All language subtitles for SOKO Hamburg 5x12 Der Müll der Anderen.deu

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Original subtitles

Oskar Schütz

Lena Testorp

Luiz Vieira Dos Santos

* Musik *

Nicht mit mir, du.

Da hast du den Falschen ausgesucht.

Was soll denn der Scheiß jetzt hier?

Wir beide haben nichts mehr zu besprechen.

Also, raus jetzt hier.

Raus aus meinem Führerhaus.

* Alarmanlage *

* Musik *

* Musik *

Petra.

Sind deine Rückenschmerzen wieder schlimmer geworden?

Ich habe Schmerztabletten genommen, es geht schon.

Augen auf bei der Berufswahl.

Warst du jetzt endlich mal beim Arzt?

Du musst dich krankschreiben lassen, Petra.

Damit der Recht bekommt? Und dann?

Ich guck mal, wo Holger bleibt.

Niemand weiß, wo er ist.

Und er geht nicht ans Handy.

Holger hat doch in seinen 20 Dienstjahren

noch nie einen Tag gefehlt.

Immer alles streng nach Vorschrift.

Der Perfektionist.

Nicht nur Holger fehlt.

Wo ist unser Müllwagen?

Na Franzi, gestern Fußball gesehen?

Mhm. Ja?

Wir schreiben die 73. Minute.

Oskar Schütz, der hat den Ball in der eigenen Hälfte.

Er spielt zu Luiz dos Santos,

der eine schlechte Saison gespielt hat.

Der gibt den Ball zurück zu Oskar.

Oskar läuft auf Franziska Berger zu und schießt und Tor.

Tor, Tor!

Sorry.

Gestern war ein sehr wichtiges Fußballspiel in der Stadt.

Das hat manchmal längere Nachwirkungen.

Ey, schon mal was von Biotonne gehört? Nö.

Aber du könntest zu den Müll-Detektiven gehen.

Da ist das Team vollzählig, gut gelaunt und einsatzbereit.

Und offenbar schon voll beim Thema. Fußball? Müll.

Ein wütender Anwohner hat ein Müllauto gemeldet,

das seine Einfahrt blockiert.

Ella, dafür ist die Verkehrsstaffel zuständig.

Nein, Oskar. Leider wir.

Lena wartet bereits unten.

Hier, kannst du mitnehmen.

Du hast wirklich ne schlechte Saison gespielt.

Weißt du was? Hm?

Als kleiner Steppke war ich mal in so einem Führerhäuschen.

Da war Tag der offenen Tür bei der Müllabfuhr.

Da war ich denen so dankbar,

da habe ich denen sogar ein Stofftier von mir geschenkt.

Das scheint so, als würde es da noch hängen.

(Mann) Moin. Moin, kann ich rein?

Ja, bitte.

* Musik *

So, also...

Das Opfer ist wohl wahrscheinlich schon seit gestern Abend tot.

Wissen wir, wer er ist?

Ein gewisser Holger Windisch, 52 Jahre alt.

Der Notarzt wäre von Herzstillstand ausgegangen,

wenn nicht diese Wunden am Hals wären.

Die könnten von diesem Elektroschockgerät sein.

Aber normalerweise sind solche Dinger nicht tödlich.

Da war aus nächster Nähe.

Vielleicht kannten sich Täter*in und Opfer.

Das könnte passen.

Es gibt offensichtlich keine Abwehrspuren.

Obwohl, durch diese elektrischen Impulse

wäre er sowieso bewegungsunfähig gewesen, oder? Mhm.

Hätte er sich gar nicht... Ups. Was machst du da?

Was ist das?

Was ist denn das hier?

Die Tatwaffe?

Wer lässt denn die Tatwaffe am Tatort zurück?

Leute.

Erwischt.

Wobei, beim Hinterherräumen?

Die Kaffeepads gehören in die gelbe Tonne, du Sünderin.

Das wüsste ich.

Streber.

(Ella) Scheint, als hättest du einen Gleichgesinnten gefunden, Franzi.

Wie weit seid ihr mit der Überprüfung des Toten?

Holger Windisch war seit Kurzem Witwer, keine Kinder,

auch sonst keine Angehörigen.

Sein privates Umfeld war überschaubar.

Ich habe mit der Einsatzleitung gesprochen.

Der hat sich für die Rechte seiner Kolleg*innen eingesetzt.

Checkt mal, ob es bei der Müllabfuhr Vorfälle gab.

Beschwerden, Unfälle, irgendwas.

Guck mal, was wir unterm Sitz gefunden haben. Geld?

Um genau zu sein, sind das 10.000 Euro.

