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* Glocken l�uten. *
(Mann) Accipe coronam regni quae licet ab indignis,
episcoporum tamen manibus capiti tuo imponitur.
(Mann) Die Erzherzoginnen bitte.
Erste Position, und Haltung. Musik.
* Langsame, klassische Streichmusik *
(Mann) Haltung.
* Gel�chter *
(Vojtech) Wartet!
Und Drehung.
(Mann) Haltet ein. (Pater) Aufgestanden.
Aufgestanden!
Was hat ein erlauchtes Fr�ulein am Boden zu suchen?
(Marie-Luise) Ich kann nicht tanzen.
Doch, k�nnt Ihr.
* Schwungvolle Musik *
* Gel�chter *
Herzog, wart mal.
Nehmt Ihr mich zur Frau?
Ich? Ihr werdet einmal herrschen. Dann werde ich Euch kr�nen.
M�dchen herrschen nicht. Herrschen wird mein Bruder.
Ihr habt einen Bruder? Noch nicht.
Aber der liebe Gott wird ihn uns schicken.
Sobald der Herrgott will, schickt er ihn uns. Stimmt's, Pater?
(Majest�t) Also dann.
* Husten *
(Arzt) Noch einmal bitte.
* Husten *
Danke, Majest�t.
Das solltet Ihr nicht, Eure Majest�t.
Das ist Medizin. Und ich bin eine musterhafte Patientin.
Selbstverst�ndlich. Nur...
Will der Kaiser nun einen m�nnlichen Erbfolger oder nicht?
* Sie seufzt. *
* Verspielte Musik *
In nomine patris et filii et spiritus sancti.
Zeigt ihm die Bilder.
* Leises St�hnen *
Dr. Bassand, was pressiert so, dass es nicht Zeit bis morgen hat?
Verzeiht. Ihr wolltet alle Neuigkeiten h�ren.
Die Kaiserin ist guter Hoffnung? - Nein.
Ja also, was dann?
In diesem Fall ist jegliche Hoffnung verloren.
Aber der Kaiser wohnt ihr doch bei. - Das schon. Jedoch ihre Leber ist...
Was hat ein Thronfolger mit der Leber zu tun?
Die Medizin, die mein Vorg�nger Ihrer Majest�t verschrieb,...
...heilt gar nichts, ist blo� Alkohol.
So ist es.
Die Leber der K�nigin ist verh�rtet.
Und wenn man ihr Lebensalter von 41 Jahren dazurechnet...
Ohne m�nnlichen Erben kommt Maria Theresia auf den Thron.
Wir alle wissen aber, dass ihr Gemahl regieren wird.
Das k�nnte ein Herzog aus Lothringen sein.
Unser Land braucht einen starken Herrscher.
Wie viele Soldaten gehorchen dem K�nig von Preu�en? 80.000.
Dem Burschen aus Lothringen gehorcht nicht mal sein Hosenstall.
Glaubt Ihr im Ernst,
so einer kann uns gegen die Preu�en und Osmanen besch�tzen?
Wir brauchen einen habsburgischen Erben. Also, was ist Euer Plan?
Die Wissenschaft vermag nicht alles. Ich bin nur ein Arzt.
Leibarzt der Kaiserin.
Was f�r ein Posten.
Es w�re doch zu schade, ihn zu verlieren.
Gewiss. Es hat mich viel gekostet, in diese Stellung zu gelangen.
Dann lasst Euch etwas einfallen.
Mit Verlaub. Ich denke, Ihr solltet Euch in dieser Sache
an Pater Kampm�ller wenden.
Warum?
Weil Ihr ein Wunder fordert.
Sie schl�ft. Schlie�t Euch meinem Gebet an, Professor Spannagel,
damit sie �sterreich einen Sohn schenkt, einen Thronfolger.
Was ist, wenn unsere Gebete nicht erh�rt werden?
Wir sollten Maria Theresia aufs Regieren vorbereiten.
Wollt Ihr Euch dem Willen Gottes widersetzen?
Wie kann sie herrschen als Frau?
Mein lieber Spannagel.
Kaiserliche Hoheit, ich habe Euch einen weiteren Racine mitgebracht.
Die Zerstreuung, nach der Ihr verlangtet.
Lieb von Euch.
(Pater) Professor Spannagel meint,
man sollte die Erziehung Eurer Erstgeborenen vertiefen.
Sei er nicht t�richt.
Wozu soll denn all das viele Wissen gut sein?
Wenn wir alles w�ssten, w�rden wir das Leben nicht ertragen.
Unwissen macht gl�cklich.
(Pater) Eben. Allein der Glaube macht selig.
Marias Aufgabe ist es, den Erblanden Kinder zu schenken.
Der Herr im Himmel steht an ihrer Seite.
Ich freue mich auf den Hof.
Wir werden uns mit den Hofdamen wieder pr�chtig unterhalten.
Wir fahren nach Wien, um die Erzherzogin zu besuchen.
Das Zeremoniell am Habsburger Hof ist ziemlich streng, mein Herr.
Es ist nicht so wie in Prag. Hm.
Schade.
Maria Theresias Liebreiz soll gro� sein.
Woran misst man den Liebreiz einer Erzherzogin?
An der Gr��e des Territoriums? Ja. Oder an der des Heeres.
So kann ich mich ihm nicht zeigen.
Schau.
Das ist bei denen � la mode.
Franz�sischer Stil.
Da sieht man ja fast bis zum... Ja eben, Anna.
Genau so muss ein Dekollet� ausschauen.
Halt mal!
(Frau) Maria? Anna?
Seid Ihr verr�ckt? Was macht Ihr da?
Damit schaue ich aus wie eine Nonne!
Die Tugenden einer jungen Dame sind Keuschheit und Bescheidenheit.
Und ein sittlich einwandfreies Gewand.
* Maria lacht. *
Schau!
Oh, wie sch�n es ist.
* Kusslaute und Lachen *
Was soll das Theater? Zeit f�rs Selbststudium.
Wir sortieren Kleider aus. Almosen f�r die Armen.
Ihr l�gt doch.
Ihr begebt euch beide in die Schlosskapelle.
Wir werden gleich zu Abend essen. - Die M�dchen fasten heute.
Ich habe in Euren Augen Koketterie und Begierde gesehen.
Es gibt Dinge, die die Kirche nicht duldet.
Die Ankunft des Herzogs von Lothringen ist eine Probe
Eurer Treue zur heiligen Kirche und zu Eurem Land.
Vergesst das nicht, Maria.
* Schwungvolle Musik *
Kaiser Karl hat sich ein neues Palais gebaut
in den paar Jahren, in denen ich weg war.
Das geh�rt nicht dem Kaiser. Das ist das Belvedere.
Der Sommersitz des Eugen von Savoyen.
Soll das ein Scherz sein? Mh-mh.
Es ist pr�chtiger als die Hofburg.
Prinz Eugen hat so viel Einfluss, dass selbst der Kaiser ihn f�rchtet.
Ich soll den Mundschenk spielen beim Festmahl des Kaisers?
Eine Ehre. Es bedienen nur die bedeutendsten Adeligen.
Eine uralte Tradition. Ein grandioser Unfug.
Ihr bedient Maria Theresia h�chstpers�nlich.
Ich hoffe, sie hat tanzen gelernt.
Seine Majest�t Karl VI., r�misch-deutscher Kaiser,
Erzherzog von �sterreich.
Souver�n der habsburgischen Erblande.
K�nig von B�hmen, K�nig von Neapel, K�nig von Sizilien.
Er begr��t seine Untertanen an der kaiserlichen Tafel.
Speiset und trinket und lobet den Kaiser!
* Fanfarenmusik *
* Applaus *
Die Erzherzoginnen Maria Theresia und Maria Anna
werden nun ein Singspiel auff�hren.
* Langsame klassische Musik *
* Sie singen auf Italienisch. *
* Applaus *
* Die Kaiserin summt die Melodie, die Anna und Maria Theresia sangen. *
Ihr singt bezaubernd.
Das nicht.
Ich singe zum h�heren Ruhm Gottes.
Also damals in den G�rten der Prager Burg, da...
Da habe ich mich gehen lassen.
