All language subtitles for Baron.Noir.S02E03.Der.Unbeugsame.German.1080p.BluRay.x264-PL3X

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Original subtitles

Durand, Pierre.

Hat gewählt.

Nummer 346.

Datay, Ivan.

Hat gewählt.

- Ist 0-9 erledigt? - Ja.

- Hier, das ist fertig. - Danke.

Bis Mittag 3 % mehr Wahlbeteiligung in unseren Wahlkreisen.

Stoianov vorn

- Anderswo nur 1,5 %. Das ist gut. - Glaube ich nicht.

Die Mandat-Anhäufer haben die Wähler als Dissidenten mobilisiert.

Im Pas-de-Calais liegen zwei vorn.

Woher weißt du das schon um 16 Uhr?

Ich habe Leute zu den Mülltonnen der Wahlbüros geschickt.

Anhand der weggeworfenen Wahlzettel kann man Prognosen anstellen.

- Es sieht nicht gut aus. - Ist die Methode verlässlich?

Die Dissidenten hatten 20 Jahre im Amt, um ihre Orte auf sich einzuschwören.

Sie haben ihre Netzwerke in Bewegung gesetzt.

Sie könnten dich die absolute Mehrheit im Parlament kosten.

Wie reagiere ich?

Option Nummer eins:

Du nimmst die siegreichen Dissidenten wieder auf.

Damit hast du eine Chance, auf 289 Abgeordnete zu kommen,

also die absolute Mehrheit.

Du kommst zumindest nah dran.

Das schmerzt, aber du hast eine Mehrheit.

Deine Gesetze kommen durch, und du kannst nachts schlafen.

Eine Belohnung für Ungehorsam? Wie stehe ich denn dann da?

Machtlos gegen die interne Opposition und die Mandat-Anhäufer.

Nein, kommt nicht infrage.

Ohne Mehrheit musst du auf Artikel 49-3 zurückgreifen.

Es wird nicht schön, jedes Gesetz mit Gewalt zu erzwingen.

- Ich habe keine Wahl. - Doch.

- Du praktizierst den "Dorendismus". - Das gibt es?

Ja, in Grundzügen.

Dein Programm verspricht ein Verbot der Anhäufung sukzessiver Mandate.

Du wendest das auf deine Partei an, bevor es Gesetz wird.

- Auch auf Kosten der Mehrheit. - Reib's noch rein.

Ja, Politik ist wie Jazz.

Spielst du eine falsche Note, hebe sie hervor.

Dann wird es zur Kult-Improvisation, die jeden interessiert.

Das mit den Mandat-Anhäufern war kein Fehler,

sondern ein mutiger Schritt.

Du setzt dein Programm durch deine Taten kohärent um.

Prinzipien über alles. So regierst du.

Und weiter?

Du kündigst an, dass du ohne Mehrheit dennoch auf Artikel 49-3 verzichtest.

- Was? - Das ist es.

Diese Miene ziehen alle, wenn sie das hören.

Du setzt auf den Schock und entkommst der Sackgasse.

Ich verzichte nicht auf den einzigen Artikel,

der mir erlaubt, ohne Mehrheit zu regieren.

Doch. So steht es in deinem Programm.

Du wendest es zuerst auf dich selbst an, noch bevor das Gesetz steht.

Zwei Punkte ergeben eine Linie.

Du hältst dein Wort nicht nur, wenn es dir passt.

"Dorendismus" bedeutet, was auch geschieht,

du bleibst gewissenhaft, solide und Präsidentin.

Damit schaffen wir eine radikal neue Situation.

Die Parlamentarier hätten so viel Macht, wie sie seit 1958 nicht mehr hatten.

Dieser Wagemut stärkt dich sogar in deiner Machtposition als Präsidentin.

Wenn neue Gesetze blockiert werden,

sind die Abgeordneten daran schuld, nicht du.

Du hast ihnen wieder Macht gegeben, sie verderben alles mit ihren Intrigen.

Auf der einen Seite Prinzessin Leia,

auf der anderen die Gremlins der Nationalversammlung.

Wir setzen also auf einen Demokratie-Schock?

Ja, das klingt aufregender als ein Steuer-Schock.

DER UNBEUGSAME

13 Überziehungen in einem Halbjahr.

Genau darüber will ich ja reden.

Gut. Was schlagen Sie vor?

Eine Stundung der Aufschläge.

Laut dem Konto Ihrer Beraterfirma

haben Sie in den letzten sechs Monaten

Rechnungen an vier Klienten gestellt:

Balsan, Carthaud und die Rathäuser von Saint-Pol-sur-Mer und Arras.

Das ergibt eine Gesamtsumme von 14.900 Euro.

Das ist sehr gut. Bravo.

Für ein Kleinstunternehmen ist das im ersten Jahr sehr gut.

Theoretisch sollte ich Ihnen unsere Versicherung anbieten.

"Protect Business Plus".

Der Plan "Ambition" passt am besten zu Ihrer Situation.

Sie wären gegen alle möglichen Risiken abgesichert,

für einen Beitrag von 213 Euro pro Monat.

Zusätzlich zu den 834 Euro meines Tilgungsplans?

Deshalb sagte ich "theoretisch". Es ist unmöglich.

Ihre Verschuldungskapazität ist ausgeschöpft.

Warum erwähnen Sie es dann?

Weil es möglich wäre,

wenn Sie alle Parameter Ihrer Situation nutzen.

Der Bausparvertrag meiner Tochter ist tabu.

Okay.

Ihr Hotel, Monsieur Rickwaert,

kostet 2270 Euro im Monat.

Diese hohen Ausgaben reißen ein Loch in Ihre Bilanz.

Warum mieten Sie nichts?

Eigentümer wollen die Geschäftsberichte der letzten drei Jahre.

Und Ihr Haus in Dünkirchen?

Wenn Sie es nicht verkaufen wollen, warum wohnen Sie nicht dort?

Die meisten Ihrer Beratungsleistungen erbringen Sie im Norden Frankreichs.

Was genau hält Sie in Paris?

Was genau? Die Präsidentin der Republik.

Die...

Ja, aber dazu liegt mir kein Vertrag vor.

Was ist mit Ihrer Autobiografie?

Wie ist da der Stand? Geht es voran?

