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Unser Gast ist heute Morgen Jean-Marc Auzanet.
Er kommentiert den Bildungsplan,
den Francis Laugier gestern bei der Presskonferenz
als das erste Projekt seiner Amtszeit vorstellte.
Wiedereinführung von Ausbildungsnachweisen,
konstante Beurteilungen,
vierjähriger Besuch des Lycée mit einem Auslandsjahr,
ein einheitlicher Dienst für Nachhilfe...
Das wirkt wie ein großer Urknall. Wie beurteilen Sie das?
Hören Sie mir gut zu.
Ich bin überzeugt, dass wir auf diese Weise bankrottgehen.
Ganz sicher.
Francis Laugier
wird Frankreich bankrott machen.
Kann man das noch verantwortungsbewusst nennen,
wenn man 40 Milliarden mehr
für die Bildung bereitstellen will?
Verstehen Sie, was er vorhat?
40 Milliarden! Wir laufen Gefahr...
- Ja, Amélie? - Ich möchte eine Mitteilung diktieren.
Okay.
Wie es scheint, hat Monsieur Auzanet seltsame Berechnungen
bezüglich des Bildungsplans angestellt.
Es fehlen genaue Zahlen und eine logische Argumentation.
Der ehemalige Präsident erlaubt sich,
die Kosten für den Bildungsplan zu verdoppeln.
Haben Sie alles? Geben Sie das raus?
Okay.
Auf diese Weise ist das nicht möglich. Wir können nicht...
Ich rufe Sie zurück, Maryse.
Wir riskieren...
Ich muss zu ihr fahren.
Ja, ich fahre zu ihr.
Ich fahre zu ihr.
Ich fuhr die ganze Nacht und dachte an dich.
Ja? Aber ich habe dir keine Nachricht geschickt.
Eine Nachricht?
- Eine SMS, ein Telegramm. - Ah...
Anouk Aimée gesteht Trintignant ihre Liebe in einem Telegramm.
Deswegen fährt er los.
Ich fand diesen Film immer langweilig.
- Du magst eher Godard, oder? - Ich bin spät dran.
Du bist spät dran? Ich bin auch spät dran.
Komm mit.
DER BILDUNGSPLAN
Ich muss um 10.00 Uhr zu einer Schulversammlung.
Keine Sorge, Mehdi, er kommt gleich.
- Wie spät ist es? - Keine Sorge, er kommt.
- Nur die Mailbox. - Berufsbildung ist Laugier egal.
- Was ist der Knüller? - Erst sage ich euch etwas.
Montagmorgen im Sekretariat der Geisteswissenschaften:
Ich komme dort hin und sage: "Madame Aurier, wie geht's Ihnen?"
Wir quatschen ein bisschen, und nach zehn Minuten frage ich sie:
"Welche Erfolgsquote haben die Fachabiturienten?"
Sie guckt, als hätte ich sie ertappt, und sagt: "Ich weiß es nicht."
Ich frage: "Sie wissen doch, wie viele bestanden haben, oder?"
Sie sagt Ja, und ich frage weiter:
"Sie wissen, wie viele das Fachabi haben?"
Sie nickt, und ich sage:
"Dann kennen Sie auch deren Erfolgsquote."
Aber natürlich.
Hat sie es gesagt? Wie hoch ist sie?
- Null. - Null? Wie kann sie null sein?
In den Geisteswissenschaften hat keiner mit Fachabitur bestanden.
Ja, es ist kaum zu glauben.
Die Fachabiturienten wollen an die Fachhochschulen,
aber dort werden sie abgelehnt.
So landen sie bei den Geisteswissenschaften.
Die Folge: Keiner besteht.
Lehrer und Eltern jubeln, und die Konservative schreit.
Wir müssen ins Detail gehen, ohne inkohärent zu werden.
Die fünf Hauptmaßnahmen müssen immer genannt werden.
Das Wichtige ist die Kohärenz.
Die Medien betonen die neuerlichen Ausbildungsnachweise,
das Auslandsjahr im Lycée und den kostenlosen Führerschein.
Da wir gerade über die Medien sprechen...
Was ist mit der erwarteten Flutwelle?
Sie spannen mich auf die Folter, Martin.
Entschuldigung.
#Bildungsplan ist diese Woche an erster Stelle.
47 % derjenigen, die das twittern, besuchen das Lycée.
Nur 'Der Hobbit' war besser.
- Wer ist der Hobbit? - Das ist ein Film.
