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Original subtitles

PROMO-DREH, FYRE FESTIVAL DIE BAHAMAS

Okay, los geht's.

Jason ist hier auf dem Fyre Cay,

ich zeige ihm das neue Gelände.

- Gefällt mir. - Wir bereiten das Festival vor.

Es gefällt mir, was hier abgeht.

- Freust du dich auf April? - Ich bin bereit.

- Hab ich mein Ticket? - Ja.

Mehr muss ich nicht wissen.

- Das größte Event seit zehn Jahren. - Ich werde da sein.

Wann hast du von Fyre erfahren?

Ich bekam mit, dass Leute ein Promo-Video posteten.

Es war eine Hochglanzproduktion, die versprach,

es sei Pablo Escobars private Insel,

auf die Tausende von Gästen mit Privatjets geflogen werden.

Es war einfach die coolste Party, die je beworben wurde.

EINE NETFLIX ORIGINAL DOKUMENTATION

Meine Agentur kontaktierte mich

uns sagte: "Da steht dieses Festival an.

Es ist echt exklusiv."

Das abgefahrenste Festival aller Zeiten.

Die ganzen Models

auf den Bahamas.

Acts wie Major Lazer, Disclosure, Tyga...

Das sollte erstmalig stattfinden,

also war ich echt aufgeregt.

Aber wir wussten nichts.

Es wurde eine der meist diskutierten Katastrophen im Netz.

Eine glamouröse, luxuriöse karibische...

- ...Insel, die sich als Desaster erwies. - ...und im Chaos endete.

Dem Mitveranstalter drohen jetzt 20 Jahre Gefängnis.

Tut es Ihnen leid? Können Sie sich äußern?

Danke. Ein Kommentar von mir folgt noch.

Hey, Billy?

Ein paar Leute verklagen dich

heute beim Bundesgericht. Hast du davon gehört?

Es wurde viel mehr, als sich irgendjemand vorgestellt hatte.

Man sagt ja: "Verzweifelte Menschen tun verzweifelte Dinge."

Ich hoffe, Billy geht dafür nicht in den Knast.

FÜNF MONATE ZUVOR

Wir sind hier beim Web Summit...

Es war damals eine große Sache, als Ja und Billy

beim Web Summit über Fyre sprachen.

Das war die erste echte Pressemeldung.

Mein Partner Billy McFarland erzählt euch,

was es mit Fyre auf sich hat.

Billy und Ja lernten sich kennen, weil Billys frühere Firma Magnises

Partys und Events für ihre Mitglieder veranstaltete.

Für eine Veranstaltung wollte er Ja Rule buchen,

was sich als sehr schwer herausstellte.

Ich entdeckte auf Instagram einen Typ namens Reggie Muscles,

der meinte: "Für 500 Mäuse kriegst du Ja Rule."

Ich bezahlte ihn.

Am nächsten Tag stellte er einen Typ namens Gunner vor.

Gunner war schlauer, er wollte 1000 $ und meinte:

"Du kriegst Ja Rule." Also gab ich ihm 1000 $.

Eine Woche später rief Gunner an: "Ja Rule hasst dein Angebot."

Eines der Probleme, mit denen wir es zu tun hatten,

war also das üble Booking-Geschäft.

Billy stellte mir die Idee vor, er würde mit Ja Rule arbeiten

und Programmierer für einen Marktplatz suchen.

Man ging auf die Website und scrollte sich durch diverse Künstler.

Wenn jemand Ja Rule für einen Geburtstag haben wollte,

konnte er ihn über die App buchen.

So was gab es vor Fyre nicht.

Diese Typen

haben eine Marktlücke entdeckt.

Unser Trio funktionierte so,

dass ich das Produkt beaufsichtigte und die App-Entwicklung leitete,

Ja war das Bindeglied zur Unterhaltungsbranche

und Billy hatte Beziehungen durch etwas, das er als Wagnisfinanzierung ausgab.

Alle Aspekte, die zum Booking-Prozess gehören,

standen bereit...

Ich hielt das für eine funktionierende Plattform,

die das Potenzial haben würde,

die ganze Branche zu revolutionieren.

Die Fyre App hatte das Potenzial zur Milliarden-Dollar-Plattform.

Nach fünfmonatiger Arbeit an der App

überlegten wir, wie wir sie promoten.

In einem Meeting sagte ich:

"Warum veranstalten wir nicht ein Festival für Leute aus der Branche?"

Billy sprang auf diese Idee an und dann wurde sie

ziemlich stark ohne jeglichen Input von mir oder Ja

zu dem, was schließlich das Fyre Festival wurde.

Ich mach das mal.

Ich mache dich zurecht.

Ein bisschen Sand.

Wir sind auf unserer Insel und amüsieren uns.

Alles klar?

Am Anfang meinte Billy:

"Ich habe eine Insel gekauft, auf der wir ein Musikfestival veranstalten."

Ich fragte: "Was für eine Insel?" Und er: "Pablo Escobars Insel."

Ich meinte nur: "Meine Güte!"

- Vor eineinhalb Jahren... - Rede du.

...flog ich mit Ja über die Exumas und wir sahen eine unbemannte Landebahn.

Wir konnten da niemanden erreichen, also landeten wir.

Es war Norman's Cay.

Als ich Billy traf, dachte ich:

"Mann, der Typ ist stinkreich. Der bringt seine Freunde hierher

und bezahlt für alles."

Vier Jetskis, vier Boote

und alle haben eine tolle Zeit.

Er hatte plötzlich diese Idee:

"Ping! Wir schmeißen hier ein Festival."

Sie wollten Promis einladen, und den Konsumenten was bieten.

Und es sollte eine Schatzsuche geben.

Eine echte Schatzsuche.

Gewinnen Sie ein Stück Land auf der Insel,

hier mit dem Fyre-Cay-Team.

Vom Konzept her hatte das Hand und Fuß.

Ein tolles Erlebnis an einem herrlichen Ort

mit schönen Menschen und Musik. Was will man mehr?

Das wird der superheiße Scheiß.

- The Magic Bird. - The Magic Bird.

"The Magic Bird" ist ein Ausdruck von mir und Billy.

Der Einfluss, den Magic Johnson und Larry Bird auf die NBA hatten.

Er änderte die Art, wie Leute über Basketball denken.

Und ich und Billy ändern die Art, wie Leute

über einen Technologie-Unternehmer

und einen Hip-Hop-Mogul denken, die zusammen etwas Großartiges erschaffen.

Billy war irgendwie ein Nerd, aber definitiv smart

und ein erstklassiger Unternehmer.

Wir interagierten viel.

Er erschien mir sehr charismatisch und vertrauenswürdig.

Ich dachte, er hätte eine Vision.

Er wusste, wie man sich unter Investoren verhält

und Teams aufbaut, um seine Produkte aufzubauen.

Wir sollten die ganze Werbung und das Marketing übernehmen.

In jedem Bereich stellten sie die Besten ein.

Die besten Künstler, den besten Vertrieb,

die beste Social-Media-Firma.

Fuckjerry hatte just eine Marketing-Agentur gestartet

und wir sollten uns bei Fyre um die sozialen Medien kümmern.

Es gibt große Neuigkeiten.

Ja Rule hat angerufen und möchte,

dass wir seine neue App Fyre vermarkten.

- Das ist fuckjerry? - Ja.

Das war ein fantastisches Meeting.

Sie haben eine Insel gekauft und machen da eine Party

für 10.000 Leute.

Man hatte das Gefühl, sie wollten mit dem Festival die Aufmerksamkeit

auf diese Marke lenken, die zum Uber des Bookings werden sollte.

Wer auftritt, was es zu essen gibt,

die typischen Verkaufsargumente für ein Festival waren zweitrangig.

Wir verkauften einen Traum, einen Urlaub, ein Konzept.

Wir wussten von dem Ort

und von der Idee, dort ein Musikfestival zu machen,

und das war alles.

Ich führte Regie bei dem Spot.

Ich sah die Disposition und dachte: "Das ist irre!"

Da waren zehn der Top-Supermodels der Welt.

Es waren die Schwergewichte der Branche:

Bella Hadid, Emily Ratajkowski, Hailey Baldwin.

Ich spreche von echten Supermodels.

Ich dachte, so was gab es nie. "Größer geht's nimmer."

Er filmt uns!

Eine Filmcrew drehte mit den Models

und sie hatten eine eigene Filmcrew

nur für die Gespräche zwischen Billy und seinen Leuten.

Wir hatten heute ein Problem.

- Sorry, Schnitt. Red mit mir. - Okay.

Noch mal von vorn.

- Wir hatten heute ein Problem. - Nein, noch mal.

Es gab kein: "Das ist unsere Geschichte".

Nur: "Nehmt alles auf."

Wir brauchen echte Aufnahmen,

echte Menschen, die eine gute Zeit haben.

Ich brauche eine Jacht-Einstellung.

Wir brauchen die Höhle unter Wasser und Boote in einer V-Formation.

Können wir Herbie um ein großes Feuer morgen Abend bitten?

Ein riesiges Feuer?

Grant war ein Neurotiker.

Er war... Er ist ein smarter Typ.

Es war nur zu viel für ihn.

Ich bin unser Chief Marketing Officer.

Ich bin kein Perfektionist, aber alles muss perfekt sein.

Das war ein Job für fünf Leute.

Er hatte keine Erfahrung mit Festivals

oder mit Eventplanung, aber er arbeitete hart.

Ich weiß, Billy will die Schweine sehen, und es funktioniert nur so.

Wir können das nicht filmen.

- Na gut. Also ich... - Und du weißt, wir brauchen es nicht.

Im Ernst, wir geben eine Menge Kohle aus.

Wenn wir die Schweine wollen, dann ist es so.

Ich finde einen Weg.

Na also.

Wenn wir und die Girls die Schweine sehen wollen,

dann machen wir das.

Es hieß: "Wir streicheln die Schweine und filmen das."

Wir waren die Produktionsfirma,

aber wir durften es nicht so organisieren, wie es sein sollte.

Wir trinken Shots, kommt.

Hey, filmt das mal.

Billy hatte keine Regeln.

Jeder durfte trinken, die Bar war offen,

es war mehr eine wilde Party als ein Promo-Dreh.

Lass mich die Drohne fliegen.

Unsere Leute feierten nonstop, von morgens bis abends.

Billy schlief am hellichten Tag am Strand ein.

Er war total dicht.

Ich wollte hier nur mit Billy Urlaub machen

und jetzt haben wir ein komplettes Produktionsteam

mit Mädchen und Kameras.

Der verrückte Pilot Keith erzeugte im Flugzeug Schwerelosigkeit.

Ich weiß nicht wie.

Er meinte: "Ich habe das Flugzeug seit sechs Monaten.

Ich bin Anfänger."

Ich brachte es mir selbst bei mit Microsoft Flight Simulator.

Microsoft Flight Simulator bietet erstklassigen Unterricht an.

In der Luft dachte ich: "Was machen wir?"

Am Ende der Startbahn hob er ab, flog steil hoch

und machte den Motor aus.

Wenn Billy am Start ist, muss ich mindestens drei Parabelflüge machen.

Billy und Ja hatten ihren berühmten Toast.

Da lernte ich den Toast kennen.

Auf dass wir leben wie Filmstars,

feiern wie Rockstars...

Billy?

...und vögeln wie Pornostars.

Es war eine schwierige Arbeitsumgebung.

Eines Nachts wollten sie aus dem Lagerfeuer

die Strandparty von Billy und Ja machen, was auch gefilmt wurde.

