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Zu Gast ist der "schwarze Baron", eine zentrale Figur der Schülerproteste.
Guten Tag, Philippe Rickwaert.
Was antworten Sie denen, die Ihnen vorwerfen,
Frankreichs Jugend zu manipulieren?
Jemand wie Mehdi Fateni lässt sich kaum manipulieren.
Sie überschätzen meine Macht.
Aber Sie haben Macht.
Sie haben bewirkt, dass Jugendliche demonstrieren.
Ich habe die Macht, oder vielmehr die Pflicht,
die Jugend dazu zu bewegen, sich zu engagieren, sich zu äußern
und ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Das sollten alle Sozialisten tun.
Fordern Sie die Verantwortlichen Ihrer Partei dazu auf,
die Jugend zu ermutigen,
gegen Premier Laurent Mirmont zu demonstrieren,
der selbst Sozialist ist?
Sie sollen sich sozialistisch verhalten, wenn wir an der Macht sind oder nicht.
Wozu dient eine Partei sonst?
Um Wahlplakate aufzuhängen und zu allem Ja und Amen zu sagen?
Rufen Sie eine "Rickwaert-Fraktion" innerhalb Ihrer Partei ins Leben?
Wollen Sie den Parteivorsitz übernehmen?
Werden Sie Amélie Dorendeu beim Parteitag herausfordern?
Noch einfacher formuliert:
Kandidieren Sie für das Amt des Parteivorsitzenden?
Der Punkt ist doch,
dass ein sozialer Wandel nicht ohne die Jugend gelingt.
Statt sich erneut von der Linken enttäuschen zu lassen,
rufe ich die Jugend dazu auf, selbst die Linke zu sein.
Tretet den Sozialisten bei.
Nährt die Partei mit eurer Hoffnung,
mit eurem Enthusiasmus und eurem Kampfgeist.
Verändert sie von innen.
Ohne die Jugend ist die Linke ein toter Planet.
SCHÜLERREVOLTE
Der Premierminister kommt noch, aber fangen wir schon an.
Jean Orsoni hat gestern angerufen.
Neue Mitgliedsanträge häufen sich in Marseille, Rennes und Straßburg.
Alles Jugendliche, die zuvor einem Verein beigetreten sind:
"Freunde der Blauen",
den Véronique Bosso letzte Woche in Dünkirchen gegründet hat.
Dann müssen wir auch schnell für neue Mitglieder sorgen.
Die Regionalleiter sind dabei, aber...
- Aber was? - Ich weiß eine bessere Lösung.
Ach ja? Welche?
Ein gutes, altes bürokratisches Manöver.
Woran haben Sie gedacht?
Philippe wollte bei meiner Wahl die Satzung gegen mich verwenden.
Jetzt kann ich es ihm heimzahlen.
Und Sie wollten die Partei erst nicht leiten.
Philippes Jugendliche haben erst nach sechs Monaten Stimmrecht.
Danke.
Verlegen wir den Parteitag auf Juni. Dann sind sie erst fünf Monate dabei.
Nicht übel.
Wissen Sie, ich weiß gut,
was dieser Kampf Ihnen emotional abverlangt hat.
Oder vielleicht immer noch abverlangt.
Nicht?
Vielen Dank für Ihre Anteilnahme,
aber es ist alles wieder in Ordnung.
Viviane Aurillac. Sagt Ihnen der Name was?
- Die rechte Senatorin für Isère? - Genau die.
- Sie ist eine schöne Frau. - Ja.
Sehr schön. Ich habe sie gut gekannt.
Man spricht vom "politischen Leben".
Politik lässt sich kontrollieren, beim Leben ist das schwieriger.
Nun essen Sie doch was.
Sozialistische Partei Dünkirchen
Sind alle da?
Liebe Freunde, wir sollten anfangen,
denn die Tagesordnung sieht für heute viel vor.
Bevor wir über die politische Lage diskutieren,
ist es mir eine große Freude,
euch unsere sechs neuen Mitglieder vorzustellen.
Bravo!
Sie verdienen den Applaus für ihre Parteiarbeit in der Schule.
- Salomé, ich begleite dich. - Gut.
Wie geht es meinem Vater?
Hast du was von ihm gehört?
Gut, glaube ich. Warum fragst du ihn nicht?
Er wird mir nur mit den Zahlen von der Demo antworten.
Das ist ja auch wichtig.
Weißt du, wie es mit ihm und Amélie steht?
- Ich glaube, es ist aus. - Das dachte ich mir.
Um was genau geht es bei diesem "Versuchsballon"?
Das Ministerium will unsere Meinung zu den Vorschlägen hören.
- Mirmont lässt 200 Euro extra springen. - Pro Monat.
