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EINE NETFLIX ORIGINAL SERIE
Bisher bei "Babylon Berlin":
[Dr. Schmidt] Ich fĂŒhre dich jetzt zurĂŒck zu der Quelle deiner Angst.
[MĂ€nner] âȘ Er liegt zu meinen FĂŒĂen âȘ
[Rath] Mein Bruder lebt noch!
-[auf Französisch] Da sind noch zwei! -[auf Französisch] Nicht bewegen!
[Rath] Ich wurde gefangen genommen und war gezwungen, Anno zurĂŒckzulassen.
Und keine Spur von Ihrem Bruder?
Der Zug wird zurĂŒckgeschickt
und damit auch der Waggon mit dem Gold. -[Armenier] In dem Waggon ist kein Gold. -Doch.
[Charlotte] Die Waggonnummern wurden ausgetauscht.
Wolter trifft da einen, den JĂ€nicke nicht kannte.
Die sprechen davon, dass sie den Zug ĂŒberfallen werden, hier steht auch, wo.
Kilometer 127.
Die werden alle versuchen, den Zug vor der Grenze zu stoppen.
-[Rath] Wer sind denn "alle"? -Wolter und Nyssen.
Gereon!
Ich steck fest!
[schreit] [schreit]
[schreit]
[schreit]
Komm schon.
Komm schon!
Jetzt kommt schon!
Mond und Sonne.
Beide da.
[Rath] Ja, das kommt vor.
Beide gleich groĂ.
TrĂ€gst du mich bis in die Stadt zurĂŒck?
NatĂŒrlich. Was ist passiert?
[Czerwinski] Hier, Chef, hier fĂŒhrt die Zugstrecke durch den Wald,
aber vorher mĂŒssen wir durch dieses Dorf.
Das dauert zu lange.
Da, wir gehen querfeldein. Hier durch.
Da machen die Gleise eine Kurve. So können wir den Weg abkĂŒrzen.
Passen Sie gut auf sie auf.
Er fÀhrt besser als ich.
[Charlotte] Gereon. Sei vorsichtig.
[Czerwinski] Wir hÀtten nach links gemusst.
-[Henning] Nein, wir mĂŒssen nach Osten. -[Czerwinski] Osten ist nicht links.
-[Henning] Die Karte steht auf dem Kopf. -[Czerwinski] Warum?
-Weil wir sonst rĂŒckwĂ€rts laufen mĂŒssten. -Ach so.
Hier lang!
-Sag ich doch. -Ich hab links gesagt!
-Aber rechts gemeint. -Oh.
[Henning] Und jetzt?
Los.
[Henning] Wenn der Zug schneller als 40 Stundenkilometer fÀhrt, ist er vorbei.
Warum denn?
Weil es drei Stunden her ist, dass er losgefahren ist,
und wir eben bei Kilometer 120 waren.
Aber die 120 bezieht sich nicht auf die Strecke ab Lokschuppen.
-Sondern? -Das weiĂ ich nicht.
Das weiĂt du nicht.
Aber dass sie sich nicht auf die Strecke ab Lokschuppen bezieht, weiĂt du genau.
-Ich sage, er war noch nicht hier. -Chef, Chef.
Das ist ein Stoppschild.
-Streckensperrung. -Sag ich doch.
Wenn wir auf dem Zug sind, mĂŒssen wir an jeder Ecke mit ihm rechnen.
-[Czerwinski] Du meinst Wolter. -Und seinen MĂ€nnern.
-[Czerwinski] An jeder Ecke? -Ich meine Biegung.
[Czerwinski] Du meinst Kurve. Aber warum sollen die den Ăberfall...
Pst.
[Zug nÀhert sich]
Bereit?
Jawoll.
Was ist denn das?
-Hab ich 'n Signal verpasst? -Keine Ahnung.
Da ist einer auf der Strecke!
[Lokomotiven-Pfiff]
[Lokomotiven-Pfiff]
Polizei. Weg damit!
Jetzt hören Sie mir genau zu.
[Helga] Nein!
Gereon. Gereon.
HĂ€nde hinter den Kopf und auf den Boden legen!
Ein bisschen zack, zack, meine Herren!
Kompanie, sichert den Zug!
Wir suchen Waggon TY-2305!
Pscht.
[Musik]
[pfeift]
SOROKIN
-[pfeift] -Scht.
[Wolter] He.
Alles klar da drauĂen?
Deine Waffe.
Wirf sie her.
Rauf da.
Du bist kein Held.
Du bist 'n VerrÀter.
Keine Werte. Keine Moral.
Keinen Mumm.
Hier geht's um was anderes.
Und du?
