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Original subtitles

Oskar Schütz

Lena Testorp

Max Nordmann

Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag des ZDF

(Mann) Guten Abend Herr Langner.

Schlafenszeit.

Herr Langner?

* Klopfen * Herr Langner, brauchen Sie Hilfe?

(atmet schwer)

Ich will sie sehen.

Das geht jetzt leider nicht.

Aber ich höre sie doch.

Sie waren doch schon den ganzen Tag bei ihr, hm?

Na, kommen Sie, ich helfe Ihnen.

Eins, zwei...

Na, alles gut? - Jaja.

Ich will zu meiner Nora.

Herr Langner, das geht jetzt nicht, ja?

Ah!

Jetzt ist aber Schluss. - Herr Langner?

Sie können mich nicht aufhalten.

Jetzt ist Schluss.

* Musik *

Herr Langner?

Nein!

Herr Langner, wo wollen Sie hin? Bleiben Sie stehen!

Halt. Halt, halt, halt!

Langsam, langsam.

Wer sind Sie?

Ramin Khan.

Wir sind uns schon mal auf dem Flur begegnet.

Herr Langner, ist alles gut.

Kommen Sie, wir gehen wieder rein, ja?

Die Besuchszeiten sind vorbei, Herr Khan. - Ich wollte nur helfen.

Danke. Wir haben auch so schon genug zu tun.

Wehe ich erwische Sie wieder bei Frau Ehlers.

Strenger als die Polizei erlaubt.

Aber sie war hier drinnen.

Wirklich.

Gleich werden Sie schlafen.

Keine Angst.

* Musik *

Das ist ja hier wie im 5-Sterne-Hotel.

Megaschick, sogar mit Schlüsselkarten.

Tja. Von unserer üppigen Pension,

danke, können wir uns das später auch leisten.

Ich sehe uns hier schon, uns beide. Ah, Moin. Moin.

Hier rechts.

Na, alles gut? Alles gut. Erzähl mal kurz.

Was machen die Schlösser, irgendwelche Aufbruchsspuren?

Keine Anzeichen, nichts. Okay.

Also, entweder hat sich der Täter hier Zutritt verschafft,

oder Herr Langner hat ihn reingelassen.

Mhm.

Ach, guck mal hier, Kopfkissen. Hatten wir auch lange nicht mehr.

Aber er hat keine Anzeichen von stärkerem Druck

oder Gewalt in seinem Gesicht.

Vielleicht war er irgendwie ausgeknockt.

Dann brauchst du nicht mehr so fest zudrücken.

Dann käme auch eine Person mit weniger Kraft infrage.

(Frau) Lassen Sie mich durch. Hey, hey.

Moment, Moment. Die Augen sind auf.

Seine Augen sind auf! Ich bin Lena Testorp von der Kripo Hamburg.

Das ist mein Kollege Schütz. Und Sie sind? Hanne Langner.

Frau Langner, wir gehen mal vor die Tür.

* Musik *

Ihr Mann ist nicht im Schlaf gestorben, Frau Langner.

Deswegen waren seine Augen auf.

Und scheinbar konnte er sich nicht mehr richtig wehren.

Dabei hatte er so viel Kraft.

Trotz seines Zustands. Was für ein Zustand?

Er war dement.

Am Anfang habe ich versucht, ihn selber zu pflegen.

Aber dann hat er mich immer öfter angegriffen.

Ganz einfach so aus dem Nichts.

Da habe ich dann entschieden, dass es besser ist,

ihn hierher zu bringen.

Mhm.

Und waren Sie gestern noch mal bei ihm?

Wann war denn das? Das weiß ich nicht mehr.

Mittags, nachmittags.

Wir haben noch Kaffee getrunken. Also, ich.

Er darf keinen Kaffee mehr.

Aber er war völlig normal?

Er war...

...traurig.

Aber das war er öfter.

Hm.

Kann es sein, dass er auch die Pflegekräfte angegriffen hat

und deswegen Sedativa bekam?

