All language subtitles for MARIE_LOUISE_1944_de

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Original subtitles

Sie nehmen viel zu viel mit, Frau Fleury.

Glauben Sie mir, in 2, 3Tagen sind Sie Wieder da.

Sie haben leicht reden. Sie sind allein.

Sie mĂĽssen sich um niemanden kĂĽmmern.

1914 war es genau dasselbe.

Alle ergriffen die Flucht und dann

haben wir sie an der Marne geschlagen.

- Auch diesmal schlagen wir sie. - Sicher.

Ihr Mann an der Front denkt bestimmt auch so.

Seit General Weygand wieder kommandiert,

glaube ich an den Sieg.

- Absolut. - Ja. ja.

Aber derWagen ist immer noch nicht da.

Keine Angst, der kommt schon.

Er sollte um 10 Uhr da sein. Es ist Mitternacht.

Er muss einen Umweg fahren,

hier kommt doch keiner durch.

Die Strassen sind völlig verstopft.

Schauen Sie sich das an.

Die Leute drehen völlig durch.

- Entschuldigen Sie. - Was ist?

Entschuldigen Sie, ich kann nicht länger

alleine drĂĽben warten.

Wo bleibt denn bloss derWagen?

Kommen Sie, Madame. Setzen Sie sich.

Das geht nun schon seit Stunden so.

immer näher, immer lauter.

Bestimmt sind sie schon ganz nah.

Hören Sie die Kanonenschüsse?

Nun haben Sie doch nicht solche Angst.

Die SchĂĽsse kommen von unsererArtillerie.

- Nicht so laut. - Wegen der Kinder?

Sind Pierre und Marie-Louise bereit?

Pierre ist schon auf dem Land

und Marie-Louise liegt angezogen im Bett.

Sobald wirfahren, wecke ich sie.

Armes Kind.

Fahren Sie nicht. Das ist doch unsinnig.

Ich sage Ihnen doch, dass wir sie kriegen.

Wir hätten gestern fahren sollen.

Ich sah einen Lastwagen voller FlĂĽchtlinge.

Ihr Dorf war völlig niedergebrannt.

Man konnte sie grade noch

aus den TrĂĽmmern befreien.

Sie werden einmarschieren, bestimmt.

Sie kommen. Ich kann nicht länger bleiben.

Wohin wollen Sie?

Irgendwohin, weg von hier.

In den Hof mit dem Gepäck.

Ich helfe Ihnen.

Wie dumm doch Frauen sind!

Denken nur ans FlĂĽchten! Der helle Wahnsinn.

Genau wie 1914. Da gibt es nichts zu rĂĽtteln.

Man muss sie zurĂĽckhalten.

ROUEN, 4. JUNI 1942

DIE BEWOHNER DER QUARTIERE

UM DEN HAFEN UND DIE FABRIKEN

MĂśSSEN IHRE WOHNUNGEN

50 SCHNELL WIE MĂ–GLICH VERLASSEN

WEGEN BOMBENGEFAHR

EVAKUIERUNGSBEFEHL

An der Rue de la Rampe?

Da gibts noch freie Wohnungen.

GegenĂĽber dem Friedhof.

Indem neuen Block? Das ist sicherteuer.

Und wer bezahlt den Umzug? Das Reich?

Ich bleibe, wo ich bin.

Freunde von uns sind weggezogen.

Vier Tage später ist es passiert:

eine einzige Bombe und 38 Tote.

Du musst aufschliessen, Kleine.

Die Schlange ist heute ziemlich lang.

Oh ja, hoffentlich sind wirvor Mama zu Hause.

Wo ist sie denn?

Sie arbeitet in der Fabrik.

Dort, wo sie Bomben herstellen?

Wie die, die vom Himmel runtersausen.

Und du schaust nach dem Kleinen,

Während Mama arbeitet?

Ja. Er ist sehrfolgsam.

Hier, Madame.

Du bist immer noch hier, Kleine.

Dir gefällt es wohl in Rouen.

Meine Mama hat mich angemeldet,

aber die Warteliste ist sehr lang.

So muss ich halt warten, verstehen Sie.

NatĂĽrlich. Hier.

Pierre! Marie—Louise! Kommt!

Keine Angst, ich bin bei dir.

Marie—Louise, Mein Gott. Kommt, schnell!

Ich ersticke, ich ersticke.

Das war nicht weit. Höchstens 300 Meter.

300 Meter? Dann wären wir schon alle tot.

Nicht! Hast du den Gashahn zugedreht?

Ja, den Gashahn, den Wasserhahn.

Sogar die Steuererklärung hab ich mitgenommen,

falls es brennt.

Sie entfernen sich.

Marie—Louise, nicht weinen. Schau her.

Dieser Brief ist heute gekommen.

- Du kannst fahren. - Ich will auch fahren.

Ich will auch Papa besuchen.

Sie geht nicht nach Deutschland.

Sie fährt in die Schweiz.

Komm schon, nicht weinen.

Du wirst sehen, in der Schweiz herrscht Frieden.

Bald wirst du von hier weggehen.

Nicht traurig sein, mein Kind. Ich bin bei dir.

Wohin du auch gehst, ich bin immer bei dir.

Ich bin immer bei dir...

Etwas Ruhe, bitte.

Die Kinder haben eine lange Fahrt hinter sich.

Mit Vielen hundert anderen sind sie gestern

in Genf angekommen.

Heute sind sie durch die halbe Schweiz gereist.

Sie sind mĂĽde, deshalb wollen wir

die Sache möglichst rasch abwickeln.

- Ist alles bereit? - Ja.

Schwester, die Kinder sollen herkommen.

Kommt, Kinder. Eins nach dem andern.

Wie heisst du?

Guten Tag, mein Kleiner. Hallo, Claude.

Guten Tag, Madame.

Das ist Madame Meyerhans.

Aber das ist zu Viel fĂĽr heute.

Guten Tag, mein Kind. Bist du gut gereist?

Wirfreuen uns sehr ĂĽber deinen Besuch.

Hast du Hunger?

Das ist Robert.

Mein Mann wollte zwar ein Mädchen.

Vielleicht können wir etwas vertauschen.

Lassen Sie nur, Männer sind immer stolz,

wenn sie einen Jungen bekommen.

Ist niemand hier?

Ich soll Ihnen ausrichten, dass Dorli Gugolz

leider seit heute Morgen Masern hat.

Danke.

Du musst leiderwarten.

Bringen Sie sie nach hinten.

Schauen Sie nach,

ob wirjemand anderen aufbieten könnten.

Guten Tag, Marguerite.

Es wird nicht lange dauern.

Das Kind deiner Gastfamilie

ist heute Morgen krank geworden.

Ja, Mademoiselle.

Sei nicht traurig, mein Kind. Es kommt alles gut.

Bist du müde, Marie—Louise?

Hallo, Jacques.

Guten Tag, Monsieur.

Haben Sie jemanden gefunden?

Herr Bänninger, die Kleine tut mir leid.

Sie ist so traurig. Am liebsten WĂĽrde ich sie

zu mir nach Hause nehmen.

Komm, Marie—Louise.

- Und IhrVater? - Das richte ich schon.

Gut, das geht in Ordnung.

Also, mein Kind, das ist Fräulein Rüegg.

Sie nimmt dich zu sich.

Du wirst dich bei ihr sehrwohl fĂĽhlen.

Danke, Monsieur.

Falls es zu Hause Schwierigkeiten gibt,

finden wirjemand anderen. Gehen sie nur.

