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Der unsichtbare Gast
Señor Doria? Virginia Goodman. Ihr Anwalt, Félix Leiva, schickt mich.
Freut mich.
- Kommen Sie rein. - Danke.
- Geben Sie mir 2 Minuten zum Anziehen. - Natürlich.
Das wichtigste Ereignis heute Morgen ist die Begräbnisfeier für Laura Vidal,
die bekannte Künstlerin und Fotografin,
die vermutlich von ihrem Lover Adrián Doria ermordet wurde.
Er erhielt kürzlich den European Award For Innovation And Business Development.
Doria, dessen Firma "Global Go Tech Media" in jüngster Zeit nach Asien expandiert,
plädiert auf unschuldig und sieht sich als Opfer eines Komplotts.
Ich hatte Sie erst später erwartet.
Ja. Es gab leider einen kleinen Rückschlag.
Ich konnte Felix nicht erreichen.
Er ist nicht in der Stadt.
Er sagte aber, er arbeite an einer Strategie, mit der
- er gewinnen kann. - Genau.
Das sagte er zuletzt auch zu mir.
Aber da wussten wir noch nicht, was ich jetzt weiß.
Was?
- Dass man Sie heute als Zeuge vorlädt. - Was sagen Sie da?
Der Staatsanwalt will kurzfristig einen Zeugen aufrufen,
der den Fall komplett auf den Kopf stellen könnte.
Wir wissen noch nicht, wer, aber er wird gerade zum Gericht gebracht,
damit er in drei Stunden aussagen kann.
- Ich habe die Wahrheit gesagt. - Ihre bisherigen Angaben sind lückenhaft.
Ich brauche alle Einzelheiten.
Die Details sorgen für mehr Glaubwürdigkeit.
Ich kann sie benutzen, um die Welt von Ihrer Unschuld zu überzeugen.
Ich versichere Ihnen, dass ich das schaffe.
Ich habe noch nie einen Fall verloren.
Aber Sie müssen mir helfen.
Die Polizei beobachtet mich 24 Stunden lang. Ich komme mir vor wie in einer Zelle.
Hätte ich noch etwas auszusagen, hätte ich das schon getan.
Die werden Ihre sofortige Verhaftung beantragen, Señor Doria.
Wir haben 180 Minuten, um nochmal von vorn anzufangen.
Also rate ich Ihnen, mit der Heulerei aufzuhören und zu kooperieren.
Gut, gehen wir zurück bis zum Anfang.
Wieso waren Sie und die Verstorbene in dem Hotel?
Man hat uns gesagt, wir sollen dort hingehen.
Laura und ich trafen uns seit ein paar Monaten.
Irgendjemand versuchte, uns deshalb zu erpressen.
Wir befolgten seine Anweisungen.
Sie wollten 100.000 Euro.
Lieber das als eine Million für die Scheidung berappen.
Ich wollte keine Scheidung. Ich liebe Sonia.
Wieso dieses Hotel, 300 km von Ihrem Wohnort entfernt?
Keine Ahnung.
Haben Sie sich darüber nicht gewundert?
Wen interessiert das Hotel?
Waren Sie schon mal dort?
Mein Problem ist, dass man mir einen Mord anhängen will.
Alles ist von Bedeutung, Señor Doria.
Aber schon gut.
Reden wir zuerst über die Nachricht auf Ihrem Telefon.
Wir warteten schon seit 2 Stunden, als die Nachricht kam.
Was ist?
Er hat dein Telefon.
Er hat mir gerade eine SMS von deinem Handy geschickt.
Ich werde alles erklären. Zimmer 715. Hotel Bellavista.
Das ist eine Falle.
Los, gehen wir.
Adrián?
Ich war ein paar Minuten besinnungslos.
Als ich aufwachte, ging der Albtraum los.
Was ist das erste, an das Sie sich erinnern?
Das Klopfen an der Tür.
Polizei!
Alles in Ordnung?
Polizei!
Öffnen Sie die Tür.
Gehen Sie zur Seite.
Laura!
Kannst du mich hören? Laura?
Wir wissen, dass Sie da sind! Öffnen Sie die Tür!
Laura! Hilfe! Bitte helfen Sie mir!
Polizei!
Hilfe!
Stehen Sie auf!
Los, aufstehen! Und Hände hoch!
Da war einer hier im Zimmer.
Zeig mir deine Hände!
Ich hab nichts getan. Ich war's nicht.
Nehmen Sie die Hände hoch!
- Ich hab nichts getan. - Runter auf die Knie!
- Es war noch jemand anderes hier. - Auf den Boden! Keinen Widerstand!
Machen Sie den Gang frei!
Laut Polizeibericht hörten Zeugen Schreie, aber niemand verließ das Zimmer.
Und dass die Tür von innen mit der Sicherheitskette verriegelt war.
Im Bericht steht auch, die Fenster ließen sich nicht von innen öffnen,
weil das Hotel in kalten Wintermonaten die Griffe entfernt.
Und es gab keine Spuren von Gewalt.
