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*Heulender Wind*
*Entfernte Stimmen*
(Lehrerin): Hört zu, Kinder!
Wir sind jetzt in dem Teil vom Park, wo welche Tiere leben?
Wie ist der Name? Julian. (Julian): Die Grüffel.
(Lehrerin): Du denkst sicher an Büffel. Aber diese heißen?
(Julian): Bisons! (Lehrerin): Europäische Bisons.
Und wodurch unterscheiden sie sich von den amerikanischen Bisons?
(Julian): Sie sind noch so hübsch?
- Das heißt nicht, sich zu unterscheiden.
Unsere sind nur kleiner.
Sie haben kleinere Höcker, weniger Fell auf dem Kopf,
und ihre Mähne ist kürzer.
(Julian): Ja, nicht so hübsch eben.
(Lehrerin): Wisst ihr noch, was sie fressen?
Wir sprachen im Unterricht darüber.
Timeo? (Timeo): Stroh?
(Lehrerin): Ja, Stroh und was noch? Alexis.
(Alexis): Flechten.
*Die Stimmen treten in den Hintergrund*
(Lehrerin): Léna, hast du die kleinen Bisons gezählt?
*Schriller Schrei*
Wartet. Bleibt hier.
Was hast du, Charlotte?
*Titelmusik*
als Rousseau
als Louvetot
als Aurélie als Ulrich
als Barlozzo
POLAR PARK - EISKALTE MORDE
*Lebendige Rockmusik im Radio*
WILLKOMMEN IN MOUTHE 905 EINWOHNER
DORF VON FABIEN FRANCK, SKISPRUNG-OLYMPIAMEISTER
*Statisches Rauschen*
(Off): Fünf Stunden schon war ich unterwegs.
Seitdem stellte ich mir wieder die gleiche Frage:
Was wollte der Mönch mir so Wichtiges sagen?
Aber jetzt, wo ich meinem Ziel näher kam, fragte ich mich:
Was hat mich geritten, in dieses Kaff zurückzukehren?
*Türklingel*
(Auguste): Wegen des Päckchens? Nein.
Nein. Guten Tag, David Rousseau.
Ich möchte Bruder Giacomo besuchen.
Es sollte binnen 48 Stunden hier sein;
nun sind's schon 3 Tage. Aha.
Und Bruder Giacomo, da ...
kommen Sie etwas zu spät, fürchte ich.
(Francois): "Wie die Welle, die auf den Sand gespült wird,
verschwindest du nicht,
du setzt deinen Weg nur woanders fort.
Die Gischt deiner Tage wird ihren Kreislauf
auf dem großen Ozean der Existenz fortsetzen."
Geh in Frieden, Bruder Giacomo.
(Auguste): Ähm, der Herr ist zu Besuch hier für Bruder Giacomo.
(Francois): Möchten Sie ein paar Worte sagen? Äh, nein.
Herr Major? Ich hab Spuren entdeckt!
Was? Ich hab frische Spuren entdeckt.
Nehmen Sie die Abdrücke mit Alginat und Kalium.
Mit kochendem Wasser. Kochend?
Der thermische Schock sorgt fürs Erstarren des Kaliums
und der Abdruck wird präziser.
Ist eine Technik des FBI.
In meinem Wagen vorne stehen Thermosflaschen bereit.
Bin unterwegs.
Hatte vergessen, dass der Winter hier Ende August anfängt.
(Francois): Im Dorf ist es noch kälter.
Wissen Sie, dieses Jahr trugen die Leute
dicke Anoraks beim Feuerwehrball.
Minus fünf Grad, am 14. Juli.
Hatten Sie ein enges Verhältnis zu Bruder Giacomo?
Äh, meine Mutter. Sie hat sich hier mal zurückgezogen.
Claudine Oberty, ihr Mädchenname.
Sagt Ihnen das was? Nein.
Sie entdeckte das Kloster beim Wandern mit meinem Vater.
Er hatte Familie in der Gegend.
