All language subtitles for Den doende detektiven - S01E01

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Original subtitles

-Hallo. -Hallo.

-Wir lassen den Chef gern vor. -Nein, ihr müsst ja noch arbeiten.

Man kann nicht mit knurrendem Magen arbeiten.

-Wir überlegen noch. -Na dann...

Moin! Eine Zigeunerwurst.

-Mit Sauerkraut und französischem Senf? -Ja, und ein kaltes Mineralwasser.

-Wie ist die Lage? -Alles in Ordnung.

Vor 46 Jahren habe ich bei der Ordnungspolizei angefangen.

-Und war dann 15 Jahre bei der Kripo. -Mit Jarnebring?

-Du weißt ja alles über uns alte Knacker! -Er war mein Chef. Bosse Jarni.

Bo ging mit 65 in Rente.

Wir treffen uns immer noch regelmäßig, um uns alte Erinnerungen vorzulügen.

Ansonsten ist das ein schönes Leben.

-Bitte schön. -Wundervoll.

Passt auf euch auf.

Ein Salut ohne Mütze! Zu meiner Zeit hätte man dich gefeuert.

(AUTOHUPE)

DER STERBENDE DETEKTIV

Lars Martin... Lars Martin... Versuch meine Hand zu drücken.

-Eins, zwei, drei, vier, fünf... -Lars, wo bist du?

...acht, neun, zehn. Ich komme!

Lars...

Mein lieber Lars... Was hast du jetzt wieder angestellt?

-Was zur Hölle ist hier los? -Lars...

Man sagt, du kannst um die Ecke sehen.

Meine Schwester ist Staatsanwältin.

Sie lernte dich kennen, als du Chef des Reichskripo warst.

Ein Blutgerinnsel im Gehirn hat zu einer partiellen rechtsseitigen Lähmung geführt.

Aber das große Problem ist dein Herz. Es ist in einem sehr schlechten Zustand.

Durch das Vorhofflimmern...

Ich habe also einen Blutgerinnsel im Gehirn, weil mein Herz jetzt flimmert?

Das war nur eine Warnung. Zu hoher Blutdruck.

Beklagenswerte Cholesterinwerte. Heftiges Übergewicht.

Du ernährst dich falsch und bewegst dich zu wenig.

Ich gehe spazieren.

-Du hast zu viel Stress. -Stress? Ich bin Rentner!

-Willst du die Wahrheit hören? -Die Wahrheit...?

Du stirbst, wenn du deinen Lebensstil nicht radikal änderst.

Danke, dass du wieder da bist.

Ich fühle mich wie eine Perle in Gold.

Dreh dich auf die Seite, dann setzen wir uns auf.

Stütz dich damit ab, wenn wir uns aufsetzen. Eins, zwei, drei. Sehr gut.

Atme.

Lars Martin... Deine Frau besteht auf häuslicher Pflege.

-Aber traue ich mich, dich zu entlassen? -Ich verspreche, mich zu benehmen.

Mein Vater starb im Winter.

Kurz davor erzählte er mir etwas, was ihn wohl jahrelang gequält hatte.

Mein Vater war Pfarrer in Bromma. Eine alte Frau hatte in der Beichte gestanden,-

-dass sie wisse, wer im Juni 1985 die kleine Yasmine Ermegan ermordete.

Sie war erst neun Jahre alt.

-Daran erinnere ich mich nicht. -Der Mörder wurde nie gefasst.

Erfuhr dein Vater denn, wer der Mörder war?

Nein. Er verriet auch nie, wer die Frau war.

-Er hatte absolute Schweigepflicht. -Das Beichtgeheimnis.

Ich betrachte es als ein Zeichen,-

-dass ich hier einen der bedeutendsten Polizisten des Landes gefunden habe.

-Einen ehemaligen Polizisten. -Könntest du dir den Fall mal ansehen?

Was soll ich mir denn ansehen? Da ist ja nichts. Jemand behauptet zu wissen,-

-wer vor verdammt langer Zeit ein Mädchen ermordet hat.

Außerdem müsste dieser Fall längst verjährt sein.

-Geh zu einem aktiven Polizisten. -Deren Inkompetenz in letzter Zeit...

