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Original subtitles

Oskar Schütz

Lena Testorp

Luiz Vieira Dos Santos

* Musik: David Bowie "Space Oddity" *

♪ Ground Control to Major Tom.

Ground Control to Major Tom.

Take your protein pills and put your helmet on. ♪

Dieser wunderschöne Sternenhimmel hier ist der ideale Ort,

um Sie in meine Welt zu entführen.

Die Ausbildung zur Astronautin ist hart, herausfordernd.

Und man muss bereit sein, Opfer zu bringen.

Ich möchte die jungen Frauen hier ermuntern,

sich diesen faszinierenden Beruf zuzutrauen und dafür zu kämpfen.

* Applaus *

(Frau) Buh! Buh!

Klima-Sau! Klima-Sau!

Klima-Sau!

Buh!

* Musik *

* Musik *

(Frau schreit)

Oh boah, ist die süß.

Im Ernst: Die sieht dir total ähnlich. Ja, ne?

Ja. Dirk sagt, sie sieht genauso aus wie er.

So hübsch ist er nun auch nicht. Zauberhaft.

Schön, dass du wieder da bist. Finde ich auch.

Sag mal, hier hat sich eine Menge verändert.

Max ist auf einem anderen PK. Und Sarah? Befördert worden.

Bis die neue Chefin da ist...

Bist du der Boss, wissen wir. Ja, ganz genau.

Ah, herrlich. Dann kann ich es entspannt angehen.

Wovon träumst du denn?

Hier werden andere Seiten aufgezogen.

Außerdem habe ich dir einen Mega-Aufpasser besorgt.

Einen gewissen, warte... Luiz Vin... Ves...

Wie auch immer.

* Musik *

(Franzi) Das ist Luiz.

Ach, ihr kennt euch?

Wir waren zusammen auf der Polizeischule.

Danach war er vom Erdboden verschluckt.

In seiner Personalakte steht drin, dass er beim LKA 67 war.

Vielleicht war er VP-Führer oder verdeckter Ermittler. Hm.

Luiz?

Hm? Franzi? Ja.

Krass.

Hi. Hallo.

Na? Moin, ich bin Oskar Schütz.

Hallo! Luiz Vieira dos Santos. Freut mich. Ja.

Moin, ich bin Lena Testorp. Moin, hi.

Auf gute Zusammenarbeit. Ja.

Ja. Mord im Planetarium.

Wie siehts aus, Chef, kommst du mit?

Ja. Die beiden haben ein bisschen was zu erzählen. Bis später.

* Musik *

Boah, das ist schon immer wieder beeindruckend.

Ja. Mein Vater war früher häufig mit mir hier.

Das war jedes Mal wie ein Ausflug ins All.

Alles klar, Major Oskar.

Sag mal, jedes Mal der gleiche Käse.

Entschuldigung, dürfen wir hier mal durch?

Danke schön.

Entschuldigen Sie, nehmen Sie die Handys runter,

hier gibts nichts zu gucken.

Lassen Sie die Kollegen ihre Arbeit machen.

(Mann) Das ist das Opfer, Maja Kuchenbecker.

Gut. Danke, Volker.

Sag mal, das sind doch mindestens 40 m.

Was meinst du, Selbstmord?

Was haben wir denn?

Maja Kuchenbecker, 40 Jahre alt, Wissenschaftlerin.

Promovierte Molekularbiologin und... Astronautin.

Das sind die Klamotten von der Europäischen Raumfahrtbehörde.

Richtig.

Ja, Frau Kuchenbecker hat hier Vorträge gehalten.

Der gestern ist gestört worden.

Zeugen haben berichtet, dass es Zwischenrufe gab.

Und weiß man, von wem? Nee, die Person war zu schnell weg.

Aha.

Na, Freunde der Hansestadt.

Was für ein Ausblick.

Wahnsinn.

Hier, das Handy der Toten. Ja.

Und? Sie hat vor ihrem Vortrag drei Anrufe bekommen.

Alle von derselben Nummer. Ist aber nicht rangegangen.

Ja, warte kurz. Luiz checkt das gerade.

Ins kalte Wasser springen ist doch super.

Ihr habt mich auch nicht verschont an meinem ersten Tag.

Ja, bis heute nicht, wenn ichs mir genau überlege.

Danke. Pass auf.

Äh, die Nummer gehört einem Dr. Leif Schatteburg.

Er hat eine Privatklinik in den Elbvororten.

Ja, machen wir. Danke.

Ciao. Und? Habe ich den Test bestanden?

Du sollst alles rausfinden über die tote Maja Kuchenbecker.

Beruflicher Background, privates Umfeld... Ich?

