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Original subtitles

Oskar Schütz

Lena Testorp

Luiz Vieira Dos Santos

* Musik *

* Türklingeln *

Moin.

(Postbote) Voilà. Danke dir.

Und einmal abzeichnen, s'il vous plaît.

Französisch. Jetzt haben wir Portugiesisch, Deutsch, Englisch.

Was kannst du denn noch? Alles.

Na dann. Schönen Tag dir. Den werde ich haben.

* Musik *

(Frau über Freisprechanlage) Ja?

Frau Kampe, Paket für Sie.

Sie haben wohl auch zu viele Pausen.

Dabei habe ich mich für Sie extra beeilt.

Ich hab gesehen, wie Sie da draußen herumschlendern.

Wie sieht es aus? Würden Sie für Herrn Fasshauer ein Paket annehmen?

So weit kommt es noch, dass ich für Sie die Arbeit erledige. - Ja.

Wenn Sie zu faul sind, zweimal zu laufen,

sollten Sie sich einen anderen Job suchen.

Ihnen auch einen wunderschönen Tag.

Martin?

Martin, ich hab ein Paket für dich.

* Musik aus der Wohnung *

Nee, oder?

Oh Mann.

Ah, cool. Ist ja noch da.

Entschuldigung?

Du sag mal, meinst du, du ka...

Was ist denn hier los?

Fuck.

* Musik *

(Mann über Telefon) Hallo, Notrufzentrale.

Hallo. Vieira dos Santos mein Name.

Ich brauche einen RTW in den Lerchenstieg 12.

Richtig. Junger Mann mit Stichverletzung.

Hey, hörst du mich?

Krankenwagen ist auf dem Weg, okay?

Noch ein bisschen warten. Das kriegen wir hin, okay?

* Musik *

(Ella) Du kanntest das Opfer?

Ja, schon.

Also, nicht richtig.

Er war halt mein Paketbote.

Aber ich weiß nicht mal, wie er heißt.

Das Opfer heißt Steffen Voges

und war für den Hamburger Paketdienst unterwegs.

Warum hast du eigentlich in den Transporter reingeguckt?

Ich hab ein falsches Ladekabel bestellt.

Dann wollte ich es zurück zur Filiale bringen.

Dann hab ich gesehen, dass sein Wagen da war.

Dann dachte ich, dass ich das ihm direkt wieder mitgeben kann.

Nach Sachlage handelt es sich um einen Raubüberfall?

So, wie sich das Bild im Fahrzeuginneren darstellt, ja.

Aber die Zentrale hat gesagt, dass Steffen Voges

Pakete im Versicherungswert von über 20.000 Euro dabei hatte.

Das macht einen Überfall nicht unwahrscheinlicher.

Was ist mit der Tatwaffe?

Vermutlich ein Messer.

Aber die Kollegen haben es noch nicht gefunden.

(Franzi) Als du ihn gefunden hast, hat er noch gelebt?

Mhm.

Aber er hatte schon sehr viel Blut verloren.

Der Sanitäter meinte, da war nichts mehr zu machen.

Einer von euch sollte zu seiner Frau fahren

und es ihr möglichst vorsichtig beibringen.

Laut Voges' Arbeitgeber ist die im siebten Monat schwanger.

Oh, Scheiße.

Ja, das würde ich gerne übernehmen.

Sicher? Mhm.

Okay.

Gibt es sonst noch irgendwelche Anhaltspunkte?

Ja, vielleicht einen.

In dem Haus, in dessen Eingang Luiz ihn gefunden hat,

hat er heute zwei Zustellungen gehabt.

Vielleicht wissen die was.

Übernimmst du das?

Ja, klar. Mach ich.

* Musik *

Sie sind Benita Voges?

Ja.

Mein Name ist Luiz Vieira dos Santos, Kriminalpolizei Hamburg.

Kriminalpolizei?

Es geht um Ihren Mann.

Was ist mit Steffen?

Es ist vielleicht besser,

wenn wir reingehen und in Ruhe darüber reden.

Wieso?

Was ist denn mit Steffen?

Ihr Mann ist heute Morgen leider verstorben.

* Musik *

Annette Kampe?

Sie sind von der Polizei? Ja. Mein Name ist Schütz.

