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[Mann] Ambra ist Lust.
Süße, schmerzhafte, mörderische Lust.
Jahrhundertelang versuchten die Menschen, zu ergründen, woher die Ambra stammte,
die an Glückstagen an ihre Strände gespült wurde.
Die Chinesen hielten Ambra für den Speichel der Drachen.
Die Araber sagten,
Ambra entspringe den Quellen am Ende der Welt.
Ambra entstammt dem Verdauungstrakt kranker Pottwale.
Kosten: 50 000 Euro das Kilo.
Die teuerste Scheiße der Welt.
[düstere Musik]
[heftiges Atmen]
[dumpfes Dröhnen]
[sirrender Ton]
[leises Dröhnen]
[Radio] Nach den ausbleibenden Regenfällen ist das Niers-Hochwasser auf dem Rückzug.
Der Pegelstand sinkt. Diesmal ging es glimpflich aus.
Nur ein Keller am Asperberg musste ausgepumpt werden.
Der Befund der Feuerwehr:
Oberflächenwasser, kein Grund zur Besorgnis.
Der Pegelstand der Niers liegt derzeit nur noch bei 1,68 m,
berichtet der Niersverband e. V.
Tendenz weiter fallend.
Erneute Regenfälle könnten Probleme schaffen.
Öltanks, die in den Kellern stehen, sollten dann gesichert werden.
Doch Petrus meint es gut mit uns.
Das Wetter soll überwiegend trocken bleiben.
Nur noch vereinzelte Schauer werden erwartet.
Im ganzen Niederrheingebiet bleibt es freundlich.
Mit einem raschen Abfall des Pegelstandes auf Normalniveau ist zu rechnen.
-[Frau] Sieh mal. -[Radio] Die Verkehrslage.
Herbstzeit ist Rübenzeit.
Wie jedes Jahr sind wieder zahllose Rübentransporter unterwegs
Richtung Zuckerrübenfabrik Bongers & Koch in Aldekerk.
Auf den Straßen ist mit Behinderungen
durch langsam fahrende Traktoren zu rechnen.
Ebenfalls...
Felix, zieh dir was an.
Was hast du da?
[mysteriöse Musik]
[düstere Musik]
K!
Katharina!
Katharina!
[mysteriöse Musik]
Felix.
Felix, komm rein. Ich mache dir einen Kakao.
[sphärische Klänge]
[Signaltöne]
Wenn man nicht Gas gibt, steht man da ewig.
Kennen Sie den Niederrhein?
Wer ist der leitende Staatsanwalt in dem Fall?
[rheinischer Dialekt] Äh, woher soll ich das wissen?
[düstere Musik]
-Frau Simon, guten Morgen. -Dann leiten Sie den Fall.
-Köhler. Angenehm. -Simon.
Herr Köhler leitet die Ermittlung. Das ist Dr. Schenk, unser Rechtsmediziner.
-Guten Morgen. -Guten Morgen.
[mysteriöse Musik]
Hier liebt jemand bestimmte Körperteile, besetzt sie sexuell.
[Köhler] Liebt?
-Könnt's nicht auch mit Hass zu tun haben? -Hass sieht anders aus.
-Gewebsteile und Haare hat er mitgenommen. -Ja. Alles bis auf eine Strähne.
[Handy klingelt]
Herr Köhler, Frau Simon, wir bleiben in ständiger Verbindung.
Grünberg. Hallo?
[dumpfe Musik]
Aha.
[düstere Musik]
[Mann] Fast jede Nacht rennt er davon.
Warum immer wieder dieser Traum?
[Frau] Es könnte Angst oder ein Wunsch dahinterstecken.
Ich wünsche mir nur eins. Dass der Traum weggeht.
Der Junge soll abhauen und nie wiederkommen.
Kann es sein, dass dieser Wunsch dahintersteckt?
Ja.
Das wäre gut gewesen.
Stellen Sie sich das vor.
Versuchen Sie sich vorzustellen,
dass Merten die Flucht gelingt.
[bedrohliche Musik]
Ich kriege das nicht hin. Ich kriege das einfach nicht hin.
Mhm.
[Auslöser klickt]
Ich brauche den Bericht sofort. Absolute Priorität.