Hat er nicht wir beide gesagt? Nee.

Nee?

Noch was?

Warum hast denn du dich damals nicht mehr gemeldet?

Sorry. Ging einfach nicht.

Alles gut mit deiner Ma?

Mhm.

Und verheiratet?

Nö.

Kinder?

Nee, auch nicht.

Stimmt es, dass du als verdeckter Ermittler gearbeitet hast?

Ich kann darüber nicht sprechen. Bist du aufgeflogen?

Oder hast du eine Straftat begangen? Oder beides?

Ey, können wir das Thema wechseln?

Ja, gut. Ich kriegs eh raus.

(Stimme echot) Hallo?

Wer spricht denn da?

Hallo?

Herr Dr. Schatteburg?

Ja, bitte?

Schütz von der Polizei Hamburg, meine Kollegin Frau Testorp.

Wissen Sie, was hier passiert ist? Ja. Das ist schrecklich.

Ich... Ich habe das gerade gesehen. Was machen Sie denn hier?

Ich drehe jeden Morgen meine kleine Runde.

Ich wohne da drüben.

In was für einem Verhältnis standen Sie zu Frau Kuchenbecker?

Sie haben Sie gestern dreimal angerufen. Ja.

Sie war eine Patientin von mir.

Okay. Gehts ein bisschen genauer?

Gabs da irgendwelche Probleme? Nein.

Nein, nein. Ich habe sie nur medizinisch begleitet.

Die für Astronauten üblichen Routine-Checks.

Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Ärztliche Schweigepflicht. Das kennen Sie sicherlich.

Ja, das kennen wir.

Gut. Das war es schon.

Wir melden uns bei Ihnen.

Ihre Daten haben wir ja. Tschüs.

Ich würde trotzdem gerne wissen,

warum dieser Dr. Schatteburg sie abends dreimal angerufen hat.

Es war auf jeden Fall mehr

als dieses typische Arzt-Patienten-Verhältnis.

Laut Anruferliste hatten die beiden regelmäßig Kontakt.

Aber nicht so viel, dass es nach einer Beziehung aussieht.

Habe ich euch erzählt, dass ich damals die letzte Mondlandung

der Apollo 17 live im Fernsehen gesehen hab? Das war 1972.

Da warst du erst drei Jahre, Oskar. Ja.

Ich war ein aufgewecktes Kerlchen.

Sagt mal, Mädels...

Ist das dieses Mandel-Soja-Hafer-Gedöns?

Kann man das trinken?

Ich könnte dir abgepumpte Muttermilch anbieten.

Für aufgeweckte Kerlchen. Ich trink schwarz.

Hier, das vorläufige Obduktionsergebnis.

Unfall und Suizid können vermutlich ausgeschlossen werden.

Neben den Verletzungen vom Sturz

sind Hämatome an der Brust festgestellt worden.

Sie könnte von vorne heruntergestoßen worden sein.

Möglich.

Was wissen wir über das Opfer? Angehörige?

Sie hat einen Sohn, Noah.

Der ist sieben Jahre alt und wohnt beim Ex-Mann, Frieder Kuchenbecker.

Ich hab ihm auf die Mailbox gesprochen.

Super. Auch noch ein Kind. Was haben wir noch?

Maja Kuchenbecker hat sich in einer Männerdomäne behauptet

und sich als Astronautin um einen Flug zur ISS beworben.

Das muss man erst mal bringen.

Sie hatte schon als Studentin im Planetarium gejobbt.

Da war doch neulich was.

Da hat eine Gruppe von Umweltaktivist*innen

vor dem Gebäude protestiert.

Wartet.

Die Bewegung nennt sich...

Ah, "Die Erdenkrieger", genau.

Die sind in der Vergangenheit öfter durch Aktionen aufgefallen.

Wissen wir, wer die Leute sind? Krieg ich raus.

Ich hab auch was rausgefunden:

Im Institut für Molekularbiologie wurde eingebrochen.

Und wo? Am Arbeitsplatz von Maja Kuchenbecker.

Es wurde aber scheinbar nichts geklaut. * Telefonklingeln *

Berger, Kripo Hamburg?

Ah, Herr Kuchenbecker.

Sie sind wo?

Okay. Bitte gehen Sie nicht rein, ich schicke Kollegen.

Danke, tschüs.

Das war der Ex-Mann.

Der hat die Mailbox abgehört und steht vorm Haus.

Da wollten wir noch mal hin.

Schickst du die Spusi vorbei? Ja.

Papa?

Hm?

Herr Kuchenbecker? Ja. Was ist mit Maja?

Mein Name ist Schütz von der Polizei Hamburg.