Langsam. Ich habe hohe Ansprüche.

Es wäre hilfreich, die Abgabefrist zu kennen.

- Was ist jetzt mit den Aufschlägen? - Was ist mit Ihrem Hotel?

Amélie Dorendeu steht vor dem ersten Test,

der Parlamentsdebatte zum Gesundheitsgesetz.

Ohne absolute Mehrheit und Artikel 49-3 bezweifeln viele,

dass die Präsidentin ihre Versprechen halten kann.

Hohe Schätzung: 274.

Niedrige Schätzung, wenn sich bei den Parteilosen nichts ändert: 265.

Da das Gesetz für alle Parteien politisch viel bedeutet,

gibt es kaum Enthaltungen.

Bestenfalls fehlen uns 15 Stimmen für die Verabschiedung.

Warum fehlen uns sechs der 17 Parteilosen,

denen wir zur Wahl verholfen haben?

- Archambaud. - Schon wieder?

Er enthält sich im Namen der Wissenschaft.

Er sagte, als Professor und Forscher könne er die methodologischen Fehler

in der Studie zu endokrinen Disruptoren nicht billigen.

Es ist aber die anerkannteste Studie dazu.

Archambaud stellt unsere Definition von endokrinen Disruptoren infrage.

- Sie geht ihm nicht weit genug. - So ein Arschloch.

Am Samstag um 14 Uhr bist du bei der EPAD.

Du solltest heute Abend zum Apéritif in der Rue des Bernardins sein.

- Was hat Brodiers Assistentin gesagt? - Dass es schon zu viele...

- Warte. - Hör doch zu.

Warum bin ich nicht mehr auf der Liste? Ich hatte fünf Minuten Redezeit.

Ich habe nicht auf Artikel 49-3 verzichtet.

Als Fraktionsvorsitzender soll ich die Nörgler beruhigen.

- Also gebe ich ihnen Redezeit. - Dann sieh mich als Nörgler.

Dich? Was willst du tun? Gegen das Gesetz stimmen?

Komm von deinem hohen Ross, Kleiner.

- Du bist doch noch ein Milchbart. - Wie bitte?

Wo ist das Dossier zu den Konventionen?

- Ich arbeite in einer Dachkammer. - Besser als im Klo.

- Also beklag dich nicht. - Was ist dein Problem mit mir?

Ich beuge vor, falls du irgendwann vorhast,

im Blaumann zur Parlamentssitzung zu kommen, klar?

Wir nutzen aus, dass Thorigny seiner Fraktion freie Wahl lässt.

13 sind dafür, 11 Enthaltungen, acht dagegen.

- Das geht besser. - Wir sind dran.

- Aber der Artikel zur Sterbehilfe... - Sterbebegleitung.

Das Thema ist sehr kontrovers.

Und bei Vidal ist nichts zu machen?

Stimmt seine Partei vereint dagegen?

Ich kenne Fred Tardieu gut.

Aus dem Wahlkreis drei im Norden. Er ist ein Kämpfer.

Ich rufe ihn an und frage, was ihn umstimmt.

Wir müssen etwas zugunsten der Kommunisten abändern.

Bei Zahnersatz und Brillen erhöhen wir die Kostenerstattung.

- Louis? - Ich errechne die Kosten.

Gut. Wir haben zehn Tage, um eine Mehrheit zu erlangen.

Olivier, ich möchte alle zwei Stunden ein Update.

Gut.

Und du rufst ihn nicht an.

Du triffst ihn persönlich und verbeißt dich in seiner Wade.

Du kannst auf mich zählen.

- Danke. - Danke.

Also gut, zurück zu Seite sieben.

- Hast du gute Neuigkeiten? - Eben nicht.

Verdammt, Pascal, komm mir nicht gleich so.

- Warst du bei Malandrin? - Ich habe alles versucht.

Er will seine Liste für die Europawahl nicht ändern.

Und er leitet den Verband.

Er soll doch nur einen Platz für Dünkirchen freihalten.

Lille hat drei Plätze, Arras einen.

- Was ist sein Problem? - Er könnte einen Verdacht haben.

Du hast ein Anrecht auf einen Platz, ohne Namen zu nennen.

Das habe ich ihm gesagt.

- Wann siehst du ihn wieder? - Am Donnerstag.

Er besichtigt am Freitag um neun die neue Werft in Dünkirchen.

Danke, Pascal. Wir sehen uns dort.

- Alles klar, mein Großer? - Nein, sie nerven mich alle.

Um im Parlament gehört zu werden, braucht man Eier.

- Verdammt, ich schreie die ganze Zeit. - Nein, du quengelst.

Wie ein Häftling ohne Schutz. Du brauchst einen Zuhälter.

Einen Zuhälter?

Einen Beschützer. Einen Papa. Einen Onkel.

Jemanden, der respektiert wird und Einfluss hat.

Du bist mein Zuhälter. Und genau das ist das Problem.

Ich verstehe. Kein Problem. Es ist gut, dass du es offen sagst.

Du willst einen neuen Zuhälter? Nimm einen von oben.

Von ganz oben: Amélie.

Ja, klar.

Wenn ich nur im Parlament zu Wort käme.

Man wird dich hören, wenn du die Presse rufst

und über das Gesundheitsgesetz sprichst.

Stelle es als Kampf gegen die Lobbys dar.

- Ich bin wirklich dafür. - Kennst du die Disruptoren-Studie?

Ja: Krebs, Depressionen, Rückgang der Fruchtbarkeit und des IQ.

Perfekt. Also sind alle Wichser, die das Gesetz nicht wollen.

Die Befürworter sind Helden, die die Gesundheit der Kinder schützen.

Tut mir leid, es gibt ein Problem in einer Schule in meinem Wahlkreis.

- Ich muss hin. - Ruf Ferandi von "Le Monde" an.

Wir kennen uns gut.

Halte ihm einen Vortrag, er wird dich gern zitieren.

- Okay? - Okay, danke.

Ihre Entrüstung ist verständlich.

Herr Bürgermeister.

Guten Tag.

Meine Herren. Erklär mir, was los war.

Ein Vater hat eine Grundschullehrerin geschlagen.

- Guten Tag. - Guten Tag.

