All language subtitles for Dieses.bescheuerte.Herz.2017.German.1080p.BluRay.x264-ENCOUNTERS

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Original subtitles

(Musik: "Bangarang (feat. Sirah)" von Skrillex)

(Sektkorkenknallen und Sprudeln)

(stumme Szene)

(Musik klingt aus)

(leiser Ruf)

(Motorheulen und gedämpfter "Bangarang"-Song)

(Lachen)

(klassisches Klavierkonzert)

(Motorheulen und laute Musik)

(Reifenquietschen)

Fuck!

("Bangarang" läuft weiter und rhythmisches Tuten)

(Hausalarmanlage)

Scheiße.

(Tuten und Musik laufen leiernd aus)

(Navi) Wenn möglich, bitte wenden.

Bitte wenden.

Sorry. Hab meinen Drink verschüttet.

(Klaviermusik)

Ich räum das morgen auf, okay?

(Platschen und Kauzruf)

(Navi leiernd) Die Route wird neu berechnet.

(dumpfe, bedrohliche Musik)

(tonloses Schreien, Dröhnen und Fiepen)

(dumpfes Krachen)

(Keuchen)

(gepresst) Mama!

(panisches Atmen, Fiepen)

Mama!

(Sirene)

(regelmäßiges Piepsen)

Nimmt er seine Tabletten?

Er sagt, er hat Bauchschmerzen, und nimmt sie nicht.

In den letzten 14 Tagen, wie oft nicht?

Zehn. - Zehn Mal nicht?

(er stöhnt)

(Arzt) Das heute war ein ernstzunehmender Anfall.

Wir geben ihm Morphine und behalten ihn über Nacht zur Beobachtung hier.

Aber wie es aussieht, können Sie ihn morgen wieder mit nach Hause nehmen.

Er hat vor zwei Tagen gesagt, dass...

wenn er tot ist,

hat er keine Schmerzen mehr.

Wir schauen, was wir noch gegen die Schmerzen machen können.

Vielleicht finden Sie ja etwas, was ihm die Lebensfreude zurückbringt.

(regelmäßiges Piepsen)

(Dance-Musik wird langsam eingeblendet)

Aaah!

Setzen?

Ja.

Hey.

Hi.

Hey!

Und wie geht's dir? - Gut.

Sollen wir gehen?

1,9, Lenny.

Mach 2,5. - Danke schön.

Tut mir leid, Lenny. Geht nicht.

Nimm die mal.

Tut mir leid.

(Summen)

Na, kein Geld mehr?

Hast du meine Karten gesperrt?

Komm her, ich will mit dir reden.

Wie? Ohne Geld und ohne Auto?

Dann lauf eben. Beeil dich, ich muss um halb 6 in der Klinik sein.

Hallo?

Ich hab in der Klinik einen Patienten, David, 15 Jahre alt.

Herzfehler seit der Geburt.

Ich möchte, dass du Zeit mit ihm verbringst. - Was?

Du hast deine Studien abgebrochen,

wohnst seit zwei Jahren wieder hier und machst nichts.

Ich hab dir die beste Ausbildung finanziert, aber du machst nichts fertig.

Das war nicht die Antwort auf meine Frage.

Die Antwort ist, du wirfst dein Leben weg,

und da draußen ist ein Junge, für den jeder Tag der letzte sein könnte.

Ich kenn seine Mutter und ihn seit über einem Jahrzehnt.

Er ist tagsüber im Hospiz und abends zu Hause.

Kommt nicht raus, sieht nichts von der Welt,

ist völlig isoliert.

Geh zu ihm und frag ihn, ob es Dinge gibt, die er noch erleben möchte.

Vielleicht will er gar keine Dinge mehr erleben.

Vielleicht wollen nur die Erwachsenen, dass er noch weiterlebt.

Vielleicht ist das so.

Aber ich hätte gern, dass der Junge 16 wird. Mindestens 16.

Kümmer dich um ihn, sonst bleibt der Geldhahn zu.

Er soll 'ne Liste machen, und du hilfst ihm dabei. - Liste?

'ne Wunschliste, wie an Weihnachten.

Ich soll da hingehen und sagen: "Hallo, ich bin der Sohn von Dr. Reinhard,

und wir machen jetzt lustige Dinge"? Soll das ein Witz sein?

Soll das ein Witz sein?

Seit wann bist du auf Instagram?

Das war die falsche Antwort.

(Musik: "Bones" von Michael Kiwanuka)

(Frau) Hallo? - Guten Tag. Lennart Reinhard hier.

Sie sind der Sohn von Dr. Reinhard? - Genau. Hallo.

Hallo. Kommen Sie rein.

David ist noch nicht da. Ich wollte Sie erst mal so kennenlernen. - Mhm.

Ohne Ihren Vater wäre David gar nicht mehr unter uns. Sind Sie auch Arzt?

Nein.

Was machen Sie beruflich?

Im Moment grad nicht so viel.

Ihr Vater meint, Sie sind toll mit Kindern.

Ähm... Also eigentlich hab ich nicht so viel mit Kindern zu tun.

Waren Sie schon mal in einem Hospiz? - Nie.

Die Frau von Ihrem Vater, die gestorben ist,

war das Ihre Mutter?

Er hatte nur die eine Frau, und das war meine Mutter, ja.

Und wie alt waren Sie, als Ihre Mutter gestorben ist?

13.

Und Sie würden also gerne ein bisschen Zeit mit David verbringen?

Mein Vater meinte, ich könnte mich um ihn kümmern.

Ja.

Er hat zwar einen großen Bruder und einen Vater, aber...

die... die leben in Südafrika und melden sich nie.

Schreiben nicht, rufen nicht zu Weihnachten an.

Schenken ihm nichts zum Geburtstag.

Gut, der nächste Geburtstag, da...

'tschuldigung.

(lautes Schluchzen)

(sanfte Klaviermusik)

Hallo. Sind Sie Lennart Reinhard? - Ja. Guten Tag.

Astrid Schäfer. Ich bin hier die Leiterin. Kommen Sie. - Danke.

David ist hier nur tagsüber.

Eltern mit schwerkranken Kindern können sie hier einige Stunden betreuen lassen.

Wir sind aber auch eine Einrichtung für Kinder, die herkommen, um zu sterben.

Haben Sie das bitte im Hinterkopf.

Sie wissen nicht, wer hinter der nächsten Tür liegt.

Die Kerze ist ein Symbol dafür, dass wir sie nicht vergessen

und immer noch lieb haben.

David hat einen schweren Herzfehler seit der Geburt.

Er braucht seine Sauerstoffflasche immer,

falls er unterversorgt ist und beatmet werden muss.

Aber er leidet noch an jeder Menge anderer Krankheiten,

die sich gegenseitig bedingen.

Klippel-Feil-Syndrom, eine Deformierung der Wirbelsäule,

deswegen muss er ein Korsett tragen.

Er hatte außerdem schon mehrere Hirninfarkte,

ausgelöst durch Sauerstoffmangel.

Dazu noch gastroösophageale Refluxkrankheit,

neurogene Blasenentleerungsstörung und rezidivierende Laryngotracheitis.

Gibt es dazu auch 'ne Übersetzung?

Alles was ich damit sagen will: Eigentlich hat er immer Schmerzen.

Beim Atmen, beim Schlucken, Wasserlassen und auch sonst.

Weiß er, dass ich ihn besuche? - Ja.

Aber ich weiß nicht, wie er dazu steht. Er ist grad sehr in sich zurückgezogen.

Das ist David.

David? Das ist Lenny, der Sohn von Dr. Reinhard.

Hey! Hallo.

Du bist zu spät.

Ja, also... zehn Minuten.

