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Samuel?
Samuel?
Samuel.
Verzeihung.
Entschuldigen Sie.
Commissaire Niemans?
Lieutenant Chauveron. Bonjour. Ich soll bei den Ermittlungen helfen.
Gibt es hier eine Autovermietung? Mein Wagen steht draußen.
Ich ziehe es vor, unabhängig zu sein.
Die Autovermietungen sind auf der anderen Seite.
Ich dachte, Sie wären zu zweit. Tja, es hat sich anders ergeben.
Kommen Sie, Setzen Sie mich unterwegs ins Bild.
Sie kennen den Staatsanwalt?
Er ist ein alter Freund.
Aber darum hat er mich nicht in diesem Fall hergeschickt.
Die Frage ist, ob es Mord war oder nicht?
Angeblich hat sich jemand am Stützbalken zu schaffen gemacht.
Nur eine Hypothese.
Das Problem ist, dass Samuel Toschi Pfarrer des Chateaus war.
Chateau? Welches Chateau? Das wird nur so genannt.
Eigentlich sind es Gehöfte,
bewohnt von einer protestantischen Gemeinde.
Sie werden die "Weinleser Gottes" genannt.
Ist das eine Sekte? Das kann man so sagen, ja.
Sie sehen sich als Erben der ersten Reformierten von Elsass.
Nach außen sind sie nett, aber nicht kooperativ.
Sie wollten keine Autopsie, weil es gegen ihre Gebote verstößt.
Sie gehen unseren Fragen aus dem Weg.
Und sie wollen unbedingt den Zeitplan ihrer Weinlese einhalten.
Interne Rivalitäten? Schwer zu sagen.
Sie leben praktisch autark.
Nur während der Ernte öffnen sie die Türen für Saisonarbeiter.
Und Toschi?
Was machte er auf der Baustelle?
Er prüfte täglich den Fortschritt. Lag ihm wohl am Herzen.
Die ersten Protestanten suchten dort Zuflucht.
Die Kapelle soll ein Wallfahrtsort werden
und an die Verfolgung im 16. Jahrhundert erinnern.
Verstehe.
Die Absperrung wurde entfernt. Wer hat das angeordnet?
Lieutenant-Colonel Kirsch.
Die Spurensicherung war bereits vor Ort.
Toschi ist seit über einer Woche tot.
Es gab keinen Grund, zu warten.
Die Arbeiten sind wieder aufgenommen worden?
Nein, erst ab morgen.
Der Staatsanwalt hat es bereits genehmigt.
Laut Bericht wurde Toschi von herabstürzendem Mauerwerk getötet.
Zerquetschter Brustkorb, gebrochene Halswirbel.
Haben diese Fresken irgendeinen Wert?
Nein, soweit ich weiß, nicht.
Wenn dann einen symbolischen Wert.
Trommeln Sie genug Leute zusammen und sichern Sie das Gelände.
Ich will hier niemanden rumlungern sehen.
Und die Arbeiten? Die müssen weiter ruhen.
Niemand kommt hier rein,
solange nicht klar ist, ob das hier ein Tatort ist.
Monsieur Raynaud wird verärgert sein. Wer war das gleich?
Man hat mich über Ihre Ankunft informiert.
Joseph Raynaud.
Ich leite die Genossenschaft des Chateaus.
Commissaire Niemans. Sie sind leider umsonst angereist.
Ich habe das Sachverständigen-Gutachten erhalten.
Es bestätigt, dass der Einsturz der Decke ein Unfall war,
infolge der Verwitterung des Kalksteins.
Das liegt an der aufsteigenden Feuchtigkeit der Weinfelder.
Es gab weder böse Absichten noch menschliches Versagen.
Woher haben Sie dieses Gutachten? Von unseren Sachverständigen.
Ihre Sachverständigen? Ja, von unserer Versicherung.
Ich bin zuständig für finanzielle und juristische Belange.
Ich dachte es wäre sinnvoll, sie damit zu betrauen.
Das soll wohl ein Witz sein. Beruhigen Sie sich.
Unsere Sachverständigen zählen zu den besten.
Ihre Expertisen sind rechtlich anerkannt.
Ich denke, Sie können die Sache als abgeschlossen ansehen und fahren.
Ich erkläre Ihnen mal was, Monsieur Raynaud.
Ich bin angereist, um hier zu ermitteln.
Ihre Tricks interessieren mich einen Scheiß.
Ich fange noch mal bei Null an.
Nicht Ihre Versicherungsleute werden einen Schlussstrich ziehen.
Alles klar?
Sie waren nicht gerade zimperlich.
Die Leute vom Chateau haben viel Einfluss hier.
Wer bezahlt die Restaurierung der Kapelle?
In erster Linie die Genossenschaft.
Aber auch der Regionalrat der Erzdiözese.
Wieso die Erzdiözese?
Die Kapelle ist ursprünglich katholisch.
Sind die Leute vom Chateau wohlhabend?
Ihr Wein ist sehr gefragt.
Aber die Einkünfte sichern vor allem ihren Unterhalt.
Wir fahren gerade an ihrem Weinanbaugebiet vorbei.
Nicht zu fassen.
Hat die Sekte so viele Mitglieder?
Nicht alle diese Leute gehören zu ihrer Gemeinschaft.
Erntehelfer und Anwärter kommen von überall her.
Die Regeln sehen vor, dass alle das gleiche tragen müssen.
Fahren Sie mal langsamer. Langsamer, langsamer.
Das war's. Geben Sie Gas, wir wollen hier nicht übernachten.
Wohin fahren wir jetzt?
Zum Gerichtsmediziner. Auf ein kurzes Gespräch.
Ich habe gehört, jemand ist verunglückt. War das dein Boss?
Ich gehöre nicht zur Gemeinschaft.
Ich bin Saisonarbeiter wie du.
Soweit ich weiß, gibt es keinen Boss.
Aber du hast trotzdem davon gehört, nehme ich an. Ja.
Wer leitet die Sekte jetzt? Es gibt hier keinen Chef.
Und außerdem ist das keine Sekte.
Du stellst zu viele Fragen.
Dr. Beaucarne?
Ja? Commissaire Niemans.
Ich ermittle im Fall Samuel Toschi. Sind Sie die Verstärkung?
Nein. Ein Detail in Ihrem Bericht irritiert mich.
Welches? Die Leiche hatte doch einen Stein im Mund.
Ja, und? Einen Stein aus dem DeckengewöIbe.
Es gibt keine andere Erklärung. Er hat keine Verletzungen im Mund.
Worauf wollen Sie hinaus?
Ein Stein aus der Höhe hinterlässt Spuren im Gesicht.
Aber bei Toschi war es unversehrt. Also?
Der Stein wurde vielleicht
vor dem Einsturz in seinem Mund platziert.
Sie meinen, er wurde vorher getötet? Möglich.
In der Tat, ja.
Man hätte ihn mit einem Stein erschlagen
und die Leiche unter dem Schutt begraben können.