[Auslöser klickt]
[Simon] Wiedersehen, Herr Staatsanwalt.
[Männerstimme raunt] Sheeted Memories of the Past-
[Klavierklänge]
[Männerstimme] Shrouded forms that start and sigh
[düster-geheimnisvolle Musik]
[Männerstimme] As they pass the wanderer by-
[Simon] Alleinerziehende Mutter. Sängerin.
-[Köhler] Angeblich nicht so erfolgreich. -Das Haus sieht nach was anderem aus.
Ein reicher Kindsvater? Erbe?
Kopf-, Scham- und Achselhaare. Ein sexueller Fetisch.
-Aber warum diese tiefen Schnitte? -Ich sag's ganz ehrlich.
Überfälle auf Dönerbuden, Selbstmorde, Schießereien im Bahnhofsviertel,
damit kenne ich mich aus.
Aber so was...
Vielleicht war's einer ihrer Männer.
Ein Rudel hielt sie sich, einen verfluchten Schwarm oder so was.
Wir waren Freunde, kennen uns seit der Schulzeit.
-[Simon] Wer ist der Vater des Kindes? -Als ob sie das selbst gewusst hätte.
Vielleicht wollen Sie einen Kaffee?
-Danke. -Nein.
Wir werden Sie später einzeln vernehmen.
[Köhler] Wir brauchen Ihre Fingerabdrücke und eine genetische Probe.
So können wir Spuren eines fremden Täters von Ihren unterscheiden.
-Ich möchte jetzt mit dem Jungen sprechen. -Das geht nicht.
-Das geht. -[zögerlich] Felix spricht nicht.
[Mann] Er versteht manches, sagt aber nichts.
Sieh mal,
ist das ein Pferd?
Ist das hier...
Ist das ein Auto?
Ist das die Mama?
Nein, du weißt nicht, was deiner Mama passiert ist.
[monotone Musik]
Ja, ich habe auch schon überlegt, mir einen Hund anzuschaffen.
Ich hole die immer aus dem Heim.
Manche sind ein wenig gestört, aber das gibt sich.
Also... wie war denn das gestern Nacht?
Also, die Diva, das ist die da mit der weißen Schnauze,
die kann nicht mehr lang einhalten.
Die muss um Mitternacht und gleich morgens früh als Erstes.
-[Jaulen] -Da hast du ein schlechtes Gewissen, ne?
-Aha. -Und da war das Auto.
Können Sie sich an die Marke erinnern? Farbe?
Die Straßenlaternen stehen in so großen Abständen,
da könnten Sie nachts auch keine Farben unterscheiden.
-Sonst ist Ihnen nichts dran aufgefallen? -Nee.
Ach ja,
das ist doch schade, auch für den Jungen.
Der kam manchmal zu Besuch.
Der war wie einer von den Hunden.
Mit den Hunden über der Schüssel.
Wie einer von euch, nicht? Ja, du.
-Wie, der Junge hat Hundefutter gegessen? -Das ist gesund. Probieren Sie mal.
Mhm.
Äh, nein danke.
-[Winseln und Jaulen] -Schön hierbleiben, ja? Schön.
Der Niederrhein ist groß im Kommen als Urlaubsgebiet.
Wenn Sie mal einen Touristen treffen, schicken Sie ihn zu mir.
Deswegen habe ich geguckt, ob das Auto, ob das vielleicht ein Tourist ist.
Aber war ein Kennzeichen von hier.
-Das Kennzeichen haben Sie sich gemerkt? -Ja.
Das war irgendwas aus der Region. Wesel, Kleve... oder Essen...
Jedenfalls nicht von weit weg. Sonst hätte ich von wegen Zimmer gefragt.
Ja, klar.
Also dann danke noch mal, ja?
-Auf Wiedersehen. -Gerne. Kommen Sie wieder, ne?
