All language subtitles for Nazij+nger - Reise in die Finsternis - S01E01 - J+ñger und Gejagte.deu

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Original subtitles

Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2022

♪ Bedrohliche Musik ♪

* Gezwitscher *

♪ Bedrohliche Musik ♪

♪ Bedrohliche Musik ♪

Nach vorne.

♪ Getragene Klaviermusik ♪

♪ Bedrohliche Musik ♪

♪ Bedrohliche Musik ♪

Die Versuche zum Lungenbefall durch die Hauttuberkulose

zeigen nur Verschlechterungen, Herr Dr. Heißmeyer.

Die Probanden waren nicht gut.

Ausgehungert, krank.

Russen, Polacken.

Mir fehlen für meine Arbeit noch Kinder ... und Tiere.

♪ Spannungsgeladene Musik ♪

Ich werde den Kollegen in Ausschwitz um Material bitten.

Das wird kein Problem sein.

Ich werde mich mit Dr. Mengele in Verbindung setzten.

Was brauchen Sie?

Zehn Jungen, zehn Mädchen.

♪ Getragene Musik ♪

* Bellen in der Ferne *

* Klirren *

♪ Spannungsgeladene Musik ♪

* Schluchzen *

* Weinen *

♪ Düstere Musik ♪

Sie wissen, warum ich hier bin.

Wie haben Sie's von Auschwitz nach Flensburg geschafft?

Welche Identität hat Ihr Mann angenommen?

Ich hab Ihnen nichts zu sagen. Ihre Kinder brauchen Sie sicher.

Wenn Sie kooperieren ...

Ich kann nicht begreifen,

wie Sie diesen Mann weiter unterstützen können.

Wo hält sich Ihr Mann versteckt?

Wie geht's den Kleinen, deinen Brüdern?

Du bist in Auschwitz aufgewachsen, direkt am Zaun?

Hast du die Schreie gehört?

Hast du die Schreie gehört?

Ja, das habt ihr alles gehört.

Also hinsetzen. Hinsetzen!

Sie wissen, was ich möchte.

Wo ist Ihr Mann, Frau Höß?

Ich sage nichts.

Mein Mann hat eine Mission. So was verstehen Sie nicht.

Wir hungern, bis Sie uns gehen lassen.

Hungerstreik, ja?

Großartige Idee.

Was für ein Vergnügen, Ihnen dabei zuzusehen,

wie Sie verhungern.

Aber dazu fehlt uns die Zeit.

Haben Sie den Zug gehört?

Ja. Dieser fährt in 15 Minuten ohne Stopp nach Sibirien.

Mit Ihrem Klaus oder ohne, das liegt bei Ihnen.

Wo ist Ihr Mann?

Mein Mann ist tot.

Der ist gefallen.

Wie Sie meinen.

Bring den Jungen zum Zug.

Nein, nein, er ist gefallen!

Klaus!

Frau Höß.

Gucken Sie mich an.

Retten Sie Ihren Sohn.

Sie haben zehn Minuten Zeit.

Wo ist Ihr Mann?

(stöhnt) Komm her! Ah! Mund auf! Mund auf!

Ruhig, ganz ruhig. Stillhalten!

Okay.

Da bist du ja.

* Schweres Atmen *

Darf ich vorstellen: Rudolf Höß, Kommandant von Auschwitz.

* Schläge und Schreien *

Ah!

Ah! Ah! Ah!

Runter! - Ah!

Wie ist Ihr Name?

Franz Lang.

Den Ring her!

Ab damit, komm!

Geht nicht. Sitzt fest.

Sitzt fest, ja?

Kein Problem.

Ich schneide dir den Finger ab. Arm festhalten! Nein! Nein!

* Klimpern und schweres Atmen *

Hedwig und Rudolf.

Meine Eltern.

Ich heiße Franz Lang.

Du bist Rudolf Höß. Egal, was du mir erzählst.

Nein, nein, ich bin Franz Lang.

Ich bin Landarbeiter. Was macht man mit Leuten wie dir?

Ich friere. Das sehe ich.

Deine Frau konnte entscheiden, zu wem sie hält - dir oder deinem Sohn.

Sie hat nicht lange überlegt.

Hast du wirklich an der Tür zu den Gaskammern gestanden?

Die Menschen angesehen,

als sie in der Hölle verschwunden sind?

Wirklich? Du?

Mein Name ist Franz Lang.

(Er schreit) Ah!

Ah!