- Sie brauchen mich nicht mehr? - Nein.

Komm, Marie—Louise. Gib mir den Koffer.

Wir sind gleich zu Hause.

Gibt mirden Zettel.

Den brauchst du jetzt nicht mehr.

So, da sind wir.

Komm rein.

Das ist Barry. Keine Angst, er beisst nicht.

Päuli, ist meine Schwester nicht da?

Sie ist auf derVeranda.

- Kommen Sie bitte. - Ja.

So, das ist Marie-Louise Fleury aus Rouen.

Meine Schwester, Mademoiselle Anna.

- Nun? - Guten Tag, Mademoiselle.

- Zum wem kommt sie? - Zu uns.

- Ist das...? - Ja, ein Franzosenkind.

Und das kommt zu uns ins Haus?

Und wir haben nichts davon gewusst.

Woher kommst du?

Wie heisst du, wie alt bist du?

Hören Sie, das Kind braucht Ruhe.

Die Reise hat zwei Tage gedauert.

Sie ist todmĂĽde.

Bringen Sie sie gleich ins Gästezimmer.

Hat sie schon gegessen?

Ich koche gleich etwas.

Nein, sie haben in ZĂĽrich gegessen.

Höchstens ein Glas verdünnte Milch,

damit sie ihr nicht aufliegt.

Komm, mein Schatz. Wir päppeln dich auf.

Omelette mit Apfelmus

und zum FrĂĽhstĂĽck Honig.

Wir haben ja noch genug davon.

Sie versteht doch kein Deutsch.

Sie versteht mich schon, nicht wahr? Komm!

Das ist dein Zimmer. Da staunst du, was?

Sowas hast du zu Hause bestimmt nicht.

Morgen gehen wir gemeinsam einkaufen

und am Sonntag gehen wir im Wald spazieren.

Barry kommt auch mit. Das ist Barry.

Es wird dir bestimmt gefallen bei uns.

Ja, Mademoiselle.

Ich nicht Mademoiselle, ich Päuli.

Ja. Komm, setz dich.

Ich helfe dir beim Ausziehen.

Papa sagte kein Wort.

Klar. Erweiss es ja noch gar nicht.

Wieso?

Das Kind ist ĂĽbrig geblieben,

da habe ich es einfach mitgenommen.

- Papa weiss nichts davon? - Vorläufig nicht.

Hedi, so geht das doch nicht.

Du hättest ihn fragen müssen, du kennst ihn doch.

Das bring ich ihm schon bei.

Ich sags ihm beim Abendessen und fertig.

Wirwerden ja sehen.

Es schadet nicht, wenn wir auch einmal

etwas fĂĽr diese Kindertun.

Hier. Das wird dir gut tun.

Danke, Mademoiselle, ich habe keinen Hunger.

Wie du Willst.

Sie ist spindeldĂĽrr. Sie sollten ihre Arme sehen.

- Geh weg, Barry. - Komm, wir gehen.

Sind das deine Eltern?

Was machen sie?

Mama arbeitet in der Fabrik, seit dem Krieg.

- Und Papa... - Und Papa?

Papa ist in Deutschland.

Er ist Kriegsgefangener.

Das ist mein kleiner Bruder Pierre.

Du hast ihn lieb.

Oh ja, Mademoiselle. Er ist sĂĽss.

- Du bist katholisch, nicht wahr? - Ja.

Wir sind protestantisch,

aberdas ändert nichts.

Päuli wird mit dir beten.

Sie werden mit ihr beten.

Ja, sicher. Ich bin auch katholisch.

Wir gehen zusammen in die Kirche.

Wir mĂĽssen zusammenhalten.

Und jetzt, schlaf schön.

Schlaf, solange du Willst.

Um das Licht anzumachen,

drĂĽckst du einfach auf den Knopf.

Aber die Fensterläden bleiben geschlossen,

wegen derVerdunkelung.

- Hat es hier Flieger? - Nein, nein.

Keine Angst,

bei uns fallen keine Bomben.

Gute Nacht!

Schlaf gut, Marie—Louise.

Die Kinder sind natürlich Völlig verängstigt.

- Wegen der Flieger. - Klar.

Sie kommt aus Rouen.

- Ob das auch angegriffen wurde? - Bestimmt.

Wenn man sich das vorstellt, diese Kinder.

So ein liebes Kind. Ein kleiner Engel.

Was sagt eigentlich Herr RĂĽegg?

Er weiss es noch nicht.

Herr RĂĽegg weiss nichts?

- Sollten wir.? - Nein, lasst sie.

Sie hat natĂĽrlich Heimweh.

Wir schauen später nochmals rein.

Sie beruhigt sich bestimmt.

Hallo.

Fräulein Anna, Herr Rüegg ist hier.

Dann richten Sie bitte die Suppe an.

Also, Marie—Louise, mein Vater ist da.

Wir stellen dich ihm jetzt vor.

Ja, Mademoiselle.

Du wirst ihn freundlich begrĂĽssen.

Keine Angst, auch wenn er etwas mĂĽrrisch ist.

- Du wirst ihm gefallen. - Ja, Mademoiselle.

- Wohin geht ihr? - Runter. Papa ist da.

Nein, es ist noch zu frĂĽh.

Ich konnte nichts sagen.

Erweiss es noch gar nicht?

Am Samstag ist immer so Viel los.

Ich musste 20 Briefe schreiben.

Da haben wir den Salat.

Was kann ich dafĂĽr, dass er gestern

wegen der Sitzung auswärts ass?

Ich sags ihm jetzt beim Mittagessen.

Hör zu, geh zurück auf dein Zimmer

und spiel weiter. Wirwerden dich rufen.

Und kommja nicht runter.

Und sei ganz still, ja?

Sags Päuli, damit sie es nicht ausplaudert.

Ich muss den Tisch decken.

Barry, komm.

Komm, Barry, aber schön leise.

Leise! Komm, gib Pfote.

Gib Pfote, Barry. Braver Hund.

Schau mal, hol den Ball!

Schau!

Ja?

Was machst du hier?

Wohin willst du?

Hast du die Sprache verloren?

Entschuldigen Sie, Monsieur, ich wollte...

Was?

- Du sprichst Französisch? - Ja, Monsieur.

Man hat mirverboten runterzukommen.

Wo wohnst du?

Rue de Lessard, 14, 2. Stock.

Wo? ln Lausanne?

- Nein, Monsieur, in Rouen. - Wie das?

Gehörst du vielleicht zu den Franzosenkindern,

die gestern angekommen sind?

Ja, Monsieur.

Und wo wohnst du jetzt?

Bei Mademoiselle Anna

und Mademoiselle Hedi und Päuli.

- Hier? - Nein, Monsieur, oben.

- Seit wann? - Seit gestern Abend.

Nein?

Komm mal rein!

Komm!

Wie heisst du?

Also, Marie—Louise.

- Das Essen steht bereit! - Ja!

Also, Marie—Louise, setz dich!

Und bleib schön hier sitzen, bis ich dich rufe.

- Hast du verstanden? - Ja, Monsieur.

- Guten Tag, Vater. - Guten Tag.

- Guten Tag, Vater. - Guten Tag.

Fein, Nudelsuppe.

- Brauchst du etwas? - Nein.

- Was ist? Hattest du Ärger? - Ja.

- In der Fabrik? - Ja.

0hje. Schlimm?

An einem derWebstĂĽhle wurde das neue Ă–l

ausprobiert, das man uns offeriert hat.