Ach. Ich dachte, ich erfahre nicht mehr,

was heute Morgen losgewesen ist.

Wir nehmen an,

dass es unten zu einem Raubüberfall gekommen ist.

Das Opfer Steffen Voges war Bote beim Hamburger Paketdienst.

Das Opfer?

Ja. Herr Voges ist heute Morgen

seinen schweren Verletzungen erlegen.

Nach ersten Erkenntnissen

soll er Ihnen heute ein Paket geliefert haben.

Ist das richtig? Ja.

Okay. Und haben Sie sich dann mit ihm unterhalten?

Ja.

Ist Ihnen da irgendwas aufgefallen? Nein.

Er war eigentlich so respektlos und unfreundlich wie immer.

Hm.

Sie mochten ihn nicht besonders.

Nein.

Gibt es dafür einen Grund?

Ich hab ihn ehrlich gesagt selbst für einen Dieb gehalten.

Annette Kampe beschuldigt den Toten,

ein neu erworbenes Handy aus einem Paket an sie entwendet zu haben.

Das Paket wurde von Steffen Voges ausgeliefert.

Nachdem sie es quittiert hat,

hat sie das Paket aufgemacht, aber es war leer.

Soll neuerdings häufiger vorkommen.

Heutzutage werden jeden Tag

zigtausende solcher Geräte verschickt.

Die gehen durch eine Menge Hände. Da sind auch Langfinger dabei.

Das ist bandenmäßig organisiert.

Die schleusen Leute in die Lieferkette.

Die klauen die teuren Geräte aus den Paketen.

Und ihr glaubt, Voges hatte Kontakt in solche Kreise?

Möglich wäre es.

Beim Handy von der Kampe konnte man ihm nichts nachweisen.

Aber ob Sie ihm ein Messer in den Bauch rammen würde...

Eher unwahrscheinlich.

* Musik *

Konntest du mit der Frau des Opfers sprechen?

Ja.

Aber nur kurz.

Das heißt?

Das heißt, dass ich die Nachricht vom Tod ihres Mannes überbracht hab.

Weiter bin ich nicht gekommen,

weil dann bei ihr die Vorwehen eingesetzt haben.

Oh Scheiße.

Ich hab sie ins Krankenhaus begleitet.

Mittlerweile ist sie wieder zu Hause und wird seelsorgerisch betreut.

Ich rede morgen noch mal mit ihr in Ruhe.

Was ist mit dem anderen Hausbewohner,

der ein Paket von Voges erhalten hat?

Mit dem hab ich geredet, Martin Fasshauer.

Der behauptet aber, er war nicht zu Hause.

Das deckt sich mit der Aussage von der Kampe,

dass Voges sie gebeten hat, das Paket anzunehmen.

Ich nehme an, sie wollte nicht? Ja.

Das ist komisch. Was?

Voges hatte ein Quittiergerät dabei.

Das ist übers Netz mit der Cloud vom Paketdienst verbunden.

Laut deren Daten hat er das Paket entgegengenommen.

Sicher? Die haben mir seine Unterschrift geschickt.

Der hat quittiert. - Das ist interessant.

Das heißt, entweder hat Voges die Unterschrift gefälscht

und das Paket einbehalten.

Oder du wurdest angelogen, Oskar.

Das wäre ganz doof.

Ja. Wirklich doof.

Luiz?

Ich würde gern kurz mit dir reden.

* Musik *

Komm.

Was ist denn?

Nichts Wildes.

Ich wollte einfach nur sichergehen, dass es dir gut geht.

Ja. Tut es.

Wirklich?

Ja, keine Ahnung.

Wenn ich ein paar Minuten früher dagewesen wäre,

dann würde der vielleicht noch leben.

Du wusstest nicht, dass er da liegt.

Stimmt. Es fühlt sich trotzdem Scheiße an.

Deswegen willst du das jetzt zu deiner persönlichen Sache machen?

Nein.

Deswegen nicht.

Weswegen dann?

Weil es mein Paketbote war. Weil ich...

...ihn mindestens einmal die Woche gesehen hab.

Wir haben uns unterhalten, ich fand ihn nett.

Aber so richtig interessiert hab ich mich auch nicht für den.

Weißt du, was mich ankotzt?