Komm, Baby. Wir erschaffen Kunst. Komm her.

Komm ins Wasser.

Bikinis sind keine Pflicht. Gehen wir ins Wasser.

Ich geh nicht ins Wasser.

Ab ins Wasser mit dir, Chanel.

Sie wollten alle ins Wasser kriegen und zogen es als Szene auf,

die aber keinen Regisseur hatte.

Leute, was habt ihr hier vor?

Wir springen rein und die Girls folgen uns.

Das ist der money shot!

Wir springen euch nach?

Sie feierten mit Models,

die nicht wussten, was sie machen sollten.

Aber am Ende war es egal.

Wir verkaufen Luftschlösser an gewöhnliche Loser.

- Wir verkaufen sie an die Scheißkäufer. - An Durchschnittsamerikaner.

Sie verkauften eine Vision von dem, was Menschen wollen.

Alle Girls sollen ein Foto von sich am Strand

oder auf Jetskis mit #fyrefestival posten.

Fügt alle Hashtags zum Fyre Festival ein.

Die Models posteten viele Bilder von sich vom Wochenende,

die dort entstanden.

Die müssen uns taggen, Mann.

Warum taggen die uns nicht? Das ist Mist.

Eine der Frauen postete

ihre Mannequin Challenge.

Da waren Ja Rule und Billy

und zehn der Topmodels...

Die Wirkung der Prominenz war wirklich so: "Whoa!"

Für die Presse reichte es,

dass diese Frauen dort zusammen als Gruppe waren.

Die Daily Mail schrieb über ihre Fyre-Festival-Hashtags

und dass Shanina Shaik "Es ist geil" sagt.

Ich wusste, der Rummel bringt was.

Wenn ihr hier dauernd Bilder macht,

immer schön "Fyre Festival" erwähnen.

Das spricht sich herum und erregt Aufmerksamkeit, es ist Gratis-Werbung.

Die kann man nicht bezahlen.

Sie hatten tonnenweise Aufnahmen, die aus Marketing-Sicht fabelhaft waren.

Und dadurch bekamen New Yorker Agenturen Einblicke

in das, was da unten passierte.

Sie waren braun gebrannt, lächelten und sprachen über ihre Erlebnisse vor Ort,

wodurch wir ein bisschen FOMO bekamen.

Wir fragten uns, was uns da entging,

und Fyre wurde schnell zu einem unserer wichtigsten Kunden.

Sie wollten einen Zeitgeist nutzen, an den sie glaubten,

und sie pumpten eine Menge ins Marketing.

Heute ist ein großer Tag. 17 Uhr.

Was wir haben werden,

ist die beste Social-Influencer-Kampagne ever.

Wir haben 400 große Namen aus aller Welt,

Influencer, Models, Comedians, Künstler, Schauspieler,

die alle gleichzeitig die vieldeutige, orange Fyre-Kachel posten.

Sie dachten sich diese orange Kachel aus.

Fyre kümmerte sich um die Topmodels

und wir und andere Agenturen kontaktierten

jeden Influencer in unserem Netzwerk.

Und dann steht da: "Triff mich @fyrefestival.com".

Wir erwarten, dass Millionen unsere Seite besuchen

und sehen, dass sie für drei Tage der Realität entfliehen

und Pablo Escobars Insel erleben können.

Der Spot lief an, als wir dort waren. Wir hatten da ein Schneideteam.

Wir entwickelten eine Launch-Strategie auf den Bahamas,

ohne Internet, ohne Infrastruktur, ohne gar nichts.

Billy meinte: "Fliegen wir nach Nassau

und gehen da ins Netz,

weil Kendall Jenner dieses Live-Ding auf Instagram ankündigen wird."

Ich glaube, Kendall Jenner bekam 250.000 Dollar

per Überweisung nur für diesen einen Beitrag.

AUFRUFE

Als ich das Video sah, war ich erst mal verwirrt.

Mir war nicht klar, wer die Zielgruppe war.

Würden dort Instagram-Models abhängen und einen mit Trauben füttern?

Es war also eine Mischung aus Verwirrung und Spannung.

Sobald die Models zu posten anfingen,

war im Instagram-Profil von Fyre die Hölle los.

Praktisch über Nacht

wurde eine Welle der Begeisterung und Wahrnehmung ausgelöst,

ein noch nie dagewesener PR-Orkan.

Ich hatte Markensponsoren, die Millionen in Coachella gesteckt hatten

und fragten, ob sie ihr Geld vom Coachella zum Fyre transferieren könnten.

Sie warben für unglaubliche Ticket-Pakete.

Sie hatten das "rustikale Zelt", das sollte Coachella ähneln,

ganz glamourös.

Dann hatten sie Privathäuser,

und dann ging es hoch bis 250.000 Dollar

für eine private Jacht mit eigenem Koch an Bord.

In 48 Stunden

verkauften sie 95 % ihrer Tickets.

Ich denke, die Leute hielten das für eine der neuen heißen Sachen,

die den amerikanischen und globalen Markt eroberten.

Und jetzt

hoffen wir, dass alle kommen

und das Ereignis des Jahrzehnts genießen: das Fyre Festival.

Das erste Mal hörte ich vom Fyre Festival

auf einer Musikfestivalkonferenz in Las Vegas.

Ja Rule war einer der Hauptredner.

Er stellte dieses Festival auf den Bahamas vor

und alle an unserem Tisch lachten los.

Es hieß: "Viel Glück, Ja Rule, ein Festival aufziehen ist ja so einfach."

Da war so ein Hauch von Missgunst gemischt mit Humor.

Die Brancheninsider lachten.

Zwei Monate später, bevor ich Billy kennenlernte,

traf ich mich mit Max von Matte Productions,

der das Influencer-Video produzierte.

Als ich das Video sah, dachte ich:

"Entweder sind diese Typen eine Lachnummer oder schlauer als alle anderen."

Also sprach ich mit Max und fragte ihn, was da abging.

Er meinte: "Nein, das ist echt,

die haben das Festival ausverkauft."

Wenn du dein erstes Festival veranstaltest und es ausverkaufst,

ist das eine Leistung.

Wir wollen hier also 800 Leute und ein Konzert für 5000 Leute unterbringen.

Norman's Cay ist an dem Ende.

Ich kannte die Insel, ich war oft auf den Bahamas gewesen.

Ich sollte also anfangs die Orientierung und die Logistik übernehmen.

Das sind 16 Hektar. Also sind 2,5 Zentimeter 30 Meter.

Und das sind etwa 60 Meter.

- Du willst also... - Scheiße, tut mir leid.

Auf die Übersichtskarte.

Du hast meine Abwasserpläne ruiniert.

Statt an Models solltest du an Toiletten denken.

Wir brauchen viele Klos.

Wir müssen im Baumarkt tausend Klos kaufen. Ich meine...

Es gab zu viele Tickets,

um die ganzen Leute auf der Insel unterzubringen

oder gar die Infrastruktur aufzubauen,

um den ganzen Biomüll zu entsorgen.

Ich glaubte nicht, dass tausend Leute auf die Insel passen,

also kam mir die Idee mit dem Kreuzfahrtschiff.

Es ist knifflig, Betrunkene nachts in einem kleinen Beiboot

auf ein Schiff zu bringen, damit sie da schlafen.

Das Kreuzfahrtschiff ist gestrichen.

Macht ihr das nicht?

Alle werden auf den Inseln sein.

Kein Witz.

- Okay. - Es soll möglich sein.

Die wollten echt Zelte anbieten, also versuchte ich mit meiner Frau

eine Nacht im Zelt zu schlafen,

und... es war furchtbar.

Die Zelte würden nicht sicher sein, es würde laut sein,

zu viele Mücken.

Ohne Klimaanlagen würden die Zelte echt brutal sein.

Es war einfach unmöglich, also...

Ich riet entschieden von den Zelten ab.

Keith hatte viele Bedenken,

und dann wurde er gebeten, sich nicht mehr zu beteiligen.

Billy meinte irgendwann zu mir: "Hör mal, du solltest aussteigen.

Du weißt ja, wir wollen verschiedene Leute dabei haben und...

Danke für deine Hilfe bis hierhin..."

Ich war nicht der Einzige, der im Februar, März ausgetauscht wurde.

Ich sollte sie auf den Bahamas treffen.

Ich flog also hin.

Als wir uns trafen, freute ich mich,

an einem Event teilzuhaben, das wirklich besonders werden würde,

wenn es nur halb so gut sein würde wie angekündigt.

Wenn man von Miami aus hinfliegt,

sieht man dieses Wasser und es ist echt magisch.

Ich kann es nicht mal beschreiben.

Man kontaktierte uns vielleicht...

...so 45 Tage vor dem Fest.

Wir sollten eine Produktion auf die Beine stellen.

Die Zeit war sehr knapp,

aber es war möglich, alles auf die Reihe zu kriegen.

Billy sprach mit uns und mir gefiel seine Vision.

Seine Ideen und seinen Eifer fand ich super.

Wir haben an nur einem Tag das ganze Budget für ihn erarbeitet

und es dann präsentiert.

"Hier sind deine Faktoren und die dazugehörigen Kosten."

Es hieß: "Das passt so."

Wie hoch war die Summe in etwa?

Das waren vielleicht 38?

- Millionen? - Ja.

Billy fragte: "Könnt ihr die Künstler für das Festival buchen?"

Ich bin erst 22, 23. Ich hatte noch nie Künstler gebucht,

und dann noch für ein Festival.

Ich weiß noch, als Ersten bekam ich Major Lazer.

Massiv überbezahlt.

Danach Disclosure, Blink-182.

Allein für die Künstler wurden 3,5 bis 4 Millionen Dollar ausgegeben.

Die meisten Künstler

erwarteten ein gewisses Produktionsniveau,

ausreichende Beleuchtung,

eine anständige Anlage.

Aber wir stellten fest,

die hatten keine Ahnung, was es bedeutet, die Künstler zu buchen,

die sie buchten,

und was zu so einer Show gehört.

"Was hat dieser Billy bisher gemacht?"

"Er ist der Visionär hinter Magnises."

Das wurde mir gesagt.

"Der Visionär hinter Magnises." Was zur Hölle ist Magnises?

Jessica, du machst die Story

über die Millennials-Version der Black Card. Wie sieht's aus?

Das ist Magnises.

Das ist die neueste, coolste Kreditkarte.

Die Vision war einfach.

Wir waren sehr jung und fanden einen Weg,

um aus langweiligen Plastikkarten

richtig schicke Edelstahl-Karten zu machen.

Sie war schwarz und aus Metall.

Beim Hinlegen machte sie ein Klackgeräusch.

Die Mädels fragten: "Wow, was ist das? Was machst du so?"

Es schlug ein,

wir überschritten die 1500-Mitglieder-Marke

und machten daraus einen Klub für Mitglieder.

Als ich nach New York zog, suchte ich eine Community.

Ich wollte Boni und geführt werden

und dass man mir zeigt, wo ich in der Stadt tolle Sachen finde.

Also gründeten wir Magnises.

Billy ist einer der weltbesten Verkäufer.

Er kann jeden von allem überzeugen.

Billy, ich freue mich darauf, für dich zu arbeiten.

Ich kenne Billy etwa, seit er 20 ist,

und er ist ein erstklassiger Unternehmer.

Das ist ein junger Kerl, der all diese Millenials

geködert hat.

Wir schaffen für alle Kartenbesitzer zahlreiche Networking-Optionen.

Und wir haben lokale Partner:

Modeläden, Restaurants, Fitnesscenter.