- Wo sind sie? - Sie sind bei einer Versammlung.
Ich kam nur her, um dich zu sehen. Ich fahre gleich wieder.
Gibt es ein Problem im Rathaus?
- Du hast Cyril wieder versetzt. - Er ist so nervös.
Drei Demonstranten, und ich soll zum Streik aufrufen.
Die haben keine Chance.
Laugier hat 53 % Zustimmung. 78 % kommen von der Linken.
Er macht keine Fehler. Ich habe keine Möglichkeiten.
"Dafür muss man sorgen." Aus deinen gesammelten Werken.
Triff dich einfach mit Mehdi.
Das Bildungsgesetz ist das wichtigste Projekt.
- Also spricht man nur darüber? - Ja.
Morgens, mittags und abends.
Und da versetzt du einen Typen, der drei Schulen zum Streiken brachte?
Der Bildungsplan wird den Schülerstreik verstärken.
In der Politik muss man die Stärke des Gegners nutzen.
Nur ein Protest der Schüler kann Laugier ärgern.
Und wie läuft es mit Amélie?
Sie profitiert von Laugier. Sie ist eine gute Erste Sekretärin.
- Das war nicht die Frage. - Was dann?
Wie steht ihr zueinander?
Wir treffen uns.
Mir geht es so wie dir. Ich bin auch überrascht.
Warst du eben bei ihr?
In zehn Monaten ist der Parteitag. Wie lange hältst du dich noch raus?
Es ist fast wie bei Kalhenberg. Tu was, oder du wirst weggefegt.
- Wenn du Amélie schützt... - Das tue ich nicht!
- Auch wenn... - Nein.
Ich würde es verstehen, wenn du daran denkst.
Aber frag dich eins: Willst du Hausmann oder Politiker sein?
Die Ministerin kann nicht zur Diskussionsrunde mit Auzanet.
Ich bin im Parlament. Wir prüfen die Änderungsanträge.
Mal sehen... Vielleicht Amélie?
- Ihre Pressemitteilung heute war gut. - Na bitte.
Auzanet diskutiert mit der Ersten Sekretärin.
So merkt er, dass er jetzt nur ein Parteichef ist.
Bis später.
- Das ist kompliziert. - Was ist an 0 % kompliziert?
So haben wir keine Chance.
Fachabiturienten sollen Zugang zu den Fachhochschulen haben,
aber nur die Abiturienten kommen rein.
- Für etwas zu sein, zieht nicht. - Wir wollen Quoten.
Eine Quote für Fachabiturienten.
Ja, aber die Leute kämpfen eher gegen etwas.
Gegen irgendein Gesetz oder einen Minister.
Alle sprechen über die Bildung.
- Richtig. - Wir können davon profitieren.
- Hast du ihn dir angesehen? - Was?
- Sein Gesicht, sein Akzent... - Spinnt der jetzt oder was?
In Argenteuil gab es gestern Krawalle.
Ich weiß, aber das waren keine Schüler.
Es gibt bei euch also kein Gewaltproblem?
- Nein, aber... - Ihr seid keine Fernfahrer...
Wenn ihr eine Scheibe einschlagt, war's das.
Verstehst du?
Typen, die wie du aussehen und Quoten wollen,
erinnern an die Schwarzen und Araber, die Jobquoten wollen.
So ist die harte Realität.
Wegen der Rassisten sagen wir nichts?
Nein.
- Ich verschwinde. - Mehdi, warte.
- Los, verschwinde. - Verdammt.
- Was soll das? Er spinnt. - Mehdi! Mehdi!
Verdammt.
- Beruhige dich. - Ich nehme die U-Bahn.
- Ruhig. - Wie redet der mit mir?
Komm mit. Wir rauchen kurz eine.
Du bist ein kluges Köpfchen. Er testet dich nur.
- Jetzt kommt er auch noch hinterher. - Beruhige dich.
Mehdi!
- Ruhig. - Beruhige dich.
- Wie redest du mit mir? - Na und?
Der Bildungsplan ist der Eckpfeiler von Laugiers Amtszeit.
Verstehst du? Bleib ruhig, und pass auf.
Er wird Quoten ablehnen. Du musst einen klaren Kopf behalten.
Du bist so schnell explodiert. Wenn das vor der Presse passiert...
Schon gut.
Lächle. Immer lächeln. Bleib ruhig und gelassen.
Sonst bist du für sie nur Gesindel.
Für alle. Verstehst du?
