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Unverständliche Funksprüche
Ich versteh es nicht.
Und wo waren Sie danach? Im Restaurant.
Und dann, ähm... Dann sind wir noch was trinken gegangen.
Die Wanderer, die die Leiche entdeckt haben,
machen auf dem Revier ihre Aussage.
Das ist ohne Zweifel Ludwig, Lauras Cousin.
Das hier ist Privatbesitz der Familie.
Was machten die Wanderer hier? Sie wussten es nicht.
Der Wald ist nicht eingezäunt.
Ohne sie wär die Leiche später entdeckt worden.
Oder nie. Was haben wir bis jetzt?
Die gleiche Methode. Enthauptet, ausgeweidet, die Organe vergraben.
Sieht so aus, als ob da jemand alle Erben der Familie auslöschen will.
Jürgen war Kurts Sohn, Ludwig der von Dieter.
Der Hund war auf Laura angesetzt.
Max' Tage könnten auch gezählt sein.
Wieso geht man bei Laura anders vor?
Vielleicht sind Frauen der Pirschjagd nicht würdig.
Ich mach doch die Regeln nicht, Man erlegt nur männliche "Tiere.
Das ist nun mal so. Was hat der Hundezüchter gesagt?
Auch, dass es seit Kriegsende keine Roetken gibt.
Aber er erzählte von einem Roman-Mädchen,
das von einem angegriffen worden sein soll.
Die von Geyersberg nahmen die Schwarzen Jäger bei sich auf.
Sie haben die Methoden beibehalten, auch wenn Laura anderes behauptet.
Du hast sie noch mal gesehen? Ja. Beim alten Frantz.
Ist nicht so gut gelaufen.
Der Mörder hat überall den Boden und das Laub aufgewühlt.
Um alle Spuren zu verwischen. Wie beim letzten Mord.
Wie weit liegt diese Roma-Geschichte zurück? 20 Jahre.
Wär es möglich, Nachforschungen anzustellen?
Ist machbar. Wohin sind die Roma gezogen?
Wir befragen sie gleich morgen.
Ihre Leute sollen den Wald durchkämmen.
Max braucht Polizeischutz.
Ein Psychopath wütet gegen die Nachfahren.
Ist das alles? Nein. Wir brauchen ein Hotelzimmer für die Nacht.
Ein dünnes Ergebnis für eine ganze Nacht Recherche.
Nichts über eine Hundeattacke auf ein Mädchen. Keine Anzeige.
Wir haben alle Krankenhäuser durchforstet.
Es wird nicht einfach sein, sie zum Reden zu bringen.
Nach meinen Infos heißt die Hauptfamilie Nicolitch.
Man sagt, die "Kumpania". Was?
Bei den Roma sagt man "Kumpania", eine erweiterte Familie, ein Clan.
Wir hätten Verstärkung mitnehmen sollen.
Lassen Sie mich das Reden übernehmen.
Sar sal?
Du kannst dir deine hässlichen Floskeln sparen.
Ich bin Raiko, Chef der Kumpania.
Bullen? Mhm.
Was wollt ihr? Wir sind wegen eines Unfalls mit einem Hund hier.
Liegt 20 Jahre zurück.
Ein Unfall? Ja.
Die Dreckschweine haben ihre Köter auf meine Tochter gehetzt.
Kanntest du sie? Nie vorher gesehen.
Schergen von den adligen Arschlöchem,
um uns von ihrem Land zu vertreiben.
Hast du Beweise dafür?
Beweise sind was für Gadscho.
Sahen die Hunde so aus wie der hier?
Hasi du diese Art Hunde mal wiedergesehen?
Wir setzten nie wieder einen Fuß in diese WäIder.
Ja. Und warum hast du nie Anzeige erstattet?
Du bist ja witzig.
Was sollen deine bescheuerten Fragen?
Auf dem Anwesen gab's 'ne Hundeattacke.
Die gleiche Art von Hund.
Ist nicht mein Bier.
Hast du nie daran gedacht, dich zu rächen?
Die sind unantastbar.
Wir hallen 'ne andere Idee.
Wir wollten sie verfluchen lassen von 'ner Hexe.
Aber die Alte sagte, nicht nötig, weil sie schon verflucht sind.