Die boten Vergünstigungen an

und ganz groß war dieses Klubhaus in West Village.

Man konnte Partner und Freunde mitnehmen und dort fanden die Events statt.

Ich half Billy, Weinproben und Lesungen zu organisieren

und andere Dinge, die diesen jungen Menschen

ein Gemeinschaftsgefühl gaben.

Die Partys waren unglaublich, mit Live-Musik, Alkohol, Essen...

Ja Rule sah ich mehrmals.

Ja Rule macht bei einer neuen Geschäftsidee mit.

Der Rapper setzt seine Kreativität für eine elitäre Kreditkarte ein.

Was wir mit Magnises tun, wächst sehr schnell.

Wir hatten eine App, wir waren digital, wir hatten über 10.000 Mitglieder.

Wir nahmen fast 2 Millionen an Mitgliedsgebühren ein.

Als Magnises größer wurde,

wollte er die New Yorker Oberschicht ködern.

Den Maserati und das Fliegen zu Meetings in Privatjets

hielt er für notwendig, um sein Image zu ändern,

und er glaubte, dieses Image würde auch das Unternehmen voranbringen.

Ich organisierte an die 40 Magnises-Events,

viele Mitglieder fühlten sich in der Gemeinschaft wohl.

Es war wohl die Zielgruppe, auf die sich Billy konzentrierte,

auch was Fyre anging,

aber die ganze Idee war so groß,

dass die Umsetzung nicht einfach sein würde.

Ein Musikfestival zu organisieren,

selbst in Miami Beach, in Boston oder L.A.,

ist ohne eine riesige Infrastruktur beinahe unmöglich.

Eine kleine Insel auf den Bahamas

ist dafür vermutlich der ungünstigste Ort.

Billy rief mich an: "Hör mal,

ich brauche dich so schnell es geht auf den Bahamas."

Ich flog also hin und hatte keine konkrete Rolle, aber unauffällig

wurde ich zum neuen Leiter und quasi...

...Billys Souffleur.

Wenn man ein vernünftiges Musikfestival organisieren will, sollte man

mit dem Konzept und der Finanzierung mindestens 12 Monate vorher beginnen.

Das Kernteam, das dort ankam, hatte tatsächlich nur

sechs bis acht Wochen Zeit für alles.

Wusstest du, dass sie angeblich eine Insel kauften?

Man konnte nicht unterscheiden, was stimmte

und was nicht stimmte.

Die Wahl der Insel war gut.

Sie kostete 10 Millionen. Kein Leasing, die gehört uns für immer.

Ich glaube, er musste eine Million anzahlen

und den Rest bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zahlen.

Ich weiß nicht, ob die Million gezahlt wurde.

Das war vor 25 Jahren Pablo Escobars Insel.

Wir nehmen den Traum eines durchschnittlichen Amerikaners

und sagen: "Drei Tage lang kannst du Pablo Escobar sein."

Billy hatte mit Pablo Escobars Anwalt

und seinen Verwandten zu tun.

Norman's Cay hat eine reiche Geschichte,

die Drogenbosse schmuggelten ihren Stoff über die Bahamas.

Der Besitzer der Insel wollte ihr einen neuen Ruf verschaffen.

Sie sollten nichts von Pablo Escobar sagen,

aber sie taten es gleich in den ersten Tweets.

Der neue Besitzer sah das erste Promo-Video

und warf uns unverzüglich raus.

Es gab keine Diskussion.

Die flogen raus.

Sechs bis acht Wochen vor dem Termin musste er eine neue Insel finden

und alles von vorne aufbauen.

Wir waren ständig auf der Suche nach einer neuen Location,

die passen würde,

und es wurde immer hektischer.

Dann war ich auf mehreren Inseln, bis wir auf Great Exuma kamen,

die zumindest die größte Insel der Exumas ist

und immerhin...

...Sanitäranlagen hat.

Der Rapper und Schauspieler Ja Rule, auch bekannt als Jeffrey Atkins,

ist mit Geschäftspartnern auf den Bahamas,

um die Details eines Konzerts nächsten Monat zu besprechen.

Fyre war das große Ding auf der Insel, viele Autos wurden gemietet,

große Jets kamen geflogen.

Jeder meinte: "Hey, das ist Fyre, die haben viel Geld.

Die könnten alles machen."

Wir hoffen, das ist der erste von vielen Schritten,

die die Bahamas wieder unterhaltsamer und attraktiver machen.

Ich hatte darauf gewartet, dass so was auf die Bahamas kommt.

Wir hatten noch nie so viele amerikanische Künstler

auf einer Bühne.

Es sollte fünf Jahre lang jedes Jahr stattfinden.

Wenn du es gut machst, kannst du es fünf Jahre lang machen.

Du hast den Vertrag und willst die Erwartungen erfüllen.

Sie hatten das Gelände.

Sie ließen uns aufs Grundstück und wir schauten es uns an.

Und da kamen ein paar Fragen auf.

Das Gelände...

...war auf einem Hügel...

...und unten...

...sah ich, dass Häuser gebaut wurden.

Die Baustelle

barg diverse Gefahren und erforderte viel Arbeit.

Es gibt immer irgendwelche Probleme, die man lösen muss.

Es ist die erste Ausgabe eine Festivals auf einer Insel und man findet Lösungen.

Wir sagten: "Das müsst ihr beachten,

so sehen die Zelte aus,

die geodätischen Kuppeln.

So teuer wird der Aufbau."

Und dann sind wir weg.

Das Verrückte ist, dass sie als Festival-Termin

das geschäftigste Wochenende auf Great Exuma aussuchten.

Es ist wie beim Superbowl, nur heißt es National Regatta.

Die Bevölkerungszahl verdoppelt sich quasi

und alle Hotels sind schon Monate oder ein Jahr im Voraus ausgebucht.

Billy verkaufte ein Villa-Paket

und die Leute wohnten praktisch in einem Airbnb.

Wir mussten also auf der ganzen Insel Häuser für 500 Leute finden.

Schlimmer noch, sie verkauften

zu viele "Hütte" -Pakete, also diese Zelte auf dem Hauptgelände.

Und dann kam die Ansage,

dass alle Influencer Gratis-Unterkünfte kriegen.

Also rief ich sie an.

Ich war die erste Stimme, die sie seit ihren Postings hörten.

Jedem Influencer, von denen es circa 250 gab,

versprach man für ein Posting,

für ein Posting,

eine Strandvilla für drei mit einem Schlafzimmer...

...die nicht existierte.

Ich sprach mit Billy und wir gingen gleich dazu über,

jeden Tag herumzulaufen und Häuser zu suchen.

"Ihr müsst einen Teil der Leute loswerden.

Die zahlen nicht für das Erlebnis.

Ladet sie aus."

Es war ein ständiger Kampf, denn am wichtigsten waren für sie

die Influencer.

Ich bat sie also eindringlich, zahlenden Gästen abzusagen.

"Die werden keine Unterkünfte haben." Da meinte Billy:

"Wir kümmern uns nicht um Probleme, sondern um Lösungen.

Wir brauchen eine positive Einstellung."

Er war nicht zu erschüttern, aber auch völlig realitätsfern.

Und ich fragte mich permanent:

"Ist der Typ genial oder wahnsinnig?"

Er akzeptierte kein Nein und nahm keine Ratschläge an.

Wie siehst du ihn jetzt?

Er ist ein Lügner.

Billy McFarland fiel mir erstmalig hier in New York auf.

Er hatte eine Firma namens Magnises.

Einige meiner Freunde holten sich damals die Magnises-Karte,

denn mit ihr bekam man

besondere Tickets weit unter dem normalen Marktpreis.

Für mich ergab das keinen Sinn.

Ich sprach mit damaligen Kartenbesitzern,

deren Reservierungen in letzter Sekunde storniert wurden.

Es schien also schwierig zu sein,

die versprochenen Vorteile wahrzunehmen.

Dieser Typ war ständig unterwegs und zog Dinger ab,

die attraktiv wirkten,

aber meiner Auffassung nach nicht unbedingt legal waren.

Ich erinnere mich gut an das Fyre-Festival-Video.

Das Video war überall auf Facebook

und ein paar der Bands, mit denen ich zusammenarbeite,

waren als Headliner gelistet.

Ich rief also sofort die Agenten an:

"Das Ding macht für mich keinen Sinn."

Und die so: "Für uns auch nicht.

Diese Typen wollen das Doppelte von unserem Marktwert zahlen."

Ich: "Haben sie schon überwiesen?" Und die: "Gute Frage, haben sie nicht."

Ich darauf: "Das ist interessant."

Ich fing dann an, mich aktiver

mit allem zu befassen, was mit dem Fyre Festival zu tun hatte.

Sie hatten ein Gelände nördlich vom Sandals Resort gemietet

und dann den unteren Bereich der Karte mit Photoshop gelöscht,

damit es wie eine einsame Insel aussah.

Ich dachte: "Die Welt muss davon erfahren."

Also erstellte ich das heute berüchtigte Twitter-Konto FyreFraud.

Ich dachte, ich mache das publik,

dann werden die Leute wissen, dass das Schwindel ist.

Aber nichts passierte.

Ich bekam vielleicht drei Klicks auf Twitter und das war's.

Da musste ich härtere Geschütze auffahren.

Wir flogen also mit einem Flugzeug hin

und fotografierten das, was sie da trieben.

Mir fiel da vor allem auf,

dass die aufgebauten Kuppelzelte,

die als "Luxusvillen" beworben wurden,

übrig gebliebene Hurrikan-Matthew-Zelte waren.

Das war weit entfernt von einer Luxusvilla auf einer einsamen Insel.

Mir wurde sehr schnell klar,

dass die das niemals hinkriegen konnten.

NOCH 26 TAGE

Wir bauten eine Stadt in einer Stadt, was die Müllentsorgung,

die Toiletten und das Wasser angeht.

Es war ein Chaos,

aber wir taten wirklich, was wir konnten.

Sie arbeiteten hektisch an diesem Gelände.

Hundert Tagelöhner schufteten rund um die Uhr ohne Schlaf.

Es war ein riesiges Team von lokalen Arbeitskräften.

Billy bezahlte sie und meinte: "Wir brauchen mehr Leute,

mehr Arbeitskräfte."

Billy bezahlte sie für die nächsten drei Tage

und meinte: "Schafft noch mehr Leute ran."

Und dann wurde mir alles zu viel.

Sie spannten jeden Einwohner von Exuma ein,

der ein Handtuch tragen konnte.

Meine Güte, an irgendeinem Punkt waren es wohl an die 200 Leute.

Ich musste die alle ernähren.

Ich musste im Grunde das gesamte Fyre-Projekt versorgen.

Ich war mit Freunden auf den Bahamas

und nur durch Zufall trafen wir auf Ja Rule und Billy.

Sie boten uns eine kleine Führung über das Gelände an.

Es war sehr schön, aber es war nur ein großes Steilufer

mit Blick aufs Meer, ohne Gebäude, ohne...

...Strom oder fließend Wasser und solche Sachen.

Wir waren besorgt,

denn es gab da keine Infrastruktur.

Aber gleichzeitig sagten sie mit großer Zuversicht,

dass sie das alles hinkriegen würden.

Warum ist es nicht verhandelbar?

Wenn ihr kein Headliner eines großen Festivals seid,

steht ihr auch bei uns nicht ganz oben. In unseren Vertrag...

Verstehe. Ich meine, es ist eine Schriftgröße.

Menschen arbeiteten 24 Stunden am Tag.