Aber mir vertraust du? Obwohl ich mich kaum an den Fall erinnere?

Instinktiv, ohne Vorbehalte - ja.

Dein Vater hat sicher einige Akten hinterlassen? Fang damit an.

Danke.

Ja, ja, ja. Ich habe nicht vor, für dich zu suchen.

Hoch mit dir, Junge! Lieg hier nicht rum, während du deine Jugend verpasst.

Mensch, hast du mich erschreckt, Johansson. Mach das nicht noch einmal.

Hallo. Willkommen zuhause.

Matilda ist jetzt bei uns. Sie ist Krankenpflegerin.

Das war die Bedingung, damit ich dich überhaupt nach Hause holen durfte.

-Ich komme morgen wieder. -Lass mich ruhig im Stich.

Wie soll ich denn aus dem Bett kommen? Soll das arme Mädchen mich tragen?

Darum haben wir uns schon gekümmert.

Heb- und senkbar.

-Beeindruckend. -Möchtest du dich etwas ausruhen?

Was nervt ihr denn alle so rum? Ich will einen Whisky und eine Zigarre.

Du brauchst eine Tasse grünen Tee. Warte hier.

Danke, das mache ich selbst.

Hast du irgendwelche bestimmten Wünsche?

Spaziergänge? Autofahrten?

Ich liebe die Stille. Und ich bin gern allein.

Wenn du mich glücklich machen willst, kauf einen Solichnaya Premium Vodka.

Und dann hilfst du mir, ihn im Bücherregal zu verstecken.

-Nie im Leben. -Ach? Bist du meine Gefängniswärterin?

Unabhängig davon, dass alle versuchen, mich für unzurechnungsfähig zu erklären,-

-weil ich mich nicht bewegen kann, habe ich immer noch meinen freien Willen.

-Also geh zum Laden. Ich will.. -Alkohol.

Du kannst ein Glas Wasser haben.

Wenn ich Wasser wollte, hätte ich darum gebeten.

Aber keine Sorge. Ich habe meine Kanäle.

Hallo!

-Nein... -Doch, ich helfe dir.

Alles in Ordnung?

Ich kann allein pinkeln.

Ich dachte, du seist mein Freund.

Wenn du dich umbringen willst, musst du das schon selbst machen.

Jetzt ist Schluss mit lustig.

Das sagtest du schon an dem Tag, als du in Rente gingst.

Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr wieder - faltig, mit apathischem Blick.

-Zweite Wahl. -Und dann noch der geistige Niedergang.

Churchill nannte das intellektuelle Dekompressionskrankheit.

-Möchtest du Karten spielen? -Mit einer Hand?

Schere, Stein, Papier?

Yasmine Ermegan... Erinnerst du dich an den Fall?

Mein Gedächtnis funktioniert noch.

-Dann erzähl mal. -Die Eltern stammten aus dem Iran.

Das Mädchen wurde in der Mittsommernacht 1985 gefunden, mit einem Kissen erstickt.

Der Täter hatte sie in einer Bucht des Mälaren bei Skokloster abgeladen.

-Wieso erinnerst du dich an all das? -Ich habe doch an dem Fall gearbeitet.

-Und wieso erinnere ich mich nicht? -Weil du oben bei der Reichskripo saßt.

Es muss doch was in der Presse gestanden haben.

Vielleicht liegt es daran, dass du ein Blutgerinnsel im Gehirn hattest!

Ein Hundebesitzer fand das Mädchen. Beziehungsweise sein Hund.

Sonst wäre sie wohl noch eine Weile liegen geblieben.

"Bossegubbe" hieß der Hund! Ein Königspudel.

-Wie kommst du auf diesen alten Fall? -Jemand im Krankenhaus erwähnte ihn.

-Wieso wurde er nie aufgeklärt? -Teilweise wegen des Fahndungsleiters.

-Dann haben wir ja etwas zu tun. -Was zur Hölle redest du da?

Komm schon! Lass uns gegen den geistigen Niedergang arbeiten.

Wir finden Yasmines Mörder. Nur du und ich.

Nächtelang in einem Volvo sitzen und frieren?

Die beste Zeit unserer Lebens.

