All language subtitles for SOKO Hamburg 5x09 Die erste Geige.deu

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Original subtitles

Oskar Schütz

Lena Testorp

Luiz Vieira Dos Santos

* Musik *

Wenn das so weitergeht, dann schmeiße ich die Alte raus.

Meine Fresse. Wie alt bist du, 12?

Entspann dich mal.

Willst du lieber nach Hause gehen?

Hab keinen Bock auf deine schwachen Nerven.

Ist kein Kindergarten. - Danny, lass es.

Was willst du denn? Rächer der Entrechteten, hm?

Kümmere du dich lieber darum,

dass deine Freundin rechtzeitig zur Probe kommt.

* Musik *

Setzen Sie sich doch, gnädiges Fräulein, hm?

Mögen Sie noch einen Champagner haben, hm?

Ich würde gern proben. - Ach, echt?

Hatte ich jetzt gar nicht das Gefühl. Ihr?

Wobei so scheiße, wie du in letzter Zeit spielst, hättest du es nötig.

Wirklich, das ist einfach nur noch peinlich.

Ihr seid so eine Gurkentruppe, wow.

Was grinst du so blöd, hm?

Danny, ich glaube, es reicht jetzt.

Halt du dich daraus.

Gut.

Dann halte ich mich jetzt raus, ja. Ich halt mich aus allem raus.

Ab jetzt halte ich mich aus allem raus, okay.

Aber sag du den anderen, was du zu sagen hast.

Was wolltest du denn sagen, Simone?

Nichts. - Doch.

Doch, doch, komm.

Würde mich jetzt schon auch interessieren.

Ich würd gern proben, ja?

Ich schau mal nach ihm.

* Musik *

Na?

Ordentlich nachgetankt?

Ich frag mich, was besser wäre.

Wenn du gar nichts mehr trinkst, oder wenn du mehr trinkst.

Weil, dann zittern deine Hände nicht beim Spielen.

Oder ist das dein Style, alles vibrato spielen?

Klingt scheiße.

Danny, bitte. - Halt die Fresse.

Los jetzt.

Da capo.

* Musik *

Geil, warst du schon mal drinnen? - Ja, Oktober 2019.

Echt? Wer hat denn gespielt? - Ingo Bingo und die Bongo-Band.

Das ist klassischer Bongo-Punk. Ich bin ein totaler Klassikfan.

Wobei, das war nicht hier,

das war im Alten Land beim Feuerwehrfest.

Moin. - Hi.

Moin, die Polizei. Wir hatten telefoniert, Klara Weber.

Mein Name ist Schütz. Meine Kollegin, Frau Berger.

Hallo, Sie sind die Geschäftsführerin?

Referentin der Intendanz, aber das ist ziemlich dasselbe.

Kommen Sie bitte.

Was ist denn genau passiert?

Während der Probe hat sich einer der Scheinwerfer gelöst.

Ich verstehe das nicht. So was ist eigentlich...

Das wird ja regelmäßig geprüft.

(Franzi) Kennen Sie die Ensemble-Mitglieder persönlich?

Nein, erst seit gestern.

Da habe ich sie vom Bahnhof abgeholt.

Alle sehr sympathisch.

Wenn es okay ist, würde ich ungern noch mal mit rein. - Natürlich.

Wir finden Sie dann in Ihrem Büro? - Ja.

* Musik *

Moin. Ist der Tatort freigegeben? - Jo.

Pass auf, der Tote war Danny Pohl,

die erste Geige vom Spree-Quartett.

Ist so was wie der Bandleader, weißt du?

"Das Spree-Quartett gilt

als Deutschlands bekanntestes Kammerorchester

und zählt zu den 10 besten Streichquartetten in Europa.

Zu ihrem Repertoire gehören Klassiker

ebenso wie moderne Neukompositionen.

Das Spree-Quartett zählt sich mit seinen teils avantgardistischen

Arrangements zur Strömung der New Classic."

Ich fand es interessant.

(Franzi) Hallo, Berger, Kriminalpolizei Hamburg.

Was meint ihr? War er sofort tot? - Vermutlich ja.

Guck mal, das ist ein Sicherungssplint.

Der Techniker meint,

der hat in der Haltevorrichtung vom Scheinwerfer gefehlt.

Und ein Sicherungsdrahtseil war ausgehakt.

