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Original subtitles

Komm, bleib noch ein wenig!

Nein, ich kann nicht. Mein Vater möchte sein Essen pünktlich bekommen.

Treffen wir uns heute Abend?

Vielleicht.

Oh, Herr der Finsternis!

Fürst der Hölle!

Erhöre deines Dieners Bitte.

Aus deinem Reich der Nacht!

Oh Satan, erhöre uns!

Und gib uns die Macht, dass dein Wille auf Erden geschehe.

Erweck zu neuem Leben, was Staub war seit Jahrhunderten,

dass, dir zum Wohlgefallen, der Tod eins werde mit dem Untod.

In Demut weihen wir dir dieses Opfer.

Verwandle dieses frische, warme Blut...

...in ein Geschöpf, von dir gemacht.

Aus diesem unschuldigen Leben lass Böses werden.

Agla adonay

magister mundi te adoro

et te invoko.

Venete venete Lucifer!

Hhm, das sieht ja gut aus, direkt zum Reinbeißen.

Ich muss jetzt gehen.

Warum hast du es so eilig?

Kann ich einen Augenblick mit Ihnen sprechen, Mr. Lestrange?

Gewiss, setzen Sie sich.

Ein Glas Wein? - Nein, danke.

Ich möchte nicht ungastlich sein, verstehen Sie mich richtig.

Keiner hätte sich früher etwas dabei gedacht,

wenn die Bedienerin mit einem Fremden scherzt und lacht.

Die Zeiten sind nicht wie früher, und Sie finden hier im Dorf

kaum ein Mädchen, das mit einem Fremden reden würde.

Es ist Ihre erste Nacht hier unter diesem Dach?

Ja, und wahrscheinlich auch die letzte.

Wissen Sie, welches Jahr wir schreiben? - 1830, wenn ich nicht irre.

Genau. Es sind heute 40 Jahre auf den Tag, seit sie zuletzt gesehen wurden.

Und davor wieder 40 Jahre.

Ja, wirklich? Wer?

Die Karnsteins.

Ich glaube nicht, dass ich sie kenne.

Das ist ihr Schloss auf dem Berg da oben.

Ja, natürlich.

Ich dachte, sie wären längst tot.

Wir nennen sie hier die Untoten.

Sie sind Vampire.

Ihr scheint tatsächlich daran zu glauben. - Wir wissen es, Sir.

Erzählen Sie weiter. Das interessiert mich.

Hören Sie, Sir, als Sie sagten,

die Karnsteins seien längst tot, hatten Sie Recht.

Sie haben aber immer noch die Macht, ins Leben zurückzukehren.

Und diese Zeit ist jetzt gekommen.

Ich sage Ihnen, Sir, dieses Dorf lebt in schrecklicher Furcht.

Furcht? Wovor?

Sie stellen frech unseren Jungfrauen nach, haben einen Zauber über sie.

Manchmal schmeicheln sie sich ein. Saugen langsam das Blut aus.

Manchmal töten sie schnell. Ein Biss, ein Hieb, mit ihren Fängen.

Und wenn schon. Ich bin ja keine Jungfrau.

Sie können ruhig darüber lachen.

Aber auch Männer gehören zu ihren Opfern.

An Ihrer Stelle wäre ich sehr vorsichtig,

mich von einer hübschen Fremden umgarnen zu lassen.

Dazu müssten Sie mir ja erst mal die Chance geben.

Es tut mir leid.

Ich verstehe vollkommen, dass euch die Sache sehr beschäftigt.

Aber das ist Aberglauben, ihr alle seid damit aufgewachsen.

Sie können nicht verlangen, dass ich dies ernst nehme.

Ich habe Ihnen alles gesagt, was ich weiß, Sir. Mehr kann ich leider nicht tun.

Was Sie erzählt haben, interessiert mich sehr.

Ich bin ja deshalb her gekommen, um Stoff für meine Bücher zu finden.

Ich bin Schriftsteller, wissen Sie, ich schreibe über solche Dinge.

Hexen, Vampire, schwarze Messen...

Aber dies entsprang alles meiner Einbildung. Das weiß ich.

Hören Sie gut zu, Sir.

Eines der Mädchen aus dem Dorf ist schon seit Tagen verschwunden.

Ein braves Mädchen, kein Mädchen, das sich herumtreiben würde.

Wollen Sie ihren Eltern vielleicht erzählen, dass es nur Einbildung ist,

dass ihre Tochter verschwunden ist?

Sie könnte überall sein.

Nun, wenn das Schloss euch solch einen Schrecken einjagt,

will ich's mir nachher ansehen. Wenn ich mit dem Essen fertig bin.

Vielleicht begegne ich sogar einem dieser hübschen Vampire und lasse mich umgarnen.

Als Sie sagten, die Karnsteins sind längst tot, hatten Sie Recht.

Sie haben aber immer noch die Macht, ins Leben zurückzukehren.

Und diese Zeit ist jetzt wieder gekommen.

Ich halt's für Aberglauben.

Manchmal schmeicheln sie sich ein und saugen dann langsam das Blut aus.

Aber auch Männer gehören zu ihren Opfern.

An Ihrer Stelle wäre ich sehr vorsichtig,

mich von einer hübschen Fremden umgarnen zu lassen.

Wir nennen sie die Untoten. Sie sind Vampire.

Mädchen, Mädchen!

Mädchen!

Wie kommen Sie hierher? Wer sind Sie?

Richard Lestrange.

Sind das die Lestranges aus Cork? - Ja.

Dann sind Sie Lord Thurston's Sohn und erben den Titel?

Ganz richtig, woher wissen Sie das?

Familiengeschichte ist mein Steckenpferd, wissen Sie.

Entschuldigen Sie, ich langweile oft mit diesem Thema.

Dass ich heute mit den jungen Damen das Schloss besucht habe,

war eigentlich nur ein Vorwand, um meine eigenen Studien zu betreiben.

Eine faszinierende Familie, diese Karnsteins.

Ohne Zweifel, aber erzählen Sie mir was von den Mädchen.

Das ist Susan Pelley, sie ist aus Amerika.

Und das ist Isabell Courtney, eine der Hampshire Courtneys, interessante Familie.

Äußerst.

Und das ist Amanda McBride,

ihr Vater besitzt Gütereien in Schottland, ein liebenswertes Mädchen.

Ja. - Oh, verzeihen Sie mir.

Ich habe mich Ihnen nicht einmal vorgestellt, Giles Barton.

Und da ist die Schule.