Nur, warum der Stein im Mund? Vielleicht eine Botschaft.
Na dann viel Erfolg.
Echt anstrengend, dieses Bücken.
Ich fühle mich wie 80.
Willkommen im Klub.
Ist das dein erster Tag? Ja.
Ich hoffe, die Matratzen sind bequem.
Für Erntehelfer gibt es ein Zeltlager am Ende des Anwesens.
Ah ja, alles klar.
Das Chateau ist nur für Sektenmitglieder.
Alles okay?
Ich schlafe im Chateau.
Ich gehöre zur "Sekte", wie du es nennst.
Entschuldige, tut mir leid. Nichts für ungut.
Ich heiße Blandine.
Camille.
Ja? "Im Restaurant wartet jemand. "
Mhm. Ich komme.
Bonjour. Commissaire Niemans.
Stephane Bruneau.
Sie wollten mich sprechen?
Sie leiten die Baustelle in der Kapelle? Ja.
Haben Sie das gelesen?
Was ist das?
Das Gutachten zu dem Unfall.
Ein Unfall? Nein, das bezweifle ich.
Das Gutachten sagt etwas anderes.
Ich habe alle Sicherheitsmaßnahmen eingehalten.
Das GewöIbe ist nicht durch einen Unfall eingestürzt.
Muss man Profi sein, um ein Gerüst zu manipulieren?
Nicht unbedingt.
Arbeiten Sie nur mit eigenen Leuten?
Ich habe ein paar Handwerker, aber die meisten sind vom Chateau.
Von der Sekte? Sie leben ihr Leben. Das geht mich nichts an.
Sie leisten gute Arbeit.
Haben Sie sich mit ihnen angefreundet?
Das ist unmöglich. Sie sind auf Distanz bedacht.
Unnahbar.
Kann es sein, dass es einer von ihnen war?
Nein.
Für sie war Toschi ein Gott. Kannten Sie ihn gut?
Die Nervensäge kam jeden Tag vorbei.
Saß mir ständig im Nacken.
Aber sein Enthusiasmus war...
...irgendwie ansteckend.
Gibt es Dinge von Wert in der Kapelle? Nein, nichts.
Der einzige Schatz der Gemeinschaft ist ihr Wein.
Wie gut kennen Sie Raynaud? Auch penetrant.
Er ist der Geschäftsmann.
Mit dem Tod von Toschi sitzt Raynaud jetzt am Ruder.
So Iäuft das bei denen nicht.
Entscheidungen treffen sie gemeinsam. Ohne Anführer.
Irgendjemand hat immer das Sagen.
Raynaud sagt, Sie haben das Mauerwerk entsorgt.
Wir restaurieren die Fresken seit Monaten.
Das tun wir nicht, um sie zu entsorgen.
Hat die Sekte Gründe, die Trümmer zu verstecken?
Sie haben doch sicher Fotos von den Malereien?
Aber ja. Könnten Sie mir die zukommen lassen?
Na klar.
Ja?
"Ich habe was zu dem Stein im Mund gefunden. "
Zu verschiedenen Zeiten hat man in Italien, Irland und Polen
Leichen mit einem Stein zwischen den Zähnen entdeckt.
Wahrscheinlich um Tote daran zu hindern,
die Lebenden zu beißen.
Kein christliches Ritual? "Eher Aberglaube.
Die Forscher sind sich nicht einig. "
Haben Sie eine Liste der Kunstschmuggler der Gegend?
"Das mache ich jetzt. Commissaire?" Ja?
Haben Sie meinen Vorgesetzten informiert?
Sie waren noch nicht bei ihm, und er fängt an
unruhig zu werden. Ich melde mich später bei ihm.
Wie ist es da drin?
Nur die Mitglieder der Gemeinschaft dürfen da rein.
Haben die was zu verbergen?
Ich weiß nur, dass man spuren muss. Das ist alles.
Das ist ein bisschen unheimlich.
Sie zahlen besser als alle Weinbauern hier.
Darum bin ich hier. Ich bin auch nur zum Arbeiten hier.
Ich mag das Handyverbot. Ist mal was anderes.
Was überhaupt nicht geht, sind die Klamotten.
Das ist, damit man ihre Anstandsregeln respektiert.
Das häIt andere aber nicht davon ab, bei der Ernte nackt herumzurennen.
Das gleicht die ganze Maskerade wieder aus.
Ja? Ich bin's.
Wie Iäuft's?
"Unsere kleine Farm" mit Stacheldraht.
Ich bin aber mit einer Frau aus der Sekte ins Gespräch gekommen.
Und bei dir? "Alles spricht für Mord. "
Man hat Toschi einen Stein in den Mund gelegt.
Was bedeutet das? "Das wird noch recherchiert. "
Es hat vielleicht mit Aberglauben und heidnischen Riten zu tun.
Aber ich glaube, es gibt eine Verbindung zur Sekte.
Die Kapelle wurde zum Vertuschen zerstört.
"Oder um Mauerwerk verschwinden zu lassen. "
Die Decken sind mit Fresken bemalt.
Christliche Motive, eher unbedeutend.
"Trotzdem beeilten die vom Chateau sich,
die Trümmer zu beseitigen. "
Wegen dieser Fresken? "Weiß nicht. "
Ich bin einem Typen begegnet, einem Raynaud.
Er sieht aus wie ein Gartenzwerg. Kennst du ihn?
Ja, gerade durften wir Neuen ausgiebig mit ihm plaudern,
über Gott, den Wein, die Keuschheit.
Scheinbar sagt er jetzt, wo es langgeht.
Auch wenn es offiziell keinen Anführer gibt.
Sie wollen nicht, dass man rumschnüffelt.
Vielleicht beseitigten sie mit den Trümmern auch Spuren.
Ich denke eher, sie haben sie versteckt.
"Ist dir etwas aufgefallen?" Das Anwesen ist groß.
Alle Gebäude werden bewacht. Vielleicht komme ich vom Wald rein.
Pass auf dich auf. Ja, Mama.
Ja, na dann. Tschau.
Gibt es ein Problem?
Nein. Ich will Ihnen assistieren.
Mir assistieren? Ja.
Sitzen Sie noch an der Liste der Schmuggler? Ja.
Ja. Na dann. Weiter geht's.
Und los. Okay.
Ja? "Niemans.
Ich habe die Trümmer gefunden. "
Wo genau bist du? Im Keller unter dem großen Gehöft.
Sie haben das Fresko wieder zusammengesetzt.
Die Stücke sind nummeriert. In der Mitte fehlt ein Stück.
"Oder es wurde ihnen gestohlen. "
Geh zurück, das ist zu gefährlich.
Ich melde mich morgen, wenn es dunkel ist.
Okay.
Was ist mit ihm? Mathussene?
Er ist weniger ein Kunstschmuggler.
Er arbeitet Skulpturen auf und verkauft sie weiter.
Er ist Experte für religiöse Kunst.