Wir sind wie Haie. Wenn sie aufhören zu schwimmen, sterben sie.

Nein, das ist nur ein Mythos. Sie schlafen auf dem Meeresgrund.

Egal. Du weißt, was ich meine.

Wir finden heraus, wer das war.

Bossegubbe... Um der alten Zeiten willen.

Ich kann nicht. Ich habe versprochen, mit nach Spanien zu fahren.

Elisabeth hat eine Golfreise an der Costa Dorada gebucht.

Machst du Witze?

Nach all den Jahren ist sie jetzt mal an der Reihe.

Ist in Ordnung. Hab's kapiert.

Natürlich sollst du fahren.

Ich komme schon zurecht.

Zum Glück habe ich dich.

-Glaubst du, du kannst schlafen? -Nein.

Nur, wenn du neben mir schläfst.

-Versprich mir, nicht zu schnarchen. -Ehrenwort.

Ich verspreche es.

-Du siehst schrecklich aus. -Danke für die Blumen...

Entschuldige, das hatte ich vergessen. Ich wollte dir welche schicken...

Nein, eigentlich mache ich das nicht...

-Und was treibst du sonst so? -Urlaub.

Im Urlaub werden wir daran erinnert, dass wir kein Leben haben. Stimmt's?

Wir, die keine Hobbys haben, in keinem Buchclub sind und keine Katzen haben.

-Wer stand noch mal so auf Katzen? -Lewin.

Männer mit Katzen konnte ich nie verstehen. Hunde hingegen...

-Was willst du, Johansson? -Yasmine Ermegan.

-Sagt dir das etwas? -Nein.

Ein alter Mädchenmord, Juni '85. Mädchen, 9 Jahre. Vergewaltigt, ermordet.

Die Polizei hat den Täter nie gefasst. Ich brauche eine Beschäftigung, so wie du.

So wie ich? Ich habe genug zu tun.

Ich kenne dich doch, Eriksson. Du sitzt zuhause und schaust Schrott-TV.

"Schrott-TV"? In welchem Jahrhundert wurdest du denn geboren?

Im vorigen.

-Du willst den Fall Ermegan lösen? -Wir, Eriksson.

Du bist meine Beine, während ich meine protuberantia occipitalis externa bewege.

Die Genie-Knollen.

Was meinst du?

Okay. Weil du es bist. Wo fangen wir an?

Pia kommt heute spät. Ich kann etwas kochen.

Ich bin satt.

Wie wär's mit einem Smoothie aus Avocado und Mango? Der ist gut für die Darmflora.

Darmflora? Bist du Veganerin?

Ich sehe mir nur die Nachrichten und "Allsång på Skansen" an, also geh ruhig.

-"Allsång på Skansen"? -Ja, das ist meine Lieblingssendung.

-Also, geh raus, spielen. -Okay. Ruf an, wenn etwas ist.

Hier ist Lars Martin Johansson. Ja, lange nicht gesprochen.

Nein, ich möchte es nach Hause haben. Einen Öjeby-Toast und ein Tatar.

Die gleiche Adresse. Und natürlich Pommes. Ein ordentliche Portion.

Obduktionsprotokoll, Zeugenaussagen und Beweisstücke. Bitte schön.

Woher hast du das alles?

Von der Cold-Case-Gruppe. Lewin ist jetzt der Chef dort.

Ihr steht also in Kontakt? Unser guter alter Nerd Lewin sitzt an Cold Cases!

Der richtige Mann an der richtigen Stelle.

Glaubst du, er hat eine Krankheit? Ein Nerd mit speziellen Interessen,-

-der sich in seiner Höhle vergräbt. Asozial.

Er lässt übrigens schön grüßen. Total asozial ist er also nicht.

Er heißt jetzt Joseph Simon. Ermegan. Der Vater.

Geboren 1951 in Teheran.

Kam 1979 als Flüchtling mit Frau und Tochter Yasmine nach Schweden.

Sie gehörten zur christlichen Minderheit.

Arzt und Forscher am Karolinska-Institut. Ließ sich nach Yasmines Tod scheiden.

Sie lebten schon länger getrennt. Er zog dann in die USA.