(keucht)

♪ Spannungsvolle Musik ♪

♪ Gefühlvolle Klaviermusik ♪

So lebten wir in Auschwitz, sagen wir, wie Tiere.

Denn es gab niemanden, der uns die Decke aufschlug.

Niemanden, der uns fragte, wie es geht.

Niemanden, der uns umarmte.

Da war niemand.

Als wir ankamen ...

... war ich kaum älter als sechs Jahre.

Andra war nicht mal fünf, es fehlten noch ein paar Monate.

Deswegen können wir uns an vieles nicht erinnern.

Aber wir merkten schnell, dass man hier ein Leben lebte,

das kein Leben war.

Ganz nah bei unserer Baracke war eine kleinere Baracke,

deren Tür immer offenstand.

Sie war voll mit Leichen, mit Skeletten.

Denn die Toten waren nur noch Haut und Knochen.

Es wurde nicht nur in der Gaskammer gestorben.

♪ Aufgewühlte Musik ♪

Was mir durch den Kopf ging, weiß ich nicht mehr.

Mein erster Tag begann mit einem Brief ohne Absender.

Wir erhielten im Herbst '45 viele solcher Briefe,

die uns Kriegsverbrecher ausliefern sollten.

Nach der Befreiung des KZ Bergen-Belsen durch die Briten

wurde eine War Crime Investigation Unit gegründet.

Die Ermittlungseinheit sollte die Kriegsverbrecher

vor ein britisches Gericht in Hamburg bringen.

Wenige Monate nach Kriegsende.

Vor uns liegt ein Berg Arbeit.

Und ich bin dabei.

Anton Walter Freud, Jude aus Österreich.

1938 sind wir mit der Familie von Wien nach London geflohen.

Freud, nehme ich an?

Captain Walter Freud, melde mich zum Dienst.

Mein Chef ist Anthony Somerhough, der Antreiber der Unit.

Sie haben einen berühmten Großvater.

Ist der damals mit Ihnen geflohen? Ja, Sir.

Wie war er so, der große Sigmund Freud?

Wahrscheinlich einer, der einen mit seinem Blick durchdringt, was?

Ich fürchte, ich war nicht so interessant für ihn, Sir.

Hab Ihre Akte gelesen.

Mit dem Prinzip von Befehl und Gehorsam haben Sie es nicht so, was?

Das wird sich hier ändern, verstanden? Ja, Sir.

Man verliert hier schnell die Orientierung, in jeder Hinsicht.

♪ Düstere Klänge ♪

Eine der wenigen Ermittlerinnen ist Vera Atkins,

die im Krieg Agentinnen hinter den deutschen Linien einsetzte.

Sie betreuen die Zeugen im Belsen-Prozess?

Manche halten dem Druck vor Gericht nicht stand.

Ich sorge dafür, dass sie bei ihren Aussagen bleiben.

Hat dieser Rudolf Höß schon gestanden?

Noch nicht.

Hanns Alexander war nach der Befreiung von Bergen-Belsen

als Dolmetscher vor Ort.

Diese Erfahrung hat ihn geprägt.

Hast du die Fotos gemacht?

Die hab ich letzte Woche in Belsen gemacht. In Belsen?

Was sieht man da noch?

Gar nichts.

Hast du Anita kennengelernt?

Sie hat es überlebt, erst Auschwitz, dann Belsen.

Du bist Hanns Alexander aus Berlin?

Berlin, ja. Ehemals.

Fred Pelican aus Oberschlesien hat als Häftling Dachau überlebt

und arbeitet nun an der Ergreifung seiner ehemaligen Peiniger.

Du hast an dem Krupp-Fall gearbeitet.

Am Anfang, dann haben die Amerikaner übernommen.

Kann ich dir was zeigen?

Ist dir bei der Ermittlung ein Herr Dr. Bruno Tesch begegnet?

Nein.

Tesch und Stabenow.

Gibt eine direkte Verbindung nach Auschwitz, wie bei Krupp.

Ging dabei um den ... unhygienischen Aspekt der Vernichtung von Menschen.

Tesch soll der Wehrmacht Vorschläge gemacht haben.

Zyklon B - wurde in Hamburg entwickelt

und von Tesch nach Auschwitz geschickt.

Wenn das alles stimmt, dann ist das der Architekt der Vernichtung.

Da fahren mal hin, oder? Das finde ich gut.