Ich bin Gott daf�r nach wie vor dankbar.
Ich habe gehofft, ich k�nnte Euch noch heute in die Arme nehmen.
Daf�r besteht aber kein Grund.
Dann rieche ich an Eurem Haar und ber�hre Euren Nacken.
Lass diese unz�chtigen Reden.
Sehnsucht ist nicht verwerflich, mein Engel.
Sprich mich mit Maria Theresia an.
Maria, die so wundervoll singt f�r den h�heren Ruhm Gottes?
Ja. An die heilige Jungfrau Maria, die tapfer ihre Lasten trug,
denke ich am meisten.
Weil sie der Versuchung der Fleischeslust widerstand?
* Raunen * Verzeiht mir.
(Fl�sternd) Was war das?
* Leises Stimmengewirr *
Die lockeren franz�sischen Sitten scheinen hier nicht zu funktionieren.
Vieles ist hier anders als im modernen Europa.
Hier bestimmt Intrige den Ton.
Ihr solltet jetzt besser gehen.
Wieso?
Weil niemand mehr da ist, den Ihr bedienen k�nnt.
Ich hab so lang auf Euch gewartet!
Die ganze Zeit hab ich nur an Euch gedacht.
Ich dachte, dass Ihr die ganze Zeit nur in Gebete versunken wart.
Ich hab mir jede Nacht Euer Portrait unters Kopfkissen gelegt.
Erinnert Ihr euch? Ihr habt's mir zum 12. Geburtstag geschenkt.
Aber an unseren Tanz im Schlossgarten erinnert Ihr euch?
Mein Aufenthalt im Umkleidezimmer der Damen ist unschicklich.
Hab ich was Falsches gesagt? Nein, das nicht.
Nur sollten wir warten, bis wir uns begegnen d�rfen.
Ich m�cht' Euch heut Abend sehen oder morgen.
Marie? Was ist denn hier los, um Himmels Willen?
Franz hilft mir beim Umkleiden. Kommt!
Wenigstens Ihr solltet Verstand genug haben, Hoheit,
wenn sie ihn Euretwegen verloren hat.
Bitte geht.
Sie haben sich heimlich getroffen, Maria und der Lothringer.
Und deshalb seid Ihr so au�er Atem?
Ich bin besorgt, dass dieser Herzog der n�chste Regent wird.
Nein, das wird er nicht.
Wird er nicht?
Nein.
Habt Ihr etwa schon einen anderen Br�utigam f�r Maria?
Gut.
Jetzt sprecht doch! Wen?
Einen, der uns garantiert, dass es keinen Krieg mit Preu�en geben wird.
Niemals.
Nein.
Ihr wisst, es hei�t, dass Kronprinz Friedrich
im Bett M�nnern den Vorzug geben soll.
Es gibt schlimmere Vergehen.
Er ist Protestant.
Ihr seid ein treuer Diener des Reiches.
Ja, schon.
Nur...
Dann betet, dass der Protestant zustimmt.
Kurier!
Zu H�nden des preu�ischen Botschafters.
Morgen!
Oh.
Was hast du denn gestern angestellt?
Nix. Wieso?
Da wird am Hof was anderes gezwitschert.
Der Franzl war bei ihr.
Wir lieben uns.
* Sie lacht. *
Ach Gott, Kind, wen interessiert die Liebe?
Brautwerbung ist Politik.
Papa, ich werd' ihn heiraten, oder? Ist doch ausgemacht?
Sorg du dich nicht um die Zukunft. Das ist meine Aufgabe.
Es wird schon gut gehen.
* Wiehern *
* Barockmusik *
Ahm... Der Herzog im blauen Gewand, nicht durchlassen.
Was ist? Lasst mich durch!
Seine Majest�t hat nach mir verlangt.
* Wiehern *
Bei der Tochter muss Eure Majest�t ja schlaflose N�chte haben.
Die Heirat wird sie ruhiger machen. - Da stimme ich zu.
Wir werden uns auf die Suche nach einem Br�utigam f�r sie machen.
Ich habe bereits gew�hlt. - Ach ja?
Verhandelt mit dem Lothringer. - Mhm.
Wir haben ihr's seit der Kindheit versprochen.
Bei allem Respekt, Majest�t, aber haltet Ihr Franz Stephan
nicht f�r einen zu schwachen Ehemann?
Das will ich. Der Schwiegersohn soll meinem Sohn nicht konkurrieren,
wenn ich ihm den Thron �bergebe.
Da f�llt mir ein Stein vom Herzen. Ich wusste, das ist nur Tratsch.
Was f�r ein Tratsch, hm?
Ach nichts. Dummes Geschw�tz.
Eure Hoheit sagen ja selbst immer, Ger�chte sollen ignoriert werden.
Zuerst muss ich das Ger�cht kennen, um es ignorieren zu k�nnen.
Also, was f�r ein Tratsch?
Auf den G�ngen des Hofes wird getuschelt,
dass es keinen m�nnlichen Thronfolger mehr geben wird.
Dummes Geschw�tz, wie gesagt. - Wer sagt das?
* R�uspern *
Der Leibarzt der Kaiserin.
Hm?
Bringt mir den Doktor! Sofort!
(Kaiser) Wie kann er es wagen, so etwas zu behaupten? Ist er Gott?!
Will er sich �ber Gott stellen?
Nur Gott allein entscheidet, ob er mir einen Sohn schenken will.
Also warum verbreitet er solche L�gen?
Die Medizin, die mein Vorg�nger der Kaiserin verordnete,
ist hochprozentig.
Ja. Weiter!
Sie hat die Konstitution der Kaiserin bedauerlicherweise sehr geschw�cht.
Dann mach er was.
Geb er ihr eine andere Medizin.
Lass er sie zur Ader. Er ist der Arzt!
Wof�r habe ich ihn?
Ich f�rchte, Majest�t,
auch ein Aderlass wird nicht mehr helfen.
Die Kaiserin, Majest�t, ist zu alt.
Ich bedauere zutiefst, Majest�t.
Hinaus!
Macht Euch keine Sorgen.
Wir finden f�r Maria Theresia einen Gemahl, der herrschen wird,
als w�re er Ihr eigener Sohn.
Ich versprach ihr, dass sie Franz heiratet.
Ich wei�.
Aber wir m�ssen uns der Lage anpassen.
Nein.
Der Lothringer auf dem Thron w�re ein lahmes K�lbchen,
das die Raubtiere anlockt.
Die Preu�en, die Ungarn, die Osmanen w�rden uns alle in St�cke rei�en.
Es w�rde ihr das Herz brechen. - Besser das Herz als das Genick.
Ihr wisst, was das Schicksal
von Herrscherinnen besiegter L�nder ist.
Ich f�rchte, es gibt keinen Raum f�r Kompromisse mehr.
Aber ich verspreche Euch, dass ich, wenn Ihr mir Vertrauen schenkt,
all meine Kr�fte einsetzen werde, Euch einen Schwiegersohn zu finden,
der Eure Tochter besch�tzt und das Reich.
* Die T�r wird ge�ffnet. *
Mein Gemahl, ich habe heut' nicht mit Euch gerechnet.
Soll ich aufs Lager?
Lasst die Bilder hier.
Na los!
Raus!
* Melancholische Musik *
Darf ich Euch um einen Tanz bitten?
Ohne Musik? H�rt Ihr sie nicht?
Da drin.
* Ruhige klassische Musik *
Herzog?
Es ist erforderlich, dass Ihr Euch anderen Verpflichtungen widmet.
Mit Verlaub, was auf der Welt k�nnte wichtiger sein
als ein Tanz mit Ihrer Hoheit?
Die Vorbereitung f�r Eure Abreise. Aber...
Der Herzog kann sein Land nicht zu lange alleine lassen.
Eure kaiserliche Majest�t.
Eure Hoheit.
Papa?
Nicht jetzt. Kein Wort.
* Melancholische Musik *
Marschall von Grumbkow von Preu�en. - Danke. Lasst uns allein.
Durchlaucht.
Freund, er bringt Neuigkeiten. Hoffentlich gute.
Friedrich Wilhelm ist begeistert.
Wird der Plan vollendet, wird er Euch reichlich belohnen.