[Katharinas Stimme von CD] ♪ Deine Ohren sind rund wie meine ♪
♪ Deine Augen blau ♪
♪ Und die Stirn mit all den Falten wirkt ♪
♪ Als wirst du später schlau ♪
♪ Leuchte, Sonne in der Nacht ♪
♪ Sterne, gebt gut auf uns acht ♪
♪ Regenbogen, spann dich Um uns wie ein Zelt ♪
♪ Denn hier schläft Der Anfang einer neuen Welt ♪
♪ Träume, wie du lieben wirst ♪
♪ Träume, wie du wächst ♪
♪ Träume, was all deine Träume ♪
♪ Einmal wirklich werden lässt ♪
♪ Leuchte, Sonne in der Nacht ♪
♪ Sterne, gebt gut auf uns acht ♪
♪ Regenbogen, spann dich Um uns wie ein Zelt ♪
♪ Denn hier schläft Der Anfang einer neuen Welt ♪
♪ Du bist der Anfang ♪
♪ Du bist der Anfang... ♪
-Guten Morgen. -[Simon] Guten Morgen.
[Grünberg] Moment.
Danke.
Nein.
[Köhler] Morgen.
-Morgen. -[Simon] Morgen.
Da haben Sie mir was Besonderes gebracht, ein echtes Highlight.
Hier war ein Meister am Werk.
Wir dachten ja erst, das sind nur oberflächliche Verletzungen.
Aber das hier ging richtig tief.
[erregtes Atmen]
Der Täter hat das gesamte Unterhautgewebe entfernt.
Vielleicht ein Chirurgenbesteck.
Aber das ist noch nicht das Besondere, und ich hätt's fast übersehen.
Spermien haben wir gefunden, in der Vaginalhöhle.
-[Grünberg] Also gab es Verkehr? -Klar gab's Verkehr.
Aber das war nicht die Überraschung.
Da fiel mir auf, dass die Dame Urinabgang hatte.
Normal bei einer Erdrosselung.
Aber Kotabgang gab's nicht.
Guck ich im Enddarm nach. Nichts.
Entweder sie hat gefastet.
Aber der Magen war gefüllt.
Bleibt nur: Der Täter hat den Kot mitgenommen.
-Den Kot? -Eine Trophäe, genau wie Haut und Haare.
Hast du sie getötet?
[düster-traurige Musik]
Ich war das nicht.
Schau mich an.
Dann war's einer von den anderen drei.
Die mache ich fertig, das schwöre ich dir.
[geheimnisvolle Musik]
[Tür wird geöffnet]
Na?
Wenn du weiter für mich arbeiten willst, gibt es eine Regel.
Wenn jemand ficken will, dann machst du die Beine breit.
Ist eigentlich ganz einfach.
Aber der hatte faulige Zähne. Und seine Unterhose...
-Hat er sich den Arsch nicht abgeputzt? -Ja, der stank richtig eklig.
[Mann] Hm.
Wenn du dir zu gut dafür bist, dann gehst du woandershin, klar?
-[japst] Ja. -Klar?
Ja. Klar.
Streng dich an.
[Radio] Die neuesten Meldungen aus der Region.
Im niederrheinischen Halferden wurde am Freitagmorgen
eine Frau ermordet in ihrem Haus aufgefunden.
Bei dem Opfer handelt es sich um die 35-jährige Katharina Läufer,
eine Singer-Songwriterin, die auf Hochzeiten...
Verpiss dich.
Sie lebte mit ihrem Sohn auf dem Gehöft.
Bisher gibt es keine Tatverdächtigen.
Die Staatsanwaltschaft kündigte eine Pressekonferenz am Nachmittag an.
Duisburg. Die Reparaturarbeiten an der A40-Rheinbrücke werden fortgesetzt.
Am Donnerstag werden auf der A40-Rheinbrücke Neuenkamp...
[düstere Musik]
[Köhler] Nach den Zeugenaussagen und der kriminaltechnischen Untersuchung
stellt sich das Szenario so dar:
Der Täter stellte seinen Wagen im Wald ab und kam dann über das Feld.
Vor der Presse müssen wir Zeit und Ort der Beerdigung bekannt geben.
Vielleicht kommt der Täter.
[Köhler] Viele Fingerabdrücke im Haus, einige von einem Bekannten von uns.
Thomas Butsche.
Saß wegen schwerer Körperverletzung und unerlaubtem Waffenbesitz, Zuhälter.
Gut, vernehmen.
Er wird vernommen. Genau wie die Seligers.
Aber wir sollten zweigleisig fahren.
Es kann ein Fremder gewesen sein.
Jemand, der sie irgendwo sah, beim Konzert, ein Fan vielleicht.