Alle Wege aus dem Zimmer wurden überprüft,
doch es wäre unmöglich, keine Spuren zu hinterlassen.
Und man fand nichts.
Ihnen zufolge hat sich der Mörder Ihrer Geliebten also in Luft aufgelöst.
Sieht so aus.
- Zuerst musste er aber rein. - Er war schon da.
Dennoch musste er irgendwie reinkommen.
Das Hotelpersonal sagte aus, dass nur Sie über einen Schlüssel verfügten.
Der Tatort wurde vorbereitet, um mich reinzulegen.
Die Polizei sollte annehmen, Laura hatte sich in mich verliebt.
Und nachdem ich versucht hatte, mich loszukaufen, habe ich sie umgebracht.
Das ist absurd. Eine Falle.
- Von wem? - Keine Ahnung.
- Warum? - Ich weiß es nicht!
Meine Frau und Tochter haben mich verlassen. Und irgendwer kommt mit dem Mord davon.
Es sei denn, Sie lassen das nicht zu.
Suchen Sie in den Feinheiten Ihres Lebens nach Antworten.
Sie sagen, die Polizei hat Recht.
Nach deren Meinung gibt es niemanden, der Sie auf diese Weise vernichten möchte.
Somit ist Ihre Version ein Fantasiegebilde, Señor Doria.
Nicht ich muss den Täter finden.
Sondern Félix und Sie. Und vor allem die Polizei.
Die sollten den Schuldigen finden.
Für die sind Sie der Kriminelle.
Señor Doria, wenn Sie in meiner Haut wären
und ich erzählte von Ihrer Verschwörung, was würden Sie denken?
Ich erzähle Ihnen, was geschehen ist. Was wollen Sie hören?
Wissen Sie was?
Aus meiner 30-jährigen Karriere kenne ich zwei Arten von Mandanten.
Die, die ihre Lage erkennen und kooperieren,
auch, wenn das unbequem werden kann,
und die, die sich für clever halten und warten, dass ich sie rausboxe,
ohne ihr Zutun.
Zu dieser zweiten Sorte gehören Sie.
Aber ich will Ihnen ein Geheimnis verraten.
Ohne Leiden gibt es auch keine Erlösung.
Und Sie sind nicht cleverer als ich.
Junger Mann in Bierge verschwunden
Könnte der Zeuge der Staatsanwaltschaft in die Sache verwickelt sein?
Zehn Minuten haben wir schon verschwendet, Señor Doria.
Ich frage Sie nur ein einziges Mal:
Sie wissen, wer der Mann in Ihrem Hotelzimmer war, hab ich Recht?
Wenn Sie es herausfinden wollen
Wenn ich Sie da rauskriegen soll, ohne dass Sie ins Gefängnis gehen,
dann lügen Sie mich nicht mehr an.
Es fing alles vor drei Monaten an.
- Liebling. - Und, wie ist Paris?
Voller widerlicher Franzosen.
- Schlechtes Meeting? - Wir einigten uns nicht.
Mein Vater hat angerufen. Er will mit uns segeln.
Ich habe ihm zugesagt. Er kann kaum erwarten, Alex zu sehen.
Das ist Papa. Sag mal Papa!
Sonia, ich muss los zum Flughafen.
Okay. Kommst du nach Hause oder bleibst du in Barcelona?
Ich komme zu euch nach Hause.
Schreib mir, wenn du im Flieger sitzt. Ich liebe dich.
Ich dich auch.
- Wer war das? - Das war Sonia.
Wie spät ist es?
Es ist schon gleich sechs. Wir haben total verschlafen.
Papa
Wollen wir?
- Hätten wir nicht rechts müssen? - Der Weg hier ist kürzer.
Du könntest auch schneller fahren
- Soll ich fahren? - Du fährst doch schon.
Alles, was ich tue, ist lügen.
Wenn wir zusammen sind, lügst du nicht.
Und den Rest des Tages lüge ich, weil wir zusammen sind.
Du bist doch glücklich, wenn du bei mir bist. Oder?
Und ich liebe es, wie ich mich fühle, wenn wir zusammen sind.
Weißt du noch, was wir sagten, als wir damit anfingen?
Dass wir beide die Erfahrung machen wollen.
- Wir sagten auch, wenn die Zeit kommt, - Willst du Sonia verlassen?
- Nein. - Und ich Bruno nicht.
Deshalb ist das, was wir haben, perfekt.
Man kann nicht alles haben, Laura.
Man muss immer Opfer bringen.
Es läuft doch gut.
- Alles bestens. - Was wir tun, ist falsch. Das weißt du.
War's das also?
Es tut mir leid.
Alles okay?
Denke schon.
Hallo?
Sind Sie verletzt?
- Was machst du? - Ich rufe die Polizei.
- Er hat den Hirsch gerammt! - Ich war zu weit links.
Er war ohne Gurt und schrieb SMS!
Hättest du mich nicht gedrängt,
Du hast es gerade gesagt. Dass man Opfer bringen muss, nicht wahr!?