- Bleib locker. - Okay, schon gut.
Wir wissen alle, worauf die Diskussion hinauslaufen wird.
Eine ethnische Quotenregelung bedeutet Kommunitarismus,
Ghettos, Islam und Dschihad.
"Dschihad"? Warte mal. Warum erwähnst du da den Dschihad?
Bist du vorbestraft?
- Bist du? - Ist das dein Ernst?
Na siehst du, es geht doch.
Wurdest du zufällig in Syrien ausgebildet?
Nein, die Ungläubigen ließen mich nicht über die türkische Grenze.
- Na bitte. - Sie sagten: "Nicht genug Bart."
Aber du hast einen Bart.
- Ja. - Du kannst nach Syrien.
Mir wächst wenigstens einer. Du hast da nur einen Flaum.
- Bei dir wächst kein Bart. - Nur Flaum.
Genau.
Wir werden ein Problem kriegen, Amélie.
Was meinst du?
Ich will weiter mit dir zusammen sein.
Ich engagiere mich bei einem Protest, der uns zu Gegnern macht.
- Worum geht's? - Berufsbildung.
Ich traf Mehdi Fateni. Er brachte drei Schulen zum Streiken.
Er erkannte die Schwachstelle im Bildungsplan.
- Beunruhigt dich das? - Natürlich.
Aber wieso? Das ist nur Politik.
Das hat nichts mit uns zu tun. Das Problem ist Francis.
Okay, ich bin links, ihr beide seid konservativ.
Ich will nicht täglich einen Parteitag in meiner Küche führen.
Natürlich nicht. Darum geht es nicht.
Francis ist der Präsident. Ich habe überhaupt keine Chance.
Ich werde nicht gegen ihn kämpfen.
In der Politik hast du die richtige Wahl getroffen.
- Aber in der Liebe... - Was?
Ich habe keine Ahnung.
Hast du eine romantische Zukunft mit Francis?
Er ist aus einer anderen Generation.
Er hat eine lange Scheidung hinter sich.
Bei Frauen ist er vollkommen nutzlos.
Sieh mich an. Bei mir ist das anders.
Ich bin was Konkretes.
Du lachst nicht? Amélie, was ist los?
Hör zu, Philippe... Ich bin zufrieden mit meinem Leben.
Ich bin gern Parteivorsitzende. Da bin ich mittendrin.
Ich fühle mich nützlich. Das mag ich.
Das will ich nicht gefährden.
Das geht mir genauso.
Unseretwegen höre ich nicht mit der Politik auf.
Wir trennen das.
Auf der einen Seite die Politik, auf der anderen wir.
Verstehst du? Zwei getrennte Dinge. Was meinst du?
0 % ist ein Desaster. Man sagte uns, wir können studieren.
Wir glauben das. Unsere Eltern sind stolz.
Der soziale Aufstieg...
Wir wissen, dass wir doppelt so hart arbeiten müssen.
Aber wir haben keine Chance.
Deshalb fordern wir eine Zugangsquote für Fachabiturienten.
Die Rechten nennen das: Bevorzugung von Immigranten.
Ja, sagen Sie es: eine ethnische Quote.
Hier in Frankreich ist so etwas zum Glück verboten.
Verurteilen Sie Ausschreitungen wie die in Argenteuil und Stains?
Ja, natürlich verurteile ich sie,
und ich finde, dass Gewalt der Bewegung schadet.
Sie rufen also zur Ruhe auf?
- Nein. - Kein Aufruf zur Ruhe?
Die Schüler haben nichts damit zu tun.
Sie sind sehr ruhig. Das versichere ich Ihnen.
- Das waren Straftäter. - Aber trotzdem...
Geht es um den Streik oder um die Ausschreitungen?
Ausschreitungen an berufsbildenden Schulen
- Seht mal. - Das waren keine Schüler.
- Sie verarschen alle. - Das ist egal.
Wir wussten, es wird schwer. Das ist nicht real.
54 Schulen streiken, und 27 sind aktiv. Nur das zählt.
Es geht um die Berufsbildung.
Das Problem an der Uni von Cergy ist,
dass dort kein Fachabiturient den Abschluss schafft.
Madame Dorendeu ist in 15 Minuten auf Sendung.
Die Wiedereinführung der Ausbildungsnachweise,
die kontinuierlichen Beurteilungen, ein vierjähriges Lycée...
Wie beurteilen Sie diesen Bildungsplan?