Meine Kollegin, Frau Testorp.

Ich würde mich gerne mit Ihnen unterhalten.

Ja, klar.

Und du bist Noah?

Ich bin Lena.

Was hast du denn da?

Einen Astronaut. Einen Astronaut?

Wollen wir zwei eine Runde im Garten spielen?

Bis gleich.

Ja?

Haben Sie einen Schlüssel fürs Haus?

Ähm, ja. Natürlich.

Sie haben gemeinsames Sorgerecht?

Nein, das mache ich alleine.

Das ist auch ungewöhnlich.

Na ja, bei einer Astronautin ist so ziemlich alles ungewöhnlich.

Ich kümmere mich um Noah,

damit sie sich auf ihren Traum konzentrieren kann.

Das ist okay.

Ich verbringe gerne Zeit mit meinem Sohn.

Und ihr Traum war der Flug zur ISS?

Ja. Maja ist eine der ersten Frauen in Deutschland,

die zu diesem engen Bewerberfeld gehört.

Wissen Sie, was das für Anforderungen sind?

Bundeskanzlerin zu werden, das ist einfacher.

Sie sind ganz schön stolz auf Ihre Ex-Frau. Ja, natürlich.

Auch, wenn wir es als Paar nicht geschafft haben.

Sagen Sie, wie lange wohnt Ihre Frau eigentlich schon in diesem Haus?

Seit einem Jahr. Sie ist immer noch am Auspacken. Mhm.

Und was machen Sie beruflich?

Ich?

Ich bin Physiker.

Aber nicht mehr in der Forschung.

Ja, je erfolgreicher und ehrgeiziger meine Ex-Frau wurde,

desto mehr musste ich zurückstecken.

* Handyklingeln * Es wäre toll, wenn Sie sich bei uns melden würden,

wenn Ihnen noch was einfällt.

Ach ja, und leider kann ich Ihnen die Frage nicht ersparen:

Wo waren Sie gestern gegen 22 Uhr? Zu Hause.

Noah hatte leichtes Fieber.

Mhm. Da muss ich leider ran. Franzi?

Was?

Sag ihm, er soll auf mich warten. Das gibts doch nicht.

* Autotür wird geschlossen *

Moin. Moin!

Regel Nummer fünf:

Keine Alleingänge, wir sind ein Team. Sorry.

Was sind denn die Regeln eins bis vier?

Die muss ich mir noch überlegen.

Sag mal, wo sind wir denn hier?

Das ist das Institut für Molekularbiologie.

Die untersuchen alle Arten von Lebewesen auf kleiner Ebene.

Das ist ja interessant. Danke.

* Musik *

Moin.

Sie sind von der Polizei wegen Maja?

Ich habe es gerade erfahren.

Mein Name ist Schütz, das ist mein Kollege Vi... Vieira dos Santos.

Sie sind eine Kollegin von Maja Kuchenbecker?

Maja und ich sind in derselben Forschungsgruppe.

Vor kurzer Zeit wurde hier versucht einzubrechen.

Können Sie mir sagen, was man hier suchen kann?

Computer, Bildschirme, Technik eben.

Was hat das mit Maja zu tun?

Hatte Maja Kuchenbecker Probleme als Astronautin?

War sie Anfeindungen ausgesetzt? Sie war beliebt.

Aber natürlich gibt es Leute, die meinen,

wir sind verantwortlich für die Zerstörung des Planeten.

Sie sind auch auf dem Foto der Ausbildungscrew?

Wir wurden zusammen ausgebildet, ja.

Sie bewerben sich auch für einen Flug zur ISS?

Maja und ich sind Expertinnen auf demselben Gebiet,

der Molekularbiologie.

Also sind Sie Konkurrentinnen?

Wenn Sie so wollen.

War es das?

Vorerst.

* Musik *

Irgendwas sagt mir, dass sie die Konkurrenz

mit Maja Kuchenbecker gern verschwiegen hätte.

Da magst du recht haben, Luiz Vieira dos Santos.

An der Aussprache müssen wir noch arbeiten.

Hm? Ich fand das total top.

Ja, klang wie ein Spanier, der eine heiße Kartoffel verschluckt hat.

Moin.

Moin! Hey. Ihr hattet recht.

Die beiden waren die verbliebenen Bewerberinnen aus Deutschland.

Aha. Aber nur eine hätte fliegen dürfen.

Seit Maja Kuchenbecker tot ist, ist der Weg für Judith Korten frei.

Die hat sich heute Morgen für eine Trainingseinheit

im Astronauten-Zentrum angemeldet.

Dabei wollte sie gerade vom Tod ihrer Kollegin erfahren haben.

