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Ich bin Teil einer Gesellschaft. Das ist ja wohl viel besser.
Ich bin Teil... ein Teil.
Ich bin ein Teil...
der Gesellschaft,
in der wir unsere Ideale verloren haben.
Ich lebe in einer Gesellschaft, in der wir unsere Ideale verloren haben.
In der es keine Utopie mehr gibt von einer gerechteren Gesellschaft. Und daf�r bin ich da.
Okay, Schlusspunkt. Das war's.
Und daf�r bin ich da. Beim ersten Schritt zu helfen,
dass die Menschen die Kraft wiederfinden, f�r ihr Verhalten Verantwortung �bernehmen.
Ich glaube es ist gut zu sehen,
dass da einer ist, der f�r seine Ideale eintritt.
Sag mal, spinnst du eigentlich? Du bist ja total durchgedreht, du kranke Sau!
Hier ist H�chstgeschwindigkeit 80 km/h, ne?
Wir sind hier nicht mehr auf der Autobahn, ne? Haben Sie das mitbekommen?
Okay, komm, rein ins Auto.
Geschwindigkeits�bertretungspauschale. 100 Euro.
Die Verkehrstoten, ne? An die denkt keiner.
Alles klar.
So, und jetzt kommt noch 'ne kleine p�dagogische Ma�nahme. Ich hoffe, Sie haben daf�r Verst�ndnis.
Ich muss ja davon ausgehen, dass Sie hinter der n�chsten Kurve gleich wieder losbrettern, ne?
So, schrauben Sie das Lenkrad ab. Los!
Der Inbusschl�ssel hier, der m�sste richtig sein und dann mit dem anderen gegenhalten.
Los!
Junger Mann, wissen Sie, wie viele Menschen hier in Brandenburg zu Tode kommen, ja? Verkehrsunf�lle?
Tausende! Hey, tausende!
Weil so 'n Arschloch wie du so schnell f�hrt.
Sie kriegen Ihren Ausweis
und ich krieg' das Lenkrad.
Ich bin das, war man einen Einzelg�nger nennen w�rde. Ich war das schon immer.
Am 24.7.1972
werde ich aus dem Bauch meiner Toten Mutter geschnitten,
die hochschwanger bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt.
Das stimmt �brigens nicht.
Aber das passiert jeden Tag in Deutschland. Dass Menschen etwas behaupten, um sich wichtig zu machen.
Etwas tun, was sie nicht sind, ber�hmt werden wollen und sinnlose Schei�e machen.
Ich wei� nicht. Ich kann das nicht.
Ich bin da anders.
Gerd hat mir verraten, dass er gerne K�sekuchen isst.
Gerd ist Langzeitarbeitsloser und sucht einen Job. Aber nicht irgendeinen Job.
Gerd sucht einen Job mit Verantwortung und ich habe mich entschlossen, ihn zu engagieren. Als meine rechte Hand.
Haben Sie sich schon was Kaffee eingegossen? - Nee.
So, das hier ist f�r Sie.
Oh, K�sekuchen. - Nein, das ist ein Camcorder.
Das ist Ihr Arbeitsutensil, mit dem Sie die Straft�ter dokumentieren,
die ich stelle.
Ich habe im letzten Jahr 683 Schwarzfahrer,
413 Kaufhausdiebe
und 13, nein, der eine war's nicht, 12
Exhibitionisten �berf�hrt.
Das Material, Gerd, das Sie filmen werden,
wird mit Erl�uterungen von mir und einem Manifest, an dem ich gerade arbeite,
als Schulungsvideo f�r die Gesellschaft herausgebracht.
Gerd, was ich von Ihnen verlange, ist, dass Sie mir den R�cken freihalten und �ber psychologisches Einf�hlungsverm�gen verf�gen.
Haben Sie das?
Ja.
Gut.
Ich freue mich, dass Sie sich verantwortlich f�hlen,
um mit Ihrer Kraft f�r eine bessere Gesellschaft einzutreten.
Ihre Probezeit, Gerd, dauert drei Monate.
Danach winkt Ihnen ein fester Arbeitsvertrag mit allen Sozialversicherungen.
Haben Sie sonst noch irgendwelche Fragen?
Ja. Wann geht's los?
Ich �berf�hre in einer Woche 60 bis 80 Straft�ter.
All diese Menschen sind potenzielle Kunden.
Jeder von ihnen kann von einer Sekunde auf die andere
einem anderen Menschen Schade zuf�gen, sich an ihm bereichern, ihn ausl�schen.
Die Straft�ter, die Sie im Folgenden sehen, werden in flagranti �berf�hrt oder sind von Informanten denunziert worden.
Die Aufnahmen sind nicht gestellt und die T�ter authentisch.
Die Bestrafung der T�ter wird in Ausz�gen gezeigt und deren Gesichter sind aus Gr�nden der Abschreckung
erkenntlich gehalten.
Guten Tag. Ich h�tte gerne Ihren Fahrausweis gesehen.
Moment.
Sehen Sie, ich glaub', ich hab' ihn heute vergessen. - Heute?
Ja. Ich hab' 'n Sch�lerticket. Ich hab' normalerweise mein Ticket immer dabei. Ich glaub', ich hab' ihn heut' vergessen,
also das ist so ganz komisch f�r mich, normalerweise mach' ich das gar nicht. Alles klar. Haben Sie 15 Euro?
Ich geb' Ihnen die M�glichkeit, hoppla, da ist was runtergefallen.
Ich gebe Ihnen die M�glichkeit, f�r 15 Euro jetzt 'ne Tageskarte bei mir abzukaufen.
Ich m�cht' jetzt Ihren Ausweis haben. So, 15 Euro, dann kriegen Sie die Karte.
Thirty Euros for all of you. Ten. Ten each, so it's 30.
Jack, pay that guy. He's a jerk, I guess.
You are coming from America?
From New York? Really?
I have to say something.
This day, with the Twin Towers, the crash, it was really horrible.
And that day we were all, here in Germany, we said, we were all Americans.
But we are South Africans.
Oh, so this is my fault. Excuse me.
I thought so because you're speaking English, but...
Thank you.
Is it right that you have porno films with horses in South Africa?
No. - No. Ah, I thought so.
Incredible. In America... In America they do.
Thank you.
And nothing for ungood. Have a nice day here in Berlin.
Wann waren Sie das letzte Mal im Urlaub gewesen, Gerd?
Ich habe unter den Kandidaten Gerd ausgew�hlt, weil er mich an meinen vor Kurzem verstorbenen Hund erinnert.
Das war noch zu Mauerzeiten.
Vielleicht sind's die Augen.
Gerd wirkte loyal und unselbst�ndig und hatte von allen Bewerbern den schlechtesten Lebenslauf.