* Bellen im Hintergrund *

♪ Bedrohliche Musik ♪

* Bellen *

(Pelican) Hey Freud, kommst du? Wir wollen los.

Major Atkins. Ist er da drin?

Ihr seht mitgenommen aus.

Waren das unsere Leute?

Er kann zufrieden sein, dass er noch am Leben ist.

Ihr Name?

Ich sagte doch: Franz Lang.

Sie sind Rudolf Höß, der Kommandant von Auschwitz. Nein!

Nein, nein, mein Name ist Franz Lang.

Der Mann auf dem Bild, wer soll das sein?

Gut. Dann eben anders.

Festhalten!

(schreit) Nein! Nein, nein, nein!

* Schaben * (schreit) Ah!

* Schaben * (schreit) Ah!

(schreit) Ah!

Sie müssen sich irren.

Sie sind Rudolf Höß, Mitglied der Totenkopf-SS - seit 1934.

Trifft es zu, dass in Auschwitz 1,5 Mio. Menschen umgebracht wurden?

Nein.

Wirklich? Sie wollen immer noch leugnen?

Nein, es waren keine 1,5 Mio, es waren ...

... 2.354.000.

(Atkins) Wie können sie sich rühmen?

Es gibt keinen Anlass zu übertreiben.

Sie sind so oder so der größte unter den Massenmördern.

Ich? Ein Mörder?

Ich habe nie einen Häftling misshandelt oder getötet.

Auch auf der Seite meiner Untergebenen

hab ich Misshandlungen nie geduldet.

Die Vernichtung der Juden war ein Befehl, den ich zu befolgen hatte.

Ein Befehl.

Wir, die SS, haben diesen Befehl auszuführen.

Wenn wir ihn zu dem Zeitpunkt nicht ausführten,

dann würde später das jüdische Volk das deutsche vernichten.

Sie haben Familie, nicht wahr? Fünf Kinder? Ja.

Hatten Sie angesichts dessen

nie so etwas wie Mitleid mit den Opfern gehabt?

Doch.

Bei allen Zweifeln, die mir kamen, ...

... war immer wieder ausschlaggebend

der unbedingte Befehl und die Begründung des Reichsführers Himmler.

Das kann dann zu den Büchern.

Aufstehen!

Sind Sie Dr. Bruno Tesch?

Ja.

Gut. Mitkommen!

Wenn Sie meinen.

Sie gehen alle nach Hause!

Nichts anfassen, alles bleibt liegen, wo es ist!

Sind Sie wahnsinnig? Tag.

Die haben den Betrieb eingestellt!

Kein Schiff kann mehr auslaufen.

Kein Schiff kann Hamburgs Hafen verlassen!

Wo ist dieser Tesch?

Wir brauchen ihn für die Vernichtung von Ungeziefer auf Schiffen.

Sonst können wir keine Versorgung gewährleisten.

Was ist mit dem Buchhalter?

Er könnte die Geschäfte übernehmen.

Wenn das nicht funktioniert, ist Tesch am Abend wieder frei.

Wie ich höre, benötigen selbst wir Ihre Dienste.

Ja, sehen Sie.

Darum ist Herrn Zaun kommissarischer Geschäftsführer,

bis Sie die Geschäfte wieder übernehmen.

Herr Zaun benötigt einige Vollmachten.

Ich lasse Sie alleine und dann können Sie sich besprechen.

Sehr gut. Vielen Dank. - Danke.

Haben Sie denen was unterschrieben?

Ein Geständnis? Eine Erklärung?

Sie sollten mich besser kennen, Chef.

Das sind doch Schweine, nichts als Schweine.

Was die mit Hamburg angestellt haben:

Hundertausende Deutsche hingemordet, Frauen, Kinder.

Einer von den Geheimdienstoffizieren ist ein Judenjunge.

Alfred, geben Sie diese Liste meiner Frau.

Nicht erst morgen, sondern heute.

Vielen Dank für Ihre Kooperation!

♪ Düstere Musik ♪

Herr Zaun, eine Frage noch.

Jacke aus! - Ja.

Hat Ihnen Herr Dr. Tesch irgendwas gegeben

außer die unterschriebenen Vollmachten?

Tragen Sie immer so viel Bargeld bei sich?

♪ Düstere Musik ♪

Was ist das denn?

"Alle Akten, alle Reisetagebücher, den Briefbeschwerer:

Alles sorgsam restlos verbrennen, darf nichts übrigbleiben."

Sie wollten helfen, wichtige Beweismittel verschwinden zu lassen?