Die hats aber eilig. Komm. Da ist noch was.

Wir haben mit den anderen Astronaut*innen gesprochen.

Korten soll Kuchenbecker hinter ihrem Rücken schlechtgemacht haben.

Das wird immer interessanter.

Und es gibt eine anonyme Anzeige gegen Maja Kuchenbecker

bei der Raumfahrtbehörde. Von Korten? Möglich.

Ihre Augen waren in sehr schlechtem Zustand.

Das wäre ihr sicheres Aus gewesen.

Lena, du rufst Dr. Schatteburg an, der soll herkommen.

Den habe ich schon herbestellt. Ich gehe gucken, ob er da ist.

Ähm, Franzi? Mhm?

Rufst du bei der Raumfahrtbehörde an?

Die sollen die Anzeige rüberschicken. Habe ich schon.

Müsste jeden Moment da sein.

Läuft. Läuft.

Ich glaube, ich bin ein ganz guter Chef.

Ja.

Herr Schatteburg. Dr. Schatteburg. Herr Schütz?

Hauptkommissar Schütz, bitte. Worum gehts denn?

Ich warte im Wagen, ja? Alles klar.

Haben Sie eine Abteilung für Augenheilkunde? Natürlich.

Sie genießt ein außerordentliches Renommee.

Deswegen war Maja Kuchenbecker bei Ihnen in Behandlung.

Das haben Sie offensichtlich schon herausgefunden, nicht wahr?

Ja, gehts ein bisschen ausführlicher?

Sie kam zu uns wegen einer drohenden Netzhautablösung

auf dem linken Auge.

Wir konnten das aber in den Griff bekommen.

Zuletzt lag ihre Sehkraft wieder bei fast 100%.

Und warum haben Sie sie so spät abends noch angerufen?

Ich war in der Klinik.

Es ging um einen letzten Behandlungstermin.

Mein Terminkalender, müssen Sie wissen, der ist...

...proppenvoll.

Kenne ich. Meiner auch.

Ja, vielen Dank. Das wars. Das war alles?

Ja.

Guten Tag.

Guten Tag.

Der verhält sich komisch, ne?

Wenn Judith Korten für die Anzeige verantwortlich ist,

ist ihr jedes Mittel recht gewesen, ihre Kontrahentin auszuschalten.

* Musik *

Moin.

Mein Name ist Schütz von der Polizei Hamburg.

Wir würden gerne mit Frau Korten sprechen.

Frau Korten, Sie haben Ihr Ziel fast erreicht.

Sie sind nicht gekommen, um mir zu gratulieren.

Das wäre blöd, solange die Ermittlungen laufen.

Sie wussten von Kuchenbeckers drohender Netzhautablösung?

Sie haben mit ihr am Mikroskop gearbeitet.

Da fällt so was auf. Sie war bei ihrer Arbeit beeinträchtigt.

Mir tat das sehr leid. Ja, sicher.

Sie waren für die Anzeige bei der Raumfahrtbehörde verantwortlich!

Dafür haben Sie Beweise?

Machen wir es kurz und schmerzlos:

Wo waren Sie gestern Abend? Zu Hause.

Kann jemand das bezeugen?

Also kein Alibi?

Sie könnten ungesehen zum Planetarium gefahren

und auf die Aussichtsplattform zu Ihrer Konkurrentin gestiegen sein,

um sie aus dem Weg zu schaffen.

Ich bin zu Hause auf dem Sofa eingeschlafen.

Mein Leben ist gerade ziemlich anstrengend.

* Handyklingeln *

Franzi?

Die Raumfahrtbehörde hat die Daten der anonymen Anzeige

gegen Maja Kuchenbecker geschickt.

Hat eine Weile gedauert, die zurückzuverfolgen, aber...

Judith Korten? Genau.

Okay, gut. Ciao.

Lena, guck mal, hier.

Da.

Die stand von allen Seiten unter Beschuss. Mhm.

Mensch, Frau Korten, jetzt wirds richtig eng für Sie.

Wir konnten die Anzeige bis zu Ihrem Account nachverfolgen.

Maja hätte die Augenprobleme selbst melden müssen.

Dazu ist sie verpflichtet.

Nur leider hat die Anzeige ihr Ziel verfehlt.

Majas Augen waren laut Aussage ihres Arztes wieder einwandfrei.

Sie musste ihre Bewerbung nicht zurückziehen.

Also mussten Sie Ihre Kontrahentin irgendwie anders beseitigen.

Ich habe Maja nicht ermordet. Ich war zu Hause.

Wir gehen jeder Spur nach, Frau Korten.

Sollte da was sein, werden wir es finden.