Sie hat gesagt, dass der Tod auf ihnen Hegt.
Dass sie in jeder Generation einen Sohn verlieren würden.
Ich las, einer der Geyersberg-Söhne wurde ermordet. Mhm.
Ich schätze, da lag die Alte wohl nicht ganz falsch.
Hm.
Levna.
Meine Tochter.
Wir wussten nicht, dass sie überlebt hat.
Was wäre Ihrer Meinung nach besser gewesen?
Wie können Sie so eine Geschichte glauben?
Das sind Gerüchte, Kleinen.
Vielleicht starben noch andere Söhne ungewöhnlich.
Okay, nehmen wir doch mal an,
dass der Nazi Dirlewanger nach dem Krieg
in dem Adelsnest unter-geschlüpft ist.
Die Schwarzen Jäger schützen ihr Land,
sie heuern Wilderer an und beschaffen neue Roetken.
Eins passt trotzdem nicht. Hm?
Warum hetzen die Schwarzen Jäger ihre Hunde auf ihre Chefs?
Das Alibi vom alten Frantz?
Er sitzt im Rollstuhl. Das interessiert mich 'nen Scheiß.
Überprüft Krankenakten, Aktivitäten, Stiftungen.
Vielleicht hat er Leute angeheuert. Und sein Motiv?
Kurt, sein Bruder, der ihn bei einem Jagdausflug
an den Rollstuhl gefesselt hat.
Denkbar, dass er an dessen Kindern Rache nimmt. Und?
Geld.
Er will ja den Konzern nicht leiten,
aber schon bald ist er der einzige Erbe.
Danke, Professor Wunderlich.
Ich hoffe, ich komme nicht ungelegen. Im Gegenteil.
Ich hab sehr selten Besuch. Bitte sehr.
Ich hab gehört, Sie sind der beste Ahnenforscher der Gegend.
Nicht der beste, Kommissar.
Der einzige.
Ich hab mir die Akten der von Geyersberg angesehen.
In genealogischer Hinsicht ein interessanter Fall.
Ich vermute, Sie wissen vom Tod von Jürgen von Geyersberg?
Ja, und heute hab ich im Radio gehört,
dass ein weiterer Sohn ermordet worden ist.
Ja, auf genau die gleiche Art und Weise.
Genau genommen, Sie werden es sicher merkwürdig finden,
bin ich wegen eines Gerüchtes hier.
Dass die Familie in jeder Generation
mindestens einen Sohn verlor.
Das ist kein Gerücht, Kommissar, es ist die reine Wahrheit.
Inwiefern?
1988 zum Beispiel verschwindet Dieter von Geyersberg,
Vater von Max und Ludwig,
auf mysteriöse Weise auf hoher See bei den Grenadinen.
Noch eine Generation zurück sind wir bei '45.
Wilhelm, der Bruder von Karl und Chef des Unternehmens,
verschwindet unter deutscher Besatzung.
Bereits kurz vorher wird sein Cousin Thomas
bei der Landung der Amerikaner in der Normandie vermisst gemeldet.
Sie waren 34 beziehungsweise 35 Jahre an. Hm.
Sind Sie auch noch weiter zurückgegangen? Natürlich.
1916, Schlacht an der Somme.
Dort Iöst sich Otto, der Bruder von Fritz, in Luft auf.
Später wird ein Cousin
von den Stromschnellen eines Flusses mitgerissen.
Sie berichten mir von lauter verschwundenen Personen.
Wurden sie je gefunden?
In der Mehrzahl der Fälle wohl nicht.
Also ist die einzige offizielle Version die der Familie. Ja.
Aber was frappierend ist,
ist die Symmetrie, was das Verschwinden angeht.
Warum?
Sie haben sicher schon mal einen Stammbaum gesehen? Mhm.
Nun ja, bei den von Geyersberg sieht das so aus.
Ist mir was entgangen?
Satz dich und sieh dir das an.
Kommen wir heute zum Fluch der von Geyersberg.
Also, in jeder Generation gibt's einen Zweig der verschwindet.
Fritz, Wilhelm, Thomas, Dieter.
Alle zwischen 30 und 40 Jahre all.
Heute Jürgen und Ludwig. Nur fand man die anderen Leichen nie.
Wurden sie auch ermordet?