Wir sind tatsächlich knapp.

Ohne mich zu informieren, hinter meinem RĂĽcken.

Genau das kann ich nicht ausstehen.

Nachher, als etwas schief lief, kamen sie

und wollten sich entschuldigen.

Aber nachher ist es bei mir zu spät.

- Sie haben geläutet? - Ja.

Teller, Löffel, Messer, Gabel.

Ich glaube, es ist an derZeit, das Franzosenkind,

das seit gestern in meinem Haus ist,

an den Tisch zu holen.

Es wartet drĂĽben.

Hier!

Hör zu, Vater. Es ist dumm gelaufen.

Ich war wohl etwas eigenmächtig,

aber ich hätte dich schon gestern Abend...

Ich brauche keine Erklärung.

Diskussion ĂĽberflĂĽssig.

Das reicht!

Iss deine Suppe!

Komm! Schau, wie lustig es hier oben ist.

Oh, das ist aber hoch!

Dort kannst du deine Sachen aufhängen.

Aber melde den verrussten Schornstein.

Wir mĂĽssen das Kleid schonen,

wegen der Rationierungskarten.

Herr RĂĽegg sagt, in dem hĂĽbschen Kleid

sähe ich aus wie ein Schweizermädchen.

Ja, ja! Bleib hier oben, ich hole

die andere Wäschezeine.

Päuli, Päuli! Mach die Falltüre auf!

Päuli, sie kommen!

Päuli, sie kommen!

Um Gottes Willen. Was ist mit dir los?

Was hast du, mein Schatz?

Was hast du denn?

Schau! Schau!

Ich verstehe nicht, was du meinst.

Schau!

Das sind doch bloss Flugzeuge,

du Dummerchen. Komm.

- Guten Tag. - Muss das unbedingt sein?

DerArzt meintja.

- Guten Tag. - Guten Tag.

Das Kind kommt in ein Einzelzimmer.

Das entscheiden nicht wir.

Die Kindervon der Kinderhilfe

kommen in die Allgemeinabteilung.

Genau das will ich vermeiden.

Ich werde den Chefarzt anrufen.

Was machen die nur mit dir?

Was machst du denn fĂĽr Sachen?

Was ist mit dir, Marie—Louise?

Willst du nicht guten Tag sagen?

Seit einer Stunde ist sie Völlig apathisch.

Bleibt hier, draussen stehen eine Menge Leute.

Ich fahre mit.

Komm bald Wieder!

Fräulein Rüegg, was ist mit dem Franzosenkind?

Sie ist heute morgen furchtbar erschrocken

wegen der Flieger. Sie dachte...

wirwĂĽrden bombardiert?

Ein Nervenschock?

Ja, und natürlich auch die Unterernährung.

Ein Nervenschock? Ein Kind?

Nurwegen ein paar Flugzeugen?

WunderderTechnik.

Stell dirvor, was die Kinder dort mitmachen,

wenn so ein Geschöpf schon wegen

ein paar Propellern ins Krankenhaus muss.

Wir machen Viel zu wenig fĂĽr diese Kinder.

Lass mich in Ruhe mit deinerWohltätigkeit.

Man holt die Kinder her, verköstigt sie,

ist nett zu ihnen, damit sie Wärme spüren.

Und nach drei Monaten schickt man sie

wieder in diese verfluchte Hölle.

Das können wir nicht ändern.

Den Satz kenne ich.

- Das sagen wir noch in 1000Jahren. - Nein.

Auch wirsind schuld,

weil wir es nicht verhindern konnten.

Darum mĂĽssen auch wir helfen,

nicht nur die Villenbesitzer.

Die Arbeitertun schon genug.

Du Vielleicht? Oder ich?

Soll ich meinerVermieterin

noch ein Kind heimbringen?

Nein, man mĂĽsste es anders anpacken.

Wir könnten zum Beispiel...

Wir können gar nichts tun.

Den Satz kenne ich auch!

TschĂĽs, Schibli!

Ernst, hör mal!

Marie—Louise, Besuch für dich.

Guten Tag, mein Kind.

Wie gehts?

BegrĂĽsse den Herrn Direktor.

Nehmen Sie Platz.

Danke, ich bleibe nur kurz.

So.

Man hat mir gesagt, dass du

in wenigen Tagen nach Hause kommst.

Ja, wir sind sehr zufrieden mit Marie—Louise.

- Sie ist bleich. - Das geht vorbei.

Hingegen finde ich traurig,

dass das Kind nicht lachen kann.

Ein Kind, stellen Sie sich vor.

Ich habe dir etwas mitgebracht.

Oh, Vielen Dank, Monsieur.

Sie hat wohl auch Heimweh.

Sie zeichnet den ganzen Tag ihrZuhause.

Zeige ihm,

was du heute gezeichnet hast.

Das ist unsere Wohnung.

Das ist die KĂĽche.

Das Wohnzimmer.

Das Schlafzimmer.

Das muss ja eine ganz tolle Wohnung sein!

So? Sie kann nicht lachen.

Schön hast du das gezeichnet.

- Ich könnte nicht so gut zeichnen. - Doch.

Das ist ein kleines Meisterwerk.

Mein Zeichenlehrer hat mich immer

an den Ohren gezogen.

So!

- Danke. - Sie können es behalten.

Oh, danke. Vielen Dank.

Ein Geschenk?

Ich muss leidergehen.

Ich hoffe, du bist ganz bald wieder zu Hause.

Und dann machen wir ein Riesenfest.

Auf Wiedersehen, Schwester Martha.

Das Projekt ist zwar noch nicht perfekt,

aber die Idee ist doch gut.

Stimmt. Legen Sie es in mein BĂĽro.

So könnten auch wir etwas tun.

Ich will dir keine Steine in den Weg legen,

aber meines Erachtens sollte man

das Ăśbel an derWurzel packen.

Was nützt es, ständig

neue Pflaster aufzukleben?

Wir müssen tun, was wir können

Sie haben es so gewollt.

Es muss noch Viel schlimmer kommen,

damit sie es begreifen.

Als Erstes sollte man jene ausschalten,

die Schuld sind an der ganzen Schweinerei.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen.

Aber 30 Minuten pro Tag spĂĽrt man

Schibli sagt, man könne es auf

zwei Schichten zu 15 Minuten verteilen.

Das ginge ja noch.

Zwei Monate?

Wie Viele Kinder könnten dafür kommen?

Etwa dreissig, sagen sie.

Nur? Ich dachte, etwa hundert.

Hundert! Dreissig ist besser als nichts.

Wo werden sie untergebracht?

In einem Chalet.

Und unsere Kinder?

Wir schuften und mĂĽhen uns ab,

um ihnen Schuhe und Kleider zu kaufen.

Franzosenkinder haben Hunger.

Das heisst, jede Schicht arbeitet

pro Tag eine Viertelstunde länger.

Mit dem zusätzlichen Verdienst holen wir

30 Franzosenkinder in die Schweiz

und verpflegen sie in einem Ferienhaus.

Sogar Baumann hat es begriffen.

Etwas ist mir noch nicht klar:

Der Aufenthalt kostet

pro Kopf und Monat 111 Franken.

Bei 30 Kindern macht das total

fast 10'000 Franken.

Das schaffen wir nie.

Die Hälfte sollte eben die Firma übernehmen.

Wenn ihr glaubt, Herr RĂĽegg mache da mit,

seid ihrziemlich naiv.