200 Euro mehr für Praktika, auch für Fachabiturienten.
- Nicht schlecht. - Das ist doch nur ein Köder.
So umgehen sie die Quoten.
Sie wollen nur, dass der Streik in den Schulen endet.
Warum hat das Ministerium mit dir über die 200 Euro gesprochen?
Ich vertrat die Jungen Sozialisten beim Koordinationstreffen.
Ja, aber ihr wart nur als Beobachter da.
Es heißt doch: "Ein Mann. Eine Stimme."
- "Demokratie." - Halt die Klappe, das ist kein Spaß.
Scheiß auf euren Kleinkrieg.
- Ist ja gut. - Nein, ist es nicht. Hört zu.
- 200 Euro pro Praktikum. - Ja.
Das ist ein Gewinn für viele benachteiligte Schüler.
Sie bekommen keinen Zugang zur höheren Ausbildung.
Doch, es verbessert die Lernbedingungen.
Marx sagte, ein Schritt vorwärts ist wichtiger als Dutzend Programme.
Das ist ein Schritt vorwärts.
Verstehst du, was ich meine?
Ich bin gleich wieder da.
Danke, Mehdi. Bis dann.
Mirmont besticht die Schüler mit bezahlten Praktika.
Kann Mehdi nichts dagegen tun?
Nicht gegen das Bürgersöhnchen und den Typ, der sich für Che hält.
Aber die Fachabiturienten wollen Quoten.
Sie haben keine Kohle. Für 200 Euro gehen sie wieder zum Unterricht.
Du weißt nicht, wie es ist, arm zu sein.
Eine Sache verstehe ich nicht.
200 Euro für jedes Praktikum, das ist viel Geld.
Brüssel macht Druck wegen des Defizits. Woher kommt es also?
Die Praktika werden von den Unternehmen bezahlt.
Mirmont ist von den Firmenchefs abhängig.
Marquez hat im Namen der Arbeitgeberverbände zugestimmt.
Der Verband der KMU übernimmt gemeinsam mit dem Staat die Praktikumskosten.
Er hat mir sogar einen Kuli geschenkt.
Die Arbeitgeber wollen sicher entschädigt werden.
Eine Hand wäscht die andere.
Sie fordern eine Befreiung von den Sozialabgaben bei Niedriglöhnen,
wenn sie Langzeitarbeitslose einstellen.
Was wird das kosten?
Insgesamt kostet die Maßnahme 2 bis 2,5 Milliarden.
2 Milliarden oder 2,5 Milliarden?
2,5 Milliarden für das gesamte Jahr.
Das ist es wert,
wenn wir die Jugend überzeugen und Rickwaert loswerden.
In Ordnung.
Marquez wird es morgen früh im Radio ankündigen.
Kannst du mir mal erklären, was los ist?
- Wir treffen uns mit Boudard. - Auzanets Berater?
Genau.
Auzanet erwartet dich. Boudard bringt dich hin.
Warum soll ich ihn treffen?
Weißt du, wie Mirmont die Praktika finanziert?
Durch einen Deal mit den Arbeitgebern.
Denk nach.
Auzanet ist als Chef der Konservative bestens geeignet,
sie davon abzubringen.
Ich kapiere gar nichts.
Marquez, der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes der KMU,
ist konservativ, klar, als Arbeitgeberchef.
Auzanet hat ihn in der Hand, weil er der Chef der Konservative ist.
Verstehst du es jetzt?
Dieser Verband vertritt den Mittelstand.
Das sind 1,5 Millionen Firmen. Die nehmen die meisten Praktikanten.
Mirmont ist überzeugt, dass er Marquez in der Tasche hat.
Aber mit Auzanets Hilfe lassen wir den Deal platzen.
Wenn Marquez die Praktika nicht zahlt,
kann Mirmont die Schüler nicht mehr bestechen.
Und wir fordern weiter die Quoten.
Es ist ganz einfach. Alles andere als die Quoten wäre eine Niederlage.
Auzanet sind die Quoten doch egal.
- Er will nur die Regierung ärgern. - Ja, das will er.
Und er will dich einstellen, den Anführer der Studentenbewegung.
- Ernsthaft jetzt? - Du hast ihn beeindruckt.
- Du weißt, dass ich links bin. - Ja.
- Ich werde niemals... - Du darfst lügen.
Du gehst also da hin und tust, worum ich dich bitte.
Du bist liebenswürdig und höflich.
Du lächelst und sagst zu allem Ja.
- Wir machen den Rest. - Das wird schon.
Da kommt Boudard.
- Philippe... - Was?
Ich kann das nicht.
- Komm schon, vertrau mir. - Verdammt.
Keine Sorge.
Ihr reitet mich in die Scheiße.