Er hat in Darmstadt nach der 8. Klasse eine Kochlehre abgebrochen
und wurde nach einem misslungenen Selbstmordversuch in ein Programm f�r betreutes Wohnen integriert.
Gerd ist der Inbegriff eines Menschen, der es in seinem Leben zu nichts gebracht hat.
Na, jetzt... solange, wie ich schon arbeitslos bin, hab' ich mir das dann nicht mehr leisten k�nnen.
Ja, und dann hat mich auch meine Frau verlassen.
Na ja, und seitdem...
Da bin ich also froh, dass das jetzt doch 'ne Chance ist, ne?
Sagt mal, Jungs, habt ihr keinen Sport in der Schule
oder m�sst ihr hier so rumraufen, oder was? Ne, so 'n bisschen Energie loswerden, oder?
Wer bist du denn? - Ich bin der Mux.
Ja, Alter, das schaffst du schon, Alter!
Willst du dich mit mir anlegen, oder was? - Na klar. Kann man machen, oder?
Komm, Gerd, Spa�kampf. Den nehmen wir mit.
Kannst du boxen? Achtung!
Deckung.
Lass das sein.
Ich z�hl' bis drei. Eins, zwei, drei.. lass mich raus.
Nicht so viel Fritten essen, ne? Dann haste auch mehr Chancen bei Frauen.
Musst nicht so viel onanieren oder wildfremde Leute besteigen. Ich fass' es nicht!
Ich wollt' n kleines Sp��chen machen. 'n Spa�k�mpfchen. Gerd, wie wir damals auf 'm Schulhof.
Was macht die dicke Sau?
Nimmt mich in den Schwitzkasten. Muss mir 'n neuen Anzug kaufen.
Komm, los. Wir fahren... die Bahn.
In den 80er Jahren h�tte sich niemand Rheinmetall-Aktien gekauft,
weil die Wichser irgendwelche Minen herstellen, die dann irgend 'nem irakischen Kind den Arsch aufrei�en.
Was passiert heutzutage?
Wenn das Ding Rendite abwirft,
ja, dann wird's gekauft.
Was mich am meisten nervt dabei ist, dass ich merke, dass ich recht habe
und gleichzeitig es sich niemals ver�ndern wird.
Na ja.
Was wir im Kleinen daf�r tun k�nnen ist,
dass Menschen wieder stolz sind.
Aber nicht mit so stolz, 'n Deutscher zu sein oder so 'n Schei�.
Sondern sich so wohl f�hlen, in sich selbst, und sagen:
"Ja, ich habe begonnen,
Verantwortung zu �bernehmen." Dass sie die Kraft haben,
andere mitzurei�en. Dass sie die Kraft haben, anderen zu sagen: "Leute, nein!"
Gut. Die Fahrscheine bitte.
Die ist abgelaufen.
Ihren Fahrausweis, Sportsfreund! - Wo ist 'n dein Fahrausweis?
Muss ich mal gucken, ob ich ihn dabei habe.
Nein, hab' ich nicht.
So, wie ist Ihr Name? - Maria.
An der n�chsten Haltestelle wartet 'n Kontrolleur. Da haben Se 'n Problem.
Sie fahren auf dem R�cken der Gesellschaft mit, das ist Ihnen ja wohl klar, ne? - Ja, das wei� ich.
Genau. Das bedeutet? - Dass ich Strafe bekomme.
Los hier, mach die Kamera aus! - Gerd, den dokumentieren wir jetzt.
Mach die Kamera aus. Los! Na los, mach die Kamera aus!
Jetzt warten Sie erst mal 'n paar Stunden, bis Sie was frischer sind. Dann nehmen Sie sich 'n Taxi und fahren nach Hause.
Ist ja nicht auszuhalten, wie Sie stinken.
Und wenn ich Sie noch mal erwische, dann bleibt's nicht bei zwei Bier. Alles klar, Meister? - Alles klar.
In der Nacht ist bei Schwarzfahrern der Service ohne CS-Gas gar nicht mehr anzubieten.
Was mich allerdings stolz macht, ist die R�ckfallquote, die sich bei unter 10 % eingependelt hat.
Was f�r mich beweist, dass die Menschen einsichtig sind.
Dass sie sich bewusst werden, dass ihr Verhalten nicht korrekt ist
und sie nicht mehr auf dem R�cken der Gesellschaft mitfahren wollen.
Und wieder ist ein...
klitzekleines St�ckchen im Puzzle der Gesellschaft gel�st.
Gerd, machen Sie mal 'ne Pause. Ich muss noch mal nachdenken.
Was ist denn mit denen, die Sie �fter erwischen?
Was soll mit denen sein? Die werden bestraft. Bis sie einsichtig sind.
Oder die machen so was �fters, also muss ich ja von Vorsatz ausgehen.
Da werde ich dann unangenehm. Aber das passiert auch nur ganz selten.
Worauf ich auch 'n bisschen stolz bin.
Gerd, l�uft die Kamera noch?
Wiederholungst�ter haben einen niedrigeren Bildungsgrad als der Durchschnittst�ter.
Warum das so ist, wei� ich auch nicht. Aber empirisch gesehen ist...
Wo ist die Kassette, du Schwein?
Haut ab! Haut ab! - Ach du Schei�e!
Wer war das?
Ach, das... geh�rt dazu, ja.
Ich bin kein Held.
Denn jedes Land hat die Helden, die es verdient.
Michael Schumacher ist ein Held.
Weil er schnell um die Kurve fahren kann und keine Steuern zahlt.
Armes Land.
Das ist 'n Behindertenparkplatz, ne? - F�nf Minuten. Wir sind gleich weg.
F�nf Minuten. Mach Sie 'ne Pause, Pinkelpause f�r die Kleine. - Ja, ja. Pinkelpause, genau.
Das ist gut. Dann will ich mal 'ne Ausnahme machen.
Aber nicht, dass ich das noch ein Mal zu beanstanden habe, ne? Alles klar.
Ja, Max. Ich k�nnt' schon noch 'n paar t�chtige M�nner gebrauchen. Na, was halten Sie davon?
Ich schaff' Arbeitspl�tze. He, Max? - Max? Ick bin Martin.
Dat is' Max. - Nee, Danke. Ick bin schon in Rente.
Sagen Se mal, wat verkoofen Se denn? - Na, Sinn und Verantwortung.
Sinn?
Ute! Noch mal 'ne Runde. Dat macht Sinn!
Ick hoffe, dass sich das ordentlich verkooft bei den Leuten.
Ja, das sag' ich ja. - Ja, das muss ja super laufen.
Entschuldigung?
Ja?
Kennst du 'n "Faust"?
Nee.
Gerd. - L�uft.
Sony! Original?
