All language subtitles for Die History Boys F++rs Leben lernen 2006 HD WEB.x264.SRTdeutsch

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Original subtitles

..der Friede Gottes, der über allem Denken steht, bewahre Herz und Verstand,

in der Weisheit und Liebe Gottes und seines Sohnes, Jesus Christus, unserem Herrn.

Der Segen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes

sei mit Euch, jetzt und in aller Ewigkeit. Amen.

-Meinst du, das hilft? -Wir werden sehen.

Jimmy.

Fertig?

Mum, bitte. Jungs, wartet mal.

Steigt schon mal ein, ich bin in fünf Minuten zurück.

Auf in den Kampf.

Fiona.

Lies es laut vor. Fiona, lies vor.

Drei Einsen. Ich hab drei Einsen.

-Chris, was hast du? -Full House.

Drei Einsen.

-Ich wusste es. -Full House.

-Was hast du? -Eine Eins und zwei Zweien.

-Da ist Dakin. -Stu.

Stu, was ist los?

-Willst du nicht gucken? -Ich hab meine seit gestern.

-Das glaub ich dir. -Mistkerl.

-Lockwood.

-Felix.

-Sir.

Warum sehen Sie aus wie ein Milchmann?

-Das ist mein Ferienjob. -Milchmann?

Nach den Ferien bewerben Sie sich für Oxford und Cambridge.

Ihre Examensergebnisse sind die Besten, die wir je hatten. Sie haben noch ein Halbjahr,

um für die Examen an den alten Universitäten zu lernen.

Noch ein Halbjahr, Jungs. Noch einmal ran.

Machen Sie etwas Angebrachtes bis dahin.

-Ich bin im Buchladen, Sir. -Gut.

-Ich bin Müllmann. -Türsteher.

-Kloreiniger. -Gigolo.

-Glückwunsch, Jungs. -Mrs. Lintott.

Drei Einsen.

-Dann sehen wir uns also wieder? -Ja, Sir.

In der Schule gibt's keine Bewährung, gutes Benehmen verlängert nur die Haft.

-Ihr armen Jungs. -Bis nach den Ferien, Sir.

Danke, Miss.

"Der frohste Jüngling diesen Fortgang schauend,

wie hier Gefahr gedroht, dort Leiden nahn:

Er schlöss' das Buch und setzte sich und stürbe."

Glückwunsch, Dorothy. Sie müssen zufrieden sein.

Morgen.

FACHBEREICH GESCHICHTE

Sie dürfen, wenn auch nur für fünf Minuten, Dakin, zufrieden mit sich sein.

Niemand war so gut in Englisch oder in Naturwissenschaften,

nicht einmal in Medienwissenschaften.

Und Sie haben die Chance auf Oxford und Cambridge.

An die Arbeit. Der erste Aufsatz ist über die Kirche auf der Schwelle zur Reformation.

-Nicht schon wieder. -Das ist Oxford und Cambridge.

Sie müssen es rückwärts singen können, Timms. Fakten, Fakten, Fakten.

Sie sind clever, aber ungehobelt.

Wäre es Bristol oder York, hätte ich keine Sorge.

Aber Oxford und Cambridge?

Wir brauchen eine Strategie, Dorothy, einen Schlachtplan.

-Sie kennen ihren Stoff. -Aber sie haben keinen Feinsinn.

Kultur kann ihnen Hector beibringen.

Sie können Geschichte lehren, aber...

Ich denke bloß laut.

Gibt es sonst noch etwas?

Ich denke an Charme und den letzten Schliff.

Renaissancemenschen.

Vertrauen Sie mir, Dorothy.

Ja, Direktor.

Wilkes.

Ach ja, es gibt eine Neuerung im Stundenplan.

-Sport. -Ja, Direktor.

Für die Oxbridge-Anwärter. "Sicher nicht", könnten Sie sagen.

Aber das ist die größte Hürde in ihrem Leben und sie sollen gestählt sein.

Gestählt. Ja, Direktor.

Im Stundenplan hat unser ehrwürdiger Direktor

diesen Stunden den dubiosen Titel "Allgemeinbildung" gegeben.

Ich erzähle euch mal ein Geheimnis, Jungs.

So etwas wie Allgemeinbildung gibt es nicht.

Allgemeinbildung ist Zeitverschwendung.

Wissen ist nicht allgemein, es ist speziell.

Und hat nichts mit Zurechtkommen zu tun.

Aber denken Sie daran, Zitatanfang, "Alles Wissen ist kostbar,

egal, ob es auch nur den leisesten Nutzen hat", Zitatende.

Wer sagte das, Akhtar? Timms?

Lockwood, Dakin?

"Der schönste der Bäume, der Kirschbaum..."

-A. Housman, Sir. -"A.E. Housman, Sir."

Eine Schwuchtel, oder?

Sie schmutziger, übler, anzüglicher Rüpel. Das sagt man nicht.

-Sie sagten das, Sir. -Aber meine Altersdemenz ist erheblich.

Sie dürfen uns nicht schlagen, Sir. Das könnten wir melden.

Ich weiß.

Behandeln Sie uns mit Respekt. Wir sind Stipendiumskandidaten.

-Wir wollen alle nach Oxford und Cambridge. -Aber wozu?

-Alt, Sir. Erprobt und bewährt. -Nein, weil andere Jungs dorthin wollen.

Es ist begehrt, aber es gibt nur Stehplätze.

-Wo waren Sie, Sir? -In Sheffield.

Ich war glücklich.

"Du bist glücklich, England, es bleiben deine Töchter,

voll schlichtem Liebreiz, süß genug für mich." Keats.

Darauf werden wir nicht geprüft, oder?

-Keats? -Glück.

-Und Sie sind? -Irwin.

Der Aushilfslehrer.

Ja, richtig.

Die Prüfungen sind am Ende des Halbjahres, damit bleiben uns drei Monate.

-Sie waren in Cambridge. -Oxford. Jesus.

Ich habe mit dem Gedanken gespielt zu gehen. Aber es waren die 50er.

Veränderung lag in der Luft. Eine gewisse Abenteuerlust.

Wo waren Sie stattdessen?

Ich war Geograph. Ich ging nach Hull.

Die Jungs sind nett, alle sehr motiviert.

Ein komischer Kauz - Rudge.

Er hat sich Oxford in den Kopf gesetzt. Ausgerechnet Christ Church.

Hoffnungslos. Vielleicht wird es Loughborough, in einem schlechten Jahr.

Sonst sind alle helle. Sie brauchen etwas Schliff.

Profil.

Ihr Job.

Ich will, dass unsere Schule einen Ruf wie die Manchester Grammar School bekommt,

oder Haberdasher Askes,

Leighton Park.

Oder ist das ein Gefängnis?

Egal.

Da ist eine Vakanz in Geschichte.

Das ist richtig.

In der Schule.

Holen Sie mir Stipendien, Irwin.

Bringen Sie uns nach vorn, und sie ist Ihre.

Mir sind die Hände durch den Lehrplan gebunden.

Aber ich kann Ihnen drei Stunden die Woche geben.

-Das ist nicht genug. -Ich weiß.

Aber ich denke, ich kann noch eine Stunde rausschlagen.

Ein Bordell.

Er würde gerne in einem Bordell arbeiten.

"Ich würde mich gern aufs Bett legen." Konditional oder Konjunktiv.

Kommen Sie. Sir...

Mr. Hector, was geht hier vor?

Pourquoi ce garçon... Dakin, nicht?

est sans... Hose?

Verwundete Soldaten. Natürlich.

Commotionné. Kriegsneurose.

Schluss mit dem Unsinn. Nein, kein Unsinn.

-Diese Schüler sind Oxbridge-Kandidaten. -Das hat mir keiner gesagt.

Mr. Irwin bereitet sie vor, aber er braucht Zeit.

Ich konnte ihm drei Stunden die Woche geben, aber ich dachte... Nur temporär.

-Es ist das letzte Mal. -Das war es schon letztes Mal.

-Ich denke nur an die Jungs. -Ich auch. Auf keinen Fall.

Mist.

Aber es stimmt, wir haben nicht viel Zeit.

Wir brauchen kein Französisch.

Wer geht nach Hause?

Ich kann jemanden mitnehmen.

-Wer hat Dienst auf dem Soziussitz, Dakin? -Nein, Sir. Ich muss in die Stadt.

-Crowther? -Ich gehe Joggen, Sir.

-Akhtar? -Computer Club, Sir.

-Ich fahr mit. -Nein, schon gut.

-Ich komme schon, Sir. -Scripps.

Was man nicht für Jesus tut.

-Ich darf nie. -Du bist noch zu jung.

Aber jetzt, wo du in die Pubertät gekommen bist,

wenn auch spät,

wird Mr. Hector versuchen, seine Hand auf dein Knie zu legen.

Denn Mr. Hector ist homosexuell und ein armes Schwein.

