltert.

Ich will auf gar keinen Fall, dass du da mit hineingezogen wirst.

Du Dummkopf.

Ich stecke schon mit drin.

Und zwar bereits seit 30 Jahren. Ich liebe dich.

Du...

Was?

Ich werde es bestimmt nicht wiederholen.

Was auch geschehen mag,

wir stehen Seite an Seite.

- Das soll er tragen? - Ich verstehe Ihre Besorgnis.

Aber davon ist die Vereinbarung abhängig.

Nein, ist schon gut, Anna.

Wie gelangen die Aufnahmen zu Ihnen?

Sofia nimmt sie mit nach Paris

und liefert sie dann in der Botschaft ab, wo ich warte.

- Wann reisen Sie ab? - Heute noch.

Damit Ihr Land sich die Blamage erspart,

dass man Sie einsperrt, sollte etwas schiefgehen.

Mein lieber Alexander,

Sie sollten nicht leichtfertig entscheiden, das auf sich zu nehmen.

Stalin mag zwar tot sein, aber machen Sie sich keine Illusionen.

Sollte man Sie ertappen...

Wir sind uns der Konsequenzen sehr wohl bewusst.

Dann zeige ich Ihnen jetzt, wie es funktioniert.

Das ist die beliebteste Uhr der UdSSR,

von Stalin persönlich bestätigt.

Das Mikrofon wird aktiviert, sobald das Kabel eingesteckt wird.

Dann beginnt auch die Aufnahme.

Sie werden sehen, dass sich der Sekundenzeiger bewegt.

Wenn Sie es rausziehen, hält er an.

Das bekomme ich schon hin.

Sofia?

Auf ein Wort in meinem Büro.

Dir werden die Sicherheitsmaßnahmen im Hotel aufgefallen sein.

Wir erwarten wichtige Gäste,

daher möchte ich die Musik durchgehen,

die du heute Abend im Piazza spielen wirst.

Schließt du die Tür?

Prokofjews "Klavierkonzert Nummer Zwei".

Das wurde geschrieben, nachdem er der Revolution den Rücken gekehrt hatte.

Seine Musik wird uns beide überleben.

Es gab hier schon einmal ein Mädchen, Nina Kulikova.

- Sagt dir der Name was? - Das ist meine Mutter.

So ein Jammer.

Du sollst wissen, dass ich für sie getan habe, was ich konnte.

Was meinen Sie?

Ich habe ihren Vater gewarnt,

dass sie Gefahr läuft, auf Abwege zu geraten.

Er schickte sie dann zwar fort auf eine Schule, damit sie etwas lernt,

aber leider war es aufgrund ihres verdorbenen Charakters

- und ihrer Verkommenheit... - Hören Sie auf damit.

...unvermeidlich, dass sie rebellieren würde.

Sie wissen nicht das Geringste über sie.

Ich denke, ich weiß mehr als du.

Ich weiß, dass deine Eltern

der anti-sowjetischen Verschwörung für schuldig befunden

und in ein Lager geschickt wurden, aus dem sie nie mehr zurückkehrten.

Warum erzählen Sie mir das?

Entschuldige.

Es lag mir fern, dich aufregen.

Was machst du inzwischen?

Sofia spielt heute Abend im Piazza.

Ich wollte keinen Verdacht erregen, indem ich unsere Pläne ändere.

Nun, ich bin erst nach Mitternacht fertig.

- Falls ich... - Es wird kein "falls" geben.

Lass es nicht zu einem "falls" kommen.

Sie werden dich verhören.

Sag, du warst immer schon besorgt wegen meiner Freundschaft zu Richard.

Leiste keinen Widerstand.

Lass dich nicht erwischen.

Guten Abend, Andrey.

Einen guten Abend auch Ihnen. Ich bin einer Ihrer Kellner für diesen Abend.

Arme anheben.

Danke sehr.

Sofia?

- Alles gut. - Nein, eindeutig nicht.

Sag mir, was los ist.

Was glaubst du denn? Alles um mich herum, dieser Ort.

Ich bekomme keine Luft.

Das sind die Mörder meiner Eltern.

Ich mache das nicht mehr mit.

Sofia, nicht heute Abend.

Vertrau mir, vertrau deinem Vater. Was auch immer du hier vorhast...

Verzeihung.

Die Musik sollte bereits begonnen haben.

Sofia? Ich bitte um Verzeihung für die Unterbrechung dieser Darbietung,

aber angesichts der Gäste, die uns heute Abend die Ehre erweisen,

wäre vielleicht etwas Patriotischeres angebracht.

Die Nationalhymne vielleicht?

Genossen, wer würde gern unsere Hymne hören?

Ja!

Es sei denn, du hast aus politischen Gründen etwas dagegen.

- Ruhm und Ehre der Sowjetunion! - Hurra!

Zu Punkt 6 des Protokolls der Sitzung

des Präsidiums der KPDSU...

Genosse Molotow wird außerdem beauftragt...

Das Präsidium des Zentralkomitees der KPDSU

schlägt folgendes vor:

In Zusammenhang mit dem aufgedeckten unehrenhaften Fehlverhalten

des ehemaligen Ministers für Staatssicherheit der UdSSR

ist es im Interesse des Staats notwendig,

Semion Deignaziev aus dem Zentral zu entfernen.

Es wird Chruschtschow.

Ich verstehe jetzt, wie Sie sich nach der Revolution gefühlt haben müssen.

Werden Sie fliehen?

Jemand wie ich kann nirgendwo hin.

"Wer zum Schwert greift, kommt durch das Schwert um.".

Vom wem ist das, Shakespeare?

Aus dem Matthäus-Evangelium.

Sie meinen, ich habe alles verdient, was nun auf mich zukommt.

Ich hoffe, man gewährt Ihnen jene Gerechtigkeit,

die Sie so vielen anderen verweigert haben.

All diese Menschen. Sie waren das Kind von jemandem.

Die Mutter, der Vater. Der liebe Freund.

Wozu das alles?

Diese Frage lässt sich heute leicht stellen.

Zu jener Zeit schwerer.

Wie dem auch sei, es ist geschehen.

Wann ist er gegangen?

Vor ungefähr einer Stunde. Das hat er hier gelassen.

Das war 1913. Das Jahr unseres Abschlusses.

"Wo ist es jetzt?"

Mishka hat dieses Gedicht geschrieben.

Er saß im Südsalon von Gut Weile.

Zu der Zeit war es noch gefährlich,

Gedichte über politische Ungeduld zu verfassen.

In Anbetracht seiner Herkunft beschlossen wir,

es unter meinem Namen zu veröffentlichen.

Das Ironische daran ist:

Jahre später, als man mich hinrichten wollte,

wurde ich verschont, weil man dachte, ich hätte das Gedicht geschrieben.

Mishka...

mein guter lieber Freund.

Als er gegangen ist, hab ich ihn gefragt, wo er hingeht.

Er hat nur gesagt: "Spielt das eine Rolle?"

Es ist Zeit, aus diesem Irrenhaus zu verschwinden.

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