Das Kind des Opfers hatte eine hohe Dosis Beruhigungsmittel im Blut.
Das Mittel war auch in der Milchflasche.
Vermutlich wollte der Täter das Kind so ruhigstellen.
Vermutlich jemand, den sie persönlich kannte.
Kot, Gewebe, vielleicht Geruch.
Ein Trophäenmord, diese Art Täter hat oft keinerlei Verbindung zum Opfer.
Das bestätigt auch der emotionslose, fast umsichtig wirkende Tathergang.
Wir dürfen diese Möglichkeit nicht auslassen.
Dass so ein Täter den Fehler macht, zur Beerdigung zu kommen, ist absurd.
Hausdurchsuchung bei Roman Seliger. Das Sperma ist von ihm.
Die Beerdigung wird nicht öffentlich gemacht.
Wenn sonst keine Fragen sind? Vielen Dank.
Bisher können wir nur sagen, dass es noch keinen Tatverdächtigen gibt.
[Reporterin] Frau Simon, handelt es sich um ein Sexualdelikt?
-Ja. -[Reporterin] Besteht Wiederholungsgefahr?
Diese Gefahr besteht eindeutig.
Deswegen ermitteln wir in höchstem Tempo in alle nur erdenklichen Richtungen.
Was ist das Ergebnis der Obduktion?
Es wurde Tod durch Erdrosseln festgestellt.
Die Leiche ist fürs Begräbnis freigegeben. Die Beerdigung wird am...
Die Pressekonferenz ist hiermit beendet. Vielen Dank.
Die Staatsanwaltschaft ist Herrin des Verfahrens, nicht du.
Das gilt immer und zu jeder Zeit.
[Simon] Wann sahen Sie sie zuletzt?
[Roman] Am Nachmittag vor ihrem Tod. Felix schlief, und sie ließ mich zu sich.
Das heißt?
Ich wollte vor meiner Frau gestern nicht… Sie ist bereits labil genug.
Ich habe an dem Tag mit Katharina geschlafen.
War das was Einmaliges?
Das ging seit unserer Schulzeit.
Sicher wollte sie mehr von Ihnen als heimliche Treffen.
Es war eher umgekehrt.
Ich hab's ihr angeboten.
Ihr Haar, ihre Art, selbst ihre Füße… Ich war süchtig.
Sie hätten sie sehen sollen auf ihren Konzerten.
Sie saß da mit der Gitarre, spielte auf spezielle Art mit ihrem Schuh.
Der Absatz gelöst, nur die Schuhspitze hing an ihren Zehen.
Wenn sie so spielte, suchte sie sich jemanden für die Nacht.
Der, auf den die Spitze zeigte, den nahm sie mit.
Ich habe sie vor den High Heels gewarnt.
Hallux valgus, wissen Sie? Schiefstand des Großzehs.
Sie hat gelacht... und gesagt:
"Wenn ich alt bin und mich keiner mehr liebt,
habe ich immer noch meinen Hallux valgus."
Sie war unersättlich.
Wenn sie wüsste, dass ihre Lieder jetzt im Radio kommen,
dafür wäre sie gestorben.
[Simon] Und Ihre Frau? Sie soll 15 Jahre nichts gewusst haben?
[Roman] Es gibt Dinge in einer Ehe, die weiß man, aber spricht sie nicht aus.
Und solange man das nicht tut, ist es so, als wären sie gar nicht da.
[düstere Musik]
Es hat mir eigentlich nichts ausgemacht.
Nur wenn sie mal nicht wollte. Dann war's schlimm.
Für wen?
Für wen war's schlimm?
Wissen Sie,
dieses Beet
ist voll von Giersch.
Ich lege eine Plane drüber, so macht man das.
Dann kriegt das Unkraut keine Sonne und sollte nach einem Jahr weg sein.
Ich entferne die Plane nach einem Jahr
und pflanze Blumen.
Und jedes Mal denke ich, jetzt klappt's.
Wenn ich den Blumen helfe mit guter Erde
oder den Baum schneide, damit kein Schatten auf dieses Beet fällt.
Aber Blumen wachsen hier keine.
[Kind] Halt still.
Immer nur Giersch.
[Rascheln]
[Kind] Mann, beweg dich nicht.