Dann sieht man auf seine Hand und sagt: "Und was möchte Mr. Hector?"

Darauf weiß er keine Antwort und lässt es.

Rücken Sie ran.

-Das hätte man mir sagen sollen. -Er hat gute Referenzen.

-Genau wie Anna von Cleve. -Wer?

-Er ist näher dran. Mehr im "Jetzt". -Ich dachte, Geschichte sei "damals".

Felix.

Anna von Cleve. Helfen Sie mir.

-Vierte Frau von Heinrich VIII., Sir. -Natürlich.

Man sagte ihm, sie sei ein heißer Feger,

aber als sie auftauchte, hatte sie eine Hackfresse.

Natürlich.

-Was ist mit dir, Junge? -Ich habe eine Entschuldigung.

Ach ja?

Die nehme ich nicht an.

-Sir... -Gott akzeptiert auch keine.

Sagte Jesus: "Bin ich von der Kreuzigung entschuldigt?" Nein.

Ich glaube, er sagte was in der Richtung.

Umziehen. Irgendwann wird das dein Leben retten.

Nichts rettet einem das Leben, es verzögert nur den Tod.

Jesus Christus wird dein Leben retten, wenn du ihn in dein Herz lässt.

Ich bin Jude, Sir.

Ich bin Moslem, Sir.

Sehr gut.

Ausgezeichnet.

Los.

Junge, Junge, Junge.

Lässt du dich hängen, lässt du Gott hängen.

-Was hat Gott damit zu tun? -Das ist nicht dein Körper, Junge.

-Nicht? -Nein, den Körper hat dir Gott nur geliehen.

-Schwachsinn. -Das hab ich gehört. Mach 20.

20 was? "Ave Maria"?

Los.

Du bist zu spät. Zieh dich um.

-Ich gehöre zum Lehrkörper. -Ich hab Sie noch nie gesehen.

Was ist das?

-Brauchen Sie Hilfe? -Ist das Schreibschrift?

Mrs. Lintott hat mir Ihre letzten Aufsätze gegeben.

Diese Erfahrung war interessant, die Aufsätze nicht.

Langweilig.

Schrecklich langweilig.

Der hat den Vogel abgeschossen, der langweiligste.

-Ich hab alle Punkte. -Nicht falsch, sondern langweilig.

-Ihr Wissen ist erstaunlich. -Ihre Handschrift ist übel.

Sie sehen nur schlecht. Wir wissen ja, woher das kommt.

Ist das eine Anspielung auf die Mythen über Masturbation?

-Es ist sogar ein Witz. -Ein Witz, Sir?

Sind Witze Hauptfach? Das hätte Einfluss auf unsere Gesinnung.

Sie haben nichts gegen den Ausdruck "Gesinnung", oder?

Mr. Hector hat nichts dagegen.

Zur Zeit der Reformation gab es 14 konservierte Vorhäute von Christus,

aber man dachte, in der Kirche St. Johannes wäre das echte Präputium.

Wir sind über das Wort "Vorhaut" nicht schockiert.

Nein, einige von uns haben sie sogar noch.

Posner nicht, denn er ist Jude. Das ist eins der Dinge, die er nicht hat.

-Halt die Klappe. -Aber das ist nicht rassistisch.

-Ach nein? -Es ist darauf bezogen, nicht rassistisch.

War einer von Ihnen schon mal in Rom oder Venedig?

Florenz? Nein.

Die anderen Kandidaten schon, und sie haben Kurse darüber belegt.

Sie wissen, dass bei einem Aufsatz über die Kirche zur Zeit der Reformation

Quatsch über die Vorhäute von Christus nützlich sein kann,

damit ihre Aufsätze im Gegensatz zu Ihren nicht öde sind.

Sie sind nicht mal schlecht, nur öde. Damit haben Sie keine Chance.

-Warum bemühen wir uns dann? -Sagen Sie es mir.

Sie wollen es. Oder Ihre Eltern. Der Direktor will es auf jeden Fall.

Ich? Ich würde mir das Geld sparen. Ich würde nach Newcastle gehen.

-Natürlich gibt es auch einen anderen Weg. -Welchen?

-Betrügen? -Vielleicht.

-Dakin. -Sir?

Nicht lustig machen. Wir haben keine Zeit.

-So ein Wichser. -Sie machen's doch alle.

-Was? -Sie versuchen, sich zu beweisen.

-Vorhäute und so'n Kram. "Sie Schlingel." -Er ist kaum älter als wir.

Wie war es mit Hector auf dem Motorrad?

Wie immer. Aber ich hatte meine Tasche dazwischen.

Er dachte, ich wäre scharf, aber es war der Tudor Economic Documents, Band 2.

Also, was können wir zum ersten Weltkrieg sagen?

Grabenkrieg.

-Berge von Toten.

-Beiderseitig.

-Dumme Generäle.

-Waffenstillstand. Deutschland unten. -Gut.

-Arbeitslose. -Inflation.

Untergang der Weimarer Republik, Unruhen, Hitlers Aufstieg.

Wir folgern also, der zweite Weltkrieg

resultierte aus dem unbefriedigenden Ausgang des ersten.

-Ja. -Erstklassig.

Bristol empfängt Sie mit offenen Armen.

Manchester will Sie. So wie Leeds.

Aber ich bin der Typ aus Oxford. Nach 70 dieser Aufsätze bin ich eingeschlafen.

-Aber es ist wahr. -Was hat Wahrheit damit zu tun?

Wann geht es schon um Wahrheit?

-Der Neue scheint clever zu sein. -Ja, leider.

-Haben Sie sich nicht für Oxford beworben? -Cambridge.

Klöster, alte Bibliotheken.

Ich habe Lernen mit dem Geruch von kaltem Gemäuer verwechselt.

Wär ich gegangen, hätte ich den Unterschied nie bemerkt.

Durham war sehr gut für Geschichte. Da hatte ich meine erste Pizza.

Natürlich auch andere Sachen, aber die Pizza war denkwürdig.

Dakin ist ein gutaussehender Junge, aber irgendwie traurig.

Sie denken immer, sie seien traurig. Jedes Mal.

Ich würde sagen, er ist nicht traurig, sondern mösengeil.

Dorothy.

Ich dachte, Sie mögen es, ein zusammengesetztes Adjektiv.

-Sie mögen zusammengesetzte Adjektive. -Ja.

-Sie gehen spazieren. -Oh, ja.

Die Wahrheit ist, 1914 wollte Deutschland keinen Krieg.

Es gab ein Wettrüsten, aber Großbritannien lag vorne.

Aber warum gibt das keiner zu?

Darum. Die Toten.

Die Gefallenen.

Wir wollen unsere Teilschuld wegen der vielen Todesopfer nicht zugeben.

Die Trauerfeiern verschleiern die Wahrheit. Das Erinnern, nicht das Vergessen.

Darum geht es bei den Gedenkfeiern, den Denkmälern und den Schweigeminuten.

Es gibt keinen besseren Weg, etwas zu vergessen, als sich daran zu erinnern.

Und die Wahrheit, vergessen Sie sie.

In einer Prüfung ist die Wahrheit Nebensache.

Glauben Sie das, oder sollen wir darüber nachdenken?

Die Poesie kann man nicht wegargumentieren.

-Kunst ist beständig. -Wie wär's damit?

"Lange unregelmäßige Schlangen stehen geduldig,

als wären sie gestreckt worden vor Fußballplätzen.

Die Hutkronen, die Sonne auf Schnurrbärten, archaische Gesichter

grinsend, als wäre alles ein Feiertagsspaß im August."

"Niemals diese Unschuld, niemals zuvor, niemals danach,

die sich wortlos in Vergangenheit verwandelte."

"Die Männer hielten die Gärten sauber."

"Tausende von Ehen halten ein klein wenig länger."

"Nie mehr solche Unschuld."

Woher können Sie das auswendig?

Nicht, dass das die Frage beantwortet.

So viel zu den glorreichen Toten.

Sozusagen.

Eigentlich ist Fiona meine Westfront.

Letzte Nacht zum Beispiel.

Ich dachte, es wäre der große Vorstoß.

Nur leichter Widerstand,

ich habe Gelände und Kampfplatz erkundet.

-Scheiße, Mann. -Ich war dran.

-Aber nicht drin. Sondern drauf. -Fuck.

Und die Metapher passt.

Auf dem Vormarsch zur Front

müssen die Truppen wohl an früheren Schlachtfeldern vorbei.

So war das auch bei mir.

Vor allem die Titten, die sich erst vor drei Wochen ergeben haben.

Und die der Beginn eines Vorstoßes in südlicher Richtung waren.

Was ist los?

-Niemandsland. -Ach komm.

Und was mache ich jetzt damit?

Was ist mit kontrollierter Explosion?

Aber wenigstens bin ich besser als Felix.

-Felix? -Nein.

Er versucht's. Jagt ihr hinterher.