Entschuldigt mal kurz, habt ihr so was hier unten gefunden? - Nein.

Dann hat es jemand entfernt und eingesteckt.

Und dann war es auf jeden Fall kein Unfall.

Der Scheinwerfer wurde vermutlich kurz vor der Probe manipuliert.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis er sich aus der Verankerung löst.

Das klingt nach Vorsatz.

Ja, so sieht es aus.

Wissen wir, wer sonst noch Zugang zu den Scheinwerfern hatte?

Prinzipiell jeder.

Vielleicht fragen wir Klara Weber, die Referentin, noch mal.

Das übernehme ich.

Wie kommt es, dass du unseren Job übernimmst?

Musik ist mein Metier. Bis später Oskar.

Die anderen Musiker verhören wir auf dem Revier, ja? Machen wir.

Ciao Oskar. - Ciao.

Tschüs.

* Musik *

Wie war denn Ihr Verhältnis zu Danny Pohl?

Wir haben 5 Jahre zusammen gearbeitet, ziemlich erfolgreich.

Und haben Sie sich gut verstanden?

Danny hat sich mit niemandem gut verstanden.

Aber er war ein genialer Musiker.

Wo waren Sie denn kurz vor der Probe?

Beim Bäcker, nebenan.

Zusammen mit den anderen?

Aber wir sind alle ziemlich zeitgleich

in der Musikhalle eingetrudelt.

Warum ist das wichtig?

Danny ist Sie ja ziemlich angegangen, oder?

Was hat das mit dem Unfall zu tun?

Es war kein Unfall. Der Scheinwerfer war manipuliert.

Und, und jetzt glauben Sie, dass ich das war?

Waren Sie es?

Was? Nein, natürlich nicht.

Und, und außerdem, in dem Fall hätte ich dann

Simone umbringen wollen müssen.

Die haben zu Beginn der Probe Plätze getauscht.

Ich habe nur Glück gehabt.

Frau Relinger, der Scheinwerfer,

der ist nicht zufällig von der Decke gefallen.

Die Sicherungsvorkehrungen wurden entfernt. - Was?

D.h. man wollte mich ermorden?

Das können wir zumindest nicht ausschließen.

Können Sie sich vorstellen, wer das getan hat?

Carsten.

Carsten Gümbel, der Cellist?

Wir sind seit 17 Jahren zusammen, besser gesagt, waren.

Ich hab mich getrennt.

Trennungen kommen ja häufiger vor.

Warum glauben Sie, dass Carsten Sie umbringen will?

Carsten ist nicht so, wie er scheint.

Frau Relinger, warum haben Sie den Platz mit Danny Pohl

bei der Probe getauscht?

Weil ich nicht neben Carsten sitzen wollte.

Ich, ich soll einen Mordanschlag auf Simone verübt haben?

Wie kommt, wie kommt ihr auf so was? Die spinnt doch.

Warum hat sich Frau Relinger von Ihnen getrennt?

Simone will sich musikalisch verbessern

und als Konzertmeisterin in ein großes US-Orchester eintreten.

Was ist das denn?

Das ist Kaffee, den habe ich gekocht.

Das ist kein Kaffee.

Pulver viel zu grob gemahlen.

Und deswegen hat es eine zu geringe Oberfläche.

Was dazu führt, das Wasser und Pulver

nicht miteinander reagieren können.

Das ist eine normale Filtermaschine.

Dann war es irgendeine Billigbohne.

Ich sage immer, dass man die Plörre nicht trinken kann.

Toll, wie Sie uns mit Ihrem Fachwissen beeindrucken wollen.

Zurück zum Thema.

Ihre Ex-Freundin, die auf dem Weg nach Amerika ist, um durchzustarten.

Nur leider haben Sie in Ihrem Leben keinen Platz mehr.

Wenn schon Neuanfang, dann richtig. Die kann mich mal.

Herr Gümbel, setzen Sie sich hin.

Bin ich verhaftet? - Nein, sind Sie nicht.

Dann gehe ich jetzt.

Ich würde Ihnen empfehlen, uns noch ein paar Fragen zu beantworten.

Mein Kollege stirbt vor meinen Augen,

und ich bin quasi meinen Job los, ja?

Meine Freundin macht mit mir Schluss

und behauptet dann, dass ich sie umbringen wollte.

Hab die Schnauze voll.