Halt still!
Mh!
Muss Mama böse werden?
-Schlaf jetzt -Mh!
-[gibt unverständliche Laute von sich] -Du blöder Felix!
[Felix weint]
Ich habe Felix nicht gehauen.
Kein Problem, ich habe früher auch Jungs verhauen.
Hat denn noch jemand Felix gehauen?
Er wollte nicht tun, was seine Mama sagt.
-Und dann? -Dann hat sie ihn gehauen und ab ins Bett.
Hat er dann geschrien?
Er hat an der Flasche genuckelt.
Er hat die Flasche bekommen, wenn er böse war?
Mit Milch.
Und dann ist er eingeschlafen.
Spielst du mit Vater, Mutter, Kind?
Ich glaube, das Spiel ist zu schwierig.
[Handy summt]
-Köhler. -[Simon] Ich bin's.
-Frau Simon? -Wo sind Sie?
-Wo sind Sie denn? -Im Garten.
Die Beruhigungsmittel in der Milch,
das war nicht der Täter, sondern die Mutter.
Der Junge wurde über Monate ruhiggestellt, denke ich.
Es muss also keine dem Kind vertraute Person gewesen sein.
Ein x-beliebiger Fremder.
Wir müssen die Beerdigung öffentlich machen.
[Roman] Sie verschließen den Sarg nicht.
Unsere Freunde sollen sie sehen, so wie sie jetzt ist.
Dazu dient ja die Aufbahrung in der Leichenhalle vorher.
Und ich möchte es auch bei der Trauerfeier so.
Das tut mir leid, das ist in Deutschland... unüblich.
Nur wir fünf. Keine Öffentlichkeit.
[dezente klassische Musik im Hintergrund]
"Ihre Wünsche und Bedürfnisse, so individuell sie auch sein mögen,
werden berücksichtigt."
Wie wär's denn mit einer Diamantenbestattung?
-Diamantenbestattung? -Ja.
Bei der Verbrennung der Leiche
erzeugen wir einen Diamanten aus der Asche des Verstorbenen.
Das halte ich sowohl physikalisch als auch juristisch für sehr zweifelhaft.
Meinen Freund bei der Morgenpost wird das sehr interessieren.
Nur die engsten Freunde. Gut. Ganz wie Sie wollen, Herr Doktor.
-Ich mache sie dann zurecht. -Sie lassen sie genau so, wie sie ist.
Das Kleid, keine Perücke.
Die Durchsuchung bei den Seligers ergab nichts?
Nein. Thomas Butsche wird heute von Brettschneider befragt.
Was noch?
Keine Hinweise auf ähnliche Morde. Ich dachte, er hat das schon mal getan.
-Überprüfung der Vermisstenlisten? -Wir können nicht jeder Meldung nachgehen.
Aber wir haben nach Verbindungen gesucht zwischen vermissten Frauen
und den Tatverdächtigen Thomas Butsche oder den Seligers.
Nichts.
Die Kriminaltechnik hat genetische Spuren von über 50 Männern
auf der Matratze des Opfers gefunden.
Ein Matratzenmodell, das erst seit zwei Jahren im Handel ist.
Man begegnete sich auf einem Konzert und ist zusammen ins Bett gegangen.
Einige Männer meldeten sich und werden untersucht.
Da fehlen aber noch mindestens 30.
Den Bruder des Opfers befragen wir morgen, aber er war die letzten Jahre in Amerika.
[Köhler] Wir treten auf der Stelle.
Wir riskieren es.
Informieren Sie den Lokalsender über die Beerdigung.
-Frau Simon, Sie gehen nicht mit. -Warum?
Köhler,
Sie auch nicht.
Vielen Dank.
Alles klar.
Frau Simon, eine Minute bitte.
Hältst du das für angemessen, mich per SMS "Arschloch" zu nennen?
Ja.
Nadja, du hast gewusst, auf wen du dich mit mir einlässt.
-Gerade jetzt... -Ich arbeite auch bis Anschlag.
Hast du gestern auf mich gewartet?
Gar nicht.
Ich habe einen Film gesehen.
Tatsächlich?
Welchen denn?
Auf Wiedersehen, Herr Staatsanwalt.
Vielleicht hast du recht.