15:10 Uhr ist nicht 15 Uhr.

Setzen Sie sich doch.

Ich muss den Schal noch zu Ende stricken. Der ist für meine Puppe Anna.

Stricken fördert die Koordination der linken und der rechten Gehirnhälfte.

Du kannst mit uns Steckperlen machen, wenn du Stricken nicht magst.

Danke, alles gut.

(gedämpftes Trommeln im Hintergrund)

Wo finde ich hier die Toiletten?

Für Besucher, den Gang lang ganz hinten links.

Ich bin gleich wieder zurück, ja?

(ruhige Instrumentalmusik)

Ist der ins Klo gefallen, oder was?

Hast du auch Probleme mit Nummer 2?

Nummer 2?

Ja. Nummer 1 ist pinkeln.

Ach so, nee.

Ich war nur kurz draußen.

Möchtest du meine Schule sehen?

Wie, deine Schule?

Na komm, ich zeig sie dir.

Ist er das? - Mhm.

Mein Klassenzimmer.

Und du musst echt zur Schule?

Schulpflicht. Bis zum Abschluss.

Du verarschst mich gerade, oder? - Nein.

Weil in die Schule geht man...

als Investition,

damit man später 'n Beruf hat.

Aber nicht, wenn man eh nicht alt wird. Wer hat sich den Kack ausgedacht?

Weiß ich auch nicht.

Und was ist das da?

Das ist für mich, weil ich oft Schwächeanfälle habe.

Was ist denn dein Beruf?

Ich hab keinen Beruf. - Echt?

Du bist doch schon voll alt.

Voll.

Und was machst du dann den ganzen Tag?

Ich genieß mein Leben.

Oh... Okay.

Du hast einen eigenen Krankenwagen? - Ja klar.

Geil!

Hi!

(Musik: "One More Night" von Michael Kiwanuka)

Fährt der immer so langsam? - Ja, schon.

(Musik stoppt)

Können Sie 'n bisschen Gas geben? - Nee, geht nicht.

Nur so mit Blaulicht und vielleicht 'n bisschen schneller?

Das ist verboten.

(Musik läuft weiter)

(dumpfes Rumpeln)

Wenn der Petry aus dem 5. Stock mich sieht, klemmt er was in die Tür.

Und warum macht der Penner das?

So spricht man nicht über Leute, die nicht da sind.

Ich darf keine Treppen laufen.

Wenn ich mich anstrenge, ist mein Blut nicht mit genug Sauerstoff versorgt.

Ich geh mal kurz gucken.

Du darfst mich aber nicht allein lassen.

Okay, komm, spring auf.

Hi. - Hallo.

(Keuchen)

(Ächzen)

Wieso stellt dieser Typ Eimer in einen Aufzug?

Der ist einfach... verrückt.

Der meint, David simuliert.

Simuliert? - Willst du bei mir übernachten?

Äh, nein danke, ich hab noch was vor.

Und was machen wir morgen?

Gehen wir einkaufen?

David, das war doch erst mal nur der Kennenlerntag.

Frag Lenny erst mal, ob er weiter mit dir Zeit verbringen will.

Willst du weiter mit mir Zeit verbringen? - Klar.

Gehen wir morgen einkaufen? Da ist Samstag und ich hab keine Schule.

Meinetwegen. Nachmittags?

Nachmittags? Ich bin um sieben Uhr wach.

Was mach ich denn dann den ganzen Tag? - Okay, dann... um zehn?

Zehn ist gut.

(Technomusik wird eingeblendet)

Du musst wirklich in 'nem Hospiz abhängen? Ätzend!

Mein Vater will, dass ich über mein Leben nachdenke.

Lass dir diesen Schwachsinn nicht einreden.

Die Tag und Nacht arbeiten, DIE spinnen.

Wir sind nicht die Verrückten.

Die Selbstoptimierer, die morgens um fünf aufs Laufband gehen.

Wie so kleine hässliche Hamster im Rad,

rennen den ganzen Tag, kommen null vorwärts.

Wir kommen aber auch nicht wirklich vorwärts.

Wir rennen aber auch nicht.

(alle) Ääääääh.

(treibender Technobeat)

(Musik stoppt)

(lautes Klingeln)

(Stöhnen)

Fuck.

(verspielt-schräge Instrumentalmusik)

Und ich kann da wirklich alles drauf schreiben?

Schreib von mir aus 'n Flug ins Weltall rein.

Und das machst du dann mit mir? - Nee, das ist wie an Weihnachten.

Da kriegt man auch nicht alles, was man sich wünscht.

Und wenn man es kaufen kann, bis wie viel Euro darf das sein?

Egal. Zahlt mein Vater.

Der hat eh keine Zeit, sein Geld auszugeben.

Fertig.

"Ein neues Handy, neue Sneakers, 'ne coole Lederjacke, ein FC B..."

Warte mal.

(Surren und Ratschen)

So.

Was wir hier erledigen können, markiere ich grün, ja?

"Neues Handy, neue Sneakers,

'ne coole Lederjacke, 'n FC-Bayern-Schlafanzug."

Das alles können wir hier kaufen.

Den ganzen anderen Kram,

also "lange wach bleiben, in den Club gehen,

mal mit 'ner Limousine fahren.

"Sportwagen fahren und Sportwagen selber fahren.

"Einen Song aufnehmen wie ein richtiger Rockstar.

"In einem tollen 5-Sterne-Hotel übernachten,

so viel Schnitzel mit Pommes und Cola bestellen, wie ich will."

Okay. Alles mit ein bisschen mehr Aufwand, mach ich mal orange.

"Mama mal wieder glücklich sehen.

"Einem Mädchen eine rote Rose schenken. Ein Mädchen küssen.

"Mich verlieben.

"Ein Mädchen nackt sehen."

Mach ich mal rot.

Fangen wir mit grün an, okay?

Wenn ich Mama die Liste zeige, lacht sie bestimmt.

Du willst die Liste deiner Mutter zeigen? Auch all die roten Sachen?

"Einem Mädchen eine rote Rose schenken.

"Ein Mädchen nackt sehen."

Besser nicht, oder?

Aber lügen ist auch doof.

Wieso, du lügst doch nicht. Du lässt es einfach weg.

Weglassen ist nicht das Gleiche wie lügen? - Nee.

Weglassen ist weglassen.

Okay, dann lass ich's besser weg.

Ja.

Okay, lass los.

(verspielte Musik)

Hast du meine Sauerstoffflasche?

(lautes Zischen)

(Zischen verebbt)

Willst du nicht das T-Shirt in einer anderen Farbe kaufen? Grau ist depri.

Du hast doch auch 'n graues an. - Deswegen ja.

Das T-Shirt und die Jacke hier, sonst nehm ich gar nichts.

Okay.

Warum hast du einen Zweijahresvertrag für mich gemacht?

Weil's das Handy dann umsonst gibt.

Fühl mal.

Den wollte ich schon so lange.

Der ist doch ganz geil.

Wie findste denn den?

(zitterndes Atmen)

David, was ist denn los?

Ey, deine Lippen sind ganz blau.

Sauerstoff...

(spannungsgeladene Musik)

Fuck!

Scheiße.

Scheiße!

Wo ist die Flasche hin?

Fuck!

Scheiße!

Scheiße.

(Frau erschrickt) Sorry.

(erleichtertes Ächzen)

(leises Zischen)

Sind Sie der Betreuer von dem Jungen? - Ja.

Die Tasche stand da, bei den T-Shirts.

Er hätte sterben können!

(Ächzen)

Alles okay?

Nein.

Weißt du was? Ich kann dir bei dem Rest nicht helfen.

Warum?

Du spielst noch mit Puppen.