Vielleicht hat der Täter oder die Täterin danach gesucht.

Die Frage ist, warum ein Müllmann so viel Bargeld dabei hat.

Das steht im Zusammenhang mit dem Mord.

Der Anwohner hat mir erzählt,

dass er den Müllwagen gestern schon gesehen hat.

Stand weiter vorne.

Mal gucken? Mhm.

Moin. Moin.

Zeitungsausträger sind immer freundlich, ne?

Ja? Ich bin auch freundlich.

Du bist auf jeden Fall freundlich.

So, Dr. Bönisch.

Tut mir leid, die Praxis ist am Vormittag geschlossen.

Termine nach Vereinbarung. Brauchen wir nicht.

Schütz von der Polizei Hamburg, meine Kollegin.

Ich habe Ihnen Ihre Zeitung mitgebracht. Danke.

Es gab einen Todesfall hier in der Straße.

Ein Nachbar ein paar Häuser weiter hat ausgesagt,

dass dieser Müllwagen gestern für ne Weile vor Ihrem Haus stand.

Ja, ja, der stand kurz hier.

Ich war noch am Arbeiten und habe es vom Behandlungszimmer aus gesehen.

Ist Ihnen irgendwas Besonderes aufgefallen?

Ich habe mich gewundert, weil gestern nicht Abholtag war.

Sie wissen nicht zufällig, wie viele Personen im Führerhäuschen waren?

Zwei so Müllmenschen halt. Müllmenschen?

Sind Sie sicher, dass es zwei waren?

Hi. Hi.

Ich habe mir von der Einsatzleitung

Dienstpläne und Routen schicken lassen.

Zu der Kolonne von Holger Windisch gehören Tarek Özer und Petra Lorenz.

Ne Frau bei der Müllabfuhr? Cool, gab es damals nicht.

Das sollte normal sein, heutzutage.

Ja, würde man denken.

Aber von den 750 Müllwerker*innen in Hamburg sind nur zehn Frauen.

Das könnte sich ändern.

Auf jeden Fall sind die drei seit einem Jahr unterwegs.

Als Dienstältester war Windisch Kolonnenführer.

Wo sind die jetzt?

* Musik *

Boah, nee.

Luiz. Ja, komm ja schon.

(Mann) Trotzdem müssen wir denen doch irgendwas sagen.

(Frau) Hör auf rumzutigern, das macht mich nervös.

(Mann) Ich bin auch nervös.

Sag mir, wo du gestern Abend gewesen bist.

Ich hab dich zigmal angerufen.

Es ist nur wichtig, dass wir... * Knirschen *

(Petra) Was war das? (Tarek) Was war was?

(Petra) Ich glaube, da kommt jemand.

Moin.

Luiz Vieira dos Santos, mein Kollege Oskar Schütz,

Kriminalpolizei Hamburg.

Petra Lorenz, Tarek Özer nehme ich an?

Frau Lorenz, Sie wollten doch noch Ihren Satz beenden.

Was ist wichtig?

Dass Sie die gleiche Geschichte erzählen? Was? Nein.

Ich weiß nicht mehr.

Wir stehen total unter Schock.

Man hat uns gerade erst informiert.

Dann können wir zur Sache kommen.

Wer von Ihnen ist gestern Abend als Letztes

aus dem Müllauto ausgestiegen?

Holger hat zuerst Tarek abgesetzt und dann mich.

Holger wollte allein das Auto zurück zum Werksgelände fahren.

Das ist aber merkwürdig.

Er ist nämlich in die entgegengesetzte Richtung gefahren.

Wir haben einen Elektroschocker im Fahrerhaus gefunden.

Ne Idee, warum? Nein.

Die Dinger sind doch gar nicht tödlich, oder?

Darauf würde ich mich nicht verlassen.

Ich würde gerne Ihre Fingerabdrücke nehmen.

Frau Lorenz, Sie haben die Frage noch nicht beantwortet,

wo Sie gestern Abend waren,

als er Sie versucht hat, Sie anzurufen.

Ich war zu Hause.

Ich bin vorm Fernseher eingeschlafen. Das kenne ich.

Und was lief?

Und Sie? Auch eingeschlafen?

Ich war im Fitnessstudio.

Gut, Sie können gehen. (Tarek) Danke.

Der Windisch hat sich aber zu Hause gefühlt.

Ich werde nie verstehen, warum Kinder ihren Schmuddelzoo

den Müllmännern geben.

Vorsichtig, mein Freund.

Ist das meiner von damals?

Puffi?

Das vorläufige Obduktionsergebnis ist da.

Wo ist Luiz? Der ist noch an was dran.