Wohnt er weit weg? Ein Besuch jetzt ist gegen die Vorschrift.
Ein Grund mehr, hinzufahren.
Gibt es hier keine Klingel?
Was machen Sie denn da?
Sehen Sie mal genau hin, ich klettere.
Ich werde Ärger bekommen.
Mathussene!
Mathussene!
Hey!
Polizei. Wir würden Ihnen gerne ein paar Fragen stellen.
Machen Sie das Radio aus!
Er haut ab. Er haut ab, verdammt.
Laufen Sie außen rum.
Hey. Alles okay? Hey.
Warum Iäufst du weg?
Warum? Ich bin nicht abgehauen, ich bin doch hier.
Verdammt. Beruhigt euch, Jungs. Ich sage euch, wer es war.
Ich sagte ihm, Weihwasserbecken sind Dreck. Was redest du?
In den letzten Monaten
wurden bei Ungersheim einige Weihwasserbecken gestohlen.
Das ist egal. Mich interessieren die Fresken von Rosheim.
Was? Kennst du die Fresken in der Kapelle von Rosheim?
Ist da nicht jemand gestorben? Ja.
Vom Fresko fehlt ein Teil. Ich habe nichts damit zu tun.
Schon gut, das wissen wir.
Nur wurde jemand wegen dieses Freskos ermordet.
War das die Mühe wert?
Und ob das die Mühe wert war, ja.
Die Malereien sind wertlos. Verkauf uns nicht für blöd.
Die sichtbaren sind wertlos, die darunter nicht.
Was soll das heißen, "darunter"? Verdammt.
Machen Sie mal Ihre Hausaufgaben.
Im 19. Jahrhundert wurden die Wände mit Kalk übertüncht,
um was Neues zu pinseln.
In der Kapelle von Rosheim da gibt es Fresken,
die stammen aus der Renaissance.
Diese Malereien sollen restauriert werden. Ihr Wert ist unermesslich.
Gehen wir.
Schnauze.
Wo ist hier ein kriminaltechnisches Labor? In Straßburg.
Denken Sie, es gibt mehr Spuren? Rufen Sie da morgen früh an.
Bitten Sie sie, mir einen RayzorX zu schicken.
Was ist das? Ein mobiles Röntgengerät.
Je eher es hier ist, desto besser. Alles klar.
Was sagen wir meinem Chef? Er bekommt morgen einen Bericht.
Keine Sorge.
Ich wusste nicht, dass ihr rauchen dürft.
Sonst hätte ich Zigaretten dabei. Warum sollten wir das nicht dürfen?
Wir sind doch keine Folterknechte. Hier.
Entschuldige. Alles gut.
Bist du Christin?
Ich bin getauft.
Und glaubst du?
Nein.
Ist das ein Problem? Nein, überhaupt nicht.
Sieh nur.
Das Leben ist für uns dieses Land.
Für nichts auf der Welt ginge ich woanders hin.
Was machen die da?
Morgen Abend geht die Weinlese zu Ende.
In der Nacht werden Reste der Ernte verbrannt.
Alles, was nicht mehr gebraucht wird.
Dann werden die Felder mit der Asche bedeckt,
und wir beten für das nächste Jahr.
Das nennen wir den "Tag der Asche".
Hier.
Wir sind schon merkwürdig, hm?
Völlig übergeschnappt.
Ja? "Commissaire Niemans am Apparat. "
Sie haben mich ganz schön verschaukelt.
"Was meinen Sie?" Die Fresken unter den anderen.
"Alles Gerüchte. " Haben Sie die Decke geröntgt?
Wir arbeiten an den sichtbaren Fresken.
"Sie sollen die verdeckten Fresken freilegen. " Nein.
Sie existieren wahrscheinlich nicht. Haben Sie die Decke untersucht?
"Normalerweise hätte ich es gemacht, aber hier ging es nicht. "
Wieso nicht?
Die Leute vom Chateau haben es verboten.
Was hat es mit diesen Fresken auf sich?
Sie stammen aus der Renaissance.
Vielleicht hängen sie mit dem Mord zusammen.
Ein Zusammenhang?
Die Leute vom Chateau beeilten sich, die Trümmer zu verstecken.
Die Fresken sollen wohl nicht entdeckt werden.
Sollen sie nicht restauriert werden?
Ich glaube, Ziel der Arbeiten ist es, sie ganz zu verbergen.
Meiner Quelle zufolge wurde ein Fragment des Freskos gestohlen.
Ihre Quelle? Ja.
Welche Quelle? Das kann ich Ihnen nicht sagen.
Augenblick. Als was sind Sie hier tätig?
Als Journalist?
Ich leite hier die Ermittlungen.
Sie wollten einen Mordfall ad acta legen,
ohne ermittelt zu haben.
Sie kennen das Gutachten. Lesen Sie mal meinen Bericht.
Mord und Diebstahl sind unbestritten.
Sie sollten die Gemeindemitglieder und die Helfer verhören.
Sind ja nur so an die 100. Und die Kunstschmuggler der Gegend.
Morgen ist die Ernte vorbei. Viele reisen ab und wir stehen blöd da.
An Ihrer Stelle würde ich Verstärkung anfordern.
Und mich hüten, die Presse zu informieren.
Ich würde gerne in Ruhe weiterarbeiten.
Es liegt mir fern, eine Pressemitteilung abzugeben.
Herr, segne diesen Weinstock,
Frucht der Erde und der Arbeit des Menschen.
Sorge für diesen Weinstock, beschütze ihn,
durch Jesus Christus, unseren Herrn,
der du bis in alle Ewigkeit lebest.
Im Namen des Vaters,
des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Amen. Amen.
Was? Nichts.
Lass dich nicht vom Schein täuschen.
Wir leben hier alle in Freiheit. Das muss mir entgangen sein.
Die Regeln sind von uns. Sie wurden uns nicht aufgezwungen.
Wir sind es, die so leben wollen. Es ist unsere Wahl.
Wann hast du dich entschieden? Ich bin im Chateau geboren worden.
Du hast nichts anderes kennengelernt? Nein.
Ich habe mit 17 geheiratet,
bin jetzt 29 und habe drei Kinder.
Wir leben hier im Rhythmus der Jahreszeiten.
Es ist für uns die einzige Art, uns wahrhaft mit Gott zu vereinen.
Besuchen deine Kinder die Schule? Aber ja.
Es gibt einen Kindergarten, eine Schule.
Und die anderen Familien?
Schlaft ihr auch in Schlafsälen?
Wir teilen einen Hof mit zwei Familien.
Wie macht ihr es dann, um...
Um was?
Um, äh...
Keine Sorge, die Gehöfte sind groß.
Du redest nie von dir. Woher kommst du?
Ich bin Saisonarbeiterin.
Im Sommer arbeite ich im Süden auf den Feldern,
im Winter in den Skigebieten.
Das hier ist meine erste Weinlese.
Ist mir noch gar nicht aufgefallen.