Tja.

Hat nicht geklappt.

Freud!

Ich habe da was.

Schau mal: Lieferlisten.

Alles haarklein notiert.

Zyklon B - von Tesch direkt nach Auschwitz geliefert.

Hier die Lieferung an die Lager: Auschwitz 1942, 1943,

6. Februar: 480 Kilo.

9. März: 526 Kilo.

6. August: 1756 Kilo.

Wir haben ihn. Perfekt.

Hat Ihre Firma im Jahr 1943

12.174 Kilogramm Zyklon B nach Auschwitz geliefert?

Ja, die Zahlen müssen richtig sein,

da sie aus unseren Büchern entnommen sind.

Ich nehme an, Tesch, Sie wussten,

dass Zyklon B bei Menschen den sofortigen Tod bewirkt?

Daran kann es keinen Zweifel geben.

Würden die Menschen so dicht wie möglich in eine Gaskammer gepackt,

wie viele würden getötet werden?

Wenn sie so dicht gepackt wären, dann ...

... wäre Gas gar nicht nötig gewesen.

Sie könnten nicht mehr als 50 Menschen in 50 Kubikmeter stecken.

♪ Düstere Musik ♪

Sie wären erstickt.

Am 16. September 1941 wurden erstmal 900 Kriegsgefangene ...

Waren Sie je zu der Zeit dort,

als die Vergasungen durchgeführt wurden? - Nein.

♪ Bedrohliche Musik ♪

Sie waren doch bei der SS, nehme ich an?

Ich habe nichts getan.

Ich habe auch nicht aktiv in der Partei mitgewirkt,

weil ich keine Zeit hatte.

Alles, was ich getan habe, war, meine Parteigebühr zu bezahlen.

Hier, ich könnte speien.

Das ist doch lächerlich.

KZ-Kommandant vor Gericht.

Was ist falsch daran? Das ist doch eine Farce!

Nicht mal jeder Zehnte wird bestraft.

Allein die SS-Mannschaft in Belsen war 500 Mann stark!

Wie viele stellen wir vor Gericht? Jeden, den wir kriegen.

Deswegen sind wir hier, ich zumindest.

Deswegen? Der Herr Freud aus Wien.

Lass gut sein, Hanns. Nichts ist gut. Wer bist du?

Auf dich haben wir gewartet. Was soll das?

Wollen Sie alle an die Wand stellen? Ja, Captain, alle!

Hanns. Freud, ich habe es gesehen, ich war da!

Ich habe Bergen gesehen, ich habe es gerochen.

Niemand hätte dich gefragt, warum, oder zur Verantwortung gezogen.

Jeder hätte verstanden, wenn du sie getötet hättest.

Wir wären Helden gewesen.

Es bleibt Mord! Wir dürfen nicht werden wie die!

Wir werden nie begreifen, was in Belsen geschah, nie.

Anita, ich ...

Ich war da.

Als Befreier.

Warum machen wir diesen Leuten den Prozess?

Warum gönnen wir ihnen ein Gericht?

Die Nazis haben Zyankalikapseln. Die können sich still davon machen.

Aber wir sie spüren lassen, was sie uns angetan haben!

Wir haben unzählige Täter auf den Fahndungslisten.

Willst du alle still beseitigen? Die Russen sind da praktischer.

Wenn die von so Dingen erfahren, suchen sie den Schuldigen.

Sie finde und erschießen ihn, aber wir machen so was nicht.

Dabei wäre es nur konsequent.

Entmenschlichung war das Ziel.

Wie viel Menschlichkeit können die erwarten?

Hier gibt es keine gerechte Strafe. Tut mir leid!

♪ Düstere Musik ♪

Lagerkommandant der KZ Natzweiler-Struthof,

Auschwitz-Birkenau und Bergen-Belsen:

Da haben Sie richtig Karriere gemacht, oder?

Ich verstehe nicht. Ich habe Funktionen ausgefüllt. Schwachsinn!

Unter Ihrer Kommandantur wurde eine Gaskammer gebaut,

in der Sie im Jahr '43, 86 Frauen ermordet haben.

Die Universität brauchte Sie für ihre Sammlung Fremdrassiger.

Ist das so?

Die Nazis, die wir vernehmen, ähneln sich,

wie sie alle in ihren abgestoßenen Hemden vor mir sitzen.

Keiner sieht sich. Sie sehen nur die anderen.

Lügner auf dem Weg zum Galgen.