Kommt, Mädchen, jede auf ihren Platz. Kommt, kommt, auf eure Plätze, Mädchen.

Wir sind erst seit drei Wochen hier.

Es kommt jetzt in Mode, höhere Töchterschulen auf dem Kontinent.

Es hat eine Menge Umstände gemacht.

Ich lehre Geschichte und Kunst.

Ms. Simpson ist die Prinzipalin. Ich bin ihr Teilhaber.

Das ist Janet Playfair, unsere Gymnastik-Lehrerin.

Sie war mit Ms. Simpson zusammen im Heathley College.

Dies ist eine neue Art von Leibesübungen.

Sie basieren auf griechisch-römischen Tänzen.

Ach ja?

Wir wollen lieber hier warten.

Ms. Simpson duldet es nicht, dass Fremde den Mädchen zu nahe kommen.

Die Stunde ist in wenigen Minuten zu Ende, dann würde ich Sie gerne vorstellen.

Wem? Ms. Playfair?

Nein, Ms. Simpson!

Der Schriftsteller? - Ja, ich muss es gestehen.

Lord Thurston's Sohn.

Aha, so ist das! Dann sind Sie natürlich jederzeit hier willkommen.

Leider kann ich das nicht von Ihren Büchern sagen.

Ich halte sie für nicht geeignet für Mädchen in diesem empfindsamen Alter.

Da geb ich Ihnen Recht, sie sind ein bisschen gruselig,

aber wenn Sie wollen, dass ich hier einmal Sprachen unterrichte, bin ich gerne bereit.

Wir haben schon einen Sprachlehrer, er kommt Donnerstag an.

Wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen würden.

Es hat mich sehr gefreut.

Ms. Simpson? - Ja Susan, was ist denn?

Ms. Carstairs lässt sagen, dass gerade eine Kutsche herein fährt.

Oh, vielen Dank, Susan.

Oh, das wird die Gräfin Herritzen sein. Sie bringt ihre Nichte, eine neue Schülerin.

Gehen Sie bitte noch nicht weg Mr. Lestrange.

Sie wollen doch gewiss die Gräfin Herritzen kennen lernen.

Äh, ja.

Gräfin.

Meine Nichte Mircalla.

Mein Partner Giles Barton.

Und das ist Richard Lestrange, der bekannte Schriftsteller.

Lord Thurston's Sohn.

Wie wäre es mit einem Tee?

Dieser Mr. Giles ist nur ein dreckiger kleiner Mann.

Ist dir aufgefallen, wie er herumsteht und uns anglotzt, wenn wir tanzen?

Nein. Aber weißt du vielleicht, wer dieser junge Mann bei ihm war?

Den finde ich interessant. - Weiß ich auch nicht.

Patrizia, weißt du, wen Mr. Barton heute dabei hatte?

Ich hab ihn noch nie gesehen.

Und, wie fühlst du dich so nach dem ersten Tag?

Sehr müde.

Das Tanzen, das dauert eine Weile, bis man sich daran gewöhnt.

Ich werde mich nie daran gewöhnen können.

Sicher wirst du das. Wie wir alle.

Lass mich das machen.

Ist das so angenehm? - Mmh.

Jetzt ist aber Ruhe, meine Damen! Genug geredet!

Erika, würdest du bitte auf dein eigenes Zimmer gehen?

Johanna, du sorgst dafür, dass in fünf Minuten das Licht aus ist, ja?

Pssst, Janet, komm!

Das hier nehme ich lieber an mich.

Und nun zu Bett, Mädchen.

Schnell.

Lass uns heute Nacht zum See runter gehen und im Mondschein schwimmen.

Danach fühlst du dich wunderbar.

Aber wenn Ms. Playfair später nachsieht?

Keine Angst.

Wir stopfen einfach ein paar Kissen unter die Decke,

dann denkt sie, dass wir schlafen.

Ja, wir gehen um Mitternacht.

Und ich dachte schon, jetzt haben sie mich.

Der Wirt hat es ja gesagt: "Die Karnsteins warten auf mich".

Ich weiche zurück vor diesem bildschönen Weib.

Und da, noch eine Zweite.

Um Himmels Willen, dachte ich mir,

das ist selbst für einen starken Mann zu viel.

Mir gefror das Blut in den Adern.

Komm, was hast du denn? Ich lass dich raus.

Ich sage euch, ich war wie versteinert.

Auf einmal waren es drei, und alle gingen stumm und langsam auf mich zu.

Ich war zu entsetzt, um wegzulaufen.

Stellt euch das vor.

Drei wunderschöne Mädchen bei einem Schulausflug zum Schloss Karnstein.

Und ich denk, es sind Vampire.

Mircalla? Mircalla?

Wo warst du? Ich bin aufgewacht, und du warst weg.

Ich war schon allein vorgegangen,

dann dachte ich, ich hörte jemanden und hab nachgesehen.

Das war sicher Giles, er kriecht immer herum,

um uns einmal ohne Kleider zu sehen.

Hast du jemanden gefunden? - Nein.

Bier, Sir? - Ja.

Wollen Sie etwas essen? Ja, ich denke schon.

Da drüben sitzt ein Herr am Tisch, der gerade aus England angekommen ist.

Decken Sie mir lieber woanders.

Einen schönen guten Tag.

Oh, guten Tag.

Biggs. Arthur Biggs.

Freut mich. Mein Name ist... - Ich weiß schon, ich weiß schon.

Und ich bin entzückt, Sir, Sie hier anzutreffen.

Wollen Sie sich nicht zu mir setzen?

Übrigens, ich habe jedes einzelne Ihrer Werke gelesen.

Oh, vielen Dank. Es war sehr nett von Ihnen.

Es war mir ein Genuss, jede Zeile.

Wissen Sie, ich schreibe nämlich selber.

Oh, ich fürchte, ich kenne nichts von Ihnen.

Weil noch nichts von mir veröffentlicht wurde, deshalb.

Mein Stil ist, was der Franzose Avantgarde nennt.

Ich verstehe, dann haben Sie es freilich nicht leicht.

Ich lebe von der Hoffnung... ...von der Hoffnung.

Irgendwo muss es einen gebildeten Menschen geben, der...

Vielleicht wären Sie überhaupt der Richtige, etwas von mir zu lesen.

Oh, ich wüsste nicht, was ich lieber täte,

aber leider bin ich im Augenblick sehr beschäftigt,

und sicher fahren Sie doch auch bald weiter.

Nein, nein, nein, nein! Ich werde hier schon in der Gegend bleiben,

an der Schule von Ms. Simpson.