Das ist ein größenwahnsinniges und populistisches Projekt.
Wenn Francis Laugier etwas für die Jugend tun will,
kann er das tun, ohne uns für die nächsten Jahre bankrott zu machen.
Diskutieren wir nun darüber mit Amélie Dorendeu,
der Ersten Sekretärin der Sozialistischen Partei.
Guten Tag.
- Guten Tag. - Guten Tag, Monsieur Auzanet.
Danke fürs Kommen.
Monsieur Auzanet sagte, dass er den Gesetzentwurf ablehnt.
Es ist Laugiers wichtigstes Projekt.
Könnten Sie uns die Details des Bildungsplans erklären?
Erst möchte ich Monsieur Auzanet antworten,
weil er wohl vergessen hat,
dass der Wahlkampf mit seinen Beleidigungen vorbei ist.
Wir sollten über den Bildungsplan seriös und argumentativ diskutieren.
Wir konzentrieren uns auf die drei nächsten Treffen.
Nur die Griechen und Italiener
wollen die Bildungskosten aus der Schuldenrechnung rausnehmen.
Selbst die Portugiesen zögern.
Wenn der Plan erfolgreich ist, stimmen alle zu.
- Die Deutschen auch? - Auch die Deutschen.
Sehen Sie sich Amélie an. Das hebt Ihre Stimmung.
Madame Dorendeu, letztendlich haben Sie alles gesagt.
- Schön, dass Sie zustimmen. - Das ändert sich gleich.
Dieses Gesetz spiegelt das Kernanliegen der Linken wider.
- Ja. - Es geht Ihnen nicht um Frankreich.
Sie setzen nur Ihre Ideologie um.
Sie bedienen die Interessen Ihrer Wähler.
- Laugier ist der Präsident von allen. - Er ist nicht der Präsident.
Nicht? Stellen Sie die Wahl der Franzosen infrage?
Nein. Er ist der Staatspräsident.
Aber er verhält sich wie ein sozialistischer Aktivist.
Sie waren seine Sonderberaterin.
Dass Sie Parteivorsitzende wurden, ist der Beweis dafür.
Ist es verboten, seinen Überzeugungen treu zu bleiben?
Das zu tun, was man versprochen hat?
Die Franzosen wählten einen Sozialisten,
der Politik für die Mehrheit macht:
für die, die nichts geerbt haben
und die auf die Schulen setzen.
Der Staat setzt wieder seine Ideale um.
Sie vergaßen diese Ideale in Ihrer endlosen Amtszeit.
Sie kürzten blind und unermüdlich die Mittel für die Bildung.
Dabei ließen Sie die schwächsten Kinder im Stich.
- Wir ließen keinen im Stich. - Danke, Monsieur Auzanet.
Sprechen wir über die 40 Milliarden.
- Es geht um 20 Milliarden. - Nein, nein.
- Danke. - Sie erzählen Unsinn.
Danke. Jetzt kommt unser nächster Gast.
Gut, oder?
Sehr gut.
Ja?
Wissen Sie, dass Sie Laurent zum Lächeln gebracht haben?
Nein, wirklich: Glückwunsch.
Danke.
- Bis bald. - Danke, Herr Präsident.
AMÉLIE: Das ist kein Telegramm...
- Guten Tag. - Guten Tag.
Guten Tag, Herr Präsident. Das ist Mehdi Fatenis Akte.
85 berufsbildende Schulen streiken gegen den Bildungsplan.
Und Rickwaert bringt sie auf die Straße.
Es wird noch schlimmer.
Sie wissen, was man über Philippe sagt:
Es war die Politik, die ihn vor seiner traurigen Kindheit,
vor seiner Vergangenheit und vor sich selbst rettete.
Alles psychologischer Mist. Reine Zeitverschwendung.
Die Realität ist viel einfacher.
Wir haben Verbündete, und wir haben Feinde.
Der Rest ist nur Blabla.
Wir trennen unser privates und unser politisches Leben.
Glauben Sie daran?
Ich weiß, das wird schwierig.
Wissen Sie, das beunruhigt mich sehr.
Ich bin in der Lage...
Wir reden von einem Mann, den der Hass auf mich antreibt.
Er kennt keine Grenzen.
Das ist der Beweis.
Ich bin auf Ihrer Seite.
Eine Jugend-Bewegung ist immer eine Gefahr.
Vor allem, wenn Rickwaert mitmischt.
Ich bin auf Ihrer Seite.