Das Opfer war herzkrank.

Eine Funktionsstörung in der linken Herzkammer.

Vermutlich hatte er vor Kurzem einen stillen Infarkt,

der unbemerkt geblieben ist. Das Broken-Heart-Syndrom?

Windisch hat vor Kurzem seine Frau verloren.

Durch das angegriffene Herz konnte der Elektroschocker

seine tödliche Wirkung entfalten.

Stellt sich die Frage, ob der Täter davon wusste.

Von den Müllwerkern wird das der eine oder andere gewusst haben.

Hängt euch da mal ran.

Ansonsten hat die SpuSi am Hecklader des Müllwagens

frische Lackspuren gefunden.

Vielleicht kannst du damit was anfangen.

Jeder Lack hat einen spektroskopischen Fingerabdruck.

Das ist ein bisschen knifflig. Verstehe.

Und knifflig ist gar nicht mein Ding. Ich weiß.

Die Datenbank umfasst circa 25.000 Lackproben.

Für so ne Art von Abfrage braucht man einen Query-Optimizer.

Einen was? Das ist viel Computerarbeit.

Das ist knifflig.

Ja.

Der Elektroschocker.

Anhand der Gerätenummer habe ich die Transaktion verfolgen können.

Ratet, wer ihn vor 4 Wochen gekauft hat.

Petra Lorenz. Ich dachte, wir sollten raten.

Was will eine Müllwerkerin mit einem Elektroschocker?

Ihn gegen ihren Kolonnenführer richten.

Okay, gut. Holt bitte Frau Lorenz her.

Ich hab den Elektroschocker gekauft, um mich im Notfall

gegen diese Auto-Asis wehren zu können.

So Typen, die sich wahnsinnig wichtig nehmen

und es immer eilig haben.

Und wir sind immer im Weg.

Nur weil wir unsere Arbeit machen und ihren Müll entsorgen.

Deswegen haben Sie sich einen Elektroschocker

im Müllwagen deponiert? Was soll ich machen?

Was glauben Sie, wie aggressiv ich schon beleidigt wurde.

Vor allem weil ich ne Frau bin.

Und war Holger Windisch damit einverstanden,

dass Sie einen Elektroschocker mit an Bord haben?

Er hat es akzeptiert.

Kann es nicht eher sein, dass auch Holger Windisch

damit ein Problem hatte, dass Sie als Frau auf dem Trittbrett standen?

Männer, vielen Dank für eure Hilfe. (Mann) Sehr gerne.

Pass auf dich auf. Du auch, ja?

Machts gut. Ciao.

Franziska Berger. Franzi, ich bins.

Na? Na?

Die Kollegen haben erzählt,

dass Holger Windisch einen Mann ins Team holen wollte.

Statt Petra Lorenz. War ja klar.

Es war aber noch nicht offiziell.

Er hatte einen Termin bei der Einsatzleitung, und zwar heute.

Weißt du auch, warum er sie raus haben wollte?

Sie scheint erhebliche gesundheitliche Probleme zu haben.

Ein Kollege hat erzählt,

dass Windisch wohl häufiger mal ein Auge zudrücken musste.

Warum? Weil sie ihretwegen ständig in zeitlichen Verzug gekommen sind.

* Hupen *

Oskar, was ist los bei dir? Das ist ne Truppe hier.

Wir sehen uns gleich, tschüs.

Kann es sein, dass Holger Windisch

Sie gegen einen jüngeren Kollegen austauschen wollte?

Heute, oder? Sie wollten das verhindern?

Quatsch, nein. Sie wussten also nichts davon.

Frau Lorenz, warum wollten Sie weiter fahren in dieser Kolonne?

Weil...

Ich...

Ich fühle mich...

Wir sind wie ne Familie.

Ich hatte bisher nicht so viel Glück.

Hat es hiermit was zu tun?

10.000 Euro.

Haben Sie danach gestern im Müllwagen gesucht?

Ich sehe das zum ersten Mal.

Das soll Holger gehört haben?

Sie warten hier.

Petra Lorenz streitet alles ab, aber irgendwas stimmt da nicht.

Franzi, hast du von dem Tarek Özer schon das Alibi gecheckt?

Ja. Vergiss es.

Er war im Fitnessstudio.

Aber die registrieren den Eintritt

und können nicht sagen, wann er gegangen ist.

Frau Lorenz kann vorerst gehen. Warum?

Luiz hat was Neues.

Fingerabdrücke auf der Tatwaffe gab es keine.

Aber ich hab mich bei den Kolleg*innen

der Verkehrsüberwachung umgehört.