An der Schule?

Ja, ich gehe diesem Broterwerb natürlich nur nach,

um meine literarischen Etüden zu finanzieren.

Dann sind Sie bestimmt der neue Lehrer für englische Literatur.

Ich predige also, was mir selbst verwehrt ist.

Oh verehrter Herr, wie konnte ich wissen, dass Sie DER Arthur Biggs sind.

Natürlich, es wäre mir eine Freude Ihre Werke zu lesen.

Vielleicht können wir sogar an einem Werk zusammenarbeiten.

Ja... Zusammenarbeiten?

Ja, ich beabsichtige, ein neues Buch zu schreiben.

Es bedarf jedoch gründlicher Nachforschungen.

Und zwar in Wien.

Armer Teufel, das Bein dreifach gebrochen, schlimm für ihn.

Zweifelsohne. Und sehr unpassend für mich.

Könnte er denn nicht am Stock gehen?

Ich fürchte, dafür ist es zu ernst.

Ist eine komplizierte Operation, die nur in einem Hospital in Wien durchgeführt wird.

Wann kann er dann wieder hier sein?

In vier Wochen, drei, wenn's gut geht.

Ich kann unmöglich so lange ohne Lehrer auskommen.

Und so kommen wir zum Roman des 19. Jahrhunderts.

Als zu allem, die vergleichsweise neuen Formen auch noch die Wortgewalt

und die Anmut der anerkannten Literatur annehmen.

Mademoiselle, welchem zeitgenössischen Schriftsteller würden Sie den Vorzug geben?

Ich muss zugeben, ich kenne keinen.

Einen werden Sie bestimmt wissen.

Einen deutschen oder einen englischen. - Nein.

Aber ich kenne mich gut im 18. Jahrhundert aus.

Ihre Bildung scheint hier Lücken aufzuweisen.

Das mag sein.

Alles, was Sie benötigen, sind ein paar Privatstunden, das mach ich gerne.

Wir werden sehen, was die anderen dazu wissen.

Über diese Periode des 15. Jahrhunderts

gibt es bemerkenswert wenige verlässliche Dokumente.

Und selbst diese sind lückenhaft. Die Chronisten sind nicht objektiv.

Es ist jedoch sicher überliefert, dass in dieser Zeit Schloss Karnstein erbaut wird.

Das erste Mal wird die Familie Karnstein in der styrischen Chronik

aus dem Jahre 1187 erwähnt.

Diese Chronik ist, wie Sie ja wissen, das Gegenstück zum Reichsgrundbuch von England.

Die Karnsteins haben eine äußerst merkwürdige Familiengeschichte.

Vieles ist ausgelassen oder ungeklärt.

Die hier ansässige Linie der Karnsteins wurde zuerst in der styrischen Chroniken...

Mr. Lestrange?

Oh, Ms. Simpson.

Es freut mich zu sehen, dass Sie an allem, was unseren Schulbetrieb anbelangt,

so regen Anteil nehmen. - Natürlich.

Mr. Giles sagte mir, Sie würden gerne hier wohnen?

Ja, ich dachte, das gäbe mir mehr Gelegenheit, mich um die Mädchen zu kümmern.

Ihre Arbeiten zu korrigieren.

Ausgezeichnet.

Ich zeige Ihnen jetzt Ihr Zimmer. - Danke.

...welches das Familienmotto darstellte.

Ähm, hätten Sie nicht irgendwas mehr in der Nähe des Hauses?

Sie haben hier eine ausgezeichnete Unterkunft.

Übrigens zusammen mit Mr. Giles.

Wird ja immer besser.

Vielen Dank.

Kein Wunder, bei diesen staubigen, alten Büchern.

Wo haben Sie die denn ausgegraben?

Was?

Diese Bücher sind für mich von größtem Wert.

Wieso, worum geht's darin?

Geschichtliches. Forschungsmaterial.

Forschung? Wonach?

Das Schloss der Karnsteins.

Faszinierend.

Ich weiß, worauf Sie aus sind.

Was?

Sie studieren, wie man Vampir wird.

Sie hören wohl auf Dorfgeschwätz, ja?

Das ist nicht nur Geschwätz.

Ich...

Mircalla, verzeihen Sie mir, wenn ich Sie beim Vornamen nenne,

aber er hat für mich einen besonderen Zauber.

Ich muss jetzt gehen. - Nein! Bitte, geh noch nicht.

Ich hab mir hundert Mal gewünscht, mit dir allein zu sein.

Ich bin nur hierher gekommen um dich zu sehen, mit dir zu sprechen, weil...

...ich dich liebe.

Verzeih mir, ich muss es dir sagen.

Ich habe dich geliebt, als ich dich das erste Mal sah.

Ich habe gelebt,

aber jetzt ist alles wie ausgelöscht, seit ich dir das erste Mal begegnet bin.

Erst jetzt lebe ich.

Erst jetzt weiß ich, was es wirklich bedeutet, zu lieben.

Ein Gefühl, das ich nie gekannt habe, ich schwöre es dir.

Bitte lass mich gehen!

Verzeih mir.

Irgendetwas muss sie doch gesagt haben.

Ich dachte, sie wäre bei einer Freundin, in einem anderen Zimmer.

Und ich habe dann erst heute früh gemerkt, dass sie noch nicht da war.

Und sie hat wirklich nichts gesagt, dass sie noch ausgehen wollte?

Nein, bestimmt nicht, Mademoiselle.

Du kannst jetzt gehen.

Einen Augenblick noch.

Ich bin so gut wie sicher, dass Susan uns nur einen Schabernack spielen will.

Aber ich möchte die anderen Mädchen nicht beunruhigen, du verstehst.

Ich habe keinem was gesagt.

Das wollen wir auch weiter nicht, wenigstens vorläufig nicht.

Sollte jemand fragen, Susan ist im Sanatorium. Verdacht auf Masern.

Ja, Ms. Simpson.

Das Mädchen ist seit gestern Abend verschwunden,

Sie können das nicht einfach als Scherz abtun.

Das tu ich auch nicht.

Aber warum deshalb alle in Aufregung versetzen?

Was wollen Sie denn unternehmen?

Wir, wir müssen noch abwarten.

Sie kommt vielleicht zurück.

Ich habe auf diesem Gebiet mehr Erfahrungen als Sie, Janet.

Manche Mädchen heutzutage sind sehr leichtsinnig

und lassen sich mit irgendwelchen Männern ein.

Männern? Was für Männern?

Wir sind Meilen vom Dorf entfernt.