Nadia Marzaoui. Ein heftiger Schlag.

Sie kommt morgen aus dem Krankenhaus.

Ich bin seit zehn Jahren Bürgermeister. Sie war früher Sozialistin.

Eine Araberin, die für den Laizismus eintritt.

- Das ist fast radikaler Laizismus. - Radikaler Laizismus?

- Ja, sie reitet provokant darauf herum. - Das kommt hier nicht gut an.

- Was genau ist denn passiert? - Haram-Bonbons.

Haram-Bonbons?

Sie hat bei einer Geburtstagsfeier Bonbons verteilt, die nicht halal waren.

Sie wurde wegen Bonbons verprügelt?

Ja, ich weiß, es ist schlimm. Ich besuche sie später.

Wir müssen zeigen, dass wir sie den Medien gegenüber unterstützen.

- Ich komme mit. - Nein, ich kann besser mit ihr umgehen.

Sie und ihr Mann hetzen in den Netzwerken.

Wenn die Presse darauf anspringt,

gibt es wochenlang Berichte über ein Molenbeek an der Marne.

- Das ist hart für die Einwohner. - Mag sein.

Aber wir sind uns doch einig, dass es ernst ist.

- Religiöse Abschottung an der Schule. - Ja.

- Natürlich. - Sind wir uns da einig?

Natürlich, aber die Menschen lieben ihr Viertel.

- Sie haben die Beleidigungen satt. - Ich regle das.

Moment. Können Sie bitte anhalten?

Ich bin gleich zurück.

Salomé?

- Na so was. - Véro.

- Schön, dich zu sehen. - Wie geht's?

Gut. Und wie geht es dir, meine Liebe?

Alles okay.

Du bist nicht in London?

Stimmt was nicht?

Was stimmt denn nicht, Salomé?

Sag mir doch, was los ist. Ist alles in Ordnung?

Sag meinem Vater nicht, dass du mich gesehen hast.

Das wird nicht leicht für mich.

Aber ich bitte dich darum. Es ist sehr wichtig.

Die schlechte Nachricht ist, dass wir außerhalb der Komfortzone sind.

Erörtern wir das Gesundheitsgesetz weiter.

- Alles okay? - Wie läuft es?

Wir haben drei Grüne und zwei Parteilose überzeugt.

- Philippe? - Die Präsidentin.

- Und der Stalinist? - Véronique war im Norden.

Sie ging nicht ohne sein Ja. Tardieu wird für uns stimmen.

Perfekt.

Aber er ist damit bei den Kommunisten allein.

Vidal hat sie unter Kontrolle.

Stiften wir weiter Unruhe. Wir brauchen mehr Tardieus.

Ja, aber die Mittel sind knapp.

Besprechen wir das am Samstag bei dir.

Maile mir die Stimmverteilung.

- Vielleicht fällt mir was ein. - Mach's gut.

Weißt du, was ich an ihr mag? Sie gibt nie auf.

- Bekomme ich einen Kaffee? - Ja. Natürlich.

- Nett hast du es hier. - Es ist zentral.

- Gehst du heute zur Sitzung? - Artikel 3 wird geprüft.

3422 Änderungsanträge.

Danke. Fahren wir morgen zusammen zu Malandrin?

- Ich wollte den Zug um 6:46 Uhr nehmen. - Fahren wir mit meinem Auto.

Dann mache ich dir Vorschläge für deine Rede zum Verkehrsnetz.

Ich habe daran gearbeitet.

Nicht, dass man mich wegen fiktiver Tätigkeit anklagt.

Okay.

Es ist einfacher, wenn ich hier schlafe. Das Sofa reicht vollkommen.

Wenn man aus dem Knast kommt, wirkt alles wie ein Palast.

Setz dich.

Mach du die Besichtigung, ich rede mit Malandrin.

Das Jugendamt, das sie dort drüben sehen,

wird zwischen Mai und Juni umgebaut.

Wir hoffen sogar auf Februar.

Mein Assistent übernimmt kurz.

Ich bin in fünf Minuten wieder da.

- Hast du kurz Zeit, René? - Ja. Was gibt's?

Stimmt es, was unser Freund Carthaud erzählt?

Solange du den Verband leitest, komme ich nie auf die EU-Liste?

Nein, ich habe gesagt: "Solange ich am Leben bin."

Dann habe ich hinzugefügt:

"Und solange meine Kinder und ihre Enkel am Leben sind."

Ist das nicht etwas aggressiv?

Vor allem, weil ich nicht auf die EU-Wahlliste will.

Verarsch mich nicht.

Carthaud hat einen Listenplatz für Dünkirchen verlangt.

- Dünkirchen hat einen Platz verdient. - Ja, aber nicht für dich.

Die Präsidentin fordert den Platz an.

Was willst du dann hier?

Es ist eine delikate Sache, die ich nicht erklären darf.

Die Präsidentin fordert es, also machst du es.

Nein, so läuft das nicht.

Der Platz ist für Véronique Bosso.

Gefällt es ihr nicht mehr im Élysée-Palast?

Die Basisarbeit fehlt ihr.

Amélie will sie noch in den nächsten Monaten umstimmen,

aber Véro für die Europawahl aufstellen, falls sie bei ihrer Entscheidung bleibt.

Deshalb ist es delikat.

Das sehe ich anders.

Véro kann nicht zwischen zwei Stühlen sitzen.

Ich muss wissen, was sie will.

Ich baue den Parteiverband im Norden neu auf, mit vielen jungen Leuten.

Du weißt, dass die Jugend Mauscheleien mit Paris nicht mag.

Sie fordern heute Transparenz.

Also muss ich offen mit ihnen sein.

Ich muss mit Véro reden.

- Was wird das? - Ich rufe Véro an.

So.

Ich mag Véro gern. Ich kann ihr Ratschläge geben.

Es ist doch für alle besser, das gleich zu klären.

Ich sage, dass es delikat ist, und du...

Hör auf. Leg wieder auf!

Schon passiert.

Du bist ein Scheißkerl, Malandrin.

Vor zehn Jahren hätte ich dir dafür eine reingehauen.

Jetzt wiederhole ich nur etwas:

Solange ich am Leben bin,

solange meine Kinder und meine Urenkel am Leben sind,

kommst du nicht auf die Liste.