Tatsächlich glauben sie, es am Abend noch gesehen zu haben.

Und zwar hier.

Behörde für Abfallwirtschaft.

Das ist der Arbeitgeber der Müllwerker*innen.

Die Behörde hat eine neue Chefin bekommen.

Simone Freund, 28.

Die wurde extra aus der Wirtschaft abgeworben.

Das ging kritisch durch die Presse.

Die soll den Laden wahrscheinlich "optimieren".

Das heißt für die Mitarbeitenden, dass es härter wird.

Laut diesem Zeitungsartikel hier ging es ihr darum.

Dann freut sie sich bestimmt über einen Besuch von euch.

Der Tod Ihres Mitarbeiters überrascht Sie gar nicht?

Ja?

Nein, das müssen wir dringend optimieren.

Ich brauche den Entwurf asap auf meinem Schreibtisch.

Asap. Nehmen Sie das bitte ernst.

Wenn ich nicht ständig dranbleibe, passiert hier einfach nichts.

Entschuldigen Sie, es war noch gar keine Zeit,

die Nachricht zu realisieren. - Dann sollten Sie sich Zeit nehmen.

Ihr Mitarbeiter ist tot.

Natürlich.

Die Umstände sind wirklich entsetzlich.

Herr Windisch war ein guter Mann.

Er war gestern Abend noch hier, das hat der Empfang bestätigt.

Keine Stunde später war er tot.

Herr Windisch war ein engagierter Mitarbeiter.

Guter Mitarbeiter, schon klar, aber was wollte er von Ihnen?

Herr Windisch war ein sehr engagierter Mitarbeiter.

Er war das Sprachrohr der Müllwerker.

Ich trage die Verantwortung.

Sie haben sich also nur gut unterhalten?

Ging es nicht um Ihre Optimierungspläne

der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter?

Wir haben uns beschnuppert.

Wo finde ich die Toilette? Geradeaus und links.

Kommen Sie.

Wollen Sie sich mal setzen?

Ist Ihnen an Holger Windisch irgendwas aufgefallen?

Sie sind die Letzte, die ihn lebend gesehen hat.

Nein, aber mir fällt auf, dass Ihr Kollege falsch abgebogen ist.

Keine Sorge, der findet sich zurecht.

* Musik *

Boah, ist der langsam.

* Musik *

Orange, die Farbe der Saison.

Haben Sie die Toiletten gefunden?

Zeig mir deinen Müll, und ich zeig dir, wer du bist?

Holger Windisch wollte einen Streik der Müllwerker*innen organisieren.

Das hätte der nicht durchgezogen.

Eine Idee, kein konkreter Plan.

Es liest sich aber sehr konkret.

Das muss Sie aus dem Konzept gebracht haben.

Weil ein Müllmann mir ein Flugblatt auf den Schreibtisch legt?

Ein Flugblatt, das zu einem Streik bei der Müllabfuhr aufruft.

Sie dramatisieren die Lage. Das sehe ich nicht so.

Ich erinnere mich noch gut an den letzten Streik vor 15 Jahren.

Als sich der Müll an den Straßen staute.

Ihr Vorgänger hat es danach geschafft,

jeden aufkommenden Streik abzuwenden.

Kaum sind Sie... Als ob ich damit nicht umgehen könnte.

Sie denken, dass eine junge Frau nicht in der Lage ist.

Das denke ich nicht.

Aber der Zeitpunkt ist höchst ungünstig für Sie.

Sie haben sich gegen mehrere Beamte in der Behörde durchgesetzt.

Jetzt sind Sie in der Bringschuld.

Die Erwartungen sind sehr hoch.

Ja, und diese Kollegen wollen mich scheitern sehen,

weil ich eine junge Frau bin.

Das ist der Druck, mit dem ich lebe.

Haben Sie Holger Windisch Geld dafür gegeben, dass er nichts unternimmt?

Bestechung? Was wollen Sie mir noch anhängen?

Könnte das die Person sein, die gestern Abend

neben Holger Windisch in dem Müllwagen gesessen hat?

Ich weiß nicht.

Das war ja nur durch das Fenster im Behandlungszimmer.

Das müsste mal geputzt werden.

Was ist denn mit dieser Person oder mit dieser Person?

Ich möchte niemanden diskreditieren.

Nicht dass jemand unschuldig ist und meinetwegen...

Das ist unsere Sache. Okay.

Die Person war nur kurz zu sehen, als der Wagen vor der Praxis stand.

Doch ich würde sagen...

Dass Holger Windisch ein Zufallsopfer war,

können wir ausschließen.

Dieses Geld steht wahrscheinlich mit der Tat im Zusammenhang.