Du wirst so schnell kein Mädchen klar machen.

Warum bist du so gemein?

Weil es die Wahrheit ist.

Ich wollte dich schon zu meinem Geburtstag einladen, aber jetzt nicht mehr.

Schmeiß die Pillen ein, sonst gibt's keine Party.

Es gibt eine, aber ohne dich!

Kann ich mit leben.

Ja komm! - Ich kann nicht so schnell.

Kein Wunder, du läufst ja noch gar nicht.

Für die anderen Sachen findest du jemand anderen, ja? - Wen denn?

Da gibt's doch dieses Wunschding für kranke Kinder.

"Aktion letzter Wunsch".

Schon eingelöst. Da hat meine Puppe neue Haare bekommen.

Dein Wunsch war, dass deine Puppe neue Haare bekommt?

Ich weiß, du denkst, ich bin zu alt für 'ne Puppe.

Aber Anna war bei all meinen Operationen dabei. Die werf ich nicht weg.

Den Rest macht jemand anders mit dir, okay?

(Musik: "Night Moves" von Roosevelt)

(stumme Szene)

Ta-ta!

(Kichern)

Hä?

Lass mich mal.

Okay.

Ist das wirklich der Schlüssel? - Ich hab nur den.

Komm mit.

Okay.

(Kauzruf)

(Klacken)

Wieso komm ich nicht ins Haus?

Weil ich die Schlösser ausgewechselt hab.

Da sind ein paar Klamotten und 'ne Zahnbürste.

Dein Ernst? - Ja, das ist mein Ernst.

Du machst wieder nichts fertig.

Wir hatten eine Verabredung,

aber bei der ersten Gelegenheit brichst du alles wieder ab.

Ich kann das nicht machen.

Wenn er sich beim Einkaufen schon so aufregt, dass er fast stirbt.

Papa! Papa!

Also zu mir können wir nicht.

Meine Eltern wollen das nicht. - Wie alt bist 'n du?

Ich werd nächste Woche 17.

(ruhige Musik)

(Würgen und Husten)

(Brechen und Ächzen)

Und?

Fertig mit Kotzen?

(Stöhnen)

Noch mal 'ne Runde?

Dr. Mann, könnte ich bitte so 'ne Pille gegen Übelkeit haben?

Vomex A oder was?

Nee, nee, nee, die von der Onkologie.

Für die Krebspatienten, dass die bei der Chemo nicht spucken müssen?

Ja, die helfen voll.

Weißt du, was auch voll hilft? - Ha?

Ey...

(Stöhnen)

Kann ich kurz hier pennen?

Bitte nur ganz kurz. - Das ist ein Behandlungszimmer.

Hier kümmern wir uns um Patienten, nicht um reiche besoffene Chefarztsöhne.

Ihr kümmert euch um Patienten. Echt jetzt?

Ihr redet doch kaum mit denen.

Wenn du noch mal kotzen musst, hier rein.

Du hast 'ne Stunde.

(Tür fällt zu)

(Musik: "There Is An End" von The Greenhornes)

(Rumpeln)

Ha?

Haben Sie den Eimer in den Aufzug...?

(Petry) Verpiss dich!

Sonst ruf ich die Polizei!

(Mutter) Wenn du das nächste Mal umfällst, ruf ich keinen Rettungswagen mehr!

(David) Mir egal.

Lenny?

Hey. - Was machst du hier?

Wir haben ja noch ein bisschen was vor, oder?

Ich dachte, ich soll mir dafür jemand anderen suchen.

Hast du jemand anderen?

Woher denn?

Was hältst du davon:

Wir machen so lange weiter, bis du jemand besseren findest.

Okay. Aber nur bis ich jemand besseren finde.

Okay.

Warum hast du 'ne Tasche? - Sport.

(Tür fällt zu)

Ich müsste meine Tabletten nehmen, will aber nicht.

Hast du schon mal so viele auf einmal genommen? Ich krieg die fast nicht runter.

Ich krieg davon immer Bauchschmerzen. - Wie viele sind das?

16.

Gib mir mal 'n Glas.

(Lenny zählt leise)

Wer zuerst alle geschluckt hat. - Das gewinn ich.

Glaub ich nicht.

Eins, zwei,

drei!

Fertig!

Alle auf einmal?

Also doch keine Bauchschmerzen, ja?

Jetzt nicht mehr.

Sie müssen uns anrufen, bevor Sie uns besuchen.

Wir sind auf dem Weg zur Kirche.

Kann ich was mit Lenny machen? Bitte, bitte! - Nein! Du kommst mit.

Ich war doch diese Woche schon einmal in der Kirche. Bitte, Mama!

Gut. Aber ihr bleibt in der Gegend. Keine Aufregung.

Und ich will alle 30 Minuten eine SMS mit Bild, okay?

Machen wir.

(Türklopfen)

Na? - Na?

Hallo, David. - Hi, Manfred.

Tschüss, mein Schatz.

Wer war denn das?

So ein Typ aus der Gemeinde.

Der steht auf meine Mutter.

Und was machen wir jetzt?

Ich würd gern so... so abhängen.

Chillen.

Aber nicht mehr als fünf.

Und erzähl's nicht deiner Mutter.

Gott, ist der hässlich! Wem gehört denn die Karre?

Dem Petry, der immer die Aufzüge anhält.

Echt? - Mhm.

Limo?

(Petry) Ey, ihr Arschlöcher!

Runter von meinem Auto!

Da müssen Sie noch warten.

Runter oder ich schlag euch runter!

Wir sitzen grad so gemütlich.

(beschwingte Musik)

Der kommt jetzt wirklich. - Dann springst du auf meinen Rücken.

Na wartet, ihr kleinen Pisser, ihr!

Komm!

Ihr Arschlöcher!

Macht das nie wieder, ihr Arschlöcher!

Wart mal.

Das darfst du nicht machen!

Komm, schnell rein!

Wo hast 'n du das gelernt?

Waldorfschule. - Wie geil!

Ich ruf die Polizei,

ihr miesen Schweine!

Ich wette, der regt sich grad so richtig doll auf. - Das wette ich auch.

(Schlagermusik)

Was hört der denn für'n Müll? Stell mal einen guten Sender ein.

Ja? - Ja!

Cool.

(Musik: "Be Mine" von Ofenbach)

Willst du auch mal fahren? - Ich?

Ist doch fast ein Sportwagen. - Klar!

"Be Mine" von Ofenbach läuft weiter.

Oh, ich bin so aufgeregt!

Ganz ruhig. Atmen nicht vergessen, ja?

Also: mit dem linken Fuß auf die Kupplung.

Genau. Mitte ist Gas... äh, Bremse, rechts ist Gas.

Und jetzt... - Bitte schnall dich an.

Ich will nicht, dass du stirbst, wenn ich einen Unfall baue.

Okay.

Tut mir leid.

Also, Gang einlegen. Genau.

Langsam von der Kupplung lösen.

Rechten Fuß aufs Gas.

Langsam kommen lassen und aufs Gas, genau.

Super!

Geil!

Jetzt den zweiten Gang, also wieder auf die Kupplung.

(Knirschen und Rattern)

Du bist nicht drin. Noch mal.

Und Gas! Gib Gas! (Motorheulen)

(David lacht)

Du kannst schon was schneller fahren. Drück richtig drauf!

Trau dich!

(Johlen)

Jetzt links!

Und hier links!

Yeah!

Und bremsen. Bremsen!

Bremsen! BREMSEN!

Wow!

Hammer!

Wir müssen Mama ein Foto schicken!

Shit!

Geil!

(David lacht)

(lautes Stöhnen)

Was ist los, brauchst du Sauerstoff? - Nee.