Bis zum Ende dieses Falles halten Sie sich zu unserer Verfügung, klar?

Ich reise morgen nach Köln.

Dort befindet sich das Tauchbecken, in dem wir den E.V.A trainieren.

Extra Vehicular Activity, auch genannt Space Walk.

Dann deutlicher:

Verlassen Sie die Stadt, gibts einen Haftbefehl. Verstanden?

* Musik *

Scheiße.

* Musik *

Es gab echt viele Hasskommentare gegen Maja Kuchenbecker.

Die meisten von den Umwelt- aktivist*innen "Die Erdenkrieger".

Wissen wir mittlerweile, wer die sind?

Das ist superschwer, da was rauszufinden.

Die Gruppe hat mehrere Ableger.

Maja Kuchenbecker hat die Hasskommentare gelöscht.

Hat gedauert, aber ich konnte sie wiederherstellen.

Toll, Franzi!

"Wir schießen dich auf den Mond. Ohne Rückflug".

"Majas Sturzflug".

"Hoffentlich verglühst du, Sau."

Aha.

Als Medienliebling ist Maja Kuchenbecker

die perfekte Zielscheibe für die Aktivist*innen.

Wenn es dieselben sind, die protestiert haben...

...sind sie vielleicht für den Einbruchsversuch verantwortlich.

Der letzte Kommentar ist eine Woche alt.

Kuchenbecker hat geantwortet, dass sie die Polizei einschalten wird.

Dann kam nichts mehr.

Vielleicht ist es nicht wichtig, aber... (Polizist) Oskar? Ja?

Herr Kuchenbecker.

Hallo. Mir ist noch was eingefallen. Gucken Sie mal.

Das haben irgendwelche Vollidioten auf Majas Fenster geschrieben.

"Klima-Killerin". Ja.

Hat sie das bei der Polizei zur Anzeige gebracht? Nee.

Das hat sie abgewischt. Damit wars für sie erledigt.

Könnten Sie das meiner Kollegin mal zumailen?

Ja, klar, mach ich. Gleiche E-Mail-Adresse? Mhm.

Okay. Ja, vielen Dank.

Hat uns sehr geholfen. Okay.

Herr Kuchenbecker, haben Sie mit Ihrem Sohn schon geredet?

Ich habs noch nicht über mich gebracht. Machen Sie das.

* Musik *

Der Einbruch im Institut, die ganzen Hasskommentare,

die Proteste vorm Planetarium, der Vandalismus am Haus.

Das sind doch alles keine Zufälle. Die haben es auf sie abgesehen.

* Musik *

Ich habe keine Minute geschlafen. Frag mich mal.

Ich hab die gesamte Nacht Weltraum-Filme geguckt.

Apollo 13 und... Genau das habe ich gemeint.

Guten Morgen.

Moin. Hast du hier geschlafen?

Ah, hallo? Es ist acht Uhr schon.

(Franzi) Moin alle. Noch jemand.

Die Spurensicherung hat was entdeckt auf der Aussichtsplattform.

Darf ich?

* Musik *

Das Transparent sollte also hier hängen, ja?

Die Kollegen haben es in der unteren Etage gefunden.

Das Reinigungspersonal hat ausgesagt,

dass es vorgestern noch nicht da war.

Nehmt ihr das mit zur KTU? Ja.

Das waren "Die Erdenkrieger".

Sie wollten das Transparent gestern ausrollen.

Aber irgendwas ist ihnen dazwischengefunkt.

Oder irgendjemand. Ja.

Oder irgendjemand.

Luiz? Hm?

Hinter mir rechts im Gebüsch.

Die beobachtet uns.

Ja. Mhm.

* Musik *

Fuck. Fuck, fuck, fuck, fuck!

* Musik *

Stehen bleiben!

(schreit auf) Sag mal, spinnst du? Sorry.

Fuck, Mann!

Blöde Kuh, ey. Lass mich los.

Mann, Drecks-Cops. Was wollt ihr von mir?

Plaudern. Gestern hatten Sie keine Zeit für uns.

Ich kann Sie anzeigen wegen Polizeigewalt.

Das Einsetzen von Pfefferspray gegen Menschen ist nach Paragraf 224 StGB

eine Straftat, gefährliche Körperverletzung.

Lucy Randel, 28 Jahre alt, Studentin der Umweltwissenschaften.

Ui! 14. Semester Bachelor. Geht das überhaupt?

Überwachungsstaat.

Frau Randel.

Sie waren gestern am Tatort und heute auch. Warum?

Weil Sie glauben, dass wir was gefunden haben?

Ich gehe gern spazieren. Ist so schön grün im Stadtpark.