Es kotzt mich an, dass Leute wie Voges

uns unsere Bestellungen hinterhertragen

und dafür im Dreck liegen gelassen werden.

Vielleicht haben sie ihn nicht gesehen.

Der Sanitäter meint, er lag mindestens eine Viertelstunde da.

Glaubst du das wirklich?

Du bist emotional.

Ja, bin ich.

Willst du mich deswegen abziehen und nach Hause schicken?

Nein.

Okay.

Das ging ja schnell.

Entschuldigung?

Jo? Dürfen wir fragen, was Sie hier gerade machen?

Sieht man das nicht? Doch.

Ich würde es trotzdem gern noch mal von Ihnen hören.

Wie heißen Sie denn? Was geht Sie das an?

Ja, Uwe Neumeyer. Ich liefere Pakete aus.

Ah, der Ersatz für den verstorbenen Kollegen?

Ganz genau. Allzeit bereit.

Die Leute wollen ihre Pakete haben.

Ob wir uns dazu imstande fühlen oder nicht,

das interessiert die einen Scheißdreck.

Was ist mit Ihrem Arbeitgeber?

Die interessiert das noch viel weniger.

Die wollen vor allem von den Kunden nicht schlecht bewertet werden.

Da kann man auf sowas wie Pietät oder geschockte Mitarbeiter

keine Rücksicht nehmen.

Kannten Sie Herrn Voges denn?

Kennen...

Ja, nicht gut. Aber das war ein Kollege.

Wir haben ab und zu mal geschnackt.

Oder sind ein Stück zusammen gefahren,

wenn wir Feierabend hatten.

Aber groß über Privates haben wir nicht geredet oder so.

Eher darüber, in was für einem Scheißladen wir hier arbeiten.

Dann war Herr Voges kein großer Fan vom HPD?

Das kann man so sagen.

Findest aber auch keinen von uns, der das anders sieht.

Das hast du aber nicht von mir, klar?

Klar.

Gut. Nee, nichts gut.

Ich brauche Ihre Personalien.

Du könntest hochgehen, einen schönen Kaffee kochen.

Dann sehe ich, wie du wohnst.

So, machen Sie mal? Jo.

* Musik *

Das gibt es doch nicht.

Na?

Schon wieder schlechten Empfang?

Auf meinem Privathandy geht seit heute Morgen nichts mehr.

Kompletter Totalausfall.

Ich hab dir gesagt, du sollst den Anbieter wechseln.

Ja, ich weiß. Elbcall ist günstig.

Langsam weiß ich, warum.

Hat sich der Paketdienst gemeldet wegen der Wareninventur?

Ja, gerade eben.

Wer auch immer Voges ausgeraubt hat, der wusste,

welche Pakete er mitnehmen musste.

Es wurden teure Inhalte aus dem Wagen entwendet? - Richtig.

Nach den Lieferungen im Lerchenstieg wäre es für ihn

Richtung Innenstadt gegangen zu einem Elektromarkt.

Allein für die hatte er hochversicherte Warenpakete

mit an Bord.

Zwei weitere Smartphone-Läden waren auch noch auf der Strecke.

Den einen solltest du dir mal genauer ansehen. - Wieso?

Wegen deines neuen Handyvertrages.

Das Angebot ist unschlagbar.

Ich schick dir den Link. - Mach das.

Ja.

Herr Fasshauer, da bin ich wieder, Schütz.

Mein Kollege Vieira dos Santos.

Haben Sie einen Moment?

Worum geht es denn?

Ist das Ihre Unterschrift? Nein. Wieso?

Ganz sicher? Mhm, absolut.

Dann wäre es toll, wenn Sie uns Ihren Personalausweis geben würden.

Dann könnten wir die Unterschriften abgleichen. Nein.

Was heißt Nein?

Ich weiß nicht, wo der ist. Ach so, kein Problem.

Sie können gern bei mir digital auf dem Handy unterschreiben.

Was soll das überhaupt?

Sie haben meinem Kollegen mitgeteilt,

dass Sie kein Paket von Herrn Voges erhalten haben.

Wir haben aber eine Quittung darüber gefunden und wollten sichergehen,

ob die echt ist.

Klar, verstehe ich.

Warten Sie mal einen Augenblick.

Vielleicht habe ich den hier drin.