Ha? - Meine Leber brennt.

Ich dachte, du hast ein kaputtes Herz.

Meine Organe sind alle nicht mehr so ganz gut.

Magen, Leber, Niere, und meine Wirbelsäule auch.

Ist eigentlich alles im Arsch.

Außer meinem Arsch vielleicht.

Aber da kommt auch ganz schön oft Blut raus.

(ruhige Musik)

Die Tür mit dem Ellbogen zumachen.

Schaffst du es, ruhig zu bleiben?

Ich stell mir vor, ich hab 'ne Darmspiegelung.

Locker bleiben.

Das sind sie! Das sind die beiden!

Grüß Gott. Können wir Ihnen kurz ein, zwei Fragen stellen? - Sicher.

Kennen Sie den Mann?

Ja. Der blockiert immer den Aufzug.

Und als ich meinte, er soll das lassen, hat er geschrien, er ruft die Polizei.

Stimmt das? Blockieren Sie Aufzüge? - Darum geht's doch jetzt nicht.

Die beiden haben mein Auto geklaut! - Entschuldigen Sie mal!

Der Junge... hier, der ist schwerkrank. Glauben Sie, wir klauen einen Wagen?

Halt's Maul, Kanake! - Hey, jetzt...!

Wir haben Blätter gesammelt.

Und gleich bastelt Lenny mit mir Karten für Mama.

Sie kennen den Wagen wohl gar nicht?

Der ist ja kaum zu übersehen. Wir sind grad dran vorbeigelaufen.

Der Wagen stand HIER! HIER!

Wissen Sie, wie oft uns Leute anrufen,

die nur vergessen haben, wo sie ihren Wagen geparkt haben? Also bitte!

Ich weiß doch, wo mein Wagen steht!

Dürfen wir jetzt weiter? - Ja, sicher. Entschuldigen Sie.

(harmonische Musik)

Den schnapp ich mir.

Besser wir lassen ihn in Ruhe. Er ist bestimmt sauer.

Wahrscheinlich.

Ihr verlogenen Wichser! - Sie sind nicht sehr nett.

Du simulierendes Arschloch...! - Hey!

Wenn Sie noch EIN MAL einen Eimer in den Aufzug stellen,

dann fahren wir noch mal mit Ihrer Schrottkarre, verstanden?

Ja oder nein?

(erstickt) Ja.

Sehr gut.

Dann passt ja alles.

Schönen Abend noch!

(harmonische Musik)

Er wird nie wieder den Aufzug aufhalten!

Er wird nie wieder den Aufzug aufhalten! - David, mach langsam!

Sie haben ihm gesagt, er soll das lassen, und er hat einfach ja gesagt?

So in etwa, ja.

Er hat Sie nicht angebrüllt oder gesagt, er ruft die Polizei?

Nee, nee, der war ganz nett.

Richtig verständnisvoll.

Verständnisvoll? Der? - Er wird nie wieder den Aufzug aufhalten!

Hör sofort auf zu springen!

Das endet nicht gut.

David?

Wieso springst du auch rum wie blöd? Du sollst das lassen!

(Mutter) Ja, ganz ruhig.

Ich krieg keine Luft!

Lenny, hol den Sauerstoff!

Wohin? - Einfach hinlegen.

Und mach mal auf, bitte.

(röchelndes Atmen)

Atme! Ganz tief einatmen!

Konzentrier dich aufs Atmen!

(Brechen)

Ja komm, setz dich mal hin.

Okay. Ist es besser?

Alles gut.

Es ist alles gut, Schatz.

Sein Schlafanzug ist im Trockner.

(Sportkommentator)

Willst du heute hier übernachten?

Das wird deine Mutter sicher nicht wollen.

Mama, darf Lenny hier übernachten?

Oh, Schatz, ich glaub, Lenny braucht mal 'ne Pause von uns.

Aber es hat noch nie jemand hier übernachtet!

Hast du denn gefragt, ob er will?

Willst du?

Wenn's okay ist.

Ja, klar.

Mein großer Bruder!

Ja.

(Musik: "I'm Getting Ready" von Michael Kiwanuka)

Nacht, Mama. - Nacht, Schatz.

(Lenny) Gute Nacht.

Und was machen wir morgen?

Also, was machen wir morgen?

Sag schon, was machen wir hier? - Siehst du dann schon.

Sag schon! - Siehst du dann.

Und was seh ich dann? - Siehst du, wenn du's siehst.

Und was seh ich da?

Siehst du dann.

(Musik: "Finer Things" von Marlon Douglas)

(schweres Atmen)

Was ist los? Brauchst du Sauerstoff?

Nicht nötig, Bruder.

Die waren aber nicht echt, oder? - Doch, klar.

Echt? - Nee.

Also nicht echt?

Der Unterschied zwischen echten Brüsten und denen da drin

ist wie zwischen Vanilleeis und Schlumpfeis.

Wie veganer Käse. - Ja.

So ungefähr.

(Schnarchen)

Danke.

Ich hab mich um zehn hingelegt, aber ich kann einfach nicht schlafen.

Ich kann einfach nicht schlafen.

David würde gern einen Song aufnehmen,

und ein Freund von mir hat ein Tonstudio.

Kann ich ihn morgen nach der Schule mitnehmen und dahin gehen?

Ich will die genaue Adresse,

und 'ne Festnetznummer, falls es da keinen Empfang gibt.

Und alle 30 Minuten 'ne SMS mit Bild,

mit meinem Sohn und der Sauerstoffflasche.

Geht klar. Jede halbe Stunde ein Bild mit Sauerstoffflasche.

Ich geh noch mal 'ne Runde raus, bin aber zeitnah zurück, ja?

Ja, natürlich.

Du hast ja keine Verpflichtung, bei uns zu sein.

Gute Nacht. - Nacht.

(Technomusik)

(Johlen)

Okay, ich hau ab. - Echt jetzt?

3:30 Uhr, und du gehst heim?

Schwächelst du? - Voll.

(Musik bricht ab)

Aufstehen!

Oh, du stinkst!

Ich hab meine Tabletten schon genommen!

Aufstehen! Ich muss zur Schule!

Anna und ich sind schon angezogen.

(Grummeln)

Bist du morgens immer so unhöflich?

Ich hab doch noch gar nichts gesagt.

Guten Morgen, David. Du hast heut jemanden dabei?

Ähm, das ist Lenny. - Guten Morgen.

(Schüler) Morgen.

Wollen Sie uns etwas über sich erzählen?

Ich bin nicht so spannend.

Wir finden, jeder Mensch ist spannend,

und jeder Mensch hat eine spannende Geschichte.

Ähm...

Er ist mein großer Bruder.

So sieht's aus. - In Ordnung.

Niemand muss hier müssen.

Außer man muss mal.

Danke für deinen Beitrag, Franky.

Jetzt geht's aber mit unserem Matheunterricht weiter.

Wenn bei diesem Rechteck A 5 cm lang ist,

und B 4 cm lang ist,

dann verwenden wir für die Berechnung des Flächeninhalts A die Formel:

A mal B.

Und nachher gehen wir ins Tonstudio, da nehm ich einen Song auf.

Ich will auch so einen. - Ich auch!

Ich will auch ins Tonstudio. Rockstar sein!

(Ächzen)

(kehliges Lachen)

Okay. - Gut.

(gedämpfte Popmusik)

Da ist jemand vor uns drin.

(Mädchen) ♪ Everybody wants to be a star.

♪ Everybody wants to move like Jagger.

(gedämpft) ♪ Everybody wants a fancy time.

(Lenny) David?

Wir müssen sofort Rosen kaufen! - Was? Wieso?

♪ Everybody wants to feel alright.