Wo finden wir Sie denn?

Hotelbar.

Ist der Kaffee wirklich so schlecht? - Ja.

Ich habe gerade mit einer Reihe Ihrer Angestellten gesprochen.

Sie liefern sich seit Monaten einen Kleinkrieg

mit einem Beleuchtungsassistenten? - Wolfgang Stetz?

Herr Stetz soll oft krank sein.

Seit Sie ihn abgemahnt haben, wirft er Ihnen Mobbing vor.

Herr Stetz ist selten da.

Das drückt auf die Stimmung der Kollegen,

die seine Arbeit mitmachen müssen.

Sie wollen ihn loswerden?

Ich glaube, alle hier wollen ihn loswerden.

Und nach der Abmahnung hat er noch eins draufgesetzt.

Ärztliches Attest, darf keine Lasten über 5 kg mehr heben,

keinen Nacht- oder Schichtdienst machen.

Äußerst schwierig in einem Konzerthaus.

Der Mann muss eine wandelnde Provokation für Sie sein.

Worauf wollen Sie hinaus?

Fällt die Sicherung der Scheinwerfer in seinen Bereich?

Schon. Warum?

Ich habe gehört,

dass morgen eine offizielle Sicherheitsprüfung ansteht.

Welche Konsequenzen hätte das für Herrn Stetz gehabt,

wenn man dabei einen ungesicherten Scheinwerfer gefunden hätte?

Noch eine Abmahnung für Herrn Stetz, und Sie wären ihn los.

Glauben Sie, ich würde die Reputation unseres Hauses

so aufs Spiel setzen?

Wäre nicht das 1. Mal, dass ein Arbeitgeber einen Regelbruch

inszeniert, um eine Abmahnung aussprechen zu können.

Frag mich mal, mich haben sie auch öfters versucht loszuwerden.

Bis jetzt bin ich noch in keine Falle getappt.

Irgendwann kriege ich dich, Franzi. - Vergiss es, Oskar.

Aber das mit der Klara Weber, das check ich.

Vielleicht hat sie schon mal Stress gehabt mit irgendeinem Angestellten.

In diesem Spree-Quartett stimmt es vorne und hinten nicht.

Das heißt hinten und vorne, oder?

Ja, hinten und vorne stimmt es ja auch nicht.

Die erste Geige mobbt die Bratsche und ist jetzt tot.

Und die zweite Geige glaubt, dass das das Cello war

und dass der Anschlag ihr galt, weil sie sich vom Cello getrennt hat.

Was Luiz sagen wollte, das Umsetzen war entweder zufällig,

oder der Mordanschlag galt Simone Relinger.

Oder Simone Relinger hat sich absichtlich auf den Platz

von Danny Pohl gesetzt, weil sie ihn umbringen wollte.

Jetzt will sie uns ihren Ex-Freund als Täter

schmackhaft machen, damit sie nicht unter Verdacht gerät.

Was hätte ihr Motiv sein sollen?

Wir sollten noch mal mit dem Ex-Freund reden.

Der war auch nicht so gut auf sie zu sprechen, oder?

Der sitzt lieber an der Hotelbar, als mit uns zu reden.

In welchem Hotel ist er denn? - Royal Altona.

Royal Altona, feine Manager-Absteige.

Das ist mein Metier, hm?

Den lässt du jetzt echt gehen? - Ja.

* Musik *

Guten Tag.

Einmal Kaffee Crema, gerne mit meinen eigenen Bohnen.

Danke schön.

Sie sind Connaisseur?

Arabica und Robusta

machen 99% der weltweit verarbeiteten Kaffeebohnen aus.

Da habe ich manchmal Lust auf was Besonderes.

Was haben Sie mitgebracht? - Hawaii Kona, Typica-Bohne.

Sehr kräftig im Geschmack wegen des mineralreichen Lavabodens.

Ganz genau.

Ich heiße übrigens Leon. - Carsten.

Sehr erfreut.

Ich hoffe, es stört dich nicht? - Mich stört heute gar nichts mehr.

Ei, ei, ei, Job oder Beziehung? - Beides.

Beides.

Danke schön.

Danke schön.

* Musik *

Heartbreaker. Trauer, Wut und Enttäuschung.

Jeweils zu gleichen Teilen.

Und am Ende noch ein Schuss Selbstmitleid, hm?

Cheers.