Ja. Die Pfleger haben mich auf dem Laufenden gehalten

über seine Medikamente.

Da waren auch Beruhigungsmittel dabei, ja. Vielen Dank.

Und mein Beileid.

Ich möchte mich noch verabschieden, ja? Ja, natürlich.

Herr Khan? Hallo.

Hallo.

Also, Frau Langner, die wirkte irgendwie...

Weiß nicht, seltsam gefasst. Mhm.

Hast du irgendwas gefunden?

Ich kann dir nicht sagen, warum der Schrank durchwühlt wurde.

Alles voller Kontoauszüge.

Wahrscheinlich wollte sich irgendjemand

einen finanziellen Überblick verschaffen.

(Langner) Ich glaube...

...es ging eher um das Bargeld.

Was für Bargeld?

Da drinnen müsste ein Umschlag sein mit 1.000 Euro

in Zehner- und Zwanzigerscheinen.

Er hat mich gestern noch gebeten nachzuschauen,

ob er voll ist.

Oder ob ich ihn wieder auffüllen soll.

Und wozu brauchte Ihr Mann so viel Bargeld?

Werner hat früher seinen Bauarbeitern

gerne einen Schein zugesteckt.

Um sie zu motivieren, damit sie schneller fertig werden.

In seinem Kopf war er oft noch auf dem Bau.

Dabei waren es hier die Pflegekräfte,

denen er das Geld zugesteckt hat?

Wissen Sie,

welche Pfleger hauptsächlich für Ihren Mann verantwortlich waren?

Nein.

Ah, doch. Der da.

Entschuldigen Sie?

Mein Name ist Schütz von der Kripo Hamburg.

Haben Sie ein Portemonnaie dabei?

Darf ich das mal sehen?

Ah, was haben wir denn hier?

So viel kleine Scheine, wo haben Sie die denn her?

Störe ich? - Ja.

Lena hat deinen Vater heute in der Seniorenresidenz gesehen. - Was?

Was?

Äh... mit Blumen.

Fast 1.000 Euro, in Zehner- und Zwanzigerscheinen.

Herr Rast, da frage ich mich schon,

wie ein Altenpfleger an so viel Bargeld kommt.

Wissen Sie was? Ich habe da eine Idee.

Sie wussten, dass das Geld bei Langner im Schrank ist,

sind da rein, haben ihn betäubt und haben das Geld mitgenommen.

Weil Sie Angst hatten, aus Ihrer Wohnung zu fliegen.

Herr Rast, Sie hatten ziemliche Mietrückstände.

Dafür habe ich einen Zweitjob im Fitnessstudio angenommen. - Ah.

Und die zahlen Ihnen 1.000 Euro in bar?

Nein. Das Geld ist von Herrn Langner.

Ja.

Er hat es mir geschenkt.

Mal hier und da einen kleinen Schein verstehe ich ja.

Aber 1.000 Euro? Warum sollte Herr Langner das tun?

Deswegen.

Er war gewalttätig?

Und da ist Ihnen der Kragen geplatzt,

und Sie wollten ihn zum Schweigen bringen?

Nein. Nein, so war das nicht. Wie war es dann, Herr Rast?

Eddi, ich weiß nicht, was da los ist.

Er geht nicht ans Telefon.

Lena sagt, sie hat ihn in einer Seniorenresidenz gesehen.

Meinst du, er ist zu viel allein?

Gut, ja.

Schreib mir, wenn du was hörst, okay? Danke.

Baba, bitte, bitte ruf mich zurück, ja? Es ist dringend.

I-N-E. Warten wir auf Lena?

Nein, das müssen wir nicht. Sie ist heute beim... - Arzt?

Ja.

Ich habe mit der Leiterin der Seniorenresidenz gesprochen.

Und es stimmt:

Herr Langner hat wohl abends starke Schlafmittel verabreicht bekommen,

"Benzodiazepine", schläfrig machende Angstlöser.

Weil, er hatte wohl Panikattacken

und hat wohl auch ein paar Krankenpfleger angegriffen.