Besitzt zahlreiche Pharmaunternehmen.

Steinreich. Hat kürzlich eine Firma für sieben Mrd. Dollar verkauft.

Scheint außerdem eine Art Kreuzzug gegen Pädophile zu führen.

-Erschlägt er sie mit einem Krummsäbel? -Du bist immer noch genauso langweilig.

Er hat eine Stiftung gegründet, die politische Kampagnen macht.

-"Yasmine's Memorial Foundation". -Gute Arbeit, Eriksson.

So.

Ehrgeizig. Macht das keine Flecken?

-Machen wir das jetzt oder nicht? -Leg los.

Okay. Kurz vor 19 Uhr am Freitag schleicht Yasmine sich aus dem Haus ihrer Mutter.

Sie geht nach rechts und ein paar Hundert Meter bis zur U-Bahn in Solna.

20 Meter vor dem Bahnhof wird sie von Zeuge 1 gesehen:

Polizeiinspektor Peter Sundman. Er kennt die Mutter; sie waren Nachbarn.

Kurz vor 19 Uhr. Zeuge 2 ist der Fahrkartenkontrolleur in Solna Centrum.

Die Zeugen 3 und 4 begegnen Yasmine in der Tram zwischen Alvik und Nockeby.

Der Fahrer kennt Yasmine von den Fahrten zur Schule.

Und eine Rentnerin aus dem Wohnviertel ihres Vaters.

Der letzte Zeuge sieht Yasmine wenige Hundert Meter von der Wohnung des Vaters.

Das ist ungefähr um 19.45 Uhr. Der Vater...

...ist mit einem Auto auf dem Weg aufs Land, um das Wochenende zu feiern.

Unklar bleibt das letzte Stück den Majblommestigen entlang.

So. Ich habe noch einen Termin und muss deshalb los.

Geh ruhig.

Aber vorher noch eine spontane Analyse: Wer war der Mörder, und wieso tat er es?

-Zufällige Begegnung, irgendein Irrer. -Verdammt nochmal, Eriksson!

Ich kann nicht um die Ecke sehen. Wie lautet die richtige Antwort?

Das weiß ich noch nicht. Aber einen primitiven Idioten hätten sie geschnappt.

-Ich muss los. Willst du mitkommen? -Fahr zur Hölle.

Bis morgen.

Ich bin unterwegs. Ich sehne mich auch schon nach dir.

Tablettenzeit.

Was ist das? Ich trinke kein Gras.

Ist das das Mädchen? Wie jung sie war...

Wie überlebt man, wenn das eigene Kind stirbt? Wie findet man einen Sinn?

Hol mir ein Bier, dann versuche ich, darauf zu antworten. Ein kaltes Carlsberg.

-Er hat ziemlichen Durst. -Sie ist ganz schön anstrengend.

Du aber nicht?

Was ist das hier? Du sollst dich ausruhen!

Ich helfe Eriksson ein bisschen.

Es ist überhaupt kein Stress. Es ist eher Unterhaltung, wie Cluedo.

-Wie kann ich dich nur allein lassen? -3 Tage. Die Konferenz ist doch wichtig.

Du musst doch auch versuchen, dein Leben zu leben.

-Und wenn etwas passiert? -Vielleicht sterbe ich vor Langeweile.

Ich verspreche, nicht den Löffel abzugeben. Damit warte ich, bis du zurück bist.

Hey... Pass auf Matilda auf.

Nur, wenn sie auch auf mich aufpasst.

-Tschüs, Süße! -Tschüs, tschüs!

Lars Martin? Lars Martin!

-Was sind das für Zirkus-Übungen? -Ruhig, Bruder. Ich fühlte mich stabil.

Ich leihe dir den Kleinen. Na, so klein ist er nicht mehr - 26 Jahre.

Er kann dir bei der einen oder anderen Sache helfen.

-Und was stimmt nicht mit ihm? -Gar nichts. Sieht gut aus und ist stark.

Was zur Hölle ist das? -Ich rufe zurück, Evert.

Raus damit. Ein Schritt damit ist ein Schritt auf den Tod zu.

Übertreib mal nicht. Was willst du sonst haben? Eine andere Farbe?