Es war meine Pflicht,

alles zu überwachen und die Ordnung zu erhalten.

Im April 1945 waren 10.000 Gefangene in Neuengamme.

Betten gab es für 8000 Gefangene.

Die Sterblichkeitsrate lag bei ein bis zwei Prozent pro Monat.

Viele starben an Tuberkulose - eine Folge des Mangels an Kleidung.

Und an Unterernährung.

Das Essen in Neuengamme war gut.

Gut?

Zuletzt haben Sie angegeben,

dass es die Gaskammern in Auschwitz nicht gab.

Bleiben Sie dabei?

Das ist für Sie wichtig zu wissen.

Wir haben unzählige Beweise, die das Gegenteil belegen.

Bleiben Sie dabei?

Die Gaskammer habe ich das erste Mal in Auschwitz gesehen.

Sie war an das Krematorium angeschlossen.

An meinen ersten acht Tagen hat sie nicht funktioniert.

Dann kam ein Zug,

aus dem die Gaskammeropfer ausgesondert wurden.

Wie haben Sie eventuelle Vergehen der Gefangenen geahndet? Schläge.

Die Strafe verhängte ich fürs Stehlen von Brot.

Drei Tage Essensentzug für das Schmuggeln von Briefen.

Für Fluchtversuche kamen Gefangene in den Haftblock für ein halbes Jahr.

(leiser) Es war nicht gestattet,

dass es Hinrichtungen ... * Bleiben Sie stehen! *

* Schüsse *

(leise) Es gab keine Vergasungen ... * Auf der Flucht erschossen. (lacht)*

Warum haben Sie das Töten nicht verhindert?

Befehle zur Gaskammer hat Höß gegeben.

Das hab ich nicht gefragt!

Warum haben Sie dem Töten nicht Einhalt geboten?

Befehle also? Von Höß, von Ihrem Chef.

Es ist doch kein Verbrechen, Befehle zu befolgen.

Raus.

♪ Ruhige Klaviermusik ♪

Ich bin kein schlechter Mensch. Raus.

Meine Frau Rosi hätte mich sonst nie geheiratet. Raus.

Sie hält immer noch zu mir. Raus!

♪ Spannungsgeladene Musik ♪

Kennen Sie ...

... einen Dr. Heißmeyer?

Ja, Professor Heißmeyer.

Hat im Lager Experimente an Kindern vorgenommen.

♪ Gefühlvolle Musik ♪

Ab wann?

Die Kinder kamen ...

... Ende 1944 nach Neuengamme.

Mit der Evakuierung des Lagers wurden die Kinder

in Begleitung von Dr. Trzebinski zum Bullenhuser Damm geschickt.

Trzibinski?

Trzebinski.

Aus London hatte ich einen klaren Auftrag:

Fünfhundert Nazis ...

... bis April festsetzten.

Fünfhundert!

Aber jetzt ...

Jetzt haben wir Höß!

Den Stellenwert dieser Verhaftung

werden erst andere Generationen begreifen.

Diese Verhaftung macht uns zu Helden.

Und wir, die Briten, machen ihm den Prozess.

Auf dich, Alex!

Ich würde gern sagen, dass ich mitgeholfen hätte,

Tausende SS-Leute baumeln zu sehen.

Aber das wird wohl nie passieren.

In der Zwischenzeit sterben auch so welche weg.

Ja, das ist eine Genugtuung.

Hier.

Ein kleiner Ersatz für einen Orden.

Ich fühle mich geehrt, danke!

Du musst die Sache mit den Kindern aufklären.

Schaffst du das?

Ja.

Ja.

Natürlich. Wer sonst, oder?

♪ Gefühlvolle Musik ♪

♪ Getragene Musik ♪

Sie haben sich geweigert, Ihren Namen zu ändern.

Die Nazis sollen wissen: Ein Freud ist zurück.

Verheiratet? Kinder? Nein, noch nicht.

Geben Sie acht.

Jeder vierte Deutsche zwischen 14 und 41 hat eine Geschlechtskrankheit.

Warum bin ich hier?

Patienten warten auf mich.

Das ist reine Routine.

Herr Dr. Trzebinski.

Erzählen Sie mir von den Menschenversuchen.

Wie heißt du? - Walter.

Ich bin zwölf Jahre alt.

Ich mache mit Tierversuchen und jungen gesunden Probanden weiter.

Auch mit Kindern?

Copyright Untertitel: NDR 2022

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