- Was redest du? - Es geht um ihn oder uns. Adrián!
Wir dürfen nicht die Polizei rufen!
Hör mir zu, bitte!
Keiner hat was gesehen.
Keiner weiß das hier.
Alles bleibt gleich. Dein Leben, Sonia, deine Tochter, deine Karriere
Willst du das alles verlieren?
Komm, wir fahren.
Er startet nicht. Komm schon, bitte spring an!
Spring endlich an, verdammte Kacke!
- Scheiße. - Was ist?
Da kommt jemand.
Schnell, steig aus.
Was machen wir?
- Überlass das mir. Tu, was ich tue. - Was hast du vor?
Er wird es ganz sicher merken. Würdest du mir sagen, was du vorhast?
Wir hatten einen Unfall, okay?
- Wir hatten einen Unfall? - Lass mich nur machen.
Hallo.
Kann ich Ihnen helfen? Was ist denn passiert?
Ich bin geschleudert und hab ihn gestreift. Wir tauschen gerade Daten.
Soll ich die Rettung rufen?
Nein, nein. Alles in Ordnung, danke.
Ganz sicher?
Das ist sicher die Versicherung. Ich bin gleich zurück.
Hey! Alles okay mit Ihnen?
Ein Hirsch ist über die Straße gerannt. Ich bin noch unter Schock.
Ja? Ja, äh Jaja, wir haben angerufen, ja.
- Sicher? - Ja. Danke.
Und wie lange wird das dauern?
Alles klar, vielen Dank. Dann bis später. Wiederhören!
Ist alles geklärt.
Zum Glück ist niemand verletzt worden.
Danke.
- Auf Wiedersehen. - Wiedersehen!
- Hat er was gesehen? - Nein.
- Wenn er den Jungen gesehen hat? - Der muss weg.
- Bist du verrückt? - Der Mann ist ein Zeuge.
Wenn wir ihn hierlassen, weiß er, dass wir gelogen haben.
Hilf mir mal.
Am besten, ich bleib hier und warte auf Hilfe. Okay?
Und du kümmerst dich um die Leiche.
Und was soll ich tun?
Weiß ich nicht.
Ich weiß nicht, aber wir lassen alles verschwinden. Okay?
Und dann gehen wir getrennte Wege, wenn du willst.
Es ist aus.
Ich fuhr fast eine Stunde lang.
Und fragte mich, was ich da machte, statt bei meiner Familie zu sein.
Wenn ich nichts mit Laura gehabt hätte,
wenn wir nicht verschlafen hätten, wenn ich nicht links abgebogen wäre,
dann hätte dieser Hirsch nie vor mir die Straße gekreuzt.
Es wäre nie passiert.
Das Auto, wo haben Sie es gelassen?
Ich hab es versenkt.
Den Jungen etwa auch?
Mir schwirrten ständig Lauras Worte durch den Kopf.
Wir konnten für den Jungen nichts mehr tun. Es war einfach ein Unfall.
Er hatte keine Zukunft. Wir schon.
Er war wie einer der Flecken auf der Scheibe.
So musste ich die Sache sehen, um nicht wahnsinnig zu werden.
Und wie ging es weiter?
Ich rief Laura über meine Prepaid-SIM an und sagte ihr, wo ich war.
Solche Karten benutzten wir immer, um miteinander zu sprechen.
Es war furchtbar.
Was ist passiert?
Mein Auto hat den Geist aufgegeben.
Nein, mir geht es gut. Aber ich brauche einen Abschleppwagen. Ja.
Wo ich bin?
- Hallo. - Guten Tag. Alles in Ordnung?
Mir ist ein Hirsch reingerannt. Aber alles gut, danke.
Zum Glück sind Sie nicht tödlich verunglückt.
Lässt sich nicht starten.
Der Motor springt nicht an.
Ich hab die Pannenhilfe gerufen, aber die sind überlastet.
Vielleicht finde ich ja was.
Ich kenne diese Autos auswendig. Gute Maschinen.
Zufällig war ich vor Jahren Ingenieur bei BMW Spanien.
Tomás Garrido. Jetzt hab ich eine Werkstatt.
Nett, Sie kennenzulernen. Ich muss zurück nach Barcelona.
Haben Sie vielleicht eine Lampe?
Das Auto gehört meiner Schwester. Ich kenne mich hier drin nicht aus.
Nicht so schlimm, kein Problem.
Ich geh und hol meine.
Ja, es ist wohl der Anlasser.
Wahrscheinlich ist der Sensor des Motors auf Stopp hängen geblieben.
Wenn sonst nichts beschädigt wurde, muss man nur die Steuereinheit zurücksetzen.
Sonst sieht alles sehr gut aus.
Wenn Sie wollen, schlepp ich Sie bis zu meinem Haus und reparier es dort.
Ich rufe aber auch einen Abschleppwagen, falls Ihnen das lieber ist.
Wie lange dauert das?
- Der Abschlepper? - Nein, nein, die Reparatur.
