All language subtitles for Clarissa.History.of.a.Young.Lady.German.1991.Teil2.DVDRiP.XViD-GVD

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Original subtitles

Nein, nein, nein. Sie kommt auf keinen Fall hierher.

Mutter!

Nein! Ich mache mein Haus nicht zum Zufluchtsort junger Damen,

die sich dem Willen ihrer Eltern widersetzen.

Hat man ihr nicht verboten zu schreiben!

Selbst Gefangenen in der Todeszelle erlaubt man

den Gebrauch von Feder und Papier.

Gefangene? Ist es von einem jungen Mädchen zu viel verlangt,

dass es seine amourösen Launen aufgibt und der Familie gehorcht?

Nun, mit vierzig haben Sie leicht reden, Mutter.

Ich frage mich, was Sie wohl mit zwanzig gesagt hätten. Zu dieser Made Solmes.

Oder dem Paradiesvogel Lovelace?

Ich kenne einfach keine gut aussehenden Männer,

die gute Ehemänner geworden sind.

Sie glauben, jede Frau müsse eine ebenso hohe Meinung von ihnen haben,

wie sie von sich selbst.

Aber Eltern müssen weitsichtiger sein als ein launisches Mädchen.

Dann ist es bestimmt auch nur eine Laune,

einen eigenen Kopf haben zu wollen, nicht wahr?

Die Männer sind alles gemeine Schuljungen. Was für eine Wahl!

Solmes, der Schleimer, der sich heranschleicht,

oder Lovelace, der Schulhof-Rabauke.

Anna!

Nicht zu vergessen, mein tapferer Junge! Sehen Sie sich ihn nur an!

Von allen anderen geschlagen und getreten, läuft er heim zu Mama,

um sich die Tränen trocknen zu lassen. - Also, Anna!

Also, Mutter. Wenn ein Mann so forsch um mich wirbt,

muss er mich nehmen, wie ich bin.

Welcher Handwerker wirft sein scharfes Werkzeug fort,

bloß weil er sich damit verletzen kann?

Mr. Hickman!

Madam. Ihr Diener, Madam.

Miss Howe.

Mit Ihrer Erlaubnis.

Bitte, Mr. Hickman. Nehmen Sie Platz!

Oh ja, Sir. Nehmen Sie doch Platz! Aber bei Mama, darf ich Sie bitten.

Ich will nur, dass mein Reifrock sich vollständig ausbreiten kann.

Zu zwei Dingen taugt er jedenfalls.

Die Schuhe frei von Schmutz und die Männer auf Distanz zu halten.

Sir?

Mr. Harlowe?

Ich nehme an, meine Schwester möchte...

Richte deiner Schwester aus, wenn sie an ihrem aufsässigen Verhalten festhält,

verantwortet nicht nur die Wunden ihres Bruders,

sondern auch den Tod ihres Vaters.

Ist das Antwort genug, Schwester?

Dann schweige ich von nun an, Sir.

Richte ihr aus, ihre Unverschämtheiten wollen wir auch nicht!

Bitte, wenn du so gut wärst, sofern du ihn denn für robust genug hältst,

meinem Vater mitzuteilen, dass ich nur zu wissen wünsche, ob es vorgesehen ist,

dass Mr. Solmes mich weiterhin hier besuchen soll?

Lass deine Schwester wissen, dass ihr Vater entscheidet,

welche Gäste er in seinem eigenen Haus empfängt,

und dass er keine Belehrung von ihr nötig hat,

welchen Schwiegersohn er auswählen soll.

Ein Brief nach dem anderen.

Es ist mir ein Rätsel, wie Sie es schaffen, sie herauszuschmuggeln.

Aber die guten Feen sollen den Liebenden ja gerne dabei helfen.

Zumindest würde dich niemand für solch eine gute Fee halten. Hier!

Die gibst du meinem Onkel und meinen Eltern.

Nur ihnen selbst! Jeweils zu ihren Händen.

Und? Gut so?

Du solltest mich dort um die Mauern herumkriechen sehen.

Wie ein Maulwurf. He! Bring noch Wein!

Ich habe mich inzwischen mit allen Zugängen

zu dem Anwesen vertraut gemacht, mein Lieber.