Ich musste zwei Arbeitstage in einen packen wegen Fyre Media

und dem Fyre Festival.

Die Leute, die ständig auf die Bahamas und zurück mussten,

wurden immer frustrierter.

Die fragten mich:

"Was machst du an der Plattform?

Ich würde viel lieber wieder daran arbeiten,

denn der Festival-Kram wird immer chaotischer."

Wir wussten wenig darüber, was auf dem Festivalgelände abging,

außer dass die Leute es immer schlimmer fanden.

Mit jedem Tag wurde die Lage angespannter.

Manchmal stand die Arbeit bei uns für Wochen still,

wenn wir kein grünes Licht bekamen,

weil er nur mit dem Festival beschäftigt war

und in einem irrsinnigen Tempo Geld ausgab.

Ich war nicht sicher, ob es nur Startschwierigkeiten waren

oder echte finanzielle Probleme, aber manchmal wurde zu spät bezahlt.

An Freitagnachmittagen

war unser Lieblingsthema: "Wurdest du bezahlt und stimmte der Betrag?"

Michael meinte einmal: "Ja, ich wurde bezahlt, aber mit einer Tüte Bargeld."

Ich wusste, dass es Geldprobleme gab,

aber um die Finanzen kümmerte sich Billy.

Zu diesem Zeitpunkt sagte Billy: "Wir stecken mit 25 Millionen drin."

Ich meinte: "Ach du meine Güte, Billy."

Leute, die Billy kannten, meinten, er könnte super Geld auftreiben,

und er bekam es irgendwie hin.

Billy flog mit einem Jet nach New York, kam wieder

und hatte irgendwoher weitere 3 Millionen,

um die nächste Bedarfsstufe zu finanzieren.

Carola gehörte zu den vielen Investoren.

Sie glaubte voll an Billy.

Sie war schon bei seinem Magnesis-Projekt dabei und dann bei Fyre.

Sie unterstützte diesen jungen Burschen

und glaubte immer daran, dass er ein großer Unternehmer wird.

Wir überlegen uns, wie wir weitere 4 oder 5 Millionen auftreiben.

Ob durch exklusivere Künstlerpässe,

Verzehrpässe für Essen und Alkohol, VIP-Partypässe,

Jachtparty von Kendall Jenner für 100 Gäste, 10.000 $ pro Kopf.

Billy hatte eine Vision und berücksichtigte

jede kleinste Möglichkeit, um Geld einzunehmen

und alles zu verwirklichen.

Zwei Dinge helfen uns weiter: das zahlungskräftige Publikum

und unsere Stars und die Insel.

Wir können beides zu Geld machen.

Ich hörte ein Gespräch:

"Bieten wir eine Cabana für 50.000 an und schauen, ob sie jemand kauft."

Und ich dachte: "Habt ihr eine zu verkaufen?

Ich mache mir Sorgen, dass ihr das nicht bedenkt,

bevor ihr sie auf der Seite zum Kauf anbietet."

Dann kam die Website online, sie hieß fyrecay.com.

Und ihr einziger Zweck war, das Festival zu zerstören.

Dort wurden Infos und Bilder gepostet,

die das unfertige Gelände zeigten.

Da wurden Dinge gezeigt,

von denen nur Beteiligte in höheren Positionen wussten.

DAS HABEN SIE EUCH VERKAUFT...

Es war fast wie WikiLeaks.

Wir hatten vertrauliche Meetings und das Gesagte

drang Wort für Wort nach außen.

Wir wussten, jemand im Meeting trug eine Wanze.

Wir hatten dann ein Meeting im War Room,

das einer Hexenjagd glich.

Es hieß: "Wenn du oder ihr

diese Website mit Informationen füttert, leiten wir rechtliche Schritte ein,

ihr verlasst die Insel ohne Bezahlung und wir machen euch fertig."

Der Macher von Fyrecay erpresste Billy.

Billy wollte, dass die Seite offline geht, aber der Typ wollte das nur machen,

wenn sie echte Bilder vom Gelände posten würden.

Ich sagte zu Billy:

"Wir müssen jetzt klarstellen, dass es kein Luxus-Musikfestival ist.

Die meisten Leute wohnen nicht auf Jachten,

viele wohnen nicht in Villen.

Wenn du das jetzt klarstellst, werden wir mit den Erwartungen fertig.

'Das ist die Realität.' Mach das und die Leute entscheiden dann selbst.

Aber du musst ehrlich sein.

'So ist das, das sind die Zelte.' Weißt du?

Es kommt früher oder später raus.

Warum versuchst du also...

...dem Unausweichlichen zu entgehen?"

NOCH 17 TAGE

Wir trainierten, wir waren bereit.

Wir gingen ins Fitnessstudio.

Wir gingen joggen, um uns fürs Fyre Festival vorzubereiten.

Wir flitzten durch die Stadt. "Wir fahren in diesen Megaurlaub,

das wird der Hammer.

Wir werden viele Leute treffen und

ein fantastisches Erlebnis haben."

Es war echt aufregend.

LÄDT... POSTEINGANG

Am 22. April bekam ich eine E-Mail.

"Du hast bisher kein Fyreband-Konto erstellt.

Das ist deine Geldbörse fürs Wochenende, lade sie auf.

Die meisten unserer Gäste haben 3000 $ aufgeladen.

Wenn du aber Tische reservieren oder an Zusatzaktivitäten teilnehmen willst,

solltest du viel mehr aufladen."

Billy wollte die Gäste mit diesen RFID-Bändchen zum Bezahlen ausstatten.

Das hielten wir für Blödsinn wegen der Probleme mit drahtloser Kommunikation.

Das war nie getestet worden.

Es war nicht unbedingt wichtig, bargeldlose Bezahlung

auf dem Festival anzubieten.

Wichtig war: "Wir haben kein Geld, um das Festival zu schmeißen."

Eine Frau rief mich an

und forderte mich, ich würde sagen, aggressiv auf,

Geld auf mein Bändchen aufzuladen.

Die wollten, dass man Jetski-Sachen kauft, ein Privatflugzeug.

Es war eine Menge Geld, die erste Gruppe hatte...

...800.000 $ auf ihre Bändchen geladen.

Das Ticket war ja schon teuer

und dann sollten wir noch mal das Gleiche aufladen.

Das war seltsam.

Zu diesem Zeitpunkt waren es noch zehn Tage bis zum Festival.

Sie hatten nicht genug Zelte, 350 Leute würden keine Unterkunft haben

und von uns organisierte Häuser wurden nicht bezahlt.

Es wurde also klar, dass nicht genug Geld da war.

Die Hausbesitzer meinten: "Eure Überweisung ging

vor fünf Tagen raus und ich habe noch nichts."

Jemand vom Management teilte mir deutlich mit,

wir sollten Carola nichts von den Häusern sagen,

weil sie mehr Geld von ihr wollten

und meine Mails machten ihr Sorgen.

Ich sollte also unehrlich sein.

Und sie hatten mir nur 30 % meines Honorars bezahlt.

Der Rest sollte am Festivaltag folgen,

somit hingen 70 % wie eine Möhre über meinem Kopf.

Jeden Tag passierte was Neues.

Jede Stunde passierte was Neues.

Jede Minute ein neues Problem.

Wir hatten einen 6-Millionen-Vertrag mit Star Catering,

aber nur 1 Million dafür eingeteilt.

Billy feuerte sie am Telefon.

Er legte einfach auf und fragte mich:

"Kannst du das retten?"

Ich meinte: "Mir bleiben zwei Wochen,

um Catering für 6000 Leute zu regeln. Das wird spannend."

Grant, der am Telefon war,

holte das Angebot von Star und meinte:

"Ich sagte denen, ich will Sushi-Köche."

Und: "Ich wollte indische Küche haben."

Und ich dachte: "Mann, Grant, der Zug ist abgefahren.

Wir geben keine 6 Millionen, sondern nur 1 Million aus,

ich streiche das alles."

IN VIER TAGEN WERDET IHR AM STRAND TANZEN

Zu diesem Zeitpunkt

gab es keine Fotos oder Videos vom Fortschritt.

Sie verwendeten die Aufnahmen und Bilder

aus dem ersten Promo-Clip

für alle nachfolgenden Promo-Inhalte.

Wir von den Medien- und Marketingfirmen

hatten keine Einblicke in das, was sich auf dem Gelände abspielte.

Wir gestalteten eine Vision, die auf dieser visuellen Fassade basierte.

Schnell fiel uns auf, dass die Grundrisse der Räume,

die wir gebucht hatten, entfernt wurden.

Da hakten wir auch etwas mehr nach und fragten:

"Könnt ihr uns Fotos der Unterkünfte schicken?"

Auf Instagram stellten Leute sehr berechtigte Fragen.

Sie wollten Flüge buchen und die Logistik verstehen.

Wir wurden mit Fragen bombardiert.

Grant wollte unsere Leute für den Kundendienst nutzen,

aber dafür wurden wir nicht engagiert.

Wir konnten den Leuten nur sagen:

"Kontaktiert concierge@fyre.com."

Und dann bekamen wir zu lesen: "concierge@fyre.com antwortet nicht."

Die ausbleibenden Antworten führten zu Kritik.

Es war sehr nervig.

Ich meinte: "Das ist schlechter Service.

Sie müssen es besser wissen. Das ist ein Luxusfestival..."

Und dann sagte Greg zu uns:

"Die Kommentare bringen uns um.

Was machen wir gegen die Leute, die Scheiße reden?"

Es wurde entschieden, Screenshots von den berechtigten Fragen zu machen,

sie an das Fyre-Team zu leiten

und alle negativen Kommentare zu löschen, die die Marke schlechtmachten.

Sie löschten aktiv Kommentare

und schalteten die Funktion dann ab,

damit keine 3000 Leuten schrieben:

"Ich habe keine Infos zum Flug. An wen wende ich mich?"

Als ich mit Billy zurück zum Gelände fuhr...

Er war irgendwie... Da war etwas Panik in seinem Blick.

Er meinte:

"Was denkst du? Kriegen wir das hin?" Ich fragte: "Was meinst du?"

"Kriegen wir alles bis Donnerstag hin?"

Also...

Ich sagte da zu mir selbst:

"Lügst du ihn an oder sagst du die Wahrheit?"

Denn manchmal kommt die Wahrheit gut, aber manchmal kommt sie auch schlecht.

Ich meinte also:

"Ganz ehrlich, ich glaube, wir können es schaffen.

Aber wir brauchen mehr Zeit

und wir müssen uns... Wir müssen mehr Stunden arbeiten."

Jeden Tag trafen wir uns und fragten:

"Ziehen wir die Notbremse oder ziehen wir es durch?"

Und Billy sagte immer:

"Wir können keine Notbremse ziehen, wir machen weiter."

"Du kannst die Leute nicht kommen lassen, das wird nicht funktionieren."

Die Antwort lautete wörtlich:

"Wenn du gehen willst, geh.

Wenn du nicht gehst, suchen wir hier nach Lösungen."

Und nach jedem Meeting ging ich nach draußen

und brach auf der Veranda wirklich in Tränen aus.

Das war mir in meiner Karriere nie passiert, aber da dachte ich nur:

"Heilige Scheiße."

Ich schrieb also eine Mail: "Unsere Zeit wird knapp.

Ich habe euch mehrmals gewarnt, aber niemand hörte zu.

Noch ein Tag und wir haben nicht genug Betten

für Personal, VIP-Gäste und zahlende Gäste.

Ihr müsst mehr Gästen absagen."