Aus dem Dorf ist keiner auch nur in die Nähe gekommen.

Susan ist erst vor kurzem zu uns gekommen, und wer weiß, ob ihr jemand gefolgt ist.

Das ist lächerlich, Susan gehört nicht zu dieser Art von Mädchen.

Und selbst wenn sie von einem Mann entführt wurde, was Sie offenbar glauben wollen,

sollten Sie dennoch die Polizei rufen.

Die Polizei? Das ist unmöglich. - Wir müssen es!

Ich brauche keinen Rat, was ich in meiner eigenen Schule zu tun habe.

Ich habe nicht gesagt, sie wurde entführt,

ich wollte nur sagen, es könnte ja auch ein Abenteuer sein.

Susan wird freiwillig zurückkehren. - Und wenn sie es nicht tut?

Dann werde ich den Vorfall melden.

Wann werden Sie ihn melden?

Janet, ich kann Sie nur bitten, mir beizustehen.

Ich bin mir meiner Verantwortung den Mädchen gegenüber bewusst, glauben Sie mir.

Aber es steht für mich noch mehr auf dem Spiel.

Die ganze Schule,...

...die Ersparnisse meines Lebens, nicht zuletzt meine eigene Zukunft.

Ich kann das doch nicht alles gefährden, wegen eines dummen Skandals,

wenn es eine einfache, logische Erklärung für ihr Verschwinden gibt.

Einverstanden. 48 Stunden. Nicht länger.

Wenn Sie es bis dahin nicht angezeigt haben, melde ich es.

Die Geschichte von Schloss Karnstein lässt sich bis in das Mittelalter zurückverfolgen.

Über die Familie Karnstein gibt es erste Berichte schon aus dem 12. Jahrhundert.

Hier haben wir ein interessantes Beispiel.

Eine junge Gräfin Karnstein, Carmilla.

Geboren 1688, soweit ich das erkennen kann, gestorben 1710.

Wahrscheinlich an der Pest, die damals Styrien heimsuchte.

Das Grab ist, wie ihr seht, etwas vernachlässigt.

Soweit mir bekannt ist, gibt es heute keine Karnsteins mehr.

Nun dann...

Carmilla, ein ungewöhnlicher Name, könnte man meinen.

Aber zu jener Zeit war es im Schwange,

einem Kind als Namen das Anagramm des mütterlichen Namens

oder irgendeiner anderen verehrten Verwandten zu geben.

Jetzt wollen wir sehen, woher sich dieser Name ableiten könnte.

Marcilla?

Melarca?

Mircalla.

Vielleicht sind die Herritzen irgendwie entfernt mit der Familie Karnstein verwandt.

Wissen Sie, ob das sein könnte, Mademoiselle?

Nein.

Dann werde ich meine Nachforschungen fortsetzen und ohne Zweifel darauf stoßen.

Nun wollen wir uns auf das Schloss selbst begeben.

Es hat eine äußerst rätselhafte Geschichte.

Äußerst bemerkenswert weniger... Kommt mit jetzt!

Weniger dadurch, was darüber geschrieben wurde, als durch die vielen Auslassungen.

Die Dorfbewohner wissen die ungewöhnlichsten Geschichten darüber zu...

Mircalla, komm heute Nacht hierher, es ist wichtig.

Ich habe etwas heraus gefunden, du musst kommen!

Schulmeister, lächerliche Beschäftigung. Wie kommt ein Mann zu so was?

Es gibt Befriedigung. - Hm, was für Befriedigung?

Das wird nicht jeder verstehen können.

Wollen Sie das nicht lieber etwas einschränken?

Nein, es hält mich aufrecht.

Eine aus meiner Klasse fehlte heute morgen. Möchte wissen, warum.

Susan? - Ja.

Sie hatte eine Art leichtes Fieber, soviel ich weiß.

Sie ist im Hospital, glaube ich.

Ich habe selber so eine Art leichtes Fieber.

Das geht schon vorüber.

Und jetzt würde ich Ihnen vorschlagen, dass Sie, äh...

Ein tiefer, fester Schlaf würde Ihnen besser tun.

Vielleicht haben Sie Recht.

Ein wenig Schlaf wird mir nicht schaden.

Äh, ich gehe noch ein bisschen an die frische Luft.

Das ist eigentlich keine schlechte Idee.

Vielleicht komme ich sogar mit...

Ja, ich war sicher, du würdest kommen.

Ich weiß jetzt alles.

Ich weiß, wer du bist.

Seit heute weiß ich es.

Heute morgen bei der Exkursion wurde es mir auf einmal klar.

Es war hier, an der Gruft, als ich den Namen las, Carmilla.

Ich schrieb ihn auf, da wusste ich, Carmilla...

...ist Mircalla.

Wieder zu Hause, ging ich noch einmal meine Bücher durch.

Ich wusste, wonach ich zu suchen hatte.

Das Portrait der Carmilla Karnstein.

Gestorben im Jahre 1710.

Vor 120 Jahren.

Und weißt du, wen dieses Portrait darstellt?

Das Portrait der Carmilla Karnstein?

Es bist du.

Du!

Du!

Geh nicht fort.

Ich habe das Kreuz umgekehrt.

Du siehst, ich kenne eure Magie.

Ich kenne die schwarze Kunst.

Aber ich möchte mehr wissen, noch mehr.

Ich wollte dir nicht weh tun, ich schwöre es dir.

Alles, was ich will ist, dich anbeten.

Lass mich dein Diener sein.

Ich will ein treuer Diener des Teufels sein.

Er wird mich aufnehmen, ich bin sicher.

Ich habe meine Treue bewiesen.

Ich, ich hätte allen erzählen können, was ich von dir wusste, ich habe geschwiegen.

Ich fand das Mädchen, das du getötet hast,

und ich habe geschwiegen.

Um dich zu schützen, habe ich sie selbst in den Brunnen geworfen.

Ich will alles tun, was du von mir verlangst.

Mircalla...

Ich bitte dich...

Alles, was ich will, ist dir dienen.

Bitte. Ich flehe dich an... Nimm mich mit.

Gräfin, ist das eine Ehre.

Ich bin gerade auf dem Weg nach Wien.

Bei der Gelegenheit dachte ich, ich statte Ihnen einen kurzen Besuch ab.

Es ist uns immer die größte Freude, Sie hier begrüßen zu dürfen.

Schnell! Kommen Sie! Es ist etwas Entsetzliches passiert!

Mr. Giles! Kommen Sie schnell!