Ein paar Stunden, höchstens.
Dann leben Sie also in Barcelona?
Und was treiben Sie hier?
Meine Schwester lebt in Barbastro.
Meine Frau hat in der Gegend gearbeitet.
Im Naturschutzpark.
Jetzt arbeitet sie in der Nähe von Bierge.
20 Minuten von zu Hause.
Sie war Literaturprofessorin, musste aber aufhören.
Sie hat Krebs.
Darum sind wir hierher gezogen. Um ein ruhigeres Leben zu führen.
Und was machen Sie?
Ich hab einen Buchladen.
Ich lese wahnsinnig gern.
Vor allem Bühnenstücke.
Ich hab eine Schwäche für Klassiker.
Meine Frau hat mich drauf gebracht.
Daher kennen wir uns auch. Aus einer Theatergruppe.
Sie war ziemlich gut. Aber ich wollte nur Frauen kennenlernen.
Sie haben mir gar nicht Ihren Namen verraten.
Raquel.
Raquel, Ihr Telefon klingelt.
Ja, Sie haben Recht.
Hallo Schatz.
Hey Laura. Wie war dein Shooting?
Wann geht dein Flug?
Ich wollte mich noch melden. Es wird leider recht spät.
Kein Problem. Dann nehme ich mir Arbeit mit nach Hause.
Hier wird man nur dauernd gestört. Ist etwas passiert?
Nichts. Nur irgendwas mit dem Motor.
Nur die Ruhe. Schreib mir, wenn du losfliegst.
- Du musst mich nicht abholen. - Ich esse und arbeite und hol dich dann ab.
Nein, komm bitte nicht, Bruno.
Laura, ist alles okay?
Entschuldige. Es geht mir gut. Alles okay. Tut mir leid, dass ich nicht angerufen habe.
Schon gut. Wir sehen uns dann daheim.
- Ich liebe dich. - Ich dich auch.
Hallo Liebes.
Elvira, meine Frau - und das ist Raquel.
Ihr ist ein Hirsch reingerannt und das hat den Anlasser blockiert.
- Nett, Sie kennenzulernen. - Ebenfalls.
Sind Sie verletzt? Sie haben Blut an Ihrer Hand.
- Wahrscheinlich vom Hirsch. - Vom Hirsch?
Nicht, dass es sich entzündet.
Nein, ich sag doch, es ist nichts. Tut mir leid, aber ich bin ziemlich in Eile.
Dann hören wir auf zu plaudern und ich fang an.
- Willst du einen Kaffee? - Ja, bitte.
- Kommen Sie. - Nein, ich warte hier.
Hier in der Kälte? Kommen Sie ruhig rein. Dann können Sie sich waschen. Kommen Sie!
Alles in Ordnung?
Ja, danke, alles bestens.
Ich bringe Tomás den Kaffee. Bin gleich zurück.
Okay. Danke.
Anfangs hatten wir hier auch ein paar Mal richtig Angst.
Wollen Sie denn wirklich gar nichts essen?
Nein, nein, nein. Danke.
Es ist wundervoll hier. Aber klar, man muss sich anpassen.
Haben Sie auch Kinder? Ich sehe, Sie
Ah! Nein, nein. Nein.
Mein Mann hätte gern welche. Ich auch, aber ich arbeite viel. Deshalb
Sie dürfen nur nicht zu lange warten.
Ich bekam Dani Ich meine Daniel. Ihm gefällt Dani nicht.
Da war ich schon fast 40. Ein Kind verändert Ihr Leben.
Aber es gibt Ihnen so viel. Verzeihung.
Ein hübscher Junge, oder? Vielleicht sehen Sie ihn ja noch.
Clara? Hallo.
Nein, ich warte auf ihn. Er wollte seine Freunde treffen.
Was?
Die Jungs sind bei dir?
Und Daniel ist nicht bei ihnen?
Komisch. Er ist hier um sechs losgefahren.
Ja.
Er kam von der Arbeit, zog sich um und fuhr los.
Okay. Und das war's schon.
Alles gut, jetzt läuft er wieder.
Bleiben Sie zum Essen?
Sicher hat meine Frau Sie schon überredet?
Ich bin wirklich spät dran. Ich muss los. Tut mir leid.
Gut, Clara. Ich ruf dich gleich nochmal an.
Die Jungs haben Daniel nicht gesehen. Sie dachten, er wäre bei Clara.
Und was soll das heißen?
Er sollte bei seinen Freunden sein, aber keiner weiß was.
Hat er zu dir irgendwas gesagt?
Vielleicht hat er sich's anders überlegt.
Er hat gesagt, er fährt zu seinen Freunden.
Vielleicht hat er gelogen.
Wieso denn?
Vielleicht hat er ein Mädchen kennengelernt.
Nein, Tomás. Nein.
Das ist schon seltsam.
Ich rufe ihn mal an.
Lass ihn doch in Ruhe. Er ist alt genug.
Hörst du das?
Ja.
- Haben Sie hier ein Handy klingeln hören? - Nein.