Die Metapher stimmt nicht ganz.

Denn Fiona vollzieht gerade einen geplanten Rückzug.

Sie wird nicht von einer ihr überlegenen Macht überwältigt.

-Mag sie dich? -Natürlich.

Ihr streitet nicht ums Territorium, sondern um den Zeitpunkt der Besetzung.

Sag uns, wenn du Berlin erreicht hast.

Ich fange an, ihn zu mögen.

-Wen, mich? -Irwin. Obwohl er mich nicht ausstehen kann.

Jimmy.

Kopf hoch. Wenigstens redet er mit dir.

Die Meisten würden nicht mal mit dir reden.

-Liebe kann verwirrend sein. -Woher willst du das wissen?

Darum denke ich immer über Gott nach.

Es muss ihn nerven, immer angebetet zu werden.

Nur Gott erwischt man nicht dabei, wie er in Unterhosen rumhüpft.

Gut gemacht, Posner.

Und jetzt zu etwas traditionellerer Poesie.

Gott.

Timms, was ist los?

Sir, ich verstehe Poesie nicht immer.

Sie verstehen sie nicht immer? Timms, ich verstehe sie nie.

Aber lernen Sie sie jetzt und Sie werden es irgendwann verstehen.

Wie sollen wir es verstehen? Das Meiste in der Poesie haben wir noch nicht erlebt.

Aber das werden Sie, Timms.

Und wenn es so weit ist, haben Sie das Gegengift parat, selbst wenn Sie sterben.

Wir bereiten euch aufs Totenbett vor, Jungs.

Wir haben noch ein Ende, Sir.

Du liebe Güte, natürlich. Wo ist die Klassenkasse?

Wir müssen rauchen, Sir.

Und ich hab zufällig welche, Sir.

Also gut.

Jerry, bitte hilf mir.

-Sollen wir darauf eine Zigarette rauchen? -Ja.

Darf ich ab und zu herkommen?

Wann immer du willst. Es ist auch dein Zuhause.

-Wirst du glücklich sein, Charlotte? -Jerry, greifen wir nicht nach dem Mond.

Wir haben doch die Sterne.

Wunderbar.

Könnten es Paul Henreid und Bette Davis in Reise aus der Vergangenheit sein?

Das ist ein Klassiker, ihr ignoranten Teenies.

-Wir haben nie davon gehört, Sir. -Walt Whitman, "Grashalme".

"Stilles Sehnen von Land und Leben nicht erfüllt,

Nun, Reisender, zieh weiter, such und finde."

50 Pence, bitte.

Rudge.

-Da steht nichts über die Carry On Filme. -Sollte es?

Das Examen. Mr. Irwin sagt, die Carry Ons wären ein gutes Thema.

Merkwürdig. Glauben Sie, er mag sie?

Wahrscheinlich nicht. Aber bei ihm weiß man nie.

Ich frage mich, ob ich da was nicht mitbekommen habe.

Mr. Irwin sagt: "Obwohl ihnen kein eigentlicher künstlerischer Wert innewohnt...

erreichen sie eine Art künstlerische Beständigkeit

und haben sozialgeschichtliche Bedeutung."

Meine Güte, ihr müsst ja echt Spaß haben.

Es ist nicht wie Ihre Sachen, Miss. Das ist topaktuell, wirklich.

-Wo wohnen Sie, Sir? -Horsforth.

Das ist nicht weit von Mr. Hector. Er kann Sie mitnehmen.

Kein Loft, oder?

Ernähren Sie sich vom Pizzataxi, oder kochen Sie sich Gourmetessen?

-Ist es die einsame Pizza, Sir? -Ich komme klar.

Sie haben keine Fragen, Dakin?

Sie wollen wissen, ob Sie ein Leben haben.

Oder sind wir Ihr Leben?

Das wäre ziemlich schrecklich, denn die waren wie immer trostlos.

Sie wissen die Antwort auf die Frage, aber alle anderen auch.

Sagen Sie was anderes, behaupten Sie das Gegenteil.

Stalin zum Beispiel.

Die Meisten halten ihn zu Recht für ein Monster.

Weichen Sie davon ab, und finden Sie etwas zu seiner Verteidigung.

Beantworten Sie eine Frage mit dem, was Sie wissen.

Eine Frage über Rembrandt könnte eine Antwort über Degas provozieren.

-Ist Degas ein alter Meister? -"Sie irrten nie beim Leiden."

"Die alten Meister, wie es passiert, wenn jemand isst oder ein Fenster öffnet."

-Haben Sie das von Mr. Hector? -Was?

Das Gedicht. Sie zitieren Auden, nicht?

War er das, Sir? Manchmal fließt es einfach aus mir heraus.

Hat er ein System, oder ist das zufällig?

-Wissen. -Das Streben danach.

Wir brechen das Brot mit den Toten.

-Es ist höher als Ihr Zeug, nobler. -Nur leider unnütz.

-Er hat kein Ziel, wandert umher. -Bei Ihnen wissen wir, was wir tun.

Bei ihm wissen wir oft nicht, was wir tun.

Wir sind arme Schäfchen, die vom Weg abgekommen sind.

Sie sind sehr jung, Sir. Das ist nicht Ihr Examensjahr, oder?

-Ich wünschte, das wär es. -Unterrichten Sie uns nicht gern?

Wir sind doch kein Lückenbüßer zwischen Uniabschluss und dem Leben,

wie Auden, oder, Sir?

-Mögen Sie Audens Gedichte, Sir? -Einige ja.

Mr. Hector mag sie. Wir wissen über Auden Bescheid.

-Er war mal Lehrer. -Das glaube ich.

Ja, war er. Glauben Sie, er war mehr wie Sie, oder mehr wie Mr. Hector?

-Warum sollte er wie einer von uns sein? -Ich glaube, er war mehr wie Mr. Hector.

Etwas durcheinander. Er knutschte mit seinen Schülern.

Auden, Sir, nicht Mr. Hector.

Könnten Sie Fragen zu Auden beantworten?

Nein, Sir. Mr. Hectors Sachen sind nicht fürs Examen.

Sie sollen uns kultivierter machen.

In diesem Examen geht es um alles, was Sie wissen und sind.

Gibt es eine Frage, die Sie beantworten können, tun Sie das.

Das wäre ein Vertrauensbruch.

Ist nichts heilig, Sir? Wir sind schockiert.

Die glauben doch, wir wollten sie verarschen.

"England du warst zu lange hier

und die Lieder, die du singst und gesungen hast in mutigerer Zeit,

taugen jetzt nicht mehr."

-Von wem ist das? -Mr. Irwin.

-Das ist Stevie Smith. -Sagt nicht, das sei unnützes Wissen.

In einem Aufsatz über den Postimperialismus,

den Verlust eines Imperiums und so was,

wäre so ein Brocken der perfekte Schlusssatz.

Ein was, Sir?

Ein Brocken. Ein Zitat.

-Was könnt ihr noch aus dem Ärmel schütteln? -Alles Mögliche.

Der Zug.

Ich wollte es wirklich tun. Da stand ich zitternd an der Schwelle.

Aber ich konnte nicht. Mir fehlte der Mut.

Ich würde gern sagen, mich hielt der Gedanke an dich und die Kinder ab.

Aber das war's nicht. Mein Kopf war leer.

Ich hatte nur das Verlangen, nie mehr etwas zu fühlen.

Nie mehr unglücklich zu sein.

Ich ging zurück in den Speisewagen. Da wurde ich fast ohnmächtig.

Was soll das?

-Laura. -Ja, Liebster?

Was immer du geträumt hast, es war nicht schön, oder?

Kann ich irgendetwas für dich tun?

Fred, du tust schon genug.

Du warst sehr weit weg.

Danke, dass du zurückgekommen bist.

Wofür habt ihr nur den Dialog aus Begegnung gelernt?

Diese Stunde war komplette Zeitverschwendung.

Wie Mr. Hectors Stunden. Die sind auch totale Zeitverschwendung.

Klugscheißer. Er versucht euch auch nicht durchs Examen zu boxen.

-French Kiss? -Wie bitte?

Pferderennen in Newmarket um drei Uhr.

-Dorothy. -Danke, Stanley.

Wie finden Sie sie?

Sie sind zu gut. Sie verstehen nicht, dass es ein Spiel ist.

-Ist Geschichte ein Spiel? -Im Examen schon.

-Dorothy. -Verdammt.

Direktor.

-Ich nenne ihn die Warnung. -Felix?

Wenn Sie nicht aufpassen, werden Sie wie er.

In einem Film der 40er, wär er von Raymond Huntley gespielt worden.

Wem?

Er war bekannt für verkniffene Richter und verbitterte Schulleiter.

-Wer hätte mich gespielt? -Dirk Bogarde.

Ich weiß nicht, ob ich das mag.

-Vorsicht. -Hector. Sieh an.

-Kopf hoch, Rudge. -Hallo.