Wir haben keinen Beweis, aber es ist wahrscheinlich.
So wie Jürgen und Ludwig.
Etwas Neues über die Hunde?
Ich sprach mit jemandem aus einer Polizeihundestaffel.
Viele Roetken leiden an einer Erbkrankheit,
sie verwerten Zink schlecht.
Und? Sie brauchen deshalb ein spezielles Medikament.
Ein rezeptpflichtiges Zinkpräparat.
Wir müssen uns die Gegend vornehmen. Ja.
Kein Problem.
Was habt ihr über Frantz?
Er hat für beide Morde ein wasserdichtes Alibi.
Und noch mal, er sitzt im Rollstuhl.
Sind Sie an seine Krankenakten gekommen?
Er hat die Wahrheit gesagt.
Eine Kugel traf ihn während eines Jagdausflugs, als er 1? war.
Dabei wurde das Rückenmark verletzt. Beide Beine gelähmt.
Was treibt er? Ein Milliardärsalltag.
Ihm sind Tiere lieber als Menschen.
Eine Sache find ich allerdings eigenartig.
Laut Gräfin praktizieren die von Geyerbergs die Pirschjagd nicht.
Trotzdem leitet Frantz die Stiftung "Schwarzes Blut".
Die widmet sich exklusiv der Pirsch.
Ich hab da angerufen.
Sie kaufen Waldflurstücke
und kümmern sich um die Hege für die von Geyersberg.
Jetzt verstehe ich langsam: Diese Jagd ist die nobelste
und zugleich die gefährlichste.
Die einzige, die der Familie würdig erscheint.
Camille, kümmre du dich um das Zinkmedikament.
Sie überprüfen eine Verbindung
zwischen der Stiftung und den Schwarzen Jägern.
Und wo gehst du hin?
Ich fahr mal zur Gräfin. Sie führt uns an der Nase rum.
Was machen Sie denn hier?
Man hat mir gesagt, dass ich Sie hier finde.
Sie sollten lernen, den Toten Respekt zu erweisen.
Respekt fängt mit Aufrichtigkeit an, mit der Wahrheit.
Hören Sie auf zu Iügen, sonst sind Sie Hauptverdächtige.
Warum haben Sie uns diesen Unsinn über die Pirsch erzählt?
Ich verstehe nicht.
Oh doch.
Sie sagten, die von Geyersberg üben sie nicht aus. Das stimmt nicht.
Die Zeiten ändern sich. Für meine Generation ist das passe.
Und das Schwane am?
Was macht die Stiftung Ihres Onkels?
Die ist ein Umweltschutzverband.
Ihre WäIder erweitem und das Jagd-Wild pflegen,
nennen Sie Umweltschutz?
Der Wald ist Ihr Königreich.
Er hat weitaus mehr Wert für Sie als Ihr gesamtes Firmenimperium.
Wie passt das zur Ermittlung? Der Mörder ahmt die Pirsch nach.
Und nun? Sie drehen sich gerade im Kreis.
In jeder Generation verschwindet jemand.
Was hat es damit auf sich?
Es hat Unfälle gegeben, Kriege, das ist alles.
Mhm. Und nie eine Leiche.
Und die Schwarzen Jäger, die Roetken.
Nie was davon gehört?
Mysteriöse Musik
Ich hab es Ihnen doch schon gesagt.
Das sind nur Legenden. Mhm.
Ich hab heute Roma getroffen, für die die Legenden sehr real sind.
Ich war jung, aber die Schuldigen haben bezahlt.
Wir haben die Familie entschädigt
und das Mädchen versorgen lassen.
Das Mädchen ist anwachsen, und ihr Gesicht ist für immer entstellt.
Ich denke, dass Sie Angst haben.
Warum?
Ich habe Ihnen nichts mehr zu sagen.
Ich komme zum Trauern zurück, wenn Sie meinen Besitz verlassen haben.
"Stell dich deinen Aufgaben mit all deiner Kraft.
Und folge dem Weg, den das Schicksal bereithäIt,
dann leide so wie ich und schweige, wenn du stirbst. "
Handy vibriert.
Ja, Camille?
Okay, ich komme sofort.
Dynamische Trommelmusik
Was, zum Teufel, ist hier los?