Das deckt sich auf jeden Fall mit Rasts Aussagen.

Die Rechtsmedizin hat sich gemeldet.

Das Schlafmittel wurde in seinem Blut gefunden.

Allerdings in einer viel zu geringen Menge.

Es war nicht die Todesursache. Es hat ihn aber wehrlos gemacht.

Was war dann die Todesursache? - Er wurde erstickt.

Es fehlen aber die typischen Erstickungsspuren.

Aber sie konnten definitiv feststellen, dass er erstickt wurde?

Ja.

Wieso denken Sie, ich hätte ihm irgendetwas antun wollen?

Weil er Ihnen vielleicht den letzten Nerv gekostet hat.

Ja, alte Männer können sehr eigen sein.

Vor allen Dingen in Kombination mit seiner Demenz.

Ja, es war ein sehr anstrengender Nachmittag.

Und ja, eigentlich haben wir keine Zeit für die Nöte unserer Bewohner.

Und gerade Werner Langner hat sehr viel Aufmerksamkeit gebraucht. Weil?

Er war...

...oft sehr traurig.

Ich glaube, am liebsten wäre er Tag und Nacht

mit Frau Ehlers zusammen gewesen.

Mit Frau Ehlers? Nora Ehlers.

Sie wohnt auch bei uns.

Sie war seine Freundin, glaube ich.

Er hat oft regelrecht gebettelt, sie zu sehen.

Aha.

Werner Langner hatte eine Affäre in der Seniorenresidenz?

Zumindest denkt Rast das, ja.

Ist das nicht ein Klischee,

dass im Alter die Hormone noch mal so richtig verrückt spielen?

Woher soll ich das denn wissen?

Martin Rast ist der Meinung, dass das was Ernstes war.

Ja, aber er war dement.

Vielleicht hatte er keine Affäre, sonders es war nur in seinem Kopf.

Vielleicht war seine Frau trotzdem wütend auf ihren Mann.

So wütend, dass sie ihn umbringt?

Vielleicht hatte diese Frau Ehlers keinen Bock auf seine Avancen

und hat sich gewehrt.

Na gut. Ich fahre da noch mal hin. (lachen)

Boah, ey.

* Klopfen *

(Frau) Ja, bitte?

Frau Ehlers? Mein Name ist Schütz von der Polizei Hamburg.

Ich habe Sie schon erwartet.

Danke.

Wollen Sie uns vielleicht einen Tee einschenken?

Ich komme nicht mehr so gut hoch.

Wo? Ah.

So.

Bitte schön.

Mit etwas Agavensaft, bitte. Agavensaft?

Mhm. Ja.

Danke schön. Bitte.

Sie haben es aber wirklich schön hier. Mhm.

Aber Hand aufs Herz: Was machen Sie denn hier?

Na ja, ich bin jetzt auch kein junges Reh mehr.

V.a. bin ich nicht gern allein.

Aber Sie sehen noch relativ fit aus.

Das Kompliment kann ich nur zurückgeben.

Eifersüchtig?

Auf diese kokette Nora Ehlers? Pff.

Dann wissen Sie, wer sie ist?

Und dann wissen Sie auch... Natürlich.

Er mochte sie.

Und sie ihn wahrscheinlich auch.

Warum haben Sie meinen Kollegen nicht gleich davon erzählt?

Mein Mann war dement.

Und dazu gehört auch, dass sich die Persönlichkeit verändert.

Nicht nur zum Positiven. Das war schon manchmal sehr traurig.

Und sehr peinlich.

Was hat er denn gemacht?

Manchmal war er gar nicht aus ihrem Zimmer rauszukriegen.

Wie ein kleiner Junge,

der sich nicht von seinen Spielkameraden trennen lassen will.

Meiner lässt sich immer schreiend auf den Boden fallen.

Und ich muss ihn dann durch die Wohnung ziehen.

So in etwa.

Echt?

Wie finden Sie die?

Ich weiß nicht mal,

welche Blumen er gerne bei seiner Beerdigung gehabt hätte.