Weder als ehemaliger noch als zukünftiger Knacki. Punkt.

Hast du 5000 Mitglieder hinter dir? Also halt den Mund.

Ich bin jetzt am Zug. Ich bin der Norden.

- Guten Tag, Madame Doueiri. Wie geht's? - Gut.

Einen schönen Tag noch, Linda.

Hassan, gibt es was Neues von der Lehrerin?

Es ist sehr verworren.

Hallo, allerseits.

Inwiefern verworren?

Die Bonbons waren als Deko auf einem der Kuchen.

Einige Kinder sagen, sie standen da, andere, Marzaoui habe Stücke verteilt.

Warte, das ist doch völlig egal.

Der Schulrat hat die Lehrer bei so etwas zur Vorsicht ermahnt.

- Es ist normal... - Hassan.

Eine Lehrerin bekam vor 50 Kindern einen Schlag ins Gesicht.

- Ich fahre jetzt zu ihr. - Mach das nicht.

- Wie bitte? - Was war der Schnitt in Les Bernardins?

Was war mein Ergebnis in Les Bernardins, Léo?

- 82 %. - Genau. Ich hatte 82 %.

Und was willst du mir damit sagen, Hassan?

Was willst du sagen?

Dass der Angreifer in Les Bernardins mit Coulange im Geschäft ist?

Hoffentlich nicht.

Wie kommst du auf Geschäfte? Es geht um Bürgernähe.

Um Leute, die in Problemvierteln aktiv werden.

Subventionsanträge und Wahlempfehlungen, das sind Geschäfte.

Ich besuche die Lehrerin.

Du gehst ins Rathaus. Du arbeitest ab heute nicht mehr hier.

Da dich der Bürgermeister schon bezahlt, arbeite da.

Schönen Tag noch.

Guten Tag.

- Wer sind Sie? - Cyril Balsan.

Ich stehe als Abgeordneter hinter Nadia.

Ich bin ihr Mann. Verschwinden Sie.

- Ich weiß, das Rathaus übt Druck aus. - Sie wissen nichts.

Wir wollen hier keine Sozialisten wie Coulange.

Gut.

Ich verstehe.

Hallo, hier ist Salomé.

Hinterlassen Sie eine Nachricht, ich rufe zurück.

Hier ist die Mailbox von Salomé Rickwaert.

Hinterlassen Sie eine Nachricht, ich rufe zurück.

Das Video wird um 14 Uhr gesendet.

- Wir sind gleich danach dran. - Verzeihung.

- Cyril Balsan, ich bin Abgeordneter. - Guten Tag.

- Haben Sie sie interviewt? - Sie werden es kaum mögen.

Ich bin erst knapp drei Monate hier und schulde niemandem etwas.

Ich stelle mich gern öffentlich hinter Madame Marzaoui.

Und wenn ich Coulange erwähne?

Machen Sie Ihren Job.

Obstruktion schadet dem Gesundheitsgesetz.

Affäre Marzaoui:

Cyril Balsan deckt religiöse Abschottung und Vetternwirtschaft auf.

Ich stehe hinter Nadia Marzaoui.

Wir haben die Vetternwirtschaft zu lange geduldet.

Klüngeleien fördern die Abschottung.

Der Kleine hat Mut.

Affäre Marzaoui: Das Interview mit Cyril Balsan.

Bravo, Kleiner. Du hast bewiesen, dass du Eier hast.

Deine Haram-Bonbons sind in aller Munde.

Lass uns darüber reden.

Ich komme morgen aus Dünkirchen zurück. Lädst du mich zum Essen ein?

Danke.

- Frau Präsidentin. - Monsieur Lambray.

Neue Informationen stützen meine Theorie

zu dem türkischen Video und den 14 Islamisten.

Sie hatten eine Theorie?

Ja, zwei Dinge erschienen mir seltsam.

Erstens: Warum sollte Farès 14 Namen preisgeben?

Fünf oder zehn hätten den Folterern schon genügt.

Zweitens: Woher hatte ein Befehlsempfänger so eine Liste?

Zwei Fragen, eine Antwort:

Es ist eine Liste der türkischen Regierung.

- Eine Fehlinformation? - Nein, aber die Liste ist veraltet.

Einige Personen sind mittlerweile in Syrien oder im Gefängnis.

Wie viele gelten im Moment noch als Bedrohung?

Acht, die sich alle zurzeit in Frankreich aufhalten.

- Und Ihre Theorie? - Ihr Wahlsieg ist der Schlüssel.

Die Türkei ist international isoliert.

Großprojekte sind blockiert, nicht zuletzt die neue Erdgasleitung,

die 120.000 Dollar pro Tag kostet, während die Bagger stillstehen.

Sie werben vor dem Gipfel von Sevilla um Frankreichs Freundschaft

und senden Ihnen ein Versöhnungsgeschenk.

Sie haben Farès dazu gebracht, die Namen aufzuzählen,

die der türkische Geheimdienst über Jahre gesammelt hat.

Wenn der türkische Geheimdienst mir im Kampf gegen den Terrorismus hilft,

damit ich die Erdgasleitung fördere, warum teilt er es mir nicht direkt mit?

Er teilt es Ihnen mit, das habe ich doch gerade erklärt.

- Vieles ist nur Vermutung. - So ist das im Nachrichtendienst.

Wenn sie direkt zugeben, uns jetzt zu helfen,

geben sie ein jahrelanges Versäumnis zu.

Was ist mit den restlichen acht?

Hier.

Rachid Benzarka, geboren in Dijon am 6. Juli 1990.

Paul Boutillon, geboren in Courcouronnes am 26. September 1992,

Ahmed Abdelaoui, geboren in Lyon am 12. März 1993...

- Hast du mit der Lehrerin gesprochen? - Natürlich.

Das Rathaus hat sie von allen Nachhilfekursen suspendiert.

Nach einer Krisensitzung wurde sie auf der Rathaustoilette bedroht.

Sie hat alles aufgenommen.

Hast du die Wahllokale überprüft?

In Les Bernardins, wo der Täter wohnt, siegt Coulange bei jeder Wahl.

In Les Fontaines war die Wahlbeteiligung nur halb so hoch.

Du müsstest Les Bernardins sehen.