♪ Everybody wants to be somebody. (Frau) Was machst du denn?

(Mädchen) Was? - Wir haben heute so gut geübt!

Ja, genau deswegen sing ich ja auch.

Entschuldige, das ist nicht anzuhören!

(Mädchen) Was soll das denn jetzt?

(Frau) Du bist nur nervös, okay?

Ich brauch Rosen, und dann...

dann...

dann sag ich ihr, dass sie so hübsch ist wie meine Puppe Anna.

(Ächzen)

Was machst du da?

Hey!

Hey, ist nur ein Papierkorb.

Ist nur ein Papierkorb.

Wenn du jetzt ins Krankenhaus musst,

dann wirst du keinen Song aufnehmen und das Mädchen ist auch weg.

Jetzt hör mir mal zu. Setz dich mal hin.

Du wirst kein Mädchen klar machen,

indem du ihr 'ne Puppe unter die Nase hältst.

Zweitens: Die Kleine ist 'ne arrogante Bitch, das seh ich sofort.

Weißt du's? Hast du 'ne Freundin?

Ich hab viele Freundinnen.

Auch eine, die für dich weinen wird, wenn du sterben wirst?

Nein...

Aber da bin ich eh tot.

Wenn du alle Zeit der Welt hättest, würd ich sagen, nimm sie,

lass dir das Herz brechen, aber du hast schon ein bescheuertes Herz, okay?

David?

Du gehst da jetzt hin, spielst am Handy und wartest,

bis die kleine Schwester dich anspricht.

So lange bleibt Anna im Müll.

Was machst du da für'n Spiel? - Banana Kong.

Darf ich auch mal?

Ich mach's erst fertig.

(Gaminggeräusche)

(Musik: "It's All Over Now Baby Blue" von Van Morrison)

(Musik bricht ab)

Sie ist doch hübsch. - Sag ich doch!

Kannst du Rosen bestellen? - Hör mal auf mit diesen Scheißrosen!

Ich brauch wirklich Rosen! - Nein!

Hey, ruhig atmen.

Ruhig atmen.

Okay, okay, ich bestell Rosen. Ich bestell Rosen, ja?

Schwör! - Ich schwöre.

(atmet ruhiger)

Sag mal, hast du grade...? - Du hast geschworen.

Geschworen ist geschworen.

Du kleine Ratte.

Alles gut? - (hoch) Mhm.

Wie alt bist du? - 15.

Echt? Ich auch. Wann wirst du 16?

In fünf Wochen. Magst du zu meinem Geburtstag kommen?

Ich wohne in Berlin. - Kommt ihr noch mal her?

Nee, leider nicht.

Hm... Darf ich auch mal spielen? - Klar.

Also, das Spiel heißt Banana Kong. Man muss da immer...

(Ton wird aus- und "It's All Over Now Baby Blue" eingeblendet)

Hat das lang gedauert! Beeil dich, wir müssen zum Zug. Sarah?

Sarah, kommst du auch, bitte?

Hallo, Fleurop. Haben Sie die Rosen bestellt?

Sind die für mich? - Nein!

Die sind für das allerhübscheste Mädchen auf der ganzen Welt.

Echt jetzt?

Heulst du jetzt? - Nein!

Danke.

Es tut mir leid, wir müssen wirklich los. Unser Zug fährt.

Sarah, komm. Hannah, du auch, bitte?

Ich hab nichts von ihr. NICHTS! - Beruhig dich.

Wir kriegen ihre Nummer schon raus. - Ich bin so saublöd!

Willst du jetzt singen oder einen Beschwerdebrief schreiben?

Singen.

Sehr gut. Dann starten wir jetzt.

Du singst, und wenn's zu leise ist, bearbeiten wir das später, okay?

Und... los geht's!

(sanfte Popmusik)

(schief) ♪ Ich wollte nie erwachsen sein.

♪ Hab immer mich zur Wehr gesetzt.

♪ Von außen wurd ich hart wie Stein...

Tut mir leid. War das schlimm?

Überhaupt nicht. Wir machen's einfach noch mal.

Trau dich mal richtig, ja? - Ja.

(mit Inbrunst) ♪ Ich wollte nie erwachsen sein.

♪ Hab immer mich zur Wehr gesetzt.

♪ Von außen wurd ich hart...

Wo hast'n den aufgegabelt? - Singt ganz schön schief, hä?

David?

Scheiße!

(bedrohliche Musik)

(Zischen)

(tiefes Atmen)

Was denn? Ha?

Was denn? Oh, Scheiße!

Sauerstoff?

Besser?

(Schluchzen)

Nichts klappt! Nichts krieg ich hin!

Nicht mal den Song hab ich zu Ende gekriegt.

Wieso? Wir nehmen den Song gleich weiter auf.

Wir fahren nicht nach Hause? - Nein.

Und wenn ich wieder umkippe?

Also ich wär so weit, falls du noch mal kotzen musst.

Foto für Mama! - Ja.

Okay, weiter geht's.

(schief, aber mit Inbrunst) ♪ Irgendwo tief in mir,

♪ bin ich ein Kind geblieben.

♪ Erst dann, wenn ich's nicht mehr spüren kann,

♪ weiß ich, es ist für mich zu spät.

♪ Zu

♪ spät!

Hey! - Hey, bravo!

(Lenny) Wir haben schon richtig was weg:

neues Handy, Lederjacke,

so viel Chips und alkoholfreies Bier trinken, wie du willst.

Und wer hätte das gedacht:

einem Mädchen eine rote Rose schenken.

Was haben wir noch übrig?

Soll ich morgen 'ne Limousine bestellen?

'ne Limousine? Holst du mich damit von der Schule ab?

Wenn du willst.

Machst du dann ein Foto von mir für Facebook?

Du bist auf Facebook?

Nur um zu sehen, was mein Bruder und mein Vater machen.

Da guckst du dann deren Bilder an?

Die gucken auch meine an.

Mein Vater hat neulich gepostet: "Cooles Bild."

Ich hab dann geschrieben: "Wie geht's?"

Aber da hat er nicht mehr geantwortet. - Echt nicht?

Mama glaubt, er findet uns anstrengend.

Quatsch, du bist doch nicht anstrengend. - Doch!

Bei Sachen, die ich nicht leiden kann, kann ich ECHT nerven.

Was kannst du nicht leiden? - Krankenhaus.

Du bist aber ziemlich oft im Krankenhaus, oder? - Eben.

Wie ist denn dein Vater so?

Kennst ihn doch. - Aber nur als Arzt, sonst nicht.

Da gibt's nicht so viel.

Der arbeitet oder ist zu fertig vom Arbeiten.

Aber ihr macht bestimmt coole Urlaube zusammen.

Der operiert, bis er umfällt.

Oder er fällt eines Tag um, wenn er aufhört zu operieren. - Quatsch!

Doch!

Da geht's immer um Leben und Tod.

Das ist so ein Adrenalinschub für den,

da kann kein Alltag mithalten.

Ich finde Alltag ja echt toll. Wenn ich älter werden könnte,

hätte ich 'ne Familie mit vier Kindern, ein Haus mit Garten und einen Hund.

Vielleicht sogar ein Kaninchen,

aber die sterben ja leider so schnell.

Das wär dein Ziel im Leben?

Okay.

(Türklingel)

Ihr seid 20 Minuten zu spät!

Wir haben noch Blumen gekauft.

Oh...

(Kuss)

Sag mal,

wonach riechst denn du?

Nach Bier? - Alkoholfreies Bier.

Du weißt, du musst morgen zur Untersuchung.

Lenny will mich mit der Limousine von der Schule abholen!

Es kommt aber der Krankenwagen, deine Werte müssen geprüft werden.