Hin und wieder lasse ich ein paar Salven los, damit sie glauben,

dass ich sie umzingelt hätte.

Ihr Bruder James hat die Freundlichkeit, mir als Jagdhelfer zu dienen.

Je mehr er mein hübsches Vögelchen jagt, umso sicherer treibt er es in mein Netz.

Verzeihung, Miss. - Was machst du?

Anordnung, Miss.

Gib mir das zurück! Wie kannst du es wagen?

Was denn, Clarry? Willst du die Bediensteten zur Meuterei anstiften, ja?

Was soll das hier?

Wir wollen nur Vorkehrungen treffen. Setz dich hin, Schwester! Setz dich schon!

Ein Stückchen höher!

Sag mal! Wie alt bist du denn, mein hübsches Kind?

Ich bin siebzehn, Sir.

Oh. Schon siebzehn, Jack.

Der schmale gut gewachsene Stamm, die schöne Farbe der Blüten...

Die weichen Blütenblätter.

Verbotene Früchte, Jack. Ich gab ihrer Großmutter mein Wort.

Die alte Dame kam und flehte mich an, ich möge sie verschonen.

Und das hast du getan?

Das Wort eines Gentlemans, Jack.

Wenn du so freundlich wärst, deine Arme zu heben?

Ich hab ein reines Gewissen.

Schluss damit!

Untersuchungen dieser Art sind deinem geliebten Ehemann vorbehalten!

Je biestiger du bist, umso mehr mag er dich.

Er gerät geradezu in Verzückung.

Wenn du dich so nach seiner Liebe sehnst,

wird er keinen Augenblick mehr zögern wollen.

Du sollst wie üblich in allem deinen Willen bekommen.

Aber Clarissa Harlowe, die soll auf Knien angerutscht kommen

und mich um Erbarmen bitten. - Oder um etwas mehr.

Eine Frau zu verführen, die bekannt ist für ihre Frömmigkeit,

Unverdorbenheit und Vernunft. Was gibt es für einen größeren Triumph?

Und? Sehe ich wie richtiger Lump aus?

Habt Ihr einen Schilling, Euer Gnaden?

Bloß einen Schilling für einen alten Soldaten.

Die Papiere zur Eheschließung sind alle schon eingereicht.

Die Zeremonie wird kommenden Dienstag hier,

in deinem eignen Gemach, abgehalten.

Und, Clarry, Mr. Solmes hat in seinem neuen Haus

bereits ein Zimmer für euch einrichten lassen. Für dich und den Nachwuchs.

Lieber Mr. Lovelace.

Meine Zwangsheirat mit diesem abscheulichen Mr. Solmes soll nun vollzogen werden.

Es ist vorgesehen, dass ich am Dienstag geopfert werde.

Ich kann und werde dies nicht hinnehmen.

Kurzum, ich bin zu dem Entschluss gekommen, mich unter den Schutz

Ihrer Familie zu stellen.

Wenn es Euch ernst damit ist, mir zu helfen,

dann kommen Sie am Montagabend nach Sonnenuntergang zum Gartentor.

Betty!

Sie waren aus, Miss?

Ich...

Und ich dachte, die Tür ist verschlossen.

Das hattest du vergessen.

Hatte ich das? Wie unachtsam, Miss. Wünschen Sie vielleicht noch etwas?

Nein, Betty. Das ist alles.

Äh, nicht ganz, Miss.

Was?

Sie haben Tinte dran.

Mein ist sie! Mein, Jack! Was habe ich dir gesagt?

Ich wusste doch, ihre dumme Familie nimmt mir die Arbeit ab.

Macht fleißig die Wühlarbeit von tausend Maulwürfen für mich.

Ja, ist aber eher eine Predigt, kein Liebesbrief.

Ihr Versprechen, Jack?

Nur das Versprechen einer Frau, Bob.

Keiner gewöhnlichen, mein Freund.

Lieber den Spatz in der Hand...

Jetzt kann sie mir nicht mehr entkommen.

Diese viel versprechenden Ladys, die kenn ich.

Viel Verpackung und kaum was drin.

Fünfzig Guineas, dass du nichts von ihr hast.