Wo wohnst du, wenn du nicht arbeitest? Ich weiß nicht.
Überall.
Wolltest du dich nie niederlassen? Einen Mann finden, Kinder kriegen?
Die beiden würden jedenfalls nicht Nein sagen.
Komm heute zum Gottesdienst. Dann verstehst du besser, wer wir sind.
Vielleicht ist heute niemand da?
Hm.
Verzeihung.
Bonjour, Schwester. Bonjour.
Commissaire Niemans.
Ist Rektor Kosynski zu sprechen?
Worum geht's denn? Wir haben nur ein paar Fragen.
Ja?
Zwei Männer von der Polizei möchten Sie sprechen.
Sie sollen hereinkommen.
Commissaire Niemans, Lieutenant Chauveron.
Danke, dass Sie sich Zeit nehmen. Sicher doch.
Wie kann ich Ihnen helfen? Wir ermitteln im Fall Toschi.
Ich dachte, das war ein Unfall.
Vieles deutet auf Mord hin. Das Motiv könnte Diebstahl sein.
Ein Mord? Was gibt es in Rosheim zu stehlen?
Tja, Fresken. Da muss man ganze Wände mitnehmen.
Die Malereien haben keinen Wert.
Sie sprechen von den sichtbaren, ich von denen, die darunter liegen.
Setzen Sie sich.
Und wer hat Ihnen das erzählt?
Einige Experten haben davon Kenntnis.
Das dürften weniger Experten sein, eher Scharlatane.
Oder wenn Sie so wollen, Schatzjäger.
Die Fresken haben nie existiert. Das sind Gerüchte.
Sie haben es nie geprüft.
Das haben die Restaurateure Iängst getan,
aber sie haben nichts gefunden.
Sonst wäre das zu mir durchgedrungen.
Und wenn es Leute gibt, die versuchen, sie zu verbergen?
Das wäre eine Verschwörungstheorie.
Noch einmal: Gäbe es die Fresken, wüsste ich es.
Unsere Diözese finanziert ein Drittel der Restaurierung.
Warum beteiligen Sie sich?
Die Kapelle gehört zum christlichen Erbe der Region.
Die jetzigen Eigentümer sind aber Protestanten.
Wir erhoffen uns davon eine Art ökumenische Stätte.
Hm. So bringt man Sie doch mit einer Sekte in Verbindung.
Ein Professor von mir sagte:
"Der Unterschied zwischen einer Sekte und einer Religion
ist die Anzahl der Anhänger. "
Hm.
So viel Toleranz hätte ich nicht erwartet.
Aber das ist unser Daseinszweck.
Kannten Sie Samuel Toschi?
Wir trafen uns bei Besprechungen. Das ist alles.
Sie wissen nicht, wer ihn hätte töten wollen? Nein.
Vergessen Sie die Idee von einem verborgenen Schatz in der Kapelle.
Sie fragten nicht, wie er ermordet wurde.
Er wurde von Mauerwerk erschlagen.
Er war bereits tot, als die Decke einstürzte.
Sein Mörder legte ihm einen Stein in den Mund.
Sagt Ihnen dieses Ritual irgendwas?
Nein.
Nein, tut mir leid.
Gut. Ich danke Ihnen.
Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen.
Auf Wiedersehen.
Bitte.
Danke.
Etwas Brot? Ja, gern. Vielen Dank.
Gendarmerie Nationale. Ausweiskontrolle.
Was wollen Sie von uns?
Dürfte ich Ihre Ausweise sehen? Warum?
Ihren Ausweis. Ich muss ihn holen.
Was haben Sie mit ihm vor? Kommen Sie.
Was soll das werden?
Sie haben kein Recht, den Mann festzunehmen.
Das sind alles ehrbare Bürger.
Rein da. Lassen Sie mich los.
Was ist los?
Wir nahmen alle Polizeibekannten mit. Fast alles Roma.
Das ist alles seine Schuld. Was?
Diese Festnahmen. Die Geschichten von Mord.
Ach ja? Warum haben Sie die Trümmer versteckt?
Was? Wo ist das fehlende Fragment?
Was meinen Sie? Was ist mit den Fresken unter dem Putz?
So einem vertrauen Sie die Ermittlungen an?
Der Commissaire geht jeder Spur nach.
Sie haben nur ein paar Roma verhaftet. Sind wir so weit?
Dunklere Haut, und schon geht's in den Knast?
Sie sind erbärmlich.
Können wir Ihretwegen die Ernte morgen nicht beenden,
gehe ich gerichtlich gegen Sie vor.
Na dann.
Der Staatsanwalt sagte, ich soll Ihren Anweisungen folgen.
Aber das ist alles absurd.
Ich habe nicht verlangt, alle Roma hier zu verhaften.
Sie reden von Diebstahl, Hehlerei, Schmuggel.
Da befragt man zunächst die, die polizeibekannt sind.
Ist nicht meine schuld, dass das alles Roma sind.
Woran arbeiten Sie? Ist das etwa Ihre Idee von Zusammenarbeit?
♪ Wer nur den lieben Gott Iässt walten
Und hoffet auf ihn
alle Zeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.
Wer nur den lieben Gott Iässt walten
und hoffet auf ihn
alle Zeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten traut
der hat auf keinen Sand gebaut.
Wer nur den lieben Gott Iässt walten
und hoffet auf ihn
alle Zeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
der hat auf keinen Sand gebaut. ♪
Camille? Ich möchte dir meine kleinen Engel vorstellen.
Rachel und Anna. Hallo.
Ihr habt schön gesungen. Danke.
Daniel? Barthelemy?
Kommt mal her.
Camille. Sehr erfreut.
Zwei Heiratswillige. Eine schwere Entscheidung.
Wollt ihr heiraten? Wir sind noch nicht getauft.
Ach, wirklich? Bei uns werden keine Kinder getauft.
Über die Zugehörigkeit zur Gemeinde
sollte man als Erwachsener entscheiden.
Haben Sie entschieden? Morgen ist die Taufe.
Du kannst auch kommen. Darf sie kommen?
Ähm, na ja... Warum nicht?
Mit Vergnügen. Ich lasse euch mal kurz allein.
Diese Frau ist eine Polizistin.
Wir müssen sie loswerden.
Commissaire?
Das Ding, das Sie bestellt haben, ist angekommen.
Ja, hallo?
In einer Stunde.
Wo wollen wir hin? Sie bleiben hier.
Ich mache das alleine.
Ich muss den RayzorX bedienen. Ich kenne mich damit aus.
Darum geht es nicht. Ich bin dafür verantwortlich.
Ich unterschreibe Ihnen eine Empfangsbestätigung.
Was mache ich solange? Kontaktieren Sie Ihre Informanten.
Finden Sie raus, ob gestern Nacht etwas bemerkt wurde.
Aber möglichst unauffällig, okay? Wir sehen uns morgen.
Haben Sie einen Stempel? Einen Stempel?