Keine der beiden Frauen hat ein Alibi.

Petra Lorenz soll vorm Fernseher gewesen sein,

Simone Freund schweigt.

Die beiden haben ein Motiv.

Freund wollte den Streik verhindern, und Lorenz...

...soll ersetzt werden.

Was sagt unser Zeuge?

Dr. Bönisch ist sich nicht sicher, aber es könnte wohl Petra Lorenz

gewesen sein, die als zweite Person vorne gesessen hat.

Ihr seht selbst, passt alles noch nicht zusammen.

Ich habe mir die Routen der Kolonne noch mal angesehen.

Die neue Route hat Holger Windisch erst vor Kurzem beantragt.

Wahrscheinlich haben wir Petra Lorenz doch zu früh gehen lassen.

Das ist die Macht des Stärkeren.

* Musik *

Bist du neidisch, weil du nicht da oben sitzt?

* Hupen *

Du bist ein kleiner Hobby-Psychologe, ne?

Ich hab recht, oder? Na klar hast du recht.

* Musik *

Wir stören nur wirklich ungern.

Sie beide also, ja?

Ja, wir beide.

Was spielen Sie beide für ein Spiel?

Warum müssen Sie zusammen eine Route fahren?

Petra hat...

Herr Özer, lassen Sie doch Frau Lorenz antworten. Danke.

Also?

Ohne Tarek hätte ich den Beruf schon lang aufgeben müssen.

Er hat mir mit den Tonnen immer geholfen.

Das wäre in einer anderen Kolonne nicht gegangen.

Im Grunde sind Sie bereits arbeitsunfähig,

brauchen aber den Job, ja?

Ich hab keinen Schulabschluss.

Holger wollte das nicht länger mittragen.

Aber der hat mir sowieso von Anfang an nichts zugetraut,

weil ich eine Frau bin.

Und weil Holger nicht gesehen hat, was... Herr Özer.

Danke, danke.

Herr Windisch hat vor Kurzem eine neue Route beantragt.

Viel Verkehr, hohe Bevölkerungsdichte.

Das macht doch keiner freiwillig.

Sehen Sie, das haben wir uns auch schon gefragt.

Außerdem stehen die Tonnen da alle in den Kellern.

Das war reine Schikane von Holger. Herr Özer.

Und die letzte Route war nicht so beschwerlich?

Nein, im Gegenteil.

Da stehen die meisten Tonnen an der Straße, viele Einzelhäuser.

Sie glauben, dass Holger Windisch die Route Ihretwegen geändert hat,

um Sie rauszumobben? Er hat es abgestritten.

Hat nicht mit sich reden lassen.

Hat gedroht, mich ersetzen zu lassen,

wenn ich nicht zum Betriebsarzt gehe.

Sie waren hilflos.

Aus Verzweiflung haben Sie zum Elektroschocker gegriffen.

Nein, hören Sie auf. Sie wussten von seinem Herzproblem.

(Petra) Nein. Es reicht jetzt.

Petra, du musst hier gar nichts sagen.

Ganz ruhig, ansonsten nehmen wir Ihre Freundin mit.

Haben Sie das verstanden? Ja, Entschuldigung.

Geht doch.

Ich wollte doch nur...

Ich wollte doch nur meine Arbeit behalten.

Ich hab Holger nicht umgebracht.

Ist gut, ist gut.

* Musik *

Also ich hab mich noch mal umgehört.

Die neue Route von Holgers Kolonne zählt unter den Müllwerkern

zu einer der unbeliebtesten.

Nur um Petra Lorenz die Arbeit schwerer zu machen?

Glaube ich nicht.

Und wenn sie mit seiner Entscheidung nichts zu tun hat?

Vielleicht denken wir nicht weit genug.

Es kann sein, dass es kein Zufall war,

dass er ausgerechnet in dieser Straße gestorben ist.

Krass.

Gehts ein bisschen genauer?

Die Lackspuren am Heck des Müllautos.

Ich hab den Autotypen. Cool.

Wie viel 1.000 gibts davon in dieser Stadt?

In der Straße, in der Holger Windisch zu Tode kam, nur einer.

Und Sie haben den Schaden eben erst bemerkt?

Ich hatte meine Frau am Abend gebeten, den Wagen wegzufahren.

Wie kann sie das übersehen haben?

Ein Albtraum.

Ein Albtraum?

Das hier ist nur Blech. Bitte?

Das ist das geilste Blech, was es gibt.

Es hat einen persönlichen Wert.

Mein Vater hat ihn mir geschenkt,

als ich seine Praxis übernehmen durfte.