Du machst Dienst nach Vorschrift.
Wie alle DuckmÀuser.
Gott.
Das...
Das ist Kohle.
Das...
Das ist...
Das ist alles Mumpitz hier.
[Wolter lacht]
Kohle.
Schnöde Kohle.
Rauf da.
Jetzt!
[Max] Rauskommen. Runter da!
Ich will deine HĂ€nde sehen!
[Schuss]
[Rath] Henning?
Czerwinski!
[Max] Waffe weg!
Jetzt raus da!
Runterkommen!
[Zischen]
[Mann] Gas!
Da strömt Gas aus!
Gas! Fahr los.
Fahr los!
[Rath] Henning?
Czerwinski?
Wie lange hÀlt die BetÀubung an?
[Henning] Unterschiedlich. 30 bis 60 Minuten.
[Czerwinski] Halbe bis eine Stunde.
[Henning] Sag ich doch.
[Rath] Wo ist Wolter?
Ist er da unten?
-[Henning] Nee, weg. -[Czerwinski] Nicht da.
[Rath] Achtung!
Entwaffnen, alle!
-[Henning] Jawoll. -[Czerwinski] Jawoll.
-[Henning] He, Chef! Was jetzt? -[Czerwinski] Und jetzt?
[Rath] Bleibt hier! Entwaffnet die MĂ€nner!
[Henning] Jawoll! Und Sie? Der Zug fÀhrt!
Los, fahr schon! Komm, mach! Schneller!
Ventil!
[Wolter] Volldampf!
Wenn ihr die Bremse zieht, dann knall ich euch ab!
[Musik]
Ah!
[Radiosprecher] Zu dem feigen und hinterhÀltigen Anschlag
auf Regierungsrat Benda und seine Familie bekannte sich nach ersten Informationen
eine bisher unbekannte Splittergruppe der Kommunistischen Partei.
Die Rolle eines vor Ort festgenommenen DienstmĂ€dchens wird derzeit ĂŒberprĂŒft.
Der unmenschliche Akt steht vermutlich in direktem Zusammenhang
mit dem am 1. Mai in Berlin getöteten Demonstranten auf Seiten der Kommunisten.
Die Polizei hat noch in der Nacht damit begonnen,
aufrĂŒhrerische Elemente in der Stadt aufzuspĂŒren und dingfest zu machen.
Der Rote Terror destabilisiere die Republik
und mĂŒsse mit aller HĂ€rte bekĂ€mpft werden, so PolizeiprĂ€sident Zörgiebel.
Zossen. Bei einem ZugunglĂŒck gestern Nacht
detonierte ein mit Chemikalien gefĂŒllter Kesselwagen.
Die HintergrĂŒnde des Unfalls liegen derzeit noch völlig im Dunkeln.
[Hupen]
[Rath] Na, Junior?
Danke.
-FrÀulein Scheffler? -Ja, Herr Regierungsrat?
Das da: weg.
Wenn Sie fertig sind, lassen Sie mal grĂŒndlich ausrĂ€uchern, das Zimmer.
-Na, desinfizieren. -Sehr wohl.
Der Chef hat jetzt Zeit fĂŒr Sie.
[Klopfen]
[Rath] Herr Regierungsrat?
Freue mich, Sie kennenzulernen.
Gratuliere zu Ihrem Fahndungserfolg in den eigenen Reihen.
-Danke. -Setzen Sie sich.
Zigarette?
[Rath] Danke.
Die VorgÀnge um den Kollegen Wolter und seine illegalen AktivitÀten
haben mich zum Nachdenken gebracht.
Es wird in diesen wirren Zeiten immer schwieriger, sich auf die politischen
Ăberzeugungen, auch der engsten Kollegen, verlassen zu können, nicht wahr?
Ich dachte daher, eine neue Abteilung einzurichten.
Ich nenne sie "Interne Revision".
UnregelmĂ€Ăigkeiten innerhalb unseres Apparats,
auffÀlliges politisches Verhalten, Korruption, so was.
Ich möchte, dass Sie die Leitung dieser Abteilung ĂŒbernehmen.
Inoffiziell.
Offiziell bleiben Sie natĂŒrlich in der Mord.
[Richter] Schwören Sie, die Wahrheit zu sagen, nichts als die Wahrheit.
[Rath] So wahr mir Gott helfe.
[Richter] Mir liegt hier ein von Ihrem Kollegen, Herrn Kommissar
Wolter, Bruno
unterzeichnetes GedÀchtnisprotokoll der Ereignisse rund um die Demonstrationen
am 1. Mai 1929 vor.