Mach dir keine Sorgen.
- Guten Tag. - Wie geht's?
Fahren wir.
Sieh dir das an. Wunderbar, nicht wahr?
Ist das Marquez?
Im Dunkeln werden die Messer gewetzt.
Der Duft der Verschwörung.
Mehdi, guten Tag. Ich freue mich, dich zu sehen. Komm.
- Das ist Monsieur Marquez. - Mehdi. Guten Tag.
- Danke, Marquez. - Aber gern.
Es musste leider hier sein, weil ich in 15 Minuten losfliege.
Der Bürgermeister von London ist ein alter Freund.
- Kennst du London? - Nein, ich war nie da.
- Magst du englischen Fußball? - Ja, ich bin Arsenal-Fan.
- Schaust du dir heute das Spiel an? - Ich versuche es.
Komm doch einfach mit uns ins Stadion.
- Ins Stadion? - Ins Emirates Stadium.
Andrew, der Bürgermeister, ist eher für Chelsea,
aber er gibt dir gern einen Platz in der Präsidentenloge.
- Ich meine es ernst. - Nein, tut mir leid.
Das verstehe ich.
Demos, Treffen, die Presse: Du wirst hier gebraucht.
Ich sage Andrew, er soll dir Karten für ein anderes Spiel schicken.
Also, Mehdi.
Hat Philippe meinen Vorschlag erläutert?
Erster Listenplatz für die Île-de-France bei der Europawahl.
- Das ist ein gutes Angebot. - Ich bestätige es dir.
Meine Partei versteht nicht, dass das Land sich geändert hat.
Sie hält an Werten aus der Kolonialzeit fest.
Ich brauche jemanden wie dich.
Davon gibt es nicht viele. Es gibt nur einen.
Er steht direkt vor mir.
Danke, ich fühle mich geehrt.
Ich spüre leichte Zweifel.
- Ich bin normalerweise links. - Links? Was bedeutet das?
Ich bin für Umverteilung, Gerechtigkeit, öffentliche Dienste...
Dann bin ich aber auch links.
Du hast "normalerweise" gesagt. Aber heute ist nichts mehr normal.
Es ist alles nur Schein und oberflächlich.
Ich will aus meiner Amtszeit lernen und wahre Werte vertreten.
Dafür muss ich frei denken, nicht in Schubladen.
Deshalb habe ich sofort reagiert
und mich öffentlich für euren Quotenvorschlag ausgesprochen.
Ich sage dir etwas.
Ohne Effizienz gibt es keine Gerechtigkeit.
Davon bin ich überzeugt.
Dein Einsatz zeigt, dass du auch davon überzeugt bist.
- Irre ich mich? Ich komme. - Nein.
Nein, ich irre mich nicht.
- Was sagst du, wie das Spiel ausgeht? - 3:1 für uns.
- Da spricht der wahre Fan. - Sie schaffen das.
- Wetten wir? - Die Wette gilt.
- Bis bald. Es hat mich gefreut. - Auf Wiedersehen. Guten Flug.
Okay.
Mein Fahrer kann dich zurückbringen.
Eine wichtige Sache noch:
Die Wahllisten sind schon eingereicht, also müssen wir es durchboxen.
Die Zeit drängt. Treffen wir uns morgen früh.
Dann regeln wir den Papierkram und haben Ruhe.
In Ordnung.
- Es ist nichts gelaufen. - Ihr Arsch ist fett.
- Das ist die Technik des Jägers. - Jäger?
Wohl eher Fischer. Du hast einen Thunfisch an Land gezogen.
Wer bist du denn?
Also... Ich war eingeladen.
Wer hat dich eingeladen?
Was geht hier ab? Wer hat dich eingeladen?
- Papa. - Verdammt.
Scheiße. Pass auf, Papa.
Mir geht's gut.
Verdammt.
- Und? - 20 Euro muss man erst mal auftreiben.
Das sind drei Packungen Kippen.
Außerdem könnt ihr am Jahresende zahlen.
Nehmen wir mal an, wir treten beide den Sozialisten bei.
Was kriegen wir dafür? Ein Praktikum beim Bürgermeister?
- Idioten. - So läuft das nicht.
Ihr habt das Recht, Kandidaten für die Wahlen zu bestimmen.
Es gibt zwei Treffen im Monat. Das nächste ist am Dienstag um acht.
- Kommt ihr? - Unter einer Bedingung.
- Die da wäre? - Zeig uns deine Titten.
- Geht's noch? - Nur ganz kurz.
- Ihr Linken teilt doch. - Unter Kameraden.
Ihr haltet jetzt mal die Klappe, ihr Jungfrauen.
- Bist du beleidigt? - Du kannst deine auch zeigen.