Darf ich?

Guck mal, Lena.

Das Auto hat sogar eine Auto-Überwachungskamera.

Wenn mich nicht alles täuscht, laufen die auch in Endlosschleifen.

Worum gehts denn?

Ihr Wagen stand zur Tatzeit hinter dem Müllauto.

Sie meinen... Genau. Das wär ja was. Ja.

Sie können die Kamera übrigens vorsichtig... Schon passiert.

Wir hätten größeres Interesse an der Speicherkarte.

Die fehlt. Ach ja, Mist.

Die hatte meine Frau austauschen wollen.

Angeblich das beste Modell.

Kein Problem, wir fragen sie einfach.

Meine Frau? Ja, natürlich.

Die ist heute den ganzen Tag in einem Meeting.

Das ist kein Problem.

Ganz liebe Grüße an sie.

Sagen Sie ihr, sie soll sich schnell mit uns in Verbindung setzen.

Tschüs Herr Dr. Bönisch.

Wiedersehen. Wiedersehen.

(mit verstellter Stimme) Es wäre abwegig, das gänzlich zu verneinen.

An einer zielgerichteten Problemlösung

besteht beidseitiges Interesse.

Anhand der Tatsache, dass ich Sie kontaktiere,

können Sie erkennen, wie wichtig die Beantwortung meiner Frage ist.

Clarsen mit C?

Herr Clarsen, es macht wenig Sinn, unser beider Zeit damit

zu verschwenden, die Diskretion Ihres Unternehmens zu preisen und...

Geht doch.

Freundlichsten Dank. Vieira dos Santos.

(mit verstellter Stimme) Wer ist denn dieser Clarsen?

Das ist der Chef der Müllverbrennungsanlage.

Du kannst jetzt wieder normal reden.

Einige Gesellschaftsanteile haben vor Kurzem

diskret den Besitzer gewechselt, besser gesagt die Besitzerin.

Hm?

Sieht so aus, als ob uns jemand Nebeneinkünfte verschweigt.

Was soll daran nicht astrein sein,

um mit Ihren Worten zu sprechen?

Das erklären wir Ihnen gern.

Sie stecken ziemlich tief in der Scheiße.

Nicht nur, dass ein Streik die Frage aufgeworfen hätte,

ob Sie die Richtige für den Posten sind.

Wenn auch rauskommt, dass Sie als Behördenchefin

nebenbei Geld verdienen bei der Müllverbrennungsanlage,

dann sind Sie schneller draußen, als Sie reingekommen sind.

Das wäre allen am liebsten.

Deswegen muss ich versuchen, mich abzusichern.

Ist das etwa illegal?

Das eher nicht.

Aber jeder Streiktag und damit ein Leerlauf der teuren Anlage

würde anstatt Müll Ihr Geld verbrennen.

Und damit hatten Sie ein doppeltes Motiv, den Streik abzuwenden.

Und leider kein Alibi. - Doch, habe ich.

Wo Sie von meinen Nebeneinkünften wissen.

An dem Abend gab es eine Versammlung der Anteilseigner.

Fragen Sie... ...Herrn Clarsen.

Mit dem hatte ich die Freude.

Gut, Sie hören von uns.

SOKO Müll, die Müll-Detektive? Hat Oskar das nicht erzählt?

Gibts die wirklich?

Was glauben Sie, was die Leute alles ablegen oder wegwerfen?

Wir suchen dafür Mitarbeitende.

Vielleicht wäre das was für Sie als kleine Nebeneinkunft?

Sie scheinen Talent zu haben.

Gut, ich denke drüber nach.

Die hat uns verarscht.

Sie hatte die ganze Zeit Angst, dass ihre Doppelwirtschaft auffliegt

und sie auf der Straße sitzt.

Gut, Frau Bönisch, aber Sie wissen,

dass eine Falschaussage strafrechtliche Konsequenzen...

Wissen Sie.

In Ordnung, Wiederhören.

Sackgasse.

Sie hat bestätigt, dass sie die Speicherkarte

aus der Kamera genommen hat.

Worüber denkt denn der da nach?

Hilft der Müll dir beim Denken?

Jaja, absolut.

Frau Freund sagte, dass die Leute die heikelsten Dinge

in den Müll schmeißen.

Was, wenn Holger Windisch in einer der Tonnen in der Straße

etwas Brisantes gefunden hat?

Dann hätte einer der Kollegen was mitbekommen müssen.

Vielleicht stecken sie unter einer Decke.

Was sollen wir gesucht haben im Müll?

Irgendwas, was jemanden 10.000 Euro wert ist.

Holger Windisch hätte Sie dann betrogen.