Cheers.

Wow. - Ja.

Hat ein paar Trennungen gebraucht, bis ich die Mischung hatte.

Aber jede Trennung wert, würde ich sagen.

Danke. - Gerne.

Dann kannst du mir jetzt auch sagen, wie sie heißt oder er.

Simone.

Trinkst du einen mit?

Ja, danke.

Die Kollegen in Berlin haben in Danny Pohls Wohnung ein Schreiben

gefunden, das für uns interessant sein könnte.

Was für ein Schreiben?

Von einer Anwaltskanzlei, Dr. Heider und Partner.

Kommt gleich per Mail.

Am Ende gehören zwei dazu, wenn eine Beziehung in die Brüche geht.

War jedenfalls bei mir immer so.

Mit Simone lief es schon lange nicht mehr so richtig.

Ich war verzweifelt, bisschen viel getrunken, und dann...

Du hast was mit jemand anderem gehabt?

Kollegin aus dem Quartett.

War ein einmaliger Ausrutscher. Ich bin da nicht stolz drauf.

Simone weiß noch nichts davon.

Und was ist, wenn sie es mitbekommen hat? - Hm?

Ihr wart immer zu viert und immer so dicht aufeinander.

Ein falscher Blick oder ein Zögern an der falschen Stelle...

Manchmal reicht das schon, damit so was auffliegt.

Ist doch völlig bekloppt alles, ist doch...

Mel liebt Carsten, Carsten liebt Simone, Simone liebt sich selbst.

Und Danny ist...

...ist tot.

Danke.

Frau Schumann, vor ein paar Wochen

gab es zwischen Ihnen und Carsten Gümbel ein Tête-à-Tête.

Hat Carsten das gesagt?

Ihnen ging es nicht so gut,

weil Danny Pohl Sie mal wieder fertiggemacht hat.

Carsten hatte Streit mit seiner Freundin.

Flasche Wein, sich gegenseitig zuhören, gegenseitig trösten.

Da kann das schon mal passieren.

Für Carsten war es ein Ausrutscher.

Aber für Sie war es vielleicht mehr.

Nein.

Das war genau das, ein Ausrutscher.

War Carsten wieder betrunken, als er das gesagt hat?

Sonst würde er so einen Blödsinn gar nicht erzählen.

Vielleicht hat er Sie verdächtigt?

Was?

Dass ich seine Freundin umbringen wollte?

Hat er das gesagt?

Frau Schumann,

wollten Sie Carsten Gümbels Freundin Simone Relinger umbringen?

Nein.

Lieben Sie Carsten? - Nein.

Das haben wir in der Wohnung des Toten gefunden.

Simone Relinger wollte nach Boston gehen.

Ja, das Boston Orchestra hat ihr ein Angebot gemacht als erste Geige.

Danny ist ausgerastet. - Warum?

Er hat das Spree-Quartett aufgebaut

und zu dem gemacht, was es heute ist.

Wenn Simone gegangen wäre,

dann wäre es vielleicht das Ende von uns gewesen.

Außerdem fand er das Angebot ungerecht.

Weil sie Simone wollten und nicht ihn. - Mhm.

Das Boston Orchestra

ist eines der renommiertesten Symphonieorchester der USA.

Es ist dann auch ziemlich abgegangen zwischen den beiden. - Ja.

Aber dann wollte Simone doch bleiben.

Wegen Carsten, dachte ich.

250.000 Euro?

Die Konventionalstrafe, wenn Simone Relinger

das Spree-Quartett in Richtung USA verlässt.

Das wusste ich nicht.

Frau Schumann, gibt es eine vertragliche Vereinbarung darüber,

was mit dem Spree-Quartett passiert,

wenn einer der Musiker*innen verstirbt?

Dann steht es den anderen frei, das Quartett zu verlassen.

Danny und ich hatten das vor Monaten geklärt.

Ach, ist das so, Frau Relinger?

Schauen Sie mal hier.

Dieses Anwaltsschreiben ist vor 2 Wochen eingegangen.

Das Angebot aus Boston war doch Ihre große Chance.

Eine Chance, die vielleicht nie wieder kommt im Leben.

Ein Orchester mit internationalem Renommee, Kollegen der Extraklasse.

Alles, was zwischen Ihnen und der Erfüllung Ihres musikalischen

Traumes stand, war dieser Danny mit seinen Anwälten.