Und ich gebe offen zu, auch mich.
In meinem Alter braucht man nicht mehr so viel.
Ich bin zufrieden, wenn das Reich in Sicherheit ist.
Ihr stellt die Interessen des Reiches �ber Eure eigenen?
Ich fange an, mich um Euch zu sorgen.
Ach, lassen wir das.
Sagt mir lieber: Wie steht der Prinz zu dieser Ehe?
Er ist entz�ckt, nehme ich mal an.
Er wei� also nichts davon.
Fr�her oder sp�ter wird ihm sein Vater es mitteilen.
Ein Gl�schen Tokaier? - Mhm.
Die �sterreichischen Erblande und Preu�en.
Auf diese Vereinigung trinken wir.
Man stelle sich vor, die Russen, Engl�nder und Franzosen
verl�ren an Einfluss und w�rden zu Nebendarstellern in Europa.
Ehe ich in Verhandlungen trete �ber eine Verm�hlung
von Prinz Friedrich mit Maria Theresia, muss ich mir sicher sein,
dass ich erfolgreich sein werde.
Sch�tzt Ihr meinen Einfluss so gering?
Die Erzherzogin legt angeblich einen gewissen Hochmut an den Tag.
Das ist das, was man h�rt.
Maria Theresia ist dem Kaiser, der Kirche und dem Reich treu ergeben.
Selbstverst�ndlich.
Eines noch: Friedrich Wilhelm blamiert sich nicht gern.
Sollte der Plan missgl�cken, wird uns seine Rache hart treffen.
Hm.
Und er wei� davon?
Du kletterst aus dem Fenster.
Unten wartet eine Kutsche. Franz wird zu dir steigen.
Anna, danke. Bet f�r mich!
(Pater) Ich habe Euch gewarnt! Das Auge Gottes sieht alles.
Steigt ein, Herzog. Es zieht.
�berrascht?
Hm.
Eigentlich nicht.
Ich will ganz offen zu Euch sein.
Ich habe andere Interessen als der Kaiser.
Ihm geht es um den ewigen Ruhm der Habsburger.
Mir geht es um �sterreich.
Ich w�rde sogar dem Tatarenf�rsten die Krone geben,
wenn daf�r die n�chsten 50 Jahre niemand dieses Land anr�hrt.
Das k�nnte Euch als Landesverrat ausgelegt werden, Durchlaucht.
Ihr w�rdet mich nicht verraten. Ihr seid ein guter Junge.
Und Ihr seid verliebt. Ein Fehler.
Nicht Euer einziger, aber im Moment Euer gr��ter.
Ihr wisst nichts �ber mich.
Ihr werdet einmal ein hervorragender Ehemann
und Vater sein und dazu noch ein ausgezeichneter Haush�lter.
Aber ein gro�er Krieger wird niemals aus Euch.
Dazu fehlt Euch das Durchsetzungsverm�gen.
Gebt mir Maria Theresias Hand.
Das kann ich nicht, mein Freund.
Aber in ein, zwei Jahren gebe ich Euch ihre Schwester Anna zur Frau.
Ah...
Wie bitte? Was ist daran schwer zu verstehen?
Durch diese Ehe bekommt Ihr die Chance,
Maria Theresia zu sehen, wann immer Ihr wollt.
Ihr m�sstet Euch nicht in den Umkleidezimmern verstecken.
Euer Vater w�re begeistert, wenn Ihr eine Habsburgerprinzessin heiratet,
egal wie sie hei�t.
Und mit der Liebe k�nntet Ihr es halten, wie Ihr wollt.
Aber die Resi...
Wenn Ihr sie wirklich liebt, mein Freund,...
dann w�nscht ihr einen Mann, der es nicht zul�sst,
dass ihr Land ausgepl�ndert wird.
Hinter meinem R�cken, gegen das Protokoll.
Entschuldigt, Eure Majest�t.
Nimm zum Ehegatten, wen wir ausw�hlen!
Franz Stephan von Lothringen kriegt Anna zur Frau.
Wie...
Das wird er nicht machen.
Er hat bereits eingewilligt.
* R�uspern *
Franz, das ist nicht wahr. Das kannst du nicht wollen.
Was wir wollen, spielt doch hier keine Rolle.
Wir sind Figuren in einem Spiel. Verstehst du das nicht?
Na komm. In ein paar Jahren ist das alles vergessen.
Es ist nur ein Mann.
Mit der Zeit ist es gleich, neben wem man aufwacht.
Man gew�hnt sich an alles. Franz und ich geh�ren zusammen.
Warum begreift das keiner? Maria!
Du bist zu hochm�tig.
Manche Dinge muss man einfach akzeptieren.
Ich nehme ihn oder keinen.
Ich votiere f�r den Spanier Don Carlos.
Damit wird England unser Feind.
Eine gute Wahl w�re doch der s�chsische Prinz.
Der w�rde noch in Windeln regieren.
Au�erdem kommt Sachsen mit leeren Taschen wie Lothringen.
Das w�rde uns finanziell ausbluten. - Sag' ich doch.
* Stimmengewirr *
Und Ihr, Prinz? Ihr schweigt?
Es gibt genau drei M�glichkeiten.
Wenn die Herren sich wieder beruhigen,
werden sie zur gleichen Ansicht kommen.
Contenance, wenn ich bitten darf. Wir h�ren?
Der spanische Thronfolger.
Zu jung.
Der Wittelsbacher Kurf�rst. - Man h�rt, er ist altersschwach.
Er soll dem Reich einige m�nnliche Erben schenken.
(Mann) Keine gute Wahl. - Wer ist schon frei von Fehlern?
Ein Greis und ein Kind. Etwas Besseres habt Ihr nicht?
Prinz Friedrich, der Erbe des preu�ischen Throns.
Ein Protestant!
Ist nicht der Zeitpunkt f�r Scherze.
Preu�en verhandelt mit Braunschweig-Wolfenb�ttel. - Nein.
Frankreich und England w�rden das nie dulden.
Ein B�ndnis mit Preu�en bedeutet eines: Krieg.
Ja. Aber mit Prinz Friedrich k�nnen wir ihn gewinnen.
Meine Medizin!
Nichts als Ges�ff!
Eure kaiserliche Hoheit, der Hofkompositeur ist fertig.
Das studierst du bis Sonntag ein zu Ehren der preu�ischen Delegation.
Es gibt da einen Heiratskandidaten.
Mhm. Prinz Friedrich von Preu�en.
Wir wissen, dass er sich f�r dich interessiert.
Ich mich aber nicht f�r ihn.
Ach.
Solltest du meine Nachfolge antreten,
muss jemand am Thron sitzen, der sich dort halten kann.
Ich w�rde die Kraft haben, so fest am Thron zu sitzen, wie Ihr es tut.
Ja? Dann sag mir, wie viel Steuern wir j�hrlich einnehmen
oder wie viel Mann unsere Armee misst.
Die Ministri werden es mir sagen. Die Ministri?
Wie steht der Kurf�rst von Bayern zu uns?
Welche Anspr�che stellt Frankreich? Hast du eine Antwort?
Sie soll doch nur heiraten, nicht in den Krieg ziehen.
Eben. Sie soll heiraten, und zwar den Preu�en,
und ihm einen Sohn geb�ren,
bevor sie so ein nichtsnutziges Weib wird, wie Ihr es seid.
Lern die Noten! Ich m�chte, dass du eine gute Figur machst.
* Cembalo-Musik *
* Applaus *
Bravissima, Eure k�nigliche Hoheit.
Man stelle sich noch eine Fl�te vor. Was w�re das f�r ein sch�nes Duett?
Kronprinz Friedrich soll ein Meister auf seiner Fl�te sein.
Seine Majest�t Friedrich Wilhelm hingegen hat wenig Sinn f�r Musik.
Er soll den Kronprinz wegen des Fl�tenspiels gez�chtigt haben.
Der Prinz hatte heimlich ge�bt. Es war eine gerechte Strafe.
Eigenartig, wie grausam Eltern zu den eigenen Kindern sein k�nnen.
Wenn es zu ihrem Wohlergehen ist. Es hei�t:
Der Prinz wollte vor so viel Wohlergehen nach England fliehen?