Wir haben nämlich was gefunden.

Schon mal gesehen?

Nee.

Finde ich aber gut.

Wir haben deine Fingerabdrücke genommen.

Wenn wir die auf dem Transparent finden oder am Arbeitsplatz

von Kuchenbecker, wo eingebrochen wurde...

War das eine weitere Aktion von euch?

Wie nennt ihr euch?

"Erdenkrieger"?

Wir haben Hasskommentare von euch gegen Maja Kuchenbecker gefunden.

Oder soll ich besser sagen, Morddrohungen?

Und übrigens fühlten sich die Kollegen gestern am Institut

ebenfalls von dir beobachtet.

Dort gehst du vermutlich auch gern spazieren, ne?

Ich sag Ihnen, wie es gelaufen ist:

Sie wollten das Transparent ausrollen.

Kuchenbecker hat Sie überrascht. Es kam zum Streit.

Und der endete tödlich.

Oskar? Ja? Kommst du mal kurz, bitte?

Wir haben die Zeugin ausfindig machen können,

die im Vortrag neben der Störerin saß. Ja, und?

Sie erinnert sich an die Hände. Sie hat da ein Tattoo.

Danke.

Schicke Handschuhe. Selbst gestrickt?

Ausziehen.

Beide.

Ja, geht doch.

Sie waren vorgestern Abend im Planetarium

und haben den Vortrag mit lauten Zwischenrufen gestört.

Sie haben uns angelogen, Frau Randel.

Sie waren zur Tatzeit vor Ort.

Mann, ich war da. Ja, ich habe den Vortrag gestört.

Ich wollte das Transparent ausrollen, aber es war zu viel los.

Das erzählen Sie dem Haftrichter.

Die entladen mit jedem Start

Tausende Tonnen Ruß in die Atmosphäre.

Das heizt die Krise an. Hinsetzen!

Die ISS dient auch der Forschung.

Und Sie sind von der Weltraum-Lobby, oder was?

Blödes Schwarz-Weiß-Denken. Mann, ich sag die Wahrheit.

Ich habe die Aktion vertagt.

Ich bin mit dem Bus nach Hause gefahren.

Prüfen Sie es nach. Ich musste mit einem Schein bezahlen.

Ich hatte kein Kleingeld.

Das werden wir überprüfen. Mach doch.

Was ist mit der anderen Tante da?

Die war auch beim Vortrag. Was für eine andere Tante?

Diese andere Astronautin.

Meinen Sie die hier?

Ja.

* Musik *

Sie haben uns angelogen.

Sie waren zur Tatzeit nicht zu Hause auf dem Sofa.

Sie sind am Planetarium gesehen worden.

Ja, meine Güte, dann war ich halt da.

Ich wollte mir Majas Vorträge mal anhören. Und?

Ihre letzte Konkurrentin oben auf der Aussichtsplattform.

Ganz allein.

Das war Ihre Gelegenheit. Das habe ich nicht nötig.

Soll ich Ihnen sagen,

was entscheidend ist auf dem Weg nach oben?

Skrupellosigkeit? Geld.

Ach ja, Geld. Geld macht den Unterschied. Ja.

Aber ich bin finanziell gut aufgestellt.

Im Gegensatz zu Maja.

Das ist ein enormer Vorsprung, glauben Sie mir.

Bis hierher zu kommen, verschlingt ein Vermögen.

Das wissen wir. Reisen, Coaching, Sprachlehrer für Russisch.

Sie glauben, dass die Vorträge viel Kohle bringen, oder?

Eben nicht, das war das Komische.

Maja hatte seit Kurzem keine finanziellen Probleme mehr.

Guten Tag.

Ah. Franzi?

Hast du mir die Finanzunterlagen von Kuchenbecker besorgt? Nee.

Warum nicht?

Du hättest den Antrag stellen müssen bei der Staatsanwaltschaft.

Seit wann stelle ich Anträge bei der Staatsan...

Merkst du selber, ne? (lacht)

Ach, ich bin ja jetzt Chef.

Wo willst du denn hin?

Ich wollte ins Haus von Frau Kuchenbecker.

Vielleicht finden wir nützlichen Unterlagen.

Das ist eine super Idee. Ich komme mit.

Tschüssi Luiz. Ciao.

* Musik: Zauberflöte "Arie der Königin der Nacht" *

♪ Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen.

Tod und Verzweiflung flammet um mich her. ♪

Hörst du das? Ja.

Das ist Erna Moser, die "Königin der Nacht".

Die singt Mozarts Don Giovanni. Wow.

Ich wusste nicht, dass du dich für klassische Musik interessierst.