Mrs. Lintott.

Der Direktor hat eingestanden, dass Kunst nützlich sein kann,

und ich soll den Oxford-Jungs was über Kunstgeschichte erzählen.

Wenden Sie sich an Irwin.

-Das ist nur das Sahnehäubchen. -War Kunst je was anderes?

Michelangelo.

Tja... ich schätze.

Wen hast du?

-Beides Schwuchteln. -Ja?

Das sind keine Frauen, das sind Männer mit Titten.

Und die sehen aus wie angeklebte Eisbällchen.

-Mögen Sie Turner? -Er ist OK.

Wählen Sie jemanden, den Sie mögen. Kunst soll man genießen.

Auf lange Sicht, vielleicht, aber für uns ist es kein Genuss.

Wir haben keine Zeit, die Bücher und Bilder zu studieren.

Was wir bräuchten, wäre Schauspielunterricht für die Stipendiumsvergabe.

Haben die Jungs Ihnen einen Spitznamen gegeben?

-Nicht, dass ich wüsste. -Ein Spitzname ist eine Leistung.

Es ist beides, eine Auszeichnung und ein Wappen.

Eine Art Abzeichen.

Ich bin Tott. Oder auch Tottie.

Irgendwie ironisch, nicht?

-Hector hat keinen Spitznamen. -Doch. Hector.

-Er heißt Hector. -Das ist sein Spitzname.

Er heißt nicht Hector, sondern Douglas.

Aber die einzige Person, die ihn so nennt, ist seine Ehefrau.

Posner kam gestern zu mir. Er hat ein Problem.

Sie bekommen keinen Spitznamen, aber ihre Probleme. Passiert mir selten.

Sir, ich glaube, ich bin homosexuell.

-Ich liebe Dakin. -Weiß Dakin das?

Ja. Er findet das nicht besonders überraschend.

Aber Dakin steht auf Mädchen.

Ich hatte Mitgefühl, aber nicht so, dass man denken könnte, ich säße im selben Boot.

-Mit Dakin? -Mit allen.

Das ist vernünftig.

Das Schwerste für die Jungs ist es zu begreifen, dass Lehrer nur Menschen sind.

Das Schwerste für Lehrer ist es, das geheim zu halten.

-Ist es eine Phase, Sir? -Glauben Sie, es ist eine?

Man liest hier und da, es geht vorbei. Aber ich weiß nicht, ob ich das will.

Aber ich will nach Oxford. Vielleicht liebt Dakin mich dann.

Oder es ist mir dann egal.

-Reflektieren Sie über Ihr Leben, Sir? -Ich dachte, das tut jeder.

Ich bin Jude, ich bin klein,

ich bin schwul und ich lebe in Sheffield.

Ich bin am Arsch.

Die ganze Religion. Was machst du?

In die Kirche gehen. Beten.

Ach ja?

Das ist so zeitaufwendig, du glaubst es nicht.

Was noch?

Es geht um das, was man nicht tut.

Du wichst nicht?

-Das drückt doch aufs Gemüt. -Nicht für ewig.

Warn mich vor, an deinem großen Tag halt ich Abstand.

Je mehr man liest, desto mehr wird einem klar, dass es in der Literatur um Loser geht.

-Nein. -Doch.

Es ist ein Trost. Die ganze Literatur ist ein Trost.

Mir ist egal, was Hector sagt. Ich finde die Literatur ziemlich finster.

-Das kommt von Irwin. Sachen fürs Examen. -Nein.

Es ist nicht ganz meine Idee. Ich hab ein Buch von Nieshaw gelesen.

-Wem? -Nieshaw. Er war Philosoph.

Frederick Nieshaw.

Das wird Nietzsche ausgesprochen.

Scheiße.

-Was ist los? -Ich hab mit Irwin geredet.

Er hat mich Nieshaw sagen lassen.

-Er denkt, ich bin ein Volltrottel. Mist. -Was hab ich getan?

Nichts. Du hast nichts getan.

Die Welt dreht sich nicht nur um dich, weißt du.

Irwin. Wie steht es um unsere jungen Männer?

-Sind sie auf Draht? -Ich denke schon.

Sie denken? Sind sie, oder sind sie nicht?

Es gehört immer etwas Glück dazu.

Glück? Das hört sich nicht gut an, Irwin.

Vermasseln Sie es nicht. Das haben wir schon zu oft mitgemacht.

He.

Er kommt.

Sie haben das Blei abgenommen, über Holz geschmolzen und die Zeit besorgte den Rest.

Und alles dank Heinrich VIII.

Wollen Sie was über Stalin wissen, lesen Sie Heinrich VIII.

Dasselbe gilt für Mrs. Thatcher.

Während Sie und Dorothy durch die Geschichte gehen, raste ich.

Aber ich stehe natürlich zur Verfügung,

falls Sie passende Zitate - oder auch Brocken - brauchen.

"Ihr Chor, wo süß einst Vögel sangen, schweigt."

Untermauert eure Antworten mit Brocken, und ihr könnt nicht viel falsch machen.

Singen stand nicht an erster Stelle.

Die Mönche waren Bauern, Gerber, Schneider...

-War das ein Klo? -Eins davon.

-Etwas zugig am Hintern. -Das war der Abfluss.

Und dann haben sie daraus getrunken? Scheiß Christen.

Und der Ganges? Ihr seid nicht besser.

-Ich bin Moslem, Depp. -Ist doch alles dasselbe.

-Und was ist das? Die Kapelle? -Nein, der Speicher.

Ein Heuspeicher. Hier kam die Ernte rein.

-Sie wissen alles, oder? -Es interessiert mich.

Das ist schön.

-Und es war eine Männergesellschaft? -Klar. Alles Mönche.

Ein bisschen so, oder?

-Wie? -Gleichgeschlechtliches Zeug.

-Sie erröten, Sir. -Ich bin errötet?

Sir, das ist heiliger Boden.

Nicht für mich. Das ist ein heidnischer Tempel.

Und Sie sind etwas errötet.

Ist Heinrich VIII. darum eingeschritten - weil sie rumgemacht haben?

-Das sagte er. -Was sollten sie auch sonst tun.

-In der Freizeit. -Beten?

Posner wäre ein guter Mönch, er ist nur leider Jude.

-Haben Juden Mönche? -Ja. Ich bin jetzt einer.

Lassen Sie sich Zeit, Sir.

Manchmal kann man nicht mehr tun als das Paket weitergeben.

Es nehmen, es fühlen und weitergeben.

Nicht für mich. Nicht für euch.

Aber für irgendjemanden da draußen.

Eines Tages.

Gebt es weiter, Jungs. Das solltet ihr lernen.

Gebt es weiter.

Hector. Kommen Sie mal kurz.

Das ist offenbar nicht das erste Mal.

Aber dieses Mal konnte sie sich das Nummernschild notieren.

Ich würde vorschlagen, erst mal nichts zu sagen.

Aber Sie gehen ja glücklicherweise bald in Rente.

Unter den Umständen schlage ich vor, das etwas vorzuziehen.

Ich denke, am Ende des Schuljahres wäre gut.

Haben Sie nichts zu sagen?

"Der Baum der Menschheit war stille nie, damals war's der Römer, heute bin es ich."

Kommen Sie mir nicht mit Dichtung.

-Ich schätze, Ihre Frau weiß davon nichts. -Keine Ahnung.

Was Frauen wissen und was nicht, war mir schon immer ein Rätsel.

Werden Sie es ihr sagen?

Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, ob sie das interessiert.

Da ist noch was.

Komisch, wie sich selbst tragische Situationen

meist durch simple Stundenplanänderungen lösen lassen.

Irwin will mehr Stunden. Ich denke, wir könnten ein Zugeständnis machen.

Sie und er sollten teilen.

-Teilen? -Teilen.

Sie sollten Ihre Situation überdenken.

Ich will Sie nicht feuern.

Die Leute reden.

Es ist so... unschön.

Es wäre für alle Beteiligten besser, wenn Sie vorzeitig in Ruhestand gehen.

Aber es ist nichts passiert.

Die Hand an den Genitalien eines Jungen bei 80km/h nennen Sie nichts?

Die Weitergabe von Wissen selbst ist ein erotischer Akt.

-In der Renaissance... -Scheiß auf die Renaissance.

Scheiß auf Literatur, Plato, Michelangelo und Oscar Wilde

und all die anderen Veilchen, auf die Ihresgleichen sich berufen.

Das ist eine Schule, und es ist nicht normal.

-Noch hier? -Es ist Mittwoch, Sir.

Aber ich dachte, unser Ausflug nach Fountains...

Es ist erst halb fünf.

-In dem Fall, wo ist Dakin? -Bei Mr. Irwin, Sir.

Natürlich.

-Er zeigt ihm alte Examensfragen. -Zweifellos mit all den nötigen Brocken.

Macht nichts. Wir müssen auch ohne ihn klarkommen.