Da kennt ihr den Chef schlecht.

Kommt drauf an.

Ausgeschlossen, das garantiere ich euch.

FĂĽr mich liegt das Problem ganz woanders.

Später heisst es dann: Wenn die Viertelstunde

damals drin lag, dann geht es auch heute.

Da mĂĽssen sie erst mit uns reden.

- Du? - Warum nicht?

Du bist doch dagegen?

Schon, aber die Kinder können nichts dafür.

Danke.

Danke ihm, falls erwirklich mitmacht.

Sie möchten wohl Wissen, was hier läuft.

Steht schon wieder ein Referendum an?

Mehr als die Teuerungszulage gibt es nicht.

Die Sache ist etwas speziell, Herr RĂĽegg.

Darf ich sie Ihnen kurz erklären?

Wir haben folgende Idee: Wir dachten...

Jetzt bin ich aber mal gespannt.

Schlagen Sie sich die Sache aus dem Kopf.

Lassen Sie mich doch erklären.

Ich bin im Bild. Diskussion ĂĽberflĂĽssig.

Ich kann das dem Verwaltungsrat nicht vorlegen.

- Post? - Noch ein Brief.

Es ist gut gemeint,

aber nicht ausreichend durchdacht.

Macht eine Kollekte, ich beteilige mich gern.

Die meisten haben schon unterschrieben.

Dann sagen Sie ihnen...

- DrĂĽben wartetjemand auf dich. - Wieso?

Ich will meinen Feierabend.

Schau doch erst mal, wer es ist.

Ja...

Anna hat sie vor zwei Stunden gebracht.

Sie wollte dich unbedingt abholen.

So? Ganz aus eigenem Wunsch?

Ah, Marie—Louise. Das ist aber nett von dir.

Du bistwiedergesund!

Entschuldigung, Fräulein Rüegg.

Er hört nicht mal richtig zu.

Die Sache wird einfach abgetan.

Sie sind vielleicht naiv.

Dachten Sie, das geht gleich auf Anhieb?

Ich muss jeweils auch ĂĽberlegen.

Wie soll ich es ihm erklären?

Vater kann man nichts erklären.

Man kann höchstens erreichen,

dass er es erklärt.

Einen Augenblick.

Wir gehen jetzt rein und ich zeige ihm,

dass Ihre Idee nicht funktioniert.

- Und dann? - Dann gehts.

Zur Feier deiner Heimkehr

habe ich ein GeschenkfĂĽr dich.

Aberdu musst es suchen.

Los, suche.

Das ist ”kalt". Weisst du, was das heisst?

"Kalt" heisst, dass da nichts ist.

Wenn du dich näherst, sage ich ”warm".

"Warm" heisst "chaud". Verstanden?

- Ja. - Dann suche mal.

Kalt.

Oh, eiskalt.

Es schneit.

Noch kälter

Ich schlottere vor Kälte.

Du bist am Nordpol.

Das Eis schmilzt langsam.

Kalt.

Kalt?

Etwas wärmer.

Wärmer, wärmer.

Lauwarm... warm

Die Sonne brennt.

Kalt.

Du bist im Herzen Afrikas.

Pass auf, gleich verbrennst du dich!

Entschuldige. Hedi, steil dirvor.

Sie hat gelacht. Vorher.

Nun, Marie—Louise.

- Gefällt es dir? - Oh, ja, Monsieur. Danke.

- Hast du gesehen? - Ja.

- Was ist? - Herr Schibli ist ganz unglĂĽcklich.

Du solltest es ihm wenigstens erklären.

Ich weiss, das Ganze ist undurchfĂĽhrbar.

Nichts ist undurchfĂĽhrbar.

Aber ungesund und sinnlos ist es. Und falsch.

Bis das alles organisiert Wäre...

Haben Sie davon eine Vorstellung?

Die und eine Vorstellung von etwas...

Hättet ihr überhaupt Betten für die Kinder?

Wäsche, Geschirr?

Ich dachte, das könnte man mieten.

NatĂĽrlich braucht es etwas Zeit.

Mieten? Ach was.

Hedi hat Recht: Es braucht Organisation.

Die Gemeinde könnte das Patronat übernehmen.

Die können auch mal was tun.

Jemand mĂĽsste die Sache leiten

dort oben, im Chalet.

Herr Bänningerwäre gerne bereit.

Ja, derwäre gut. Ein pensionierter Lehrer.

- Der hat Zeit. - Und ich.

Du hast Ideen. Und ich bleibe ohne Sekretärin?

Frau Schäfer hilft gerne wieder einmal aus.

Als ich im Frauenhilfsdienst war, ging es auch.

Aber der Verwaltungsrat macht vielleicht Probleme.

Den braucht es nicht.

Sowas läuft über den Zirkularweg.

- Gefällts dir? - Oh, ja, Monsieur.

Sie meinen also, wir könnten darüber reden?

Reden, ja. Aber nicht ins Blaue.

Als Erstes braucht es einen Namen.

Sie haben Recht. Vielleicht...

Warten Sie, ich habs.

Ja, das klingt gut.

"Aktion eine Viertelstunde Mehrarbeit"

- Prima! - Erstens...

Der VR der Leinenweberei AG beschliesst,

im Einverständnis mit den Arbeitern

und Angestellten der Fabrik...

Doppelpunkt.

Beginnend mit Montag,

dem 20. Juli, 6.45 Uhr...

WILLKOMMEN

Dort oben muss es sein.

Aber man sieht es noch nicht.

Nein, erst wenn wir uns Vitznau nähern.

- Wann sind wir da? - Nicht so ungeduldig.

Hedi istja bereits bei den Kindern.

Sie macht das schon richtig.

Danke fĂĽr die Einladung zu dieser Fahrt,

obwohl sie ein Umweg ist.

Wir mĂĽssen der Kleinen doch die Schweiz zeigen.

Nicht dass sie dann zuhause erzählt,

bei uns gäbe es nichts als Fabriken.

Schau, Marie—Louise.

Das ist die Tellskapelle.

Willhelm Teil ist der Schweizer Nationalheld.

Das weisst du ja.

Ja, ja, ich weiss.

- Hat er dort den Bösen getötet? - Nein.

Das war in der Hohlen Gasse.

Dort ist ervom Boot gesprungen und geflĂĽchtet.

Aha, so ist das.

Langsam... stopp!

Schaut, eine Schulreise.

Wie oft habe ich diesen Ausflug

mit meinen SchĂĽlern gemacht.

Teil ist eine wahre Geschichte, nicht wahr?

NatĂĽrlich. Er hat gelebt wie... wie...

- Wie Jeanne d'Arc. - Genau.

Sie haben Recht. Man soll den Kindern

den Glauben an Wilhelm Tell lassen.

Auch wenn es nur eine Sage ist.

Sagen Sie das nicht.

Gemäss derjüngsten Forschung soll sich

alles ziemlich genau so zugetragen haben

Was Sie nicht sagen.

Das istja hochinteressant.

- So, dann ist also alles wahr? - Ja.

Das freut mich ungemein.

Oh, schauen Sie!

- Wie hoch das ist! - Oh ja.

Sie hat sich schon gut akklimatisiert.

Siehst du die Wiese dort, mitten im Wald?

- Wo die Sonne scheint. - Ja.

Was ist das?

Das ist das RĂĽtli. Dort trafen sich

die mutigsten Männer der drei Kantone

und schworen, den Tyrannen zu verjagen.