War nur ein Spaß. Also dann, bis morgen zum Frühstück.
Ich hoffe, du hast an meine Zigaretten gedacht.
Ich habe die selbstgedrehten satt. Ich dachte, du hast aufgehört?
Es muss ein Geheimnis um diese Fresken geben.
Ist der Mörder unter den Weinlesern?
Er ist entweder ein Mitglied, das die Macht an sich reißen will,
oder ein ehemaliges Mitglied, das Rache will.
Ich würde auch gerne die Trümmerteile durchleuchten.
Was?
Da kommt der Staatsanwalt. Danke.
Salut. Salut, Eric.
Bringst du mich mal kurz aufs Laufende?
Klar, komm mit.
Toschi war der Pfarrer.
Raynaud hatte das Sagen. Jetzt ist die Sekte führerlos.
Okay. Also? Es sieht nach einem Racheakt aus.
Von einem ehemaligen Anhänger
oder einem Mitglied, das sich rächen will.
Hast du eine Spur? Das zerstörte Fresko.
Es könnte für den Mörder von Bedeutung sein.
Hör mal, Pierre. Du musst mehr Ergebnisse liefern.
Bei mir ruft gerade die halbe Welt an.
Der Präfekt, Bürgermeister, Politiker.
Man fürchtet, dass die Morde dem Tourismus schaden.
Das ist schlecht fürs Geschäft.
Dazu die Sekte. Das stinkt nach religiösem Fanatismus.
Und noch was:
Ich musste versprechen, dass du die Ernte nicht störst.
Funk ihnen nicht dazwischen. Das hängt von dir ab, Eric.
Entweder ich bremse oder drücke auf die Tube. Nerv nicht.
Halten sie den Ablauf nicht genau ein,
verliert der Wein an Güte und alles war umsonst.
Der Mörder Iäuft frei rum. Jemand aus der Sekte oder ein Erntehelfer.
Die Ermittlungen kollidieren mit der Ernte.
Tu dein Bestes.
Das sind zwar Spinner, aber hervorragende Winzer.
Hier dreht sich nun mal alles um Wein.
Und bei dir um deine Karriere. Oh.
Jetzt komm mir nicht wieder so.
Raynauds Frau ist hier. Wollen Sie sie sprechen?
Ja, na klar. Unbedingt.
Madame Raynaud?
Wenn Sie mir bitte folgen würden.
Bonjour, Madame. Commissaire Niemans.
Kann ich Joseph bitte sehen?
Tut mir leid. Er wurde ins Klinikum von Colmar überführt.
Wir würden Sie bitten, ihn dort... Ja.
Ja, natürlich werde ich ihn identifizieren.
Kommen Sie mit mir mit.
Ich möchte Ihnen mein Beileid aussprechen.
Es tut mir unendlich leid... Meinen Sie, es wird lange dauern?
Nur ein paar Minuten.
Ich muss wieder an die Arbeit. Heute ist der letzte Tag.
Die Weinernte wartet nicht.
Wann haben Sie Ihren Mann zuletzt gesehen?
Gestern Abend.
Er hat uns zu Hause besucht.
Sie wohnen nicht zusammen?
Wir leben zusammen, aber im Moment ist er...
Er hat alle Hände voll zu tun.
Also schlief er im Chateau.
Warum hat er Sie besucht?
Er wollte unsere Kinder sehen.
Mhm.
Was hat er danach gemacht?
Er brach gegen 20 Uhr auf, um die GärbehäIter zu prüfen.
Die Weinlese hat ihn in Beschlag genommen.
Sagte er, dass er zur Kapelle wollte? Nein.
Hatte er Gründe, dorthin zu gehen?
Nein.
Hatte er Feinde?
Im Chateau gibt es weder Freund noch Feind.
Diese Begriffe sind unserer Gemeinschaft fremd.
Verstehen Sie?
Wie würden Sie den Charakter Ihres Mannes beschreiben?
Er war ein Mensch, der...
erfüllt war.
Wovon? Seiner Familie? Seinem Beruf?
Nein.
Von unserem Herrn.
Er war ein Mensch voller Licht und Gelassenheit.
Erwähnte er mal die verborgenen Fresken in der Kapelle?
Nein.
Sagen Ihnen die Initialen MLK irgendwas?
Nein.
Kennen Sie ein Ritual,
bei dem man einem Toten einen Stein in den Mund legt?
Hatte Joseph einen Stein im Mund?
Das wird die Autopsie zeigen.
Aber beim ersten Opfer war das der Fall.
Sagt Ihnen das irgendwas?
Nein.
Gut. Möchten Sie noch etwas hinzufügen?
Ich muss zurück an die Arbeit.
Ich lasse Sie hinbringen. Nein.
Ich fahre mit meinen Leuten zurück.
Das war's Leute.
Die Frau, von der du erzählt hast, war sie das? Ja.
Wusstest du, dass sie Raynauds Frau war? Nein.
Unglaublich, dass mir das entgangen ist.
Und dass sie Kinder hat? Drei.
Gestern habe ich zwei getroffen.
Vertraut sie dir? Das hoffe ich.
Bring sie zum Reden.
Auf Toschis Brust war sicher auch "MLK" eingeritzt.
Unfall oder nicht, den Weinlesern war es egal.
Man sollte nur die Buchstaben nicht finden. Hier.
Mach mir eine Skizze, wo die Trümmer sind.
Auch wegen der Röntgenaufnahmen. Hier ist der Hof.
Hier das Lager der Erntehelfer. Dort ist ein bewachter Eingang.
Sie liegen in einem KellergewöIbe. Zugang von da.
Okay, ich schicke ein paar Jungs hin.
Du geh zu deiner Sekte zurück.
Treffen wir uns heute Abend hier? Ja. Wann?
Wenn ich mit der Arbeit fertig bin. Bei Sonnenuntergang.
Geht es nicht genauer? Äh... Nein.
Uhren sind unerwünscht.
Na dann. Tschau. Tschau.
Sie können sie gehen lassen.
Die Befragungen laufen noch. Sie haben nichts damit zu tun.
Die sind seit gestern hier. Keiner konnte Raynaud töten.
Kommen Sie mit in mein Büro.
Und nun? Die Vergangenheit der Sekte.
Überprüfen Sie alle. Machen Sie eine Hausdurchsuchung.
Finden Sie raus, ob jemand die Sekte verlassen musste
oder ob jemand tödlich verunglückt ist.
Sie denken an Rache?
Der Mörder will die Gemeinschaft zerstören.
Überprüfen Sie auch,
ob unter den Erntehelfern ein ehemaliges Mitglied ist.
Okay. Hier.
Das ist für Sie.
Was ist das?
Der "Miviludes"Bericht zum Chateau. Wer?
Die "Interministerielle Gruppe zur Bekämpfung gefährlicher Sekten. "
Ist ziemlich aufschlussreich.
Was unternehmen Sie jetzt?
Ich befrage in Barr den Erzpriester.