Der TYP, der da wohnt, kauft ein Zinkpräparat in Karlsruhe.
Ohne Rezept. Er hat keinen angemeldeten Hund.
Ist das alles? Nein. Jagdaufseher bei der Stiftung "Schwarzes Blut".
Er hat uns mit Gewehrschüssen empfangen. Das ist ein Irrer.
Wie wollen Sie jetzt vorgehen?
Für den Zugriff brauchen wir noch grünes Licht aus Stuttgart.
Für einen Idioten? Sie machen wohl Witze, Kleinert. Na dann.
Camille, komm mit. Niemans.
Scheiße, noch mal.
Ihr, darüber.
Spannungsvolle Musik
Vorwärts.
Husten
Wir treffen uns hinter dem Haus. Der Typ ist völlig durchgeknallt.
Niemans.
Pulsierende Musik
Treibende Musik
Keine Bewegung!
Verdammt. Dieses Mal hat echt nicht viel gefehlt.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft
sind Sie mit sofortiger Wirkung vom Fall entbunden.
Mhm.
Gab es Verletzte? Nein.
Schäden? Nein. Was ist dann das Problem?
Handy vibriert.
Er ächzt.
Ja?
Sehr gut, bis gleich.
Das war Schüller. Er will uns sehen.
Zuerst verhören wir den Wahnsinnigen.
Sind Sie taub oder was?
Sie nähern sich dem Verdächtigen nicht.
Für wen halten Sie sich?
Für einen Polizisten, der seine Arbeit macht.
Er stöhnt.
Sie dürfen ausnahmsweise beim Verhör dabei sein.
Aber ich will nichts von Ihnen hören.
Ja, Papa.
Sein richtiger Name ist Karl Bruch, 43 Jahre alt, zehn hinter Gittern.
Wegen Wilderei und Körperverletzung.
Verdächtig in zwei Fällen, aber immer davongekommen. Wie?
Wie es aussieht, wurde Druck ausgeübt.
Von unserem Adelsclan eben. Es spricht einiges dafür.
Die Schwarzen Jäger sind zurück.
Zufällig arbeitet Bruch für die Stiftung der Familie,
die die Pirsch ausübt.
Wir müssen den Kerl richtig rannehmen.
Oh nein, vergessen Sie nicht Ihr Versprechen. Ah, jaja.
Als wir bei dir geklopft haben, hast du sofort geschossen.
Warum? Ich mag's nicht, wenn man mir auf die Nüsse geht.
Was hast du zu verbergen? Gar nichts.
Ich bin Jagdaufseher und arbeite für 'ne ehrbare Stiftung.
Und die Roetken? Welche Roetken?
Die du mit 'nem Zinkpräparat behandelst.
Wovon sprechen Sie?
Vor zwei Tagen wollte einer die Gräfin angreifen.
Und ich soll darin verwickelt sein? Der war voll gut.
Wir beschützen die Geyersberg schon ewig. Wer ist wir?
Habt ihr die Meine Roma vor 20 Jahren angegriffen?
Was machst du bei der Stiftung?
Rufen Sie da an, wenn Sie das wissen wollen.
Und bitten Sie sie, mich abzuholen.
In einer Stunde bin ich draußen.
Dann können Sie sich einen runterholen.
Was war das? Hm? Ich soll mir einen runterholen?
Hast du das gesagt? Aufhören! Niemans!
Sag das noch maH Na los!
So Iäuft das hier nicht.
So nicht!
Kusslaut
Schon ganz schön spät.
Hoffentlich ist er nicht über seinem Schnaps eingeschlafen.
Wir essen gerade.
Philipp muss noch im Labor sein.
Aber kommen Sie danach gern zu uns. Sie sind herzlich willkommen.
Sie kennen ja den Weg.
Professor Schüller?
Professor Schüller!
Düstere KIänge
Ich ruf meine Jungs.
Nein, wir werden erst mal alle, die hier arbeiten, vernehmen.
Ich hätte gleich kommen sollen.
Niemans? Ja?
So dürfen wir nicht denken.
Was hat er dir am Telefon gesagt? Irgendwas von DNA.
Okay. Wir machen uns alle drei daran.
Wir nehmen uns alle vor, die sich noch hier im Gebäude aufhalten.