-Was haben Sie gelernt? -"Trommler Hodge." Hardy.

Schön.

"Sie warfen Trommler Hodge zur Ruh,

wie man ihn fand, uneingesargt

Sein Grabstein ist ein Hügel nur, der eine Ebne überragt

Von Westen Sternenbilder nur bescheinen nachts sein Grab

Der Trommler hat es nie gekannt, aus Wessex jung gekommen

Diese Karoo, das weite Land, hat nie etwas vernommen

Warum nachts Sterne, unbenannt, die Dämmerung erklommen

Doch Hodge, er wird nun gehör'n, der staub'gen Wüste alle Zeit

Sein nördlich schlichtes Herz und Hirn nun Dünger für des Südens Baum

Regiert fremdäugiges Gestirn Hodges Sterne im ewigen Raum."

Gut. Sehr gut.

Ideen?

Ich frage mich, ob "Doch Hodge, er wird nun gehör'n, der staub'gen Wüste alle Zeit"

nicht wie Rupert Brooke ist.

"Da ist ein Ort auf fremdem Feld, in dessen Staub ein reichrer Staub zerfällt."

Ja, es ist derselbe Gedanke. Aber Hardy ist besser, finde ich.

Es ist... na ja, bodenständiger.

Wortwörtlich bodenständiger.

-Und sein Name? -Hodge?

Das Wichtige ist, er hat einen Namen.

Mal angenommen, Hardy schreibt über den Zulukrieg.

Oder später, wahrscheinlich über den Burenkrieg.

Das waren die ersten Kriege, bei denen man der gewöhnlichen Soldaten gedachte.

Die Namen der Toten wurden notiert und in Kriegsdenkmäler gemeißelt.

Davor waren die gewöhnlichen Soldaten

alle unbekannt.

Sie waren so wenig wert,

dass ein Unternehmen im 19. Jahrhundert - in Yorkshire natürlich -

die Knochen auf Europas Schlachtfeldern einsammelte und zu Dünger verarbeitete.

Und obwohl er wohl in ein Massengrab geworfen wurde,

war er immer noch Hodge, der Trommler.

Obwohl er ein verlorener Junge am anderen Ende der Welt ist...

hat er einen Namen.

Wie alt war er?

Wenn er ein Trommler war, war er ein Kindersoldat. Jünger als Sie.

-Nein, Hardy. -Wie alt Hardy war?

Als er das schrieb, so um die 60.

In meinem Alter, schätze ich.

Ein trauriges Leben, aber nicht unbeachtet.

"Uneingesargt" ist ein typisches Hardy-Wort.

Ein zusammengesetztes Adjektiv, indem man ein "un" vor das Nomen setzt.

Oder Verb vielmehr.

Ungeküsst,

unerfreut,

ungestanden,

ungeliebt.

Diese Art der Formulierung

hat etwas von nicht teilhaben.

Außen vor sein, entweder aus Zurückhaltung oder Schüchternheit.

Aber man steht außen vor.

Man ist nicht mittendrin.

Sehen Sie das?

Ja, Sir.

Das habe ich auch gefühlt.

Die besten Momente beim Lesen sind die, wenn man auf etwas stößt,

einen Gedanken, ein Gefühl, eine Perspektive,

das man für persönlich gehalten hat.

Und da steht es, geschrieben von jemand anderem.

Jemand, den man nie getroffen hat, der vielleicht schon lange tot ist.

Es ist, als wenn eine Hand

hervorkommt und deine nimmt.

Sagen Sie den letzten Vers noch mal, und ich lass Sie gehen.

"Doch Hodge, er wird nun angehör'n, der staubigen Wüste alle Zeit

Sein nördlich schlichtes Herz und Hirn, nun Dünger für des Südens Baum

Regiert fremdäugiges Gestirn Hodges Sterne im ewigen Raum."

Soll ich Ihnen sagen, was Hectors Problem als Lehrer ist?

Es ist nicht, als würde er keine Resultate liefern.

Aber sie sind unvorhersehbar und nicht messbar.

Und mit dem Lehrplan heutzutage ist das wertlos.

Es gibt Inspiration, sicher, aber wie misst man die?

Ich habe gestern ein Kind singen hören.

Und ich muss erfahren, dass die Schüler den Text von "When I'm Cleaning Windows" können.

George Formby und Gracie Fields.

Was hat Gracie Fields mit irgendwas zu tun?

Letztendlich bin ich froh, dass er den Schülern an die Eier gefasst hat,

denn das kann ich wenigstens bewerten.

Diesen Rücktrittsgrund kann keiner von der Hand weisen.

Das wussten Sie nicht.

Das nicht, nein.

Ich dachte, Sie wüssten es.

-Er ist den Jungs an die Eier gegangen? -Ich will es nicht aussprechen.

Sie waren selbst verheiratet. Sie kennen das.

Und unter uns, es war eher anerkennend als investigativ.

Aber es ist trotzdem unentschuldbar.

Es ist zum Vorteil aller, wenn er geht - so schnell wie möglich.

Sir? Darf ich etwas sagen?

Uns steht die wichtigste Prüfung unseres Lebens bevor,

und wir lesen nur Literatur.

Lassen wir das mal kurz. Ich muss Ihnen etwas sagen.

Wir wissen schon, Sir.

-Woher? -Sie teilen die Stunden mit Mr. Irwin.

-Nein, nicht das. -Warum, Sir?

Es hat wohl mit dem Stundenplan zu tun. Nein, etwas anderes.

Werden Ihre Stunden dann mehr wie Mr. Irwins?

-Nützlicher? -Weniger Rumgehänge?

Ruhe, Jungs. Ich bin jetzt nicht in der Stimmung.

In welcher Stimmung, Sir? Der Konjunktiv? Die Eventualität?

Arbeitet, lest etwas.

-Es ist keine Zeit zum Lesen. -Wie wär's mit einer Zusammenfassung?

-Einen Abriss wie bei Mr. Irwin. -Den Rahmen. Dann können wir vortäuschen.

-Vortäuschen? -Darum geht es in Examen.

Ich will nichts mehr über die Examen hören.

Haltet alle die Klappe.

Warum hab ich mein Leben an diesem verdammten Ort verschwendet?

Von mir ist nichts übrig.

Geht weg.

Geht.

Sir.

-Möchten Sie anfangen? -Ist mir gleich.

Wie fangen Sie gewöhnlich an? Es ist Ihre Stunde, Allgemeinbildung.

Die Jungs entscheiden. Fragen Sie sie.

Irgendwelche Vorschläge?

Kommt schon, Jungs. Hört auf zu schmollen.

Wir wissen nicht, wo wir sind, in Ihrer Stunde oder Mr. Irwins.

-Macht das einen Unterschied? -Ja, Sir.

Wollen Sie uns lieber gedankenvoll oder clever haben?

Wie wär's mit zivilisiert, du kleines Scheißhäufchen.

-Er schlägt uns. Das ist verboten. -Reden wir doch über den Holocaust.

Du liebe Güte. Wie kann man den Holocaust lehren?

Das ist eine gute Frage. Kann oder sollte man den Holocaust lehren?

Irgendwer? Na kommt.

Es gibt Ursache und Wirkung, ein Thema wie jedes andere.

-Sicher nicht wie jedes andere. -Nein, aber es ist ein Thema.

Heutzutage gibt es Klassenausflüge dahin - Auschwitz, Dachau.

Ich frage mich immer, wo sie ihre Brote essen.

-Im Besucherzentrum, wie überall. -Machen sie da Fotos voneinander?

Lächeln sie?

Halten sie Hände? Nichts ist angemessen.

Man könnte sagen, es überschreitet das Vorstellungsvermögen,

nur Schweigen wäre angebracht.

Das ist Mr. Hectors Antwort auf viele Fragen, nicht wahr, Sir?

Richtig, Dakin.

"Und wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen."

-Wittgenstein, Sir. -Ja, das ist gut.

Nein, es ist nicht gut. Das ist bloß schlagfertig, das ist Journalismus.

-Das haben Sie uns gelehrt. -Hab ich nicht.

Und Wittgenstein hat sich nicht das Hirn zermartert,

damit ihr damit Phrasendrescherei betreibt.

Warum können wir die Lager nicht als unbeschreiblichen Horror verurteilen?

Sinnlos. Das macht jeder.

"Die Lager waren beispiellos. Der Schrecken unübertroffen." Etc.

Selbst "etc." zu sagen ist ungeheuerlich.

"Etc." hätten die Nazis gesagt. Die Toten werden zu einer verbalen Abkürzung.

Schon gut. Aber die Lager werden als beispiellos angesehen.

Würden Beispiele von Vorläufern sie nicht ins Verhältnis setzen?

-Verhältnis? -Nicht Verhältnis. Kontext.

Aber das würde bedeuten, das es verständlich und erklärbar ist,

und dann kann man es wegdiskutieren.