Ich zeige ihm die Fresken, die wir entdeckt haben.
Was haben Sie mit den Fresken?
Man wollte sie verstecken. Ein Fragment wurde gestohlen.
Dem gehe ich auf den Grund.
Die Röntgenaufnahmen der Trümmer.
Alles biblische Darstellungen. Sehr gut. Danke.
Lass mich dich nach Hause bringen.
Ich will meine Töchter sehen. Wo sind sie?
In der Schule. Ich bringe dich hin.
Na komm.
Die Kapelle diente den ersten Reformierten hier als Zufluchtsort.
Im 16. Jahrhundert wurden sie verfolgt.
Das wissen wir schon.
Die Protestanten nahmen die Kapelle wohl in Besitz.
Ich glaube nicht. Katholiken hätten das nie geduldet.
Die Protestanten wollten kein katholisches Bauwerk.
Es geht weiter.
"In schlimmen Jahren täuschten die Reformierten die Konvertierung vor.
Nach dem Edikt von Nantes wurden sie zu einer radikalen Gemeinde. "
Vielleicht malten sie zu der Zeit diese Fresken.
Und später wieder übermalt?
Vielleicht hatten sie eine besondere Bedeutung für sie.
Befragen wir protestantische Würdenträger.
Wir sollten da keinen Staub aufwirbeln.
Was steht in dem Bericht über die Sekte heute?
"Heute sind die 'Weinleser Gottes'
als weitgehend ungefährlich einzustufen. "
Harmlose Weinbauern mit einem fundamentalistischen Glauben. "
Die müssen ihren Bericht überarbeiten.
Fragen Sie in Colmar, ob die Autopsie durchgeführt wurde.
Nach Barr schauen wir dort vorbei.
Mama! Mama!
Ich hole euch ab, meine Mädchen. Wo fahren wir hin?
Euren Bruder besuchen.
Camille, passt du kurz auf sie auf? Klar.
Ich muss mit der Lehrerin reden.
Salut. Salut.
Kennst du Jean? Nein, wer ist das?
Das ist unser Bruder.
Wo ist er? Bei den anderen.
Wo sind diese anderen? Das dürfen wir nicht sagen.
Wir dürfen auch nicht dorthin.
Los, Mädchen. Fahren wir.
Komm.
Na komm mit.
Hopp. Sitzen wir zusammen hier?
Sie haben recht. Darunter sind alte Malereien.
Aber was geht da im Chateau nur vor sich?
Das darf ich Ihnen nicht sagen.
Fällt Ihnen dazu etwas ein?
Vermutlich Szenen aus dem Alten Testament.
Wurden die Fresken von den ersten Reformierten gemalt?
Mitte des 16. Jahrhunderts? Nein.
Die Protestanten waren gegen Abbildungen.
Das verband man mit den Katholiken.
Die Protestanten sahen sich gezwungen zu konvertieren.
Sie hätten diese Fresken malen können,
um darin eine geheime Botschaft zu verstecken.
Welche Botschaft? Das ist die Frage.
Ich glaube, auf dem fehlenden Stück ist ein Schlüsselbild,
das uns erlaubt, die Bedeutung des Freskos zu verstehen.
Was kann ich tun, um Ihnen zu helfen?
Grundgütiger.
Diese drei Buchstaben...
Kennen Sie ihre Bedeutung?
Ich bin kein Spezialist der semitischen Sprachen, aber...
Mir scheint, dass diese Buchstaben ein Kürzel darstellen,
das so viel bedeutet wie: "herrschen", "König sein".
Ich muss mich kundig machen.
Vielleicht gibt es eine Verbindung zu einem biblischen König.
Eine Botschaft des Mörders.
Wenn wir sie entschlüsseln,
verhindern wir vielleicht weitere Morde.
Danke erst mal. Keine Ursache.
Sein Interesse war vorgetäuscht. Er wird sich nie melden.
Er hat sich in die Karten blicken lassen. Wie?
Mit seinem Ausdruck als er die Initialen sah.
Er kennt die semitischen Sprachen und hat die Botschaft verstanden.
Sollen wir ihn festnehmen? Nein. Ich habe einen Plan B.
Rufen Sie bitte da an. Eine Abtei in der Nähe von Guebwiller.
Fragen Sie, ob Marc Meyer zurzeit da ist.
Wer ist das? Ein alter Bekannter.
Ein Oblate. Wissen Sie, was das ist? Nein.
Ein Mönch in Zivilkleidung.
Es geht keiner ran. Rufen Sie später noch mal an.
Die haben nicht viel für Telefone übrig.
Wo genau gehen wir hin?
Es wird Zeit für dich, die ganze Wahrheit zu sehen.
Wie geht's dir?
Einige von unseren Kindern haben Missbildungen oder Erbkrankheiten.
Warum sind sie nicht in Einrichtungen?
Das ist doch eine Einrichtung.
Sie wird über die Weinproduktion finanziert.
Ja. Ihr versteckt sie ihr Leben lang hier.
Leider leben sie nicht besonders lange.
Keins der Kinder erreicht das Erwachsenenalter.
Joseph sagte, das ist der Preis für unsere Reinheit.
Eure Reinheit? Mhm.
Die Reinheit unseres Blutes.
Wir sind eng miteinander verbunden.
Und wir teilen dasselbe Erbgut.
Unsere Körper und unsere Seelen sind eins.
Ich möchte dir noch was anderes zeigen. Komm mit.
Die Linien der Verletzungen sind doppelt.
Als hätte der Täter eine leicht geöffnete Zange benutzt.
Ich vermute, man hat eine Gartenschere verwendet.
Oder ein Spezialmesser. Aber eher eine Gartenschere.
Hatte Samuel Toschi auch diese Initialen auf seinem Körper?
Ich habe mir seine Haut nicht im Detail angesehen.
Sein Brustkorb war zerquetscht.
Nur noch Brei. Da war nichts zu sehen.
Todeszeitpunkt? Ungefähr 20.30 Uhr.
Was sind das für schwarze Spuren im Mund?
Was den Stein im Mund von Toschi angeht:
Der Staub vom Putz hat seinen Mund aufgehellt.
Darum dachte ich, dass es ein Kalkstein wäre.
Vielleicht war es aber auch Kohle.
Das hatte auf jeden Fall Raynaud im Mund.
Ein Stück Kohle.
Eins verstehe ich nicht.
Sie denken, die Leute vom Chateau ließen das GewöIbe einstürzen,
um die Initialen zu verstecken.
Genau, ja. Warum ließen sie den Stein im Mund?
Weil sie nichts davon wussten.
Haben Sie die Abtei angerufen?
Ja, ich hinterließ eine Nachricht.
Mist, sie hat zurückgerufen.
Ihr "Oblabla". Nein, Oblate.
Ja, er ist in Guebwiller.
Aber er wird nichts sagen. Warum?
Er hat ein Schweigegelübde abgelegt.
Schaffen Sie ihn trotzdem schnell her.