Ich wei� nicht, was Ihr meint.
Danach soll Friedrich Wilhelm den besten Freund des Kronprinzen
k�pfen lassen, und Friedrich musste der Hinrichtung beiwohnen.
Eine wahrhaft gerechte Strafe, nicht wahr?
Maria Theresia!
Ihr mischt Euch in die Angelegenheiten
eines fremden Herrscherhauses ein.
Es soll mir bald nicht mehr fremd sein.
Doch solche Grausamkeiten werden mir immer fremd bleiben.
Wollt ihr mich an den barbarischen Hof verm�hlen? - Schweig jetzt!
Verzeiht, Marschall.
Ist das Eure Haltung zu unserem K�nigshof?
Nat�rlich nicht.
Doch. Berichtet das.
Das ist meine Haltung.
Euch ist der Zutritt zu den R�umen des Kaisers nicht gestattet.
Ihr seid aufgefordert zu gehen, Hoheit!
Ich muss mit ihm sprechen. Er sieht keinen Anlass.
Als seine Tochter habe ich Rechte! Dieses Recht hast du verspielt.
Du hast den Gesandten beleidigt, hast dem Lothringer sch�ne Augen gemacht
und gespuckt auf Preu�ens Friedrich!
In ein paar Wochen wei� das ganz Europa.
Du bist zu nichts n�tze.
Aber... Mutter, ich... Niemand wird dich noch heiraten!
Du bist unn�tz, genauso wie ich.
Ich bin bereit, Bu�e zu tun und meine Strafe anzunehmen.
Aber ein Leben ohne Franz, das kann ich nicht.
Wie selbsts�chtig von Euch.
Ihr denkt nur an Euch, wo es um Europas Frieden geht.
Soll doch Anna den Frieden sichern.
Eure Schwester ist die Zweitgeborene.
Wenn Ihr allerdings ihr den Platz frei machen w�rdet...
R�t er mir zum Freitod? Gott im Himmel, nein!
Aber Ihr k�nntet Euer Leben, Eure Liebe ganz dem Sch�pfer widmen.
Geht ins Kloster, macht Eurer Schwester den Weg frei.
Das Reich braucht nun mal eine starke Hand.
Und die hat der Herzog von Lothringen nicht,
was auch immer man sonst �ber ihn denkt.
Warum kann ich nicht die Starke sein?
Weil Ihr noch ein Kind seid, schlimmer noch eine Frau.
Seht Euch an. Sieht so ein Herrscher aus?
Wenn Ihr Eurem Reich dienen wollt, dann geht ins Kloster.
Ich muss Euch warnen.
Nach Meinung der Jesuiten ziemt es sich nicht,
dass eine Frau sich mit der Theorie des Herrschens befasst.
Laut Jesuiten ziemt es sich f�r eine Frau nur beten,
zu geb�ren und dem Mann dienen.
Nehmt die Warnung ernst, Hoheit!
Findet man solche B�cher bei Euch, bezichtigt man Euch der Ketzerei.
Und ihn, Spannagel, der es mir gegeben hat.
Ich bin schon alt.
Aber Ihr bedenkt gut, was Ihr riskieren wollt.
Womit fangen wir an?
Die gr��ten Machthaber der Geschichte.
Eine Pflichtlekt�re f�r jeden Herrscher.
Wann hat er mir alles beigebracht? Die Grundlagen?
Ein Jahr, eher zwei.
Er hat drei Monate.
Frankreich wollte Leszczynski auf dem polnischen Thron sehen
und provozierte den Krieg mit dem Heiligen R�mischen Reich.
Denn der Kandidat Eures Vaters war der Kurf�rst von Sachsen,
der nun als August III. die Regentschaft innehat.
Wozu soll ich das alles wissen?
Oh, Hoheit.
Macchiavelli sagt:
"Ein guter Herrscher muss Wissen sammeln
und es r�cksichtslos einsetzen."
Ein guter Herrscher ist barmherzig.
Prinz Eugen von Savoyen ist ein Bewunderer Macchiavellis.
Nach seinem Vorbild kauft seine Freunde.
Die nicht k�uflich sind, achtet er als Feinde.
Spannagel, bewundert er auch Macchiavelli?
Dann sollte er eigenn�tzig sein und sich nicht in Gefahr bringen.
Hoheit, wenn ich Euch zu einer wahren Herrscherin erziehen kann,
bekommt mein nichtiges Leben einen Sinn.
Seht Ihr, wie eigenn�tzig das ist?
Leszczynski traf sich als Vertreter der litauischen Konf�deration
mit dem schwedischen K�nig, der ihm die Krone zusicherte.
Gut!
Im Jahr 1713 schloss England zusammen
mit den B�ndnispartnern Habsburgs in Utrecht Frieden mit Frankreich.
Dadurch wurde Philipp von Anjou
als Nachfolger auf dem spanischen Thron best�tigt.
Ich bin so froh, dass ich dumm bleiben darf.
Anna, du bist die kl�gste junge Dame, die ich kenne.
Ich hab dich lieb.
So was sagt man nicht. Ist gegen das Protokoll.
Die Zeremonialprotokolle bilden die Grundlage f�r das Hofzeremoniell.
Mit dem Rastatter Frieden wurde der spanische Erbfolgekrieg
1716 beendet.
1714. 1714.
Als Kompensation f�r den spanischen Thron
fielen an �sterreich die spanischen Niederlande, Sardinien,
die Herzogt�mer Mailand und Mantua, die Lombardei...
Und was noch?
Florenz.
Das K�nigreich Neapel!
Wie wollt Ihr herrschen, wenn Ihr nicht wisst, �ber was.
Wenn es doch so schrecklich viel ist.
Ja, es ist viel.
Euer Reich.
Fahrt fort.
Die kaiserlichen Truppen standen im Krieg 1716...
Bis? 1718...
Weiter! ...unter Prinz Eugen von Savoyen,
der sie siegreich gegen die Osmanen ins Feld f�hrte.
* Schritte *
Maria?
Maria!
Was macht Ihr hier?
Ein Pr�sent f�r seine Majest�t.
Wir sticken eine Jagdszene, genauso wie es ihm gef�llt.
Vielleicht kann das ja sein Herz erw�rmen.
Ich rate Euch gut, widersetzt Euch nicht.
Sonst m�sstet Ihr am Ende doch noch gegen Euren Willen ins Kloster gehen.
Kommt! Lasst uns fortfahren.
Ich kann nicht mehr.
In diesem Moment verhandelt Euer Vater mit den ungarischen Gesandten.
Ungarn ist sich der misslichen Lage Habsburgs bewusst geworden
und hat nun selbst Lust auf den Thron bekommen.
Ungarn haben doch zugesichert, eine weibliche Thronfolge anzuerkennen.
Richtig. Und das Dokument hei�t wie?
Pragmatische Sanktion.
Also rufen wir sie uns ins Ged�chtnis
einschlie�lich der Signatare.
Articuli dominorum praelatorum, baronum, magnatum, et nobilium.
Mh-mh. H�rt gut zu, Hoheit.
Coeterorumque statuum et ordinum regni Hungariae.
Majest�t, Ihr wisst,
dass der Paragraph �ber die Erbfolge Eurer Tochter
hineingeschmuggelt wurde in die Pragmatische Sanktion.
Wollt Ihr sagen, der ungarische Gesandte
unterzeichnete ein Dokument, ohne es vorher gelesen zu haben?
Graf.
Wir brauchen die Herrschaft einer starken m�nnlichen Hand.
Ohne die werden die separatistischen Kr�fte in Ungarn m�chtiger.
Starke Worte.
Das Land wird seinen m�nnlichen Thronfolger bekommen.
Die Kaiserin bereitet sich auf eine Pilgerreise
zur Heiligen Mutter Gottes vor.
Mhm.
Eure Hoheit, ich bringe mein Kompliment zum Ausdruck.
Bitte.
Was sind das f�r Texte?
Gedichte.
Ich m�chte sie lesen. - Und Ihr seid wer?
Euren Namen muss ich wohl �berh�rt haben.
Dann h�rt gut zu.