Im Gemeindesaal ist jetzt ein gemischter Friseur.

- Gemischt? - Unverschleierte Frauen dürfen kommen.

Aber es gibt einen Raum für Frauen mit Schleier.

- Was trinkst du? - Ein Bier.

- Zwei Bier, bitte. Wie geht's, Elsa? - Gut, und dir?

Damensalons gab es immer.

Sie können machen, was sie wollen.

Du hast recht, aber der Gemeindesaal kostete nur einen symbolischen Euro.

- Ein symbolischer Euro. - Also gut.

Coulange, Les Bernardins, Subventionen, Friseure, schön und gut.

Sammelst du viele kleine Misthaufen, hast du am Ende nur einen Haufen Mist.

Du erreichst damit nur, dass du nicht wiedergewählt wirst.

Ich entlarve seine Vetternwirtschaft.

Er steckt mit Gangstern und Islamisten unter einer Decke.

Politiker wie Coulange gibt es überall.

Ich kenne einige im Norden, aus allen Parteien.

Genau das berichte ich in der "Libération".

Wir brauchen Grundsätze und Lösungen. Man könnte Kommunen entmündigen.

Nein, das ist viel zu allgemein.

Du musst konkret bleiben, wie bei Coulange.

- Und wie? - Du kündigst eine Liste an.

Mit Beispielen aus ganz Frankreich.

Ich weiß nicht, was in anderen Wahlkreisen los ist.

Alle wissen Bescheid, aber es herrscht das Schweigegebot.

Du musst die Erpressung aufdecken,

um die Bewohner der Vororte zu schützen, die nur normal leben wollen.

Danke. Auf dich.

- Verstehst du? - Aber wenn es keine Beweise gibt...

Weil niemand etwas sagt, bis auf ein paar Faschos.

Alle wissen, dass es so läuft, alle verurteilen es,

aber niemand kennt die genauen Details.

Du nennst Beispiele und Namen.

Es gibt doch Vereine, die das übernehmen.

Aber sie brauchen Ansprechpartner aus der Politik wie dich.

Wir verteilen keine Posten, Immobilien und Subventionen an die Muslimbrüder.

Nicht als Sozialisten.

Du bist kein Richter und kein Polizist, aber Abgeordneter.

Du kannst die Partei zwingen, sich dazu zu äußern.

Du musst mit dem Brecheisen vorgehen, daher die Liste der Namen.

Du forderst eine Untersuchung

und den Parteiausschluss, falls es wahr ist.

Das klingt interessant.

Fang mit deinem Wahlkreis an.

Die Liste wird für Aufmerksamkeit sorgen.

Du musst Julie Hernandez treffen. Sie kennt sich aus.

Sie arbeitet mit jungen Arabern zusammen,

die alle öffentlichen Veranstaltungen besuchen.

- Sie haben jede Menge Informationen. - Okay.

Und wen meintest du im Norden?

Der Fisch stinkt vom Kopf her.

Was, der Chef des Parteiverbands? Malandrin?

- Wie geht's? - Gut, und Ihnen?

Alles bestens. Bis bald.

- Einen schönen Tag noch. - Ihnen auch, danke.

- Nur vier Stimmen mehr? - Eine mehr reicht für das Gesetz.

Vier Stimmen mehr reichen nicht. Du brauchst 30.

- 30? - Ja, du musst dich durchsetzen.

Alle machen sich Sorgen,

wenn man bei jedem Gesetz um die Mehrheit bangen muss.

Das ist beängstigend.

Die Bürger haben viel durchgemacht.

Laugiers Rücktritt, deinen knappen Sieg,

deine relative Mehrheit und lästige parteilose Abgeordnete.

Sie sind verunsichert und brauchen Vertrauen, Stabilität und Stärke.

Es ist unmöglich, 30 Stimmen zu bekommen.

Damit man dir den Demokratie-Schock abnimmt,

musst du mit 30 Stimmen Vorsprung beweisen, dass es funktioniert.

Du demonstrierst Stärke und beruhigst alle.

Das Land hat eine fähige Pilotin.

Wie soll das gehen?

Wir müssen den Ansatz ändern, um die Abgeordneten zu überzeugen.

Die Einkaufszentrale verteilt mit Hochdruck

milde Gaben in alle Richtungen.

- Ich besteche niemanden. - Wir reden nicht von Geldkoffern.

Ein paar Kreisverkehre, Kommissariate oder Kulturzentren.

- Das ist nicht illegal. - Und meine Integrität?

Selbst du musst dir mal die Hände schmutzig machen.

Aber du entscheidest, wo und wie. Du kontrollierst es.

Chistera trifft heute Thorigny und versucht,

ihm Stimmen der Zentrumspartei abzuringen.

Wir werden nie auf 30 kommen,

aber vielleicht können wir Prosac-Hamsterkäufe verhindern.

Guten Tag.

- Cyril Balsan. - Julie Hernandez.

Ich weiß. Wie geht's? War es nicht zu schwer zu finden?

Hier entlang.

Danke.

- Geht es dir gut? - Ja, und dir?

Julie, das ist Fanny. Julie Hernandez ist auch Lehrerin.

- Freut mich. - In Sevran, oder?

Ja, am Lycée Blaise Cendrars.

Ich arbeite nicht weit davon in Villon.

Julie hilft mir bei der Liste.

Super.

Setz dich doch.

- Also... - Cyril.

- Ja? - Kann ich kurz mit dir reden?

Ja, klar.

- Was ist? - Ist sie eine Freundin von Philippe?

- Ja, und? - War die Liste seine Idee?

- Nein, meine. - Bist du sicher?

Verdammt, Fanny.

Herr Premierminister, Stéphane Thorigny ist da.

Beim Gesundheitsgesetz nähern wir uns einander an, oder?

Der Prüfer will Ihren Ratschlag berücksichtigen.

Wir brauchen einen stärkeren Schutz

für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Pharmabranche.

Vielen Dank, aber das war nicht der zentrale Punkt meiner Argumentation.

Ich habe gestern vor dem Einschlafen diesen Satz notiert.

"Das Recht auf Leben ist das oberste Menschenrecht."

"In einer Demokratie darf niemand einem anderen das Leben nehmen."

- Robert Badinter. - Ja.