Ist das Ihr Mann da? Ja, das ist mein Mann.

Und...

Wohnt der auch hier? Nein, er ist schon lange tot.

Herzinfarkt. Mitten in einer Besprechung. Aha.

Eine Zeit lang habe ich gedacht, das hat er mit Absicht gemacht.

Er war mehr mit seiner Arbeit verheiratet als mit mir.

Da wollte er wohl auch eher bei ihr sterben.

Und Herr Langner?

Der war auch mit jemand anderem verheiratet,

wenn Sie das meinen.

Ja, aber Sie und Herr Langner... Ja.

Werner und ich waren sehr verbunden.

Und im Gegensatz zu Harald... Das ist der Verstorbene? Ja.

...hat er mir immer zugehört.

Ich hab gehört, dass Herr Langner doll in Sie verliebt war. Hm.

Er hatte ein großes Herz.

"Nora, ich möchte dir alles schenken, was ich habe",

hat er immer gesagt.

Und hat er Ihnen alles geschenkt?

Die Blumen dort. Welche Blumen?

Na, die da.

Ah.

Gestern Morgen haben wir sie zusammen auf dem Deich gepflückt.

Schön haben Sie es hier.

Mhm.

Das Haus ist komplett nach den Entwürfen meines Mannes gebaut.

Groß genug für die ganze Familie.

Sein Architekturbüro hatte er auch hier.

Unsere Tochter ist auch Architektin.

Sie hat vor zwei Jahren, als es losging mit der Krankheit,

das Büro übernommen.

Obwohl er es ihr noch gar nicht überschrieben hatte.

Na ja, wir haben eben alle gehofft, dass er noch mal wiederkommt.

Ah.

Hallo Mama. - Hallo, mein Schatz.

Äh, das ist unsere Tochter, Susann. Kripo Hamburg, Nordmann.

Hallo Frau Langner. Ja, haben Sie den Mörder schon?

Leider noch nicht. Mein Beileid erst mal.

Haben Sie seine Affäre schon befragt?

Nora Ehlers? Ja.

Ja. Warum?

Mein Vater war der großartigste Mensch,

den man sich vorstellen kann.

Er war mein Vorbild in allem.

Und dann kam die Demenz.

Übrig war ein seltsamer alter Mann, der nicht mehr wusste,

wer er ist und wer wir sind.

Wissen Sie, dass er...

Dass er uns nur noch mit Nora angesprochen hat?

Sie war neuerdings sein Ein und Alles und wir gar nichts mehr.

Vielen Dank Frau Langner.

Guten Morgen.

Oh, Mist. (Franzi) Lena? Alles okay?

Bist du gestürzt? Alles gut.

Mir ist nur die Brötchentüte gerissen.

Bist du sicher? Ja, ich bin mir sicher.

Moin. Moin.

Na, was ist denn mit euch los?

Ich habe keine Ahnung, was mit denen los ist.

Aber ich biete dir sehr gerne ein Franzbrötchen an.

Das ist das für dich, genau. Ah, danke.

Bitte schön. Vielen Dank.

Ich habe die ganze Nacht nicht schlafen können.

Ich glaube, dass die Demenz dafür verantwortlich ist, dass er

seine Tochter und Frau mit dem Namen seiner Geliebten angesprochen hat.

Das passt zu den Symptomen,

dass man seine Angehörigen nicht mehr erkennt.

Kommt denn diese Nora Ehlers als Täterin infrage?

Nora Ehlers? Anscheinend war sie sehr glücklich mit ihm.

Er hat ihr sogar angeboten,

all seinen Besitz an sie zu verschenken.

Was hatte er sonst noch so zu verschenken? Ein tolles Haus.

Ein gut gehendes Architekturbüro.

Ja gut, das Haus gehört aber zur Hälfte ja der Witwe.

Das kann er nicht einfach so verschenken.

Aber vererben. (Sarah) Mhm.

Du glaubst, er wollte Nora Ehlers zur Haupterbin machen?

Ich checke das.