- Ja, klar. - Komm, das sind Idioten.
Verklemmte Tussis.
- Hast du mit ihm geredet? - Bist du bescheuert? Niemals.
Ich rede doch nicht mit ihm.
Wo hast du gesteckt?
- Alles okay? - Nein, ich kann das nicht.
- Was meinst du? - Ich habe die ganze Nacht gegrübelt.
Du hättest mich anrufen sollen. Was ist das Problem?
- Ich gehe nicht zu den Konservativen. - Was hat Philippe gesagt?
Ich soll die Quoten aushandeln und dann abspringen.
- Aber so läuft das nicht. - Warte.
Es ist doch nur eine Woche.
Nach der Rede von Marquez ist das alles vergessen.
Meine Unterschrift steht da länger als eine Woche.
Das kriegt doch sowieso niemand mit.
Auzanet prahlt nicht damit, dass du ihn verarschst.
- Keine Ahnung. Der Typ macht mir Angst. - Mehdi.
Ich bin für dich da, und Philippe auch.
Ich habe dir gesagt, dass er loyal ist.
Du musst lernen zu vertrauen.
Warte mal. Hör zu.
- Vertraust du mir auch nicht mehr? - Hör doch bitte mal zu.
Die Jugend soll euch beitreten, und ich den Konservativen?
Das funktioniert einfach nicht, tut mir leid.
- Mehdi! - Was?
Philippe hat viel riskiert, um so weit zu kommen.
Er hätte alles verlieren können.
Das Engagement eines ganzen Lebens.
Und du...
Du tust das doch erst seit einem Monat.
Steig auf.
Hier.
Es tut mir leid.
Mehdi hat mich versetzt und ist nicht zu erreichen.
Und Rickwaert?
Ich wollte mit dir sprechen, bevor ich ihn zurückrufe.
Ja, das war gut so.
Was machen wir jetzt?
- Pfeifen wir Marquez zurück? - Nein.
Wir schauen ruhig zu, wie Rickwaert Mirmont absägt.
Auzanet. Hinterlassen Sie eine Nachricht.
Jean-Marc, ruf mich zurück. Wir regeln das.
Mehdi hatte nur einen kleinen Anfall von Panik.
Wir müssen reden.
- Ich höre. - Also...
Ein Nachrichtensender will ein Porträt über dich machen.
Was soll ich sagen?
Ich hab's versaut.
- Es tut mir leid. - Das sollte es auch.
Na los, nicht, dass wir Marquez auf RTL verpassen.
Es läuft schon.
Sie leiten seit elf Jahren den Arbeitgeberverband der KMU.
Welche Haltung vertreten Sie
zum Streik der Praktikanten und Lehrlinge?
Dieser Streik hat den Unternehmen geschadet.
Das Bildungsministerium zahlt nicht den Preis dafür.
Und nun sollen wir auch noch die Praktika bezahlen?
Das würde dazu führen, dass sie ganz abgeschafft werden.
Ja!
Inwieweit ist Ihre Branche betroffen?
Der Wettbewerb ist in allen Branchen hart.
Handwerker und Kleinunternehmer sorgen sich jeden Tag
um ausbleibende Aufträge und Zahlungen.
Wie sollen sie die zusätzlichen Kosten tragen?
Rickwaert hat uns geholfen, aber so einfach kommt er nicht davon.
Au, das schmerzt.
- Ist es der Ischias? - Nein, Rickwaert.
Ich mag keine Unzuverlässigen.
Man muss nicht alles einfach still und leise hinnehmen.
Es wird sonst schnell chronisch.
Machen wir etwas aus diesen Fotos.
Sehr schön.
Das ist perfekt.
Gut.
Dank Marquez ist Mirmont am Boden.
Die nächste Demo könnte den Sieg bringen.
Ganz Paris muss Blau tragen.
Mehdi soll aufhören zu schmollen. Es wird sein Tag.
Ich glaube, er wird sich freuen.
- Es ging ihm wirklich nicht gut. - Das ist jetzt Vergangenheit.
Sag ihm, wir blicken gemeinsam nach vorn.
Okay.
- Klären wir jetzt die Pressetermine? - Ich stehe zu Diensten.
"Neue Vorgaben für Praktika bleiben das Ziel der Regierung,
trotz der beutegierigen Haltung..."
Wie bitte?
"Trotz der beutegierigen Haltung der Arbeitgeberverbände"?
Ja.
Nach dieser Kehrtwende ist das nicht zu brutal formuliert.
Doch, ich finde das sehr brutal.
Gut.
Dann vielleicht:
"Trotz der fehlenden Kooperation." Das ist höflicher.
Hören Sie zu, Laurent...