Glauben Sie mir, Ihrem Freund wird das nicht gefallen.
Danke.
"'Singende Steine"".
Interessant?
Was dachtest du, würde ich tun?
Was waren das für Fotos, die Francis dir gezeigt hat?
Sehen wir wenigstens gut darauf aus?
Willst du dich streiten?
Ich glaube nämlich, dass er genau das will.
Wir sollten tun, worauf wir Lust haben.
Wenn 100 Schulen streiken, organisieren wir ein Treffen.
So bekommt das eine demokratische Dimension.
Wir legen ein Datum für die Demo fest.
Wir brauchen Zeit, um Leute zu mobilisieren.
Der Rest liegt bei ihnen.
Sie wollen den Kapitalismus abwählen? Okay.
Visa für illegale Einwanderer? Ein Verbot von Arbeitslosigkeit? Gut.
Wichtig ist, dass die erste Demo am 12. November stattfindet.
Nicht vorher, sonst sind wir erledigt.
Wenn die erste Demo ein Erfolg ist,
werden die Jugendlichen, die nicht dabei waren,
zur zweiten Demo gehen, die noch viel größer wird.
Wir müssen das im Keim ersticken.
Wir müssen unseren Bildungsplan schützen.
Die Studenten treffen sich zur Abstimmung an diesem Sonntag.
Amélie, da werde ich Sie brauchen.
Nach den letzten Informationen
nehmen etwa 100 Delegierte aus ganz Frankreich
an dieser Abstimmung teil.
Also, für uns geht es um das Datum für die Demonstration.
Sie sollte möglichst bald sein.
Wie ist Ihr Verhältnis zu den Jungen Sozialisten?
- Gut. - Ich will sie beim Treffen.
Sie helfen uns, das richtige Datum festzulegen.
So bald wie möglich.
Der 28. Oktober wäre perfekt.
Es sind nur Fachabiturienten zugelassen.
Unter den Jungen Sozialisten gibt es davon nicht viele.
Ich erkläre es Ihnen.
- Guten Tag. - Loubna Nour.
Ibrahim Hakim, mit einem H.
Aus Poitiers. Gut, ihr könnt durch.
Sébastien Denneque.
Hallo.
Paris, Montaigne.
- Das ist ein normales Lycée. - Ist das verboten?
Nein, aber du hast kein Stimmrecht.
Du hast also nur einen Beobachterstatus.
- Ja, kein Problem. - Okay, geh durch.
Guten Tag. Noémie Vallier.
Vom Lycée Henri IV in Paris.
Okay.
Philippe, hier sind viele normale Schüler.
Ja, ich sehe es. Reiche Kinder. Das sind die Jungen Sozialisten.
Sie wollen die Demo am 28. Oktober.
Warum tut sie mir das an? Verdammt.
Sie wollen ein früheres Datum, damit nur wenige demonstrieren.
- Sie dürfen nicht wählen. - Sie verlangen ein Veto.
- Ein Veto über die Abstimmung? - Über das Stimmrecht.
Warte. Hier drängen sich einige rein.
Cyril, lass keinen mehr rein.
Es sind die Jungen Sozialisten.
- Was macht ihr da? - Cyril, was ist da los?
Beruhigt euch. Beruhigt euch. Beruhigt euch.
Langsam!
- Beruhigt euch. - Langsam!
- Beruhigt euch. - Stopp!
Ruhig! Stopp! Wir sind keine Tiere.
AN AMÉLIE: Wir sind drin.
- Wollt ihr uns untergraben? - Jeder hat eine Stimme!
Sie sind drin. Ich kriege noch die genaue Zahl.
Aber laut Sébastien sind es genug von ihnen.
Das ist unsere einzige Chance. Es gibt kein Veto bei der Abstimmung.
Nur die Fachabiturienten dürfen abstimmen.
Ein Mann, eine Stimme, Demokratie!
Hey, du da! Verdammt noch mal!
Gib mir die Zahlen der Bündnisfreien nach Fraktion.
10 vom Arbeiterkampf, 10 Anarchisten
und 30 von den Antikapitalisten.
Die 30 von den Antikapitalisten müssen für den November stimmen.
Bring mir ihren Chef.
Was macht ihr da?
Demokratie!
Hört mir zu!
Komm.
Philippe, das ist Theo.
- Was habt ihr gegen den 12. November? - Nichts.
- Der 28. Oktober ist auch gut. - Das Datum will die Regierung.