Wenn das so wäre, würde es der Tochter nicht gefallen.

Weil sie wollte das komplette Büro übernehmen.

Oh, Martin Rast war am Abend noch mal in Langners Zimmer.

Seine Schlüsselkarte wurde als Letztes verwendet.

Ich bin nach Schichtende direkt zu meinem anderen Job gefahren.

Trotzdem war jemand mit Ihrer Schlüsselkarte am Tag seines Todes

nach 17.30 Uhr in seinem Zimmer.

Wir haben vor ein paar Wochen die Karten entpersonalisiert.

Alle Karten funktionieren im Moment wie ein Generalschlüssel.

Warum?

Manche Bewohner machen sich einen Spaß daraus,

uns die Schlüsselkarten abzuziehen.

Wir müssen immer wieder welche nachbestellen.

Die Personalisierung dauert jedes Mal.

Nur, dass ich das richtig verstehe:

Wenn ich irgendwo eine Schlüsselkarte finde,

kann ich damit jedes Zimmer öffnen?

Was ist denn eigentlich mit Ihrer personifizierten Schlüsselkarte?

Kann überall sein.

Aber ich vermute, dass Frau Ehlers oder Herr Langner sie hat.

Bei Herrn Langner haben wir nichts gefunden.

Dann ist sie wohl bei Frau Ehlers.

Die beiden haben sich immer wieder heimlich besucht.

Ich dachte, Frau Ehlers ist schlecht zu Fuß?

Hat sie Ihnen das gesagt?

Ja. Mhm.

Mussten Sie dann auch irgendetwas für sie tun oder irgendetwas holen?

Ja.

Jaja. Unsere arme Frau Ehlers.

Mir hat sie wochenlang schöne Augen gemacht

und mich um den Finger gewickelt.

Ist das so?

* Klopfen *

Oh hallo. Schön, Sie zu sehen.

Schön, Sie zu sehen. Sie sind ja heute richtig gut zu Fuß.

Ich habe heute meinen guten Tag. Ah.

Und hatten Sie vorgestern auch einen guten Tag und sind

mit der Zimmerkarte von Herrn Rast in Herrn Langners Zimmer gelaufen?

Na, Sie fallen ja mit der Tür ins Haus.

Warum fragen Sie mich nicht gleich nach meinem Alibi?

Haben Sie denn eins? Ich hatte Herrenbesuch.

Von?

Meinem neuen Bekannten.

Ihr neuer Bekannter? Mhm.

Ich dachte, Herr Langner ist Ihr Bekannter?

Haben Sie denn schon seine Tochter befragt?

Nee. Warum?

Sie war vorgestern noch nach der Besuchszeit bei ihm

und war furchtbar ungehalten.

Die haben sich gestritten?

Ja. Es war ziemlich laut.

Und...

...haben Sie irgendetwas verstanden?

Hm.

Wenn das stimmt, was Frau Ehlers sagt,

war seine Tochter als Letzte bei ihm.

Und ganz schön wütend.

Wer ist dieser neue unbekannte Lover?

Was weiß ich. Irgendein Heimbewohner.

Wir sollten uns um die Tochter kümmern. Die habe ich herbestellt.

Ich habe die Bestätigung bekommen: Rast war bei seinem Nebenjob.

Die wollten erst nichts sagen, weil er dort schwarz arbeitet.

Damit ist Martin Rast raus. Und Susann Langner tief drin.

Bis später, Oskar.

Es stimmt. Ich war noch mal bei meinem Vater

mit einer Schlüsselkarte, die ich bei ihm gefunden habe.

Warum waren Sie so spät noch mal bei ihm?

Ich habe das öfters gemacht, weil ich wusste,

dass er abends seine Beruhigungsmittel bekommt.

Da konnte man besser mit ihm reden. Worüber haben Sie geredet?

Viel über die Arbeit.

Das war immer unser Thema.

Auch an dem Abend?

Nee, an dem Abend nicht.

Aber das wäre besser gewesen.

Papa?

Ich bin's, Papa.