Was die Todesstrafe angeht...

Nein. Es geht um die Sterbehilfe.

Das steht in allen Parteien zur Debatte.

Bei uns gibt es keine Debatte.

Vor einer Woche haben Sie noch gesagt, Ihre Truppen seien uneins.

Inzwischen haben katholische Netzwerke jedoch ganze Arbeit geleistet.

Stéphane, man beschuldigt uns,

die Reform mit den Mitteln zu finanzieren,

die die Sterbehilfe einbringen würde, das ist doch grotesk.

Ich habe sogar gelesen, dass wir Mörder alter Menschen seien.

- Das ist natürlich nicht wahr. - Sagen Sie es mit einer Enthaltung.

Am letzten Sonntag war ich ernst gestimmt.

Ich bin auf den Markt gegangen.

Ich wusste, es dauert vier Stunden, um drei Radieschen zu kaufen.

Aber nur, weil man erklärt, eine andere Art der Politik zu machen,

kann man sich nicht davor drücken, am Wurststand Hände zu schütteln.

Ich war ernsthaft, und ich sage meinen Kindern immer,

dass man oft etwas erlebt, wenn man ernsthaft ist.

Und ich habe auch etwas erlebt.

- Ich habe mit Madeleine gesprochen. - Madeleine?

Sie hat vor einigen Monaten ihren Mann verloren.

Vor seinem Tod wurde er jahrelang von schweren Schmerzen gequält.

Sie hat mir Briefe geschrieben, um einen legalen Weg zu finden,

sein Leiden abzukürzen.

Wissen Sie, was sie am Sonntag tat,

als sie mir die Hand gab und gar nicht mehr losließ?

Sie hat mich gebeten, das Gesetz abzulehnen.

Man kann nicht über Leben und Tod entscheiden,

wenn man mitten im Tumult steckt.

Das ist die vollkommen legitime Ansicht einer gläubigen Frau.

Nein.

Madeleine ist Freimaurerin und Lehrerin.

Sie ist Langzeitmitglied der Sozialisten.

Sie geht nie in die Kirche.

Nach den Anschlägen war Frankreich für Argentiniens Solidarität dankbar.

Ich glaube, unsere Länder haben verwandte Seelen.

Ich muss unser Gespräch leider unterbrechen.

- Entschuldigen Sie mich. - Natürlich.

Laut dem Premier lässt Thorigny uns fallen.

- Wir haben sieben Stimmen Rückstand. - Unsere Optionen?

- Die Abstimmung ist übermorgen. - Ich weiß.

Wir streichen den Artikel zur Sterbehilfe.

Einige Linke würden sich dann enthalten,

aber die Zentrumspartei gibt uns die Mehrheit.

Das war ein zentrales Wahlversprechen. Ich kann es nicht zurücknehmen.

- Haben Sie die Stimmaufteilung? - Natürlich.

- Und die Einkaufszentrale? - Ich dachte, Sie wären dagegen.

Ziehen Sie Ihren Vorgänger hinzu.

- Martin Borde? - Wer sonst?

Er kennt die Bedürfnisse jedes noch so kleinen Départementrats.

Sehr wohl, Madame.

Das ist der Kumpel des Bürgermeisters, Hicham Ben Laoussen.

Das sagt mir was.

Ja, er wurde wegen homophober Äußerungen verurteilt.

- Wann war das? - Dieses Jahr bei einem Friedensforum.

Organisiert von den Muslimbrüdern. Julie berichtet das in ihrem Blog.

Sie ködern die Leute mit Gaza

und verkaufen ihnen überteuerte Abayas und Pilgerreisen.

- Hier. - War das wirklich ein Gemeindesaal?

Die Stadtverwaltung hat danach sogar aufgeräumt.

Das nehmen wir.

In Frankreich spricht man gern von Emanzipation.

Die Idee ist im Grunde gleich.

Man setzt sich über das eigene Schicksal hinweg,

statt sich damit abzufinden.

Wenn der Vertrag unterschrieben ist, kündigen wir es öffentlich an.

Eine außerplanmäßige Ernennung zum Präfekten ist selten und ehrenvoll.

Eine Enthaltung reicht mir nicht aus.

Sobald es abgesegnet ist, geht es sehr schnell.

In sechs Monaten weihen Sie Ihr brandneues Kommissariat ein.

Ich sage es dem Premierminister. Er wird es sicher schätzen.

- Sie stellte 11 Familienmitglieder ein. - 11?

Ja. Fünf im Rathaus, drei in der Verwaltung des Großraums.

Den Rest in geförderten Vereinen. Nepotismus im großen Stil.

Ja.

- Wie steht's? - Fünf Stimmen Vorsprung.

- Weiter so. Wir brauchen mehr. - Gut.

Wer hat deine Kandidatur gerettet,

als Mirmonts Experten dich fallen ließen?

Ja, ich war es. Wie schön, dass du dich daran erinnerst.

Ich gebe dir eine halbe Stunde zum Nachdenken.

Betonkopf.

Wir gleichen die Liste der hoch verschuldeten Kommunen

mit renitenten Abgeordneten ab.

17 Kandidaten, davon vier aus der Zentrumspartei.

Wir müssen sie wachrütteln.

- 13. - Nein, ich habe nur 12.

Du hast Malandrin nicht mitgezählt.

Bei ihm ist es nur indirekt.

Er hat einen fragwürdigen Tweet durchgehen lassen.

Inwiefern fragwürdig?

"IS greift unser Land an, weil es Hunderte zivile Opfer verschuldet hat."

Der Autor wurde nicht gefeuert?

- Nein, der Tweet wurde gelöscht. - Das ist egal. Es gab ihn.

- Malandrin muss sich dazu äußern. - Ich weiß nicht.

Ich weiß es. Er muss auf die Liste.

Philippe, so geht das nicht mehr.

Was meinst du?

Ich bin nicht mehr dein Assistent.

Sehr elegant.

Siehst du dich als Assistent?

Bist du Abgeordneter, oder ich? Wer gibt morgen eine Pressekonferenz?

- Ich. - Schläfst du bei Carthaud, oder ich?

Stehst du vor Gericht, oder ich?

Bist du verschuldet, oder ich, nur um schlafen zu können,

ohne dass der Alarm der blöden Fußfessel dich weckt?