Das gilt! Aber sollte sie mich heute versetzen,

red ich ihr solche Gewissensbisse ein,

dass sie schon morgen aus purem Mitleid zu mir angekrochen kommt.

Mit besten Empfehlungen Ihres Bruders.

Dann bekämen Sie wieder Farbe ins Gesicht.

Du kannst es mitnehmen.

Meine liebe Anna. Du musst mich nicht vor Mr. Solmes retten.

Diesem Mann werde ich nie die Treue schwören.

Ich werde immer nur Nein sagen, solange ich sprechen kann.

Ich habe, wenn auch widerwillig, was ich dir nicht sagen muss,

in ein Treffen mit Mr. Lovelace heute Nacht eingewilligt.

Selbiges steht nun kurz bevor. Oh, wenn er bloß nicht käme!

Liebe Freundin, ich bitte dich, den Brief zu verbrennen.

Haben Sie keine Angst!

Schieben Sie den Riegel zurück!

Nein! Nein!

Hier sind sie!

Lassen Sie mich los!

Holt die Pistole!

Wollt ihr, dass ein Mord geschieht?

Lieber sterbe ich, als dass ich mit Ihnen gehe.

Großer Gott! Zweifeln Sie noch immer an mir? Sie haben die Wahl.

Wollen Sie in die Arme von Mr. Solmes? Vertrauen Sie mir!

Schnell!

Laufen Sie! Laufen Sie!

Sonst brechen die das Tor auf!

Ich hoffe, Sie haben gut geschlafen?

Ich habe nicht geschlafen.

Ein Brief. Ist das klug? Der lässt sich zurückverfolgen.

Wie Sie nur zu gut wissen.

Sie haben wenigstens einen falschen Namen benutzt.

Solche Tricksereien überlasse ich Ihnen.

Was fällt Ihnen ein, hier zu verbreiten, ich sei Ihre Schwester?

Was hätte ich sagen sollen? Meine Mätresse?

Ich wollte nur Ihren guten Ruf bewahren.

Würden Sie mich vorbeilassen.

Nur ein Kuss. - Lassen Sie los!

Mehr will ich gar nicht, nur einen Kuss.

Einen züchtigen, platonischen Schwester-Kuss.

Ist das der Lohn dafür? Dass ich immer wie ein Sklave auf Sie gewartet habe?

Danke, Lucy.

Zu jeder Tageszeit, bei jedem Wetter?

Ich ertrug die Beleidigungen Ihrer Familie

und bewahrte Sie vor den Schikanen Ihres Vater.

Kein Wort gegen meinen Vater!

Nur Worte gegen Lovelace!

Offenbar ziehen Sie Ihren Peiniger dem Mann vor, der Sie befreit hat.

Befreit?

Oh Mr. Lovelace, Sie haben Ihren Beruf verfehlt, wie mir scheint.

Sie hätten Politiker werden sollen. Und nun gehen Sie!

Ihr Wunsch ist mir ein Befehl.

Vergessen Sie nicht, die Tür zu verriegeln!

Unsere Wirtin hat eine überaus reizende Tochter.

Ich habe sie beim Melken bewundert.

Aber ein Mann kann nicht jede Frau haben, die es sich zu haben lohnt.

Schade, besonders, wenn er so ein cleverer Bursche ist.

Sind Sie nicht hungrig, Sir?

Hier. Seine früheren Eroberungen: Medlicott, Betterton, Matthews.

Ich brauche Einzelheiten: Namen, Orte, Daten, Briefwechsel.

Je intimer desto besser. Alles, was Geschworene beeindrucken könnte.

Und so schnell es geht!

Ihre Flucht ist nicht von Dauer.

Die kleine Miss Schicklichkeit.

Wir werden sie finden. Und wenn es so weit ist, nehmen wir Rache an den beiden.

Madam, bitte glauben Sie mir!

Ich ertrag es einfach nicht, wenn Sie mich derart meiden.

Es ist nur ein wenig Gesellschaft, wonach ich mich sehne.

Und wonach ich mich sehne, ist Ihre Abwesenheit, Sir.

Ich denke nicht, dass Sie mir bei näherer Bekanntschaft sympathischer würden.

Anna!

Anna!

Anna, bleib stehen!