Mein Schatz, du bist da.

Du Papa?

Wir haben uns Gedanken gemacht, Mama und ich.

Und wir glauben beide, dass es besser ist,

wenn du woanders hinkommst.

Bist du denn auch da? - Ja, natürlich.

Jeden Tag.

Das ist schön, Nora.

Wir müssen zusammenbleiben.

Ich heiße nicht Nora.

Ich bin Susann. Erinnerst du dich?

Nora?

Ich bin Susann, Papa. - Lassen Sie mich sofort zu ihr.

Nicht schon wieder. - Ich will, ich will.

Lassen Sie mich zu ihr! - Aua. Papa!

Er hat mir klargemacht, dass er ohne seine Nora nirgendwo hingehen würde.

D.h., Sie wollten wegen seiner Affäre zu Nora Ehlers

die Residenz wechseln?

Ja.

Ich bin dann aus dem Zimmer gerannt.

Ich wollte nur noch weg.

Ich wäre beinahe ohne meine Mutter losgefahren.

Ach, Ihre Mutter war auch da?

Ja. Sie hat auf mich gewartet.

Wir haben ihn seit einiger Zeit nur noch getrennt voneinander besucht.

Weil er...

...sonst schneller unruhig wurde.

Mhm.

Und dann sind Sie mit Ihrer Mutter zusammen nach Hause gefahren?

Ja, später.

Warum später?

Meine Mutter war noch mal bei ihm und hat versucht, mit ihm zu reden.

Ich habe auf sie gewartet, dann sind wir gefahren.

Okay. Vielen Dank.

Das genügt mir erst mal.

Ja. Warten Sie mal kurz, Frau Langner?

Es stimmt. Die Mutter hat gesagt, dass sie beide dort waren.

Okay. Wahrscheinlich hatten sie einfach beide Angst ums Erbe.

Und v.a. davor, dass er Frau Ehlers einen Teil davon vermachen würde.

Frag sie mal nach seinem Testament.

Obwohl, wer weiß, ob der überhaupt noch testierfähig war.

Äh, ja... Frau Langner, eine Frage hätte ich noch.

Und zwar, hat Ihr Mann irgendwas von einer Testamentsänderung erwähnt?

Testamentsänderung?

Nein, davon weiß ich nichts.

Mama?

Wie konntet ihr nur?

Apropos Familienangelegenheit:

Weißt du, warum dein Vater in der Seniorenresidenz war?

Nee. Ich konnte ihn noch nicht erreichen.

Vielleicht wollte seine Tochter ihn auch erlösen.

Oder die Ehefrau. Oder beide.

Ihr meint, Mutter und Tochter haben Werner Langner umgebracht,

damit er so nicht weiterleben muss?

Vielleicht hat er sie darum gebeten. Möglich.

Aber vielleicht waren die beiden nur auf sein Geld und Haus aus.

Ich habe mit dem Notar telefoniert.

Langner wollte sein Testament ändern.

Er hat die Tochter einen Tag vor Langners Tod darüber informiert.

Hat er sich dazu geändert, wer Begünstigter ist?

Nein. Er weiß nur, dass es um eine Nora gehen sollte.

Was wäre, wenn Mutter und Tochter noch zu ihm sind,

um ihn zu überzeugen, dass er das rückgängig macht?

Weil er Nora Ehlers zur Haupterbin machen wollte?

Ja, die wollte sich ihr Erbe...

Ach, du Scheiße.

Von wegen, er hat sie angegriffen.

Die Tochter hat ihn angegriffen.

Max, übernimmst du das bitte? Ist klar, Lena, oder?

Daran muss ich mich echt noch gewöhnen.

Und? Hast du deinen Vater erreicht? Alles gut?

Nein.

Er antwortet nicht.

Aber mein Bruder hat gerade geschrieben,

dass er eventuell verliebt sein könnte. Verliebt?

Ach, das würde den Blumenstrauß erklären,

den er in die Seniorenresidenz geschleppt hat. - Stimmt.

Welcher Blumenstrauß?