Ich wollte meinen Vertrag beim Spree-Quartett erfüllen.

Deswegen bin ich auch in Hamburg und nicht in Boston.

Der Anschlag galt mir, begreifen Sie das nicht?

Ella, ich habe Klara Weber gecheckt.

Bevor sie Stress mit dem Beleuchter hatte,

gab es keine Auseinandersetzungen mit anderen Mitarbeiter*innen.

Aber sie hat vor ein paar Jahren ihren Namen geändert.

Vielleicht hat sie geheiratet?

Nee, sie hat den Mädchennamen ihrer Mutter angenommen.

Sie hieß vorher Klara von Leywitz.

Klara von Leywitz? - Ja.

Das war das German Wunderkind.

Ein Jahrhunderttalent an der Violine.

Dann ist sie komplett von der Bildfläche verschwunden.

Wovon du so alles Ahnung hast.

Vielleicht sollten wir beide mal über Fußball und Grillen reden.

Ich lebe in einem Musikerhaushalt.

Wir müssten sogar noch CDs von der haben. - Guck mal.

Krass.

Von der sensiblen Musikerin zur taffen Business-Frau?

Die hätte ich nicht erkannt.

* Musik *

Prost.

Luiz, wir sind dir sehr dankbar. Auch wenn du heute für ne, na ja...

Es hätte auch keiner so gut trinken können wie du.

Guten Morgen. - Hi.

Morgen.

Hatte Klara Weber nicht ausgesagt, dass sie die Musiker

vom Spree-Quartett vorgestern kennengelernt hat?

Ja, stimmt. Wieso? - Weil es eben nicht stimmt.

Mir ist das nicht aus dem Kopf gegangen,

warum das Wunderkind von der Bildfläche verschwunden ist.

Klara von Leywitz hat 2007 ein Stipendium am renommierten

Richard-Strauss-Kolleg in Wien bekommen.

Jetzt ratet, wer da im selben Jahr studiert hat.

Simone Relinger und Carsten Gümbel.

Warum behauptet Klara Weber, dass sie die beiden nicht gekannt hat?

* Telefonklingeln *

Schütz?

Ja, alles klar. Danke.

Frau Schumann?

Es geht um Carsten.

Ich habe so oft versucht, den anzurufen, er geht nicht ran.

An seine Zimmertür habe ich auch geklopft.

Vielleicht ist ihm was passiert?

Vielleicht tut er sich was an, ich weiß es nicht.

Jetzt beruhigen Sie sich erst mal. Unser Kollege kümmert sich darum.

Kommen Sie.

Sie machen sich viele Gedanken um Carsten Gümbel.

Ist da doch mehr als das, was Sie uns gestern erzählt haben?

Ich könnte mir vorstellen, dass Sie sehr froh gewesen wären, wenn

Simone Relinger das Spree-Quartett Richtung Amerika verlassen hätte.

Aber dann hat sie es sich anders überlegt und ist geblieben.

Frau Schumann, lieben Sie ihn oder lieben Sie ihn nicht?

Ja.

Aber deswegen will ich seine Freundin nicht umbringen.

* Musik *

Die Aufnahmeprüfung hatte ich bestanden.

Aber bevor das Studium losging, habe ich mich dann doch umentschieden.

Darf ich fragen, warum?

Können Sie sich vorstellen, wie das ist?

Jahr für Jahr die ganze Zeit nur üben.

Wenn andere ins Kino gehen oder ins Schwimmbad oder sich

mit Freunden treffen, sitzen Sie zu Hause rum und spielen Geige.

Ich hatte praktisch keine Jugend.

Ich wollte das nicht mehr.

Und ich konnte das auch nicht mehr.

Haben Sie gar nicht mit Simone Relinger und Carsten Gümbel

zusammen studiert?

Kann sein, dass wir uns am Tag der Aufnahmeprüfung über den Weg

gelaufen sind, aber das ist jetzt 15 Jahre her.

Und warum haben Sie Ihren Namen geändert?

Was ist denn passiert, Frau von Leywitz?

Warum hört man denn nichts mehr von Ihnen, Frau von Leywitz?

Wann sehe ich Sie mal wieder auf der Bühne, Frau von Leywitz?

Mich haben teilweise fremde Leute auf der Straße angesprochen.

Gefallen mir, die kurzen Haare.