Ja, klar, Mann. Der Ahmed hat noch 20 Panasonic.
Hakan und Feridun! - Schei�e, der schon wieder!
Ihr seid dokumentiert und euer Bonus als Nachbarn ist jetzt auch abgelaufen!
Ich fass' es ja nicht! Verticken die die Schei�e unter meinem Fenster!
Weglaufen bringt nichts.
Die Wunder der Technik, Gerd.
Aber die wahre Arbeit ist es, sich in einen Menschen hineinzuversetzen.
Um wieder Achtung zu kriegen, vor sich selbst.
Und das tun wir. Dialektisch.
"Street Worker".
Los, Gerd.
Komm, her damit.
Komm, an die Wand.
Ey, was ist 'n los mit euch?
Guten Tag, hier ist die Gesellschaft f�r Gemeinsinnspflege, wir sind nicht da. Hinterlassen Sie bitte Informationen nach dem Piepton. Danke sch�n.
Mein Name ist Karl von Sittger. Der Bernd, der hat mir gesagt, ich k�nnte vielleicht irgendwie bei euch mitmachen.
Ehm, ruf mal bitte zur�ck unter der Nummer 0 170 55 70 98 und gib mir n�here Informationen.
...Ausreden, Hermann. die Bankverbindung ist doch noch die gleiche! Na also.
Ich schick' dir das doch als Fax raus. Ja. Warte mal. Ich ruf' Sie zur�ck.
Gerd? Alphabetisch einordnen, ne?
So, So, Dennis, Sie wollen jetzt also Ihr Geld haben.
Gerd, das ist der Dennis, das ist ein Informant.
Und der hat diesen Monat �ber gut gearbeitet und kriegt jetzt sein Geld.
So, wo ist mein Kugelschreiber? Gerd?
So, Sie haben mir 18 Tipps gegeben.
Das macht 60 Euro...
Was ist mit dem �lteren Radfahrer eigentlich, dem Sie in der Kastanienallee die Schulter ausgekugelt haben?
Wenn das noch einmal vorkommt! - Der ist auf 'm B�rgersteig gefahren.
Wenn das noch einmal vorkommt, sind Sie gefeuert als Informant!
Sie werden nicht handgreiflich.
So, und dem Herrn Rothert,...
Der ist mit 'm Fahrrad auf 'm B�rgersteig! - Das tut nichts zur Sache.
Sie kaufen jetzt f�r 20 Euro dem Herr Rothert 'ne Flasche Rotwein. Ich kontrollier' das!
Ja, Hermann? Ja, sein Fax, das ist jetzt unterwegs.
Hau ab, Mann! Ah, Schei�e!
Fuck, Mann, ich seh' nichts mehr, du Arsch!
Gerade die Arbeit im Jugendbereich ist nat�rlich ein Fass ohne Boden. Da sollte man sich nichts vormachen.
Gerade die Jahrg�nge 87, 88, die sind halt... eh, Gerd?
Hey, mach Stop!
Meinen Sie, der w�rde anhalten?
Der f�hrt hier mit 70 lang, ne!
Hier ist H�chstgeschwindigkeit 35!
Die Schweine.
Das sind Schweine bei der BVG, der hatte keine Chance.
Der hat die... der hat die Bahn nicht kommen sehen.
Schei�e, mir ist schlecht!
So, f�r den Herrn.
Du kannst mich �brigens duzen. Mach' ich ja auch, ne?
F�r wie alt h�ltst du mich denn jetzt? - Keine Ahnung.
Gefall' ich dir denn?
Fragen Sie so was immer wildfremde Leute?
Genau. Ich bin so etwas wie ein Reisender. Und von dieser Reise mach' ich Aufnahmen.
Die dann eines Tages viele Menschen sehen werden und sich vielleicht sagen werden: "Der hat ja recht."
Wei�t du, als ich so alt war wie du, ne,
da dachte ich auch, die Welt w�re gut.
Das denk' ich doch gar nicht.
Na, irgendwo schon, ne? In deinem Alter.
Du hast 'ne Einstellung zum Leben, die solltest du beibehalten.
Dir nicht kaputtmachen lassen.
Komm mal her.
Tu dir all den Schund nicht an.
Wir hatten einen wundersch�nen Tag, finde ich.
Ich f�hl' mich wohl mit dir.
Ich glaube, tausende von M�nnern, die w�rden jetzt gerne an meiner Stelle sein.
Aber du solltest wissen, dass ich...
dass ich anders bin.
Wie denn?
Ich respektiere dich.
Dich und deinen K�rper.
Es g�be jetzt nichts Einfacheres als...
in dich einzudringen, oder?
Du bist komisch.
Genau.
Das w�rde n�mlich verdammt viel zwischen uns zerst�ren. Kaputtmachen.
Du bist so jung und wundersch�n. Wirklich.
Du bist wie die Sonne
auf einer Lichtung.
Und h�rst du es, das Getrappel?
Ein Pferd kommt da angelaufen, mit einem Ritter drauf.
Und das bin ich. Im Galopp.
H�rt sich jetzt vielleicht albern an, aber...
das w�rd' ich gerne sein, dieser Ritter.
Zu dem du dann hochgucken kannst.
Wei�t du, viele gro�e Dichter und Denker, die hatten Frauen, die sie inspiriert haben.
Einzigartige Frauen.
Und ich w�rde l�gen, wenn ich nicht zugeben w�rde, dass ich das...
Gleiche empfinde, wenn wir zusammen sind.
Sag jetzt nichts. Du wei�t ja noch gar nicht, wer hier vor dir steht, oder?
Der Mann deines Lebens.
Aber... dann gibt's auch keine anderen mehr, hm?
Ich vertrau' dir.
Wir haben doch noch alles vor uns und das ist wundersch�n so.
Komm, ich fahr dich jetzt nach Hause, okay?
Ich hab' morgen 'n langen Tag.
Guten Morgen, Kinder. - Guten Morgen, Herr Mux.
Heute haben wir wieder Gesellschaftsunterricht, ne? So, habt ihr alle eure Hefte dabei? - Ja.
Gut. Letztes Mal, da hatten wir das Thema "Solidarit�t".
Und heute, da sprechen wir �ber Verantwortung.
Was sagt uns das Thema "Verantwortung", hm?
Hat jemand 'ne Idee?
Ey, die �ren kann ja nicht richtig schreiben!
Voll bl�d, die �ren.
Edgar, mach jetzt mal halblang.
Das kann jedem mal passieren.
Das kann jedem passieren! Edgar, du bist der Motor der Unruhe, ist dir das klar?
Kinder, h�rt... Edgar! Ist jetzt gut!
Siehst du, Edgar? So witzig ist das nicht, ne?
Wenn alle �ber einen lachen. Gut.