Darin beschuldigt Ihr Kollege die Kommunisten,
Sie und ihn beschossen zu haben.
Dies widerspricht sÀmtlichen Aussagen,
die wir hier im Verlauf des Prozesses von allen anderen Zeugen gehört haben.
Moment, korrigiere mich.
Von allen Zeugen, die nicht Mitglieder der Berliner Polizei sind.
[Murmeln im Publikum]
Da der Kommissar Wolter, wie ich der Akte entnehme, verstorben ist,
sind Sie heute alleine geladen.
Kommissar Rath.
Können Sie die Angaben Ihres Kollegen bestÀtigen?
Oder wollen Sie heute, unter Eid, etwas hinzufĂŒgen?
[Frau] Jetzt bin ich aber gespannt, was der sagt.
Wir wurden beschossen.
Das ist eine LĂŒge!
Hiermit bestÀtige ich die Aussage meines Kollegen Bruno Wolter.
LĂŒgner!
LĂŒgner!
Die Demonstranten haben das Feuer auf uns eröffnet. Wir wurden beschossen.
[Richter] Ruhe! Ruhe! Ruhe!
[MĂ€nner feuern an und schnipsen]
Danke. Ist ja gut, ist ja gut.
-Ja, guter Auftritt. Sind alle dankbar. -Danke. Vielen Dank.
[Czerwinski] Chef.
Das ist heute Morgen abgegeben worden.
Wir mĂŒssen in die Wohnung der Sorokina.
Wir dĂŒrfen diese Frau nicht davonkommen lassen!
Das ist heute Morgen fĂŒr Sie abgegeben worden. Abteilung PB.
-PersonalbĂŒro. -Abteilung Personal.
[Rath] Gratulation.
Ihr Antrag wurde angenommen. Sie haben die Stelle.
Herzlichen GlĂŒckwunsch.
Willkommen in unserer Abteilung,
Kriminalassistentin Ritter.
Ja, GlĂŒckwunsch.
[Henning] GlĂŒckwunsch.
[Rath] Kommen Sie, auf zu Sorokina.
[Charlotte] Guten Tag. Sperren Sie uns die Wohnung der Sorokina auf, Polizei.
[Rath] Kriminalpolizei.
-[Rath] Ausgeflogen. -Hm.
Charlotte?
Schauen Sie mal.
Das FamilienportrÀt.
Der alte Sorokin und seine Familie.
Acht Kinder.
-Und? -Wo sehen Sie da Swetlana Sorokina?
Na, die Kleine da bei der Mutter, oder?
[Rath] Das ist ein Junge.
Sehen Sie sich das Gesicht an.
Der Kleine hat sogar einen Degen.
Und das Kleid?
Ein Taufkleid.
[Charlotte] Sie meinen...
...die Sorokins haben gar keine Tochter?
Auf dem Bild ist sie jedenfalls nicht.
Die SÀngerin hat mir erzÀhlt,
dass sie als Kinder mit der Tochter vom Chauffeur gespielt haben.
Dem Chauffeur der Familie.
Er hat spÀter die Sorokins an die Bolschewiken verraten
wÀhrend der Revolution.
Die gesamte Familie ist ermordet worden.
Die Menschen hier auf dem Bild,
die sind alle tot.
Vielleicht ist Swetlana die Tochter von diesem Chauffeur.
[Charlotte] Deshalb wusste sie auch von dem Gold, aber...
...nicht, dass es gefÀlscht war.
[Rath] Da ist unser Zug.
Da hinten wird ein Kessel gegossen.
[Charlotte] Wie unser Waggon.
Sehen Sie mal.
Das gibt's doch nicht.
[Charlotte] Der Kessel...
Der Kessel selbst...
...ist aus Gold.
[Mann auf Französisch] Meine Damen und Herren.
[auf Französisch] Es ist mir eine Freude, den schillerndsten Stern,
den uns der russische Himmel gesandt hat, prĂ€sentieren zu dĂŒrfen.
[auf Französisch] Zum ersten Mal in Paris.
[auf Französisch] Die Comtesse en Noir. [Swetlana auf Russisch] âȘ DĂ€mmerung, Sonntag âȘ
[auf Russisch] âȘ Ohne Schlaf quĂ€lt mich das Leben âȘ
[auf Russisch] âȘ Im Sturm der Schatten der Vergangenheit âȘ
[auf Russisch] âȘ Werde ich die Nacht nicht ĂŒberleben âȘ
[auf Russisch] âȘ Schwarzer Trauervorhang fiel vom Himmel hinunter âȘ
[auf Russisch] âȘ In einem weiĂen Garten âȘ
[auf Russisch] âȘ Fanden wir dĂŒsteren Wald âȘ
[auf Russisch] âȘ Ahne ich, dass die Engel dich mir nicht wieder hergeben werden âȘ
[auf Russisch] âȘ Sie wissen, wie traurig es mir hier ohne dich ist âȘ
[auf Russisch] âȘ Am Sonntag âȘ
[Frau] He!