Mein Onkel hatte einen Bauernhof; ich kam in den Winterferien.
Irgendwann zerstritten sich mein Vater und der Onkel.
Streitereien unter Brüdern.
Das kennen wir bei uns auch.
Rousseau, jetzt fällt's mir wieder ein.
Sie sind der Schriftsteller,
der sich vom Klosteraufenthalt der Mutter inspirieren ließ.
Ein Kriminalroman. "Trappistinnen und Kokain", lasen sie ihn?
Bruder Giacomo mochte Ihre Krimis überaus gern.
Er meinte oft: "Die müsst ihr gelesen haben".
Insbesondere Ihren ersten.
"Hostien mit Kokain?"
Ihnen fehlt es nicht an Fantasie. Ich hatte mich ...
frei inspirieren lassen von dem, was Mutter erzählte.
Ich weiß nicht, was sie erzählte.
Ich hab noch nie Kokain hier im Kloster gesehen.
Danke. Das wird sie aufwärmen.
Ah ja. Allerdings - das wärmt gut.
Das Geheimnis dieses Rezepts wird gehütet seit den Jahre 1655.
*Räuspern*
Bruder Giacomo erfuhr vom Tod meiner Mutter
und schrieb mir.
Er schrieb, dass sie, als ich klein war, noch mal hier war,
und ihm etwas beichtete. Er wollte es mir sagen, ...
Das kann ich mir nicht vorstellen. Das hieße,
das Geheimnis zu verraten, das sie über ihn, Gott anvertraute.
Schon. Aber vielleicht wäre es ja möglich,
dass er's einem anderen Mönch erzählte ...
Wir sind beileibe nicht gesprächig.
Und gut darin, Geheimnisse zu hüten.
(Off): Meine Mutter war auch gut darin, Geheimnisse zu hüten.
Ich war sicher, dass Pater François mich anlog.
Dann stirbt dieser Mönch, kurz bevor ich ankomme. Merkwürdig.
Ich hatte ein komisches Gefühl.
Eine leise Stimme in meinem Kopf sagte mir,
ich sollte ein paar Tage länger bleiben, hier in Mouthe.
Einfach weiterfahren.
Fahren Sie weiter.
Wir haben die Kühlbox vergessen.
Wegen dem Ohr.
Wir haben minus 10 Grad. Müsste schon gehen.
*Ruhige Gitarrenmusik*
*Leise Stimme aus Video*
*Tinnitus setzt ein*
(Video): I know, I know, alle geben einem immerzu Ratschläge.
Aber was in einer Situation voll passend ist,
mag nur eine Lösung sein. *Tinnitus übertönt*
*Die Glocke läutet*
Guten Tag. David Rousseau, ich hab ein Zimmer reserviert.
Verzeihung? Kann ich die Fünf haben?
*Sie seufzt genervt*
Ich find den Weg.
UNTERIRDISCHER KU KLUX KLAN
*Ruhige Klaviermusik*
(Mutter): Ich lasse sie mit Ihnen allein. Danke.
Hallo, Charlotte.
Hast du aber schön gemalt, darf ich mal sehen?
Ich bin Major Louvetot.
Ich führe hier die Ermittlungen.
Du meintest zur Lehrerin, du hast einen Mann gesehen,
bevor du fandst, was dir Angst machte. (Charlotte): Viel Angst.
Glaubst du, du ...
kannst mir diesen Mann ein bisschen beschreiben?
Ist noch zu früh.
Ich komme, wenn sie mit dem Psychologen sprach.
Falls sie sich erinnert ... (Mutter): Sag ich Bescheid.
Danke.
*Der Wassertopf pfeift*
*Entferntes Stimmengewirr*
(McCree): Ein Anrufer mit verzerrter Stimme sagte,
sagte wir sollten kommen. Die Nachbarn gucken "Geld des Hauses".
Sie merkten nichts.
Bazin kommt wegen des Totenscheins.