Wo ist denn Camille? Sie bleibt bei Jean.
Ich dachte, Jeans Haus ist nur für Leute,
denen es nicht gut geht.
Camille geht es auch nicht gut.
Deswegen bleibt sie bei ihm.
Fahren wir? Ja.
Herr, wir danken dir, dass du heute Daniel empfängst.
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Herr, wir danken dir, dass du heute Barthelemy empfängst. Amen.
Amen.
Wo bleibt sie nur?
Ja?
Was?
Reinigungskräfte fanden das Opfer tot auf.
Es gibt noch keine Stellungnahme der Polizei.
Verdammter Mist.
Haben Sie ihn daraufgelegt? Nein, das war der Mörder.
Er scheint einen Sinn für Ordnung zu haben.
Und niemand hat was gesehen?
Er war gerade mit Raynauds Autopsie fertig. Er ist noch warm.
Überwachungskameras? Gibt's hier nicht.
Er muss nach Straßburg. Wir haben keinen zweiten Gerichtsmediziner.
Hat er noch eine private Praxis? Das werden wir überprüfen.
Woran denken Sie? Er hatte wohl mit der Sekte zu tun.
Womöglich war er ihr Arzt. Vielleicht war es etwas anderes.
Beaucarne entdeckte etwas, was nicht bekannt werden sollte.
Er hat uns etwas vorgemacht.
Den Stein bei Toschi entdeckte sein Assistent.
Er hätte uns nie davon erzählt.
Dann führte er uns mit dem Kalkstein hinters Licht
und mit der Erläuterung zu den Initialen.
Er hat sie gesehen, nur verschwieg er es.
Warum hat er nichts gesagt?
Er verstand die Botschaft und wollte nicht, dass wir es auch tun.
Warum sagte er das erst bei Raynaud? Er hatte keine Wahl.
Und vor allem, weil er Angst hatte, dass er der Nächste ist.
Jetzt, da Samuel und Joseph dem Herrn gegenübergetreten sind,
sind wir nackt im Angesicht des Schicksals.
Aber wir dürfen uns nicht geschlagen geben.
Unsere Geschichte ist die einer Verfolgung,
die niemals enden wird.
Gott sendet uns diese Prüfungen, um uns zu stählen.
Doch unser Glaube wird immer obsiegen.
Was wir heute tun müssen, ist unser Werk fortzusetzen.
Gott hat uns eine Mission geschickt.
Und ganz allein diese Mission zählt für uns.
Später...
Später werden wir die Identität unserer Verfolger aufdecken.
Und sie zur Rechenschaft ziehen.
Die Weinlese ist abgeschlossen.
Und trotz aller Feindseligkeiten,
trotz der Polizei,
trotz all dieser Hindernisse auf unserem Weg
haben wir es vereint geschafft,
den Wein unseres Herrn zu ernten.
Die Nacht bricht herein.
Und die Feuer lodern auf.
Und morgen früh...
werden wir den Tag der Asche feiern.
Es wird eine lange Nacht.
Deshalb trage ich euch an,
Gott, den Herrn, anzurufen und Psalm 130 anzustimmen.
Camille.
Camille.
Bonsoir.
Ich suche diese Frau. Haben Sie sie irgendwo gesehen?
Nein. War sie heute schon mal hier?
Du kannst weitermachen.
Haben Sie diese Frau gesehen? Nein.
Verzeihung, haben Sie diese Frau gesehen? Kennen Sie sie?
Noch nie gesehen. Haben Sie diese Frau gesehen?
Kennen Sie sie? Nein.
Bonsoir. Bonsoir.
Haben Sie diese junge Frau gesehen?
Ja, das ist Camille, ja.
Ich habe sie heute nicht gesehen.
Sie hat nicht mal ihren Lohn abgeholt.
Vielleicht ist sie bei der Gemeinschaft.
Heute Nachmittag fuhr sie mit Raynauds Frau weg.
Vielleicht ist sie inzwischen konvertiert.
Vielleicht, ja.
Tja, wer weiß.
Was sollte das, sie da einzuschleusen?
Wieso wusste ich nichts davon?
Das war die beste Methode.
Eine Kollegin ohne Absprache verdeckt ermitteln zu lassen?
Hast du was geraucht?
Das oberste Gebot war absolute Geheimhaltung.
Mit dem ÄIterwerden hast du vergessen, wie es Iäuft.
Du kannst so was nicht ohne deinen Vorgesetzten machen.
Zu Anfang wussten wir nicht, dass es ein Mord war.
Die Ernte erlaubte es uns, eine Kollegin einzuschleusen.
Der offizielle Weg hätte zu lange gedauert.
Jetzt ist Camille verschwunden. Sie war nicht am Treffpunkt.
Du kannst sie nicht erreichen? Nein.
Sie hat wohl Anschluss an die Sekte gefunden.
Sie sollte Raynauds Frau auf den Zahn fühlen.
Ich fasse es nicht.
Du bist von allen guten Geistern verlassen.
Und die Ermittlungen?
Es gab drei Morde, nicht nur das Verschwinden deiner Kollegin.
Entweder, ich bekomme Unterstützung,
oder ich suche sie allein.
Schon gut. Soll ich meine Leute hinschicken?
Ja.
Ich gebe morgen früh eine Pressekonferenz.
Bis dahin will ich Ergebnisse.
Also dann.
Der Spezialist ist da. Wo finde ich ihn?
In der Küche.
Er ist sehr speziell.
Die Kollegen wollten ihn einsperren.
Und Pierre? Ja?
Sie hätten mir vom Einschleusen erzählen sollen.
Jetzt fangen Sie nicht auch an.
Salut, Meyer. Danke, dass du gekommen bist.
Salut. Deinetwegen habe ich mein Gelübde gebrochen.
Hast du gute Gründe? Ja.
Was ist das?
Ausrüstung. Welcher Art?
Ausrüstung eben.
Wir suchen uns ein Büro.
Leeres Zimmer, weiße Wände, Fensterläden geschlossen.
Okay.
Wo sind die Bilder? Auf einem USB-Stick.
Bekommst du gleich. Die Bilder, welche Epoche?
16. Jahrhundert. Super.
Unser Fall betrifft eine Gemeinde, die sich hier niedergelassen hat.
Die "Weinleser Gottes". Kennst du die?
Die Gemeinde stellt sich dar, als lebe sie außerhalb der Zeit,
ihr System setzt sie außerhalb der weltlichen Ordnung.
Was bedeutet das?
Ich will sagen, die meisten Sekten folgen einer religiösen Lehre
und arbeiten zum Wohle ihrer Seele.
Die Weinleser glauben, dieses Wohl sei in ihnen inkarniert.
Sie denken, ihr Fleisch ist göttlich.
Dass sie auserkoren sind,
von Gott zur Zeit der Reformation ausgewählt.
Und seitdem paaren sie sich untereinander.
Gewissermaßen, um das gleiche Volk zu bleiben.