Du schaffst es immer wieder, mich zu überraschen.

Aber das ist Edda Moser aus der Zauberflöte.

Und die interessante Frage ist, wer das unerlaubt aufgelegt hat.

Weil, das kommt aus dem Haus, ne?

* Musik wird lauter *

* Musik verstummt *

Oskar?

Komm mal her.

Ich habe noch nie so ein aufgeräumtes Kinderzimmer gesehen.

Sieht nicht aus, als würde es viel genutzt werden.

* Tür fällt ins Schloss *

Hey!

Entschuldigung.

Ich hätte Ihnen Bescheid sagen müssen.

Aber Noah hat bei seinem letzten Besuch Rüssel vergessen.

Und warum die laute Musik?

Ach, das ist so ein Ding von Maja.

Wegen der Raumsonde Voyager 2.

1977 ist die ins All gestartet,

und Edda Mosers Interpretation war mit an Bord.

Ja, eingepresst auf so eine goldene Laser-Disc. Ja.

Ah, interessant.

Gehts Noah besser?

Ja, dem gehts besser.

Danke.

Was können Sie uns

über die finanzielle Situation Ihrer Ex-Frau sagen?

Wir hatten Streit um den Unterhalt.

Weil jeder Cent für ihren Traum gebraucht wurde.

Aber in letzter Zeit floss das Geld.

Woher kam der plötzliche Geldsegen? Ist was nicht in Ordnung damit?

Ja, Sie hat irgendwas gesagt von einem Sponsor, ja.

Gut, ja, dann vielen Dank.

Wir müssen uns hier noch umsehen.

Das war was mit medizinischen Daten oder so. Ja, danke.

Hilft Ihnen das weiter?

Sie können gehen. Okay.

Herr Kuchenbecker, ist das Rüssel?

Ach ja, Rüssel. Den hätte ich fast vergessen.

Danke.

Dann wollen wir mal. Jo.

* Musik *

Bingo.

Ein Sponsorenvertrag mit medizinischem Interesse.

Ach, was. Privatklinik Schatteburg.

Ich habe Maja Kuchenbecker gesponsert. Ja und?

Wie die menschlichen Zellen im All reagieren,

kann uns wichtige Hinweise für künftige Therapien geben.

Das war ihr Forschungsgebiet.

Eine halbe Million für eine Astronautin,

deren Netzhaut sich ablöst?

Zu diesem Zeitpunkt soll sie nicht mehr die Milchstraße erkannt haben.

Ein merkwürdiges Invest.

Wie ich schon sagte, ihre Sehkraft lag zuletzt wieder bei knapp 100%.

Herr Dr. Schatteburg, möchten Sie, dass wir den Mord

an Ihrer ehemaligen Patientin aufklären, ja oder nein?

Mord?

Und ich dachte, sie hätte sich umgebracht.

Wie kommen Sie darauf?

Weil ich...

Ich habe vorgestern das Geld zurückgezogen.

Es war mir zu heikel, weiter mit Maja zu kooperieren.

Es stimmt, Ihre Augen hätten wieder schlechter werden können.

Das Risiko war mir zu groß. Warum haben Sie sie noch mal angerufen?

Ich wollte wissen, ob alles in Ordnung ist.

Sie war so komisch gewesen.

Wie, komisch?

Na ja, sie hat meinen Rückzug sofort akzeptiert.

Das hat mich überrascht. Ja, das wäre ich auch gewesen.

Nein, wirklich. Sie...

Sie hat fast gleichgültig reagiert.

Herr Dr. Schatteburg, erzählen Sie keinen Quatsch.

Mit dem Ende Ihres Sponsorings

hatte Maja Kuchenbecker massive finanzielle Probleme.

Das stimmt.

Sie wirkte auf mich, als sei ihr das plötzlich nicht mehr wichtig.

Sie wollte nicht mehr ins All fliegen?

Ist es das, was Sie uns erzählen wollen?

Es tut mir leid, ich kann es nicht anders beschreiben.

Glaubst du ihm?

Er hat kein Motiv. Er war zur Tatzeit in der Klinik.

Er hatte einfach ein schlechtes Gewissen.

Dann müssen wir alles überdenken.

Was ist, wenn Kuchenbecker tatsächlich nicht fliegen wollte?

Das würde alles ändern.

Alles.

Die hat ihr Leben darauf ausgerichtet, ins All zu fliegen.

Es muss was Gravierendes passiert sein.

Ich hab mit der Raumfahrbehörde gesprochen.

Sie hatte ihre Bewerbung nicht zurückgezogen.

Dann war es spontan?

Doch irgendwas in ihrem Privatleben? Privatleben?