Man braucht kein Abi, um sehen, dass der nicht aufwacht.
Ich seh's mir an. Da liegen zwei Spritzen.
Sie werden sehen, das ist wirklich speziell.
(McCree): Das Musikstück steht wohl auf Repeat.
Schätze, es soll für 'ne seltsame Atmosphäre sorgen.
Barlozzo meinte, es wär besser, nichts anzufassen.
Wir ließen es laufen, aber nach einer Weile nervt es.
Danke, ist gut. Ich geh allein rein.
Wir untersuchen weiter die Umgebung.
*Schräge Klassikmusik*
(McCree entfernt): Ich weiß nicht, ob das 'ne gute Idee ist.
Achtung, die Spritzen. (McCree): Stimmt.
Du nimmst die ungeraden, ich die geraden Zahlen.
(McCree): Darf ich die Geraden? Gut.
*Knacken* Scheiße.
*Operngesang*
"Selbstbildnis mit verbundenem Ohr und Pfeife".
David Rousseau, Kriminalschriftsteller.
Sie beschmutzen einen Tatort.
Die Letzte, die mir gesagt hat, ich beschmutzte was,
war Sandra Davon, vom Courrier de l'Ouest.
Sie sprach von der Kriminalliteratur.
Was wollen Sie? Ich sah das Blaulicht
und dachte, das hat was mit dem Ohr zu tun.
Woher wissen Sie davon? Ich sah Sie, als Sie es fanden.
Ich dachte, es gibt 'ne Verbindung zu Vincent Van Gogh.
Wegen eines Plakats für den Absinth der Mönche.
Das muss ich Ihnen berichten!
Verlassen Sie das Haus!
Ich habe die Ankunft von Magnus Horn am Tatort oft beschrieben.
Jetzt erlebe ich es in echt. Magnus Horn?
Ja, das O mit Strich. So heißt mein Inspektor.
Mutter aus Dünkirchen, Vater aus Schweden.
Darf ich?
"Es gibt nichts, was künstlerischer wäre,
als die Menschen zu lieben". Vincent Van Gogh.
Ich will ja kein Spielverderber sein,
aber so eine Nachricht aus ausgeschnittenen Buchstaben -
kein gutes Zeichen. Zum letzten Mal:
Raus hier!
Direkt am Tag bevor er sich das Ohr abschnitt,
besuchte Vincent Van Gogh einen Stierkampf,
zusammen mit Paul Gauguin.
Und was schenkt man siegreichen Matadoren als Trophäe? Ein Ohr.
Der Mörder schenkt Ihnen die Trophäe,
weil er den Kampf anbietet.
Dieser Mörder, der sich bemüht, etwas zu inszenieren,
muss damit eine Botschaft übermitteln.
So ist das bei Serienkillern.
Ein Serienkiller? In Mouthe?
Wenn ich Sie wäre, dann würde ich überprüfen,
ob das Ohr vom Opfer ist.
Ich hab ein abgeschnittenes Ohr mit roten Haaren,
und eine rothaarige Leiche.
"Nichts ist trügerischer als das Offensichtliche".
Wieder von Magnus Horn? Nein.
Sherlock Holmes, er sagt es zu Watson.
(Bellerose): Was haben wir?
Das Mädchen, das es fand, Charlotte,
soll einen Mann gesehen haben.
Sonst nichts?
Sie steht unter Schock, aber ich werde wieder mit ihr sprechen.
Und Ihre erste Beurteilung?
Da ist jemand, der sich bemüht, etwas zu inszenieren,
er hinterlässt uns Postkarten.
Also ich möchte nicht zu viel spekulieren,
aber die Frage ist, ob wir's nicht mit jemandem zu tun haben,
der eine Botschaft schickt.
So ist das nämlich häufig bei Serienkillern.
Sie meinen, das ist ein Serienkiller?
In dem Wort "Serienkiller" steckt das Wort "Serie".
Und wir haben genau einen Toten.