Ich weiß, was ihr in der Wüste treibt. Ihr besteigt einfach alles.

Schafe, Ziegen, Kamele und den Teufel und seine Tante. Na? Ermegan!

Und jetzt wolltest du mal Yasmine besteigen, deine eigene Tochter.

Als du fertig bist, fällt dir wieder ein, dass du nicht mehr zuhause bist,-

-und dass wir so was nicht dulden. Da erstickst du sie mit einem Kissen.

-Deine eigene Tochter! Dummer Kanake. -Nein.

Wie erklärst du dann das hier? Eine Anzeige wegen sexueller Übergriffs-

-und Körperverletzung von der Mutter des Mädchens.

Wir streiten um das Sorgerecht. Sie sagt, was sie will.

Du blöder Affe... Es wäre viel einfacher, wenn du einfach gestehen würdest.

Ich kann nicht. Ich habe es nicht getan.

Ganz schön schlechte Bildqualität!

Irgendwas ist mit dir, Eriksson, aber ich kann es nicht genau sagen.

Du siehst irgendwie... rosig aus.

-Ist das ein Kompliment? -Nicht unbedingt.

Mir ist einfach nur warm, und vermutlich bin ich frustriert.

Wieso?

Weil ich meinen Urlaub damit verbringe, mit meinem pensionierten Chef-

-in einem alten Fall zu wühlen.

Ich glaube, wir sind hier fertig. Ihr scheint nicht weiter zu kommen.

-"Now we're talking." -Geh jetzt, bevor ich richtig sauer werde.

Folgendes: Ich glaube nicht, dass du es getan hast.

Ich muss aber wissen, dass du es nicht getan hast.

Du sagst, du warst allein in einer gemieteten Hütte im Schärengarten.

Das stimmt; ich habe es überprüft. Was verschweigst du also?

Denn das tust du.

Du warst nicht allein in der Hütte.

Soll ich das so deuten, dass du nicht allein in der Hütte warst?

Wieso hast du gelogen?

Weil die andere Person eine Frau ist?

Ein andere, als die, mit der du zusammen lebst-

-und für die du auch Yasmines Mutter verlassen hattest?

Dann bräuchte ich den Namen dieser Frau.

Reiß dich zusammen, verdammt!

Du bist angeklagt, deine eigene Tochter vergewaltigt und ermordet zu haben.

Und du machst dir nur Sorgen wegen eines Seitensprungs!

Nenn mir einen Namen!

-Sagte er, wer die Frau war? -Nein.

Wie lange hielten sie ihn fest?

Am Tag seiner geplanten Inhaftierung kam die Antwort der Rechtsmedizin.

An Yasmines Körper war Sperma gesichert worden.

Die Blutgruppe stimmt nicht mit seiner überein.

Der Staatsanwalt lehnte die Inhaftierung ab. Und dann?

Man ermittelte im familiären Umfeld, bei Freunden und Bekannten.

Überprüfte Zeitungsboten, Handwerker, Briefträger und andere in dem Viertel.

...und ging die üblichen Sexualstraftäter durch.

Nichts. Man fand nicht einmal den Tatort. Laut einem Zeugen-

-war ein roter Golf im Majblommestigen vor dem Haus des Vaters geparkt.

Er gehörte niemandem aus dem Viertel.

Man überprüfte alle roten Golf in der Kartei, fand aber nichts.

-...was von Interesse war. -Genau.

Wir müssen raus ins Feld. Ich will das Haus sehen, in dem das Mädchen wohnte.

Nicht heute.

-Ich... treffe mich mit einer Freundin. -Ist sie schön? Ich komme gerne mit.

-Bis morgen. -Tschüs.

Der Täter vergewaltigt und erstickt Yasmine.

Laut Rechtsmediziner mit einem Kissen, weil er eine Daune in ihrem Hals fand.

Dann verpackt der Täter Yasmine zu einem hübschen Paket,-

-das er mit gewöhnlichem Klebeband verschnürt.

Du hast Angst.

Nicht nur wegen deiner Tat und der Lage, in der du jetzt steckst.

Nein, diese Angst ist schon älter.