Da wird dann nichts abgesperrt. Das schadet dem Protest.
Nein, denn am 28. können wir das
mit der Demonstration gegen die Abschiebung von Illegalen verbinden.
Die Jungen Sozialisten wollen das Treffen sabotieren.
- Und ich... - Du bist Sozialist.
Und die Sozialistische Partei ist eine bürokratische Maschine...
Dein Gelaber ist mir egal. Das kenne ich auswendig.
Willst du dieser Regierung eine Niederlage bereiten?
- Das ist nicht so einfach. - Doch.
Dieser ganze Kram von Trotzki ist nutzlos.
Jetzt stelle ich dir eine einzige Frage.
Willst du dieser verdammten Regierung eine Niederlage bereiten?
Ich muss das mit meiner Partei besprechen.
Was können wir den Antikapitalisten bieten?
Außer der Kollektivierung von Produktionsmitteln?
Sie haben ein Abonnement für ihr Magazin eingeführt.
- Sie haben Mietschulden. - Wie viel?
- Um die 20.000. - Das ist es.
Ich rufe Riton an.
Ihren Generalsekretär.
Viele von uns gingen mit ihnen zur Schule.
Riton ist ein sehr guter Lehrer.
Riton, hier ist Borde.
- Wie geht's? - Heute ist dein Glückstag.
- Hast du gute Neuigkeiten? - Ja.
Ein Mann! Eine Stimme! Demokratie!
Hey, du da!
Ruhe!
Ruhe, bitte!
70, 71, 72. Danke.
Wer ist für den 28. Oktober?
Philippe.
- Wir haben verloren. - Verdammt.
Nein, das geht nicht.
Sie laufen von Denfert nach Montparnasse.
Da gibt es viele Schaufenster. Die Polizei sprach von Vorfällen.
Die soll ihre Arbeit machen.
Und man darf diese Kids nicht immer überbehüten.
Es fing mit Gewalt an und endet so.
Wir könnten doch nur drei Polizei-Einheiten hinschicken.
Drei Einheiten für 10.000 Demonstranten?
Das ist zu viel.
Am 28. ist ein Fußballspiel.
Beauvau könnte den Polizeipräsidenten warnen,
dass im Internet für den Tag ein Fight angekündigt wurde.
Was ist ein "Fight"?
Hooligans beider Teams verabreden sich zu einer Schlägerei.
Das reicht, um eine Polizei-Einheit abzustellen.
Das ist sehr gut.
- Sie können einsteigen. - Vielen Dank.
- Ja? - Ich sprach mit der Polizei.
Die Demo geht von Denfert nach Montparnasse.
Montparnasse?
Am Place d'ltalie ist ein Fest. So oder gar nicht.
Soll ich mit Mehdi sprechen?
Nein. Wir dürfen ihn nicht entmutigen.
Hast du den Artikel gesehen?
Ja.
Puppenspieler Rickwaert
- Gehen wir? - Ja.
Hallo.
- Hallo. Alles klar? - Ja.
- Alles klar, Véro? - Und bei euch? Läuft's?
- Wir kommen voran. - Habt ihr das gemacht?
- Ja, seit heute Morgen. - Warum helfen euch die Jungs nicht?
- Sie werben für die Demo. - Das könnt ihr auch.
- Es gibt keine festgelegten Rollen. - Ja.
Véro, du musst mir helfen.
- Ich darf nicht nach Paris. - Hier gibt es auch eine Demo.
- Da geht keiner hin. - Es ist wichtig, dass du da bist.
Ja.
Findet hier die Revolution statt?
- Wie geht's meiner Rosa Luxemburg? - Gut.
Ihr Vater war sicher nicht so altmodisch.
Du meinst, ein polnischer Jude mit Tuberkulose sei besser?
Du bist wirklich blöd.
- Hier ist auch eine Demo. - Du bist inkonsequent.
Ich soll raus in die Welt, aber dann...
Du bist zu jung, um allein hinzufahren.
Viele von uns fahren.
Ja, und ihr macht zusammen Blödsinn.
Politik ist kein Disco-Besuch, Salomé.
Okay.
- Véro, können wir reden? - Bitte.
- Ich brauche dich am Samstag. - Okay.
- Wir müssen es absagen. - Warum denn?
Es ist schlimm. Die kleine Demo wird zu einer Versammlung von Rowdys.
- Sorgst du dich um Salomé? - Nein.
Sie tut, was ich ihr sage. Ich bin das Problem.