Esterhazy Nikolaus, direkter Abkomme eines ungarischen Adelsgeschlechts.
Ein Rat: Bem�ht Euch, mehr zu sein als irgendjemandes Nachk�mmling.
Interessante Lekt�re? - Gedichte.
Nur Gedichte.
Habt Ihr nicht etwas verloren? Danke.
Wie liebensw�rdig von Euch.
Was will er denn?
Eure Gesellschaft in der Orangerie.
Aber ohne die Begleitung der schrecklichen Hofdame.
Das ist aber unschicklich. Und dies hier ist schicklich?
Schicklicher als langweilige Konversationen in der Orangerie.
Gehen wir! Hey!
Maria Theresia bereitet sich also nicht auf den Thron vor, sagt Ihr?
Wir wertsch�tzen die Prinzessin, aber diese Vorstellung ist grotesk.
Weshalb hat sie dann Dokumente �ber die Zusammensetzung
des ungarischen Parlaments in ihre Gem�cher getragen?
* Sie lacht. *
Unsere T�chter gehen in der Bibliothek ihren Handarbeiten nach,
und sie repetieren dabei Bibeltexte.
Schaut nach! - Nikolaus, was soll das?
Was erlaubt Ihr Euch, so mit der Kaiserin zu sprechen?
Wenn ich mich irren sollte,
entschuldige ich mich dem�tigst bei Ihrer Majest�t.
(Murmelnd) "England willigte ein..."
Ich kann's erkl�ren.
Ich kann das erkl�ren.
* Klimpern *
* Sie murmelt vor sich hin. *
Frankreich war... * Die T�r wird ge�ffnet. *
Es ist an der Zeit, mein Kind.
Bist du bereit, deine Strafe anzunehmen?
Das bin ich.
Ich verdiene Eure Liebe nicht und auch keine Vergebung,
Eure Majest�t.
Du wei�t, in welche Lage du mich und die Erblande gebracht hast?
Ja.
Das wei� ich.
Frankreich, der Erzfeind, erstarkt,
die Bayern erheben territoriale Anspr�che,
die Preu�en r�sten auf, und die Ungarn sind unberechenbar.
Unsere Lage ist also bedenklich.
Ihr, Prinz, wolltet die Sicherheit des Landes garantieren.
Und ich habe das alles vereitelt
durch mein unreifes und hochm�tiges Verhalten.
Ich bitte untert�nigst um Vergebung.
So denkt sicher auch der Herzog von Lothringen.
Er g�be bestimmt viel, uns in dieser misslichen Lage beizustehen
und so Eure Gunst wiederzuerlangen.
Er w�rde zum Beispiel auf sein Land verzichten.
Bitte?
Was br�chte uns schon Lothringen?
Uns nichts. Da habt Ihr recht.
Aber Frankreich erhebt territoriale Anspr�che auf Lothringen.
Und wenn wir ihnen dazu verhelfen,
w�rden sie sicher im Gegenzug auch etwas f�r uns tun.
Zum Beispiel...
Die Anerkennung der Pragmatischen Sanktion. - Zum Beispiel.
Verschenkt der Herzog Lothringen, hat er kein Herzogtum.
Au�er er bekommt die Toskana
durch unsere und die Unterst�tzung der Franzosen.
Und dazu noch Eure Hand, oder?
So w�rde die Ehe das Machtgef�ge in Europa nicht gef�hrden.
Was macht Euch so sicher, dass Franz Stephan Eure Hand
und die Toskana gen�gen wird?
Meine Liebe und der Glaube an Gott, Prinz.
Wir werden morgen im Reichsrat den Vorschlag erw�gen.
Euer Majest�t, haltet Ihr das f�r einen guten Einfall?
Ja, das ist kein guter Einfall.
Sicher ein besserer, als meine Tochter ins Kloster zu schicken.
(Mann) Spannagel!
Ja?
Ihr habt alles verdorben. Wisst Ihr das?
Wollt Ihr mich vor der Hinrichtung verh�hnen?
Ihr seid frei.
Die Hinrichtung ist abgesagt.
Franz Stephan kehrt an die Hofburg zur�ck.
Tats�chlich?
Euer L�cheln ist geschmacklos, Spannagel.
Ihr habt das Land in ein Ungl�ck gest�rzt,
das viele Menschenleben kosten wird.
Untersch�tzt Maria Theresia nicht.
Sie wird eine gute Herrscherin. - Sie ist ein dressiertes �ffchen.
Sie repetiert ein paar politische Phrasen.
Macht sie das wirklich zu einer guten Kaiserin?
Wird sie allein die Ungarn in Zaum halten und den Preu�en Paroli bieten?
Euren eigenen Hals habt Ihr aus der Schlinge gezogen.
Aber im Gegenzug habt Ihr das ganze Reich zum Schafott gef�hrt.
M�ge Gott Euch verzeihen.
* Schwungvolle Musik *
Setz dich in die Kutsche! Nein.
Vier Tage auf dem Pferd.
Da bist du sehr... ...tapfer?
Verschwitzt.
Neben der Mutter in der Kutsche sehe ich aus wie ein Firmling.
Und wo denkst du, f�hrst du hin?
N�chste Woche ist Jubil�umsjagd. Karl braucht Jagdbegleiter.
Die findet er auch am Wiener Hof.
Ich bin gebildet und �beraus charmant.
Ich kann sch�ne Reden f�hren.
Das ist wohl eine Wiedergutmachung
f�r meine unfreiwillige Abreise vom Wiener Hof.
Wieso bin ich mit eingeladen?
* Wiehern *
(Kutscher) Ho, ho!
Hoheit, Mademoiselle de Chartres.
Gestattet die Frage: Wo ist die Erzherzogin?
Der Brautwerber darf die Braut bis zum Aufgebot nicht sehen.
Wenn Ihr mir die Frage erlaubt: Wer ist denn der Brautwerber?
Ich wurde informiert, dass Euer Sohn um Maria Theresias Hand anhielt.
Oh.
Mein teurer Sohn, herzlich willkommen.
Er ist mir fr�her aufgefallen als meiner Tochter.
Er war grad 15, aber mit der Flinte auf der Jagd geschickter
als alle unsere hiesigen Grafen zusammen.
Damals bat ich Gott, dass er mir einen Sohn schenkt wie ihn.
Ich hatte nicht den Eindruck,
dass Ihr mich in der Familie haben wolltet, Majest�t.
Sein Anblick hat mich daran erinnert,
dass mir ein m�nnlicher Erbe versagt blieb, das ist alles.
Heute wei� ich, dass ich Besseres haben kann.
Einen Enkel von seinem Blut.
Er wird geschickt sein mit der Flinte wie sein Vater
und ein gro�er Herrscher wie ich.
Er wird den Ruhm unserer beiden H�user weitertragen.
Ihr bietet mir also die Ehe an mit Maria Theresia?
Verhandelt sein Delegierter mit uns, wird er erfolgreich sein.
Und die Bedingung? Bitte?
Ihr stellt sicher eine Bedingung.
Keine Bedingung.
Nur ein wenig Demut, Franz.
Wir werden Lothringen verschmerzen m�ssen.
Wie meint Ihr das?
Er wird Lothringen den Franzosen abtreten.
Und Frankreich wird sich daf�r nicht
der Verbindung unserer beider H�user in den Weg stellen.
So wird er den Frieden sichern, und er hat meine ewige Dankbarkeit.
Das meint Ihr nicht ernst.
Ich soll mein Land den Franzosen opfern?
Im Austausch zum Herzogtum Toskana und der Hand meiner Tochter.
Das ist doch Wahnsinn!
Die Franzosen schielen schon auf sein Land.
Sie werden einmarschieren.
Erspare er seinem Volk einen Krieg. Ich soll mich kampflos ergeben?
Es ist ein Triumph, keine Niederlage.
Europa wird neu geordnet.
Und das Haus Habsburg wird als Sieger hervorgehen.
Ich f�rchte, dass ich unter diesen Umst�nden ablehnen muss.
Er bricht meiner Tochter das Herz.
Meine Tochter ist entschieden. Es liegt nur noch an ihm.
Ich habe fast vergessen, wie sch�n du bist.