Oh, liebste Freundin. Wie ich mir wünschte, ich wäre ihm nie begegnet!

Dieser Mann ist ein wahres Genie der Täuschung.

Öffne die Tür! - Ich komme!

Augenblicklich!

Ich finde den Schlüssel nicht!

Gib das her!

Gibst du das her!

Und nun?

Sie soll sich um ihren eigenen Kram scheren, Anna!

Mr. Hickman hat schon Geduld bewiesen.

Aber kein Mann wird ewig auf dich warten.

Du fandst es hoffentlich unterhaltsam, Joe, in meiner Vergangenheit zu forschen.

Auf Anweisung von Mr. James.

So viel! Jetzt weißt du bestimmt mehr über mich als ich selbst.

Miss Clarissa, Sir...

Ja, Joe?

...ist doch nichts Böses...

Sie ist bei bester Gesundheit, Joe. Sie ist meine Göttin, und ich bin ihr Sklave.

Ich will einfach bloß anständig bleiben.

Das ist ehrenwert, Joe.

Ich will nicht, dass ihr etwas Schlimmes zustößt.

Will ich auch nicht. Bei meiner Ehre!

Nicht wie Miss Betterton.

Miss...?

Sie sei geschändet worden, sagt man.

Ach, Betterton. Sie war die Tochter eines Ladenbesitzers.

Sie liebte mich und ich sie, deshalb waren einige

harmlose Tricks erforderlich, sie herauszuholen.

Aber geschändet haben Sie sich nicht?

Bei meiner Ehre, Joe. Was für eine hässliche Sache.

Die nicht so oft vorkommt, wie man glauben mag.

Als wir im Gasthof waren, stellte ich ihr keine unangenehmen Fragen.

Eine anständige Frau um Erlaubnis zu fragen, ist nicht so gut.

Das schafft nur Schwierigkeiten für beide Seiten.

Sie sei bei der Niederkunft gestorben, steht hier.

Ihre Familie hat sie tyrannisiert. Ich habe einen Monat lang getrauert.

Ach ja?

Liebste Bella. Ich bekenne mich schuldig, etwas getan zu haben, das überstürzt

und pflichtvergessen erscheinen muss.

Ich hätte meine Handlungsweise für unentschuldbar halten müssen,

hätte ich nicht allen Grund zu der Befürchtung gehabt,

einem Mann geopfert zu werden, an den zu denken mir unerträglich ist.

Lass mich in dieser großen Krise dich als Freundin haben, Schwester.

Wenn du mir meine Kleider, mein Geld und meine Andachtsbücher

postlagernd schicken könntest, würde Hannah sie abholen.

Mit etwas Güte deinerseits könnte sogar mein Ruf wiederhergestellt werden,

der mir teurer ist als das Leben selbst.

Sie wollen Rache?

Sind ganz versessen darauf. Er und Miss Bella.

Der Teufel soll sie holen.

Du bist ein anständiger Bursche, Joe.

Und natürlich ist es dein größter Wunsch, deinem Herrn zu helfen.

Auf deine anständige Art. James Harlowe ist so ein Hammel,

dass er jede Hilfe braucht, die wir ihm geben können.

Sie wünschen meine Abwesenheit?

Ich dachte, meine Wünsche seien Ihnen ein Befehl und nicht ein Jux.

Madam. Wie tief ich in Ihrem Ansehen auch stehen mag' glauben Sie mir, alles,

was ich will, ist die Gelegenheit, meine Lehre zu begreifen.

Wenn Sie nur die Güte hätten, mich auf diesem Weg zu begleiten.

Ich brauche dafür Ihre ständige Anleitung.

Wenn Sie sich bessern wollen, beginnen Sie damit, Ihr Wort zu halten.

Sie versprachen, mich zufrieden zu lassen.

Das werde ich auch.

Mr. Lovelace. Nur weil es Ihnen gelungen ist, mich aus dem Haus

meines Vaters zu locken, glauben Sie bitte nicht,

ich hätte meine Urteilskraft verloren.

Locken? Womit hab ich Sie gelockt?

Gehen Sie!

Erst sagen Sie, womit ich Sie gelockt hab. War Mr. Solmes meine List?