Du kannst jetzt wieder auf deinen Stuhl. Zieh deine Schweinemaske aus.
Kinder, ihr habt gesehen, ne?
Das sollte man unterlassen. Das macht keinen Spa�.
Da sollte man Verantwortung �bernehmen.
Ich glaube, das war ein ganz, ganz wichtiger Tag heute im Leben von... vom Edgar.
Ihr seid alle noch wie Welpen.
Aber: Der Mensch ist des Menschen Wolf.
Tsch�s, Herr Mux. - Wiedersehen.
So, das hier sind eigentlich mehr oder weniger die wichtigsten Informanten f�r Kontrolleure.
Der Thorsten, der Mark...
der ist besonders flei�ig, der hat auch 'n Handy.
Ist das nicht Herr Mux?
Frau? - Sabetzki.
Frau Sabetzki! - Erinnern Sie sich noch an mich?
Ja, na sicher! Frau Sabetzki. - Ich bin doch mit Ihr erster Fan. Sie haben mich doch so bekehrt.
Darf ich Ihnen vorstellen? Das ist der Gerd Grabowski. - Ich freue mich, guten Tag.
Der hilft mir jetzt. - Na, fr�her war er ja alleine. Aber nun schafft er das alles nicht mehr.
Danke sch�n, Danke sch�n. - Setzen Sie sich doch bitte.
Ich m�cht' mich bei Ihnen ja noch bedanken, Herr Mux.
Sie haben mir sehr, sehr geholfen. - Na, Frau Sabetzki.
Ja, Sie haben mir geholfen.
Meinen Seelenfrieden hab' ich wiedergefunden.
Ich war ja ein ganz egoistisches Weib fr�her,
habe nur an mich gedacht. Ich habe Folgendes gemacht:
Ich hab' doch t�rkische Nachbarn. Und da hab' ich den Katzenkot
unter die T�r geschoben.
Ich konnte diesen Knoblauchgeruch nicht mehr ertragen.
Aber das ist nun vorbei. Ich freue mich, dass es mir so gut geht
und ich engagiere mich jetzt. Ich bin in einem kurdischen Kindergarten. - Ja?
Ja. Und betreue die Kinder
und engagiere mich f�r ein freies Kurdistan.
Boh, das stinkt! - Boh, igitt!
Das kann ich nicht! - Der Bauwagen!
Auch wir, Gerd, haben unseren freien Tag geopfert,
weil wir wissen, dass es wichtig ist, die Menschen in ihrer Not zu unterst�tzen.
Gerade bei Hochwasser, wie wir es hier sehen,
ist so was wie Verantwortung gefragt. Solidarit�t.
Das ist 'n Sperrgebiet. Bleib stehen, du Arschloch!
Bleib stehen, ich bin bewaffnet.
Gerd, weg hier, bevor der Damm bricht!
Wir alle erinnern uns noch an unsere Schulzeit.
Als der Lehrer immer seine Lieblinge hatte.
Das ist bei mir �brigens nicht anders.
Dass ich aus pers�nlichen Gr�nden den einen T�ter noch unsympathischer als den anderen finde.
Aber trotzdem versuche ich immer, alle gleich zu behandeln und niemanden zu benachteiligen.
Bei T�tern jedoch, die meinen, mich f�r bl�d verkaufen zu k�nnen, und die offensichtliche Tat abstreiten,
werde ich unangenehm. So wie bei dieser Charlottenburger VWL-Studentin.
Schauen Sie mal, das ist der Gerd Grabowski. Der filmt Sie gerade, ne?
Ihr... ihr k�nnt doch nicht die Leute beim Einkaufen filmen.
Beim Einkaufen nicht, aber beim Klauen. So, los!
Du machst das Ding jetzt wieder aus. Los, wie ist Ihr Name?
Jeanette Rieke. - Alles klar.
Das guck' ich mir selber an. Los! Das war Diebstahl.
Ich zeig' Sie an.
Ja, aber k�nnen Sie nicht drau�en warten? - Denken Sie an die Konsequenzen.
Los.
Alles klar. Hab' ich ja gesagt.
Na also.
Weiter.
Los.
War es das wert?
Ich glaube nicht. Alles klar. Gerd.
So was macht mich ja wirklich betroffen, ne? Wahnsinn.
Ich halte das zwar nach wie vor f�r eine richtige p�dagogische Ma�nahme,
schlimm aber ist, dass ich das selber erotisch fand.
Dass man da Privates nicht von Beruflichem trennen kann.
Na ja, das hat sie sich ja selbst eingebrockt.
Ich glaub', es war die Erniedrigung, die ich erotisch fand.
Ich hatt' den Eindruck,
dass sie selber leicht erregt ist
und ganz genau wei�,
dass sie jetzt gar nichts mehr machen kann.
Und gleichzeitig werden ihre Brustwarzen hart
und sie kriegt Bock. Oh ja.
Ich muss Ihnen mal die Kira vorstellen. Die ist so wundersch�n.
So ein wundersch�nes und lebensbejahendes Wesen.
Ich hab' sie jetzt nach Berlin eingeladen. Kennt die ja gar nicht, so 'ne gro�e Stadt.
Da kann ich dich mal vorstellen. Da machen wir uns zusammen hier so 'n Videoabend, ne? Antonioni und so.
Gerd? Mittagspause ist zu Ende.
Schei�e!
Okay, das war das dritte Mal.
Ist unglaublich, ne?
So, Gerd! Guck dir das mal an! - Mach die Kamera aus!
Eben noch drinnen und jetzt 'ne ganz gro�e Nummer, ne?
Ferien? Also hier wird nicht geschw�nzt, oder? - Nee.
Entschuldigung, Sportsfreund! Dem jungen M�dchen hier zum Vorbild,
rollen Sie nicht �ber Rot. - Was ist los? Meinst wohl, mit Behinderten k�nnen Sie das machen, wa? Lass mich vorbei jetzt!
Nein, die Regeln gelten auch f�r Behinderte. Hier, Gerd, los!
Oh, die ist aber 'n bisschen gro�. So wie der Pimmel, den der Vierj�hrige auf der Kassette reingesteckt bekommt, ne?
Ah, fuck you, Alter! Fuck!
Arschloch!
Jetzt reicht es aber!
Ich will kein Foto!
Bleiben Sie mal stehen!
Ziehen Sie sich die Hose wieder hoch!
Kann ich mal den Fahrausweis sehen?
Du bist 'n Wiederholungst�ter, du Arschloch! Du bist Gift f�r meine Statistik.
Mein Atem stinkt �ber den Landwehrkanal.
Ich werde heute nicht die Welt ver�ndern.
Ein freier Tag f�r alle.