Ich meinte: "Ich weiß, ihr macht euch Sorgen um schlechte Presse,

aber stellt euch vor, 350 Menschen kommen auf einer fernen Insel an,

werden in Schulbusse gepfercht und auf ein unfertiges Festivalgelände gekarrt,

wo sie keine Schlafplätze haben

und auch nicht mehr zurück können,

weil wir keine Flüge gebucht haben.

Die Presse macht euch Sorgen, aber diese Situation wäre noch schlimmer."

Und die Antwort?

Die lautete:

"Sie werden dich lächeln und Yoga machen sehen!"

Ich sollte der Yoga-Lehrer beim Event sein.

Okay.

Was sollte ich da tun? Ich meinte:

"Gut, sicher."

Billy war unter so großem finanziellen Druck,

dass er das Festival machen musste,

denn andernfalls würde er

die ganzen Factoring-Forderungen nicht zurückzahlen können.

Das war wie zu einem Kredithai gehen.

Egal, was passiert, die Schulden bleiben bestehen.

Sie sagten den Investoren,

sie seien bei einer Absage abgesichert, was aber nicht stimmte.

Das Festival hatte keine Versicherung, also war Absagen keine Option.

Das war wirklich ein Desaster.

Events fühlen sich immer wie Desaster an, als würde ständig alles schiefgehen.

Der Reiz bestand darin, an der Entstehung von etwas Besonderem mitzuwirken.

Und der siegte gegen meinen Verstand, der sagte: "Das ist ein Chaos."

Die Stimmung, die da vorherrschte, war...

Egal, was passierte, niemand

durfte ihnen widersprechen und Nein sagen.

Hätten wir nicht unmögliche Dinge geschafft,

wie Andy, der kurz vor knapp einen Caterer fand,

hätte es kein Festival gegeben.

Aber durch das Lösen von Problemen

halfen wir ihnen vermutlich, ein noch größeres Monster zu erschaffen.

Hat Andy dir erzählt, wie er das Wasser rettete?

Oh ja.

Hat er es euch erzählt?

Ja.

Das war echt irre.

Dazu sage ich nichts.

Ich erzähle euch was. Wir hatten vier Container mit...

Wir hatten vier Sattelzüge, die Evian-Wasser transportierten,

aber die Woche davor bin ich für zwei Tage für den America's Cup auf die Bermudas.

In dieser Zeit verpasste ich das Treffen mit dem Zoll,

der Billy und Co natürlich sagte:

"Sie müssen uns heute 175.000 $ bar bezahlen,

um das Wasser zu bekommen."

Ich flog runter. Und Billy rief mich an.

Ich erzähle das völlig, na ja...

Es wird nicht so weit gehen, aber...

Billy rief an: "Andy, du musst eine Sache auf dich nehmen."

Und ich...

"Ich nehme jeden Tag etwas auf mich."

Er sagte: "Du bist unser wunderbarer schwuler Anführer

und du musst uns helfen. Würdest du...

...einen Schwanz lutschen...

...um das Wasser zu retten?"

Ich meinte: "Wie bitte?" Und er: "Andy,

wenn du Cunningham einen bläst,

dem Chef vom Zoll,

damit er das komplette Wasser freigibt,

rettest du das Festival."

Daraufhin fuhr ich nach Hause, nahm eine Dusche

und trank etwas Mundwasser.

Ich dachte: "Oh Gott..." Ich stieg ins Auto

und fuhr über die Insel, um etwas auf mich zu nehmen.

Ich ging in sein Büro und war bereit, seinen Schwanz zu lutschen.

Er war supernett und meinte: "Andy,

ich gebe das ganze Wasser frei,

aber ich will als einer der Ersten einen Teil

der Importgebühr bekommen, die ihr zahlt." Ich meinte: "Okay, prima."

Ich kam zurück und das ganze Wasser war gerettet.

Könnt ihr euch vorstellen, dass ich nach 30 Jahren Karriere

kurz davor war, so etwas zu tun?

Ich hätte das wirklich getan, um das Festival zu retten.

Große Neuigkeiten im Vlog: Morgen früh um 5:30 Uhr

fliegt das halbe Team von Jerry Media zum Fyre Festival

auf die Bahamas.

Wir haben dafür das Marketing gemacht und freuen uns auf das Event.

Das wird der Knaller.

Wir flogen mit fünf Teammitgliedern

einen Tag vor dem Festival hin.

Das Gute an diesem Flugzeug? Wenn wir raus wollen...

...lösen wir einfach das Fenster.

Das ist super, ein toller Flug.

Ich weiß noch, wie aufgeregt wir beim Aussteigen waren.

"Endlich da, jetzt geht's ab."

Es gibt keine Autos auf der Insel.

Wir können keins mieten, sie haben uns keins besorgt,

darum fahren wir die nächsten Tage per Anhalter.

Ich war gestern da unten

und meinte: "Das wird niemals bis Freitag fertig, Mann."

Es gibt so viel zu tun!

Und so wenig Zeit.

Nichts davon war da, der Sand ist neu.

- Das wurde alles... - Ja, sieht man.

Ja, sieht man das?

Die Lage spitzte sich zu, es war der letzte Tag.

Wir alle wussten, es war unvermeidlich,

dass diese Veranstaltung stattfindet.

Ich arbeitete mit einem Navy SEAL, der sagte original:

"Die Kacke ist voll am Dampfen."

Er lachte und doch irgendwie nicht.

Er war eher verstört, wie übel das alles aussah und...

...er war ein Navy SEAL, verdammt!

Die letzten 24 Stunden waren unfassbar.

Ich dachte dauernd nur an Woodstock.

Wenn man daran zurückdenkt,

spricht jemand über die unzähligen Autos,

die da tagelang festsaßen?

Spricht jemand über den Schlamm?

Wie viele Menschen an Überdosis starben? Dass es an Essen fehlte

und kaum Wasser gab?

Niemals. Und ich dachte: "Wisst ihr was?

Wenn Woodstock damit durchkam und die Publicity bekam,

die es bekam, dann schafft es das Fyre auch."

In jener Nacht schliefen wir nicht.

Und ich weiß noch genau, was passierte.

Wir standen auf der Veranda dieser Villa

und schauten bei Vollmond aufs Meer hinaus.

Und dann...

...fing es an zu regnen.

Richtig heftig.

Blitz und Donner.

Und wir lachten los.

Wir hielten uns die Bäuche...

...schauten uns gegenseitig an...

Ich bin bis heute so benommen, ich weiß nicht, ob es wirklich passierte,

aber jemand aus unserer Gruppe sagte: "Wenigstens kommen sie jetzt nicht davon."

So habe ich es in Erinnerung, aber ob das...

Meine Erinnerung.

Das Gelände war also nicht fertig.

Matratzen lagen überall und wurden mit Wasser vollgesaugt.

Die Zelte waren alle unbewohnbar.

Die Gäste kommen trotzdem und wir wissen nicht, wohin mit ihnen.

Der Regen gab uns den Rest.

Ich wusste, was wir an dem Morgen alles gemacht hatten...

...und hätte heulen können.

Oder habe geheult.

Es war auch lustig, dass wir lachten und meinten:

"Wenigstens ist hier alles zu spät. Und wegen des Regens auch die Gäste."

Die sollten um 6:50 Uhr kommen, der erste Flieger war um 6:20 da.

Das war echt pervers.

Also...

Also...

Fyre Festival, wir kommen.

Wir fahren gleich nach...

...Miami.

Da bleiben wir vier Stunden und wo geht's dann hin?

- Bahamas. - Bahamas.

Das Bändchen sitzt.

Bahamas, wir sind bald bei euch.

Wir sind hier im... "Privatjet".

Wir rechneten mit einem Propeller-Flugzeug,

wie das kleine

aus den ganzen Promo-Videos.

Erst als wir an Bord gingen, sah ich, womit wir fliegen würden.

Und das war eine 737.

Ich hatte verstanden, es sollte ein "Erlebnis im Festivaljet" sein,

aber es war ein...

Keine Ahnung, woher sie es hatten,

aber sie hatten da einfach nur ein Logo draufgeklatscht.

Es war noch schlimmer als...

Es war noch unter der Touristenklasse.

Wir stiegen gegen 4:30 Uhr in den Flieger,

da schaute mein Freund auf sein Handy und sagte:

"Blink-182 haben abgesagt.

Willst du immer noch einsteigen?"

Aber ihre Begründung war nicht: "Geht nicht hin, es ist ein Desaster."

Es hieß: "Wir könnten nicht die Show bieten,

die unsere Fans verdienen."

Ich war ohnehin noch nie auf einem Blink 182-Konzert.

Wir dachten also: "Das wird schon."

FYRE FESTIVAL: TAG 1

Wir alle stiegen aus und betraten diese schöne Insel.

Nichts schien faul zu sein.

Ich wurde vor die Wahl gestellt:

"Möchtest du zum Campingplatz oder möchtest du zum Restaurant

am Strand?"

Jemand aus der Führungsetage traf die Entscheidung,

den Campingplatz zu schließen

und alle frisch eingetroffenen Gäste zu einer Bar umzuleiten.

Es war nie geplant worden, ich erfuhr davon etwa 25 Minuten,

bevor sie am Restaurant ankamen.

Reihenweise Busse brachten Hunderte von Gästen,

die fragten: "Ist das das Fyre Festival?"

Sie dachten, das sei die erste Phase

eines sehr aufregenden Erlebnisses.

Es war an diesem wunderschönen Strand.

Da war ein langer Steg, die Leute ließen die Füße baumeln, tranken Tequila.

Ich dachte nur: "Das ist die beste Täuschung aller Zeiten."

Musik spielte und die Gäste jubelten.

Sie tanzten und amüsierten sich.

Viele an der Bar lächelten und waren glücklich.

Ganz ehrlich, das war der beste Teil der ganzen Erfahrung.

Auf dem Campinggelände kam das krasse Gegenteil.

Oh mein Gott.

Die sind ja völlig durchnässt!

Die Zelte waren nass, Schlamm rutschte über die Teppiche.

Was bisher schon ein sehr schluderig organisiertes Festival war,

das übertrieben beworben wurde,

entwickelte sich zu etwas noch Schlimmerem.

Uns fehlte es an Fahrern, an Häusern,

es fehlte an Betten, an Platz, an Personal.

Es war... Wir waren überfordert.

Ich bekam also Anrufe und es hieß,

ich soll zum blauen Produktionshaus kommen.

Ich kam an und da herrschte Chaos, die Leute waren panisch

und bauten draußen noch was auf.

Grant fragte: "Hast du Kotztüten?"

Weil er da im Schlafzimmer hyperventilierte.

Menschen weinten, Gefühle brachen aus.

Ich meinte: "Reißt euch zusammen."

Assistenten zogen mich wirklich in verschiedene Richtungen.

"Marc, der ist angekommen, die ist da.

Die brauchen Häuser."

Ich dachte, da ist was faul,

weil sie uns sechs Stunden am Strand festhielten

und uns mit Tequila abfüllten.

Die Fragen fingen an:

"Wo kann ich hin? Wo gehen wir hin?"

"Wie kommen wir zum Campingplatz?" "Wo ist mein Gepäck?"

Ich dachte nur:

"Was sage ich denen?"

Billy war im Raum und spielte den CEO,

hatte das Sagen.

Ab und zu ging er raus, stieg auf sein Quad

und fuhr ganz schnell in eine Richtung.

Er fuhr einfach los.

Dann kam er zurück und ging wieder rein, ohne viel zu sagen,

aber man sah, dass er Energie getankt hatte.