Äh...

Ähm, ich denke, ich fahre noch mal persönlich in die Seniorenresidenz.

Wenn der oder die Täterin Nora Ehlers für die Haupterbin hält,

dann schwebt sie in Gefahr.

* Musik *

Die Tür ist offen.

Frau Langner?

* Musik *

Tja, wo sind die hin?

Noch warm.

Das ist ja interessant:

Hier kann noch jemand erben.

Noch ein Grund mehr, sauer auf seine eigene Mutter zu sein.

Du musst Franzi anrufen.

Wir müssen unbedingt wissen, wo die zweite Tochter wohnt.

Vielleicht sind die Langners unterwegs zu ihr.

Ah, es ist Max.

Susann Langner hat über ein Genanalyse-Institut festgestellt,

dass sie noch eine Schwester hat.

So was mit DNA einschicken und rausfinden,

aus welchen Ländern die Vorfahren stammen?

Man kann ankreuzen, dass man über Verwandte informiert werden will,

die das auch gemacht haben.

Auf diese Art kann man unbekannte Verwandtschaft finden.

Susann hat vor zwei Tagen erfahren,

dass ihre Eltern sie ihr Leben lang angelogen haben?

Und dass sie eine Schwester hat, von der sie nichts wusste.

Das muss ein totaler Schock für sie gewesen sein.

Ich versuch mal, was bei dieser Herkunftsnummer rauszufinden.

Beeile dich. Ja.

* Musik *

Oh ja, danke.

Ach, das machen Sie nicht?

Wir müssen Folgendes wissen...

Aha.

Nee, 47. Gut.

(Herr Khan) Da, bitte. - 46?

Da. (Sarah) Papa?

Sarah? Was machst du denn hier?

Darf ich mal vorstellen: Nora, meine Tochter Sarah.

Freut mich, Sarah.

Ja, Sarah Khan, Kripo Hamburg.

Also ich bin dienstlich, äh...

Dürfte ich kurz mit meinem Vater reden?

Dienstlich?

Entschuldige, ich komme sofort, ja?

Wir haben uns Sorgen gemacht.

Ich habe doch gesagt, dass ich beschäftigt bin.

Beschäftigt?

Das siehst du doch. * Handyklingeln *

Entschuldigung, warte, sorry. Ja?

Ja, habe ich.

Er ist bei Frau Ehlers.

Ja, er ist da. - Wo waren wir stehengeblieben?

Ach, ist ja spannend.

Mhm. Ja, ich melde mich. Bis dann.

Frau Ehlers? - Ja?

Wussten Sie, dass Herr Langner eine Tochter hatte,

die er vermisste und die zufälligerweise auch Nora hieß?

Nein.

Das wusste ich nicht.

Hm.

Sind Sie das auf dem Bild? - Nein.

Nein. Aber hier.

Max? Pass auf: Wir habens.

Hanne Langner hat tatsächlich noch ein Kind.

Sie hat es 1961 in Trittau zur Welt gebracht.

Da war sie noch nicht verheiratet und hieß noch Isensee.

Das ist ja fast über 50 Jahre her. Die haben sogar noch die Akten?

Vielleicht wirft man die Sachen auf dem Dorf nicht so schnell weg.

Ratet mal, welcher Name da eingetragen ist.

Scheiße. Nora.

Ganz genau. Habt ihr auch die Adresse von der Tochter?

(Franzi) Ja, sie wohnt in Hamburg.

(Susann) Mama, Mama, komm da raus. Was ist denn da los?

Mama? Mama! Ist das Susann Langner?

(Langner) Ich gehe hier nicht weg. Max, komm.

Hey. Jetzt hätten sie die Kamera länger laufen lassen können.

Immer, wenn es spannend wird.

* Musik *

Frau Langner? Hallo?

Mama? Mama, willst du mich auch noch verlassen?

Hör auf damit!

Lass das, komm, mach auf.

Geh weg von der Tür. Geh weg. - Ich gehe nicht weg.

Du kommst jetzt hier raus.