Ich probier's nochmal.
Mein Sohn. Er ist nicht bei seinen Freunden und sie macht sich gleich verrückt.
Da ist es.
Seltsam.
Er geht nie ohne Handy aus dem Haus.
Wahrscheinlich hat er es vergessen.
Oder was sagen Sie, Raquel?
Ich muss jetzt leider los. Ich bin wirklich spät dran.
Keiner hat was von Daniel gehört.
Was sollen wir jetzt tun?
Bitte sag du's mir.
Ich hab mir was überlegt.
Aber es liegt bei dir.
Du musst entscheiden.
Der Ausdruck in ihren Augen machte mir Angst.
Ich entledigte mich meines Autos, ohne Spuren zu hinterlassen.
Ich weiß nicht.
In der Nähe eines Schrottplatzes.
Wir verabschiedeten uns und vereinbarten, dass wir uns nie wieder sehen würden.
Ich meldete das Auto als gestohlen und gab an, ich sei gerade aus Paris zurück.
Sonia erzählte ich dasselbe.
Und dass ich sehr müde sei und in unserer Stadtwohnung schlafen würde.
Aber ich konnte kein Auge zutun.
Ich fühlte mich wie ein Schwindler. Wie ein Betrüger.
Es hatte mich zehn Jahre gekostet, bis an die Spitze zu kommen.
Aber nur im Bruchteil einer Sekunde konnte ich alles wieder verlieren.
Am nächsten Tag ging ich ins Büro.
Wir bereiteten Global Go Tech Medias Einstieg in Asien vor.
Es wäre verdächtig gewesen, wenn ich nicht gekommen wäre.
Ich hatte seit einem Jahr versucht, das Geschäft abzuschließen.
Und jetzt war es endlich soweit. Ich durfte es nicht vermasseln.
Bevor ich nach Hause fuhr, ordnete ich meine Gedanken,
um meiner Frau und meiner Tochter begegnen zu können.
Ich musste eine Maske aufsetzen, um der Mann zu sein, der ich gewesen war.
Und als ich dachte, ich hätte es geschafft, passierte das Unvermeidbare.
Der 23-jährige Daniel Garrido verließ die Bank, in der er arbeitet, gegen 18 Uhr.
Er fuhr heim, aber nur wenige Minuten später verließ er noch einmal das Haus.
Seine Eltern erwarteten ihn zum Abendessen, doch er tauchte nicht auf.
Familie und Freunde suchen nach ihm,
da sie befürchten, er sei mit seinem Auto in eine Schlucht gestürzt.
Das Gesicht des Vaters brannte sich in meine Netzhaut ein.
Ich sah mich selbst in seinem Schmerz.
Ich schwor mir, das war der letzte Fehler meines Lebens.
- Entschuldigen Sie. - Kein Problem.
Ja, bitte?
Bist du dir sicher?
Gib Bescheid, wenn sich was ändert.
Der Zeuge der Staatsanwaltschaft ist jetzt beim Gericht.
Wir wissen immer noch nicht, wer es ist. Aber der Richter ist schon auf dem Weg.
Ich muss unbedingt mit Felix reden.
- Ja? - Félix, wo sind Sie?
Am Flughafen von Bilbao.
Virginia Goodman sagt, die Anklage ist uns einen Schritt voraus.
Einen Schritt voraus?
- Wann fliegen Sie zurück? - Heute Abend. Geben Sie sie mir.
Er will Sie sprechen.
- Félix? - Was ist denn los?
Ein neuer Zeuge. Er ist jetzt beim Gericht.
Virginia?
Gut möglich, dass Señor Doria heute noch aussagen muss.
Schicken Sie mir alle Infos. Ich bin an was dran, könnte wichtig für den Fall sein.
Ich melde mich später.
In Ordnung. Danke, Félix.
Was hat er gesagt?
Alles unter Kontrolle. Seien Sie unbesorgt.
Gut, fahren Sie fort. Wo waren wir?
Ich lebte mein Leben weiter.
Doch die Polizei kreuzte auf.
Señor Doria, Besuch für Sie. Es ist die Polizei.
Das steht in keiner Akte. Woher wissen Sie das?
Das sind die Einzelheiten, Señor Doria.
Die Polizei in Bierge hat Teile von zwei verunfallten Fahrzeugen gefunden.
Fünf Kilometer von dort entfernt, wo der Vermisste wohnt.
Aber nirgendwo findet sich eine Akte zu diesen zwei Unfällen.
Das Kuriose ist: Der Vater hat eine junge Frau mitgenommen,
die genau dort einen Autounfall hatte.
Am selben Tag, an dem sein Sohn verschwand.
Kennen Sie sie?
- Was ist das? - Hören Sie.
Was kümmert es meinen Mandanten, was in Bierge passiert ist? Er war in Paris.
Diese Frau hat dem Vater erzählt, dass sie einen Hirsch gestreift hat.
Doch die Teile von einem zweiten Auto auf der Straße
legen nahe, dass sie etwas mit der Hilfe von irgendjemandem zu vertuschen versucht.