Armer Giles. Wie konnte das nur geschehen?

Ob es ein Unfall war? - Wir werden es bald wissen.

Es fügt sich glücklich, dass mein Hausarzt mich auf der Reise begleitet.

Ja, was für ein glücklicher Umstand.

Der ansässige Arzt würde gewiss plaudern.

Ich könnte mir jetzt keinen Skandal erlauben.

Es wird keinen Skandal geben.

Doktor?

Ein Herzanfall.

Oh, Janet.

Ich hoffe, ich störe Sie nicht.

Aber nein.

Ich möchte mit Ihnen reden.

Wollen Sie da nicht lieber reinkommen?

Ich weiß nicht, mit wem ich sonst darüber reden könnte.

Worum geht es denn?

Das ist schwer zu sagen.

Aber ich fühle, dass hier etwas nicht stimmt.

Ich verstehe, es berührt einen immer, wenn jemand stirbt.

Sie standen sicher Mr. Giles sehr nah? - Nein, das war natürlich entsetzlich,...

Aber wie kann ich Ihnen das nur beschreiben?!

Es geht um Susan. - Susan?

Was ist mit ihr? Das Fieber ist doch nicht schlimm?

Das ist nicht wahr.

Das war nur so eine Geschichte, damit niemand fragt, wo sie ist.

Sie ist,...

...verschwunden.

Verschwunden?

Seit zwei Tagen ist sie spurlos verschwunden.

Ich wollte gleich zur Polizei gehen,

aber Ms. Simpson bat mich inständig, es nicht zu tun.

Ich will bestimmt nicht der Schule schaden.

Vielleicht bilde ich mir das alles auch nur ein.

Aber der Tod von Mr. Giles scheint mir nicht als

zufälliges Zusammentreffen mit Susans Verschwinden.

Und ich habe die entsetzliche Vorahnung,...

...sehr bald wird der Nächste sterben.

Was soll das denn heißen?

Jetzt geht Ihre Fantasie aber mit Ihnen durch.

Das wird es wohl sein.

Wenn ich mich nur von dem Gedanken lösen könnte,

dass Susans Verschwinden und Giles Tod in einem Zusammenhang stehen.

Nun, Giles hatte einen Herzanfall. Daran ist wirklich nichts geheimnisvoll.

Das mit Susan ist etwas Anderes.

Weiß denn niemand, wo sie sein könnte?

Wer war mit ihr im Zimmer?

Mircalla.

Mircalla?!

Sie sagt, sie weiß gar nichts.

Vielleicht gibt es da eine ganz einfache Erklärung.

Sie wollen sich doch nicht blamieren, oder?

Daran dachte ich wirklich zuletzt. Ich mach mir einfach Sorgen um Susan.

Ich habe Ms. Simpson gesagt, dass ich noch bis morgen warte,

und dann ginge ich zur Polizei.

Würden Sie mitkommen?

Ich weiß nicht... Lassen Sie mir Zeit zum Nachdenken.

Bitte.

Wir wollen doch nichts übereilen, nicht wahr?

Aber morgen?

Ja.

Ich muss jetzt zurück.

Ich hoffe, dass Sie niemand sieht.

Ms. Simpson bekäme einen Herzanfall.

Danke.

Wofür?

Für's Zuhören.

Die Karnsteins, eine Geschichte des Bösen.

Hexenkunst.

Die Legende von den Vampiren. Die Geschichte Sylvaniens.

Mademoiselle Herritzen, ich würde gerne mit Ihnen Ihre Arbeit durchsprechen.

Ihre Arbeit über das 18. Jahrhundert ist exzellent.

Ihre Kenntnisse über Dichter dieses Jahrhunderts sind,

offen gesagt, erbärmlich.

Ich muss dich sehen, mit dir reden. Es ist wichtig.

Ich kann nicht. - Warum?

Bitte.

Da ist auch eine Anzahl grammatikalischer Fehler.

Ich habe mich inzwischen mit den Studien von Giles Barton beschäftigt.

Er hat äußerst gründliche Nachforschungen über die Karnsteins betrieben.

Und ist zu bemerkenswerten Ergebnissen gekommen.

Ich dachte, dass dich das interessieren würde.

Wann? - Heute Nacht. Am Schloss.

Das wär's Mademoiselle.

Mircalla.

Sie haben mir etwas mitzuteilen? - Ja.

Ich liebe dich. Nein, bitte hör mir um Himmels Willen zu.

Glaub mir bitte, nichts ist im Augenblick so wichtig für mich.

Sag es mir. - Was?

Diese Notizbücher, was hat darin gestanden?

Dein Name. - Nur mein Name? Sonst nichts?

Mircalla und Marsilla...

...und Carmilla.

Carmilla?

Ja, Carmilla. Carmilla Karnstein.

Und da ist ein Bildnis von dir.

Und Bücher über schwarze Magie.

Die Geschichte der Karnsteins von Anfang an.

Und noch mehr. Mehr?

Ja. - Was noch?

Mircalla, bitte versuche es mir zu erklären.

Es ist ganz einfach.

Ich bin eine Karnstein.

Unsere Familie hat ihren Namen geändert.

Wenn Sie die Bücher kennen, wissen Sie, wieso.

Deswegen seh ich auch aus wie Carmilla.

Und darum habe ich den Namen Mircalla.

Wollen Sie sonst noch irgend etwas wissen?

Ob ich ein Vampir bin?

Ist es das, was Sie vermuten?

Ist der berühmte Dichter Richard Lestrange ein wirrer Fantast?

Glaubt er schon selbst an die Fieberträume seiner Fantasie?

Ja, das tu ich.

Ich glaube, dass es Dinge auf der Welt gibt, von denen wir nichts wissen.

Ich glaube, dass es eine Macht des Bösen gibt, wie die des Guten.

Ich habe gelesen und gelesen,

ich habe die ganze Nacht damit verbracht, Giles Nachlass zu studieren.

Und ich habe darin gewichtige Beweise gefunden.

Beweise? Wofür?

Dass du ein Vampir bist.

Du sagst so was zu mir?

Und gibst vor, mich zu lieben?

Beweise mir, dass es nicht so ist.

Liebe mich.

Nein, nein, bitte nicht, hör auf! - Ich muss, ich muss.

Warum?

Wenn ich ein Vampir wäre, würdest du sterben.

Ja.

Die Tür war offen.

Ja, natürlich.

Nun? - Was nun?

Sie wollten mir bis heute antworten.

Darum habe ich gewartet. Seit Stunden hier.

Das tut mir leid.