Du hast gelernt, diese Angst unter Kontrolle zu behalten.

Deine Angst unter Kontrolle zu halten ist Teil deiner Persönlichkeit geworden.

Du hinterlässt auch keine Fingerabdrücke.

Aber Spuren von Fingern, die in Gummihandschuhen steckten.

An der Innenseite des Klebebands wurden Spuren von hellrotem Gummi gesichert.

Das sind Spülhandschuhe.

Es könnte also eine Frau in deiner Nähe geben.

Eine Mutter, eine Schwester...

Oder eine Frau, die du so gut kennst,-

-dass du ohne Eile allein bei ihr zuhause sein kannst.

Ich frage mich, ob du noch lebst.

Nein... Ich glaube, dass du lebst.

Du bist allzu selbstverliebt.

Du spürst auch keine Schuld.

Und du hast gelernt, die Angst unter Kontrolle zu halten.

Außerdem gibt es noch weitere Mädchen wie Yasmine.

Arme, keine Yasmine...

Du hast Besuch.

Max. Max Makarov.

Der Kleine? Aha!

Lars Martin Johansson.

Bitte schön.

Das ist ja Opas alter Stock. Das gibt's doch nicht.

-Darf ich den Chef "Chef" nennen? -Das passt mir ganz ausgezeichnet.

-Wie redest du meinen Bruder an? -Evert. Das tun alle.

-Du bist doch stark? -Das stimmt.

Ich frage das, weil mir neulich schwindelig wurde-

-und es die Hölle war, wieder zurück ins Bett zu kommen.

Ich wiege nämlich 120 Kilo. Mindestens.

Das ist kein Problem.

Na dann: Willkommen.

-Lewin! -Johansson.

-Du bist also wieder unterwegs? -So sieht's aus.

-Weitester Einwurf der schwedischen Liga? -Sippan Tinglöf, Degersfors.

Das hier ist Max Makarov. Meine rechte Hand, wortwörtlich.

Nicht verwandt mit dem Hockeyspieler.

-Von dir habe ich noch nie gehört. -Wieso hättest du?

-Vergiss es. -Irgendwas ist doch. Du errötest ja.

Wie du wohl von Eriksson weißt, haben wir uns den Ermegan-Fall angesehen.

-Ich brauche die Protokoll-Liste. -Fahrzeuge, Personen, Orte, Zeiten?

Mal sehen...

Die Protokoll-Liste ist nicht hinterlegt. Sie wurde bei einer IT-Panne gelöscht.

-Du hast deine Schlüssel bei mir... -Erikss...

Komm doch rein.

Das Blutgerinnsel hat mich dumm und blind gemacht! Ich sollte den Laden dichtmachen.

Woodrow Wilson hatte als Präsident mal einen Schlaganfall, machte aber weiter.

Dann musst du Erikssons schöne Freundin sein.

Du hast Recht; er ist wirklich süß. Wer hätte das gedacht...

Lewin, Lewin... Du bist mir ja einer!

Wir sehen uns nachher bei mir.

Das hier ist Max, ein echter Russe. Jetzt geht's zur Wassergymnastik.

Wir trampeln. Wir joggen auf der Stelle. Wir wärmen uns etwas auf.

Und jetzt seitwärts. Knie hoch. Wir strecken das Bein.

Wir treten ein wenig nach oben. Und jetzt den Skifahrer.

Wir machen die Schere. Landen, hochspringen.

Und jetzt Tritte, "puff, puff". Kleine Tritte, etwas mehr Tempo.

Die Füße noch etwas höher.

Nächstes Mal will ich auch eine Badekappe haben. Eine Wurst mit Kartoffelbrei?

-Chef, ich habe klare Anweisungen. -Ja, ja. Die sind nicht von mir.

Gute Kerle brauchen gutes Essen. Außerdem weiß ich, wo es nahrhafte Wurst gibt.

Wieso arbeitest du an dem Fall, wenn du krank bist?

Ich dachte, ich sei ein Hai. Dann erfuhr ich, dass die auf dem Meeresgrund schlafen.

Und jetzt bin ich mir nicht so mehr sicher.

Ich finde wohl keine Ruhe, bis ich weiß, wer es ist.