Versuchsballons sind dazu da,
um Handlungsfreiheit und Meinungswechsel zu ermöglichen.
Wir brauchen einen Ausweg aus der Krise.
Sie treten heute Abend in den Nachrichten auf,
beenden die Diskussion um Praktika und versprechen Quoten.
Herr Präsident, diese Quoten beleidigen die Republik.
Das meine ich heute wie letzte Woche. Ich dachte, Sie auch.
Haben wir andere Optionen?
Sagen Sie einfach, dass es ein Experiment ist.
Ich bin Sohn eines Lehrers und Enkel eines Bauers.
Unser meritokratisches System hat mich so weit gebracht,
keine angelsächsischen Quoten.
Ich will das nur beenden.
Was gibt's, Bruno?
- Ich habe nachgedacht. - Super.
Die Hafenbehörde sollte uns Steg 11 wieder zuteilen.
- Soweit ich weiß... - Gute Idee.
Ich verhandle seit letztem Donnerstag. Es sieht gut aus.
Noch was?
- Hat Philippe nicht mit dir geredet? - Nein, worüber?
Er hat gesagt, er würde mit dir reden.
Worüber?
Ich will Projektleiter werden.
Was hat Philippe damit zu tun?
Verdammt, Gérard, jetzt tu doch nicht so,
als würdest du nichts verstehen.
Warum profitiert nur ihr beide?
Ich habe mich für euch ins Zeug gelegt.
Halle F.
Wie groß ist die Speicherkapazität?
Also...
- In Paletten? - In Kubikmetern.
Ein Projektleiter muss seinen Laden besser kennen
als die Muschi seiner Frau.
- 35.000 Kubikmeter? - Daneben. Das Doppelte.
Du bist auf dem richtigen Posten.
Das ist dein Niveau. Bleib bei dem, was du gut kannst.
Hattest du vor dem Kulturzentrum eine Ahnung vom Bauwesen?
Ich muss dir also helfen, weil dein Bruder mir hilft?
Das klingt nicht gerade beruhigend.
Erst sagst du, du bist fähig.
Dann schulde ich dir was, weil du ein Rickwaert bist?
Hast du das Zeug zum Chef, oder bist du nur Philippes Bruder?
Ich weiß es selbst nicht mehr.
Warum wurde ich nicht informiert?
Das kam heute Morgen aus dem Kanzleramt.
Wollen Sie die Details sehen?
Nein, es ist zu spät, um zu improvisieren.
Weiter im Text.
Es geht um Artikel 3-15, Paragraph 2.
Haben Sie ihn?
Der erste Satz muss geändert werden.
Marc, hattest du einen Vorschlag?
An den Präsidenten der Republik. Lieber Francis.
Es erfüllt mich mit Bedauern und tiefer Traurigkeit,
aber ich sehe mich gezwungen, meinen Rücktritt einzureichen.
- Hallo. - Wie geht's?
- Gut, und dir? - Auch gut.
Ich habe Kuchen mitgebracht.
Papa, Salomé ist da.
Meine Lieblingsnichte.
Philippine Rickwaert. Die Prinzessin mit dem großen Herzen.
Hör auf, Bruno.
Was denn? Du bist doch jetzt Aktivistin, oder?
Keine Ahnung.
Ich bin auf jeden Fall stolz auf dich.
Während die beiden nur ihren eigenen Arsch retten.
- Wir brauchen junge Leute wie sie. - Bist du fertig? Lass sie in Ruhe.
Was ist? Darf ich ihr nicht sagen, dass ich stolz bin?
Doch, darfst du.
- Freut dich das nicht? - Doch, danke.
Dir ist scheißegal, was ich erzähle.
Warum sagst du das?
Das ist das Problem mit der Politik. Niemand hat Humor.
Immer ist Revolution, und man zieht eine Fresse.
Genau wie dein Vater. Er war witzig, als er jung war.
- Ich gehe lieber. - Komm schon.
- Setz dich wieder. - Nein, ich gehe.
- Setz dich, verdammt! - Hey, Papa!
Salomé.
Warte mal. Im Ernst, warte!
Danke. Wir bleiben in Kontakt.
- Mirmont ist zurück in Paris. - War er nicht beim Kanzler?
Nein, er ist nach einer halben Stunde zurückgeflogen.
- Das klingt nach Rücktritt. - Nein, so ein Quatsch.
Es ist der Präsident.
Guten Tag, Herr Präsident.
- Guten Tag, Daniel. - Wie kann ich helfen?
- Ich möchte Ihnen etwas vorschlagen. - Ja?
Ich bin am Abend in Paris. Kommen Sie vorbei.
Gut, bis später.
Und?
Na, Kinder, wie fühlt es sich an, einen Premier skalpiert zu haben?