Lassen Sie mich los! - Ihr Bruder meine List?

Jetzt sehe ich, mit wem ich es zu tun habe.

Ihr Klappern warnt mich vor der Schlange!

Diesen Eindruck haben Sie von mir.

Habe ich nichts an mir, das Sie versöhnen kann? Nichts, das Hoffnung macht?

Sehen Sie mich an! Helfen Sie mir!

Ich brauch Ihre Hilfe.

Sie zittern ja.

Was ist es, wovor Sie Angst haben? Oh mein schöner Engel!

Erbarmen Sie sich meiner! Formen Sie mich, wie Sie wollen.

Ich bin Wachs in Ihren Händen! Machen Sie ein Schloss um mein Herz!

Führen Sie mich zum Altar und retten Sie meine Seele!

Was sollte ich sagen?

Es schien, als würde er durch mich hindurch sehen.

Ich glaubte, er würde meine Hand verschlingen.

Langsam komm ich mit meinen Vorsätzen ins Schwanken.

So sehr mir die Fesseln der Ehe auch immer zuwider waren,

nun wünschte ich beinah, ich wäre aufrichtig.

Nur beinah. Welch ein Triumph für die Harlowe'sche Familie,

würde sie meine Frau.

Die würden dein Wappen wohl gerne auf ihre Kutschen pinseln.

Es verbiete das Blut des Lovelace- Geschlechts, dass ich angekrochen komme,

katzbuckle und für eine Frau den Staub küsse.

Nein, Jack. Ich hab einen neuen Plan, Clarissa für mich zu gewinnen.

Ich bin bereit.

Bereit?

Mit meiner Besserung zu beginnen.

Wann sollen wir anfangen?

Bitte bedenken Sie aber eins. Man bessert sich nicht gleich.

Es braucht seine Zeit. Ich befürchte, ich habe einen langen Weg vor mir,

bevor ein tugendhafter Mensch wie Sie mich überhaupt für erträglich hält.

Dennoch: So wird mehr Freude im Himmel sein über den einen Sünder,

der Buße tut, als über neunundneunzig gute Menschen, die der Buße nicht bedürfen.

Beginnen wir vielleicht mit einer...

Mir gefiel immer das mit dem verlorenen Sohn.

Eines Tages, wenn ich mich niedergelassen und gebessert habe,

will ich ein Stück darüber schreiben.

Aber bestimmt bin ich dann immer noch nicht geläutert genug?

Nein. Bestimmt noch nicht.

Ich lese gern in der Bibel. Die Geschichten sind wunderbar.

Aber ich vertrage sie nicht so direkt wie Sie.

Die Moral ist viel zu stark für mich.

Ich bin manchmal auf einen Vers gestoßen, der mich dermaßen aufgewühlt hat,

dass ich mich im Gasthaus beruhigen musste. Ist es hoffnungslos mit mir?

Meinen Sie es denn ernst?

Oh, aber Ehrenwort!

Gut. Am besten wäre es, wir würden vielleicht mit Sodom und Gomorrah anfangen.

Wenn seine Behauptung, sich zu bessern, nichts als Heuchelei ist,

was steckt dann dahinter?

Wagt er es, sich über den Allmächtigen lustig zu machen?

Verdammt, Jack.

Ich muss mich mehr auf ihre Frömmelei einlassen, als ich vorhatte.

Wer weiß, am Ende bin ich ein guter Mensch geworden.

Ach was, du?

In der Zeit, die ich mit ihr verbracht hab,

hätte ich ein Dutzend Frauen haben können.

Dann sagt sie mir, ich würde ihr auch bei näherer Bekanntschaft

nicht sympathischer werden.

Ja, grausam. Aber lobe Sie dafür. Sie mögen es, gnadenlos zu sein.

Was ich so mag, ist ihre erbarmungslose Tugend.

Die Kälte der keuschen Miss Harlowe.

Sieh dich vor, Clarry. Dein Bruder hat Hinweise darauf, wo du bist.

Weiß Gott, was er im Schilde führt.

Es heißt, Mr. Lovelace soll der Prozess gemacht werden.

London, so sagt man, sei das beste Versteck auf der Welt.