Ja, ich habe mich entschieden, ich finde, Sie sollten gar nichts unternehmen.

Gar nichts? - Genau das.

Ich glaube, Sie bilden sich alles nur ein.

Auch vielleicht, dass Susan verschwunden ist?

Nein, aber bestimmt diese ganzen finsteren Vermutungen.

Ich glaube schon, dass Ms. Simpson mit ihrer Erfahrung Recht hat.

Und selbst wenn sie Recht hätte, was macht das für einen Unterschied?

Auch wenn Susan es mit einem Mann hätte, was für mich undenkbar ist,

wäre das kein Grund, die Polizei zu benachrichtigen, wenigstens ihre Eltern?

Was ist mit Ihnen los?

Sie haben sich verändert.

In den letzten zwei Tagen ist irgend etwas mit Ihnen vorgegangen.

Das ist doch unsinnig.

Als ich Ihnen hier begegnet bin,

hielt ich Sie für stark, mutig und erfahren.

Ich dachte, Ihnen kann ich mich anvertrauen. Zu wem sollte ich sonst gehen?

Ich...

Warum, Ms. Simpson? Warum? Warum? Warum?

Ja, ich weiß es jetzt, Inspektor. - Sie wussten es die ganze Zeit.

Sie sind eine intelligente Frau, das darf ich bei Ihrer Stellung doch annehmen?

Ein junges Mädchen war Ihnen in Obhut gegeben,

es verschwindet spurlos, und das vor drei Tagen.

Ja, was sollte ich nur tun?

Ich musste ja auch Rücksicht auf die anderen Mädchen nehmen.

Sie hätten es dennoch melden müssen.

Und wenn Sie jetzt schon tot ist?

Mit durchschnittener Kehle in einen Teich geworfen?

Oh mein Gott, nein!

Und wenn Ms. Playfair nicht heute Nachmittag zu uns gekommen wäre,

wüssten wir immer noch nichts davon.

Sie sagen, Sie sorgen sich um die anderen Mädchen, das tue ich auch,

um ihre Sicherheit nämlich!

Das ist alles so schrecklich.

Nun gut, wir haben den Fall jetzt übernommen.

Ich halte ihn für ziemlich ernst.

Dieses Mädchen ist Ausländerin.

Sie ist ein Gast dieses Landes.

Ernste politische Verwicklungen könnten daraus folgen.

Ist die Familie benachrichtigt?

Dann werden Sie unverzüglich einen Brief aufsetzen.

Ja.

Ich sagte unverzüglich, Ms. Simpson.

Und Sie werden ihn aufgeben, Ms. Playfair.

Und dann ist da noch der Tod dieses Mr. Barton.

Auch das hätte uns angezeigt werden müssen.

Meine Beamten haben nachgeforscht und finden keinen Bericht über seinen Tod.

Sie sagten, er ist hier begraben?

Dann würde ich gerne den Totenschein sehen, bitte.

Ich kann den Namen des Arztes nicht lesen.

Dr. Froheim.

Wer ist das?

Er ist der Leibarzt der Gräfin Herritzen.

Sie ist mir nicht bekannt.

Mr. Raymond Pelley, ist er der Vater des Mädchens?

Ja, er ist Amerikaner, aber er hält sich zurzeit in Wien auf.

Die Einzelheiten über das Verschwinden des Mädchens weiß ich von Ms. Playfair.

Wollen Sie noch irgend etwas hinzufügen?

Haben Sie die Umgebung abgesucht, hier rund um das Schloss?

Ja, gründlich.

Ich mit Ms. Simpson und Mr. Barton.

Mr. Barton?

Ich dachte, es sollte niemand wissen?

Giles war mein Partner, wir haben die Schule zusammen gegründet.

Wo wurde seine Leiche gefunden?

Ich zeige es Ihnen. - Ich bitte darum.

Warum so spät? - Ich hätte nicht kommen sollen.

Warum nicht? - Du weißt warum.

Nein, ich weiß es nicht.

In jener Nacht waren wir so glücklich zusammen.

Seitdem bist du mir aus dem Weg gegangen,

hast nicht mit mir geredet,

du bist sogar meinem Blick in der Klasse ausgewichen.

Ich kann nicht. - Mircalla.

Nein, bitte frag mich nicht.

Ich kann darüber nicht reden und will es auch nicht.

Mircalla, wenn du mich nicht liebst, um Himmels Willen, sag es mir!

Was mich verrückt macht, ist die Ungewissheit.

Mircalla, sag es mir. - Was?

Dass du mich nicht liebst. Sag es!

Sag es!

Und dann hat ein Mädchen ihn hier unter diesem Baum gefunden.

Vielen Dank, Ms. Playfair. Ich seh mich jetzt hier allein um.

Schön, wenn Sie sich... - Ja, danke.

Ich muss jetzt wirklich gehen. - Bitte jetzt noch nicht.

Du musst mich bitte verstehen, meine Tante kann jeden Augenblick kommen.

Die Gräfin? - Ja.

Mircalla, lass mich mit ihr reden. - Nein.

Aber ich will sie doch nur... - Nein. Sie würde das niemals verstehen.

Richard, du musst mir schwören, nie mit ihr zu sprechen.

Schon gar nicht von unserer Liebe.

Mircalla, wir haben das 19. Und nicht das 18. Jahr...

Nein! Schwöre es mir!

Gut, ich schwöre es.

Aber nur, wenn du mich noch einmal küsst.

Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich Ihnen bin.

Ich hoffe nur, dass es keine Zumutung für Sie ist.

Ganz und gar nicht.

Ich wusste nicht, wem ich mich anvertrauen sollte.

Und schon bei Giles Tod hatten Sie mir selbstlos beigestanden.

Sie machen sich zu viele Sorgen.

Schön, ein Polizeiinspektor ist gekommen. Er muss eben seine Pflicht tun.

Aber er wird Ihnen keine Schwierigkeiten machen, glauben Sie mir.

Er ist so ein grober Mensch.

Er hat mich behandelt, als wäre ich selbst eine Verbrecherin.

Er hat mich angeschrien.

Ich habe nur getan, was ich für richtig hielt. Für die Mädchen, für die Schule.

Davon bin ich überzeugt. Aber machen Sie sich seinetwegen keine Sorgen.

Aber er durchsucht gerade die ganze Gegend.

Was könnte er denn dort schon finden?

Einen Brief? Was für ein Brief?

Für Mr. Pelley, Susans Vater. Der Inspektor hat darauf bestanden.