Nicht drei, nicht zwei. Einen.
Falls das gefundene Ohr vom Opfer stammt.
Sagen Sie, Louvetot,
als ich überlegte, Sie zum Oberstleutnant zu befördern,
ist Ihnen das hoffentlich nicht zu Kopf gestiegen.
Nein, Frau Kommandant.
Serienkiller ...
Herr Major?
Die Schuhabdrücke vom Polar Park und vom Haus sind identisch.
Model Magnum von Bacalar, Größe 44.
Und das haben sie unter der Leiche gefunden.
Keine Spur.
Haben Sie 'ne Kopfschmerztablette oder so?
Paracetamol mit Codein, Zolmitripan oder Tylenol.
Acetaminophen mit Koffein.
Ich nehm ... die Amerikanischen.
Guten Tag. Was haben Sie vom Fass?
(Kellner): Das Güll. 'Ne Mikrobrauerei von hier?
"Mikro-was"? Ist das so'n Pariser Ding?
Nein, das ist Bier von den Wikingern.
Thora, die Wirtin kommt aus Island.
Hat einen geheiratet. Dann gab's keinen großen Klimaschock.
Ich nehm dann ein Güll. Kommt gleich.
*Rufton*
(Anita): Gut angekommen im kältesten Dorf Frankreichs?
Ja. Was war da noch mal der Rekord?
'68, minus 36 Grad.
Und, hattest du Zeit sie zu lesen, die letzte Fassung?
Ich hör dich ganz schlecht, ist immer unterbrochen.
Aber, ja, ich hab sie endlich gelesen.
Aber mit der Neuauflage von Agathes Buch bin ich überfordert.
Es ist kompliziert, einen Prix Goncourt zu managen.
Kann ich mir nicht vorstellen. Und, was meinst du?
Mal ganz ehrlich, David ...
Schlag dir die Idee aus dem Kopf,
ein Meisterwerk à la James Elroy schreiben zu wollen.
Solche hyperrealistischen Dokumentationen.
Das erwarten deine Leser nicht.
Ich mein: USA, FBI, Ku-Klux-Klan ... Das bist nicht du.
Ich weiß, ich muss daran noch arbeiten, aber ...
Es ist die 45. Fassung!
Ich denk, es wär besser, mit was Neuem anzufangen.
Hast du kein anderes Thema?
Um den dämlichen Krimi zu schreiben,
den meine Leser erwarten? Nein.
Aber du hast ja recht, ich geb's auf.
Kannst Konfetti daraus machen, für die Goncourt-Party.
Mach daraus, was du willst, ich werd' es nicht veröffentlichen.
Ich leg auf, ich hab zu tun.
David Rousseau? Ja, ja.
Ich sitz da grad und ...
manchmal esse ich hier, weil die Kantine vom Gymnasium
furchtbar ist, und ich trink meinen Kaffee und da ...
*Sie gluckst*
Oh, es tut mir leid, ich benehme mich lächerlich.
Macht nichts.
Ich bin eine große Bewunderin Ihrer Bücher.
Und von Inspektor Magnus Horn natürlich.
Viele Leserinnen lieben ihn.
Das war ich, die Kontakt mit Ihrem Verlag aufnahm,
mit der Bitte, ein Treffen mit meinen Schülern zu organisieren.
Ich bin Aurélie Poulidor. Angenehm.
Lehrerin im Buzz-Aldrin-Gymnasium.
Buzz Aldrin ... doch, das sagt mir was, da konnte ich nicht.
Weder im März, noch im April, noch im September.
Ich musste meinen nächsten Roman zu Ende schreiben.
Sie schreiben seit zehn Jahren dran.
Es muss ein Meisterwerk sein. Ich las den Ausschnitt auf Insta.
Der war ganz anders, ... Das ist er.
Es ist ein Dokumentarroman über den Ku Klux Klan.
Im realistischen Stil.
Realistisch? Tschuldigung, das sind aber nicht Sie.
Es tut mir leid.