Er war sicher so okkupiert, dass er nicht an mich hat denken k�nnen.
Kehrt uns den R�cken zu, Herzog. Tut, als w�rdet Ihr V�gel beobachten.
Gut. Ich hypnotisiere diesen Pfau dort.
Ist das in Ordnung?
Kaiser Karl bietet mir Resis Hand an.
So wurden meine Gebete erh�rt? Kannst du noch normal reden, Resi?
Beim letzten Besuch hat er mich gewarnt,
eine private Unterredung sei gegen das Protokoll.
Er hat recht gehabt. Verzeiht, Hoheit.
Ich bin untr�stlich, dass ich Euch im Garten so allein lasse.
Darf ich Euch mit den Grafen Steiner und B�hm bekannt machen?
Es w�re uns eine Ehre, Euch gerne begleiten.
(Kutscher) Brr!
Eure Durchlaucht, Ihre Hoheit, Mademoiselle de Chartres, ist da.
Kleidet mich ein!
Na los! Meinen Rock, meine Per�cke!
Oder soll ich einer Dame wie ein lebender Leichnam gegen�bertreten?
Kommt schon! Presto!
Den Rock!
Schnell.
Stock.
Was habt Ihr Euch da f�r meinen Sohn ausgeheckt, Ihr alter Fuchs?
Franz Stephan soll die Rolle eines n�tzlichen Idioten spielen?
Eure Worte, Mademoiselle.
Aber ich h�tte es selbst nicht besser ausdr�cken k�nnen.
Ich habe Lothringen einst gerettet.
Jetzt erwartet ihr, dass mein Sohn es an die Bourbonen verschenkt?
Ihr seid die sch�nste und die kl�gste Herzogin des S�kulums.
Eher des vorigen.
Redet offen mit mir, alter Schmeichler.
Kaiser Karl denkt doch keinen Moment daran,
dass mein Sohn irgendwann �ber die Erblande herrschen wird.
Kompliment, Mademoiselle.
Seine Gattin und seine Kinder haben Anspruch auf den Thron.
Er selbst leider nicht.
Tja, damit kommt es leider nicht zu der von Euch gew�nschten Heirat.
Lothringen werden wir nicht hergeben.
* Er hustet. *
Seht Ihr, Doktor? Hauptsache nicht aufgeben.
Wei�t du, was ich f�r Lothringen geopfert habe?
Man nannte mich die Tochter Frankreichs.
Ich musste den Lothringer heiraten und 1 Million Livre mit einbringen.
Ich wei�.
Heiratest du sie, bist du dein Leben lang
der Ritter von Habenichts.
Jeder wird das ausnutzen. Das ist...
St��t ihr etwas zu, nehmen sie dir auch noch die verdammte Toskana!
Eure Hoheiten, da seid Ihr ja.
Der k�nigliche Schneider bittet Euch, ihn zu empfangen.
Hast du verstanden?
Jagdbegleiter? F�r die bist du Wild!
Sie erlegt dich, ihr Vater zieht dir das Fell ab.
Dich werfen sie den Franzosen vor! - Die Jagd hat nicht Priorit�t.
Das spanische Hofzeremoniell schreibt vor,
dass Adelige bei einer Verm�hlung schwarz gekleidet sind.
Glaubt mir, sollte es zu dieser Hochzeit wider Erwarten kommen,
dann nur �ber meine Leiche.
In dem Fall k�nnt Ihr Euch gern alle schwarz kleiden, wenn Ihr wollt.
Einschlie�lich des Br�utigams und der Braut! Merde!
Bitte hier entlang.
Maman?
* Sie seufzt. *
Und? Hat er seine Zustimmung gegeben?
Nein.
Gott, der will mich einfach nicht.
Du kannst dich ja immer noch erdolchen wie Shakespeares Julia.
Warum wart Ihr nicht bei der Fr�hmesse?
Mir war nicht wohl.
Hei�t das, Ihr seid...
Nein.
Nein, mein Gemahl. Genau das Gegenteil.
Ich will, dass Ihr eine Pilgerfahrt macht
zur Gottesmutter nach Mariazell.
Aber wenn Resi jetzt heiratet, wird sowieso sie einmal am Thron sitzen.
Habe ich einen Sohn, wird sie das nicht.
Maria wird auf ihren Anspruch verzichten.
Papa!
Das ist die Bedingung f�r die Heirat.
Wenn wir einen Bruder bekommen, dann wird aus dem Franzl nichts?
Er wird der Gro�herzog der Toskana.
Eben. Quasi nichts.
Sag schon was! Das kannst du doch nicht wollen.
Ihr geht es nur um die Liebe, nicht um den Thron, hm?
Gut.
Ich bin mit der Bedingung einverstanden.
Das soll ich Euch von Resi bringen. Ein Pr�sent von ihr.
Was soll ich mit ihm machen?
Bringt ihm bei, wie man Maria Theresia sagt.
* Papageienlaute *
Die Welt ist kompliziert.
Bitte?
Ich h�tte in den G�rten der Prager Burg Euch
statt Eurer Schwester in den Arm nehmen sollen.
Dann w�re alles leichter.
Dann m�sstet Ihr dem jetzt Anna beibringen.
Stimmt. Das w�re sicher leichter.
Bringt ihn ihr zur�ck, Anna.
Und warum?
Anna? Jetzt red schon! Was hat er gesagt?
Dass alles so furchtbar kompliziert ist.
Wie? Verstehe ich nicht.
Er wollte mich doch auch. Was ist daran kompliziert?
Er hat's halt schwer. Er?
Ihr beide.
Ihr beide habt es schwer.
* Papageienlaute *
Und sonst?
Anna!
Hat er sonst noch etwas gesagt von mir, von der Heirat?
Nein, sonst hat er nichts gesagt.
Aha.
Danke.
* Papageienlaute *
Maria.
* Die T�r wird ge�ffnet. *
Ihr habt nach uns verlangt, Majest�t?
Der Maestro will seine Komposition einrichten.
Wenn der Herzog die G�te h�tte, sich neben Ihre Hoheit begeben k�nnte.
Habt Ihr ein Problem damit, Herzog?
Majest�t, seid Ihr sicher, dass das nicht vorschnell ist?
Nein. Die Kaiserin bekommt das Gem�lde zum Geburtstag. Es pressiert.
Es ist nur,
damit Ihr Franz Stephan am Ende nicht �bermalen lassen m�sst.
Was ich damit anmerken will, ist, dass die f�rmliche Brautwerbung
noch nicht stattgefunden hat.
Das ist alles.
Verzeiht. Meine Ohren wollen nicht mehr so recht.
Ich muss mich verh�rt haben.
Ihr wollt nicht im Ernst die Interessen Eures kleinen Herzogtums
�ber die des Heiligen R�mischen Reiches stellen?
Nat�rlich nicht.
Oder achtet Ihr Maria Theresiens Herz so gering?
Kind, jetzt wart doch!
Er will mich nicht. Er will mich einfach nicht.
Du wirst sehen, es wird ein anderer kommen.
Und dann wird alles gut, Hoheit.
Ich will aber keinen anderen. Ich will ihn heiraten.
Daran �ndert auch keiner was.
Auch Franz Stephan nicht?
Auch er nicht.
Man h�rt, Ihr stellt Euch gegen die Heirat der Prinzessin
mit Franz Stephan, dem Herzog von Lothringen.
�sterreich braucht einen starken Herrscher.
Ich dachte, dar�ber waren wir uns einig.
Richtig.
Waren wir. Doch das ist Vergangenheit.
In Preu�en hat es inzwischen gro�e Ver�nderungen gegeben.
Der junge Friedrich hat sich verm�hlt.
Und ehe man sich versieht, wird er K�nig sein.
Zwei H�hne zanken sich nicht. Das braucht Europa nicht.
Ihr seid ein F�hnchen im Wind. Ein Hauch, und Ihr dreht euch.
Was soll die pl�tzliche Bitterkeit?
Ein sicheres und vereinigtes Europa, das wollten wir.
Genau, Vereinigung.
Aber so wird �sterreich Preu�en auf dem Servierteller pr�sentiert.
Wir brauchen die Heirat zwischen Maria Theresia
und diesem Jungen aus Lothringen.