Wir haben nichts gesucht oder gefunden.

Aber vielleicht Holger Windisch?

Sie haben gesagt, dass er immer hinterm Steuer saß

und Sie die Tonnen geleert haben. Ja, fast.

Was heißt "fast"?

In der einzigen Straße auf der neuen Route, wo die Tonnen kleiner sind,

da wollte er unbedingt selber leeren.

Das war ja das Gemeine, nur da.

Moment.

In der Straße, in der er zu Tode gekommen ist? Ja.

Hat er sich da irgendwie anders verhalten, komisch?

Das war er tatsächlich mal, oder?

Weißt du noch?

Du meinst, als er geweint hat? Geweint?

Ja, wir hatten gerade Kaffeepause gemacht.

Holger wollte unbedingt alleine weiter leeren.

Als ich ihm helfen wollte, saß er auf dem Trittbrett und weinte.

Ich dachte, vielleicht ist es wegen seiner Frau.

Auf welcher Höhe war das in der Straße?

Auf der Höhe des Toilettenhäuschens.

Kommt ihr bitte? Schleunigst?

Ich hab mit dem Betriebsarzt von den Müllwerker*innen gesprochen.

Du hattest recht mit deiner Vermutung

mit dem Broken-Heart-Syndrom.

Aber das ist nicht das, was du uns sagen wolltest.

Der Betriebsarzt war nicht sehr gesprächig,

aber ich hab nicht locker gelassen.

Das kann ich mir gar nicht vorstellen bei dir.

Er hat erzählt, dass Holger Windsch sich in die Idee reingesteigert hat,

dass was mit dem Tod seiner Frau nicht stimmte. Aha.

Der Arzt, der die Frau von Holger Windisch behandelt hat, ist...

Ratet mal.

* Türklingeln *

Da sind wir wieder.

Hat meine Frau Sie nicht erreicht? Doch. Dürfen wir?

Moin.

Windisch, Claudia.

Mit "C". Ja, Moment.

Sie kam wegen einer fortschreitenden Demenz,

wenn ich mich richtig erinnere.

Ihr Vater hat Ihnen ja riesige Fußstapfen hinterlassen.

Wow. Suchen Sie bitte weiter.

Wir haben vor Kurzem ein neues Betriebssystem bekommen.

Na klar, da gehen auch mal ein paar Patientendateien verloren.

Zum Glück gibts noch die Karteikarten. Bitte schön.

Mein Vater hatte bis zum Schluss alles auf Papier.

Wir sind dabei, alles zu digitalisieren.

Aber das geht nicht von heute auf morgen.

Was hat denn das alles mit dem Mord zu tun?

Wissen Sie was? Mir reichts langsam.

Sie haben doch gar keine Krankendaten mehr von Frau Windisch?

Jedenfalls finde ich sie nicht.

Ich kann mich auch nicht um alles kümmern.

Ich werde meiner Arzthelferin Bescheid sagen.

Wollten Sie mich verarschen?

Sie haben erzählt, dass Sie den Müllwagen gesehen haben.

Aber alle Fenster zeigen in Richtung Garten.

Sie können ihn nicht gesehen haben.

Holger Windisch wollte die Wahrheit über den Tod seiner Frau wissen.

Oder? - Unsinn.

Natürlich ist der Tod einer Patientin immer schlimm.

Für die Hinterbliebenen schwer zu akzeptieren.

Die suchen sich dann einen Schuldigen, genau wie Sie.

Dann ist eben der behandelnde Arzt schuld.

In sehr seltenen Fällen

ist der behandelnde Arzt tatsächlich schuld an dem Tod seiner Patientin.

Ich habe alles versucht, um das Leiden von Frau Windisch zu lindern.

Das ist mein Beruf.

Dafür muss ich mich nicht entschuldigen.

Wir vermuten, dass Windisch Ihnen auf der Spur war.

Deshalb mussten Sie die Krankenakte seiner Frau

verschwinden lassen.

Er hat eine neue Route beantragt,

um in Ihrer Straße zu leeren.

Da hat er sie in Ihrem Müll gefunden.

Ich hab Verständnis, dass Sie bei Ihren Ermittlungen

jedem Gedanken nachgehen müssen,

aber das wird nun langsam respektlos.

Sie haben vor einer Woche 10.000 Euro in bar abgehoben.

Damit wollten Sie Windisch zum Schweigen bringen.

Aber ihm ging es nicht ums Geld.

Er wollte Gerechtigkeit.

Das Geld ist für die Renovierung der Praxis gedacht.

Wenn Sie sonst keine Beweise haben, würde ich gerne gehen.