Frau Langner, Polizei. Hände hoch.

Meine Mutter will sich umbringen.

Hände da, wo ich sie sehen kann.

Sie hat Gasflaschen und ein Feuerzeug.

Komm jetzt mit. Nein, ich muss hier rein.

Sonst sprengt sie alles in die Luft.

Mama!

* Musik *

Bitte, lass sie uns zurückholen.

Ich möchte endlich Nora wiederhaben.

Unsere Tochter ist Susann.

Sie ist doch unser Baby.

Werner...

...wir haben uns was geschworen.

Nora!

Nora!

Hörst du sie?

Sie weint.

Nora!

Nora!

(Langner) Bitte sei still.

Nora!

Nora!

Pst.

Pst.

So viele Jahre haben wir nicht darüber geredet.

Und dann fängt er plötzlich an, immer wieder ihren Namen zu sagen.

Dabei war es doch fast vergessen.

Vergessen, dass Sie mit 21 Jahren

ein Kind auf die Welt gebracht haben?

Ich habe das Mädchen nie gesehen.

Er...

...hat sie sich angeschaut nach der Geburt.

Hat ihr sogar einen Namen gegeben.

Und scheinbar immer an sie gedacht.

Gesagt hat er nie was.

Bis...

Ich habe das nicht ertragen können.

Ich wollte...

...dass er still ist.

Frau Langner, Sie sind vorläufig festgenommen.

Ja.

Gut.

Ach, Malte?

Nee, musst du nicht.

Irgendwie tut sie mir leid. Mhm.

Aber Probleme zu verdrängen, bis es kracht,

das ist noch nie gutgegangen, oder?

Guck mal, das ist die Schwester.

Das ist sie, ne? Ja.

Hallo?

Da muss der alte Langner erst sterben,

damit die Familie wieder zusammengeführt wird.

Und dann nennen die Adoptiveltern die Tochter Yvonne und nicht Nora.

Es wäre sonst aber auch zu einfach gewesen, sie zu finden. Das stimmt.

Ich habe so Hunger. Können wir nicht was essen gehen? - Ich weiß.

Ich habe hier bei dem Italiener einen Tisch reserviert.

Ja. - 40er? - Ja.

(flüstern)

(Mann) Frau Khan? - Ach Gott, ich glaube, ich muss los.

Ich lasse euch einen Moment allein, hm?

Baba, soll ich dich noch nach Hause fahren?

Meine liebe Tochter, die Besuchszeit ist noch nicht vorbei.

Sag mal, wo habt ihr euch eigentlich kennengelernt?

Über eine Anzeige. - Aha.

Nora hat jemanden gesucht, der mit ihr Ahnenforschung betreibt.

Dann habe ich sie jeden Tag besucht.

Na ja...

Na ja, gut. Ähm, also...

War schön. - Ja.

Moment, ihr habt nicht vor, hier zusammenzuziehen, oder?

Ja, du kennst mich doch.

Ah. - Ja.

Wir hören uns.

Na? Na?

Was? Ich habe gedacht, ich besorge euch beiden mal Nachschub.

Isst man doch als Schwangere, oder? (Sarah) Na?

Hast du heute ein Bild für uns?

So, Frau Testorp.

Wir haben uns gefragt,

ob Sie freiwillig mit einem Beweisfoto rausrücken, ne?

Ja, kriegen wir mal einen Schnappschuss zu sehen?

Was für einen Schnappschuss? Lass uns nicht zappeln.

Sonst kannst du dir andere Babysitter suchen,

die Windeln wechseln können. So.

Na gut.

Ja, ja, ja, ja, ja.

Oh, vielen Dank.

Oh, ist niedlich.

Ich muss dir trotzdem Hausarrest im Innendienst geben.

War das der Kopf? Das mit dem Dienstgrad kennst du?

Oh, süß! Pass mal auf.

Man erkennt ja gar nichts.

Noch ist schön, aber ich sag's dir, als Ben in dem Alter war...

Das ist ein Mädchen.

* Musik *

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