Schüller hat vielleicht jemandem gegenüber was erwähnt.
Er hat gesagt,
dass er sich im Labor einschließt, für einen Versuch.
Ich weiß nicht, was ich Innen sonst sagen soll.
Wir haben Philipp zum Abendessen erwartet... Niemans.
Entschuldigen Sie mich.
Ja? Ich hab einen Koen Held vernommen.
Einen Genetiker, der an Stammzellen arbeitet.
Schüller hatte mit ihm gesprochen.
Er hatte den Karyotypen von Jürgen erhalten, seine DNA.
Da er mal wegen einer Versicherung einen DNA-Test von Laura machte,
wollte er vergleichen.
Kleinerts Computerfreak hackte Schüllers Computer.
Sie fanden die Daten, der Genetiker hat sie für uns entschlüsselt.
Es ist zwar nur ein Diagramm, aber das Ergebnis ist eindeutig.
Ruhige dissonante Musik
Tür wird geschlossen.
Sie schon wieder?
Jürgen war nicht Ihr Bruder. Sie lacht.
Was ändert das schon?
Ich hab Ihnen doch gesagt, dass wir wie Zwillinge waren.
Meine Mutier ist einfach nicht schwanger geworden.
Mein Vater entschloss sich zur Adoption,
unter strengster Geheimhaltung.
Es kam ja nicht infrage, unser Imperium den Cousins zu überlassen.
Ich bin danach gekommen.
Nach Jürgens Adoption wurde meine Mutter schwanger.
Ein Klassiker.
Wusste er, dass er Adoptivkind war?
Nein. Er hat es nie erfahren.
Ich hab es früh herausgefunden, ohne die Details zu kennen.
Es hat nichts für mich geändert. Hm.
Warum haben Sie denn nichts gesagt?
Wir waren noch jung, als unser Vater gestorben ist.
Wir mussten kämpfen, um den Konzern zu übernehmen.
Wäre diese Adoptionsgeschichte herausgekommen,
hätte das unsere PIäne absolut infrage gesteht.
Aber wo ist da der Zusammenhang zu den Morden?
Und Ludwig? War er auch adoptiert?
Keineswegs. Worauf wollen Sie hinaus?
War es so, könnte jemand dafür sorgen wollen,
dass in jeder Generation
der Erbe ein leibliches Familienmitglied ist.
In jeder Generation? Mhm.
Aber wovon reden Sie denn da?
Sie wissen sehr wohl, dass immer wieder Erben verschwunden sind.
Sie glauben also, dass die auch alle adoptiert wurden?
Hat man Sie extra hergeschickt, um derartigen BIödsinn zu verbreiten?
Wir haben Schüller in seinem Labor ermordet aufgefunden.
Philipp? Ja.
Vermutlich weil er aufdecken wollte,
dass Jürgen nicht Ihr Bruder war.
Wer wusste, dass er adoptiert war? H m? Wer?
Ich weiß es nicht.
Ich weiß gar nichts.
Zarte Streichmusik'
Perlende Streichmusik'
Guten Abend, Herr von Geyersberg.
Tut mir leid, dass wir Sie zu so später Stunde noch stören.
Was wollen Sie? Ich bin Camille Delaunay.
Ich arbeite mit Commissaire Niemans zusammen.
Ich wiederhole meine Frage. Was wollen Sie?
Sie zu seltsamen Vorgängen in Ihrer Familie befragen.
Falls Sie die Morde meinen, drücken Sie sich euphemistisch aus.
Ich meine nicht die Morde.
Wir wissen, dass Laura und Jürgen keine Geschwister waren.
Genauso wenig wie Max und Ludwig. Haben Sie eine Erklärung dafür?
Folgen Sie mir in den Salon.
Die Familie hatte schon immer ein Problem mit der Fortpflanzung.
Kurt hat Jürgen adoptiert.
Und Dieter hat Ludwig adoptiert.
Danach ist es beiden gelungen, doch jeweils ein Kind zu zeugen.
Laura und Max.
Warum haben Sie das nicht erzählt?
Man hat Ludwigs Leiche ja erst gestern gefunden.
Zwei adaptierte Kinder werden
auf die gleiche Art und Weise umgebracht.
Warum? Wenn ich das wüsste.