Bist du es? Nein, verdammt.

Ich bin es. Dein einziges Problem ist die Größe deines Büros.

Mach doch, was du willst.

Ich sage dir die Wahrheit.

Carthaud soll mich für die Europawahl aufstellen.

Aber dieser Hurensohn Malandrin verhindert es.

Ich finde einen anderen Weg, um ihn zu schwächen.

Warte.

Ich setze ihn gern auf die Liste.

Aber es muss begründet sein, sonst ist alles aus.

Keine Sorge, wir finden was, bis der Untersuchungsausschuss tagt.

- Okay. - Ich gehe dann mal.

Dir bleiben sechs Stunden für eine packende Rede.

Und?

Besser als erwartet.

- Und Yvetot? - Er bleibt unnachgiebig.

Nicht unbedingt. Wir können Christus ins Feld führen.

Das heißt, der Papst reicht schon aus.

Im Herbst ist ein Staatsbesuch in Rom. Der Vatikan gehört zum Pflichtprogramm.

Das ist gut, denn Yvetot wird dabei sein.

Seine Stimme gegen eine Audienz beim Papst.

Laurent Yvetots Wege sind nicht unergründlich.

Gut. Zehn Stimmen Vorsprung. Ich danke Ihnen allen. Danke, Martin.

Vielen Dank und Bravo.

François Mitterrand: "Wer den Bruch nicht akzeptiert,

kann nicht Mitglied der Sozialistischen Partei sein."

Wer den Bruch nicht akzeptiert,

ganz unabhängig von der Methode,

wer den Bruch mit der bestehenden Ordnung nicht akzeptiert,

mit der kapitalistischen Gesellschaft,

der kann nicht, und ich betone es,

der kann nicht Mitglied der Sozialistischen Partei sein.

Danke.

- Verzeihen Sie die frühe Störung. - Was ist los?

Drei der Dschihadisten sind verschwunden.

In Courcouronnes. Es war eine Sache von Stunden.

Der erste kam nicht mehr aus der Schule seiner Tochter.

Der zweite verschwand im Bahnhof Châtelet - Les Halles.

Der dritte ist Nizah.

Wir mussten die Überwachung

nach einer Warnung zur Zelle in Toulouse lockern.

- Wie ist das möglich? - Nach der Krisensitzung weiß ich mehr.

- Rufen Sie mich an, wenn Sie da sind. - In Ordnung.

Vergleichen Sie es nicht mit der düstersten Epoche Frankreichs.

Er macht eine Liste mit Namen publik.

Genau wie Doriot im Vichy-Regime.

Er nennt uns Kollaborateure.

Dabei weiß er, dass mein Vater aus dem Lager floh.

- Das Schwein. - Bitte keine Godwin-Punkte.

Woher wisst ihr vor der Pressekonferenz, dass ihr auf der Liste seid?

Er versammelt nicht erst die Presse.

Er gibt die Namen inoffiziell bekannt.

Es reicht, wenn man in Problemvierteln gut abschneidet

und gut mit Muslimen auskommt, um ins Visier zu geraten.

Aber bei Coulange ist wirklich was faul.

Zwischen der Concorde und dem Staatsrat hast du solche Probleme natürlich nicht.

Weißt du, wie es ist, wenn von 15.000 Einwohnern 12.000 Muslime sind?

Sollen wir aus den Vorstädten weichen?

Sollen wir sie auch noch verlieren?

- Wie die Arbeiter? - Das sagt doch keiner.

Doch, Balsan.

Bring ihn zum Schweigen, sonst muss es die Präsidentin tun.

- Sie hat mit dem Gesetz genug zu tun. - Eben.

Wenn es durchkommen soll, muss sie uns anhören.

Die Liste und das Gesetz sind ein und dasselbe.

- Jedenfalls für uns. - Genau.

So ist das.

Ihr stimmt dagegen, wenn der Kleine die Liste zückt?

- Aber wie steht ihr denn dann da? - Moment mal.

Wir sind doch nicht blöd. Wir stimmen für das Gesetz.

Aber die Abgeordneten, die dafür waren, nicht mehr.

- Wir tauschen. - Wer?

Man darf keine Mandate mehr anhäufen, aber wir kontrollieren die Regionen.

Wir können auch Kreisverkehre verteilen.

Ihr erpresst die Präsidentin?

Hinter Balsan steht Rickwaert.

Und die Präsidentin mag ihn immer noch sehr.

Also wer erpresst hier wen?

Bis bald, Paul. Auf Wiedersehen.

Damit du alle Fakten kennst, bevor du die Präsidentin anrufst:

Rickwaert wollte mich erpressen,

um einen Listenplatz bei der Europawahl zu bekommen.

Also...

Denk lieber gut nach und triff die richtige Entscheidung.

Meiner Ansicht nach geht es bei diesem ganzen Mist

gar nicht um Nepotismus und religiöse Abschottung.

Du verstehst mich sicher.

Monsieur Rickwaert? Die Präsidentin erwartet Sie unten.

Cyril beunruhigt zu viele Abgeordnete.

Malandrin droht damit,

dass seine Verbündeten das Gesetz kippen.

- Seine Verbündeten? - Abgeordnete der Sozialisten.

Wir wissen nicht genau, wer. Die Zeit ist zu knapp.

Die Abstimmung ist morgen.

Die Einkaufszentrale hat uns Stimmen gebracht.

Wir sind aber nicht die Einzigen, die sie nutzen.

- Ich halte Cyril auf. - Zerstört das nicht deine Pläne?

- Welche? - All das, um EU-Abgeordneter zu sein?

Philippe!

Sie hat es verdient. Du unterforderst sie.

- Sie? - Véro.

Der Élysée-Palast mit den Technokraten und den Protokollen ist nichts für sie.

Véro ist eine Aktivistin.

Ohne Fabrikschlote und Sektionstreffen verwelkt sie.

Ich sehe sie täglich und höre es so?

Ich habe sie gebeten, dir nichts zu sagen.

Sie sollte sich sicher sein, bevor sie dich beunruhigt.

Daher der reservierte Listenplatz.

- Malandrin hat Daniel gesagt... - Malandrin ist Abschaum.