Hatte sie eins? Das ist eine gute Frage.

Wir wissen, Maja Kuchenbecker lebte alleine.

Ihr Sohn lebte bei ihrem Ex-Mann.

Was ist mit diesen Umzugskartons?

Vielleicht war sie nicht am Auspacken.

Vielleicht war sie am Einpacken? Du meinst, sie wollte weg?

Dr. Schatteburg und die Korten haben gesagt,

dass sie in letzter Zeit verändert war.

Warum sollte sie ihren Traum aufgeben wollen?

Was ist mit Noah, mit ihrem Sohn?

In seinem Zimmer waren auch Umzugskartons.

Vielleicht wollte sie nur ausmisten.

Die ersten Kinderschuhe? Auf gar keinen Fall.

Guck mal, hier ist ein Kinder-Reisepass.

Den beantragt man nur, wenn man verreisen will.

Medikamente.

Der Kleine hatte ein Pflaster auf der Hand.

Vielleicht war das von einer Infusion.

Der ist krank.

* Musik *

Franzi, mein Schatz.

Kannst du mir einen großen Gefallen tun?

* Musik *

Dazu darf ich Ihnen leider nichts sagen.

Danke für Ihre Hilfe. Wiederhören. Und, Franzi? Was ist?

Ich habe in der Kita angerufen. Noah ist krank.

Maja Kuchenbecker hat ihn vor einigen Tagen abgemeldet.

Warum nicht sein Vater? Er hats mit keinem Wort gesagt.

Ruf ihn an und sag, er soll hierherkommen.

Wir haben nicht wirklich was gegen ihn in der Hand, oder?

Befragt ihn auf der Aussichtsplattform.

Wenn er das war, hält er die Erinnerung nicht aus.

* Musik *

Was soll denn das?

Wir dachten uns, vielleicht wollen Sie sehen,

wo Ihre Ex-Frau ums Leben gekommen ist.

Das möchte ich nicht.

Herr Kuchenbecker, Sie wussten,

dass Maja nach ihren Vorträgen immer nach hier oben kam.

Wie genau ist das passiert?

Ihre Ex, sie wollte sich um Noah kümmern.

Weil er krank ist.

Und die Umzugskartons?

Warum wollte sie mit Ihrem gemeinsamen Sohn wegziehen?

Sie hatte alles vorbereitet.

Wollte sie Ihnen Noah wegnehmen?

Das Sorgerecht?

Als Mutter hätten ihre Chancen sicherlich gut gestanden.

Ach, kommen Sie. Wir finden es sowieso raus, hm?

Sie hatte einen Spezialisten in Amerika ausgemacht.

Sie wollte mit ihm dahin.

Hatte alles organisiert.

Ohne mich.

Sie hat mich einfach übergangen.

Wie immer.

Erzählen Sie uns, was passiert ist.

Du nimmst mir Noah nicht weg.

Musst du mich so erschrecken?

Warum?

Ich habe gesagt, wir reden morgen darüber.

Maja, warum tust du das?

Ich bringe ihn nur zu einem Spezialisten, der ihm helfen kann.

Du hast dich bei der NASA beworben.

Ihr kommt nicht zurück.

Ihr lasst mich alleine.

Ich war so kurz davor.

Ich sollte die erste Astronautin aus Deutschland sein.

Bei der NASA fange ich von vorne an.

Noah ist mein Leben.

Immer nur "ich, ich, ich".

Es geht doch immer nur um dich.

Um deine Karriere.

Aber diesmal, da kriegst du nicht deinen Willen.

Hast du mich verstanden?

Noah bleibt hier.

Warum fliegst du nicht einfach auf den Mond und verreckst?

Was hast du gesagt?

Ich habe gesagt, du sollst...

(schreit)

Nein.

Maja.

Oh Scheiße.

Oh Scheiße.

Was wird Noah ohne mich machen?

Er wird gut versorgt sein.

* Musik *

Jetzt ist es in den Nachrichten:

Judith Korten ist die 1. Frau aus Deutschland, die zur ISS fliegt.

Glückwunsch. Hm.

Diese Voyager 2, von der Frieder Kuchenbecker erzählt hat...

Mhm.

Die mit der Laser-Disc von Edda Moser. Was ist damit?

Die ist da oben immer noch unterwegs seit 1977. Wie findest du das?

Keine Ahnung. Was ist der Sinn des Ganzen?

Falls die Sonde auf Außerirdische trifft,

die wollen wissen, was wir so gemacht haben.

Durchgeknallt. Ja. Ja, total.

Aber ich finde das auch rührend. Hm...

Gerade, wenn die Menschheit sich von ihrer besten Seite zeigt.

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