Tür kann offen bleiben, oder? Klar. Natürlich.

Was soll das jetzt?

* Türklopfen * Machen Sie sofort die Tür auf.

Sonst müssen wir uns Zutritt verschaffen.

Okay, wie Sie wollen.

Herr Fasshauer, Hände hinter den Kopf.

Sieh an. Was haben wir denn da Schönes?

Laut Labor haben wir es beim Paketinhalt

mit 500 Gramm MDMA zu tun.

Was ist mit dem Absender?

Über den werden wir so schnell nichts erfahren.

Das Paket wurde unter falschem Namen aufgegeben.

So was ist ein möglicher Vertriebsweg.

Die Pakete gehen unter falschem Namen an die Zwischenhändler,

die dann das Zeug an ihre Kunden weiter verticken.

Das heißt, er hat Oskar angelogen, weil er Angst hatte,

du könntest wegen der Paketlieferung noch mal nachhaken.

Das wäre eine Lesart der Dinge.

Ich hätte da noch eine andere.

Und die wäre?

Was wäre, wenn Steffen Voges gewusst hat, was in den Paketen drin ist,

die er bei Fasshauer abgeliefert hat?

Woher hätte er das wissen sollen?

Keine Ahnung. Aber was wäre, wenn?

Dann hätte er auf jeden Fall einen Grund gehabt,

Fasshauer zu erpressen.

* Handyklingeln * Ich muss kurz rangehen.

Dann hätte er ein Mordmotiv gehabt.

* Musik *

Herr Fasshauer.

Haben Sie Steffen Voges umgebracht?

Entschuldigung, aber wollen Sie mich gerade verarschen?

Nee.

Obwohl das nur fair wäre.

Denn wenn ich mich recht erinnere, haben Sie damit angefangen,

uns zu verarschen, oder?

Gut.

Möglicherweise habe ich ein bisschen gedealt

und Ihnen nicht ganz die Wahrheit gesagt.

Aber deswegen bin ich noch lange kein Mörder.

Ich weiß es nicht. Ist das so? Ja.

Nein, natürlich nicht.

Und Steffen wollte mich auch nicht mit den Päckchen erpressen oder so.

Moment.

Das heißt, ihm war der Inhalt der Pakete bekannt?

Herr Fasshauer?

Ja, ich...

Ich hab heute Morgen war ich kurz im Keller,

um meine Wäsche aus dem Trockner zu holen.

Dabei hab ich die Wohnungstür nicht ganz zugezogen.

Martin?

Martin, ich hab ein Paket für dich.

* Musik aus der Wohnung *

Bist du da?

Ich hab ein Paket für dich.

Ist es okay, wenn ich es kurz reinlege?

* Musik *

Was machst du hier? - Die Tür stand offen.

Ich hab ein Päckchen für dich. Ich hab nichts gesehen.

Was hast du nicht gesehen? - Gar nichts, hab ich doch gesagt.

Du willst mich aber nicht bei der Polizei...

Natürlich nicht. - Sicher?

Warte.

Ich brauche noch eine Unterschrift.

Ach so.

Klar.

Dann ist er wieder gegangen.

Sie haben ihn einfach so wieder gehen lassen? Ja.

Das sollen wir Ihnen glauben?

Steffen und ich, wir kennen uns schon ewig.

Wir wussten beide, wer eigentlich die wahren Verbrecher sind.

Wer sind die?

Die, die dafür gesorgt haben,

dass ich meinen Plattenladen dichtmachen musste.

Und die dafür sorgen,

dass Steffen und seine Frau zu Hause frieren müssen,

obwohl er sich jeden Tag für die kaputtgearbeitet hat.

Reden Sie vom Paketdienst? Nee.

Ich rede nicht vom Paketdienst.

Ich rede hier über diesen ganzen Scheiß hier.

Dieses ganze beschissene Scheißsystem, darüber rede ich.

Fasshauer ist verbittert, weil alle online bestellen

und er deshalb seinen Laden aufgeben musste.

So sieht es aus, ja.

Aber rammt so jemand einem alten Bekannten ein Messer in den Bauch

und raubt ihn aus?

Wohl eher nicht, ne?

(Franzi) Wenn er es war, dann wissen wir es gleich.

Ein Nachbarskind hat die Tatwaffe gefunden.