Vielleicht sollten wir's lassen.
Klar.
Kein Problem.
Ist einfacher.
Meine Frau fährt am Wochenende mit den Kindern weg.
Wir könnten zusammen ans Meer,
wenigstens für eine Nacht.
Aber nur, wenn du das auch willst.
Du müsstest allerdings den Filmtitel ändern.
Ich hab dich vermisst.
[elektronische Musik]
Werden wir noch überprüfen, ob Sie den ganzen Abend hier waren.
Die ganze kotzende Junggesellenbande habe ich eigenhändig rausgeschmissen.
Geschäft läuft super.
-Sie wollen am Bahnhof noch was aufmachen. -Ja.
Alle schreien rum deswegen. Dabei bin ich ganz sauber.
Keine Minderjährigen. Keine Rumäninnen.
Ich mag keinen Schmutz.
Außer Perle hier.
Die wäscht sich nach dem Wichsen nicht mal die Finger.
Ein richtiges Miststück.
Wer's mag.
Hören Sie das?
Katsching, katsching, katsching, bam! Bei dem Arsch klingelt richtig die Kasse.
Bei dem Arsch mal so doggy style?
Geht aufs Haus.
[Wecker klingelt]
[Gitarrenmusik]
[Katharinas Stimme vom Laptop] ♪ Am Anfang der Nacht will ich zu dir ♪
♪ Du bist überall, nur nicht bei mir ♪
♪ Und mich treibt eine Gier Flüstert heimlich von dir ♪
♪ Und ich war mir so sicher ♪
♪ Ich finde dich hier ♪
♪ Eiskalt ist die Nacht und ich folg ihr ♪
♪ Und in ihrer Mitte such ich nach dir ♪
♪ Jedes Licht wie aus Stein Jeder Stern wie Papier ♪
♪ Und ich war mir so sicher ♪
♪ Ich finde dich hier ♪
♪ Ich bot dir das Wann und Wo ♪
♪ Doch du ließest mich allein In der Mitte der Nacht ♪
♪ Ich gab dir zuletzt das große Wieso ♪
♪ Und ich fiel ganz hinein In die Mitte der Nacht ♪
♪ Bleibt die Nacht, oh bleibt die Nacht ♪
♪ Bleibt die Nacht? ♪
♪ Inmitten der Nacht wird es finster ♪
♪ Und ich werf einen Stein An dein Fenster ♪
♪ Will dich spür'n, wo du liegst Doch du spürst lieber dich ♪
♪ Und ich war mir so sicher ♪
♪ Dass du mich liebst ♪
♪ Ich bot dir das Wann und Wo ♪
♪ Doch du ließest mich allein In der Mitte der Nacht ♪
♪ Ich gab dir zuletzt das große Wieso ♪
♪ Und ich fiel ganz hinein In die Mitte der Nacht ♪
♪ Bleibt die Nacht, oh bleibt die Nacht ♪
♪ Bleibt die Nacht? ♪
♪ Und am Ende der Nacht ♪
♪ Reißt der Mond sich in Stücke Fällt der Fluss in die Vier ♪
♪ Und am Ende der Nacht ♪
♪ Teile ich dich durch drei Mit der Nacht und der Gier ♪
♪ Und die Nacht bleibt alleine bei dir ♪
♪ Und die Nacht bleibt alleine bei dir ♪
♪ Und die Nacht bleibt alleine bei dir ♪
♪ Ich nehm dir das Wann und Wo ♪
♪ Und ich stürz dich hinab in die... ♪
[Radio] Das war das Lied "Nacht" der ermordeten Sängerin Katharina Läufer.
Drei Tage nach dem Mord an der 35-Jährigen
ist noch kein Fortschritt bei den Ermittlungen zu vermelden.
-[es klingelt] -Katharina Läufer wird heute beige...
Seit dem Abitur habe ich sie nicht mehr gesehen.
Werden Sie zur Beerdigung fahren?
Vielleicht hilft es, das alles endlich abzuschließen.
Vielleicht.
Wenn ich mich das traue,
wenn ich es schaffe, denen ins Gesicht zu sehen,
dann ist die Angst weg.
Dann schaffe ich auch alles andere.
Ich bin ein Idiot, oder?
Vor wem haben Sie am meisten Angst?