Ich hasse dich!

Schatz, wir müssen da jetzt langsam mal rein.

Ich will den Pieks aber nicht.

Wir müssen da aber rein.

Nein!

Wir gehen da jetzt rein. Wird nicht so schlimm werden.

Nein! Ich will da nicht rein!

ICH GEH DA NICHT REIN!

KEINEN PIEKS!

ICH WILL KEINEN PIEKS! NEIN!

NEIN!

Komm. Komm. (Schluchzen)

(sanfte Musik) NEIN! NEIN!

(heftiges Schluchzen)

Du kennst dich aber gut aus.

Ich bin hier aufgewachsen.

Ich auch.

Es wird nicht weh tun.

Lüge! Immer sagt ihr das, und dann tut es doch weh!

Ich bin ganz vorsichtig.

NEIN! - David, wovor hast du denn Angst?

Vor dem Pieks!

Das ist nur ein ganz, ganz kleiner Pieks. - Aber es tut jedes Mal mehr weh!

Und wenn ich den Pieks mache?

Tut es immer noch weh.

Ja, aber ich belüg dich nicht.

(Lenny) Ich kann verstehen, wenn du gleich losbrüllst.

Das wird jetzt sehr, sehr weh tun. Richtig krass.

Ich kann das auch gar nicht, ich hab das noch nie gemacht.

Ich weiß, wie die das machen. - Wie denn?

Du streckst den Finger aus.

Wieso nimmst du nicht den hier?

(Lenny) Und dann?

Und dann piekst du hier an der Seite rein, von oben.

Moment.

Okay.

Bereit?

Aua! - Schon geschafft.

So.

Lenny?

Kann ich dich gleich mal kurz sprechen?

Warum wirst du kein Arzt? - Quatsch.

Genug Wartesemester hättest du ja auf jeden Fall.

Wär der nichts für dich? Er ist auf der Suche. - Stimmt gar nicht!

Ich bin überhaupt nicht auf der Suche. Ich hab genug Stress.

Er hat niemanden, der für ihn weint, wenn er stirbt.

Das kann ich mir vorstellen.

Hast du jemand, der um dich weint, wenn du stirbst?

Nee, aber dann bin ich ja eh tot.

Danke. Das war grad echt... richtig cool.

(Signaltöne)

Davids Ergebnisse haben sich nicht wirklich verbessert.

Natrium, Kalium ist bescheiden. Der Körper ist übersäuert.

Das heißt, Niere und Galle wollen nicht wieder so richtig arbeiten.

Aber es gibt eine gute Nachricht:

Die Blutzuckerwerte sind gut. Im Moment besteht kein Verdacht auf Diabetes.

Hier.

Vielleicht willst du hin und wieder zu Hause übernachten.

Und euer Plan bei David ist was? Abwarten?

Ja. Was sollen wir sonst machen? - Keine Ahnung.

Ich bin ja kein Arzt.

Deswegen vertraut er dir ja auch.

(sanfte Musik)

Kein Diabetes!

Du bist nicht freiwillig zu mir gekommen?

Es war 'ne Bedingung von meinem Vater, damit ich wieder Geld kriege.

Das ist total mies von dir.

Na ja, ich hab ja nie wirklich gesagt, dass ich freiwillig komme.

Ich hab auch nie genau gesagt, wieso ich...

Ja, du hast recht. Das war mies.

Gut, dass du dich nicht versuchst rauszureden,

aber entschuldige dich.

Sag, dass es mies war. Und bitte mich, dir zu verzeihen.

Okay gut: Das war mies. Kannst du mir bitte verzeihen?

Das klang sehr genervt. Man muss es mit viel Liebe im Herzen sagen.

Liebe im Herzen? - Ja.

Es war mies,

und es tut mir wirklich leid.

Kannst du mir bitte verzeihen?

Ja, ich verzeih dir.

Glaubst du, ich hab echt gedacht, du kommst wegen mir? Ins Hospiz?

Jemand wie du?

Ich hab vielleicht ein bescheuertes Herz, aber mein Hirn funktioniert noch gut.

(beschwingte Musik)

Es ist so cool hier, so cool!

Ich war noch nie abends weg. NIE!

Anna findet's auch richtig toll hier.

David!

(Freund) Hey!

Hey!

Na, stören wir beim Kindergeburtstag?

Hallo, Liz. - Hallo, Lenny.

Hallo. - Hallo.

Hi, ich bin der Dan. - Hi.

Bist du nicht noch 'n bisschen jung, um hier zu sein?

Ich werd bald 16. - Oh!

Oh!

Noch nie Titten gesehen?

Doch, in 'nem Separee.

Bist du 'n kleiner Spanner? - Hey!

Ach, das ist hier wie mit den Nutten und den Behindis,

damit die auch mal zum Stich kommen? - Halt's Maul!

Hör gar nicht hin.

Was denn? Das war 'n Scherz.

Red nicht so'n Scheiß!

Es war ein Scherz.

Hey, Bruno!

Ich glaube, deine Freunde mochten mich nicht so gerne.

Scheiß der Hund drauf.

Was war deine längste Beziehung?

Während dem Studium, zwei Jahre.

Hast du sie gefragt, ob sie dich heiratet?

Nein, natürlich nicht.

Das Mädchen aus dem Tonstudio, das würde ich heiraten. - Echt?

Fragst du bei der Mutter nach der Nummer? - Ja, kann ich machen.

Dann kannst du sie anrufen.

Und dann heirate ich sie.

Man muss nicht jede Frau gleich heiraten, nur weil man sie mag.

Doch, man muss ihr zeigen, dass man sie toll findet.

Wenn du's jetzt nicht machst, kann es sein, dass du's nie mehr machen kannst.

Du hast keine Bauchschmerzen!

Wer so lang ausgeht, kann auch seine Tabletten nehmen.

Aber ich hab wirklich Bauchschmerzen.

Ich hab das SO satt, dass immer ich hier den Shitpart hab.

Ich hab euch die Tabletten hingelegt, und ihr habt sie liegen lassen.

Und jetzt fängt der Tag für mich wieder nur mit Gemecker an.

Nimm sie einfach. - Aber es tut weh. Richtig doll!

Es zieht bis hier hoch. - Ich geh raus. Ich pack das nicht.

Jedes Mal, immer wieder.

Seit Lenny da ist, hab ich sie immer genommen!

(Türschlagen) Komm, nimm sie einfach.

David? Hey, alles klar?

Hey! Scheiße.

Betty!

Hey, David!

(Tür und Schreckenslaut)

Der ist umgekippt. - Mach mal auf!

Mein Schatz! Schatz!

(panisch) Mein Gott!

Oh, mein Schatz! Mein Schatz!

(Zischen)

David!

David? Telefon!

Ja, das ist ein Notruf. - David?

Mein Sohn David... Sie kennen uns schon.

David! - Ja, es ist nicht das erste Mal, aber es geht um Leben und Tod.

Er atmet kaum noch.

Gut, danke schön. - Was kann ich tun?

Schatz!

Anna, ich brauch Anna.

Die Puppe? - Mhm, immer wenn die bei ihm war, ist ihm nichts passiert.

(dramatische Musik)

Es wird alles wieder gut, mein Liebling, das versprech ich dir.

Ich kann sie nicht finden. - Aber sie ist sein Glücksbringer.

(Martinshorn)

Ich spür fast keinen Puls mehr!

(stumme Szene)

(Dr. Reinhard) Kontrastmittel.

Läuft.

Wir haben bei David im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung

einen Ventrikelseptumdefekt festgestellt.

Das heißt, er hat ein Loch in der Herzscheidewand,

sein Herz muss größere Mengen an Blut pumpen.