Wenn das schiefgeht, sieht man in mir den Anstifter.
- Es geht schief. Das war's. - Die Demo wird abgesichert.
Was sagen die Gewerkschaften?
Die rühren sich nicht. Was erwartest du?
Wir verstärken die Security.
- Das Centre... - Die Masse schützt.
Nur Massendemos können Druck ausüben.
Ich werde Mehdi bitten, die Demo abzusagen.
- Was? - Das ist der falsche Zeitpunkt.
Ihr habt mich in diesen Blödsinn reingezogen.
- Ja, Amélie? - Hallo, Philippe.
Treffen wir uns morgen?
- Schickt dich der Alte? - Er weiß nichts davon.
Hallo.
Was ist los? Schuldgefühle wegen des Treffens?
Die solltest du haben.
Ich will nicht über Gefühle reden. Ich will über Politik sprechen.
- Zwei getrennte Dinge. - Ich erinnere mich.
Du bist wie ein Oppositioneller.
Der Bildungsplan ist die größte Reform der Linken.
Du hast ihn mit ausgearbeitet.
- Nicht diese Version. - Du hast recht.
Die Berufsbildung wurde nicht genug berücksichtigt.
Ich helfe dir, das zu beheben.
Wie?
Auf parlamentarischem Weg. Du bist Abgeordneter.
Bring einen Änderungsantrag ein. Spiel das Mehrheitsspiel.
Das Mehrheitsspiel? Ihr wolltet mich nicht in der Mehrheit.
Du weißt, es wird keine Quoten geben.
Aber es könnte tiefgreifende Maßnahmen geben.
- Viele wären dafür. - Francis auch?
Francis, Mirmont und die Fraktion.
"Tiefgreifende Maßnahmen"? Ich höre.
Übergangsklassen.
Die bereiten die Fachabiturienten zwei Jahre lang vor.
Danke, ihr seid sehr großzügig, aber nein.
Warum nicht?
Die Fachabiturienten wollen studieren.
Aber wie sollen sie die zwei Jahre finanzieren?
Sie haben keine Eltern, die das bezahlen.
Philippe.
Alle müssen die Reform unterstützen. Die Linke muss vereint sein.
Die Deutschen sorgen sich wegen der Kosten.
Warum wurde die Berufsbildung geopfert?
Geopfert?
Mit dem neuen Schulabschluss und den Mitteln dafür
schneiden die Arbeiterkinder besser ab.
Na bitte.
- Was? - Ihr verachtet sie.
- Ihr glaubt, sie schaffen es nicht. - "Ihr"? Wer ist "ihr"?
Die obere Mittelschicht?
Du fängst schon wieder damit an.
Die obere Klasse gegen die untere? Du gehst mir auf die Nerven.
Es gibt soziale Klassen. Versteh mich bitte.
Ich mag diese Kids.
Ich kenne ihren Wert. Ich war früher wie sie.
Es gibt ein paar Idioten,
aber viele sorgen sich um ihre Zukunft.
Viele sehen nur den Ausländer.
Aber ich sehe sie.
- Philippe? - Was ist?
- Die Übergangsklassen. - Ich bin nicht blöd.
Erst macht Laugier mich fertig, dann wirft er mir einen Knochen vor.
Er kann sich seine Übergangsklassen sonstwo hinstecken.
Nationalversammlung
Verzeihung, Sie müssen eine Krawatte tragen.
Ich spreche in zwei Minuten.
Rickwaert ist dran.
- Wo ist er? - Keine Ahnung.
Lächerlich.
Meine Damen und Herren, ich bitte Sie.
Bitte.
Meine Damen und Herren, etwas Ruhe bitte.
Bravo.
Meine Damen und Herren, Ruhe bitte.
Die Internationale
Erkämpft das Menschenrecht!
Ich bitte Sie. Bitte.
Bitte. Die Sitzung wird fortgeführt.
Das Wort hat Philippe Rickwaert vom 13. Wahlbezirk, Nord.
Eine Frage zur Umstrukturierung der Erdölchemiebranche
und ihrer Folgen.
Danke.
Meine lieben Kollegen, verehrte Minister und Ministerinnen,
laut der Geschäftsordnung herrscht hier Krawattenzwang,
aber die Abgeordneten entscheiden frei,
welche Fragen sie der Regierung stellen möchten.
Also, anstatt den Minister für Industrie
zum Thema Erdölchemie zu befragen,
möchte ich meine Frage lieber
an die Ministerin für Bildung richten.