SpĂĽren Sie die Hitze?

Ja, die Sonne sticht ein wenig.

Es geht mirjeweils auch so,

wenn wir uns dem Rüti! nähern.

Oh, wie schön!

Unser Heimatland ist schön, nicht wahr?

Und wie.

So etwas hat sie wohl noch nie gesehen.

Schaut, sie werden gleich kommen.

Schauen Sie, was ich gefunden habe.

- Ist das Silber? - Ich weiss nicht.

André ärgert mich die ganze Zeit!

Ist nicht wahr!

Mein Pullover ist kaputt.

Wirflicken ihn später. Geht essen!

Die Kinder sind reizend. Wirklich nett.

Pass auf, du Lausejunge!

Pardon, ich habs nicht absichtlich getan.

Das ist vielleicht ein Bengel.

Das ist eben André.

Er ist unartig, verstehen Sie?

Ja, so sieht es aus.

Grosse Schlange sucht ihr Opfer!

Nicht so hastig. Es schmeckt dir besser,

wenn du langsam isst.

- Wasser, bitte! - Später.

André, nimm das ab Während dem Essen.

- Nein! - Du kriegst es nachherwieder.

George, setz dich richtig hin.

Komm, Marie—Louise, setz dich zu den andern!

Nein, nichts da. Wir essen unten im Hotel.

Ihr bleibt nicht zum Essen? Schade.

Du isst doch lieber mit mir, stimmts?

Im Hotel gibts nämlich Eis zum Nachtisch.

Herr Bänninger?

Verziehen Sie das Kind nicht.

Denken Sie daran, bald muss sie

wieder zurĂĽck nach Frankreich.

- Und? - Ich will mich ja nicht einmischen,

Aberje mehr Sie sie verwöhnen,

desto schwererwird derAbschied sein.

Wir kennen das.

Solange sie hier ist, soll sie glĂĽcklich sein.

Die drei Monate verlängern wir sowieso.

Nein, schlagen Sie sich das aus dem Kopf.

Es gibt keine Ausnahmen.

Wir dürfen sie nicht ihrer Eltern entwöhnen.

Tausend andere wollen auch in die Schweiz.

Wirwollen doch sehen,

ob man da kein Gesuch stellen kann.

- Einen schönen Aufenthalt. - Danke.

Auf Wiedersehen, Monsieur.

Auf Wiedersehen.

Monsieur Bänningerwar etwas böse, nicht?

Er ist halt ein alter Lehrer, weisst du.

Wir essen trotzdem unser Eis zum Nachtisch.

und herzliche GlĂĽckwĂĽnsche zum Geburtstag.

Uns geht es nicht allzu schlecht.

Wir essen jeden Tag Kartoffeln.

Sie schmecken wunderbar.

Auch Pierre wĂĽnscht dir alles Gute.

Sei fest umarmt von deiner Mama.

Deine Mutter hätte sicher ein Geschenk geschickt.

- Aber das ist nicht erlaubt. - Ja.

Schau mal.

Die Brosche macht sich gut auf diesem Kleid.

Sie ist wunderschön.

Das ist für mich. Kommen Sie mit, Päuli.

Du bis etwas enttäuscht, nicht wahr?

Der letzte Geburtstag mit Mama war schön.

Sie hatte mir Rollschuhe geschenkt.

Du weisst doch, dass man aus der

besetzten Zone nichts schicken darf.

Nicht einmal Briefe.

Deine Mama denkt heute ganz fest an dich.

Sie und Pierre sprechen nurvon dir.

Glauben Sie, Mademoiselle Anna?

Aber sicher, mein Schatz.

Diese Brosche habe ich fĂĽr dich gemalt.

Ein kleines ErinnerungsstĂĽck.

Ja, an meine kleine Schweizer Mutter.

Wir stellen es auf den Klavierstuhl.

Auf den Schreibtisch.

Nein, auf den Klavierstuhl, hab ich gesagt!

Gut, so kann man es drehen.

- Was ist es? - Fingerweg!

- Ist es schön geworden? - Schauen Sie es an.

Nein, das ĂĽberlasse ich der Kleinen.

- Gut, dann... - Nein, bleiben Sie, Herr Schibli!

Sie sind der Schöpfer des Werks. Hände weg!

Komm.

Komm.

Zieh das Tuch weg.

- Ich? - Ja, du.

Ah, unser Haus!

- Ein Puppenhaus. - Toll, Vater.

Da staunst du, was?

Schon gut, mein Schatz.

Das ist mit Liebe gemacht.

Guten Tag, Fräulein Rüegg.

Ich weiss nicht, wen Sie mehr beglĂĽcken.

Vateroderdie Kleine.

- Es ist wirklich toll. - Schau mal.

Man kann es umdrehen

und das kannst du öffnen. Siehst du?

Und wenn du hier drĂĽckst, geht das Licht an.

Unglaublich!

Das ist unsere Wohnung in Rouen.

Wunderschön!

Mir kommen die Tränen.

Schauen Sie, das Wohnzimmer!

Schau, Päuli, die Küche.

So etwas habe ich noch nie gesehen.

- Nicht mal im Museum. - Hier, Schlafzimmer.

Da schlafen Mama, ich und Pierre.

Ich habs nach ihren Zeichnungen gebaut.

Herr RĂĽegg gab sie mir als Vorlage.

Sehr schön, Herr Schibli. Tadellos.

Sie stellen mir Ihre Arbeit

selbstverständlich in Rechnung.

- Das kommt gar nicht in Frage. - Wieso?

Das war ein offizieller Auftrag.

Das habe ich doch gerne fĂĽr das Kind getan.

Betrachten Sie es als einen Gegendienst

fĂĽr Ihre Beteiligung an unsererAktion.

DarĂĽber reden wir dann beim Kaffee.

Sie bleiben doch zum Essen?

- Aber sicher. - Ich...

Diskussion ĂĽberflĂĽssig.

Päuli, ein Gedeckfür Herrn Schibli.

- Haben wir noch Wermut? - Ja.

Durch das Fenster sieht man

die Schiffe auf der Seine.

Sogar das Klavier steht da.

Oh, Mademoiselle Anna, ich bin ganz verrĂĽckt.

Schade, dass sie es nicht mitnehmen kann,

nach Frankreich.

Wir hoffen, sie kommt nächstes Jahrwieder.

Es freut mich, Sie bei dieser Gelegenheit

wieder Mal bei uns zu sehen.

Früher kamen sie doch öfter.

- Es war immerschön. - Schon...

Jetzt spielen Sie den Fremden?

FrĂĽherwar ich noch nicht in der Fabrik und...

aber Ihnen muss ich das nicht erklären.

Ich verstehe das schon.

Obwohl, in letzterZeit hat sich...

Vater ist umgänglicher geworden, ich weiss.

Das ist nur ihretwegen.

Das ist wirklich toll.

- Kommt zum Aperitif! - Ja, Vater. Kommen Sie.

Komm essen, mein Schatz.

Päuli, das Haus ist phantastisch.

Ja, komm, Hände waschen.

- Wir spielen den ganzen Nachmittag! - Ja.

Elise Masson, geboren in Valence am 23. Juli 1870,

gestorben am 22. August 1942.

Ich wollte leben,

um den Frieden zu erleben.

Hean Laine, Kunsttischler, geboren in St. Malo

am 17. März 1904, gestorben am 22. August 1942.

Ich hinterlasse eine Frau und drei Kinder.