Wir werden David jetzt eine Art Spiralfeder implantieren.

Körpereigenes Bindegewebe überwächst diese

und dichtet so das Loch in kurzer Zeit vollständig ab.

Es wird schon gutgehen.

(Dr. Reinhard) Patient stabil? (Ärztin) Ja.

Rechts.

Da wollte ich hin. Genau da.

(Tür)

Das Loch in der Herzwand ist jetzt verschlossen.

Sie wissen ja selbst, dass Davids Überlebenschance bei ca. 30% liegt.

Wir müssen abwarten, ob und wann er wieder aufwacht.

Mehr können wir im Moment nicht tun.

Sie können jetzt zu ihm.

Ja? - Ja.

(sanfte Instrumentalmusik)

Ich komm gleich wieder.

(Schluchzen)

Frau Müller?

Danke.

Anna ist da.

Anna ist da, mein Schatz.

Lenny.

Leg dich doch auch mal hin.

Betty hat die Tabletten extra rausgelegt, aber ich hab sie vergessen.

Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun.

Die Herzkatheteruntersuchung stand eh an.

Jetzt musste sie früher sein und unter weniger günstigen Umständen.

An seine Puppe hab ich auch nicht gedacht.

Die Puppe ändert auch nichts daran, dass er todkrank ist.

Sein Zustand hat sich auch nicht verschlechtert, weil ihr Spaß hattet.

Du bist ignorant, schusselig und egoman.

Das ist das Beste, was einem todkranken Kind passieren kann.

(Pager)

Ich muss los.

'tschuldige, das war vielleicht ein bisschen schroff.

Alles gut.

(ruhige Instrumentalmusik)

(David über Handy) ♪ Ich wollte nie erwachsen sein.

♪ Hab immer mich zur Wehr gesetzt.

Morgen.

Wir haben seine aktuellen Werte.

Sie sind weder sehr gut noch bedrohlich schlecht.

Sie können sich in jede Richtung verändern. - In jede Richtung?

Sag ehrlich: eher zum Guten oder zum Schlechten?

Das weiß ich nicht.

Weißt du's nicht oder sagst du's nicht?

Ich weiß es nicht.

Ich hätte dich aus der Schule holen sollen, an dem Tag.

Ich dachte, es sei falscher Alarm, keine Ahnung.

Es war falsch von mir.

Ich hätte dich abholen müssen,

damit du dich von Mama verabschieden kannst.

Ist nicht deine Schuld.

(ruhige Musik)

Man kann nie wissen, wann jemand stirbt.

(kehliges Husten)

(Husten)

(Husten und Würgen)

(leise) Mein Schatz, hallo!

Hallo, mein Schatz.

(Piepsen)

David ist aufgewacht.

(Tür)

Du bist ein Samurai, David.

(flüstert) Lenny.

Schatz, du musst jetzt nichts sagen.

Mann, siehst du scheiße aus.

Du auch.

Hey. - Hi.

Ich wollte nur sehen, wie es dir geht.

Was hältst du davon, wenn wir zusammen essen gehen?

In der Kantine?

Nee, ich mein so ein richtiges... richtiges Essen.

Du meinst ein Date?

Ja.

Ach Scheiße, da bin ich echt nicht gut drin.

Ich auch nicht.

Und warum sollen wir das dann machen?

David sagt immer: Wenn du's jetzt nicht machst,

kann es sein, dass du es nie mehr machen kannst.

Hier.

Ich meld mich.

Okay.

(Musik: "Home Again" von Michael Kiwanuka)

(Lenny) Sehr gut!

Komm, komm.

Einmal noch weiter, komm!

Komm, ey, Alter. Richtig gut bist du!

Gut! Sehr gut!

David, sehr gut! Komm, komm, komm!

Und noch mal!

Einmal noch. Komm, komm, komm. Ja, sehr gut!

Viel, viel besser! Merkst du das?

Mit der Linken kontrollierst du den Ball.

So richtig? - Ja.

(Lenny) Yeah!

Was ist jetzt das Geheimnis?

Wir sagen es dir nur, wenn du ganz ruhig bleibst.

Gerade mal drei Wochen nach der OP, ich hätte gern gewartet,

aber Lenny sagt... - Was ist das Geheimnis?

Ich hab die Nummer von dem Mädchen aus dem Tonstudio.

Was? - Kannst du bitte ruhig bleiben.

Glaubst du, sie erinnert sich an mich? - Ja, ich denke schon.

Bei dem Blumenstrauß und allem.

Kannst du bitte kurz rausgehen? - Äh, nein.

Bitte, ich möchte Lenny was fragen.

Ganz, ganz kurz.

Und mach bitte die Tür zu.

Was red ich denn mit ihr am Telefon?

Dass du gerade fast gestorben bist?

Das ist aber nicht lustig. - Du musst ja auch nicht lustig sein.

Doch. Das steht immer überall.

Wird 'ne hübsche Frau gefragt, was sie mag, sagen alle Humor.

Du hast Humor.

Hab ich? Was hab ich Lustiges gesagt? Dann kann ich's wiederholen.

Jetzt mal nicht so schnell.

(Betty) Alles gut da drin? - Super!

Stell ihr erst mal ein paar Fragen.

Okay, und was sag ich danach?

Das ergibt sich dann.

Was? Und wie lang spreche ich, und wann hör ich auf zu telefonieren?

Wenn die Pausen länger werden. - Und wenn sie von Anfang an lang sind?

Dann hörst du schneller auf.

Und wann kann ich sie wieder anrufen?

Du musst fragen, ob du sie wieder anrufen darfst.

Und zu Beginn fragst du, ob du störst.

Und wenn sie ja sagt?

Dann fragst du, ob du später noch mal anrufen kannst.

Und wenn sie dann nein sagt? - Das wird sie nicht.

Sie mochte dich. - Glaubst du echt?

Ja. - Dann ruf ich sie jetzt sofort an.

Nein, du beruhigst dich jetzt erst mal.

Ich beruhig mich gar nicht. Vielleicht bin ich in zwei Stunden tot.

Ich ruf sie jetzt sofort an. - Ich sag dir jetzt mal was.

Die Sache zwischen Männern und Frauen wird total überschätzt.

Es gibt viele Mönche, die werden über 100 und sind sehr glücklich dabei,

gerade WEIL sie sich den Stress mit den Frauen nicht geben.

Ich glaub nicht, dass ich über 100 werde. Ich ruf sie jetzt an.

Und ich lass die Tür offen, okay?

(leise) Okay.

(gedämpft) Hi, hier ist der David.

Ja genau, der aus dem Tonstudio.

(schrill lachend) Ja! Ja!

Oh Gott. Ja, pass auf:

Rutschen zwei Schokoladen die Treppe runter,

sagt die eine, mir tun die Nüsse weh.

Ich mach's Radio an, okay?

Mhm.

(Musik: "Je t'aime moi non plus" von Serge Gainsbourg & Jane Birkin)

(Davids Lachen und Luststöhnen von Birkin)

(Musik stoppt)

Oh, keine Ahnung.

(ausgelassenes Lachen)

(lachend) Nein.

Wenn er sich jetzt verliebt,

das macht sein Herz nicht mit.

Das Herz ist ein Muskel, mehr nicht.

Sagt das dein Vater? - Ja.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich den mal zitiere.

(hustendes Lachen)

Aber er darf sich nicht aufregen.

Bisschen schwierig mit 15, da ist alles aufregend.

Gut. Ja, tschüss.

Fertig telefoniert, ihr könnt kommen!

Ich hab ihr gesagt, dass ich sie besuche. - Was?

Nach Berlin? Du?

Auf keinen Fall.