Ihr Bruder! Aber Sie bitten mich nicht um Schutz, oder doch?

Die Landsitze meiner Familie stehen Ihnen alle zur Verfügung.

Lady Betty, meine Cousine Charlotte. Sie müssen nur Ihre Wahl treffen.

Und wie, bitte? Wenn ich keine Kleider und kein Geld habe...

Ich kann mich bei niemandem sehen lassen.

Von allen Frauen haben Sie doch die geringsten Bedenken wegen der Kleider.

Es sind nicht die Bedenken, sondern die Selbstachtung.

Selbst in Lumpen wären Sie schön.

Wie schaffen Sie es immer, dass Ihre Komplimente wie ein Affront klingen?

Meine Cousine hat Kleider im Überfluss.

Sie sind vielleicht etwas fülliger im Schnitt.

Was? In ihren abgelegten Kleidern soll ich zu ihr gehen?

Dann kaufen wir Madam welche.

Nicht, wenn Sie sie bezahlen.

Würden Sie lieber ein Privatquartier beziehen?

Je privater, desto besser.

Windsor. Ein Privatquartier nahe der Kapelle. Das Haus eines Mannes der Kirche.

Ihre alte Zofe Hannah könnte kommen!

Hannah ist krank. Sie kann nicht kommen.

Ein sehr ungestörter Ort zum Leben soll angeblich London sein.

London.

Ich weiß, wo die perfekte Falle für sie ist, Jack.

Wo denn? - Rate.

Das Sinclair'sche Haus in der Dover Street?

Ja, perfekt. Ich lass Clarissa Harlowe die gute Stadtluft schnuppern.

Du musst dir vorstellen, wie ihr tadelloser Körper über die Laken

eines großen Hurenbetts rutscht.

Freiwillig würde sie das nie tun.

Der alte Schurke Doleman hilft mir.

Will man etwas von einer Dame,...

...schlägt man ihr einfach immer das Gegenteil vor.

Doleman!

Es freut uns, Ihnen zur gütigen Abwägung die folgenden Quartiere

vorschlagen zu dürfen.

Ein Erdgeschoss, elegant möbliert, bei einem Stoffhändler in Covent Garden.

Ein Obergeschoss in der Norfolk Street, mit gefälligem Ausblick auf die Themse

und die Hügel von Surrey.

Aber auch in der Dover Street bekämen Sie eine gute Unterkunft.

Bei der Witwe eines Offiziers der Ehrengarde.

Die vormaligen Mieter waren ein Geistlicher mit seiner Frau

und ihrer jungfräulichen Tochter, die das Quartier erst für drei Monate nahmen.

Aber es gefiel ihnen so gut, dass sie zwei Jahre darin wohnten.

Die vormaligen Mieter waren ein Geistlicher mit seiner Frau

und ihrer jungfräulichen Tochter, die das Quartier erst für drei Monate nahmen.

Aber es gefiel ihnen so gut, dass sie zwei Jahre darin wohnten.

Falls keins davon geeignet ist...

Das in der Norfolk Street erscheint mir ganz passend.

Norfolk Street?

Haben Sie etwas einzuwenden?

Nicht im geringsten. Dann nehmen sie die Norfolk Street.

Oder die Dover Street...

Die Witwe? Die Dame soll sehr fromm und streng sein, wie ich höre.

Und hiermit verstoße ich sie für immer.

Die mir undankbarste und ungehorsamste aller Töchter.

Richtet ihr aus, sie könne nur noch meinen Hass haben.

Und sie möge ihre Strafe im Diesseits und im Jenseits entgegennehmen.

Mit Hilfe dieser Kreatur, der sie sich auf sündhafte Weise anvertraut hat.

Nicht nur deine Kleider wird dir niemand von uns schicken.

Deine Bücher, da sie dich nicht gelehrt haben, was sich gebührt

hinsichtlich deiner Familie, deines Geschlechts und deiner Erziehung,

wird sie dir auch niemand von uns schicken.

Und ebenso wenig kannst du dein Geld haben.

Denn es ist allgemeiner Wunsch, dich als Bettlerin

auf den Londoner Straßen zu sehen.