Ich wollte nicht ... Macht nichts.
Das sagte meine Verlegerin eben auch.
Kommen Sie meine Schüler besuchen.
Am Donnerstag, um elf Uhr.
Die Schule liegt in der Paul-Émile-Victor,
zwischen dem Bestatter und dem Friedhof.
Es ist so ... Das wär eine tolle Überraschung.
Sie wird es sicher aufmuntern.
UNTERWELT KU-KLUX-KLAN 45. FASSUNG
SO GAR NICHT ICH!
*Rufton*
(Betty): Hallo?
Ist es normal, dass das Zimmer nicht beheizt wird?
Da die Heizung kaputtgegangen ist, ist es normal, ja.
Aber im Schrank liegen ein paar Decken.
*Freiton*
*Spannungsvolle Musik*
(Anita): Hallo? Ich bin's.
Verzeih mir wegen gestern, ich war kaputt vom Fahren.
Ich hab nachgedacht, und du hast recht.
Ich brauche ein neues Thema.
Ich weiß schon den Titel.
Hör zu: "Das abgeschnittene Ohr von Van Gogh."
Malerei, Kunst ... nicht sehr verkäuflich.
Der Roman beginnt, als man ein abgeschnittenes Ohr findet
in einem Polarpark in Mouthe.
Van Goghs Ohr? In einem Polarpark in Mouthe?
Und dazu etwas Autobiographisches:
Ein Mönch stirbt, ...
David, es ist das Beste, wir gehen mal lunchen,
wenn du zurück bist.
Ich muss auflegen,
ich muss mit Agathe die Veröffentlichungen vorbereiten.
Gut.
*Türklingel*
Oh, tut mir leid, ich habe Sie schon wieder enttäuscht.
(Auguste): Darum will ich Premium-Kunde werden.
In Paris liefern die in 2 Stunden. Für 90 Euro im Jahr.
Aber Mann, Pater François ist geizig wie eine Zisterzienserin.
Wenn Sie wollen, geb ich Ihnen meine Anmeldedaten.
Dann bekommen Sie Ihre Lieferungen nach einem Tag.
Milo zwölf, null drei * fünf.
Bitte.
Oh, das ist ja wunderbar. Gerne. Vielen Dank.
Ich weiß, er war ein Absinth-Liebhaber,
aber gibt es noch einen anderen Grund,
warum Van Gogh auf dem Etikett ist?
Nur eine Marketingentscheidung zum 100. Todestag.
Die Umsätze sind um 25 % gestiegen.
Ich persönlich fand das alte Etikett schöner.
Weshalb interessiert Sie das?
Ich schreibe Kriminalromane und führe hier eine Ermittlung.
Die Gendarmen haben ein abgeschnittenes Ohr gefunden.
Ich hab's in der Zeitung gelesen, im Polar Park.
Ich dachte, es könnte einen Zusammenhang geben.
Mit Ihrem Roman oder der Untersuchung? Beidem.
Denn mein Roman beginnt in einem Kloster, wie das hier.
Es stirbt ein Mönch, bevor er ein Geheimnis verraten kann -
einem Schriftsteller.
Wie das zwischen Ihrer Mutter und unserem Bruder Giacomo?
Ich hoffe, Bruder Giacomo erzählte einem anderem Mönch das.
Was Ihre Mutter ihm gesagt hat, das weiß hier fast jeder.
Manchmal ziehen wir uns damit gegenseitig auf.
Sie sagte, dass sie beim 1. Mal, als sie zur Einkehr hier war ...
Sie hat sich einen Joint geteilt mit Bruder Joseph.
Das hab ich schon verwendet, in einem Roman
über Kokainhandel in einem Kloster.
Dann bin ich also 600 km umsonst gefahren.
Nein, nein, umsonst nicht.
Sie hat ihm gesagt, dass sie, als sie das erste Mal hier war,
ein Abenteuer gehabt hat, eine kurze Affäre ...