Wir alle wissen doch, wie knapp das war.

Und dass er viel Ruhe braucht. Hab ich recht?

Die können doch skypen, ist doch auch was.

Aber skypen ist nicht das Gleiche wie sich berühren.

Bin ich jetzt herzlos,

dass ich meinen todkranken Sohn nicht zu einem Mädchen nach Berlin schicke?

Wieso kommt die nicht hierher?

Sarahs Mutter meint, es sei typisch,

dass sie sich einen hoffnungslosen Fall ausgesucht hat.

Ihre Tochter soll sich nicht in was verstricken.

Ein hoffnungsloser Fall?

Mein David ist ein Glücksfall, und zwar für jedes Mädchen da draußen.

Und trotzdem.

David wird in zwei Tagen 16.

Ich hab mir seinen Geburtstag anders vorgestellt.

Ich will hier schön feiern:

ganz ruhig und nett.

Und außerdem: Fliegen darf er nicht.

Und mit dem Zug fahren lass ich ihn erst recht nicht. Ist viel zu gefährlich.

Ich kann Sie sehr gut verstehen, nach dem, was Sie durchgemacht haben.

Aber David ist ein Kämpfer,

und er hat ein neues Ziel und das ist gut.

Wie wär's mit einem Krankenwagen?

Ich schicke David mit Ihnen zu einer wichtigen Untersuchung nach Berlin.

Das ist sicher und kostet Sie nichts.

Können Sie das denn machen?

Ich arbeite 18 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

Ich kann so einiges machen.

Wir fahren mit dem Krankenwagen nach Berlin?

Da wird nichts passieren.

Hm?

Gut.

Machen wir so.

(Musik: "My Type" von Saint Motel)

Mal sehen, ob der mithalten kann.

(gedämpftes Motorröhren)

(Martinshorn)

Jetzt gibt's Ärger.

(tonlos)

Ich hatte eigentlich ein Einzelzimmer und ein Doppelzimmer bestellt.

(David) "Lieber David,

Du hast es geschafft! Morgen wirst du 16 Jahre alt!

Herzlichen Glückwunsch, Dein Hans."

Hans?

Mein Vater.

Also das ist... das ist wirklich... - Cool.

Aber ist das nicht alles etwas viel?

Und morgen noch mit einer Limousine durch die Stadt?

Ist doch cool.

Wann fahrt ihr denn da los?

Das klärt Sarah noch mit ihrer Mutter.

Sarahs Mutter bestimmt, wie wir morgen deinen Geburtstag feiern?

Und?

Ich wollte auch was mit dir planen.

Ich bin aber wegen Sarah hier.

Klar.

Ich geh mich mal frisch machen.

Ihr könnt das große Zimmer nehmen.

Bestellen wir jetzt so viel Schnitzel und Pommes, wie du willst?

Nee, ich hab keinen Hunger.

Ach, Scheiße.

Das kann doch nicht sein! Ich wollte unbedingt 16 werden.

Jetzt ist alles voll kompliziert.

16 sein ist kompliziert.

Teenager sein ist kompliziert, aber das ist normal.

Echt? - Voll.

Aber ich will, dass sie auch glücklich ist.

Ich glaube, sie ist glücklich, wenn du glücklich bist.

Aber sie macht alles für mich,

und ich mach nichts für sie.

Dann lass uns was für sie machen.

Um wie viel Uhr wurdest du geboren?

(dumpfe Musik)

(Dröhnen, Fiepen und schweres Atmen)

(beklemmendes Fiepen, Krachen und Dröhnen)

(Musik verstummt, ruhiger Atem)

(Summen)

(flüstern) Du bist ja schon vor mir wach. - Klar.

5:27 Uhr.

Happy Birthday.

Danke.

Ich bin jetzt echt 16, was?

Wenn du noch älter wirst, dann geht der Ernst des Lebens los. - Bloß nicht!

Komm!

(beide) ♪ Happy Birthday to you.

♪ Happy Birthday to you. (Betty) Was ist? Ist was passiert?

♪ Happy Birthday, liebe Mama, - Happy Birthday, liebe Betty,

♪ happy Birthday to you!

Ich hab doch gar nicht Geburtstag.

Aber ohne dich wär ich keine 16.

Es ist 5:27 Uhr.

5:27 Uhr.

Heute vor 16 Jahren hab ich dich das erste Mal im Arm gehalten.

(weinend) Dann wurdest du auch schon gleich in den OP gebracht.

Was ist denn?

Ich bin einfach nur glücklich.

Und dann weinst du?

(schluchzend) Ich bin einfach nur wirklich glücklich.

Machen Frauen so was manchmal?

Und jetzt auspusten.

(Betty lacht)

(Jubel)

Vielleicht schaff ich ja noch ein Jahr. - Oder drei oder fünf.

Ich geb mein Bestes.

Brüder für immer. - Brüder für immer.

(Musik: "Hallelujah" von Jeff Buckley)

Hi. - Hi.

Ähm, ist was mit David passiert?

Nee, ich wollte dir nur die Sauerstoffflasche erklären.

Für alle Fälle.

Toll siehst du aus.

Du bist so ein großer Junge.

Und du machst dir auch einen schönen Tag? - Joa, mach ich.

Viel Glück.

Kann ich gebrauchen.

Echt?

Hi. - (hoch) Hi.

Sekunde.

Was denn? - Was, wenn sie mich nicht mag?

Was, wenn sie mich kennenlernt und nicht mag?

Keine Ahnung.

Keine Ahnung?! - Ich weiß es nicht.

Aber das ist das Risiko.

Vielleicht magst du sie mehr als sie dich,

aber das findest du nur raus, wenn du jetzt einsteigst.

Du musst nicht, wenn du nicht möchtest.

Ach, scheiß der Hund drauf. Ich hab eh schon ein kaputtes Herz.

Okay.

Hey, und alle 30 Minuten...

...'ne SMS und ein Bild. Geht klar! - Ja.

Hi.

Bist du okay? - Ja.

Alles Gute zum Geburtstag. - Danke.

♪ Hallelujah,

♪ hallelujah.

♪ Hallelujah,

♪ hallelujah.

(stumme Szene)

♪ Baby, I've been here before,

♪ I've seen this room and I've walked this floor.

♪ I used to live alone before I knew you.

♪ And I've seen your flag on the marble arch

♪ and love is not a victory march.

♪ It's a cold, it's a broken Hallelujah.

♪ Hallelujah,

♪ hallelujah.

♪ Hallelujah,

♪ hallelujah.

Ja, hallo? - Hi, hier ist Lenny.

Hi.

♪ Irgendwo tief in mir

♪ bin ich ein Kind geblieben.

♪ Maybe there 's a God above

♪ but all I've ever learned from love

♪ was how to shoot somebody who outdrew you.

♪ And it's not a cry that you hear at night,

♪ it's not somebody who 's seen the light,

♪ it's a cold and it's a broken hallelujah.

♪ Hallelujah,

♪ hallelujah.

♪ Hallelujah,

♪ hallelujah.

'tschuldigung? Die Anatomievorlesung, wo ist die?

Erster Stock, großer Hörsaal. Ist aber cum tempore.

Ist was? - Viertel nach neun.

Hattest du kein Latein? - Doch, ist schon was her.

Fängst du jetzt an, Medizin zu studieren? - Ja.

Wenn du den Facharzt hast, kannst du gleich in Rente gehen.

Klingt doch nach 'nem super Plan.

♪ Hallelujah,

♪ hallelujah.

♪ Hallelujah,

♪ hallelujah...

(Musik: "Das Herz schlägt bis zum Hals" von Revolverheld)

Untertitel: www.subtext-berlin.com

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