Andere Familienmitglieder starben auch eines gewaltsamen Todes.
Waren die auch adoptiert?
Keine Ahnung.
Ich glaube, Sie Iügen uns an, Herr von Geyersberg.
Entschuldigen Sie meine Kollegin, Die Dringlichkeit.
Sie müssen sich nicht rechtfertigen.
Wir hassen Sie jetzt in Ruhe.
Es war sehr freundlich,
dass Sie uns unter diesen Umständen empfangen haben.
Kennen Sie Karl Bruch?
Ich hab diesen Namen noch nie gehört.
Dabei arbeitet er doch für eine Ihrer Stiftungen.
Wir beschäftigen Hunderte von Menschen.
Die Stiftung "Schwatzes Blut".
Hat dieser Mann gegen das Gesetz verstoßen?
Wir haben den Beweis, dass er Roetken züchtet.
Die Schwarzen Jäger, sagt Ihnen das was?
Ich werd wohl meinen Freund, den Staatsanwalt, anrufen müssen.
Das wird nicht nötig sein, Herr Graf.
Guten Abend.
Du hast Lanza getötet!
Du hast Lanza getötet!
Du hast ihn getötet! Ihn getötet! - Nein!
Du hast Lanza getötet! - Nein!
Regen plätschert.
Nachrichtenton
Er seufzt.
"Hallo?" Ja, Camille.
Wo steckst du denn, Niemans?
"In der Villa de Verre. " Seit gestern Abend?
"Und? Irgendwas Neues?"
Der letzte Anruf von Schüller vor seiner Ermordung
ging an Laura.
Unheilvolle Musik
"Du hast mit der Hauptverdächtigen geschlafen.
Wir sind unterwegs. " Okay.
Laura?
Laura?
Bedrohliche Musik
Was haben Sie vor? Was soll dieser Scheiß?
Ich hab einen Haftbefehl. Lassen Sie mich meine Arbeit machen.
Wo ist deine Gräfin? Keine Ahnung.
Sie war weg. Ich hab die ganze Bude durchsucht, niemand da.
Sie ist wohl zum Wald. Was liegt gegen sie vor?
Sie sprach als Letzte mit Schüller.
Er muss ihr was gesagt haben. Sie macht uns immer was vor.
Sie hat alles über Jürgen erzählt. Sie hat nichts mehr zu verbergen.
Und dass Ludwig auch adoptiert wurde?
Der alle Frantz hat es uns erzählt.
Ich bin ziemlich sicher, dass alles mit seiner Stiftung zusammenhängt.
Wir müssen Bruch noch ma! verhören.
Er wird dir das nicht erlauben.
Dann soll er verhören. Laura ist in Gefahr.
Nur Bruch kann uns helfen, sie zu retten.
Wie soll Bruch uns weiterbringen, wenn Laura dahintersteckt?
Sie ist die Nächste auf der Liste.
Ja? Und warum ist sie dann abgehauen?
Vielleicht, um sich zu rächen. An wem?
An Frantz.
Die Geyersberg hatten immer Probleme, sich fortzupflanzen.
Sie adoptierten Notfallkinder, damit die Familie nicht ausstirbt.
Nur bekamen sie am Ende doch ein Kind. Einen echten von Geyersberg.
Warum beseitigen sie sie erst, wenn sie erwachsen sind?
Die Schwarzen Jäger erledigen die Drecksarbeit.
Auf Anweisung der Familie?
Das Familienoberhaupt entscheidet, das adaptierte Kind zu töten.
Und Laura weiß nichts?
Wenn sie von Jürgens Opfer wusste, dann hat sie...
Achtung!
Hohes Pfeifen
Niemans? Ja?
Geht schon.
Sie ächzen.
Kleinen? Kleinen!
Kleinen. Kleinen!
Lebt er? Ja.
Sie stöhnt.
Geht's, Camille? Ja.
Entferntes Hundegebell
Das ist die Pirsch. Die Jagd hat begonnen, Camille.
Laura ist im Wald. Sie weiß zu viel!
Ich hab kein Netz. Sie endet wie die anderen.
Wenn ich sie nicht vorher finde.
Hol Hilfe, Camille. Ich komm mit dir!
Nein! Das sind Jäger, sie sind gefährlich.