Wenn ich fr�her am Morgen nach Hause kam,
h�rte ich schon Bobby, der mit dem Schwanz gegen die T�r schlug.
Wie die Zeit vergeht.
Ich habe Gerd Bobbys Lieblingsdecke gegeben.
Ist ja klar, dass Sie Langzeitarbeitsloser sind. Wie ein Schwein in der S�lze.
Seit ein paar Tagen verbringt er seine N�chte auf der Couch im Wohnzimmer.
Er scheint aus seiner WG in Neuk�lln geflogen zu sein.
Aber da er nicht dar�ber spricht, m�chte ich ihn auch nicht in eine peinliche Situation bringen.
Obwohl ich nicht viel geschlafen habe, bin ich in Form.
Heute k�nnten wir mal was f�r die Ausdauer tun. Bei dem Wetter.
Chef, Sie haben ja auch leichte Geheimratsecken.
Ich habe Gerd �bersch�tzt. Er ist unsensibel.
Auch wenn er recht hat.
Aber im Gegensatz zu meiner Veranlagung zu Geheimratsecken, f�r die ich nichts kann,
liegt der fetten Plauze von Gerd jahrelanger M��iggang und fehlender Ehrgeiz zu Grunde.
Mit dem jetzt Schluss ist.
Komm! Noch 'ne Runde, Gerd?
Gerd, Gerd! Ein inkontinenter Informatikstudent! Komm!
Ey! 'tschuldigung?
Du wei�t ganz genau, was los ist. Komm raus!
Das war's.
L�ufer nimmt H7 plus Schach.
Wahnsinn. Woher wei� 'n der das?
L�ufer?
C4 schl�gt H7 plus Schach. F7.
Ist ja echt der Hammer. So was hab' ich ja noch nie erlebt.
Was in deinem kurzen Leben ja auch nicht anders zu erwarten war.
Sehen Sie, Gerd? Darauf stehen die jungen Dinger heutzutage.
Sein R�cken hier ist ja ganz sch�n verspannt.
Kannst du das �berhaupt? Leute massieren?
Nee.
Aber wir haben ja verloren. Und versprochen ist versprochen, oder? - Genau.
Du bist ganz ruhig!
Du, sag mal, 'ne besonders gro�e Scheu vor der Kamera scheinst du nicht zu haben, oder?
Kommt drauf an.
Hast du Lust, mich zu k�ssen? Vor der Kamera, f�r Geld?
Das kannste nicht bezahlen.
Noch nicht mal mit Zunge?
Komm, die 50 Euro haste dir trotzdem verdient, hm?
Mann, bist du bescheuert?
Du bist noch ganz erschrocken. Das kann ich verstehen.
Aber h�r mir mal gut zu. Eines Tages, da wirst du mir noch dankbar sein.
Du f�hlst dich verarscht, oder? H�r mal, das w�rd' ich mich auch.
Das w�rde sich jeder hier am Tisch. Du musst dir deswegen wirklich nicht bl�d vorkommen.
Aber, auch auf die Gefahr hin, dass du mir jetzt nicht zuh�rst, ich habe mir dabei etwas gedacht.
Du bist so ein dummer Wichser, du wolltest doch nur deinen Spa� haben!
Nein, ich habe damit etwas anderes bezweckt.
Das, was du da gerade getan hast, das war der Anfang vom Ende.
Du warst bereit, etwas zu tun, was du ohne Geld daf�r zu bekommen niemals getan h�ttest!
Also guck dich doch mal an, so jung, wie du bist!
Kennst du Yin und Yang?
Der Weg ist das Ziel.
Sagt dir das was?
Wie, soll ich dir das jetzt erkl�ren?
Okay, wie viel ist es dir wert? Wie viel?
Hundert Euro? Tausend Euro? Hunderttausend Euro? 'n Ferrari?
Wie viel? Ich will's wissen! Sag es mir!
Du bist so krank. - Was bin ich?
Du bist so krank. - Du kleines F�tzchen,
du bist so was von abgebr�ht und f�ngst dann an zu heulen, wenn man deinen nackten Hintern sieht.
Ist ja l�cherlich!
Guck sie dir doch alle an, die kleinen Sternchen bei MTV und VIVA
mit der Message "Fick mich, dideldum, didelda!"
Ist es das, was du willst?
Da wird es doch nicht bei einem nackten Hintern bleiben. Sei doch nicht naiv!
Aber wenn du jetzt begreifst, dass ich recht habe. Dass so was wie W�rde
und Anstand und Ehre, das kannst du dir nicht kaufen!
Dann h�ltst du jetzt inne.
Ich kenn' da zuf�llig jemanden. In deinem Alter.
Die hat sich all das, was du da gerade aufs Spiel setzt, bewahrt.
Aber komm, mach doch weiter. Mach doch weiter, dann sitzt du da in 30 Jahren in St. Tropez
und fragst dich, warum das Schei�leben eigentlich so lange ist!
Manchmal frag' ich mich wirklich, f�r wen ich das hier eigentlich mache!
Guck mal, das ist Berlin.
Siehst du, hier, das Parlament,
Tiergarten, Brandenburger Tor,
Pariser Platz.
Und dann die Leipziger Stra�e, ziemlich h�sslich,
die Spree siehst du, ne? Siehst du, da?
Diesen goldenen Kanal? Venedig.
Die ganzen B�ume.
Die Lunge von Berlin, ne? - Herr Mux?
Hier, Prenzelberg. Da wohn' ich.
Man sieht's nicht genau, aber...
Was denn, Kiram�uschen? - Ich hei�e �brigens nicht M�uschen.
Ich wei�, ich Tor. Und bin so klug ach wie zuvor.
Mux, ich will jetzt tanzen.
Ja?
Gern.
Etwas Tanzbares, ne?
Nee, Mux, doch nicht so was.
Lass uns tanzen gehen.
Aber das ist doch sch�n?
Ach, komm, Kiramaus. Ich hab's dir doch schon gesagt, ne?
Wir fahren jetzt zu mir nach Hause und machen uns 'n sch�nen Videoabend mit Antonioni, he?
Und mit Gerd. Komm, das wird sch�n.
H�r auf, mich wie 'n Kleinkind zu behandeln. Ich bin doch nicht in Berlin, um 'n Video zu gucken!
Kiramaus. Ich hab' dir doch schon... - Und nenn mich nicht Kiramaus!
Hey, Kira, entschuldige! - Nein!
Kira, hey! Wart doch mal 'ne Sekunde!
Hey. Wie soll ich dich denn besch�tzen, wenn ich nicht den Eindruck habe, dass das wichtig ist f�r dich?
Hey, ich bin doch dein wei�er Ritter. - Oh nee.
Kira! Gerd wird entt�uscht sein!
Hey! Weg da!
Los, Gerd!