Wo?

Da im Gebüsch auf dem Spielplatz bei dir.

Die haben da wohl Verstecken gespielt.

Aber Jan meint, es gibt eine Menge Abdrücke auf der Tatwaffe.

Der Jan?

Der Jan, ja. Der Spusi-Jan.

(Ella) Haben wir die bis morgen früh zum Abgleich vorliegen?

Ja. Sollte schnell gehen.

Gut. Dann sehen wir morgen weiter.

(Franzi) Ja. (Ella) Bis morgen.

Wie geht es Ihnen?

Besser, danke.

Schön haben Sie es hier draußen.

Ja.

Das Häuschen hat meine Oma uns vermacht.

Es muss noch ziemlich was getan werden,

aber Steffen und ich haben uns gefreut.

Ein richtiges Zuhause.

Die Heizung soll nicht ganz in Ordnung sein.

Ja. Die Heizung hat am Anfang nicht richtig funktioniert.

Wir hatten Angst, dass sie ersetzt werden muss,

aber dann haben wir eine Lösung gefunden.

Okay.

Haben Sie mittlerweile schon einen Verdacht,

wer Steffen überfallen haben könnte?

Es gibt einige Ansatzpunkte.

Aber mehr können wir dazu im Augenblick nicht sagen.

Wie kann ich Ihnen weiterhelfen?

Wir dachten, vielleicht haben Sie einen Ansatzpunkt für uns.

Frau Voges, ich hatte gestern das Gefühl,

Sie hatten befürchtet, dass Steffen was passiert sein könnte.

Stimmt das oder liege ich falsch?

Es stimmt also? Ja.

Wie sind Sie denn darauf gekommen?

Mein Mann ist bedroht worden.

Von wem?

* Musik *

Guten Tag, Herr Neumeyer.

Moin. Tut uns leid, dass Sie warten mussten.

Aber wir mussten selber warten, bis die Kollegen

mit der Durchsuchung Ihrer Wohnung fertig sind.

Was soll ich Ihnen sagen?

Es hat sich richtig gelohnt. Zumindest für uns beide.

Kennen Sie dieses Gerät?

Dieses Gerät gehört einer Frau,

die von Ihrem toten Kollegen Herrn Voges beliefert wurde.

Wir konnten es aufgrund der Seriennummer zuordnen.

Problem daran ist allerdings:

Diese Frau hat dieses Gerät nie erhalten.

Weil Sie es sich widerrechtlich angeeignet haben, Herr Neumeyer.

Sie geben zu, dieses Handy aus dem Paket entwendet zu haben?

Ja.

Dann haben Sie Herrn Voges bedroht, weil er Sie in Verdacht hatte. Nee.

Herr Voges hat Sie nicht erwischt,

als Sie weitere Pakete aus seiner Lieferung öffnen wollten? Doch.

Dann haben Sie ihn vielleicht doch bedroht. Nee.

Wenn er damit zur Geschäftsführung gegangen wäre,

wären Sie Ihren Job losgeworden, oder nicht?

Das wollte er aber gar nicht. Was wollte er dann?

Der wollte von mir wissen, woher ich so genau weiß,

welche Pakete sich lohnen und welche nicht.

Und? Was meint ihr?

Ich glaube, dass er lügt.

Ich glaub, dass er lügt und dass er Voges ermordet hat,

bevor der ihn bei der Geschäftsführung anschwärzen konnte.

Und dass er die Gelegenheit genutzt hat,

um ein paar Pakete mehr mitgehen zu lassen.

Und du?

Ich glaube, Luiz hat recht.

Ich hab mir übrigens das Handy von Voges angesehen.

Anscheinend hat er noch unmittelbar vor seinem Tod versucht,

einen Notruf abzusetzen.

(Ella) Warum ist ihm das nicht gelungen?

Weil er bei Elbcall ist, deinem Handyprovider. - Im Ernst?

Das Netz von Elbcall hatte gestern einen Totalausfall.

Hätte er 112 angerufen, dann wäre der Notruf durchgegangen,

weil solche Anrufe immer automatisch

über das stärkste Netz weitergeleitet werden.

Aber er hat die 110 gewählt.

Da hat die Weiterleitung nicht funktioniert.