Er will Véro nicht auf seinem Gebiet haben.

Ich muss Cyril aufhalten.

Véro, ich muss dich dringend sprechen.

Ich fahre erst zu Cyril und dann zu dir.

Wir müssen was klären. Ruf zurück, wenn du das hörst.

Wir müssen reden. Lass dir von anderen nichts erzählen.

Es ist wichtig. Ruf mich bitte zurück.

- Du musst es abblasen. - Was?

Malandrin hat sich mit anderen von deiner Liste verbündet.

Wenn sie publik wird, kippen sie das Gesetz.

Das reitet sie weiter rein. Die Geschäftemacher und Erpresser.

Das ist nicht zu beweisen.

Wir wissen nicht, wen sie gekauft haben. Die Abstimmung ist morgen.

Was sage ich den Journalisten? "Geht nach Hause"?

- Dann bin ich erledigt. - Warum kommen sie?

Die Liste ist gut, aber sie wollen das mit den Halal-Bonbons ausschlachten.

Das kannst du machen, kein Problem.

Da geht es um Coulange. Den kannst du ruhig fertigmachen.

- Aber dabei bleibt es. - Und Malandrin?

- Du verzichtest auf die Europawahl? - Das ist kein Problem.

Ich setze Prioritäten.

Wir wollen das Land ändern. Wir wollen, dass Amélie Erfolg hat.

- Wir müssen Sozialisten bleiben. - Sozialismus ist mehr.

Im Sozialismus geht die Republik vor.

Ist es eine Republik, wenn wir die Vorstädte Imamen abtreten?

Wir sind in der Zwickmühle.

Es tut mir leid, Philippe.

Du weißt, dass ich dich respektiere und gern habe.

Aber aus Respekt und Verehrung mache ich diese Wichser jetzt fertig.

Ich verstehe dich, aber die Macht hat ihren Preis.

Und was sind die Leute hier wert, die Kinder und Frauen?

Pass auf.

Du gehst jetzt dahin und sagst, dass die Partei deinem Gesuch nachkommt.

Kalhenberg plant eine Klausurtagung, um die Haltung zum Laizismus zu klären.

Wenn du willst, rufe ich Amélie an, um alles zu regeln.

- Nein. - Nein?

Eine Klausurtagung?

Wir wissen doch, wie das endet.

Währenddessen mauscheln alle Coulanges weiter.

Für diese Leute läuft es auf ein Wort hinaus: Straffreiheit.

Hörst du das, "Straffreiheit"? Soll es das Echo in den Vorstädten sein?

"Wo ist Frankreichs Ehre hin,

wenn die Farbe der Haut wichtiger ist als die der Arbeitskleidung?"

Das hast du gesagt, als du im Blaumann die Schüler verteidigt hast.

Das ist die gleiche Debatte und das gleiche Thema.

Mehr sage ich nicht, ich verteidige sie nur weiter.

In den Vorstädten leben Muslime?

Mag sein, aber was geht es uns an?

Wir urteilen nicht aufgrund der Religion.

Ein sozialistischer Abgeordneter dient den Bürgern und den Arbeitern.

Die Religion hat da nichts zu suchen. Sie stiftet nur Chaos und Krieg.

Cyril, es gefällt mir, dass du mich zitierst.

Natürlich stimme ich dir voll und ganz zu.

- Ich kann Amélie nicht hängen lassen. - Warum?

Es ist ja nicht wie bei Léon Blum.

Wenn ich nicht bei ihr und in ihrer Nähe bin,

weiß ich nicht, wo es hingeht.

Vergiss nicht, dass sie es mit Thorigny versucht hat.

Es ging schon weit. Ich habe die SMS gelesen.

Es waren Dutzende. Wir müssen wieder aufholen.

Wir müssen schlau sein und Fallen ausweichen.

Wie bei der Tour de France, wenn man die Ausreißer vorbeilässt.

Der Etappensieg interessiert uns nicht.

- Was sonst? - Die Einigung der Linken.

Bringen wir Vidal und Amélie zusammen.

Ich arbeite seit acht Monaten daran. Es läuft gut, wir stehen uns nahe.

Ach ja?

- Ihr steht euch nahe? - Ja.

Sie hört auf mich und vertraut meiner Meinung.

Ich kann sie zur Einigung der Linken überzeugen.

- Habt ihr darüber geredet? - Noch nicht.

Ihr steht eine Parlamentskrise bevor. Sie kann Artikel 49-3 nicht nutzen.

Sie wird es auflösen müssen.

Das ist dann der Moment, um die Zustände aufzuklären.

Du hast ihr geraten, auf Artikel 49-3 zu verzichten?

Die Krise käme zu früh, da sie das Parlament noch nicht auflösen darf.

Sie kann das Bündnis mit Vidal nicht als schwächere Partnerin eingehen,

wenn ihr Gesetz abgelehnt wurde.

Ich brauche Zeit, Cyril. Es ist zu früh.

Amélie und Vidal?

- Das schaffst du nicht. - Warum nicht?

- Weil du sie immer noch liebst. - Ich?

Überhaupt nicht.

Am schlimmsten ist, dass du es nicht mal merkst.

Es ist dir nicht bewusst. Du denkst nicht klar.

Sie hat dich in der Hand und hindert dich an politischen Kämpfen.

Früher haben wir beide gemeinsam gekämpft.

Einer muss damit weitermachen.

Ja, Léo. Ich bin gleich da.

Hallo?

- Hallo? - Ich habe ihn verloren.

Du hast ihn verloren?

Was soll das heißen? Wie konntest du ihn verlieren?

Guten Tag. Danke, dass Sie gekommen sind.

Danke. Ich gebe gleich eine Erklärung ab.

Im Gebäude, in einer Minute.

Danke, dass Sie da sind.

Na, Hassan, hat man dich als Spion geschickt?

Danke. Es geht gleich los.

Vielen Dank an alle. Danke, dass Sie gekommen sind.

Vielen Dank, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind.

Ich habe eine einfache Botschaft.

Wer den Bruch

mit der religiösen Abschottung nicht annimmt,

mit der Vetternwirtschaft, die das Wesen des Laizismus angreift,

der kann nicht, und ich betone es,

der kann nicht Mitglied der Sozialistischen Partei sein.

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