Gerd, schlechtes Licht!
Ja? - Room Service.
Ja, das geht jetzt nicht. - Muss. Ist dringend.
Ich komm'.
Sei doch nicht so sch�chtern.
Komm.
Veraltetes Modell, aber...
immerhin digital.
Ihr seid immer so verklemmt.
50 Euro, das ist 'n bisschen mau f�r 'n Gesch�ftsmann, hm?
Verpisst euch! Ich lass' mich nicht erpressen.
Das ist Ihr gutes Recht.
Ist richtig nett.
Und wir werden uns jetzt ein bisschen kennenlernen, wei�t du?
So ist nett. Du brauchst doch keine Angst haben. Wovor denn? Na komm, hm?
Lass doch mal aufs Bett. Komm.
Die �berf�hrung von Sexualstraft�tern ist vom moralischen Gesichtsaus...
...vom moralischen Gesichtspunkt aus betrachtet nat�rlich die anstrengendste.
Gerade auch, weil die R�ckfallquote am h�chsten ist. Ich mach' noch mal neu.
Bereit, Gerd? Die...
�berf�hrung. - �berf�hrung.
Die �berf�hrung von Sexualstraft�tern ist nat�rlich vom moralischen Gesichtspunkt aus betrachtet
die anstrengendste. Gerade auch, weil die R�ckfallquote so hoch...
Eine Sekunde, jetzt geh' ich mal dran.
Was ist denn?
Hi Mux, hier ist noch mal Kira, �h... warum hast 'n du einfach aufgelegt?
Ich wollte eigentlich nur sagen, dass... dass ich will, dass wir trotzdem Freunde bleiben und...
unbedingt... ja. In zwei Wochen hab' ich Geburtstag. Ich hoffe, du kommst da. Da sind 'n paar Leute da.
Also es w�r' echt sehr sch�n. Ja, wollt' ich nur sagen.
Okay, tsch�s.
Ja, ick bin's noch mal. Also, �h...
Die Videothek ist Ku'damm Ecke Fasanen. Die verkauft die Schei�e ab 20 Uhr,
wenn der Jochen da wechselt. Jut.
Ja, hallo, Umz�ge Gebert hier. Die Jungs haben alles nicht geschafft.
Morgen um 8 kommt dann der Lastwagen. Ne, bis dann, tsch�s.
Kann ich das mal sehen? - Da sind Kassetten drin.
Ach ja? Und was f�r Kassetten? - Sportkassetten.
Kennen Sie den Paragrafen 184 StGB? - Nein, was sagt der aus?
Dass der Besitz von Kinderpornografie unter Strafe gestellt wird. Alles klar, komm!
So, was ist das hier? "Die kleine Judith auf dem Ponyhof".
Stimmt.
Was w�rden Sie denn den Herrn Strassmann jetzt fragen wollen? Zum Beispiel? In so 'nem Fall?
Ja, ich w�rde ihn fragen wollen...
wie er dazu kommt, also... - Fragen Sie. Fragen Sie direkt. Fragen Sie direkt!
Herr Strassmann, wie kommen Sie dazu, also sich ausgerechnet solches Videomaterial zu kaufen?
Ja, das ist eine einmalige Entgleisung.
Na, Herr Strassmann.
Weiter, Gerd. Was w�rden Sie sonst noch fragen?
Was ich sonst noch...? Haben Sie Familie?
Ja, eine Frau.
Wieso wollen Sie ihn fragen, ob er Familie hat?
Entschuldigung, das ist jetzt 'ne... - Weil ich ja wissen will, ob er vielleicht selber Kinder hat.
Gut. Gut. Guter Punkt.
Sie haben nur 'ne Frau? - Ja.
Keine Kinder? - Nein. - Warum nicht?
Meine Frau bekommt keine Kinder.
Ja, Gerd, gucken Sie mich nicht an. Das ist der T�ter.
Soll ich mal halten?
Entschuldigen Sie, kann ich schon gehen?
Herr Strassmann, Sie haben wohl den Arsch offen.
Sind Sie T�ter oder nicht? - Ich hab' doch aber...
Sind Sie T�ter oder nicht?
Soll ich mal Ihr soziales Umfeld informieren? Dann sind Sie nicht mehr so lange Pf�rtner, ist das klar?
Ja, das ist mir selbst... - Und nur weil Sie selbst keine Kinder haben,
anderen Kindern zuzugucken, wenn die gerade gefickt werden, finden Sie das in Ordnung?
Ja, ist das n�tig? - Nicht doch, nicht doch.
Aha, aha, jetzt kommen wir n�mlich zum Punkt. Jetzt kriegt er n�mlich Angst.
Und jetzt wird ihm bewusst, dass er auf 'm Holzweg ist. Nicht wahr, Herr Strassmann?
Selbstverst�ndlich. Sie haben ja recht. - Alles klar. Gut.
Eine Sache. Um die w�rde ich Sie jetzt noch mal bitten. Als Feedback f�r den Herrn Grabowski.
Hat er das gut gemacht?
Ich m�chte weiter am Manifest schreiben und kann mich nicht konzentrieren.
Dauernd schwirrt vor meinem geistigen Auge der �berdimensionale Arsch dieses blonden Lackaffen durchs Bild,
der zur Zeit so oft im Fernsehen ist.
Und fies, als w�re sie in Sicherheit, grinst mich seine Rosette an, genauso bl�d.
Und ich dachte, �rsche k�nnen gar nicht so bl�d gucken.
Und mein Manifest wirkt dagegen wie Klopapier,
das in seinem grinsenden deutschen Hintern verschwindet.
Vielleicht sollte man ihm da mal kr�ftig reinbumsen, der Fistelstimme,
damit ihm das Grinsen vergeht.
Mein Gott, ich werde wieder total unsachlich.
Was ist los, Hermann? Ich war in Gedanken.
Muss ich mal nachgucken.
Tut mir leid. Sch�nen Gru� an deine Frau, ne?
�h, Chef, ich muss Sie mal was fragen.
Ich mein', die ganzen Straft�ter zu �berf�hren, das ist ja nicht so einfach.
Ja, da k�nnten wir doch viel mehr Geld verlangen.
Ja. Reich werden wir hier nicht, Gerd.
Aber schauen Sie sich das doch mal an.
Wie vielen Menschen wir im letzten Monat geholfen haben.
�ber 500.
Gerd, wir expandieren.
Wir k�nnen uns vor Arbeit kaum noch retten. Wir m�ssen sogar noch Leute anstellen.
Wir schaffen Arbeitspl�tze. Gerd! Daf�r!
Daf�r brauchen wir die etwas mickrigen Geb�hren. Bin ich einverstanden.