Der Mörder?

Ich habe schon als Kind gejagt. Werde ich je wieder jagen können?

Ich habe so gut wie kein Gefühl in den Fingern.

Ich kann nicht mal die Tageszeitung halten.

Die Genesung geschieht in Etappen. Du bist auf einem guten Weg.

Wieso bloß glaube ich dir nicht?

-Es braucht seine Zeit. -Ein Jahr? Fünf Jahre?

-So darfst du nicht denken. -Leider denke ich aber so.

Du hast etwas gefunden?

Es lag in einem Karton voller Akten. Es ist ein Monchhichi.

Es könnte aber nicht dir oder deiner Schwester gehört haben?

Nein.

"Margaretha Sagerlied. Unter dem Siegel der Beichte."

"Å.S." Sind das die Initialen deines Vaters?

Åke Stenholm.

-Weißt du etwas über sie? -Sie war Opernsängerin.

Sie hat wohl mit Jussi Björling gesungen. Ich glaube, sie starb 1989.

-Mann? Kinder? -Keine Kinder.

Aber sie war mit einem Geschäftsmann verheiratet - Johan Nilsson.

Er war wohl ziemlich reich.

Keine Kinder aus früheren Beziehungen? Weißt du, wo sie wohnte?

In einem braunen Haus. Ich weiß nicht, wie die Straße hieß. Irgendwo in Bromma.

Dann zeig mal, was du kannst.

Du... Ich glaube, ich muss mal einen alten Bekannten besuchen.

Das Mädchen hat ins Kissen gebissen, als er sie erstickte.

Daher die Daune und Textilreste. Die Daune steckte so tief im Hals,-

-dass sie dorthin gelangt sein muss, während sie noch atmete.

Mein Kurzzeitgedächtnis ist futsch.

An alles andere erinnere ich mich bis ins kleinste Detail.

Bevor sie erstickt wurde, war sie vergewaltigt worden?

Ja, sie ist vaginal penetriert worden.

Ist das dein Sohn?

Nein. Er heißt Max. Er ist meine rechte Hand. Russe.

Hübscher Junge.

-Wo waren wir? -Yasmine.

Ihr Körper wies keine der zu erwartenden Verletzungen durch Gegenwehr auf.

Die Erklärung dafür fanden wir in ihrem Blut und in bestimmten inneren Organen.

Wir konnten ein schnelles und stark wirkendes Schlafmittel nachweisen.

Eine heftige Dosis.

Verdammt, wie ich mich nach einer Zigarette sehne!

Trotzdem biss sie in das Kissen, als er sie erstickte?

Der Täter hatte sie auf ein Bett gelegt-

-und ihr alle Kleidung, Uhr und Ringe abgenommen.

Diese Männer sind sehr gründlich, was die Nacktheit ihrer Opfer betrifft.

Sie betrachten sie gern, bevor sie zur Tat schreiten.

Sie drehen und wenden sie, beschauen sie aus verschiedenen Perspektiven.

Klein und wehrlos, komplett ausgeliefert.

Sie lassen sich meist Zeit damit.

Danach hat der Täter sie vergewaltigt.

Er vollzog einen vaginalen Beischlaf.

Danach wischte er sich an ihrem Kleid ab.

Ich weiß noch, dass es geblümt war!

(HUSTEN)

Was glaubst du: Wer gibt zuerst den Löffel ab, du oder ich?

Wollen wir wetten?

Nein. Ich bin wohl der Favorit.

Sag das nicht.

Hast du noch mehr zu erzählen?

Ja. Vermutlich ein jüngerer Täter. Viel Sperma.

Da war kein müder, hässlicher, alter Sack am Werk.

-Hat er sich mehrmals an ihr vergangen? -Nein.

Das Mädchen blutete stark. Viele dieser Männer kommen damit nicht zurecht.

Die richtigen Sadisten schon.

Aber ich hatte den Eindruck, es handele sich um einen eher zärtlichen Pädophilen.

Ein zärtlicher Pädophiler...

Sozial akzeptiert von seiner Umgebung.

Niemand ahnt auch nur etwas von seiner sexuellen Veranlagung.

Danke.

Wo hast du ihn gefunden?