Bringt das zuwege! Ihr werdet es nicht bereuen.
Ihr seht Euch schon an der Spitze siegreicher Heere,
nicht wahr, Marschall?
Aber so schwach bin ich noch nicht, dass ich Euch nicht durchschaue.
* Husten *
Diese Hochzeit findet nur �ber meine Leiche statt.
Macht das Fenster zu! Kruzit�rken noch einmal!
Was klopft denn da, Durchlaucht? Klopft da schon der Sensenmann?
Ich werde diese Ehe verhindern, Grumbkow.
Ich hoffe, Euch bleibt noch Zeit daf�r.
Adieu, mein Freund.
Prinz Eugen schl�ft. Er will nicht gest�rt werden.
Aber...
Will er sich dem Befehl widersetzen?
Laut Protokoll m�ssen die Mitglieder der wichtigen Adelsfamilien
bei Tisch auf einem roten Teppich sitzen,
das hei�t alle, auch die Nachkommen herrschender Adelsfamilien,
sprich, alle, die den Titel Graf tragen. Alle, die...
Bis jetzt hat aber niemand um meine Hand angehalten.
Dass Ihr heiratet, bereitet mir keine Sorge.
Der Teppich ist aber zu kurz.
Dann st�ckelt ihn an. Unm�glich. Man wird es sehen.
Wir br�skieren die, die am angest�ckelten Ende sitzen.
Dann lasst einen neuen machen. Einen handgewebten Teppich?
Das meint Ihr doch nicht im Ernst?
Wenn ich, rein hypothetisch gesprochen, die Ehre h�tte,
zur erzherz�glichen Hochzeit eingeladen zu werden,
ich s��e mit Freude auf dem angest�ckelten Ende des Teppichs.
Ja, sogar auf gar keinem Teppich.
Marschall Grumbkow.
Ich kann meine Freude kaum beherrschen, wenn ich daran denke,
dass Ihr und Franz Stephan schon bald...
Ich wei�. Es ist noch ein Geheimnis. Welch ein Segen f�r Europa.
Und nat�rlich auch f�r mich pers�nlich.
Alle unterzeichnen die Pragmatische Sanktion.
Sie erkennen Eure Nachfolge an und in Europa wird Frieden herrschen.
Dem K�nig von Preu�en beliebt es, nicht mehr zu grollen?
Au contraire, er teilt Eure Freude ganz genauso wie ich.
Seit wann seid Ihr und ganz Preu�en auf meiner Seite?
(Grumbkow, lachend) Seit wann?
Schon immer.
Diese abstruse Idee, Euch mit dem jungen Friedrich verm�hlen zu wollen,
hat der Prinz von Savoyen allein ausgeheckt.
Ich war dabei nur ein einfacher Mittelsmann.
Warum h�tte er denn das tun sollen?
W�re es zu dieser Heirat gekommen, h�tte er...
Wie soll ich sagen? Er h�tte davon Vorteile gehabt.
Anerkennung und sicher auch viel Geld.
Ich muss gestehen, ich auch.
Prinz Eugen hat sich von Preu�en bestechen lassen?
Wie unschuldig Euer Herz noch ist.
Wenn Ihr erst einmal herrscht, werdet Ihr feststellen,
dass in der Politik leider manchmal
zu schmutzigen Mitteln gegriffen werden muss.
Er wollte mich verkaufen lassen?
Ihr scherzt.
Ihr scherzt!
Ich f�rchte, ich habe keinen Sinn f�r Humor.
Das ist sicher mein gr��ter Fehler, aber auch mein gr��ter Vorzug.
Wo steckt er?
Er liegt im Sterben. Der Priester ist bereits bei ihm.
Wenn er seine S�nde beichtet, komme ich gerade recht.
Hoheit.
Ihr wolltet mich an Preu�en verkaufen?
Ich wollte nur einen Besch�tzer an Euer Seite, sonst nichts,
wenn es Krieg gibt.
Es wird keinen Krieg geben.
Frankreich erkennt die Pragmatische Sanktion an. Es droht keine Gefahr.
Ihr seid viel zu gutgl�ubig, Hoheit.
Mein Vater denkt genauso wie ich. Zweifelt Ihr am Urteil des Kaisers?
Er l�gt sich selbst in die Tasche.
L�gt Ihr nicht schon im Sterben,
ich w�rde Euch hinrichten lassen wegen Hochverrats.
Ihr solltet jetzt gehen. Prinz Eugen ist auf dem Weg zum Himmelstor.
Pst!
Hoheit.
Wenn ich tot bin, sucht Euch einen wie mich.
Ihr werdet ihn brauchen,
damit �sterreich in dem kommenden Gemetzel nicht untergeht.
Ja? Ja!
Wer ist das Eurer Meinung nach?
Kinsky.
Philipp Graf Kinsky.
Kinsky?
Gut.
Ich werde ihn in den Kerker werfen, sobald er mir begegnet.
Vielleicht hat er mich nie geliebt.
Nat�rlich liebt er dich.
* Maria weint. *
Du bist die Einzige, die mich versteht.
* R�uspern *
* Vogelruf *
Ich will ehrlich zu dir sein, Pfau.
Ich werde auf dem morgigen Fest nicht um Resis Hand anhalten.
Dann sagt mir, warum.
Aus Verantwortung gegen�ber meinem Land.
Ich kann Lothringen nicht opfern. Wie kommt seine Majest�t darauf?
Kommt heut' Abend in die Bibliothek. Dann werdet Ihr verstehen.
"Lothringen entbehrlich." Was soll das bedeuten?
Es ist eine Analyse der politischen Situation in Europa.
Maria Theresia hat sie gezeichnet.
Das war ihr Plan? So sehr will sie herrschen?
Da geht es nicht um den Thron, sondern um Euch.
So sehr w�nscht sie sich ein Leben an Eurer Seite.
Was bedeuten die Pfeile?
Durch diese L�nder ist �sterreich bedroht:
Preu�en, Bayern, Frankreich, die Osmanen.
Glaubt Ihr, dass �sterreich ein Krieg droht?
Es gibt viele Feinde. Frankreich allen voran.
Ich danke Euch.
Es scheint, als w�rde ich wirklich im Kloster enden.
Ohne Mann, ohne Kinder.
Ohne Reich.
Ich w�rde gern das Gegenteil behaupten.
Komisch, oder, dass ich trotzdem so ruhig bin?
Ich trinke auf das Wohl meiner Gemahlin,
Ihrer Majest�t, Elisabeth Christine.
Segne der Allm�chtige sie mit Gesundheit und weiteren Nachkommen.
Zum Zeichen meiner Wertsch�tzung nehmt dieses Gem�lde.
Ein Portrait von Maria Theresia mit Franz Stephan,
dem Herzog von Lothringen, der in Zukunft an ihrer Seite stehen m�ge.
Majest�t, auch meine ergebenen Gl�ckw�nsche.
Denn Gl�ck bleibt zuweilen im Leben eines Herrschers ein rares Gut.
Ich habe einen Thron bekommen, ohne danach verlangt zu haben.
Gern w�rde ich ein einfaches Leben an der Seite meiner Liebe f�hren.
Aber der Thron ist kein Spielzeug.
Was bedeutet er? Ein Thron bedeutet Verantwortung.
Eine B�rde, die man nicht ablegen kann,
au�er man tauscht sie gegen eine schwerere.
Ich habe Gott...
und mein Gewissen befragt,
unter welchen Umst�nden ich mein Land opfern darf.
F�r ein Land, das sich in t�dlicher Umarmung seiner Feinde befindet?
Wie h�tte mir der Allm�chtige den Weg besser weisen k�nnen
als durch den Pfad der Liebe?
Der Liebe zu einer wunderbaren Frau.
Maria Theresia ist eine Hoffnung f�r dieses Reich und f�r mich.
Noch nie ist mir ein so weises und starkes Gesch�pf begegnet.
Ich akzeptiere die Bedingungen, um offiziell um ihre Hand anzuhalten.
* Raunen *
Es lebe Franz Stephan, den ich ab heute meinen Sohn nennen darf.
Bravo!
* Applaus *
Oh!