Das Ganze hier wird ein Nachspiel haben.

* Musik *

Puh, Gott, ey.

Ich verstehe nicht, wie er so ruhig bleiben kann.

Ich habe mit dem Krankenhaus telefoniert.

Frau Windisch ist tatsächlich eines natürlichen Todes gestorben,

Lungenentzündung.

(Franzi) Vielleicht hab ich noch eine Idee.

Haben wir sein Handy schon beschlagnahmt?

Na klar.

Hier.

Wir sind auf der richtigen Spur, das war Holger Windisch auch.

Wenn es sich wirklich um Schweigegeld handelt,

muss Holger Windisch das, was er im Müll gefunden hat,

noch besessen haben.

Die SpuSi hat seine ganze Wohnung auf den Kopf gestellt.

Was für eine Scheiße.

Das gibts ja nicht.

Guck mal hier.

Du meinst den Teddy aus dem Spind?

Ja, komm.

Was für ein Teddy? Was für ein Spind?

* Musik *

Schon ein süßes Kerlchen.

Aber irgendwas stimmt mit dir nicht, mein Freund.

Stinkst auch ein bisschen, ne?

Da ist was, Oskar. Ja?

Mhm. Skalpell.

Ja, warte, hier.

Licht.

* Musik *

Puls ist okay.

Oha.

Ach nee.

Die geschredderte Krankenakte von Claudia Windisch.

Herr Dr. Bönisch, Sie haben an Frau Windisch

in Deutschland nicht zugelassene Medikamente ausprobiert.

Ohne ihr Wissen, ohne ihr Einverständnis.

Wie auch? Sie war ja an Demenz erkrankt.

Und ich habe die nicht ausprobiert.

Das Medikament hatte in den USA große Erfolge vorzuweisen.

Es war die letzte Hoffnung von Frau Windisch,

um den Verlauf der Krankheit zu bremsen.

Es hatte sich eine Besserung eingestellt.

Besserung? Frau Windisch ist tot.

Sie war von den starken Nebenwirkungen geschwächt.

Ich wollte ihr helfen.

Ich hab nicht... Das können Sie der Staatsanwaltschaft erklären.

Aber mit dem Tod von Holger Windisch habe ich nichts zu tun.

Ist das so?

* Musik *

Die Speicherkarte haben Sie ja entfernt.

Aber glücklicherweise haben Sie sich das neueste Modell geleistet.

Und da kann man die Kamera über das Handy steuern.

So bin ich an die Aufnahme gekommen.

Was halten Sie davon,

wenn Sie uns jetzt mal die Wahrheit sagen?

Nicht mit mir, du.

Da hast du den Falschen ausgesucht.

Was soll denn der Scheiß jetzt hier?

Wir beide haben nichts mehr zu besprechen.

Und jetzt raus hier, raus aus meinem Führerhaus.

Was soll denn das?

Mein Gott. - Wo ist die Krankenakte?

Jedenfalls nicht hier.

Wir hatten eine Vereinbarung.

10.000, und Sie geben mir die Akte.

Ich wollte nur mal sehen, ob ich richtigliege.

Das Geld und die Akte können Sie sich morgen

bei der Polizei abholen. - Das können Sie mir nicht antun.

Bitte, das können Sie mir nicht antun. - Komm, komm, komm.

Bitte, ich brauche diese Praxis.

Ich brauche die wirklich. - Lass mich los.

Sind Sie wahnsinnig? Stopp.

Die Akte gehört mir.

Was Sie in den Müll werfen, gehört Ihnen nicht mehr.

So einfach ist das.

Und jetzt raus.

Du...

(stöhnt)

(stöhnt)

(Bönisch) Ich wusste nicht, dass Herr Windisch herzkrank ist.

Ich habe ihn nicht töten wollen.

Ich bin doch Arzt.

Und Abgang.

* Musik *

Wegen Petra Lorenz.

Könnt ihr bei den Müllwerkern ein gutes Wort für sie einlegen?

Ich hab mit der Einsatzleitung gesprochen.

Sie kann da anfangen, erst mal zur Probe.

Und weil jede gute Tat sofort belohnt wird, Besuch für dich.

Ich habe von Ihrem Kindheitstraum gehört, Herr Kommissar.

Wie? Ich hab ne Mitfahrgelegenheit?

Wow. Ich bin Oskar.

Ah, Oskar aus der Mülltonne, das passt ja.

Tarek.

Bitte.

Ich darf das Teil fahren? - Ja.

Wie geil ist das denn? Cool.

Ich weiß nicht, wann ich wieder da bin.

* Musik *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2023

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