Mein Bruder hat ihn mir geschickt, verpackt in Seidenpapier mit Schleife.

Ich habe auch ein Geschenk: Die Protokoll-Liste.

Lewin ist eine richtige Perle, oder?

Wie lange läuft das schon? Das mit dir und Lewin.

Wie lange habt ihr schon was miteinander? Seit wann seid ihr zusammen?

Zusammen? Wir haben uns bei der Arbeit an deiner Palme-Ermittlung angefreundet.

Und dann... entwickelte es sich.

Zwei der besten Leute, die ich kenne. Natürlich seid ihr zusammen.

-Ich bin ein bisschen eifersüchtig. -Auf mich oder Lewin?

Her mit der Liste.

-Was suchst du? -Eine Notiz über eine rosa Haarspange.

Die sollte hier nicht sein. Nicht, wenn sie die bei ihrem Verschwinden trug.

Diese Haarspange ist nämlich ein weiteres Detail, das die Polizei damals übersah.

Laut der Mutter trug Yasmine sie im Haar, als sie von zuhause weglief.

Aber die Polizei fand sie nie.

-Woher hast du sie? 30 Jahre später? -Ich habe sie gestern erhalten.

-Von wem denn? -Von einer anonymen Quelle.

-Komm schon! Von wem? -Nerv mich nicht.

Ich finde das hier alles ziemlich merkwürdig.

Du hast ein Blutgerinnsel und landest im Krankenhaus.

Plötzlich taucht dort eine anonyme Quelle auf,-

-die dir Tipps zu einem 30 Jahre alten Fall gibt.

-Hast du eine Erklärung dafür? -Die beste überhaupt:

Gottes Vorsehung. Genau wie der Fakt, dass Lewin noch keinen Urlaub hat.

Das bedeutet, dass du mir noch eine Weile behilflich sein kannst.

Matilda, ich habe eine Idee. Meine Frau ist verreist, und ich habe nichts zu tun.

Daher gehen wir drei heute Abend essen.

Eriksson vielleicht auch? Wir laden auch Lewin ein. Das wird ein richtiges Fest.

Ich bespreche das danach mit Pia.

Sie wird mich feuern.

-Gut siehst du aus. -Gleichfalls.

Da haben wir ihn ja.

Gut, dass du deinen Kopf schützt. Es gibt nicht viele von diesem Kaliber.

Wir beginnen mit gepökeltem Lachs. Mit reichlich Sauce.

Hauptgericht und Dessert werde ich später bestellen.

Ein Abend in Saus und Braus bringt mich nicht um.

Und falls doch, dann war es das wert.

-Lass die Flasche gleich hier. -Sie wird mich feuern.

Das hier ist gut für die Darmflora. Aufgepasst! Jetzt geht es los.

-Was feiern wir? -Ein gutes Essen unter Freunden.

Prost.

-Wie läuft es mit der Ermittlung? -Es geht voran.

-Was machst du, wenn ihr den Mörder findet? -Wir schneiden ihm die Eier ab.

Wir halten uns an das Gesetz.

Wir unternehmen also nichts, da wir weder etwas tun dürfen noch können.

Wenn es meine Tochter wäre, würde ich mich garantiert rächen.

2. Buch Mose, 21,24: Auge um Auge...

Ist das dein Ernst? Würdest du nichts tun?

Ob ich dem Vater sagen würde, wie der Mörder heißt,-

-um ein paar Hundert Millionen zu verdienen? Der Vater ist steinreich.

-Würdest du? -Nein.

Wenn es meine Tochter oder Schwester wäre, dann auf jeden Fall.

Wenn es jemand wäre, den ich geliebt habe,-

-würde ich ihn mit bloßen Händen töten. Aber sonst? Nein.

Man will kein schlimmerer Mensch werden als seine Feinde es sind.

-"Schlechterer", nicht "schlimmerer". -Der Rest stimmt aber.

Wenn du Pommes bestellst, fange ich an zu weinen.

Bitte schön.

Gute Nacht, verfluchter Russe.

Morgen müssen wir raus ins Feld. Ich will mein Ohr ans Gleis legen.

Übersetzung: filmtiger

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