* Nachrichtenton *

Wir haben die Abdrücke von der Tatwaffe.

Ich hab unseren Abdruck mit dem von Neumeyer verglichen.

Und? - Fehlanzeige.

Dann passen die zu Martin Fasshauer?

Leider nein.

Also stehen wir mit leeren Händen da.

Nee. Also...

...nicht ganz.

Hier seht ihr den Abdruck von der Tatwaffe.

Das ist ein Daktylogramm,

ein Abdruck der Papillarleisten auf der Unterseite der Fingerkuppe.

Das Geniale daran ist, dass es bei jedem Menschen einzigartig ist.

Selbst bei eineiigen Zwillingen.

Schon klar.

Aber die passen weder zu einem unserer Verdächtigen,

noch haben wir einen Treffer in der Kartei.

Das ist aber nicht der Clou.

Die KTU hat seit neuestem ein Programm,

das mithilfe eines Algorithmus viel mehr Aussagen treffen kann.

Eben anhand dieser Papillarleisten.

Zum Beispiel kann es mit erstaunlicher Treffgenauigkeit

das Geschlecht bestimmen.

Und das ist der springende Punkt. Unser Täter ist keiner.

Sondern eine Täterin? Ziemlich sicher, ja.

Sag mal, Franziska.

Wie sicher ist dieses ziemlich sicher?

Oskar, halt dich fest.

Zwischen 70 und 90 Prozent.

Das ist doch mal was.

Dann sollten wir uns einen Vergleichsabdruck

von Annette Kampe besorgen.

(Franzi) Richtig.

Ich möchte, dass jemand mit Benita Voges spricht.

Du möchtest die schwangere Frau des Opfers dazu nötigen,

Fingerabdrücke abzugeben? (Ella) Klar.

Sie hat ausgesagt, dass Neumeyer ihren Mann bedroht hat.

Und laut Neumeyer ist das eine Lüge gewesen.

Glaubst du ihm das wirklich? (Ella) Nein.

Ich möchte nur sichergehen. Das ist alles.

Okay. Wenn du meinst.

Lena, begleitest du Luiz bitte?

Ja, klar.

* Musik *

* Türklingeln *

Hallo Frau Kampe. Ich bin es wieder.

Was wollen Sie?

Ich bin noch mal wegen des Raubmordes an Steffen Voges hier.

Ich müsste Sie bitten, mich aufs Revier zu begleiten

wegen erkennungsdienstlicher Maßnahmen.

Fingerabdrücke.

Sie haben es also herausgefunden?

Was haben wir herausgefunden?

Dass ich schuld bin.

Hallo Frau Voges.

Es tut mir leid, dass wir Sie noch mal stören müssen.

Was gibt es denn?

Das ist gar nicht so einfach zu erklären.

Es ist so, dass wir mittlerweile das Messer gefunden haben,

mit dem auf Ihren Mann eingestochen wurde.

Tatsächlich?

Ja. Und da sind Fingerabdrücke drauf,

die mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf deuten,

dass es eine Täterin war.

Eine Frau?

Genau.

Okay. Und was heißt das jetzt?

Das heißt, dass wir Sie bitten möchten,

uns aufs Revier zu begleiten,

damit wir Ihre Fingerabdrücke abnehmen können.

Das ist eine reine Routinemaßnahme und heißt jetzt nicht,

dass wir Sie verdächtigen. Ach so.

Falls Sie zu Hause bleiben wollen

aufgrund Ihrer Schwangerschaft, schicken wir Ihnen jemanden vorbei.

Ja, genau. Dauert maximal zehn Minuten.

Nein. Kein Problem. Das verstehe ich natürlich.

Okay.

Ich hol nur kurz meine Sachen.

Wir warten hier.

War gar nicht so schlimm.

Doch.

Ja?

Shit.

Frau Voges, bleiben Sie stehen.

Frau Voges, bleiben Sie stehen.

Frau Voges, bleiben Sie einfach stehen.

Oh fuck.

(sie schreit)

Geht es Ihnen gut?

Sind Sie eigentlich total bescheuert oder was?

Mein Mann ist tot.

Es sollte alles ganz einfach sein.

Er hat es mir versprochen.

Steffen hat es mir versprochen.

Und jetzt? Was für eine absolute Scheißidee.