Von wegen schnellen Sportwagen und Ibiza und geile Frauen und so, Gerd,
das habe ich Ihnen von vornherein gesagt, das ist hier nicht drin!
Dann m�ssen Sie in Wolfsburg anklopfen.
Bei VW. Und fragen: "Darf ich da mal mitmachen?"
Ach, Gerd, Sie haben ja v�llig recht.
Wissen Sie was?
Ich lad' Sie heute Abend ein. Sie sind mein Gast.
Gerade in der Probezeit sitzt der Euro ja nicht so locker, oder?
Das stimmt.
Ich hab' so manchen Kratzer abgekriegt,
zu sagen, es war blo� halb so schlimm, das w�r' gelogen.
Ich habe l�ngst nicht immer nur gesiegt;
die Pose hat dar�ber hinweg getrogen.
Kann sein, der hing mir mal zum Halse raus, der Wirbel, den ich machte.
Aber wenn ich ehrlich bin,
ich lie� nichts aus, wenn es so was wie Verantwortung brachte.
Sechzig Jahre und kein bisschen weiser,
aus gehabtem Schaden nichts gelernt.
Sechzig Jahre auf dem Weg zum Greise
und noch sechzig Jahr' davon entfernt.
Mitunter w�r' ich gerne abgehauen,
was sagen Sie dazu? - Wirklich?
Und wenn ich blieb, dann war es wegen dem Selbstvertrauen.
Ich hatte Angst, man w�rde mich vergessen.
Denn dickes Fell, das hatte ich damals nicht.
Ich hab's mir wachsen lassen wie der Knitter im Gesicht.
Aus Angst, man k�nnt' mich vergessen. Sechzig Jahr'...
...und kein bisschen weise!
Aus gehabtem Schaden nichts gelernt.
Sechzig Jahre auf dem Weg zum Greise
und doch sechzig Jahr' davon entfernt!
Komm, T�delchen, das Leben ist doch lang.
Und wenn's auch mal zu Ende geht, so war es doch immer noch sch�n.
T�delchen, hab' dich gern.
Du wirst mir fehlen.
Und deswegen sag' ich's noch mal, Leute.
Und dann schaut mir alle zu.
Sechzig Jahre und kein bisschen weise,
aus gehabtem Schaden nicht gelernt.
Sechzig Jahre auf dem Weg zum Greise
und doch sechzig Jahr' davon entfernt! Noch mal zusammen!
Meine Damen und Herren, jetzt h�ren Sie von mir ein Lied
f�r Nachtschw�rmer,
Verliebte und Tr�umer.
T�delchen ist meine Nachbarin gewesen.
Zu der Zeit, da hab' ich Philosophie studiert. Hatte keine m�de Mark.
Gib mir doch mal das Foto hier, das du immer dabei hast.
Schau mal. Gejobbt' hab' ich als Schlafwagenschaffner zu der Zeit.
Immer von Capri nach Neapel.
Und hab' ihr davon erz�hlt und nat�rlich... und ihr versprochen, sie mal mitzunehmen.
Dem T�delchen, dem geht's jetzt nicht mehr so gut.
Es wird knapp mit Capri.
Eine wunderbare Lage hier. Absolut unterschrieben.
Das zweite rechts ins Archiv. Das kommt hier vorne rein.
24 Stunden, 5,24, hm?
Nat�rlich. - Freut mich sehr.
Mich auch. Willkommen an Bord!
Alle Informationen, die Sie akquirieren,
werden an mich
beziehungsweise ans Sekretariat weitergeleitet.
Keine �bergriffe irgendwelcher Art und Weise werden von mir geduldet.
Mein Handeln muss als Maxime f�r das Handeln der Allgemeinheit g�ltig sein.
Und deswegen habe ich Sie engagiert.
Denn es wird Leute geben, die Ihnen zuh�ren, die Sie sehen.
Sie sind meine Augen, Sie sind meine Ohren. Und ich werde es erfahren. Von Ihnen.
Weil Sie mir mitteilen werden, wer da drau�en genau noch keine Kraft hat.
Das, was ich hier sage, oder der Herr Grabowski, das anzuwenden
und sobald Sie mir das mitteilen, werd' ich daf�r einstehen,
diese Menschen zu �berf�hren, wie ich Sie �berf�hrt habe. Sie alle!
Und in diesem Moment wird es in Berlin anders aussehen.
Gucken Sie sich diesen Menschen mal an.
Der war arbeitslos und sa� mindestens so tief in der Schei�e wie viele von Ihnen.
Und was ist aus ihm geworden?
Der steht jetzt vor Ihnen. Der steht auf der anderen Seite.
Wenn Sie nur halb so viel auf dem Kasten haben wie der Gerd Grabowski,
werden auch Sie die Probezeit bestehen. Ein Applaus f�r den Gerd Grabowski!
Gucken Sie mich bitte an, wenn ich mit Ihnen spreche, Gerd.
Sie sind in der Probezeit. Das ist 'n K�ndigungsgrund, ne?
Gerd, ich werd' das jetzt bei einer Abmahnung belassen.
Wenn ich Sie noch ein Mal dabei erwischen sollte,
dass Sie unser gefilmtes Dokumentarmaterial
zweckentfremden, dann fliegen Sie!
Und jetzt machen Sie das aus.
In dir tickt es.
Du bist allein.
Du hast Angst.
Aber du hast Augen.
Du hast Ohren.
und Straft�tern wird H�ren und Sehen vergehen,
denn Straft�ter findest du einfach nur noch... �tzend.
Ruf uns an, denn jede starke Hand braucht einen...
Denunzianten. www.denunziant.com
24 Stunden von 24.
www.denunziant Denunziere deinen N�chsten.
Ihr Internet-Trailer... - Ja?
der ist so eine gottverdammte Schei�e!
So was wie Message, so nennt man das doch bei Ihnen in der New Economy,
bleibt doch da voll auf der Strecke!
de-nun-ziant Punkt com Klingeln da bei Ihnen nicht die Alarmglocken?
Das war doch... - Nein, das war nicht abgesprochen!
in-for-mant Punkt com!
Denunziant hat in Deutschland einen fahlen Beigeschmack, Bj�rn.
K�nnen Se gleich noch mal machen, die Schei�e. Sie Yuppie.
Wir haben einen Anruf von einem Nachbarn bekommen, einem Informanten.
Gewalt in der Familie. Eine Straftat, die viel zu selten angezeigt wird.
Dieses Schwein!
Nein!
Weg da!
Weg von Ihrer Frau. Ich muss sehen, ob die noch lebt.
Kommen Sie rein, Gerd.
Sehen Sie sich das mal an.
Darf ich vielleicht noch 'n St�ck?