- Es ist nicht offiziell. - Seine Rede ist abgesagt.
- Unglaublich. - Nach sechs Monaten kneift er schon.
Jetzt müssen sie die Quoten einführen.
Da kriegt wohl jemand Panik.
Amélie.
Ja, bitte.
Marc, da bist du ja.
- Alles okay? - Was für eine Schande.
Und, was hast du jetzt vor?
Ich gehe zurück zur Justiz.
- Ja? - Mal sehen, was sie mir anbieten.
Erwähntest du nicht neulich das Berufungsgericht in Versailles?
Das wäre eine Möglichkeit.
Eine Tatsache, Herr Vizepräsident.
Danke, Herr Premierminister.
- Ich habe eine Bitte. - Natürlich.
Keine Sorge, es wird dich nicht schockieren.
Danke.
Er wurde wegen Wahlmanipulation
bei den Parlamentswahlen in Dünkirchen verhört.
Staatsanwaltschaft Paris
Zweieinhalb Monate später gewann er unter einem Alias überraschend
eine öffentliche Ausschreibung für ein Bauprojekt.
War das Glück oder Zufall?
Hier sollte ein verlässlicher Richter schnell eine Antwort liefern.
Verstanden.
Vielen Dank.
Komm rein.
Willst du was trinken?
Kaffee oder Wein?
Wie wäre es mit Champagner?
Dich freut der Sturz eines linken Premiers?
Ja, sehr. Ob er links war, ist fraglich.
Weißt du, woran mich das erinnert?
An deine Geschichte über 1932.
Du hast recht, so was vergisst man nicht.
Das kann man nicht vergleichen.
Laugier und du, ihr bringt euch gegenseitig um.
Ihr spaltet die Linke. Davon profitieren die Rechtsextremen.
Laugier wollte, dass die Demos in Gewalt ausarten.
- Wäre ich nicht... - Ja, er hat auf Gewalt gesetzt.
Aber du hast die Proteste gegen unsere Regierung gewendet.
Ihr seid beide gleich. Ihr kennt keine Grenzen.
- Jemand muss euch aufhalten. - Und wer? Du?
Ich bin nicht wie ihr.
Mein Leben dreht sich nicht nur um die nächsten Wahlen.
- Ja, klar. Du hast keinen Ehrgeiz? - Natürlich habe ich den.
Aber vor Reden kriege ich Ausschlag und Rückenschmerzen.
Ich will meinen Job gut machen.
Als Generalsekretärin muss ich die Partei einen
und die Linke zusammenbringen.
Glaub mir, das wird schwer.
Warum?
Willst du den Parteivorsitz? Das wird dir nicht gelingen.
Das sehen wir beim Wahltag.
Du baust auf deine neuen Mitglieder?
Der Wahltag findet in fünf Monaten statt.
Sie bekommen das Stimmrecht aber erst nach sechs Monaten.
Ein guter Lehrer hat mir beigebracht, wie wichtig die Satzung ist.
Das fechte ich an. Wenn nötig, vor dem Staatsrat.
Nur zu.
Das Urteil bekommst du dann in vier oder fünf Jahren.
Hast du mich hergebeten, um mir das zu sagen?
Kalhenberg wird Premierminister.
Ich habe Francis überzeugt, dass es so am besten ist.
Die Rivalen der Vorwahlen haben sich versöhnt,
für eine neue, vereinte Linie.
Kalhenberg will dich als Arbeitsminister.
Francis ist dagegen, aber mit meiner Unterstützung klappt es.
Minister für Laugier?
- In Kalhenbergs Regierung. - Aber für Laugier.
Wir führen die Quoten ein. Du hast gewonnen.
Du hast gewonnen, hörst du?
Also nutze deinen Sieg.
- Du solltest längst Minister sein. - Hör doch auf.
Kannst du nicht zugeben, dass ich recht habe?
Daniel würde dasselbe sagen.
Für wen willst du sonst Minister sein?
Was willst du denn machen?
Für immer den Rebellen spielen,
den Moralapostel und Märtyrer?
- Ich wäre frei. - Das ist nicht deine Aufgabe.
Du sollst anderen zu mehr Freiheit verhelfen.
Ich als Arbeitsminister?
Das reicht, Philippe. Der Posten ist toll und passt zu dir.
Du hast doch alles getan, um aufzusteigen.
Hast du jetzt Angst vor dem Erfolg?
Sei einfach weniger arrogant,
und etwas mehr stolz auf dich.
Das würde allen guttun, besonders mir.
Du hast dich verändert.
Ich hatte keine andere Wahl.
Einverstanden.
Der Präsident ist um 22 Uhr in Paris und trifft sich mit Kalhenberg.