Tu, was ich sage, verdammt noch mal! Du nervst!
Bedrohliche Musik
Wir holen Hilfe, Kleinert.
Entferntes Hundegebell
Er ächzt schmerzerfüllt.
Pulsierende Musik
Laura!
Laura!
Nervenaufreibende Hänge
Laura!
Musik verebbt.
Entferntes Hundegebell
Schneidende KIänge
Such. Na los. Such. Knurren
Hundegebell
Er atmet stoßweise.
Waffe fallen lassen!
Die Pirsch, Niemans.
Sie ist das einzig Wahre. Er ächzt.
Sie haben nichts begriffen. Warum adoptieren Sie Kinder?
Wir adoptieren Kinder, um sie zu töten.
Der Jäger muss seinen Feind rüsten, damit er stark wird.
Das macht unsere Familie seit jeher.
Wir bieten ihm die beste Ausbildung,
bringen ihm das Jagen bei, um aus ihm einen würdigen Gegner zu machen.
Das alles, damit der wahre Erbe ihn dann im Wald stellen kann?
Ganz genau.
Das adaptierte Kind wird zu unserer Beute.
Und die Pirsch ist das einzige Gesetz in unserer Familie.
Das ist Mord.
Es ist ein Duell.
In jeder Generation riskieren wir unser Imperium.
Wenn die Beute gewinnt, darf sie Herr über unser Vermögen werden.
Wär mein Bruder der Stärkere gewesen,
wär ich statt seiner begraben worden.
Warum haben Sie die Leichen zur Schau gestellt?
Der leidige Stolz.
Ich wollte, dass man meinen Sieg bewundern kann.
Hat Max Ludwig getötet?
Es ist Jagdsaison.
Und Schüller'?
Weil er zu viel wusste?
Sie sind ein sehr wehrhafter Mann.
Ganz hervorragend geeignet für die Pirsch.
Keine Bewegung!
Sie lacht schwach.
Die Hunde, Camille. Sie kommen. Das ist die Hundestaffel.
Die Verstärkung kommt.
Zarte Streichmusik
Die Ärzte sagen, dass ich in zwei Wochen auf den Beinen bin.
Wir fahren heute wieder.
Ich hab eine erstaunliche Information bekommen.
Koen Held, der Genetiker vom Institut,
hat seine Nachforschungen fortgeführt.
Laura war das Adoptivkind.
Frantz war dafür zuständig,
über seine Stiftung das Prozedere der Jagd zu organisieren.
Hat er gestanden? Nein.
Im Augenblick verschanzt er sich hinter seinen AnwäIten.
Aber Max, Ludwigs Bruder,
und der Großteil der Schwarzen Jäger wurden festgenommen.
Okay.
Es fällt mir echt schwer, Ihnen das zu sagen, aber...
Sie sind wirklich ein guter Polizist.
Danke.
Und schreiben Sie Ihre Berichte.
Jetzt gehen Sie mir nicht wieder auf die Nerven.
Ja. Na dann.
Sie lacht.
Melancholische Streichmusik'
Na los, gehen wir.
Reden wir mal über die Hunde.
Mein äIterer Bruder war schizophren.
Zunächst merkten meine Eltern nichts.
Nur ich wusste, wie schlimm es um ihn stand.
Niemand in meiner Familie wollte das wahrhaben.
Und was hat das mit den Hunden zu tun?
Meine Eltern schenkten ihm einen Beauceron,
als er klein war.
Aber er richtete den Hund heimlich ab, um mich zu töten. Da hast du's.
Ich hab von da an nur in Angst gelebt.
Darm starb der Hund, wir wussten nie, warum.
Alle glaubten, dass ich ihn vergiftet hätte.
Dann ist mein Bruder immer gefährlicher geworden.
Und meine Eltern Hellen ihn einweisen.
Aber im Grunde
wurde ich der wahre Verrückte der Familie.
Ich wusste nicht, dass du einen Bruder hast.
Er hat sich aufgehängt, als er 27 war.
Sie seufzt.
Zarte emotionale Streichmusik'
Hast du noch weitere Fragen?
Ja.
Wie schnell kann dein Auto fahren?
Sie lachen.
Motor dröhnt lauter.
Untertitel im Auftrag des ZDF,
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