-Das ist gut, Posner. -Nein, im Ernst.

Das ist dasselbe wie die Auflösung der Mönchsklöster.

Dutzende wurden vor Heinrich VIII. aufgelöst.

Aber bei der Auflösung der Klöster habe ich keine Verwandten verloren.

-Guter Punkt. -Nein, nicht guter Punkt. Das ist Realität.

Für Sie ist der Holocaust nur ein weiteres Thema, das drankommen könnte.

Nein. Aber das ist Geschichte. Distanziert euch davon.

Unsere Perspektive verändert sich.

Man kann nicht in die jüngste Vergangenheit gucken - wir sehen sie nicht.

Und weil wir sie nicht sehen, gibt es nichts Ferneres als die jüngste Vergangenheit.

Der Job eines Historikers ist es, vorauszusehen, was unsere Sicht sein wird.

Selbst beim Holocaust.

-Die Diskussion haben Sie gewonnen. -Was?

Der Holocaust. Sie haben's ihm gezeigt.

-Du flirtest ja. -Ich versteh das nicht.

Ich wollte nie jemandem so gefallen wie ihm - Mädchen eingeschlossen.

-Er geht, wusstest du das? -Der große Mann?

Halt's geheim. Ich hab's von Fiona.

Gefeuert? Wer hat sich beschwert?

-Darum nimmt er keinen mehr mit. -Armes Schwein.

-Irgendwie tut es mir nicht leid. -Nein.

Keine Genitalmassagen mehr auf idyllischen Dorfstraßen.

Kein melancholisches Motorengedröhne mehr,

wenn er einen an der Ecke absetzte, die Unschuld noch intakt.

Aber man ist ein Lustmolch, oder will einer sein.

Es kann für Frauen nicht einfach sein,

das dilettantische Gefummel der Männer fast täglich zu ertragen.

-Glaubst du, wir tragen Narben davon? -Das wollen wir doch hoffen.

Dad.

Der ist unerbittlich.

"Einleuchtend, aber Ihre Schlussfolgerung muss mir entgangen sein."

Deine Handschrift sieht schon fast aus wie seine.

Das mache ich nicht extra, ehrlich.

-Du schreibst eh schon wie er. -Tu ich nicht.

Dakin schreibt wie er. Ich schreibe wie Dakin.

Gut fürs Sexleben. Ich rede so viel von ihm, dass Fiona schon genervt ist.

Nur beim Sex halte ich meine Klappe.

-Würdest du es mit ihm tun? -Hab ich mich auch gefragt.

Vielleicht. Das könnte sein Leben etwas aufheitern.

Auch nichts anderes als wichsen.

Warum sollte er es mit dir treiben?

Du selbstgefälliger Wichser.

Weiß der Erzbischof von Canterbury, wie du redest?

Ich mag ihn. Ich wünschte, das beruhte auf Gegenseitigkeit.

Irwin mag ihn. Er sieht selten jemand anderes an.

-Woher weißt du das? -Geht mir genauso.

Unsere Blicke treffen sich, wenn wir Dakin ansehen.

Pos, du mit deinem treuen Herz.

-Das geht vorbei. -Ja, es ist nur eine Phase.

Wer sagt, ich will, dass es vorbeigeht?

Aber der Schmerz. Der Schmerz.

Hector würde sagen, nur diese Lehre ist wichtig.

Ich wünschte, wir würden dafür benotet.

Mr. Crowther, Sie interessieren sich fürs Theater. Erzählen Sie mal.

-Ich habe schon einige Rollen gespielt. -Erwähnen Sie nicht das Theater.

-Aber das interessiert mich. -Dann erwähnen Sie nicht die Schauspielerei.

Für viele Prüfer ist Theater Zeitverschwendung.

Aber Musik ist OK, oder? Da stöhnen sie nicht.

Sagt einfach, was ihr mögt.

-Mozart? -Nein.

Jeder mag Mozart. Jemand Ausgefallenes wie Tippett oder Broekman.

-Die kenne ich nicht. -Darf ich was Dummes vorschlagen?

Warum sagen sie nicht die Wahrheit?

Ich zögere, das zu erwähnen, da ich sonst wieder Raunen provozieren könnte.

Aber es ist Ihnen vielleicht entgangen, dass einer der Prüfer eine Frau sein könnte.

Ich zögere etwas, Sie mit neuen Ideen zu konfrontieren,

aber ich habe Geschichte geschlechterunabhängig gelehrt

und frage mich, ob Sie wissen, wie frustrierend das sein kann.

-Mache ich Sie verlegen? -Ein bisschen, Miss.

Es ist nicht unsere Schuld, es ist eben so.

"Die Welt ist alles, was der Fall ist." Wittgenstein.

Ich weiß, dass es Wittgenstein ist, danke.

Können Sie sich vorstellen, wie deprimierend es ist,

500 Jahrhunderte männlicher Unfähigkeit zu lehren?

Warum gibt es keine Historikerinnen im Fernsehen?

-Keine Titten. -Schlagen Sie den Jungen.

Sir, das geht nicht.

Ich sag's Ihnen.

Weil Geschichte für Frauen nicht so ein Spaß ist wie für Männer.

Warum auch? Sie sitzen nie mit am Konferenztisch.

1919 haben sie zum Beispiel nur für den Blumenschmuck gesorgt

und sich dann zurückgezogen.

Geschichte ist der Kommentar der andauernden Unzulänglichkeiten von Männern.

Was ist Geschichte?

Geschichte ist Frauen, die hinterhergetrottet sind - mit einem Eimer.

Rudge.

Wie definieren Sie Geschichte, Mr. Rudge?

Kann ich offen sprechen, Miss?

-Ohne geschlagen zu werden? -Ich werde Sie beschützen.

Wie ich Geschichte definiere?

Es ist ein dummes Ereignis nach dem anderen.

Verstehe. Und warum wollen Sie nach Christ Church?

-Ich dachte, da komme ich vielleicht rein. -Kein anderer Grund?

-Mögen Sie die Architektur? -Die fragen mich doch nach Sport, oder?

Wenn Sie so unkommunikativ sind, sind sie dazu gezwungen.

Selbst wenn sie Sie aufgrund Ihrer sportlichen Leistungen haben wollten,

müssen Sie zumindest vorgeben, andere Motivationen zu haben.

Ich bin eine Null, was das angeht. Entschuldigung.

Wenn sie mich mögen und haben wollen,

nehmen sie mich, weil ich langweilig und normal bin.

Ich bin schlecht in Interviews, aber gut auf dem Golfplatz.

Vielleicht ist ein Prüfer dabei, der Golf mag.

Ich weiß nicht viel über Jean-Paul Sartre, aber ich habe ein Handicap von vier.

Was wissen Sie über Sartre?

-Dass er ein guter Golfer war. -Wirklich?

Das wusste ich nicht. Interessant.

Peter, woher wusstest du, dass Sartre Golf spielte?

Wusste ich nicht.

Woher auch? Ich weiß nicht mal, wer er ist.

Sie sagen uns, wir sollen lügen.

Ich denke, Kafka war gut im Tischtennis.

-Bis Morgen. -Hier ist mein Aufsatz.

Was für einen Abschluss haben Sie gemacht?

-Zwei. -Langweilig.

-Hat nicht ganz geklappt? -Die Technik war nicht perfekt.

-Ach kommen Sie. -Es ist nach vier.

-Auf welchem College waren Sie? -Corpus.

-Da geht nicht jeder hin. -Nein.

-Waren Sie glücklich? -Dort? Ja, schon.

Glauben Sie, wir werden glücklich, wenn wir's schaffen?

-Sie werden sowieso glücklich. -Die Antwort gefällt mir nicht.

Warum? Unkompliziert - meinten Sie das?

-Extrovertiert? Geradlinig? -Das sind keine schlechten Eigenschaften.

Kommt drauf an. Es ist schön, etwas kompliziert zu sein.

Oder dafür gehalten zu werden.

Da ist Felix.

Meine Güte.

-Nicht der Hellste, was? -Nicht?

Nein, Sir.

-Wie geht's Posner? -Warum?

-Er mag Sie, oder nicht? -Liegt am Alter. Er wird erwachsen.

-Es ist hart für ihn. -Und langweilig für mich.

Sie sagen doch nicht, ich sollte was unternehmen?

Das passiert. Würd ich eh nicht, er ist zu jung.

-Sie sehen recht jung aus. -Weil ich es bin, schätze ich.

Wie passiert Geschichte? Wie passieren Dinge?

Leute entscheiden, etwas zu tun. Leiten Schritte ein, verändern Dinge.

-Ich weiß nicht, wovon Sie reden. -Nein? Denken Sie darüber nach.

Einige unternehmen was, schätze ich.

Andere reagieren. 1939 unternahm Hitler was in Richtung Polen, Polen...

-Gab nach. -Meinten Sie das?

Nicht Polen.