Ihr wirkt nicht grade erfreut, Graf Kinsky.
(Mann) Was ist denn los mit Euch? So sagt doch was.
Nur Dummk�pfe loben den Tag vor dem Abend.
Da, der Pater.
(Pater) Seine Majest�t, ich bringe eine traurige Nachricht.
Prinz Eugen von Savoyen ist soeben verstorben.
Was?
Er m�ge in Frieden ruhen.
* Glocken l�uten. *
(Frau) Bravo!
* Jubelrufe *
Bravo!
Sie lebe hoch!
Bravo!
Viel Gl�ck!
* Romantische Musik *
Francisce Stephane, vis accipere
Mariam Theresiam Walburgam Amaliam Christinam
hic praesentem in tuam legitimam uxorem?
Volo.
* Sch�sse *
* Jubel *
Volo.
* Schwungvolle Musik *
Mein Schatz!
Bitte geht alle raus!
Geht raus! Geht!
Komm, Liebste.
Oh Gott.
* Sie lacht. *
* Sie st�hnt lustvoll. *
* Beide st�hnen lustvoll. *
* Klirren *
Ich h�re mal. - Geh.
G�tiger.
Wartet.
Hoheit!
Hoheit.
Verzeiht mir, aber es ist etwas Schreckliches passiert.
Was?
Allm�chtiger, was ist hier passiert?
Wir haben gewissenhaft an der Aufgabe gearbeitet,
die Eure Majest�t uns gestellt hat.
Wir wollen f�r eine m�nnliche Erbfolge sorgen, Eure Majest�t.
Und das da?
Die Zeugung eines Erben verlangt Leidenschaft.
Nein, so etwas braucht Bedacht und Gottesfurcht.
Resi hat bestimmt die ganze Zeit an unseren Herrn gedacht.
Ich bitte um mehr staatsm�nnische Haltung bei dieser Mission.
Kann uns seine Majest�t raten, wie das geht, also so richtig?
Wie bitte?
Die Sache, wie geht die, staatsm�nnisch?
Niemals rasch. Keinerlei Presto.
Immer h�bsch... andante.
Und vor allem Silenzio, wenn ich bitten darf.
Pst.
* Lachen *
Andante.
Silenzio. Silenzio.
Wir sollten das gleich ausprobieren, damit wir das nicht vergessen, Resi.
* Maria lacht. *
* Maria Theresia schreit laut auf. * Das kann nicht sein.
* Maria Theresia schreit laut. *
Das geht schon den zweiten Tag so.
Es ist ihr erstes Kind. Das dauert. Aber...
Ihr m�sst Geduld haben.
* Schreien * Nein. Habe ich aber nicht mehr.
* Sie weint. *
In �sterreich ist der Arzt normaler- weise nicht bei der Geburt dabei.
Und in Frankreich? Dort ist es anders.
Man geb�rt im Bett. Ach wirklich?
Ja. Und das geht?
Selbstverst�ndlich.
Das ziemt sich nicht. Geh er bei Seite!
(Frau) Nicht, Hoheit!
Wenn das Kind geboren ist, werden wir Bescheid geben.
Nein, ich gebe Euch Bescheid.
M�nner d�rfen nicht dabei sein!
Doktor, ich brauche Licht! Nehmen wir sie runter vom Folterstuhl!
Es wird gleich besser.
Bereitet warmes Wasser vor!
Und Platz da.
Sch!
Bringt den Stuhl weg!
Sch! Atme.
Atme. So ist es gut.
* Sie st�hnt. *
* Baby schreit. *
Aha.
* Seufzen *
Die Freude wird nicht komplett sein. Es ist ein M�dchen.
Aber es ist gesund.
Sie ist so sch�n wie du.
Schau.
Ich bin so gl�cklich.
* Er weint. *
"...ist heute in der Fr�h Prinzessin Maria Theresia
von einer Tochter entbunden worden,
welche auf den Namen Maria Elisabeth getauft worden ist."
"Die durchlauchtigste W�chnerin samt dem Kinde ist wohlauf."
Unten schreib er: "Das n�chste Mal werden wir
mit einem m�nnlichen Nachkommen gesegnet sein."
Eine diplomatischere Formulierung? Die Eltern sind hoch begl�ckt.
Nein.
(Puppe) Unsere Prinzessin hat eine Tochter zur Welt gebracht.
Wir wollen einen Buben! - Eine Tochter?
Kann der Franzose nur T�chter machen? Na warte, ich zeige es dir!
Da! Da! Da!
Ja. So viele Menschen, was, M�dchen?
Schau dich nur um.
Schau! Da sind noch mehr.
Ganz viele.
Keine Angst, mein M�dchen, komm.
Hoheit, wenn ihr so g�tig w�rd, mir Ihre Durchlaucht wiederzugeben?
Sie will die Pferdchen sehen, oder?
Es ziemt sich nicht, Wickelkinder umherzutragen,
weil sie schlecht riechen.
Nein, alles in Ordnung. Hoheit.
Ein Pferdchen. Da staunst du, was?
Euren Rat, Zeremonienmeister.
Wie verh�lt man sich zur Geburt einer hoheitlichen Tochter?
Sollte man ihnen gratulieren?
Oder ist es angebrachter, zu kondolieren?
Aber meine Damen.
Ihm gelingen wohl keine Knaben.
Ja, das Pferdchen streicheln.
Meine Damen, lassen wir diese Scherze.
Ohne einen m�nnlichen Nachkommen in der Hofburg
sind solche Scherze alles, was einem bleibt.
* St�hnen *
Ihr habt noch eine gesunde Tochter. Gott sei Dank!
Was ist?
Seine kaiserliche Majest�t wird dar�ber sehr betr�bt sein.
Seine Majest�t hat alles daran gesetzt,
dass die Probleme Habsburgs nicht die meinen sind.
Um weitere Verlegenheit am Hof zu vermeiden,
werden Maria und ich Wien verlassen.
Wieso? Wo wollt Ihr denn hin?
Irgendwer muss doch nun mal unsere Toskana verwalten, nicht?
Na schau, dein Schwesterchen.
Das ist dein Schwesterchen. Wie sch�n sie ist.
* Schwungvolle Musik *
Ho!
Angeblich scheint die Sonne hier 300 Tage im Jahr.
In Wien ist sie 300 Tage bedeckt.
Wirst du auch kein Heimweh kriegen?
Nach wem sollte ich Heimweh haben? Nach Anna.
Anna kann ich schreiben.
Heutzutage gibt es in Florenz 290 Tuchmacherwerkst�tten.
Auf dem Gebiet macht uns keiner Konkurrenz.
Ich zeige Euch etwas, wenn Ihr erlaubt.
Bitte.
So.
Das sieht wie Baumwolle aus.
Aber es ist so fein wie Seide.
Was ist das?
Baumwolle.
Ja, Baumwolle.
Aber diese wird in London gefertigt,
in Manufakturen, in Werkst�tten mit Webst�hlen.
Sie fertigen viel schneller, als wir das k�nnen.
Meine Herren, mein Plan ist,
die erste Manufaktur dieser Art hier in der Stadt zu er�ffnen.
Ich kaufe Webst�hle und lade die englischen Meister nach Florenz ein.
Wir beteiligen uns an den Kosten.
Du du.
* Friedliche Musik *
Wolltest du schon mal die Zeit anhalten?
Jetzt zum Beispiel.
Hoheit.
Will er sich nicht vorstellen?
Graf Philipp Joseph Kinsky. Entschuldigt die St�rung.
Aber ich bringe Euch... Kinsky?
Er war ein Freund des Prinzen Eugen.
Ich w�re froh gewesen, den Prinzen Freund nennen zu d�rfen.
Aber es stimmt. Er war mein Vorbild.
Und, was will er denn von uns, Graf Kinsky?
Ich bringe leider eine schlechte Nachricht, Hoheit.
Seine kaiserliche Majest�t, Karl VI., erlitt einen schweren Jagdunfall.
Wie schlimm ist es?
Er ist tot, Hoheit.
Mein aufrichtiges Beileid.
Hoch lebe die Erzherzogin von �sterreich.
* Dramatische Musik *
Untertitel: OMNIMAGO GmbH 2018
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