[bedrohliche Musik]
[düstere Musik]
[Mann] Die waren so viel besser als ich.
Damals hatte ich Angst, die machen mich fertig wegen meiner Zähne.
Wegen allem.
Ich hätte besser vor ihrer Freundschaft Angst gehabt.
Ich glaube, am meisten habe ich Angst, Elena wiederzusehen.
[Radio] ...wie der Staatsanwalt verlauten ließ,
ist eine Wiederholungstat nicht ausgeschlossen.
Die örtliche Polizei bittet die Bevölkerung um Hilfe.
Für Hinweise ist auf der lokalen Website der Polizeistation Kleve
eine Seite eingerichtet worden.
Katharina Läufer wird heute Nachmittag beigesetzt.
Die Beerdigung auf dem Friedhof Sankt Michael...
Soll ich doch lieber andere Schuhe anziehen?
Nein.
Du siehst wunderbar aus.
Dir passiert nichts, wenn ich dabei bin.
Meine Schwester war nicht gerade nett zu mir.
Ich habe immer noch Narben am Rücken.
Sie war halt fünf Jahre älter.
Sie wissen also nicht, was passiert sein könnte?
Ich bin gleich nach Mutters Tod ins Ausland.
Ich wollte keinen Kontakt zu meiner Schwester.
-Ich kenne auch ihren kleinen Sohn nicht. -Sie nehmen ihn zu sich. Warum?
Na ja, er ist immerhin mein Neffe.
Roman hat gefragt, ob wir uns um ihn kümmern.
Und wir freuen uns.
Mit Seliger und den anderen vom Internat war sie ganz eng befreundet.
Thomas und Elena und, äh... Ich komme gerade nicht auf seinen Namen.
Elena Seliger und Thomas wie?
Äh, Butsche. Thomas Butsche.
Sie waren auf dem Internat. Welches Internat?
Sankt Laurentius.
Ach ja, äh, Moritz, Moritz de Vries.
Und noch einer war dabei, mit ganz schlechten Zähnen.
Moritz de Vries und noch ein Fünfter.
Da kommt der Unsichtbare.
Zahnlos. [lacht leise]
Ziemlich lange her, dass wir so zusammen waren.
Hallo.
[dumpfe Musik]
[Auslöser klickt]
[Klicken]
Zum Glück war sie die meiste Zeit auf dem Internat und kaum zu Hause.
Aber das änderte sich, als der kleine Junge verschwand.
-Was? -Ja, die ganze Stadt war in Aufruhr.
Da hat jeder seine Theorien.
Und Katharina ging ab diesem Moment nicht mehr zum Internat.
Und auch Roman, Moritz und Butsche kamen nicht mehr zu ihr.
Da war Funkstille.
[düstere Musik]
[düstere Musik]
[man kann sie nicht reden hören]
[düstere Musik]
Roman.
Butsche.
Elena.
Nach so vielen Jahren sind wir wieder vereint
durch den Tod Katharinas.
So wie sie uns damals durch ihre Lebenslust vereint hat.
Oder war es überhaupt Lebenslust?
Lebensgier?
Neugier?
Das Leben selbst vielleicht?
Wer war Katharina?
K.
Für jeden von uns war sie wahrscheinlich etwas anderes.
Und vielleicht sind wir das, was wir sind, zum großen Teil durch sie.
"Parfüme gibt es
frisch wie kinderwangen
Süss wie hoboen
grün wie eine alm -
Und andre die verderbt und siegreich prangen
Mit einem hauch von unbegrenzten dingen
wie ambra
moschus und geweihter qualm
Die die verzückung unsrer seelen singen."
Schatz, du gehst mit Felix' Onkel mit.
[finstere Klänge]
-Hey. -Roman.
[Roman] Kommt euch das bekannt vor?
Wollt ihr auch das sehen?
Ist genau an der richtigen Stelle.
Was hast du gesagt?
-Die Schnitte. -Was hast du gemacht, Parfümeur?
Was hast du mit ihr gemacht, hm?
Was hast du mit ihr gemacht, hm? Was hast du mit ihr gemacht?
[Röcheln]
Elena...
Es muss doch keiner von uns gewesen sein.
[finstere Klänge]
Can't find what you're looking for?
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