Ich dachte, wenn schon Veränderung, dann richtig.

Aber wenn Sie ihr altes Leben hinter sich lassen wollten,

warum ausgerechnet die Leitung eines Konzerthauses?

Ich wollte nicht die Musik hinter mir lassen.

Ich wollte das Wunderkind hinter mir lassen.

* Musik *

Darf ich? - Immer.

Hier auch noch...

Kaffeeexperte, Seelsorger, Spirituosenspezialist.

Was hast du noch so drauf? - Eine ganze Menge.

Wie geht es dir denn heute?

Ganz ehrlich?

Ich bin am Ende, am Ende vom Ende.

Und davon auch noch mal am Ende.

Ich bin quasi am Ende vom Ende vom Ende,

vom Ende.

Muss ich mir Sorgen machen? - Ach.

Sicher? - Gleich ist sie eh weg.

Ciao Amore.

Wie, weg?

Ja, in, ähm...

In 1,5 h geht ihr Flieger.

Aber ich, ich arbeite daran, das nicht mehr mitzukriegen.

Cheers. Welcher Flieger?

Zum Trost kann ich die Wohnungseinrichtung behalten.

Als ob ich den Krempel haben will, die spinnt doch.

Welcher Flieger? Wo will sie denn hin?

Weißt du, was, Leon?

Es interessiert mich jetzt alles nicht mehr.

Mich aber.

Du heißt ja gar nicht Leon.

Sie wollten mich noch mal sprechen?

Schön, dass Sie es einrichten konnten.

Ich habe es leider ein wenig eilig.

Ich kann immer noch nicht glauben, was passiert ist.

Ja, schrecklich.

Eine große Karriere, so früh zerstört.

Was wollten Sie denn jetzt?

Ich bräuchte nur noch eine Unterschrift für die Versicherung,

wegen des abgesagten Konzerts.

* Musik *

Und? Simone Relinger wollte das Spree-Quartett verlassen.

Lena hat mit dem Boston Orchestra telefoniert.

Die gehen davon aus, dass sie in fünf Tagen dort anfängt.

Aber wo ist sie jetzt? Das Handy ist aus.

Aber ihr Flieger hebt in ein paar Minuten ab.

Die Kolleg*innen am Flughafen haben sie nicht gefunden.

Wenn ihr sie findet,

bitte, bitte Simone nichts von der Sache mit Mel sagen.

Bitte.

Woher wusstest du eigentlich,

dass Simone genau heute nach Boston fliegen will?

Verfolgst du mich schon aufs Klo?

Ich muss dich allein sprechen. - Auf der Damentoilette?

Boston, 1. Klasse.

Du durchwühlst meine Sachen? - Du wolltest einfach abhauen.

Hast du nicht versprochen zu bleiben?

Was wird aus dem Quartett? Was...

Was wird aus uns?

Carsten, Boston ist die Chance meines Lebens.

Die will ich mir auch nicht entgehen lassen.

Und das mit uns ist doch schon lange nicht mehr schön.

Wir sind nur zusammen, weil wir zusammen sind.

Das will doch niemand. - Doch.

Ich, ich will das.

Ich will...

Gib mir das Ticket.

Hast du vergessen, wem du diese Chance zu verdanken hast?

Hast du vergessen, was ich für dich getan habe?

Simone, hast du wirklich vergessen, was ich für dich getan habe?

Simone Relinger hat Danny Pohl umgebracht, um neu anzufangen.

Ohne dich, ohne das Spree-Quartett

und ohne eine Viertelmillion Euro Schulden.

Der Flieger nach Boston ist gestartet,

und Simone Relinger war nicht an Bord.

Ich werde es weiter auf ihrem Handy versuchen, hm?

Das verstehe ich nicht.

Warum hatte Simone die Chance in Boston dir zu verdanken?

* Musik *

Herr Gümbel, reißen Sie sich jetzt mal ein bisschen zusammen.

Simone hatte damals die Aufnahmeprüfung

am Richard-Strauss-Kolleg nicht geschafft.

Sie war gut. Sehr gut sogar.

Aber eine andere war eben besser.

Okay. Und was ist passiert?

Simone stand damals ganz oben auf der Nachrückerliste.

Sie wollte, dass...

Boah, Mann, ich war halt verliebt.

Richtig doll, weißt du, ich hätte alles für die gemacht.