Ist ja gut.

Bitte beruhigen Sie sich.

Sie müssen an Ihr Kind denken.

Vielleicht hab ich das die ganze Zeit gemacht.

Bitte schön.

Als wir erfahren haben, dass meine Oma uns das Haus vermacht,

haben wir uns super gefreut.

Wir konnten unserem Baby ein richtiges Bilderbuchzuhause bieten.

Aber das Haus ist ein kompletter Schrotthaufen.

Steffen meinte, er kann das selbst sanieren.

Aber dann hat sich rausgestellt,

dass die alte Gastherme ersetzt werden muss.

Wie soll man das bezahlen?

Wer gibt uns einen Kredit?

Das heißt, der Kollege Ihres Mannes hatte recht

und er wollte einen Diebstahl begehen?

Ich wollte immer ein Haus für meine Familie.

Es war so schön, sich das mit Steffen alles auszumalen.

Er war so begeistert.

Ein Baumhaus, eine Sandkiste, ein Gemüsegarten.

Die Pakete sind ja alle versichert, das macht ja niemandem was.

Außerdem war ich sauer auf die.

So viel Arbeit für so wenig Geld.

Das ist doch auch nicht gerecht.

Und wie genau sollte dieser Diebstahl vonstattengehen?

Steffen hat am Abend vorher

unseren Wagen in der Nähe vom Lerchenstieg abgestellt

und dann morgens die ganzen teuren Sachen eingeladen.

Sie haben den Wagen abgeholt,

während Ihr Mann die Pakete ausgeliefert hat?

Es sollte alles ganz einfach sein.

* Musik *

* Klopfen *

Komm rein. Komm rein.

Hier.

Wagen steht um die Ecke an der Litfaßsäule.

Du kannst ihn nicht verfehlen.

Okay.

Warte.

Du musst mich hiermit noch ein bisschen stechen.

Und zwar ziemlich genau hier.

Bist du bescheuert?

Ich hab es selbst versucht. - Vergiss es. Mach ich nicht.

Beni. - Das ist voll gefährlich.

Nein, nein. Das ist nicht gefährlich.

Doch. - Ich hab es nachgelesen.

Hier sind überwiegend Arterien, das blutet wie Hölle.

Wenn das rechtzeitig gestoppt wird, ist kein Problem.

Ich kann das nicht.

Komm.

Wenn ich nicht verletzt bin, kommen die als Erstes auf mich.

Ich verspreche dir, es passiert nichts.

Vielleicht kriege ich sogar ein bisschen Schmerzensgeld.

Wir kriegen das hin.

Spinnst du?

(Steffen) Komm, geh.

Geh.

Hier.

Wir sehen uns im Krankenhaus.

Auf dem Weg zum Auto haben Sie das Messer einfach weggeworfen?

Er hat es viermal beim Polizeinotruf probiert, ne?

Hätte er nur einmal die 112 gewählt, würde er vielleicht noch leben.

Stattdessen versucht er, den Hauseingang zu erreichen,

um Hilfe zu bekommen.

Und das schafft er nicht mehr.

Doch, hat er.

Ich hab gerade Annette Kampes Aussage aufgenommen.

* Musik *

* Besetztzeichen *

* Besetztzeichen *

* Besetztzeichen *

* Besetztzeichen *

Fuck.

* Musik *

(Kampe) Ja? - Ich brauche Hilfe.

(Kampe) Ich habe Ihnen schon gesagt, dass ich das Paket nicht annehme.

Das heißt, diese Frau Kampe hat ihm die Tür nicht aufgemacht?

Ja.

Oh Gott.

Oh Alter.

* Poltern *

* Musik *

Als meine Mama mit mir nach Hamburg gezogen ist,

hat sie hier in der Nähe als Putzfrau gearbeitet.

Hattest du nicht erzählt, dass sie Ärztin gewesen ist?

Ja, war sie auch.

Aber ihr Abschluss wurde in Deutschland nicht anerkannt.

Ja.

Solche Geschichten kenne ich auch ein paar.

Läuft einfach so viel schief hier.

Aber wir versuchen immer,

ein bisschen was wieder gerade zu biegen.

Na ja.

Offline gekauft.

Im echten Laden.

Danke.

* Musik *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2022

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