Jeanne Thomas, Schneiderin, geboren in Rouen am

3. Dezember 1918, gestorben am 22. August 1942.

In einem Monat wollten wir heiraten.

Adieu Marcel!

Pierre Fleury, geboren in Rouen

am 12. Mai 1937, gestorben am 22. August 1942.

Jetzt ist es ganz trocken.

Wir können es Monsieur Rüegg bringen.

Aber nicht mehr heute.

Monsieur hat Besuch. Herr Schibli ist da.

- Du kannst nicht mehr runter. - Doch.

Es ist spät. Geh jetzt ins Bett.

- Wird er sich darĂĽberfreuen? - Aber sicher.

Du hast die Blumen und alles so schön gemalt.

Die schöne Blume ist von Mademoiselle Anna.

Aber die andern sind von dir.

Komm ins Bett.

Wir stellen ihn auf seinen Schreibtisch,

so findet er ihn vor dem FrĂĽhstĂĽck.

- Als Ăśberraschung - Gleich jetzt.

Jetzt ist es zu spät. Komm, wir beten.

Gott im Himmel, der du ĂĽber alles erhaben bist,

danke für all das Gute, das du mir gewährst,

fĂĽrdie GĂĽte, dass du mich

bis heute vor Bösem bewahrt hast,

Lieber Gott, beschĂĽtze Mama, Papa

und meinen kleinen Bruder Pierre.

Herr, segne sie

und bewahre sie vor dem Bösen. Amen.

Was hast du?

Nichts. Nichts, mein Schatz.

Schlaf gut.

Fräulein Anna, die Kleine ist im Bett.

Danke, Päuli. Ich gehe gleich rauf.

Mich wundert, dass das Telegramm

aus der besetzten Zone rauskam.

Es ging an die Schweizer Gesandtschaft.

Ich habe mich dort erkundigt.

Es ist schrecklich.

Die Kleine weiss noch nichts?

Ich weiss nicht, ob wir es ihr sagen sollen.

Wir können sie nicht heim gehen lassen,

ohne dass sie es weiss.

- Wann muss sie gehen? - In zwei Wochen.

Fragen wir Herrn Bänninger, was er dazu meint.

Ich gehe wohl besser nach Hause.

Die Abrechnung zurAktion kann warten.

Ja, mir istjetzt auch nicht danach zumute.

Hedi wird es kaum fassen.

Wirwissen nicht, was wirtun sollen.

Ja, genau.

Die Mutterwohntjetzt bei einer Schwester.

Wie können wir das Wissen?

Das istja gerade die Frage.

Sollen wir es ihr sagen oder nicht? Und wann?

Das sagt sich so leicht: "schonend beibringen".

Das meint meine Tochter auch.

Ich weiss es nicht. Ich muss es mir ĂĽberlegen.

Es ist ein furchtbarer Schlag fĂĽr das Kind.

Man muss es ihr aufjeden Fall sagen,

bevor sie nach Frankreich zurĂĽckkehrt.

Sie kommen am RĂĽckreisetag runter?

Vielleicht können Sie einen Tag früher kommen?

Das geht aus dem Telegramm nicht hervor.

Es steht nur, das Haus in Rouen

sei vollständig zerstört

und Pierre, der kleine Bruder, sei tot.

Herr Bänninger, ich rufe sich gleich zurück.

Um Gottes Willen, Marie—Louise.

Was ist? Was ist mit Pierre?

- Was heisst ”zerstört"? - Hör zu.

Was heisst ”zerstört"?

- Ist das Kind bei Ihnen? - Nein, warum?

Wo kann sie sein? Im Zimmer ist sie nicht.

Um Gottes Willen, ob sie etwas gehört hat?

DEPART MARIE-LOUISE

Ich WĂĽrde die Milch trinken. Was meinst du?

Hat alles Platz, Päuli?

Es fehlen nur noch wenige Kleinigkeiten.

Weinen Sie doch nicht.

Schauen Sie, wie die Kleine sich beherrscht.

Ist es sicher, dass sie gehen muss?

Ich weiss nichts anderes.

Herr Bänninger sitzt seit 15 Minuten bei Vater.

Das Kind hatte es schön bei Ihnen.

So schön, dass sie sich zuhause

nur schwer einleben Wird.

Ich will Ihnen keine VorwĂĽrfe machen.

So ein Kind ist wie ein Tier.

Es gewöhnt sich ans Haus,

verwächst mit den Menschen.

Doch einmal muss es gehen.

Glauben Sie, ich hätte mir

darĂĽber keine Gedanken gemacht?

Wenn sie in die Gefahrenzone Rouen mĂĽsste,

WĂĽrde ich sofort raten, sie hierzubehalten.

Aber Gottseidank wohnt die MĂĽtter

nun auf dem Land, wo dem Kind eigentlich

nichts mehr passieren sollte. Ein GlĂĽcksfall.

Nehmen Sie ein anderes Kind auf,

das in akuter Gefahr ist.

Um es nach 3 Monaten

wieder in die Hölle zu schicken?

Wie unsere arme Kleine?

Das nennen wir dann Humanität. Kinderhilfe.

Wenn wir etwas nur halb machen können,

lassen wir besser die Finger davon.

Etwas leiser, bitte. Das Kind sitzt drĂĽben.

In Europa gehen Hunderttausende

von Kindern zugrunde.

Sie verhungern, ersticken in Luftschutzkellern.

Sie werden von Bomben zerrissen.

Und wir, die wirverschont blieben,

schaffen es knapp, ein paarTausend

zu uns zu holen, fĂĽr drei Monate.

Warum holen wir nicht mehr?

So viele, wie wir unterbringen können?

Und sie sollen bleiben, bis der Krieg vorbei ist.

Ich unterschätze die Schwierigkeiten nicht.

Aberwenn einem etwas so sehr ans Herz geht,

muss es einfach eine Lösung geben.

Die Schweiz hat schon

Schwierigeres gemeistert.

Das alles wäre grossartig, Völlig richtig.

Man sollte die Kinder nicht nur einladen,

sondern ihnen Asyl gewähren.

Aber da fehlt noch Viel bei uns.

Des Menschen Herz ist träge.

Auch Ihnen gingen die Augen erst auf,

als Sie es selber erlebten.

Trotzdem haben sich Viel mehr Familien

gemeldet, als wir Kinder bringen können

Es hiess, es fehle an Rollmaterial.

Klar, die ZĂĽge dienen fĂĽr andere Transporte.

Truppenverschiebungen, Munitionstransport.

Wissen Sie, wie mĂĽhsam es war, einige

Hundert Kinder aus Serbien reinzuholen?

Besonders ängstliche Gemüter befürchten,

andere zu verärgern.

Aber es kommt. Es setzt dich durch.

Ein Arzt hat in seinem Chalet in MĂĽrren

ganz allein 16 Kinder aufgenommen.

Und Ihre Arbeiter?

Niemand hat sie gefĂĽhrt und es hat funktioniert.

Die Idee macht Schule.

Ja, Herr Schibli bekam mehrere Anfragen

von grossen Betrieben.

Sie wollen es etwas anders angehen,

nicht mit der Viertelstunde.

Aber Vater, was passiert jetzt?

Wir mĂĽssen gehen.

Es ist bald Zeit.

Das Komitee lässt mich entscheiden,

weil ich den Fall etwas kenne.

Aber ich mache nichts gegen Herrn RĂĽegg.

- Sie könnte noch bleiben? - Ja.

Ja aber... worĂĽber diskutieren wir dann noch?