Mit Bruder Joseph?
Nein, zumindest wäre das sehr erstaunlich.
Nein, ähm, mit wem hat sie nicht erwähnt. Das weiß man nicht.
Nur, ... wir wissen, dass ein Kind geboren wurde,
aus dieser Liaison.
Oh, nein, nein, nein. Nein, das ist Blödsinn.
Nein, nein, mein Vater ist mein Vater.
Meine Mutter hätt's mir gesagt.
Sie beichtet es einem Mönch,
aber ihrem Sohn gegenüber verschweigt sie's?
Darf ich? Ja. Danke.
Ich schreibe Ihnen die Namen der Mönche auf,
die zur Zeit der ersten Einkehr Ihrer Mutter hier waren.
Einer von ihnen ist vielleicht
der Grund, wieso Sie hier sind.
(TV): Und nun zu den Ereignissen in Mouthe.
Die Ermittlungen im Polar Park von Mouthe,
wo ein Ohr gefunden wurde, werden fortgesetzt.
Dank eines anonymen Anrufs fanden die Gendarmen
den Leichnam des Mannes, dem das Ohr wohl gehörte.
(Kellner): Tagesgericht sind Muscheln aus dem Jura mit Pommes.
Aus dem Jura?
Gezüchtet im See von Remoray. Sind fein im Geschmack.
Gut, ohne Pommes.
Wollen wir abnehmen? Wir mögen keine Pommes.
Kommt gleich. Danke.
(Gast 1): Sie reden vom Briefträger.
(TV): Wie ist der Stand?
Ich stehe hier vor dem Kreiskrankenhaus in Mouthe,
wo die Leiche untersucht wird,
von der das Ohr von Charlotte gefunden wurde.
einer Schülerin aus der fünften Klasse, der hiesigen Grundschule.
Leiche und Besitzer des Ohrs soll Martial Tinguely sein,
37 Jahre alt, Briefträger und Sohn
des vorherigen Briefträgers Marcel Tinguely.
Er hatte also, dessen Nachfolge angetreten.
Major Louvetot, Sie sind Leiter dieser Ermittlung.
Können Sie uns mehr über den Fall sagen?
Es wurde ja in einer Art Nachbildung
des berühmten Bildes mit dem abgeschnittenen Ohr gefunden,
von Van Gogh. Negativ. Ermittlungsgeheimnis.
Haben Sie Hinweise zu der Auswahl dieser Inszenierung,
die an die Vorgehensweise von Serienkillern erinnert?
Was ich Ihnen sagen kann, ist:
Es geht weder um eine "Serie" noch um einen "Serienkiller".
Kommandantin Bellerose und ich führen die Ermittlung durch
und wir lassen uns nicht zu Theorien hinreißen.
Ich möchte klarstellen, dass Van Gogh kein Franzose war.
Vincent Van Gogh war Niederländer.
Danke für diese Informationen, Herr Major.
Unsere weiteren Themen:
Wird ein Bewohner der Franche-Comté
bald den Mond betreten?
Siri, kennst du die Adresse von Marcel Tinguely in Mouthe?
(Computerstimme): Hier ist die Adresse,
die ich für Marcel und Ginette Tinguely gefunden habe.
Chemin de la perdrix blanche fünf, 2-5-2-4-0 Mouthe.
Ich hoffe, ich konnte dich zufriedenstellen.
Bitte sehr.
*Türklingel*
Guten Tag, Madame. Inspektor Magnus Horn.
Ich unterstütze Major Louvetot bei den Ermittlungen
zum Tod Ihres Sohnes.
Und ich wollte Ihnen mein Beileid aussprechen.
(Mme Tinguely): Danke.
Ich mach mir grad einen Kaffee.
Die Maschine war ein Geschenk von Martial zum Muttertag.
Möchten Sie auch einen? Aber gern.
Danke.
Ihr Sohn war Briefträger, wie sein Vater? Ja.
Er hat die Nachfolge übernommen.