Wir mussten die Leute reinlassen und sehen, wie es sich entwickelt.

Im Bus war niemand vom Fyre Festival.

Der Fahrer kannte nur den Weg uns sagte zu uns:

"Ach ja, die haben erst vor einem Monat mit den Aufbauarbeiten begonnen."

Oder: "Da steht euch ja was bevor.

Wartet nur, was ihr euch eingebrockt habt."

Und das ist sehr beunruhigend, wenn man in einem Bus

Gott weiß wohin sitzt,

auf Gott weiß was für einer Insel

mit Gott weiß was für Leuten.

Nein!

Kehren Sie um!

Fahren Sie sofort zurück!

Wir sahen ein Meer aus weißen Zelten.

Im Bus herrschte Ungläubigkeit.

Viele dachten: "Vielleicht fahren wir hier nur durch,

um unsere Villen zu erreichen."

Aber der Busfahrer meinte: "Oh nein, ihr bleibt hier."

Und alle so: "Oh mein Gott!"

- Schaut euch die Betten an! - Grundgütiger!

Dieses Festival findet nie wieder statt.

Sie fuhren uns um die Lagune herum

bis zu dem blauen Haus, das wohl ihr Hauptquartier war,

und da standen schon Hunderte an.

Wir stehen hier ernsthaft eine Stunde.

Wir wussten nicht, wofür wir anstanden,

aber wir blieben da

und manche hatten Schnaps dabei.

Billy kam zu mir und meinte, ich soll die Musik aufdrehen.

Und zwar so laut es ging.

Das war mit das Nervigste, dieser pulsierende Krach.

Und alle fünf Minuten kam...

...eine der Hostessen oder jemand von der Crew:

"Wir wollen diese Leute einchecken und verstehen sie nicht."

Also machten wir leiser.

Fünf Minuten später kam Billy wieder an:

"Macht die Musik lauter."

Alle diskutierten.

Sie waren laut und fragten: "Wo schlafe ich?

Was mache ich? Was esse ich?"

Die Besucher warteten auf irgendeine Unterweisung.

Leute, bleibt hier.

Billy McFarland stieg auf einen Tisch.

Also fragte ich ihn: "Wohin geht man, wenn man eine Villa hat?"

Und er: "Wer eine Villa hat, schnappt sich ein Zelt."

Und die ganze Masse... "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!"

Alle sprinteten mit ihren Taschen zu den Zelten.

Wir hörten die Stimme und dann ging das Geschrei los.

Wir gingen raus und da war diese Masse, die zu den Zelten stürmte.

Das hier ist voll der Zirkus.

Ich gehe erst von Bord, wenn ich mehr weiß.

Es ist 20:36 Uhr und die Leute bekommen erst jetzt ihr Gepäck.

Die Spinde werden erst aufgestellt.

Sie packen die Spinde für unsere Wertsachen aus.

Niemand hatte Gepäckanhänger vorbereitet.

Das Gepäck kam in zwei Containern,

aber Lkw-Containern, für Sattelzüge.

Es hieß: "Jeder nimmt sein Gepäck." Es war die totale Hektik.

Jeder suchte nach seiner schwarzen Tasche unter lauter schwarzen Taschen.

Sie trampelten dich nieder, um an ihre Taschen zu kommen.

Das ist das totale Desaster.

Wohin willst du... Yo!

Wir wollen nicht hier sein, ich schwöre.

Wir wollten keine Nachbarn.

Unsere Strategie war, alle Zelte um uns herum zu ruinieren.

Wir machten Löcher rein, warfen Matratzen um,

mein Kumpel pisste auf einige.

Es war verrückt.

Menschen trugen Matratzen auf ihren Köpfen

und wanderten von da nach da.

Plötzlich war Plündern angesagt.

Eine Frau hatte eine ganze Palette Klopapier.

Eine andere hatte einen riesigen Karton mit Kissen,

den sie zu ihrem Zelt schleppte.

Es wurde gewissermaßen sehr barbarisch.

Da herumzufahren, war das unheimlichste Gefühl der Welt.

Es gab kein Licht.

Wie in einem Horrorfilm.

Menschen waren überall verteilt und nächtigten dort.

Die meisten schliefen wohl nicht.

Eine Frau kam irgendwann nachts ganz in Panik zu uns.

Sie fand ihren Freund nicht.

Sie hatte sich verlaufen, sie wirkte betrunken...

So jemandem kann man nicht helfen.

Ich wusste selbst nicht, wo ich war.

Und es gab für mich einen klaren Wendepunkt:

Als die Sonne unterging, war es mit dem Zusammenhalt vorbei.

Gegen Ende der Nacht

waren alle Zelte voll.

Und das war nur ein Drittel der erwarteten Gäste.

Im Weggehen ließ ich meinen Blick über das Gelände schweifen

und merkte zum ersten Mal, was totales Scheitern ist.

FYRE FEST EIN DESASTER. CHAOTISCH. UNORGANISIERT.

Ich twitterte über das Event,

damit die Leute sahen, was los war.

"Hier sind die Spinde, hier ist der Concierge-Stand.

Das ist das Fyre Festival."

Meine Tweets wurden viral.

Es eignete sich perfekt, um es in Echtzeit zu lesen.

Dann sah ich den Twitter-Beitrag.

Die Käsestulle.

Da wusste ich, die sind fertig.

Die New York Times brachte einen Artikel

zum Thema Fyre Festival.

Er war sehr sachlich, aus betrieblicher Sicht geschrieben.

Was sie nicht ansprachen und was vermutlich unterging,

waren die einflussreichen Models, die eine Kachel posteten

und damit den Grundstein für das Festival legten.

Und dann postete ein Typ mit wahrscheinlich 400 Followern

ein Bild von Käse auf Toast,

das dem Festival quasi den Sargnagel verpasste.

Die Leute freuten sich darauf, das Ding untergehen zu sehen.

WENN EIN REICHER ABGEZOCKT WIRD, BEKOMMT EIN ENGEL FLÜGEL.

"WEISS JEMAND, WANN MIGOS SPIELEN?"

In den sozialen Medien haben sogar Leute mit Schadenfreude reagiert,

die nicht einmal da waren.

Nach außen hin wirkte es witzig.

Eine Herr der Fliegen-Situation mit den Top-Influencern von Instagram.

Grant wies uns immer noch an, was wir machen sollten.

Ich sagte: "Nein, Grant, wir versprechen nichts mehr.

Wir bauschen die Vision nicht weiter auf.

Die Sache ist gelaufen."

Etwa drei Minuten später kam eine SMS von Grant,

in der er mir das neue Social-Media-Team vorstellte.

"Schickst du ihm die Anmeldedaten?"

Ich rief Ja an, der noch gar nicht dort war,

und meinte: "Das kommt nicht infrage.

Ich schicke die Mail raus, mir ist jetzt alles egal."

Ich sagte Billy, ich hätte die Acts gecancelt,

und da wusste er, dass alles zusammengebrochen war.

Er tigerte auf der Terrasse auf und ab.

Ich sah Tränen in seinen Augen,

die hatte bis dahin noch niemand von uns gesehen.

Durch dick und dünn

war er positiv geblieben bis zu jenem Tag...

...an dem alles langsam zusammenbrach, da begriff er es auch.

Ich meine, zwei Tage zuvor hielt er sich noch für den Unternehmer des Jahrzehnts.

Und dann war er plötzlich eine virale Schande und ein Witz.

Als ich ins Produktionshaus kam, weinte Grant

und Carola schaute, als hätte sie ein Laster angefahren.

Grant war da und besprach den Entwurf für eine offizielle Stellungnahme,

der so anfing: "Aus Gründen, für die wir nichts können..."

Jorge schaute ihn an und meinte: "Keine weiteren Lügen.

Das ist deine Chance, die Wahrheit zu sagen.

Schreib nicht 'für die wir nichts können'. Das tun wir sehr wohl."

Große Neuigkeiten.

Das Fyre Festival ist offiziell gecancelt.

- Hab es grade erfahren. - Offiziell?

- Echt jetzt? - Hat Mick gesagt.

Auf der Insel gibt es kein Essen, sie lassen keinen rein.

Wer gelandet ist, muss zurück nach Miami.

An dem Punkt wollten sie einfach weg.

Ein Problem war, dass es keine Flugzeuge gab

und der Flughafen mit den Leuten völlig überlastet war.

Schließlich wurden sie eingesperrt

und ohne Essen und Wasser über Nacht dort gehalten.

Okay, wann kommt das Wasser?

Und das Essen.

Wann gibt's Geld zurück?

Es war diese Saga in Echtzeit,

die um 18 Uhr angefangen hatte.

Und morgens griffen es die Medien auf.

Heute Morgen spüren die Veranstalter des Fyre Festivals

die Konsequenzen.

Wir sind ein großes Risiko eingegangen

und sind gescheitert.

Man machte sich über uns lustig.

Tun Ihnen die Leute leid, die Geld dafür ausgaben, um...

Wenn du Tausende von Dollar hast, um zu Blink-182 zu reisen...

...ist das deine Sache. Das ist Darwinismus pur.

Zu diesem Zeitpunkt brachen all ihre Versprechen zusammen,

darum nahmen die Autovermietungen die Schlüssel wieder mit

und die Hausbesitzer verlangten ihre Grundstücke zurück.

Einer meiner Chef-Bauarbeiter sagte zu mir: "Andy,

ich brauche 26.000 $ in bar,

und zwar sofort."

Er war groß und verfolgte mich.

Ich ging zurück ins Zelt und er hinterher.

Der Chef vom Tourismusausschuss der Bahamas,

der Finanzminister

und der Leiter der University of the Bahamas

warteten auf die Zahlung einer Million Dollar.

Viele Menschen hatten einen Monat lang

oder eineinhalb Monate ohne Bezahlung im Freien gearbeitet.

Als sie merkten,

dass alles zusammenbrach,

verlangten sie zu Recht ihr Geld,

also kam es zu einer Art Streik.

Und wir erfuhren, dass ein wütender Mob von Einheimischen

das Tor passierte.

Sie waren sauer und wollten ihr Geld.

Wir saßen zu fünft im Produktionshaus.

Es waren etwa,

ich weiß nicht, 30 Leute im Anmarsch.

Und Billy war nicht zu sehen.

Über seinen Verbleib wurde dauernd spekuliert.

Er war wie Dr. Evil: "Billy ist auf einer Jacht",

"Er war die ganze Zeit auf Grand Isle."

"In Miami", "Im Gefängnis".

Jeder tippte, wo Billy war.

Ich wusste nicht, wo Billy war.

Ich ging zum Haus und es war komplett leer.

Ich dachte: "Hey, wo ist Billy?"

Als die Einheimischen merkten, dass sie nicht bezahlt werden,

nahmen sie sich Leute vor,

um Lösegeld für sie zu verlangen oder sie einfach zu verletzten.

Das Management schaute sich um

und plötzlich war das Motto "Rette sich, wer kann".

Und ich tauschte tatsächlich die Kleider

mit einem der Mitarbeiter und versteckte mich hinter einem Pissoir.

Jemand fuhr mit einem alten Auto vor und ich versteckte mich auf dem Rücksitz,

um zumindest aus dem Dorf zu gelangen.

Denn ich konnte nicht Mutter Teresa spielen und Probleme lösen.

Aber ich musste mich in Sicherheit bringen.

Als sie merkten, dass alles abrupt endete,

verließen sie die Mietwagen

mit Schlüsseln im Zündschloss.