Es gab an dem Abend eine Party für die ausgewählten Stipendiaten.

Simone hatte irgendwo solche Tropfen aufgetrieben,

die sich maximal acht Stunden nachweisen lassen.

Zusammen mit dem Drink ging es dann ziemlich schnell.

Ich habe sie auf ihr Hotelzimmer gebracht.

* Musik *

Da sollte doch,

da sollte doch nur ganz bisschen was passieren.

Einfach so, dass es zum Semesterbeginn nicht reicht

und Simone den Studienplatz bekommt.

Ich habe ihre Karriere zerstört.

Ich habe ihr ganzes Leben zerstört.

Klara von Leywitz?

Woher weiß du das? Wieso kennst du ihren Namen?

Und wo genau hast du dich denn mit Simone gestritten?

In der Musikhalle, auf der Damentoilette.

Und ging es in dem Streit auch um den Vorfall von damals?

Ich habe das für dich gemacht.

Ich habe das damals für dich gemacht, weil du es wolltest.

Wie oft willst du mir das noch vorhalten, hm?

Du musst damit abschließen und klarkommen mit deinem Leben.

Ich habe ihr die Hand gebrochen.

Ich habe ihre komplette Karriere zerstört.

Wie soll ich damit abschließen?

Das ist dein Problem, Carsten, ja?

Mach es bitte nicht zu meinem.

So einfach ist das für dich?

So einfach?

Du verpisst dich mit deiner Scheißgeige nach Boston,

lässt mich hier in dieser ganzen Scheiße zurück.

Fick dich, Simone.

* Musik *

Klara von Leywitz heißt mittlerweile Klara Weber.

Die Referentin der Musikhalle?

Wir haben ihr Handy geortet.

Es hat sich vor knapp 45 Minuten in einer Funkzelle

in der Nähe von der Musikhalle eingeloggt.

Was hat das zu bedeuten?

Um Sie kümmere ich mich gleich.

Ist was mit Simone?

* Musik *

Erinnerst du dich?

Das mussten wir damals spielen bei der Aufnahmeprüfung.

Bei mir haben sie applaudiert.

Das gabs noch nie, haben sie gesagt.

Ich bin etwas ganz Besonderes, haben sie gesagt.

Das war mein Leben, Simone.

Hilfe.

Ich dachte die ganze Zeit, ich sei schuld gewesen.

Dummes Mädchen.

Trinkt einmal Alkohol und zerstört ihre Karriere.

Dein Freund hat mir den Drink in die Hand gedrückt.

Du hast ihn dazu angestiftet.

K.-o.-Tropfen?

Wie krank kann man sein?

Deswegen konnte ich mich nicht an den Unfall erinnern.

Meine Eltern, die Ärzte.

Alle haben gesagt, ich hätte einfach zu viel getrunken.

Alkoholmissbrauch, Filmriss.

Die sind noch nicht mal zur Polizei gegangen mit mir.

Seit 15 Jahren vergeht kein Tag, an dem ich nicht daran denke,

dass ich mir mein Leben selbst versaut habe.

Bitte nicht, verzeih mir. - Pst, vergiss es.

Ich habe euch gehört auf dem Klo.

Ich war gar nicht schuld.

Du bist schuld.

Mit dem Schweinwerfer, dumme Idee.

Das hier ist viel besser.

Du sollst weiterleben, Simone.

Aber du sollst nie wieder Geige spielen.

* Musik *

Any famous last words?

Es tut mir leid.

Habt ihr sie verstanden?

Frau Weber.

Legen Sie das Ding runter.

Oder ich muss von der Schusswaffe Gebrauch machen.

Hilfe.

Frau Weber, ganz ruhig.

Ich will, dass du nicht nur verstehst,

was du mir angetan hast.

Ich will, dass du es fühlst.

(schreit) Frau Weber.

Sicher?

Sicher.

Cool.

Die hat direkt den nächsten Flieger nach Boston gebucht.

Ich bin gespannt, was die Amis sagen, wenn sie erfahren,

dass ihre neue erste Geigerin

für den Anschlag auf unser German Wunderkind verantwortlich ist.

Die Story geht in Boston viral.

There is no business...

...like show business.

Oh Mann. Das war richtig gut eben, echt.

Cool.

Meinst du das ernst? Ja.

* Musik *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2022

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