Ich halte dich auf dem Laufenden.
Aber es sieht gut aus.
Wenn es dich freut...
Der Kanzler möchte auch die Flüchtlingsfrage erörtern.
Wir haben das Memo erhalten und sind mit den Zahlen einverstanden.
- Gut. - Können wir anfangen?
Gerne.
Kann ich Sie kurz sprechen? Es ist dringend.
Entschuldigen Sie mich.
Ein Mitglied der Konservative hat heute Morgen dieses Foto gepostet.
Gegen 17 Uhr wurde es über Twitter verbreitet.
Vor einer halben Stunde erschien ein Artikel von "Rue89".
Anführer der Proteste fischt im Trüben
Danke.
Das kleine Arschloch aus der Vorstadt hat das System sofort durchschaut.
Verdammt.
Tu doch nicht so.
Glaubst du, ich intrigiere mit Arbeitgebern und Unternehmern?
- Gegen Laugier bist du zu allem bereit. - Moment mal.
- Die sind auch ohne mich fies genug. - Gib dir keine Mühe.
Glaub doch, was du willst.
So werde ich nie Minister für Laugier.
Du musst dich schützen.
Vierter Stock, Appartement 47.
Guten Abend. Verzeihen Sie die Störung.
Kann ich bitte Mehdi sprechen?
- Wer sind Sie? - Der Abgeordnete Philippe Rickwaert.
Mama, wer ist das?
- Alles in Ordnung. - Guten Abend.
Blas ihm einen, Bastard!
Auzanet und seine Schlampe
Was schaust du dir diesen Müll an?
Lass das lieber.
Das Internet zieht dich nur runter.
Ich weiß, wie du dich fühlst.
Du hast dich engagiert.
Du hast für andere viel riskiert, jetzt nennt man dich Charakterschwein.
Du darfst es nicht bereuen. Wir haben gewonnen.
Deshalb sind sie so wütend.
Ein Proll und ein Araber.
Sie wollen sich rächen.
- Ich weiß, schon gut. - Warum benimmst du dich dann so?
Sie wollten, dass du dich schämst und verkriechst.
Das ist ihnen gelungen.
Bist du wütend?
Hasst du sie?
Gut so.
Nutze deinen Hass.
In der Politik bringt Hass mehr als ein Diplom.
Wir müssen jetzt auf jeden Fall...
- Wir müssen das wieder hinbiegen. - Und wie?
Ich muss Minister werden.
Was, du wirst Minister für Laugier?
Das Amt geht mir am Arsch vorbei.
Aber nur der Präsident hat echte Macht.
- Warum dann der Ministerposten? - Ich werde Protestminister.
Ich fange ganz cool an.
Aber dann mische ich mich ein und hinterfrage alles.
Ich verteidige eigene Positionen.
Ich werde Laugiers Störfaktor im Ministerrat.
Die linke Regierung ist gespalten, also gibt es Vorwahlen.
Was ist mit dem Foto?
- Wie willst du da Minister werden? - Du entlastest mich.
Wie meinst du das?
Du gibst eine Erklärung ab,
dass du bei der Europawahl für die Konservative antrittst.
Du hast Auzanet getroffen,
weil er die Quoten unterstützt hat.
Mirmont hat dich nur beschimpft.
Jeder weiß, dass ich links bin, weil ich mit dir zusammenarbeite.
Aber ich habe dich enttäuscht.
Ich wollte, dass du uns beitrittst, und war sauer, als du abgelehnt hast.
Du bist jung und frei. Die Parteien sind dir scheißegal.
Auzanet wollte nicht, dass du beitrittst, oder?
Du entlastest mich, und ich werde Minister.
Du kommst ins EU-Parlament. Wir kämpfen weiter.
Kann ich jederzeit aussteigen?
Aber natürlich kannst du das.
Wenn ich bei den Vorwahlen kandidiere,
stößt du wieder zu uns.
Was sagst du dazu?
Okay.
- Das ist alles? - Was denn noch?
Ich werde Protest-EU-Abgeordneter.
- Wir gehen denen richtig auf den Sack. - Genau.
- Dann wollen wir mal. - Was?
- Deine Erklärung schreiben. - Jetzt?
Ja klar, wann denn sonst?
Warum ich mich Jean-Marc Auzanet anschließe.
- Hat der Präsident das gelesen? - Laut Borde schon.
Ich glaube nicht, dass er gerührt war.
Er muss eines verstehen:
Wenn ich Premier bin, und Rickwaert draußen Proteste leitet,
muss ich meine linke Position verraten.
- Ich weiß, das war nicht der Deal. - Ganz und gar nicht.
Alle sollten vereint hinter mir stehen. Hör zu.