Dein Vater wünscht im Besonderen, du seiest niemals geboren,

und hat über dich wörtlich den Fluch verhängt,

dass du bestraft werden mögest im Diesseits genauso wie im Jenseits.

Was ist denn?

Lassen Sie mich! - Sagen Sie schon, Liebste!

Nein! Nein!

Oh, was für ein herzloser Vater. Der Verfluchende sei verflucht!

Oh mein Engel. Ich wünschte, Ihr Vater wäre an seinem Fluch erstickt!

Sagen Sie das nicht!

Mein Liebling. Seien Sie mein! Ich will Ihnen mehr als ein wahrer Vater sein.

Seien Sie mein! Keiner wird Ihnen dann mehr, ob Bruder, Schwester,

Onkel oder Vater, etwas anhaben können.

Welcher Teufel hat mich geritten?

Wäre ein Pfaffe da gewesen, wär's um mich geschehen gewesen.

Oh diese Frau! Sie hat solch eine Macht über mich.

Kann ich solch einem Engel gegenüber ein Schuft sein?

In London bereitet man sich auf unsere Ankunft vor.

Aus dem Sinclair'schen-Bordell wird ein frommer Tempel der Tugend. Und doch...

Was lässt mein Herz so heftig schlagen?

Warum schnürt es mir die Kehle ab und erstickt mich fast,

wenn ich dran denke, was dieser Umzug vielleicht bedeutet?

Selbst wenn ich wüsste, wo sie ist, was nicht der Fall ist...

Meine Mutter hat mir den Schriftverkehr verboten.

Sie wollen doch nicht unsere Hoffnung auf eine Versöhnung

mit ihr durch Ihr Schweigen durchkreuzen?

Versöhnung nach wessen Bedingungen?

Ist eine Tochter befugt, sich um Bedingungen zu streiten?

Oder ein Bruder, sie aufzustellen?

Falls meine Freundin sich nach Versöhnung mit Ihnen sehnt,

dann weiß sie ganz bestimmt noch, wo Sie wohnen.

Fahr los!

Dorcas, Ma'am.

Sally.

Deborah.

Mrs. Sinclair.

Es ist mir eine Ehre, Mrs. Lovelace.

Mrs. Lovelace?

Unsere Wirtin ist eine sehr sittenstrenge Frau.

Weshalb man sie offenbar belügen muss.

Ich sagte ihr, wir hätten heimlich geheiratet.

Warten Sie! Madam haben mir einen feierlichen Eid abgenommen,

den ich mit aller Entschlossenheit einzuhalten gelobe,

dass wir beide solange getrennte Gemächer haben würden,

bis eine Versöhnung mit Ihrer Familie stattgefunden hat.

Noch mehr kann ich nicht tun.

Ich wünschte, Sie täten weniger, Mr. Lovelace, denn mehr.

Sehr aufmerksam.

Ihre Frau wird gespannt auf die neueste Mode sein.

Die Reifröcke sind weiter geworden. Als würde man in einem Zelt laufen.

Wenigstens ist eine Frau hinter so viel Fischbein sicher vor ungehobelten Kerlen.

Es sei denn, sie versteckt sie darunter.

Meine Frau kommt vom Land, sie interessiert sich nicht so für Neues.

Ich hoffe, Sie haben etwas geruht. Sie haben ja so viel durchstehen müssen.

Ich hoffe, die Räume gefallen Ihnen.

Bestens sogar.

Es war das Lieblingszimmer meines Mannes, der leider verstorben ist.

Er sagte gerne, nie habe er einen schöneren Ausblick gehabt.

Nein. Nicht einmal, als er ein Regiment Dragoner

in Indien einen Berg hinaufgeführt hatte.

Nichts fand er schöner als die belebten Straßen,

die er vom Vorderfenster aus sah.

Ich wünsche Ihnen, Mrs. Lovelace, dass Sie niemals den Verlust

eines Mannes beklagen müssen, der Ihnen so teuer ist, wie es der Colonel mir war.

Entschuldigung!

Oh, meine liebe Freundin, sieh dich vor!

Deine grausame Familie hofft noch immer, dich zu fassen.

Dein Bruder war eben bei mir und gab vor, in bester Absicht zu handeln.

Verzage nicht! Gott ist gerecht.

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