Sein Vater hat damals gescherzt,
dass sie ein Briefgeheimnis hätten, ein gemeinsames.
Wissen Sie, er war ein lieber Junge.
Wir haben ihn adoptiert, da war er sechs Monate alt.
Das war am 21. August, am Tag des Patronatsfests.
Darum gab es einen Empfang,
samt Feuerwerk und Blaskapelle.
Es war sozusagen sein zweiter Geburtstag.
Wir sagten ihm später, dass wir ihn adoptiert haben.
Aber er wollte nie Nachforschungen anstellen,
um seine Eltern zu finden.
Einmal da hat er mir gesagt:
"Ich brauch keine andere Mama, meine Mama bist doch du."
Das war eine hübsche Art von ihm, Ihnen zu sagen,
dass seine Eltern für ihn die waren, die ihn aufgezogen haben.
Haben Sie ebenfalls Kinder?
Ich hab einen Sohn, Milo, ist 13.
Sie müssen sich vorstellen,
dass Sie jemand anruft und sagt: "Wir haben ihn gefunden."
Einfach so.
Wissen Sie von jemandem, der ihm etwas übel genommen hat?
Mein Sohn ... war die Freundlichkeit in Person.
Ich hoffe, Sie finden das Schwein, das ihn ermordet hat.
(Lyes): Ah, kommst wie gerufen, bin fast fertig.
Was ... was soll das?
Junggesellenabschied von 'nem Assistenzarzt,
aber ich mag den Hauch von Fröhlichkeit.
Gestorben ist er an zwei subkutanen Spritzen Etorphin.
In den Hals und in die linke Schulter.
Könnte es sein, dass der Täter ihn bloß betäuben wollte?
Ist nur ungeschickt mit einer Elefantendosis.
Zwei Spritzen überlebt man nicht:
Atemdepression, Herzstillstand. Er war sofort tot.
Kannst du bestätigen, dass das Ohr, das ihm fehlt,
aus dem Park ist?
Man findet ein Ohr und jemanden, dem ein Ohr fehlt.
Ich will mich nicht vom Offensichtlichen täuschen lassen.
Das erinnert mich an eine Pyjama- Party bei dir als Kinder.
Du machtest eine Szene,
weil ich die Ohren von Herrn und Frau Kartoffelkopf vertauschte.
Wenn du sicher sein willst, machen wir einen DNA-Test.
Auch unser Budget wurde gekürzt.
Danke.
Ich freu mich aufs Wochenende und einen Abend mit dir.
Wir könnten in die "Bar des Flocons" gehen.
Da soll es Konzerte geben.
Oder wir verbringen zu zweit einen Abend zu Hause.
Wo keiner deiner Kollegen auftaucht.
Wir waren auch schon mal aus zusammen.
In Schweizer Bars, über 50 km entfernt, ja, schon oft.
*TV-Stimmen, Türklingel*
(Mme Tinguely): Ich komme.
Guten Abend, Madame. Guten Abend.
Ich gucke gerade meine Lieblingsserie.
Ich bin nicht in der Stimmung, aber es lenkt mich ab.
Mein Beileid wegen Ihres Sohnes. Major Louvetot.
Ich habe schon mit Ihrem Kollegen geredet.
Mit wem?
Mit Detektiv Magnus ...
Magnus Soundso.
Ich wusste gar nicht, dass Inspektor Magnus Horn
parallel ermittelt. Er hilft gern.
Dies ist das letzte Mal, dass ich Sie bitte:
Finger weg von meinen Ermittlungen.
Sind Sie nur gekommen, um mir die Leviten zu lesen?
Meine Vorgesetzte, Kommandantin Bellerose glaubt nicht dran,
aber ich finde, Sie haben nicht ganz unrecht,
mit Ihrer Serienkiller-Theorie.
Ich glaube auch, es könnte wieder passieren.
Und Sie können nur mit mir darüber sprechen.