Wenn du das nicht regelst, lehne ich den Job ab.
Ich kläre das mit Laugier.
Es ist wichtig, dass du deine Kräfte schonst.
Guten Tag.
Madame Amélie Dorendeu.
- Sie soll reinkommen. - Danke.
Wo ist Daniel?
Wir müssen die Partei auf eine Linie bringen.
Reicht es dafür nicht, dass Kalhenberg Premier wird?
Nein, nicht ohne Rickwaert.
Nicht wegen eines Irrtums.
Wie bitte, ein Irrtum?
Er hat Mehdi sicher nicht an Auzanet verkauft.
Hat er Ihnen das gesagt?
Seit dem Skandal im Parlament habe ich ihn nicht gesprochen.
Aber Mehdi war letzte Woche bei mir.
Er wollte uns beitreten, aber nicht ohne Gegenleistung.
Eine Gegenleistung?
Er wollte einen Platz auf der Wahlliste der Sozialisten für das EU-Parlament.
Es hat mir nicht gefallen, dass er Bedingungen stellt.
Also habe ich ihn hingehalten.
Danach hat er sein Glück wohl anderswo versucht.
Ich glaube, dass er wirklich von der Linken enttäuscht ist.
Er ist nicht Rickwaerts Marionette. Er ist selbstständig.
Er weiß genau, was er will. Für Philippe ist er zu ungeduldig.
Sie wissen auch genau, was Sie wollen.
Was wollen Sie damit sagen?
Wenn dieses Märchen die Linke vereinen kann,
müssen wir uns Mühe geben, daran zu glauben.
- Ich versichere Ihnen... - Das reicht für heute.
Sie können Ihre Kameraden beruhigen.
Herr Präsident.
Daniel, kommen Sie. Ich freue mich, Sie zu sehen.
- Guten Tag. - Guten Tag.
- Ich möchte zum Minister. - Wie heißen Sie?
- Balsan. Cyril Balsan. - Gut.
Die erste Tür links den Flur runter.
- Danke. - Gern.
- Cyril. - Wie geht's?
- Gut, und dir? - Gut. Verzeihung.
- Da lang? - Ja, wenn wir uns nicht verlaufen.
Herr Minister.
Hat man euch eure Büros gezeigt?
Was?
Ihr seid eingestellt.
PR-Beraterin und Kabinettschef.
- Guten Tag. - Hallo.
- Nimm ruhig das hier, Fanny. - Ist das nicht für deinen Assistenten?
Wen interessiert der Assistent? So ist es doch viel netter.
"Netter"?
Das heißt?
Inwiefern wird das denn "netter"?
Ich meinte natürlich praktischer.
Weil wir sicher zusammenarbeiten.
- Was ist? - Nichts. Du bist nur niedlich.
Ich bin niedlich?
Ich gehe dann mal in mein Büro.
Okay, cool.
"Okay, cool."
Im Ernst jetzt?
Das Département und die Stadt fördern hier die Kultur.
Baukosten: 5,35 Millionen Euro Fertigstellung: Anfang 2018
- Hallo, Véronique. - Guten Tag, Herr Kommissar.
- Wie ist die Lage? - Die Aufsichtsbehörde prüft.
Die Verträge sind regelwidrig. Er beschäftigt 15 Illegale.
Kam die Inspektion überraschend?
Nein. Wir hatten Balleroy im Auge.
Aber die Staatsanwaltschaft hat Druck gemacht.
Glückwunsch.
- Wie bitte? - Ich meinte, Glückwunsch.
Sie ersetzen doch Philippe als Bürgermeister.
Ja, danke.
Hallo.
Und, wie läuft's?
- Du musst herkommen. - Wie meinst du das?
Zieh zu mir.
Die Dienstwohnung ist großartig. Du kommst auf eine Eliteschule.
Sonst sehen wir uns ja nie.
Ich dachte, du freust dich.
- Ich freue mich ja auch. - Wann kommst du?
Ich bin gerade nicht allein. Ich rufe später zurück.
- Wer ist bei dir? - Ein paar Freunde.
Alles klar. Bis später, mein Schatz.
Tschüss.
Alles okay?
Mein Vater will, dass ich nach Paris ziehe.
Und du?
Ich...
Ich weiß es nicht.
Die zwei Deppen hatten recht.
Was?
Deine Titten sehen zu wollen.
- Zeigst du sie mir? - Du spinnst.
Sonst trete ich den Rechten bei.
Du kleine Nazischlampe.
Was hast du?
Soll ich nach Paris ziehen oder nicht?
Was willst du?
Staatssekretär für Handwerk, Handel und Tourismus
Premierminister Daniel Kalhenberg
Minister für Arbeit und Bildung Philippe Rickwaert
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