Hat er ihn schon aufgegeben?

Ja, Ms. Playfair hat ihn persönlich ins Dorf gebracht.

Der Skandal, ich bin ruiniert.

Dieser Inspektor legt es darauf an, mich zu ruinieren.

Sie sollten sich keine Gedanken um den Inspektor machen.

Sie müssen noch einen Brief an diesen Mr. Pelley schreiben.

Denn wie ich sehe hat mein Kutscher das vermisste Mädchen soeben gefunden. Tot.

Nein, das ist nicht... - Damit erledigen sich dann

alle Nachforschungen, wenn Sie nur den Totenschein beifügen.

Aber wo hatte sie denn... Wie ist sie denn...

Wie?

Sie meinen, woran sie gestorben ist?

Oh, ich würde sagen es war...

...Herzschlag.

Ich hatte geglaubt, Sie würden mir wenigstens helfen.

Und ich kann nur immer wiederholen,

dass ich glaube, dass Ihre Fantasie mit Ihnen durchgeht.

Ja, ich weiß, das sagt mir jeder.

Nur Inspektor Heinrich dachte auch wie ich.

Wirklich? Und warum hat er dann plötzlich nichts mehr von sich hören lassen?

Ich kann mir denken, warum.

Gräfin Herritzen hat ihren Einfluss geltend gemacht, höheren Orts.

Was, zum Teufel, hat sie damit zu tun? - Das hab ich mich auch gefragt.

Jedenfalls, seit ihre vornehme Nichte in der Schule aufgetaucht ist...

Lassen Sie Mircalla aus dem Spiel. Ich warne Sie!

Sie warnen mich? Ich warne Sie!

Dieses Mädchen hat Ihnen den Verstand verdreht, genau wie dem armen Giles.

Wussten Sie das?

Die ganze Zeit ist er um sie herum scharwenzelt, angeblich, um sie zu zeichnen.

Er konnte sich nicht an ihr satt sehen. - Jetzt reicht's aber!

Jetzt will ich Ihnen noch was sagen, Susan war auch wie verhext von ihr.

Worauf wollen Sie hinaus, mit so einer lächerlichen Behauptung?

Ich weiß, Giles ist tot, und ich befürchte, Susan ebenso.

Ich sage nur, dass ich der Gräfin nicht traue.

Ms. Simpson tanzt nach ihrer Pfeife, so wie die Polizei, scheint es mir.

Wenn nicht jemand bald etwas unternimmt, wird es eine weitere Tragödie geben.

Wenn Sie mich fragen, wer meiner Ansicht nach das nächste Opfer ist, das sind Sie!

Dann sollte ich mir Sorgen machen. Und nicht Sie.

Ich glaube, Sie wissen nicht, dass ich Sie liebe.

Aber das ist jetzt nicht wichtig.

Sie waren ohnehin in diesen Tagen mit den Gedanken woanders.

Sonst hätten Sie es bemerkt.

Wenn Sie auch sonst allem gegenüber blind sind,

bitte seien Sie nicht blind, wenn es um Ihre eigene Person geht.

Richard, bitte machen Sie keine Dummheit.

Nein, Ms. Simpson, das ist keineswegs zufrieden stellend.

Schließlich wurde meine Tochter schon drei Tage vermisst,

ehe Sie nur daran dachten, mir zu schreiben.

Ich habe doch versucht zu erklären...

Als Ihr erster Brief ankam, war ich unglücklicherweise verreist.

Dann kam Ihr zweiter Brief, dass Susan gefunden wurde. Tot.

Ich will jetzt ganz offen mit Ihnen sprechen.

Wie können Sie schreiben, sie sei verblichen, als ob sie alt und gebrechlich war!

Meine Tochter war jung, gesund, das blühende Leben.

Da kann ich nicht glauben, dass es ein Herzschlag war.

Aber der Doktor...

Der Doktor, wer zum Teufel ist dieser Doktor?

Sobald ich Ihre Nachricht bekam, versuchte ich ihn zu sprechen.

Natürlich wollte ich sofort wissen, wie das alles passiert ist.

Ich habe alles in Bewegung gesetzt, um ihn in Wien ausfindig zu machen.

Wir haben nicht mal seinen Namen gefunden.

Ich verstehe Sie leider nicht, Mr. Pelley. Was versuchen Sie, zu unterstellen?

Ich will überhaupt nichts unterstellen.

Das sind einfach die Tatsachen.

Erstens, ich habe keinen Beweis, dass meine Tochter tot ist.

Zweitens, selbst wenn ich ihn erhalte, will ich wissen, wie sie gestorben ist.

Denn dieses Papier da ist für mich kein Beweis.

Ich will genau wissen, wie und woran sie gestorben ist.

Was kann ich tun?

Sie brauchen gar nichts mehr zu tun, Ms. Simpson.

Das genügt mir schon.

Sie hatten kein Recht, meine Tochter begraben zu lassen,

ohne meine ausdrückliche Einwilligung.

Aber Sie sagten selbst, Sie waren verreist.

Ich war bald zurück, aber wie dem auch sei,

die Umstände stellen mich nicht zufrieden.

Und ich kann nicht in Zukunft mit Zweifeln leben.

Daher habe ich Professor Herz mitgebracht.

Er ist Pathologe.

Und hier ist die Genehmigung zur Graböffnung.

Ich verstehe nun gar nichts mehr.

Es ist ein Albtraum.

Die Graböffnung, aber wir wissen nicht, wo Susan ist.

Aber wir wissen es.

Sie hatten zu viel Aufregung, und ich wollte Sie nicht beunruhigen.

Ich habe mich schon um alles gekümmert.

Öffnen Sie.

Ms. Simpson geht es nicht gut. Der Doktor sagt, Sie brauche Ruhe.

Der Doktor. Ihr Doktor? - Ja.

Der auch den Totenschein unterzeichnet hat?

Ja.

Der, wie ich festgestellt habe, nicht in Wien registriert ist.

Dr. Froheim praktiziert nicht in Wien.

Ich bezweifle, ob dieser Dr. Froheim die Erlaubnis haben sollte,

überhaupt irgendwo zu praktizieren.

Meine Tochter hat erhebliche körperliche Verletzungen.

Natürlich.

Natürlich, sagen Sie?

Davon war weder auf dem Totenschein noch in dem Brief die Rede.

Das ist eine absichtliche Entstellung der Tatsachen.

Und Sie sagen "natürlich"?

Es war ein Herzschlag, woran Ihre Tochter starb.