Bitte.
Es geht um die Berufsbildung innerhalb des Bildungsplans.
Ja.
Frau Ministerin, alle sprechen vom Schülerprotest.
Aber hat sich auch nur einer gefragt,
warum diese Einrichtungen bestreikt werden.
- Nein. - Nein? Aber das ist wichtig.
Wichtig sind nicht die gewalttätigen Irren.
Wichtig ist, was uns die Fachabiturienten sagen wollen.
Sie repräsentieren über 25 % der Jugendlichen.
Aber es ist, als existierten sie nicht.
Wir hören sie nicht, Frau Ministerin.
Es gibt sie nicht.
Deshalb frage ich Sie, wo ist Frankreichs Ehre?
Wir interessieren uns mehr für Gewalttaten
als für die Zukunft von 25 % der Schüler.
Wo ist Frankreichs Ehre geblieben,
wenn nur die Sicherheit über ihre Ausbildung entscheidet?
Wo ist Frankreichs Ehre geblieben,
wenn Quoten für Fachabiturienten zu ethnischen Quoten werden?
Bravo! Da sind wir!
Wo ist Frankreichs Ehre geblieben,
wenn die Farbe der Haut wichtiger ist als die der Arbeitskleidung?
Deshalb trage ich Blau.
Denn das ist die Farbe der Arbeiterjugend.
Ich trage Blau für ihr Recht auf Bildung.
Ich trage Blau,
um Frankreichs Platz als große Industriemacht zu erhalten.
Das ist der Grund. Das ist der Grund.
Deshalb trage ich Blau.
Ja!
Herr Abgeordneter, kommen Sie bitte zum Schluss.
Was ist Ihre Frage?
Ich stelle sie jetzt, Herr Präsident.
Frau Bildungsministerin,
ziehen Sie die Einführung von Quoten
für Fachabiturienten an den Fachhochschulen in Erwägung?
- Moment. - Der Premierminister hat das Wort.
Herr Präsident, verehrte Abgeordnete.
Herr Abgeordneter des Département Nord,
danke für Ihr leidenschaftliches Plädoyer
für die Aufwertung der Berufsbildung.
Viele von uns sind für die Ziele, die Sie hier beschrieben haben.
Aber Sie sprachen von Quoten, und da endet die Gemeinsamkeit.
Quoten?
Quoten? Nein. Es wird keine geben.
Es gibt Frauenquoten.
Quoten widersprechen einfach den Grundsätzen der Republik.
Das einzige Auswahlkriterium ist die Leistung.
Die Leistung. Das ist es, was in diesem Staat zählt.
Als Premierminister sage ich Ihnen, Herr Abgeordneter,
Quoten wären politisch ein Fehler,
und auch moralisch.
Entschuldigung, Herr Premierminister, könnten Sie das wiederholen?
Ich sagte, Ihr Vorschlag widerspricht den Grundsätzen der Republik.
Nein, Sie sagten, es sei moralisch ein Fehler.
Mit Fachabitur zu studieren, ist ein Fehler?
Nein, das habe ich nicht gesagt.
Stehen Sie zu Ihren Worten.
Ich stehe dazu und sage, es wäre ein moralischer Fehler...
0 % der Fachabiturienten schließen mit einem Diplom ab.
0 % bestehen.
Wir werden am Samstag sehen,
was die französische Jugend Ihnen antwortet.
Sie wird riesig werden.
- Entschuldigung? - Die Demo.
Sie kämpfen nicht mehr für etwas. Sie kämpfen gegen jemanden.
Dieser Dummkopf von Mirmont ist natürlich das ideale Ziel.
Was für ein Idiot!
Na gut. Wir müssen mehr Polizisten zur Demo schicken.
Unter diesen Umständen müssen wir das Maximale tun.
Monsieur Rickwaert.
Rufen Sie die Jugend zur Demo auf?
Werden Sie an der Demo teilnehmen?
- Warum tragen Sie Blau? - Monsieur Rickwaert.
Mirmont, wenn du nur wüsstest
Dein moralischer Fehler Dein moralischer Fehler
Mirmont, wenn du nur wüsstest
Wohin wir dir deinen Fehler stecken
In den Arsch, in den Arsch Ohne Zögern, ohne Zögern
Nein, nein, nein Zur Reform zum Schein!
Mirmont, fürchte dich Wir kommen zu dir
Der schwarze Baron
Der Abgeordnete, der den Schülern soufflierte
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