Und?
Die Nummer des Fahrzeugs der Frau
gehört zu einem BMW, der auf Ihren Mandanten zugelassen ist.
Er wurde an jenem Wochenende von einem privaten Parkplatz gestohlen.
Behaupten Sie, Señor Doria vertuscht einen Unfall, für den Sie keinen Beweis haben?
Laut Bericht hatten Sie kein Parkticket, um zu beweisen, dass der Wagen dort stand.
Ich hab's verloren.
Ich hatte es wohl in der Tasche, und es ist rausgefallen.
So steht es in Ihrer Aussage. Kommt Ihnen sicher gelegen.
Augenblick. Haben Sie das Kennzeichen vom Vater des vermissten Jungen?
Das kommt Ihnen sicher gelegen.
Die Angaben sind unbestätigt.
Das versuchen wir: sie zu bestätigen.
Behelligen Sie nicht meinen Mandanten, seinen Trip nach Paris zu belegen.
Was Sie wissen wollen, kann Ihnen auch seine Sekretärin sagen.
Sind wir jetzt fertig?
Warum sind Sie so nervös?
Wenn Sie's mir nicht sagen, kann ich Ihnen nicht helfen.
Haben Sie irgendwas mit dem Verschwinden des Jungen zu tun?
Was dann?
Ich war nicht in Paris.
Ich war mit einer Frau zusammen.
Also kann Eva gar nicht belegen, dass Sie in Paris waren.
Können Sie's so aussehen lassen? Besorgen Sie mir ein Alibi?
- Hab ich eine Alternative? - Es ist vorbei. Es war ein Fehler.
Ich will nicht, dass ein Zufall mein Leben mit Alex und Sonia zerstört, verstanden?
Wenn Sie mich das nächste Mal anrufen, dann erzählen Sie mir gleich alles.
Sie müssen noch etwas tun.
Und was'?
Ich will nicht in den Polizeiakten auftauchen.
Ich kümmere mich darum.
Mein Alibi wurde überprüft und die Polizei forschte nicht weiter nach.
Félix hat den 1. Teil der Abmachung erfüllt, aber nicht den zweiten.
Eine meiner Quellen ist in den Akten der Polizei auf Ihren Namen gestoßen.
Und ich fürchte, die kann auch der Staatsanwalt einsehen.
Ohne Laura wäre ich nie so weit gegangen.
Was tat sie, als Sie ihr sagten, Sie sollten sie identifizieren?
Ich hab's nicht erzählt.
Sie haben sie kontaktiert.
Reiche Menschen wollen reich bleiben. Sie schützen sich selbst und ihr Eigentum.
Wo auch immer die Reichen sich aufhalten, gibt es stets auch Überwachungskameras.
Wie hast du die Polizei überzeugt, dass Daniel abgehauen ist?
Von wo aus rufst du an?
Von einer Telefonzelle.
Unter Überwachung zu telefonieren ist nicht sehr clever.
Die Nerven sind mit mir durchgegangen. Ich weiß.
Aber glauben Sie nicht, ich war so dämlich, unmittelbar nach der Befragung anzurufen.
Wann und warum also dann?
Als ich sah, wie weit sie gehen würde.
Wenn sie wusste, was sie wollte, war Laura überaus zielstrebig.
So war sie bei mir, als wir uns kennenlernten
und so war sie auch danach, um alles hinter sich zu lassen.
Die Polizei schließt inzwischen aus, dass Daniel Garrido,
der junge Mann aus Bierge, der seit 3 Wochen vermisst wird, einen Autounfall hatte.
Aktuelle Ermittlungen legen nahe,
dass Garrido sein Verschwinden nur vorgetäuscht hat,
um durchzubrennen.
Wie es aus Polizeikreisen heißt,
stahl er in der Bank, in der er arbeitete, insgesamt 50.000 Euro.
Daniel Garrido hatte über Monate hinweg
Na, bereit zum Segeln?
Ich hab einen wichtigen Anruf gekriegt. Señor Lee.
- Von wo aus rufst du an? - Von einer Telefonzelle.
Komm in 4 Stunden ins Café vor dem Schrottplatz.
Und was ist das?
Der Geldbeutel des Jungen.
Ich dachte, ich könnte ihn noch gebrauchen.
Ich steckte ihn ein, als wir den Jungen in den Kofferraum legten.
Nach dem Unfall arbeitete Bruno ein paar Tage zu Hause.
Einen jener Morgen nutzte ich, um das alles zu beenden.
Geldtransfer erfolgreich abgeschlossen
Was erzählen Sie mir da?
Ihre Geliebte war nicht nur Fotografin, sondern auch Expertin für e-Banking?
- Halten Sie die Geschworenen für blöd? - Laura arbeitete früher bei der Bank.
Im Computerbereich wurden große Fortschritte erzielt.
Das wissen Sie doch am besten.
Frischte Ihre Geliebte nebenbei ihre Kenntnisse auf?