Dort bekommt "sich reproduzieren" seine volle Bedeutung.
So sind sie immer unter ihresgleichen geblieben.
Studiere jetzt erst mal die Fresken. Ein Teil fehlt.
Ich hoffe, dass du aus den Motiven ableiten kannst,
was auf dem fehlenden Fragment abgebildet war.
Ich tue mein Möglichstes.
Ich danke dir.
Beaucarne war für das Chateau als Arzt tätig.
Blandine Raynaud war Assistentin. Ist sie Krankenschwester?
Wohl eher Praktikantin.
Finden Sie raus, was Beaucarnes Befugnisse im Chateau waren.
Und was er noch mit der Sekte zu schaffen hatte.
Dachtest du, wir vergessen dich?
Keine Sorge.
Wir verderben die Ernte nicht mit deinen Überresten.
Für dich haben wir etwas Besseres.
Das interessiert mich einen Scheiß.
Durchsucht das Anwesen. Sie hat sich nicht in Luft aufgelöst.
Ja? "Sie müssen sich etwas ansehen. "
Wo sind Sie? "Im Standesamt von Rosheim. "
Was hat Sie dahingeführt? "Kommen Sie her. "
Ich untersuchte die Verbindung zwischen Beaucarne und der Sekte.
Ich suchte alle Totenscheine raus, die Beaucarne ausgestellt hat.
Mehr als 80% sind Kinder vom Chateau. Mehrere im Jahr.
Litten sie an Erbkrankheiten, ist das nicht verwunderlich.
Aber alle Kinder starben zur selben Zeit des Jahres.
Ende September.
Das Ende der Weinlese.
Ich kann nicht glauben, dass sie Euthanasie betreiben.
Meyer hat etwas über die Fresken rausgefunden.
Schließen Sie die Tür.
Ich habe die Bedeutung der Fresken entschlüsselt.
Es ist ein Comic, der Themen aus dem Alten Testament aufgreift.
Besonders die Geschichte von Lot,
dem Neffen von Abraham, Einwohner von Sodom.
Ich zeige es euch.
Also hier sieht man eine Stadt in Flammen,
die nur Sodom sein kann.
Seht ihr diese Flammen hier, ja?
Diese Silhouette da
ist zweifellos Lots Frau.
Erstarrt zu einer Salzsäule,
als sie zu der Stadt zurückblickt.
Wie ging noch mal die Geschichte von Lot?
Lot wohnte in Sodom,
als er zwei Engel bei sich aufnahm.
Einige Einwohner wollten die Engel vergewaltigen.
Lot schützte sie, aber Gott war wütend.
Er ließ Feuer und Schwefel auf die lasterhafte Stadt niederprasseln.
In diesem Moment hat sich seine Frau umgedreht
und wurde zu einer Salzsäule.
Sie hätte nicht zurückblicken dürfen,
auf die Sünden von Sodom.
Das Erstaunliche ist die Nennung von Lot in einer Kirche.
Warum?
Aufgrund dessen, wie die Geschichte weitergeht.
Lot flüchtete mit seinen Töchtern in eine Höhle.
Die Schwestern fürchteten keinen Mann zu finden.
Sie machten ihren Vater betrunken
und schliefen mit ihm.
Aus der inzestuösen Vereinigung gingen zwei VöIker hervor.
Die Moabiter und Ammoniter.
Ist das für uns von Interesse? Denk mal nach.
Denk mal an die ersten Weinleser.
Für sie war Lot ein Vorbild. Ein Vorbild?
Wie gesagt, für die Weinleser ist das eigene Fleisch das Wichtigste.
Sie verkörpern ihrer Ansicht nach eine besondere Spezies.
Im Bestreben, das zu bewahren, praktizieren Sie Inzest.
Ihr Volk ist wie die Enkelkinder von Lot
allein aus reiner Inzucht geboren.
Das Geheimnis der Sekte sind 400 Jahre Inzest?
Das ist kein Mordmotiv. Lass mich ausreden.
Genauer gesagt denke ich,
dass sie sich mit einem der VöIker von Lot identifizieren.
Den Ammonitern.
Und warum gerade dieses Volk?
Weil die Ammoniter besonders eine Gottheit verehrten.
Moloch. Das Fragment, das fehlt, ist sein monströses Antlitz.
Auf Hebräisch sagt man
M... L... K.
Melek.
Moloch, dem man Kinder opfert. Stimmt genau.
Wird in der Bibel gesagt, wie man sie geopfert hat?
Durch Feuer.
Kranke Schweine, die ihre Kinder verbrennen.
Das ist unmöglich. Hier sind nie Kinder verschwunden.
Denken Sie an Beaucarnes Totenscheine.
Sie opfern nur missgebildete Kinder, nicht die anderen.
Für sie sind sie bloß ein unvermeidliches Übel.
Verschaffen Sie sich Zugang. Rufen Sie Kirsch.
Wir müssen die Feuer Iöschen. Ich suche Camille.
Okay.
"Zentrale, schicken Sie alle Wagen
in die Weinfelder Ungersheims.
Lassen Sie das.
Zurück! Gehen Sie zurück.
Noch weiter zurück!
Alle Gebäude durchsuchen!
Jeden kleinsten Winkel!
Wir dürfen keine Zeit verlieren!
Ist da jemand drin? Nein, Gott sei Dank nicht.
Commissaire? Ja.
Wir haben was gefunden.
Wo ist Camille? Sch.
Heute Abend wird keins der Kinder geopfert.
Der einzige Weg, sie zu retten, war, ihre Väter zu töten.
Ich weiß, dass sie bei Ihnen war. Wo ist sie?
Und Sie? Haben Sie Kinder?
Nein. Jean sollte dieses Jahr sterben.
Joseph hatte versprochen, dass er unseren Sohn nicht opfert.
Es ist traurig, das zu sagen, aber...
ich habe Jean immer mehr geliebt als meine zwei Engel.
Zumindest hat er schon immer mehr Liebe gebraucht.
Die Liebe eine Mutter
ist die letzte Instanz vor unserem Herrn.
Selbst, wenn Jean verdammt ist,
wird er bis zum letzten Tag leben, den Gott für ihn wählte.
All die Jahre haben Sie die Kinder der anderen geopfert.
Für Samuel und Joseph war der Preis für die Reinheit unseres Volkes
die Vereinigung zwischen Blutsverwandten.
Nur, was das mit sich brachte,
war kaum zu ertragen.
Meine Mission ist erfüllt.
Die drei Dämonen, die uns als Anführer dienten, sind tot.
Kein Kind wird dieses Jahr oder jemals wieder geopfert werden.
Wo ist Camille?
Ihre Seele wird Moloch dargeboten werden.
Es gibt keinen besseren Ort für sie.
Camille!
Camille!
Camille!
Camille. Camille.
Alles gut?
Alles gut?
Es ist vorbei. Es ist vorbei.
Es ist vorbei.
Es ist vorbei.
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