Dr. Froheim hat das festgestellt,

und Ihr Professor Herz müsste erst das Gegenteil beweisen.

Ihre besagten Verletzungen rühren hingegen von dem Sturz, den sie...

Wovon?

Den Sturz von der obersten Zinne des Schloss Karnstein.

Selbstmord ist kein erfreuliches Wort, Mr. Pelley.

Mein Gott.

Daher hab ich volles Verständnis dafür,

wenn Ms. Simpson Ihnen diese Nachricht zu allem Gram ersparen

und die Schule nicht unnötig ins Gerede bringen wollte.

Selbstmord? Aber warum?

Sie leben von Ihrer Frau seit längerem getrennt, so weit ich weiß.

Ja, aber...

Ich hörte, die Kindheit Susans war nicht gerade als glücklich zu bezeichnen.

Das ist nicht wahr. Das glaube ich nicht.

Nein, das kann ich nicht glauben.

Die Diagnose entspricht genau meinen eigenen Feststellungen.

Herzschlag.

Wahrscheinlich bedingt durch den Sturz. Beim Aufprall war sie schon tot.

Dass einige Ungereimtheiten bestehen bleiben, muss ich nicht eigens erwähnen.

Ich würde zweifelsohne gerne einmal mit diesem Dr. Froheim sprechen,

wer er auch immer sein mag.

Und was bedeuten diese Wunden an ihrem Hals?

Dafür hab ich keine Erklärung anzubieten.

Glauben Sie, Professor,

dass an den Geschichten der Leute hier etwas Wahres dran ist?

Vampirgeschichten?

Ich weiß, das klingt lächerlich,

aber ich wäre eher bereit, alles zu glauben, als dass meine Tochter...

Sie sagten, Sie habe viel Blut verloren.

Nur zu verständlich, unter den Umständen.

Falls es die wirklichen Umstände waren.

Mr. Pelley, ich wiederhole,

das Einzige, was ich über die Todesursache Ihrer Tochter mit Gewissheit sagen kann,

ist, dass ihr Herz zu schlagen aufhörte.

Hört ihr, wie sie darüber sprechen?

Aber von den Wunden am Hals des Mädchens ist keine Rede.

Fritz hat sie selbst gesehen.

Ich hab's genau gesehen, und die da reden von Herzschlag.

Alles, was böse ist, kommt vom Schloss, wie immer.

Ich kann nichts dazu sagen.

Wir sprechen da über Dinge jenseits unserer Wissenschaft.

Über Dinge aus dem übersinnlichen Bereich.

Über Metaphysik.

Das Wesen von Gut und Böse.

Sie benötigen keinen Arzt. Ihnen kann nur...

Oh, das scheint mir ein gastliches Haus zu sein.

Ich habe eine anstrengende Reise hinter mir.

Eminenz.

Warum gehen wir nicht hinauf und stoßen ihm einen Pfahl durchs Herz?!

Du sollst nicht so sprechen, Hans.

Seine Eminenz wird wissen, was zu tun ist.

Wer ist da bei dir drin?

Wer ist da, sag mir, wer da bei dir ist!

Kommt, wir räuchern Sie aus!

Kommt alle mit nach draußen! - Nehmt eine Fackel!

Ja, holt euch alle Fackeln!

Los, beeilt euch! Zündet die Fackeln an!

Auf zum Schloss, kommt!

Tötet sie alle!

Verstreut ihre Asche!

Vernichtet sie alle!

Sie müssen müde sein, Eminenz. - Ja! Ja, Mr. Pelley.

Das bin ich freilich.

Aber böse Geister auszutreiben, gehört zu meinen heiligsten Pflichten.

Und wo gibt es Geister, die gottloser wären,

als die der teuflischen Karnsteins.

Hans, was um Himmels Willen geht hier vor?

Warum sind Sie nicht bei der Schule? - Ich war auf dem Weg zum Gasthaus.

Da finden Sie jetzt keinen Menschen. Die Leute aus dem Dorf sind alle hier dabei.

Aber wohin wollt ihr? - Zum Schloss!

Wozu? - Wir suchen die Karnsteins.

Oder ihre Gräber. Holen die Gebeine heraus und stechen sie durchs Herz.

Das ist entsetzlich.

Ja, aber sie sind Kreaturen des Teufels.

Sie brauchen, um zu überleben, Menschenblut.

Gibt es kein anderes Mittel? - Nein!

Nein, nur ein spitzer Pfahl durchs Herz oder den Kopf vom Rumpf zu trennen, nützt.

Aber ich dachte, die Karnsteins wären alle längst tot.

Aber nicht ihre Geister!

Sie schlüpfen in menschliche Gestalt, dass niemand sie erkennt.

Wie wollt ihr sie dann finden?

Immer nachts, wenn sie vom Blut ihrer Opfer gesättigt sind,

kehren sie in ihre Gräber zurück, Und da wollen wir hin.

Eminenz, Sie müssen das verhindern. Sie müssen!

Hört mir zu, verdammt, lasst mich los, hört mir zu!

Sie hat nichts damit zu tun,

sie hat nichts damit zu tun, ich muss sie retten! Mircalla!

Zu spät.

Den haben wir!

Schnell, ein Pfahl. Lasst ihn mir!

Jetzt zum Schloss, steckt es in Brand.

Nein! Wartet! Wartet!

Halt!

Halt! Hört auf, ihr Narren!

Räuchert sie aus! Verbrennt sie!

Tötet sie!

Schluss! Hört auf, ihr Narren!

Feuer richtet nichts aus!

Ins Feuer mit ihnen, in die Flammen!

Die Fackel! Da rein!

Sag ihnen, sie sollen damit aufhören! Feuer richtet hier nichts aus.

Das Einzige, was sie tötet, ist ein Stich durchs Herz oder Enthauptung.

Gebt mir eine Fackel!

Lasst mich los! Lasst mich los, um Himmels Willen, ich bitte euch, lasst mich los!

Feuer bringt uns nicht den Tod!

Haltet ihn auf! Er will da rein!

Der Mann da, haltet ihn fest! Haltet ihn!

Lasst ihn nicht da rein!

Seien Sie nicht wahnsinnig!

Richard, Richard, du musst hier weg! Du musst hier weg!

Lestrange!

Kommen Sie!

Kommen Sie, schnell hier raus!

Richard, Gott sei Dank!

Janet.

Lasst uns beten.

Oh Herr, unser Vater.

Wir danken dir, dass du uns befreit hast von diesem Übel.

Dein Wille ist geschehen und hat diese Diener des Satans bezwungen.

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