Ich habe heute erfahren,
dass mein Vater vielleicht nicht mein leiblicher Vater ist.
Mein Vater wäre einer der Mönche
aus dem Kloster zum Weiten Tal.
Das ... tut mir leid für Sie.
Was hat das mit meinen Ermittlungen zu tun?
Ich erkläre, dass ich so wie Sie
von Zweifeln geplagt bin, und auch keinen zum Reden habe.
Ich verstehe Sie. Darum geht's.
Ja.
Das Opfer saß ...
auf dieser Zeitschrift.
Und ich habe das da drin entdeckt.
Darf ich?
Farbnasen. Sehen Sie.
Der die Kreise malte, hat die Zeitschrift nicht so gehalten,
sondern so.
Er hat nicht die Brüste umkreist, er hat eine Acht gemalt.
Warum eine Acht?
Die kann für viel stehen:
für die acht Formen Shivas, die acht Ebenen des Bewusstseins.
Ja, ist ja gut. Ich hab's kapiert.
Und nun?
Ich hab vor einigen Jahren eine Story geschrieben:
"Die achteinhalb Leichen".
Es war ein Auftrag für die Zeitschrift "Polar",
die Sonderausgabe hieß: "Die Erben Agatha Christies".
Am 8. August 1988 werden acht Spieler
von acht Fußballmannschaften,
alle mit der Nummer Acht,
getötet von je acht 8mm-Kugeln,
und diese acht Leichen findet man alle
auf einem Zubringer der Autobahn A8.
Was schließen Sie daraus?
Der Mörder mag kein Fußball? Er ist von der Acht besessen!
Und wovon ist der hier besessen?
Einer, der seinem Opfer das Ohr abschneidet,
es mit Sonnenblumen umgibt und eine Opernarie abspielt,
könnte auch was Simples sein:
Womöglich kündigt er uns damit nur an,
wie viele Morde er plant.
Entschuldigen Sie bitte.
*Das Handy klingelt*
Ja? (McCree): Hier McCree.
Der Gerichtsmediziner hat im Opfer
einen Spindschlüssel gefunden. Wir sind vor Ort. Ich komme.
Sie haben einen Spind-Schlüssel vom Schwimmbad gefunden.
im Körper des Opfers.
Behalten Sie's für sich, klar?
Am Notausgang wurde eingebrochen.
McCree sucht nach der Beleuchtung.
Was, seit 30 Minuten?
Um einen Lichtschalter zu finden, ja?
Er hat mich grad angerufen, er ist da was auf der Spur.
Das hier ist der Spind zu dem Schlüssel.
Nein! Warten Sie, warten Sie!
Was machen Sie denn hier? In "Requiem für einen Surfer",
kommt genau das Gleiche vor.
Da steckt der Schlüssel für 'n Schließfach im Rektum des Opfers.
Nein!
Das Schloss war verbunden mit 'nem Zünder für 5 kg Sprengstoff!
(Bellerose): Ist leer.
Becquelin,
der Mensch hat nichts am Tatort zu suchen.
Sorg dafür, dass er draußen bleibt.
(Becquelin): Ja, Herr Major.
Leg ihm ruhig Handschellen an.
Untersuchst du den Spind bitte mit UV-Licht?
*Entfernte klassische Musik*
Hört ihr das? Was?
Sch, sch, sch, eine Opernarie.
Am ersten Tatort war's genauso.
Aus welcher Oper?
Bring ihn weg.
Ist normal, dass ihr es nicht hört, seht nach!
(Funk): Barlozzo, hier McCree, hörst du mich?
Ja, aber benutze die Decknamen übers Talkie.
Ja, mein Fehler.
Braunbär, hier MacDo.
MacDo, ich höre.
Ich glaube, ich habe hier eine Leiche im Schwimmbecken gefunden.
*Klassische Musik*
(Bellerose): Ein Serienkiller ...
In Mouthe.
*Operngesang*
UNTERTITELUNG: Globe tv GmbH, Saarbrücken, 2023
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