Vielleicht hat Bruno geholfen.
Sie kennen sich aus der Bank. Vielleicht hat sie ihn heimlich eingeweiht.
Sie kannten Laura nicht. Sie beherrschte die Kunst der Verführung.
Der perfekte Prototyp der Femme fatale
Ist dir klar, was du getan hast?
Na, was denkst du denn?
Sei unbesorgt.
Hätte ich Spuren hinterlassen, säßen wir jetzt nicht hier.
Was?
Was ist? Würdest du mich bitte nicht so ansehen!?
Wir haben das Richtige getan.
Nein. Es war nicht richtig.
Adrián.
Wenn ich untergehe, dann gehst du mit unter.
Die Polizei war bei mir.
Und droh mir nicht.
Nein, mein Lieber, du drohst mir nicht.
Ich habe Fotos, die beweisen, dass du nicht in Paris warst.
Die folgenden Tage waren nicht gerade ruhig.
Mit dem führenden Technologieunternehmen trat meine Firma dem asiatischen Markt bei.
Ich wurde zum Geschäftsmann des Jahres gewählt
und erlebte einen Ansturm der Medien.
Señor Doria, wie fühlen Sie sich?
Ich bin sehr glücklich.
Ich wurde als der Mann der Stunde verkauft.
Als Vorbild für junge Menschen wie mich, dass man aus dem Nichts alles schaffen kann.
Aber es war nur Fassade.
Innerlich war ich schon lange gebrochen.
Verdorben.
Señor Doria?
Ein Journalist will Sie unbedingt sehen.
- Er sagt, er kennt Sie. - Gut.
Entschuldigt mich bitte. Trink nicht zu viel davon.
- Hier rechts, bitte. - Danke.
Señor Doria?
Entschuldigen Sie, dass ich Sie heute hier belästige.
Wissen Sie, wer ich bin?
Ich weiß nur, Sie sind nicht lván Souto.
Bitte.
Ich bin Daniel Garridos Vater.
Ich weiß nicht, ob sie die Nachrichten gesehen haben, aber
die sagen, er ist abgehauen.
Ich würde Ihnen dazu gern ein paar Fragen stellen. Wenn Sie gestatten.
Ich weiß nur das, was in der Zeitung stand. Tut mir leid.
Mein Sohn ist kein Dieb.
Und er ist nicht auf der Flucht.
Mein Sohn ist tot.
Und irgendjemand lacht über meine Frau und mich.
Als Sie mit der Polizei sprachen, waren Elvira und ich auch dort.
Ich weiß, was ich gesehen habe.
Unser Sohn hat noch telefoniert, kurz bevor Tomás die Frau mitgenommen hat.
Es ist also unmöglich, dass es die ganze Zeit zu Hause lag.
Die Frau hat es mitgebracht.
Und das bedeutet, dass sie ihm irgendwo begegnet sein muss.
Und sie war nicht allein.
Wie können Sie so sicher sein?
Das hab ich Ihnen bereits gesagt!
Sie musste erst den Fahrersitz einstellen.
Sie war gar nicht gefahren. Sie hat mich angelogen.
Das Auto gehört meiner Schwester. Ich kenn mich hier drin nicht aus.
Sie hat gelogen. Und niemand lügt ohne Grund.
Sie hat wohl zu ihrem Schutz gelogen.
Oder zu Ihrem Schutz. Haben Sie Feuer?
Diese Frau verbirgt etwas.
Genauso wie Sie.
Ich weiß leider wirklich nichts.
Ich war zu dem Zeitpunkt in Paris.
Das hat die Polizei auch gesagt.
Aber ein paar Flugtickets und eine Hotelreservierung
beweisen noch gar nichts.
Trotzdem vertrauten wir der Polizei und fuhren nach Hause.
Doch als in den Nachrichten hieß, mein Sohn wäre ein Dieb,
wusste ich, dass das nur konstruiert war.
Das passte nicht zu Daniel. Er hatte nie etwas Unrechtes getan.
Meine Frau war am Boden zerstört,
als sie erkannte, was das bedeutete.
Aber ich gab nicht auf.
Und ich folgte der einzigen Spur, die ich hatte.
Ihnen.
Ich sah, dass Sie schon durch eine kleine Bodenwelle alles verlieren konnten.
Und zuzugeben, dass Sie nicht in Paris waren,
sondern eine andere Frau getroffen haben, käme wohl einem Schlagloch gleich.
Ich ging noch einmal zur Polizei, aber man glaubte mir immer noch nicht.
Da wurde mir klar, wie mächtig Sie sind.
Ein mächtiger Wolf wirkt größer als er ist.
Aber ich hab keine Angst vor Wölfen wie Ihnen.
Wenn Sie das Furchtbarste erlebt haben, was ein Vater erleiden kann,
den Sohn zu verlieren,
ohne dass es jemanden kümmert,
dann gibt es für Sie keine Angst mehr.
Dann gibt es nichts mehr für Sie.
Bald wird man rausfinden, dass ich mich hier reingemogelt habe.