Du!
Lass das!
Ich kann das nicht haben, das Schaukeln. Hörst du?
-[Frau] Herr Nyssen? -Ja?
Frau Rath ist da.
[auf Russisch] âȘ ZĂŒndet die Kerzen nicht an âȘ
[auf Russisch] âȘ Lasst den Choral verstummen âȘ
[auf Russisch] âȘ Alle, die uns kannten, sollen glauben âȘ
[auf Russisch] âȘ Dass es uns dort besser ergehen wird âȘ
[auf Russisch] âȘ Tod ist kein Traum âȘ
[auf Russisch] âȘ Auf das Erwachen warte ich nicht âȘ
[auf Russisch] âȘ All meine ZĂ€rtlichkeit möchte ich dir geben âȘ
[auf Russisch] âȘ Auferstehung âȘ
[auf Russisch] âȘ An einem Sonntag âȘ
[auf Russisch] âȘ Sonntag âȘ
[Donnergrollen]
Genug jetzt! Stellt ihn an die Wand!
Im Namen der unterdrĂŒckten Massen
wird Gereon Rath wegen Meineids zum Tode verurteilt!
[Schuss]
Weg! Alle weg! los!
[Dr. Schmidt] Atmen Sie ganz ruhig.
Ein.
Und auch aus.
Gut.
Und wenn ich nun "jetzt" sage,
da werden Sie die Augen öffnen.
Jetzt.
Ja, machen Sie die Augen wieder zu.
Gut. Gut.
Und nun gehen Sie doppelt so tief in Ihre Entspannung wie zuvor.
Ich zĂ€hle jetzt rĂŒckwĂ€rts. FĂŒnf...
Und Sie stellen sich einen Ort vor,
wo Sie sich am sichersten fĂŒhlen. Vier...
Ein Ort, wo Sie geborgen sind.
Geliebt.
Sicher.
Vielleicht ist es ja im SchoĂe Ihrer Familie, hm?
Ich fĂŒhre dich jetzt zurĂŒck.
Zu der Quelle.
Zu der Quelle deiner Angst.
Du bist in Köln. In deiner Heimatstadt.
Es ist der Sommer, kurz bevor du eingezogen wirst.
Du sehnst dich so, in den Krieg zu ziehen.
Du brennst darauf, endlich hier fortzugehen, alles hinter dir zu lassen.
Da ist die Frau, die du liebst.
Aber da ist etwas, was dich von ihr trennt.
Ich werde dich leiten.
Schritt fĂŒr Schritt.
Schritt fĂŒr Schritt.
Bis hin zur Quelle deiner Angst.
Bis hin zur Wahrheit.
Es ist der 4. November 1918.
Kurz vor 9 Uhr vormittags.
Die Frontlinie zwischen Malmaison und Laffaux.
Drei...
Es ist jetzt neun Minuten nach neun.
Obwohl die Sicht so schlecht ist,
intensiviert der Feind seine neue Offensive.
Bei "eins" wirst du erwachen.
Du wirst die Augen aufmachen
und endlich die Bilder der Wahrheit ĂŒber die LĂŒge legen.
Zwei...
Aber du musst das Bild der Wahrheit schon erinnern.
Gereon!
Gereon!
Und wenn du jetzt die Augen aufmachst,
wird die Angst Vergangenheit sein.
Eins.
Erkennst du mich?
Anno.
Ja.
Steh auf, Gereon.
[Rath schluchzt]
[Rath weint]
âȘ Zu Asche, zu Staub âȘ
âȘ Dem Licht geraubt âȘ
âȘ Doch noch nicht jetzt âȘ
âȘ Wunder warten bis zuletzt âȘ
âȘ Ozean der Zeit âȘ
âȘ Ewiges Gesetz âȘ
âȘ Zu Asche, zu Staub âȘ
âȘ Zu Asche âȘ
âȘ Doch noch nicht jetzt âȘ
âȘ Zu Asche, zu Staub âȘ
âȘ Dem Licht geraubt âȘ
âȘ Doch noch nicht jetzt âȘ
âȘ Wunder warten bis zuletzt âȘ
âȘ Ozean der Zeit âȘ
âȘ Ewiges Gesetz âȘ
âȘ Zu Asche, zu Staub âȘ
âȘ Zu Asche âȘ
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