-Wurde Polen überraschend genommen? -Teilweise.

Aber sie wussten, es war was im Busch.

-Worüber war Ihr Aufsatz? -Wendepunkte.

Momente in denen die Geschichte sich dreht. Sie haben über Dünkirchen geschrieben.

-Hitler will Russland erobern. -Ja.

-Alamein. -Ja, genau.

Mehr? Das ist gut.

Als Chamberlain 1940 zurücktrat, war Churchill nicht die erste Wahl.

Halifax wurde allgemein mehr akzeptiert.

Aber am Nachmittag der Entscheidung ging Halifax zum Zahnarzt.

Hätte er bessere Zähne gehabt, hätten wir vielleicht verloren.

-Das ist fantastisch. -Das ist Geschichte im Konjunktiv.

Bitte?

Konjunktiv - wenn etwas passiert oder nicht passiert sein könnte.

Wenn man es sich nur vorstellt.

Hector liebt den Konjunktiv.

-Warum lächeln Sie? -Ach nichts.

Viel Glück.

Sie dürfen anfangen.

Scheiße.

-Ja? -Ein bisschen auf gut Glück, Miss.

Ich hab so nett über Hitler geschrieben, ein missverstandener Mann.

Queen Elizabeth, Miss.

Erstaunlich, weniger wegen ihrer Fähigkeiten

als der Tatsache, dass sie sie im Gegensatz zu ihren Schwestern ausüben konnte.

Das ist es.

-Ich hoffe, Turnschuhe sind OK. -Das ist keine Schuh-Prüfung.

Jemand sagte, es wären 6km bis zum Klo.

Willst du lieber einen Scheiß-Abschluss und dafür ein Zimmer mit Bad?

-Wenn sie mich nicht wollen, scheiß drauf. -Deine Einstellung bräuchte ich.

-Und du klimperst mit den Wimpern? -Ich dachte eher an ein trauriges Lächeln.

Rein mit dir.

Los, reinkommen und hinsetzen.

Viel Glück.

Kommen Sie rein.

Mr. Lockwood?

Hier ist kein Irwin.

-Das ist Corpus, oder? -Ja.

Sie mochten meine Hitler-Antwort, priesen meinen Sinn für "Abstand".

Sie sagten, das sei die Grundlage für Geschichtsschreibung.

Verdammt noch mal.

Wie ein Herrenhaus. Meine Eltern würden es lieben.

Das ist Mr. Rudge, er will Geschichte studieren, wenn er genommen wird.

Wer ist das?

-Warum will er uns sprechen? -Keine Ahnung.

-Uns motivieren? -Das wäre etwas spät.

Es geht wahrscheinlich um Hector.

-Ich glaube, ich weiß. -Ich schätze, jeder weiß es irgendwie.

-Was ist mit seiner Frau? -Offenbar glaubt er nicht, sie wüsste es.

Aber sie gehört sicher zu denen, die es irgendwie gewusst haben.

Einen schwachen Mann, das wollen diese angeblich ahnungslosen Ehefrauen.

Die lauwarmen Aufmerksamkeiten, dafür haben sie sie doch geheiratet.

Dieser Narr, aber er hat auch Pech gehabt.

Die Schülerlotsin ist doch immer nur zwei Stunden im Dienst.

Fünf Minuten später wäre sie weg gewesen.

Und wenn die Ampel grün gewesen wäre?

Oder keine Kinder dagewesen wären?

Das kleinste Ereignis an der Kreuzung unendlicher Alternativen.

Jedes hätte einen anderen Ausgang bewirken können.

Wäre ich ein mutiger Lehrer -

wenn ich Sie wäre -

würde ich eine Stunde lang dieses "unglückliche Ereignis" auseinandernehmen.

Es würde die Jungs mehr über Geschichte lehren und die Zufälligkeit von Dingen,

als ich das je vermocht habe.

Ich frage mich, wie sie sich schlagen.

-Wollen Sie nie zurückgehen? -Nach Oxford?

Ich bin nicht gut genug.

Eigentlich bin ich nichts wirklich genug.

Dorothy, kommen Sie?

Probleme an Bord.

Das ist die Neuigkeit, die er loswerden möchte. Mein Marschbefehl.

Ich wusste es irgendwie.

Dakin hat es mir erzählt.

Hat er Ihnen gesagt, warum?

Ich würde gerne einen Kleinbus kaufen, ihn mit Büchern füllen

und damit zu den Märkten auf dem Land fahren.

Shropshire, Herefordshire.

"Offene Straße, staubiger Highway."

"Reise, Veränderung, Interesse, Aufregung."

Ich wollte keine Jungs heranziehen,

die später behaupten, sie hätten eine Liebe zur "Literatur".

Oder die im mittleren Alter

vom Reiz der Sprache und ihrer Liebe zu Worten reden.

Wenn man "Worte" im ehrfürchtigen Ton sagt, ist das irgendwie...

prätentiös.

Darum der ganze Quatsch mit Gracie Fields, Begegnungen.

Es ist ein Gegengift. Kühl kalkulierte Alberei.

Hat ein Junge Sie je enttäuscht?

Früher schon.

Man muss es als eine Art Impfung betrachten.

Kurzzeitig schmerzvoll, aber danach ist man immun.

Mit einer gelegentlichen Nachimpfung, einem neuen Gesicht,

einer Erinnerung an den Schmerz,

kann sie ein halbes Leben lang halten.

Liebe.

Wer könnte mich schon lieben?

Ich rede zu viel.

Wissen sie es?

Sie wissen alles.

Fassen Sie ihn nicht an. Er wird Sie für einen Narren halten.

Dafür halten sie mich.

Sie wussten es auch, schätze ich?

Und die Jungs wussten es.

Natürlich wussten es die Jungs. Sie hatten es aus erster Hand.

Ich habe nicht wirklich was gemacht.

Ich habe meine Hand aufgelegt - das leugne ich nicht.

Aber mehr im Sinne einer Segnung als zur Befriedigung.

Hector, Schatz, so sehr ich Sie mag, aber das ist völliger Unsinn.

-Ach ja? -Grapschen ist Grapschen.

Es ist keine heilige Verkündung.

Sie sind mir ein Heini.

Felix sagte mir, wenn ich nächstes Jahr aufhöre,

hofft er, dass Sie in meine Fußstapfen treten.

Irwin.

Damit Sie's wissen, ich trage Pumps Größe 40 und zwar breite.

Chris.

Adi.

David.

Guten Abend. Lockwood, 4C.

Irwin. Wundervolle Neuigkeiten.

Posner, ein Stipendium. Dakin, ein Stipendium.

Und ein Studienplatz für alle anderen.

Das ist mehr, als ich zu hoffen wagte.

Irwin, Glückwunsch zu dieser außergewöhnlichen Leistung.

Und Ihnen auch, Dorothy, Sie haben die Grundlagen gelegt.

-Rudge nicht, Direktor. -Oh je.

-Er bekam keinen Brief. -Die Chance war gering.

Schade, ich hätte sie gern alle dort gesehen.

Aber ich hab ja immer gesagt, aus Scheiße wird kein Gold.

Haben Sie nicht von Oxford gehört?

Vielleicht Morgen.

Warum sollte ich? Ich weiß es, seit ich da war.

Das tut mir leid.

Was? Ich bin angenommen.

Wie das?

Dass sie es mir gesagt haben, oder dass sie mich genommen haben?

-Ich hatte Familienkontakte. -Einer Ihrer Familie war in Christ Church?

Mein Vater. Bevor er heiratete war er College-Diener dort.

Dieser alte Pastor, der das Meiste mitverfolgte, fragte plötzlich,

ob ich mit Bill Rudge verwandt sei, der in den 50ern Bediensteter war.

Ich sagte, das sei mein Vater,

und sie sagten, ich wäre die Sorte Kandidat, die sie suchten.

Ich hab auch den Mist gemacht, wie Stalin war ein Lieber und Wilfred Owen 'ne Memme.

Sie sagten, ich könne denken und sei genau das, was ihr Rugby-Team bräuchte.

-Freuen Sie sich nicht? -Nicht so wie nach einem Spielgewinn.

Sehen Sie, Miss, ich will machen, was ich machen will.

Das wollte ich nur, weil es die anderen wollten, und mein Vater.

Jetzt wo ich drin bin, würde ich am liebsten wieder gehen.

Da spricht Mr. Hector.

Nein, Miss. Ich meine es so.

-Ich war bei Ihrem College. -Mich wundert, dass es Sie interessiert.

Ich war einsam. Ich wollte sehen, wo Sie waren.

-Keiner am Corpus kennt Sie. -Ich sagte Jesus.

-Sie sagten Corpus. -Was macht das schon?

Ich wurde nicht genommen. Ich war in Bristol.

Ich war in Oxford für eine Lehrerprüfung.

-Macht das einen Unterschied? -Für wen? Für mich?