Ich hab' zwar viel Verst�ndnis, aber...
ich muss gestehen, auch ohne Familienvater zu sein oder eigene Kinder zu haben,
fehlt mir dann irgendwo da die Vorstellungskraft, wie man so was machen kann.
Wir m�ssen jetzt mal gucken, wie wir da wieder rauskommen.
Das kann ja wohl nicht Ihr Ernst sein, ne?
Genau das, das macht mich wahnsinnig! Ich rede mit Ihnen!
Ich versuch', Ihnen zu helfen und Sie machen hier einen auf Notausgang!
Kann ich mal telefonieren? Mein Akku ist leer.
Vor einer Woche noch war dies hier ein friedlicher Flecken in Berlin-Zehlendorf.
Ein ganz normales Heim f�r eine vierk�pfige Familie.
Allerdings seitdem gestern das Zehlendorf-Monster
ein umfangreiches Gest�ndnis abgelegt hat, ist hier nichts mehr, wie es war.
Wie f�hlen Sie sich? Bereuen Sie die Tat?
Unterdessen sorgte der junge Berliner Weltverbesserer Mux weiterhin f�r gro�en Wirbel.
Er hat offenbar neues Beweismaterial vorgelegt.
Ick seh' keinen Ausweg.
Einige der T�ter, die auf diesen Videoaufzeichnungen zu sehen sind,
haben sich mittlerweile selbst bei Talkshows angezeigt.
Ich h�re gerade, wir schalten jetzt live auf den Berliner Gendarmenmarkt, wo Mux,
der junge Weltverbesserer, offenbar von Vertretern der Stadt und der Polizei verh�rt wurde.
Wir sind in aller Munde. Wie ein Sturm erfassen wir die deutschen Medien.
Die Privaten, die �ffentlichen, alle berichten sie �ber uns.
Meine Ideen werden �berall diskutiert. Das Manifest macht Quote und verdr�ngt den �ffentlichen Schwachsinn.
Darin gibt's gerade 'ne gro�e Diskussion �ber... - Herr Wickert, entschuldigen Sie, wenn ich Sie da unterbreche.
Ich bin v�llig Ihrer Meinung und geh' auch davon aus...
Mag sich auch so mancher noch sicher f�hlen hinter den Quoten,
sich �ber sein kindisches Weltbild freuen.
Ich schei�' euch allen in den Hals.
Die Wahrheit, dass ihr korrupt geworden seid in eurer moralischen Ich-AG,
die Wahrheit ist st�rker als jede Quote.
Die Zeiten, wo alle sich �ber die Niveaulosigkeit beklagen,
aber keiner die Schuld tr�gt, die sind vorbei.
Die Zeit spielt ab jetzt gegen euch, bis der Zeitgeist nur noch der Geist ist,
den ihr aus der Flasche gelassen habt.
Gerade in solchen Momenten ist es wichtig, mit den F��en auf dem Boden zu bleiben, Gerd.
Mux!
Ich freu' mich, dass ihr schon da seid? - Ich mich auch.
Habt ihr was gefangen? - Ich schon. Darf ich dir vorstellen?
Gerd Grabowski. Kira. - Hallo, angenehm. - Ebenso, angenehm.
Hab' schon viel von Ihnen geh�rt. - Oh, das freut mich.
Ey, ich hab' euch �brigens im Fernsehen gesehen. - Ja?
Das wirst du in Zukunft aber �fters.
Du hast supernette Freunde!
Entschuldige? - Ja? - Wei�t du, wo die Kira ist?
Keine Ahnung.
Das hei�t, dass unsere Filialen in K�ln, M�nchen und Hamburg
per Standleitung mit uns verbunden werden.
Das ist effektiver, sicherer...
Was unsere Benutzerplattform f�r unseren Internetauftritt www.informant.com angeht,
der muss �berarbeitet werden, userfreundlicher.
�brigens, Chef, �h, ein alter Schulfreund von mir, aus Salem, der ist zuf�lligerweise in D�sseldorf Helikopterpilot.
Der k�nnte uns von Nutzen sein. Der k�nnte doch auch Straft�ter aus der Luft praktisch...?
Chef?
Wir m�ssen alles ganz anders machen, Bj�rn.
Was ist mit 'm Ausland, he? Ich muss immer an alles denken.
Haben die da keine Verantwortungslosigkeit? Im Ausland?
Kennen Sie Italien? Rom, die ewige Stadt? La dolce vita?
Den Italienern, denen geht doch alles am Arsch vorbei. Und gleichzeitig...
sind die ungl�cklich in diesem Chaos.
Und daf�r brauchen die mich.
Dass ich da aufr�ume.
Bj�rn, ich werde nach Rom fahren und Sie werden Leiter von Berlin,
ach, was sag' ich, von Deutschland.
Ich bau' da 'ne Zweigstelle auf und, �h, solange ich nicht da bin, sind Sie der Chef hier.
Alles klar, Chef.
Chef! Chef, was wird denn mit mir? - Was soll denn schon sein?
Sie kommen nat�rlich mit.
Als meine rechte Hand. Wie in guten alten Zeiten.
Goethes "Italienische Reise" und Gerd
begleiten mich in ein neues Leben.
Kein Weg mehr zur�ck.
Ich werde Kira malen lassen. Von einem italienischen Meister.
Meine Aufzeichnungen, das Manifest,
ich lasse alles hinter mir.
Ihr, die ihr diese Zeilen irgendwann finden, sie lesen und verstehen werdet,
ich m�chte in euren Gedanken fliegen,
euer Leben ver�ndern und unverg�nglich sein.
Ich hab' mich entschieden, Ihre Probezeit fr�her enden zu lassen.
Sie haben sich bew�hrt, Gerd.
Dar�ber hinaus habe ich mich entschieden, Verantwortung abzugeben.
Wenn wir wieder in Deutschland sind, dann �bernehmen Sie Darmstadt, Gerd.
Ihre Heimatstadt.
Buongiorno. - Buongiorno.
Allora?
Le prugne? - Eh, no, eh, Melone.
Di dove venite? - Melone.
Eh, St�ck Melone, Gerd?
Lieber Gerd,
diese Kassette wirst du finden, wenn mir irgendwann doch einmal etwas zugesto�en sein sollte.
Deine Gegenwart ist eine Zukunft, die ich also nicht mehr erlebe
und zu der ich dir viel Gl�ck w�nsche.
Vor allen Dingen einen guten Start in Hessen.
Du wirst sehen, die anderen Menschen in Deutschland f�hlen genauso wie wir,
dass da etwas fehlt,
uns abhanden gekommen ist, es mit dem �ffentlichen Schwachsinn reicht.
Und wenn ich recht habe, k�nnen sich all die Roland Kochs,
Dieter Bohlens und Stefan Raabs,
all die Auslaufmodelle dieser Republik, warm anziehen.
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