Jemand erzählte mir, dass die Tür nicht aufging,

da trat eine Frau sie ein und sie rannten zum Flieger.

Die wussten also, dass Probleme bevorstanden.

Leute kamen zu mir

und fragten nach Geld.

"Ihr schuldet uns Geld. Wo ist es?"

"Ich weiß nicht und die sind weg. Was soll ich tun?"

Ich rief Billy an und er sagte: "Keine Sorge, ich regle das."

Die Tage vergingen, Leute kamen zu mir nach Hause.

Sie drehten voll am Rad wegen des Geldes.

Ich dachte, das endet alles mit Schlägen.

Ich sagte mir: "Scheiße, ich hau ab."

Ich packte meine Sachen und fuhr mit dem nächsten Boot weg.

Ich kam da nicht mehr klar.

Ich hatte für Wochen definitiv ein posttraumatisches Syndrom,

wie viele von uns,

zu dem auch Schuldgefühle gehörten: "Habe ich alle im Stich gelassen?"

Ich war derjenige, der immer sagte:

"Ich arbeite mit Billy

seit vier, fünf Jahren. Vertraut ihm.

Der Junge hat's voll drauf und wir kriegen das hin."

Aber das haben wir nicht und ich hatte das Gefühl,

nachdem ich zu Hause nachgedacht hatte,

dass ich viele der jungen Menschen getäuscht habe.

Man lässt sich einfach von jemandem...

Es sind diese Energie und der Glaube daran,

die einen zum Weitermachen bewegen.

Und wann hört man auf? Und nein,

ich hatte nie gedacht, dass es so endet.

Ich glaube, dann hätten wir nicht mitgemacht.

Zunächst möchte ich mich

dafür entschuldigen, wie das Festival gelaufen ist.

Es war definitiv das Gegenteil von dem,

was wir angestrebt haben.

Ich war Montag zu Hause und ging ins Fyre-Büro,

wo wir ein Team-Meeting hatten.

Wir müssen die Plattform rebranden.

Mein Kieferorthopäde hat über das Festival gelesen

und mich gefragt, was ich da tat.

Im Moment sind wir überall eine Lachnummer.

Wir sind das "Schwindel-Fyre".

Aber das könnte sich ändern, wenn wir unseren Plan in die Tat umsetzen

und die Geschichte zu unseren Gunsten drehen.

Sie nahmen Samsung als Beispiel dafür, dass es nur schlechte PR war.

"Die Handys von Samsung explodieren dir im Gesicht,

verkaufen sich aber trotzdem."

Sie stellten es so dar, als würden wir damit durchkommen.

Wir dürfen nicht an unser Versagen denken

und daran, warum es dazu kam,

sondern daran, wie wir es künftig besser machen.

Die meisten in dieser Telefonkonferenz waren nicht am Festival beteiligt

oder bekamen die klare Anweisung, sich nicht zu beteiligen.

Es hat also...

...echt wehgetan. Wir hatten

ein großes und sehr fähiges Team,

das viele Stunden in die Software steckte.

Ich glaubte wirklich so sehr an die App, die wir entwickelten,

dass ich viele interne Vorgänge völlig übersah.

Ich meine, wir arbeiteten daran ein ganzes Jahr.

Und durch das Festival war alles innerhalb von Sekunden futsch.

Könnte das Produkt fertiggestellt werden,

- während wir uns etwas zurückziehen? - Nein, auf keinen Fall.

Er sagte: "Wir sind eine Familie und müssen zusammenhalten."

Mir kam das total manipulativ vor.

"Wir sind keine Familie, du sagst mir nicht mal alles!

Du hast das ganze Vertrauen missbraucht,

das wir in das Produkt, in die Firma und in dich hatten.

Die öffentliche Wahrnehmung ist ein ganz anderes Problem."

Kommt, Leute!

An dieser Konferenz nehmen viele smarte Menschen teil.

Überlegen wir, wie wir aus dem Loch rauskommen.

Wir haben ja niemanden getötet oder verletzt.

Wir haben einen Fehler gemacht, wir verkraften das.

Grant, niemand ist gestorben,

aber wir haben darüber gelogen, was wir den Leuten bieten.

Das ist Betrug.

Und so sollte ein Unternehmen nicht funktionieren.

Es ist kein Betrug.

Es ist kein Betrug.

Es ist... Ich bezeichne es eher als...

...irreführende Werbung.

Als wir ins Flugzeug stiegen,

tweetete ich so was wie: "Bis dann, Fyre Festival.

Du hörst von Stacy Miller, meinem Anwalt."

Ich dachte: "Es ist schon seltsam."

Also, Facebook stand Kopf

wegen diesem Fyre Festival, von dem ich nie gehört hatte.

Und am Tag danach wurde bekannt,

dass eine Sammelklage auf 100 Millionen Dollar läuft.

Meine Erfahrung mit Sammelklagen sagte mir,

dass der Fall nicht so bald abgeschlossen wird.

Wir klagten also getrennt.

Wir verklagten sie wegen Betrugs,

denn es hieß: "Schaut mal, wie cool das wird",

obwohl sie die ganze Zeit wussten, sie würden die Versprechen nicht halten.

Ich bin mir sicher, wenn ich Tickets gekauft hätte,

hätte ich jeden, der dafür geworben hatte, namentlich in der Klage erwähnt.

Das Interessante daran war,

dass es so organisch wirkte,

als würden ein paar Promis und Berühmtheiten

dieses Musikfestival besuchen.

Meines Erachtens sprangen deshalb so viele Leute darauf an.

Das war ein großer Kritikpunkt: "Wie konntet ihr etwas Unechtes bewerben?"

Aber es war...

...alles echt. Alles sah echt aus.

Wenn du für eine BMW-Werbung angeheuert wirst

und der BMW hat einen Motorschaden,

wie zur Hölle sollst du das schon im Vorfeld ahnen?

Das ist, als müsste der Tontechniker oder der Kameramann

sicherstellen, dass alles planmäßig läuft.

Wie konnten wir von den Models verlangen,

dass sie mehr Wissen über das Fyre Festival haben

als ich als Angestellte von Fyre Media?

Wir wollten den Influencern auf jeden Fall klarmachen,

wenn sie ein Foto posten

und nicht "#werbung" dazuschreiben,

dann tragen sie eine gewisse Verantwortung.

Aufgrund dieser Vorkommnisse greift die Regierung immer härter durch.

Bella Hadid entschuldigt sich aktuell bei ihren Fans.

"Anfangs glaubte ich, es würde ein tolles

und unvergessliches Erlebnis für uns alle werden."

Ich denke nicht, dass sie es wussten oder böse Absichten hatten.

Ich glaube, niemand erkannte

das Ausmaß von Billys Betrug

und wie weit er gehen wollte.

Alle arbeiteten

noch etwa zwei Wochen nach dem Festival

und dann sollte Billy allen

in einem Meeting erklären, was gerade vor sich ging.

Wir feuern niemanden.

Wir informieren euch nur, dass es vorerst kein Geld gibt.

Es gibt also keine offizielle Anstellung.

Du kündigst uns also nicht,

und wir können kein Arbeitslosengeld beantragen.

Du bezahlst uns einfach nur nicht, damit wir selbst kündigen.

Wolltest du das sagen?

Ich weiß nicht, wie sich das auf das Arbeitslosengeld auswirkt.

Die Tatsache, dass er

etwa 20 bis 30 Leute ohne Gewissensbisse fallen ließ...

...sagt menschlich viel über ihn aus.

- Seid ihr noch da? - Ja.

Ich frage mich, ob noch jemand Besuch

vom FBI bekommen hat, außer den Leuten, von denen ich es weiß.

Nein. Zu wem kam das FBI?

Ein FBI-Agent kam zum Appartementhaus meiner Eltern,

gab seine Karte dem Concierge und sagte:

"Ich suche Marc Weinstein. Er ist nicht in Schwierigkeiten,

soll mich aber anrufen."

Ich sprach gern mit ihm,

weil man endlich jemanden zur Verantwortung ziehen würde.

Klar sprach ich mit dem FBI.

Da verstand ich auch zum ersten Mal, was Billy getan hatte.

Aber ich konnte nicht glauben, was sie mir zeigten.

BÖRSENAUFSICHTSBEHÖRDE

Billy betrog die Investoren des Fyre Festivals

in Abhängigkeit davon, wie gut wir innerhalb von Fyre Media abschnitten.

Anscheinend erzählte er den Investoren,

er hätte Drake für 100.000 $ gebucht,

aber wir hatten Drake nie gebucht.

Er log den Investoren vor,

wir würden Geld machen.

Im echten Bericht waren Angebote im Wert von 1,5 Millionen ausgewiesen.

In dem Bericht, der auf Billys Anweisung fingiert wurde,

waren es fast 35 Millionen Dollar.

Billy behauptete, sie hätten eine Insel auf den Bahamas

im Wert von 8 Millionen bekommen, was nicht stimmte.

Billy behauptete,

er hätte über 2 Millionen Dollar in Facebook-Aktien,

dabei hatte er in Wahrheit circa 1500 $.

Billy McFarland wegen Überweisungsbetrug beim Bundesgericht verklagt.

McFarland verschickte angeblich gefälschte Unterlagen

und behauptete, Millionen zu verdienen.

Dabei verdiente er weniger als 60.000 $.

Ich kannte Billy,

aber ich hätte nie gedacht, dass er dazu fähig wäre.

Ich behandelte ihn wie einen Teil meiner Familie,

lud ihn zu Familienessen ein.

Aber nach dem, was er getan hat,

glaube ich nicht mehr an mein Urteilsvermögen für Menschen,

und das ist echt hart für mich.

Er nutzte deine emotionale Bindung zu diesem Team

und dem Produkt, damit du noch mehr investierst.

Das war Billys Charme.

Billy konnte dir alles andrehen.

Er ist ein manipulativer Psychopath.

Er nahm Millionen Dollar

über die AmEx-Karte der Fyre App ein,

um Magnises-Tickets für seine Magnises-User zu bezahlen.

Er hat fast alles abbezahlt,

bis auf die restlichen 250.000 $,

wegen der ich jetzt von American Express verklagt werde.

Dazu hinterließ er 150.000 $ an unbezahlten Festival-Rechnungen

auf meiner privaten American-Express-Karte.

Wir haben viel Geld verloren. Viel Geld.

Viel.

Hunderttausende Dollar, ohne Zweifel.

Viele Leute wurden nicht bezahlt.

Auch viele meiner Mitarbeiter.

Er sagte immer wieder:

"Das Geld kommt, J.R. das Geld kommt."

Aber es kam nie an.

Ein paar Bahamaer hatten das Gelände aufgebaut.

Die bekamen nie Geld.

Ich habe gehört,

dass sich die Schulden auf eine Viertelmillion belaufen.

Direkt unter mir arbeiteten zehn Personen,

die rund um die Uhr nur Essen zubereiteten.

Ich musste die persönlich bezahlen, ich lebe hier.

Die stehen jeden Tag vor mir.

Ich habe meine ersparten 50.000 $ vergeudet,

die ich für schlechte Zeiten hatte.

Die haben sie ausradiert und sich nicht drum gekümmert.

Ich möchte am liebsten gar nicht über das Fyre Festival sprechen.

Lasst das einfach verschwinden, dann kann ich neu anfangen.

Denn die haben mich echt verletzt.

Das tut mir echt weh.

Dass niemand zurückkam und sagte: "Ich kümmere mich um sie,

weil sie Gutes getan hat."

Ich lasse das lieber, weil es mir nur wehtut,

darüber zu reden, also radiere ich es aus.