Herr Bänninger ist dagegen.

Was meinst du, Anna?

Wissen wir etwas von der MĂĽtter?

Das Rote Kreuz hat sich erkundigt.

Sie kann das Kind zu sich nehmen.

Sie erwartet es.

AberVater, in dem Fall haben wir

nichts mehr zu entscheiden.

Wenn es uns so schwerfällt,

das Kind gehen zu lassen,

wie sehnt sich wohl erst seine Mutter danach?

Also, dann, Marie—Louise.

Also, auf Wiedersehen, Marie—Louise.

Lass es dir gut gehen.

Auf Wiedersehen, mein Schatz.

Monsieur RĂĽegg, ich will nicht gehen.

Ich kann nicht!

Kann ich nicht hier bleiben, Monsieur RĂĽegg?

Hör zu, Marie—Louise.

Willst du deine arme Mutter nicht Wiedersehen?

Doch, sicher. Holen Sie sie auch her!

Hier Wären wir beide glücklich.

ln Rouen werden wir sterben, wie Pierre.

Beruhige dich, mein Kind.

Schwester, nehmen Sie sie rein.

Komm, wir mĂĽssen rein.

Du kannst vom Fenster aus winken.

- Adieu, Marie—Louise. - Ich will nicht gehen!

Setzt euch, Kinder!

Doch, wir kommen bald zum nächsten Bahnhof.

Du auch, ja.

- Hier ist reserviert. - Ach so.

Dann gehe ich halt weiter.

Sind das Franzosenkinder?

- Ja, sie fahren heim. - Die Armen.

Hier, ein Apfel.

Vielen Dank, Monsieur.

Langsam, langsam!

Ja, du bekommst auch einen.

Eins nach dem andern.

Auch das hier ist niedlich.

Jetzt sollten sie etwa in Langenthal sein.

17.20 Uhr Burgdorf.

17.43 Uhr Bern.

Und um halb neun kommen sie in Genf an.

- Gehst du heute nicht mehr ins BĂĽro? - Nein.

Die können auch mal ohne mich arbeiten.

Hätten wir ihr nicht mehr mitgeben können?

Lebensmittel und so weiter?

Wir gaben soviel, wie erlaubt war.

Ich höre immer noch,

wie sie die Treppe runterrennt und lacht.

Du musst dich einfach fĂĽgen.

Das sagt sich so leicht.

Ich weiss,

ich hätte mich nicht so engagieren dürfen.

Du hast es besserverstanden,

darum macht es dir nicht so Viel aus.

Ja, Vater.

Was machst du da?

Geh sofort vom Gleis weg!

Hierfahren ZĂĽge!

Wehe, ich erwische dich nochmal!

He, Kleine!

- Herr RĂĽegg. - Ja.

Herr Bänninger möchte Sie sprechen.

Ja, Herr Bänninger.

Ich möchte Ihnen nur etwas mitteilen.

Erschrecken Sie nicht.

Ich habe soeben einen Anruf bekommen,

von der Bahn... also...

- Ihre Marie—Louise. - Was ist mit ihr?

Es ist alles wieder in Ordnung.

Wahrscheinlich wusste sie nicht mehrweiter

und ist ausgestiegen.

- Aus dem fahrenden Zug? - Nein, am Bahnhof.

Sie ist durchgebrannt?

Ja, in gewisserWeise,

aber man hat sie gefunden.

Ich kam voraus, um Ihnen...

- Da bringen sie sie schon. - Wer?

- Der Landjäger. - Oh, mein Gott.

So, Herr RĂĽegg,

Ihre kleine Ausreisserin ist zurĂĽck.

Ein unerwartetes Wiedersehen, nicht wahr?

Nicht mehrweinen, jetzt bist du ja zu Hause.

- Was hast du getan? - Verzeihen Sie mir!

Ich tus nie Wieder.

Ich tus nie Wieder. Verzeihen Sie mir.

Ich werde es nie wiedertun.

Ich tus nie Wieder.

Komm, beruhige dich jetzt.

Ich WĂĽrde sie gleich ins Bett bringen.

Ja. Kommen Sie, Päuli.

Sie sei einfach dem Bahngleis gefolgt.

Ja, nach Hause.

Ich sagte ja, so ein Kind ist wie ein Tier.

Ja. Und jetzt?

Ich habe es mir ĂĽberlegt.

Ich sehe nureine Lösung.

Heute Nacht schläft sie hier

und morgen kommt sie mit mir ins Chalet.

Dort wird sie sich erholen.

Hmh, fein!

Macht eurer neuen Kameradin Platz.

André, hörauf!

Oh, weiche Ehre!

- Hast du keinen Hunger? - Nein, danke.

Es gibt nichts Besseres,

als unter anderen Kindern zu sein.

Ich wäre besser nicht mitgekommen.

Das war doch sehr nett von Ihnen.

Es erleichtert ihr den Ăśbergang

- Sie isst nichts. - Sie hat wohl keinen Hunger.

Vielleicht hat sie Angst.

Sag mal, isst du deinen Kartoffelstock nicht?

- Dann gib ihn mir! - Nein, nein!

Du scheinst noch nicht zu Wissen,

dass ich hier das Sagen haben Gib her!

Schon wieder André!

Komm sofort runter! Das ist gefährlich.

- Wem gehört derTeller? - Marie—Louise!

Bringt ihn ihr!

So, jetzt reichts.

Rein mit dir! Zur Strafe gibts keinen Nachtisch!

Ach, du willst nicht? Das haben wir gleich.

Setz dich hin! Und keinen Ton mehr! Verstanden?

Der macht einem das Leben schwer.

- Was war los? - Den sollte man versohlen.

Erwollte Marie-Louise den Tellerwegnehmen.

Sag mal, Kleiner,

benimmt man sich so einem Mädchen gegenüber?

Warum hast du sie nicht geschlagen?

Sie ist doch so schwach.

Sie hätte sich nicht mal gewehrt.

Ich, ein Mädchen schlagen?

Wo denken Sie hin?

Aha, du willst also kein Kind mehr sein.

Du möchtest schon ein Mann sein?

Dann musst du aber genau ĂĽberlegen,

was du tust.

Endlich mal jemand, der mich versteht.

Du kämst gut mit ihm zurecht.

Nimm den Bengel doch mit nach Hause.

- Den? - Eine tolle Idee.

Sie täten uns einen Riesengefallen.

Das glaube ich gern.

Im Ernst, er ist nicht böswillig,

aberwir haben zu wenig Zeit fĂĽr ihn.

Hierwäre die individuelle Behandlung angebracht.

- Ihr seid ja verrĂĽckt. - Doch, Vater!

Anna WĂĽrde sich freuen

und es käme Leben ins Haus.

Genau. Hörzu André.

Möchtest du nicht mit diesem Herrn gehen

und ein wenig bei ihm wohnen?

Mit ihm? Warum nicht, wenn ich helfen kann.

Hört auf. Daraus wird nichts.

Man hat mir schon von Ihrem Haus erzählt.

Es scheint allen Komfort zu besitzen.

Es wäre mir eine grosse Ehre.

Haben Sie ein Ping—Pong?

André, du müsstest aber sehrfolgsam sein.

Keine Sorge, das versteht sich von selbst!

Sie kennen mich doch.

Diskussion ĂĽberflĂĽssig. Ich muss gehen.

Die Bahn fährt in 10 Minuten.

- Wo ist mein Hut? - Unten.