Wenigstens haben Sie gelogen, das ist gut. Lügen funktioniert.

Sie sollten lernen, es richtig zu machen.

Ich würd sagen, lass uns einen trinken gehen.

Ist das ein Euphemismus - was trinken gehen?

Wenn man eigentlich was anderes meint?

-Ja. -Vergessen Sie den Euphemismus.

Ich wollte Sie nur mit der Anspielung testen...

In Wahrheit wollte ich wissen, ob Sie Lust hätten, mir einen zu blasen.

Oder so was in der Richtung.

Das würde Hector gefallen.

-Was? -"Mir einen zu blasen."

Er mag den erweiterten Infinitiv.

"Sie sind kurz davor, sich vor Angst in die Hose zu scheißen" ist auch einer.

-Ich wusste nichts von Ihrer Neigung. -Keine Neigung.

Es ist das Ende des Schuljahres, ich gehe nach Oxford. Ich dachte, wir feiern das.

Na ja, ich lass das mal so stehen.

Aber eins verstehe ich nicht.

Rücksichtslos, impulsiv, unmoralisch.

Warum gibt es so einen Unterschied zwischen dem, was Sie lehren und was Sie leben?

Sie reißen Ihre Klappe ganz schön auf, aber wenn's konkret wird...

Wenn etwas wirklich passiert - dann sind Sie scheißvorsichtig.

-Weil Sie Lehrer sind und ich Schüler? -Natürlich.

Warum? Wen interessiert's? Mich nicht.

-Euch hat schon ein Lehrer angefasst. -Ach, ist es das?

Sie wollen nicht wie Hector sein?

Das werden Sie nicht. Wie könnten Sie auch?

-Hector ist ein Witz. -Das ist er nicht.

Diese Seite von ihm schon.

-OK, gehen wir was trinken. -Aber doch bitte nicht der Terminkalender.

-Nächste Woche. -Nächste Woche?

Unglaublich - "Nächste Woche zum Blasen."

Voller Terminplan! Das ist doch lächerlich.

Da haben wir ja noch einiges vor uns.

-Nehmen Sie nie die Brille ab? -Warum?

Das wäre ein Anfang.

Nicht bei mir. Die Brille abnehmen ist das Letzte, was ich tue.

Ja? Ich kann's kaum erwarten.

Was machen Sie sonntagnachmittags?

Diesen Sonntagnachmittag?

Ich wollte mir die Bücher von Roche Abbey ansehen.

Das ist ein Zisterzienser-Haus, südlich von Doncaster.

-Aber ich habe wohl ein besseres Angebot. -Ich denke auch.

Und wir sind auch nicht mehr im Konjunktiv.

Das steht.

Ich wollte mich nur bedanken.

Dann schenk ihm ein Zeitschriften-Abo oder eine Schachtel Pralinen.

Ein Stipendium muss ihm nicht gleich den Zugriff auf deinen Schwanz gewähren.

-Wie würdest du dich bedanken? -Auf meinen Knien, genau wie du.

Ich will einen genauen Bericht.

-Bist du eifersüchtig? -Nein.

-Du bist eifersüchtig. -Nicht auf den Sex.

Nur, dass du dich das traust.

-Ich... -Schreib's auf.

-Wünsch mir Glück. -Wofür?

Wofür?

Dakin? Was kann ich für Sie tun?

Unerhörte Dreistigkeit. Ihr Stipendium ist Ihnen zu Kopf gestiegen.

-Was ich sagen will... -Ich weiß das.

Wo ist der Unterschied zwischen Mr. Hector, der uns begrabscht,

und Ihnen, wenn Sie Fiona befummeln?

Eine historisch vergleichbare Situation wäre die Absetzung von Kardinal Wolsey.

Kommen Sie mir nicht mit dem Kardinal-Wolsey-Scheiß.

Wer weiß noch davon?

Fiona. Miss Procter. Mr. Hector in mein Büro, bitte.

-Ich könnte zur Armee. -Du hast sie nicht mehr alle.

-Sie zahlen deine Studiengebühren. -Wenn du danach für sie Menschen tötest.

Gegen wen sollten wir denn kämpfen?

Vor meiner Karriere muss ich erst mal ficken.

-Das geht weiter. -Oder nicht.

Das ist auch bekannt als Posners Belohnung.

Das soll der lang ersehnte Moment sein?

-Was stimmt damit nicht? -Er ist zu kurz.

Ich habe etwas... Dauerhafteres erwartet.

Los, Stu.

-Und das ist Hectors Belohnung? -Der guten alten Zeiten wegen.

Sag ihm, er soll die Schülerlotsin meiden.

Fertig, Sir?

-Betrachten Sie es als Geste, Sir. -Aber ich gehe nicht.

Das ist wundervoll.

Ein Junge mit Motorradhelm? Dakin.

Unter gar keinen Umständen. Ich dachte, ich hätte mich klar ausgedrückt.

Nehmen Sie jemand anderes mit.

Nehmen Sie...

-Nehmen Sie Irwin. -Sicher, warum nicht?

Wollen Sie mein Tudor Economic Documents?

Haub ab. Hau sofort ab.

"Wie entsteht Geschichte?", fragte ich Irwin.

Er hatte keine Antwort.

Jetzt weiß er es. Nichts Besonderes.

Ein Schleudern in der Kurve. Normale Sachen.

Irwin ist nie auf einem Motorrad mitgefahren.

Vielleicht hat er sich in der Kurve rausgelehnt und Hector rausgedrückt.

Er nimmt ja immer die Gegenhaltung ein.

Aber er konnte sich nicht erinnern.

Er erinnerte sich nur noch, dass ich was mit ihm trinken gehen wollte.

Etwas, das wir übrigens nie taten.

Wenigstens hab ich ihn gefragt.

Und wär der Unfall nicht gewesen, wär es passiert.

Aber der Unfall ist nun mal passiert.

Wie ich sagte, Geschichte ist ein Ereignis nach dem anderen.

Hector

hat immer Enthusiasmus geteilt und Leidenschaft vermittelt

und Saat für zukünftige Ernten gesät.

Er liebte die Sprache. Er liebte Worte.

Für jeden einzelnen seiner Schüler

eröffnete er ein Konto bei der Bank der Literatur

und machte euch zu Teilhabern dieser wundervollen Welt der Worte.

Ob sie wohl zu meiner Beerdigung kommen?

Was werden sie sein?

Akhtar, was bist du?

Ein Direktor, Miss. In Keighley, bei Bradford.

Ich weiß, dass einer von euch Richter ist.

-Timms, was sind Sie? -Ich hab eine Reinigungskette.

Und am Wochenende nehme ich Drogen.

Seid ihr alle glücklich?

Kinder helfen da leider nicht, Miss.

-Dakin, du bist sicher glücklich. -Na klar.

Ich bin Steueranwalt, sehr gut bezahlt.

Oh Mann.

Obwohl er, wie Wittgenstein, weiß,

dass die Welt alles ist, was der Fall ist,

wird Lieutenant James Lockwood des ersten Battalions des York und Lancaster Regiments

im Beschuss durch eigene Truppen verwundet

und stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus.

Er ist 28.

-Rudge, dich hatte ich ganz vergessen. -Wie immer, Miss.

Sie sind Bauunternehmer und verlegen Teppichböden.

Rudge-Häuser sind für Erstkäufer erschwinglich.

Ich zeige Ehefrauen das Musterhaus.

Ich erzähle, dass ich in Oxford war und sie machen die Beine breit.

Es gibt einen Journalisten, der für eine gute Zeitung arbeitet -

einen Job, den er droht aufzugeben, um, wie er sagt, richtig zu schreiben.

-Hector sagte immer, ich sei Journalist. -Und das waren Sie.

Die Schule war nur ein Praktikum fürs Fernsehen.

Ich mag Ihre Sendungen, obwohl sie mehr journalistisch als geschichtlich sind.

Aber von allen Schülern Hectors

gab es nur einen, der sich alles zu Herzen genommen hat

und sich alles merkte, was er beigebracht bekam.

Die Lieder, Gedichte, Redewendungen und Enden.

Die Worte Hectors nie vergessen.

Zu meiner Überraschung wurde ich Lehrer, wie Sie.

Ich bin ein Stereotyp. Ich habe zum Beispiel eine Schulaufführung gemacht.

Und obwohl ich die Jungs nicht anfasse, fällt es mir schwer.

Aber vielleicht bin ich darum ein guter Lehrer.

Ich bin nicht glücklich, aber ich bin auch nicht unglücklich.

Er war ein guter Mann, aber es ist kein Platz mehr für seine Lehrmethoden.

Nein, abgesehen von der Liebe ist es das Einzige, was es sich zu lernen lohnt.

Gebt das Paket weiter. Das ist alles, was ihr tun könnt.

Nehmt es, fühlt es und gebt es weiter.

Gebt es weiter, Jungs - das sollt ihr lernen.

Gebt es weiter.

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