Tut es Ihnen leid?

Danke. Ein Kommentar von mir folgt noch.

Er wurde am Samstag gegen 300.000 $ Kaution freigelassen.

Er sagt, er ist pleite.

Anscheinend wohnt er wieder bei seinen Eltern.

Ich glaube, Billy wohnt momentan zum Glück im Keller

seiner Eltern in New Jersey, nicht mehr in seinem Penthaus.

Er fährt keinen Maserati mehr und protzt nicht mit dem gestohlenen Geld.

Noch mal kurz zum Fyre Festival:

Ihr solltet ein Fyre-Festival-Spiel machen.

Denn ihr geht...

Das Festival war bei Saturday Night Live.

Ich weiß!

Man könnte so viel daraus machen.

Man muss das Festival nur akzeptieren,

dann könnte man aus Scheiße Gold machen und damit abhauen.

Ich darf nicht.

- Echt nicht? - Angelo, hilf mir.

Warte, warum bist du...

Ich hatte mit Billy nicht gesprochen, seit er...

...verhaftet wurde und auf Kaution rauskam.

Er lud uns in das Hotel ein,

in dem er gerade wohnte,

und er fragte, ob wir unsere Video-Ausrüstung mitbringen könnten.

Wir wussten nicht, was wir filmen würden.

Filmt einfach die ganze Zeit.

Ich habe gelernt, je mehr Material, desto besser.

Wie lebte er, als er draußen war?

Nicht wie ich.

Billy lebte auf großem Fuß... Auf großem Fuß.

Das Penthaus war sehr schön.

Ich schaute nur etwas verwirrt.

Halt so: "Wie kannst du dir das leisten?"

Da war ein Typ namens Angelo.

Ich weiß nicht, ob das Billys PR-Mann war,

aber ich weiß, der hatte Beziehungen.

Das ist die...

Halte mich da einfach raus, weil...

Ich darf nichts sagen.

Wir sagen doch nichts Schlimmes.

Du kannst mich beraten.

Wir sprachen über meine Erfahrungen mit dem Rechtssystem

und ich werde nie vergessen, was er zu mir sagte.

Er blickte mir direkt in die Augen und sagte:

"Ich gehe nicht ins Gefängnis."

Ich dachte: "Entweder weiß er was, das ich nicht weiß,

oder er ist nachweislich irre."

VIP-EINLADUNG MASTERS 2018

NYC VIP Access

war eine Firma, die sich an mich wandte,

und zwar am 15. Dezember 2017...

...mit einem Angebot für das Masters-Turnier 2018.

Es war von einem Frank.

Da stand nur: "Hey, wir haben Tickets

für das Masters 2018, das wäre toll für Sie oder Ihre Kunden.

Geben Sie uns Bescheid."

Ich simste meinen Freund Morgan an: "Habt ihr diese Masters-Mail bekommen?"

"Ja, haben wir."

Da wurde mir klar,

dass jemand die E-Mail-Liste vom Fyre Festival benutzt.

19. Dezember: "Verschenke Privatflüge."

21. Dezember, wieder von NYC VIP Access:

"Coachella 2018 VIP-Pässe für 500 $."

"Zum Reservieren E-Mail an mich oder Telefonanruf. Frank."

2. Januar:

"Treffe Ed Sheeran, Demi Lovato, DJ Khaled, Taylor Swift und andere.

Wir wollen deine Neujahrsvorsätze toppen

und deine Träume wahr machen.

Zum Reservieren mailen oder anrufen. Frank."

"Burning Man 2018."

"Erste Reihe im Madison Square Garden und Dinner mit LeBron."

"Victoria Secret Fashion Show", "Met Gala",

roter Teppich und Tickets.

Zum Reservieren E-Mail, SMS oder Anruf.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Frank."

Wir verkaufen also

Tickets für die Grammys 2018, VIP-Zugang, Baby.

Die nächste Nummer?

Von den E-Mails von NYC VIP Access erfuhr ich erstmalig

im Dezember.

Als ich merkte, dass diverse Besucher des Festivals

die E-Mails erhielten,

nahm ich die Sache etwas ernster.

Met-Gala-Tickets sind nicht käuflich.

Jeder Gast muss vorher von Anna Wintour abgesegnet werden.

Victoria's Secret Show war noch nicht mal gecastet.

Taylor Swift sagt ganz offen, dass sie keine Meet and Greets macht.

Burning Man hatte noch keine Karten verkauft

und sie meinten, dass kein Sponsor welche anbieten würde.

So ziemlich jedes ihrer Angebote flog nach einem Anruf oder kurzer Google-Suche auf.

Das läuft echt gut.

Das erste Mal traf ich Frank Tribble im Hotel.

Ich hatte ihn nie gesehen,

und normalerweise kenne ich Leute, die bei Billy sind.

Das Seltsamste war, dass er eine Magnises-Kappe trug.

Und er trug einen Fyre-Pullover.

Frank ist so 22, 23. Billy kontaktierte ihn

und sagte: "Ich habe diese neue Firma,

aber ich bin in der Bredouille wegen dem Fyre Festival

und ich brauche dich als Gesicht."

Hi, ist da Zachary?

Zachary, hier ist Frank von NYC VIP Access.

Ich rufe an,

weil die Grammys am Sonntag, dem 28. Januar, in New York stattfinden,

im Madison Square Garden,

und wir verkaufen VIP-Tickets dafür.

Laut FBI gaben ihm 15 Personen

über 100.000 $ für diese Tickets.

Josh, Frank telefoniert die Liste ab.

Wer nicht rangeht, kriegt eine Mail.

Ich schreibe dir eine Vorlage, okay?

Was nimmst du auf?

Schwer zu sagen, ob die nicht wussten, was vor sich ging.

Aber Billy ist auch gut darin, andere gezielt zu informieren

oder eben auch nicht.

Wer nicht abhebt, den rufst du zweimal an.

Beim zweiten Mal hebt jeder ab.

Mach jetzt Schluss, danke.

Am 12. Juni veröffentlichte ich einen Artikel

über alle Verbindungen zwischen Billy McFarland

und New York City VIP Access.

Etwa sechs Stunden später

wurde Billy erneut verhaftet und fünf Straftaten beschuldigt.

Dazu gehörten Betrug, Geldwäsche,

Identitätsklau und Einschüchterung von Zeugen,

da er mindestens zwei Leute gewarnt hatte, nicht mit dem FBI zu sprechen

und so zu tun, als hätten sie Anwälte,

was nicht stimmte.

Dass er so etwas tut,

während er auf Kaution frei ist, fasse ich nicht.

Da stehst du doch schon unter extremer Beobachtung

und begehst die nächste Straftat.

Ich verstehe einfach nicht, warum er nicht aufgehört hat.

Du meintest, Billy fragte dich...

Was war seine Frage zum Knast?

Leider habe ich mir in der Vergangenheit einen Fehltritt erlaubt

und...

...ich habe diese Erfahrung gemacht.

Ich saß zwei Monate ein.

Und er fragte mich ganz direkt: "Wie war es?"

Und ich meinte: "Die erste Woche ist 23/1."

Und er: "Was ist 23/1?"

"Du sitzt 23 Stunden am Tag in der Zelle.

Und darfst eine Stunde raus.

Du dehnst besser die Beine

und tust, was du tun musst, aber dort bist du erstmal.

Danach entscheiden sie, wo sie dich hinstecken,

bis du ins richtige Gefängnis kommst."

Das hat ihn echt mitgenommen. Das war wie...

Das war so weit weg von dem, was er kannte

und bis dahin erlebt hatte,

dass er aus diesem Gefühl heraus sagte:

"Ich gehe nicht ins Gefängnis."

Ich dachte darüber nach,

inwieweit ich schuldig war,

inwieweit ich ein Komplize war.

Ich schaute mir meine Postings in den sozialen Medien an

und die waren voller Strände und Sonnenuntergänge.

Wisst ihr? Und...

Ich hatte gerade die schlimmste Phase meines Lebens,

aber wer das gesehen hätte, hätte gedacht:

"Wow, der hat ja ein Leben.

Er lebt auf den Bahamas und geht jeden Tag zum Strand."

Und Fyre hat gezeigt, was passiert, wenn man das übertreibt.

Ich wiederhole: Das echte Fyre Festival gab es zweimal.

Da waren die Drehs.

Was die Werbung zeigte, war das, was alle wollten.

Die Drehs waren Partys.

Nur waren es einmal 60 Leute und später 6000.

Es war mega.

So etwas hatte ich noch nie im Leben gesehen.

Ich komme von den Bahamas, wir sind kleine Sachen gewohnt.

Aber das... Das hob mich auf ein neues, ein höheres Niveau.

Wir leben in dieser Influencer-Gesellschaft.

Jeder will diesen Online-Einfluss haben,

Leute wollen Zugang zu Dingen

und sie wollen Exklusivität.

Beim Fyre erwachte Instagram praktisch zum Leben.

Es passt auf interessante Weise

zu diversen News, die seitdem erschienen sind.

Ich las von einer Firma in Russland,

die dreistündige Fotoshootings anbietet,

die in einem geparkten Privatjet stattfinden.

Die fliegen gar nicht,

aber sie werden am Fenster abgelichtet

und tun so, als sei das ihr Lifestyle.

Und die Firma läuft, Menschen nutzen das.

Billy steckte voll in diesem Lifestyle drin.

Yo, alles Gute für meinen Bruder,

mein Partner Billy ist am Start. Alles Gute, Billy.

Ich glaube, er wollte nicht nur mit einem Model im Flieger sitzen,

sondern das als sein Leben betrachten,

das zu ihm passt. Nicht weil er Fyre besaß,

sondern weil er so war.

Er war absolut nicht in seinem Metier und er ist,

leider für ihn, ein notorischer Lügner.

Und jemand, den man zur Verantwortung ziehen sollte.

Er hat riesige Schulden,

nicht nur bei den Investoren und den Konzertbesuchern.

Noch mehr schuldet er den Leuten,

die unter ihm und mit ihm arbeiteten.

Ich glaube, so einer lernt seine Lektion

nur im Gefängnis.

Ich glaube, wir hören noch von Billy McFarland.

Wenn er etwas gut kann, dann Konsumenten von ihrem Geld trennen.

Und wenn dieses Land etwas noch mehr abfeiert, dann kenne ich es nicht.

Billy hat so ein Wesen, dass man weiß, da ist was hinter dem Lächeln.

Es wird mich nicht überraschen,

wenn Billy McFarland in zehn Jahren irgendein Projekt startet,

irgendwas Fantasievolles,

und die Sache in Schwung kommt

und es wieder so ähnlich läuft wie jetzt.

Am 11. Oktober 2018 wurde

Billy McFarland zu 6 Jahren im Bundesgefängnis verurteilt

und es ist ihm dauerhaft untersagt,

ein Börsenunternehmen zu leiten.

Ja Rule hat gemeinsam mit MDavid Low

eine neue Booking-Plattform namens ICONN gegründet.

Grant Margolin musste 35,000 $

an die Börsenaufsichtsbehörde zahlen.

Seth Crossno und seinem Freund wurden

5 Millionen Dollar Entschädigung zugesprochen, auf die sie noch warten.

Es ist Billy!

Was geht, Billy?

Ich sitze vor der Kamera und rede...

Mir geht's gut.

Ja, ich lege ein gutes Wort für dich ein.

Ich soll was von dir in die Kamera sagen?

Alles klar.

Okay, Action!

Untertitel von: Marek Weber

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