Gut, Auf Wiedersehen.

Geh besser nicht hin, sonst gibt es Tränen.

Das ist wohl besser. Auf Wiedersehen, Hedi.

- Auf Wiedersehen. GrĂĽsse zuhause. - Danke.

Iss doch etwas.

Schau, wie schön die andern essen.

Monsieur, ich bin bereit.

Was?

Nur Mut! Ich hoffe, Ihre Erfahrungen

mit mirwerden nicht allzu schlecht.

Wie nett. Nehmen Sie ihn mit.

Sie werden Freude an ihm haben

ln Gottes Namen.

Ich nehme es als eine Art Strafe.

Komm!

Das Album haben wir gemeinsam gemacht.

Letzte Woche, jeweils am Abend.

Mit den Kindern.

Eine schöne Erinnerung für später.

Auch fĂĽrdie Kinder.

Der Anfang war schön.

Aber leider gibt es keine Fortsetzung.

Wenn keine weiteren kommen dĂĽrfen,

sollte man doch die behalten, die hier sind.

Sie wollen gar nicht bleiben.

Schauen Sie.

"Wenn alles voll Hoffnung wiedergeboren Wird"

Das hat Marie-Louise geschrieben.

"Möchte ich meine Normandie Wiedersehen"

Wissen die Kinder eigentlich,

dass inzwischen ganz Frankreich besetzt ist?

Sie Wissen, was sie erwartet:

Hunger und Elend.

Trotzdem wollen sie nach Hause.

Sie wollen dorthin, wo sie herkommen.

Sie werden es sehr schwer haben

Aber ich glaube... oder besser: ich hoffe,

dass die, die das alles mitgemacht haben,

später das Land wieder aufbauen können

Nicht nur Häuser und Städte.

Etwas Viel Grösseres, Wichtigeres.

Ich denke, Sie verstehen mich.

- Wollen Sie gehen? - Ja.

Wir sehen uns morgen am Bahnhof.

- Herr Rüegg kommt auch. - Klar, mit André.

Dergute André.

- Er habe das halbe Haus zerstört? - East.

Zum Glückfährt Fräulein Hedi mit bis Genf.

Derwäre fähig, die Notbremse zu ziehen

oder die fahrende Lok zu demontieren.

- Herr Bänninger. - Bis morgen.

- Monsieur Bänninger. - Ja.

Marie—Louise.

Du schläfst nicht?

Ich kann auf der Fahrt noch lange schlafen.

Die Fahrt ist gar nicht so schlimm.

Du hastja Gesellschaft.

Morgen Abend bist du in Genf

und ĂĽbermorgen schon zu Hause.

Ja, meine Mama wird mich abholen.

Sie schreibt, dass sie zum Bahnhof kommt.

Wenn sie es schreibt,

kannst du dich darauf verlassen.

Ja, ich weiss.

Diesmal freust du dich sogar auf die Reise.

Ja, wie alle andern Kinder auch.

Jetzt musst du wirklich schlafen.

Monsieur Bänninger.

Diesmal steige ich nicht mehr aus.

Versprochen.

- Alles bereit? - Ja, Monsieur.

- Sind alle hier? - Ja.

- Nichts vergessen? - Nein, Monsieur.

Gut, gehen wir!

Monsieur Bänninger, wir danken Ihnen für alles

und für die schönen Ferien,

die wir hierverbringen durften.

Schon gut, Kinder. Schon gut.

Hört zu, Kinder.

Wir haben noch Zeit.

Ihr mĂĽsst euch nicht bedanken.

Aber ich muss euch noch etwas sagen.

Ihrfahrtjetzt nach Hause.

Was werdet ihr machen, wenn ihr zu Hause seid?

Was macht ihr dann?

Wir mĂĽssen immerfolgsam sein.

Sehr gut, das ist richtig.

Abervorallem mĂĽsst ihr

eure Eltern und eure Geschwister lieben.

Sie haben harte Zeiten erlebt.

Helft ihnen, ihr Leid

und ihren Kummer zu ertragen.

Sagt euren Eltern, wir alle hierwĂĽnschen,

dass der Krieg bald zu Ende geht

und wieder Frieden herrscht.

Und nun, zum Abschluss ein kleines Lied.

Was singen wir? Wer schlägt etwas vor?

- Niemand? Marie—Louise? - Ma Normandie.

Sehr gut. Dann wollen wir singen.

Wenn alles neu geboren wird

In der Hoffnung, well derWinterflieht

Und Frankreichs Himmel prachtvoll strahlt

Wenn die Sonne sanfterwiederkehrt

Wenn die Natur erneut ergrĂĽnt

Die Schwalben finden ihren Hort

Säh ich gern meine Normandie

Sie ist das Land meiner Geburt

Das GrĂĽn Helvetiens hab ich gesehn

Und seine Chalets und Gletscher

Italiens Himmel kenne ich

Venedig und die Gondolier'

Bei jeder Heimat, die ich grĂĽsste

Sagte ich mir: "Es ist kein Ort

So schön wie meine Normandie

So schön wie meine Normandie

Sie ist das Land meiner Geburt."

- Schade. - Ja, es ist schade.

Alles hat bestens geklappt.

Unsere Arbeiter waren begeistert.

Das Haus ist gekauft und gehört uns.

Und es dĂĽrfen keine Kinder mehr kommen.

Trotzdem ist es gut, Herr Bänninger.

Einmal wird der Krieg zu Ende sein.

Wie froh sind dann die Leute

in den zerstörten Städten,

wenn sie uns ihre Kinder schicken können

Das stimmt. Sie haben Recht.

Dann sind wirwenigstens bereit.

FĂĽr diejenigen, die kommen werden.

Los!

- Bringen Sie die Kinder gut nach Genf. - Ja.

- Hallo, Hedi. - Guten Tag, Vater.

Hallo, Anna. Guten Tag, André.

Schau her, André. Und, Herr Rüegg?

Eigentlich haben wir uns ganz gut verstanden.

Ich bin zufrieden. Verzeihen Sie nochmals,

dass ich Ihre Zentralheizung kaputt gemacht habe.

Reden wir nicht mehr darĂĽber. Es ist bezahlt.

Danke, Monsieur.

Los, geh!

Mama schreibt, es gehe ihr gut

und sie könne mich kaum erwarten.

Wie schön, deine Mama wiederzusehen.

Ohja.

Ganz herzlichen DankfĂĽr alles, Monsieur RĂĽegg.

Danke, Mademoiselle Anna.

Auf Wiedersehen Herr Schibli.

Vielen Dank, Monsieur Schibli.

Moment, da ist noch was.

Haben Sie nicht gemerkt, dass Ihr Fahrradventil

jeden Morgen offen war?

Das Veloventil? Ja.

- Das war ich. - Du, und warum?

Eifersucht. Mir gefällt Mademoiselle Anna auch.

Keine Sorge, ich gehe und räume das Feld.

Hör mal, Freundchen. Du spinnstja total.

Ich und Mademoiselle Anna!

Glauben Sie, ich habe keine Augen im Kopf?

Diskussion ĂĽberflĂĽssig.

Ein Mädchen hat mir mal gesagt,

Liebe ĂĽberwinde jedes Hindernis.

André, rein mit dir!

- Zumindest in Frankreich! - Salut, André!

Noch einmal, danke fĂĽr alles!

Ich sage nicht Adieu, ich sage Auf Wiedersehen!

- Dann AufWiedersehen!

Es lebe die Schweiz!

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