Also sagen Sie mir die Wahrheit.
Wo ist mein Sohn?
Sie irren sich.
Sie waren im Auto mit dieser Frau, die gar nicht Raquel heißt.
Sie hatten einen Unfall, dort, wo ich die Frau fand.
Und das Auto meines Sohnes war dort.
Haben Sie sich schlicht seiner entledigt?
War es so einfach?
Señor Doria.
Ist es das, was passiert ist?
Von Vater zu Vater.
Meine Frau und ich wissen, dass unser Sohn nicht mehr lebt.
Wir wollen ihn nur finden und in Frieden beerdigen.
- Kommen Sie. - Finger weg!
- Bitte. - Finger weg!
Bitte, Señor Doria,
Nicht anfassen, bitte! Nicht anfassen!
Wenn Ihre Tochter spurlos verschwunden wäre,
dann würden sie dem Täter auch sagen, dass er damit nicht davon kommt.
Verdammter Hurensohn!
Kennst du den?
Ob du ihn kennst.
Gehen wir wieder rein.
- Adresse? - Calle San Ramón 5, Bierge.
Niemand brachte ihn mit mir in Verbindung.
Und er tat es auch nicht.
Er wusste, das hätte alles nur komplizierter gemacht.
Und Félix sorgte dafür, dass mein Name aus den Akten verschwand.
Er kam heim, mit geradeso viel Energie, um sich um seine Frau zu kümmern.
Danach verschwand er aus meinem Leben.
Ich hörte nie wieder von ihm.
Gut.
Jetzt haben Sie alle Karten auf den Tisch gelegt.
Zwei Tote und zwei Leichen.
Der Mord an Ihrer Geliebten scheint eine direkte Folge
des Todes von Daniel Garrido zu sein.
Aber für die Polizei gibt es nur einen Mord, weil sie nur eine Leiche gefunden hat.
Die von Laura Vidal.
Und der einzige Verdächtige sind Sie.
Aber für uns beide
und für Daniel Garridos Eltern
gibt es noch einen zweiten Toten. Und zwar den vermissten Jungen.
Und die Garridos vermuten, dass Sie und Ihre Geliebte ihn getötet haben.
Da sie ermordet wurde, sind jetzt nur noch Sie übrig.
Worauf bringt Sie dieses Rätsel?
Worauf bringt es denn Sie?
Es bringt mich auf das Mysterium mit dem Hotelzimmer.
Auf den Mann, der
Ihre Geliebte ermordet und sich dann in Luft aufgelöst hat.
Jemand, von dem es eine Verbindung zu Daniel Garrido gibt.
Ein Autofahrer hatte uns Hilfe angeboten.
Kann ich Ihnen helfen?
Sollen die Geschworenen denken, der Fahrer hat Sie ins Hotel gelockt?
Aber wozu?
Um uns zu erpressen. Er wusste, dass wir schuldig waren.
Aber nicht, dass Laura nicht meine Frau war.
Einzelheiten, Señor Doria.
Die Geschworenen schlucken Ihre verdrehte Theorie nur dann,
wenn sie mit Details belegt ist.
Ich hab Ihnen noch nicht erzählt, wie er uns ins Hotel Bellavista gelockt hat.
Señor Doria, das hier ist für Sie gekommen.
Absender: Daniel Garrido
Ich weiß, was du und deine kleine Freundin getan habt.
Der Preis für mein Schweigen sind hunderttausend Euro.
In kleinen, unmarkierten Scheinen.
Wenn ich das Geld nicht noch heute bekomme, schicke ich dieses Foto an die Polizei.
Dann werden sie Daniel Garrido finden.
Um Punkt 17 Uhr werdet ihr beide zum Bahnhof von Bierge kommen.
Seid pünktlich.
Ich rufe die Telefonzelle am Parkplatz an
und sage euch, wo ihr mir das Geld übergebt.
Kommt alleine, aber nicht ohne das Geld.
Versucht nicht, mich reinzulegen. Sonst rufe ich die Polizei.
Das Päckchen wurde vor drei Tagen in Bierge abgeschickt.
Als Absender steht drauf "Daniel Garrido".
- Hast du dort das - Ja, sieht aus wie die Stelle.
Señor Doria, ist Ihnen der Mond aufgefallen?
Wir haben heute Nacht einen riesigen Vollmond.
Genauso groß wie das Loch in Ihrer Geschichte.
Ich war noch nicht fertig.
Woher hat der Mann von dem Sumpf gewusst?
Noch ehe das Auto sank, hörte ich ein Geräusch.
Was, wenn es nicht nur ein Hirsch war?
Vielleicht hat er Laura nicht geglaubt.
Zum Glück ist niemand verletzt worden.
Danke.
Vielleicht hat er Verdacht geschöpft, sich dann versteckt und uns beobachtet.
Klar. Ich verstehe Ihr Problem.
Sie versuchen, von Daniel Garridos Tod abzulenken.
- Bitte? - Der Fremde wollte Geld.
Wenn wir uns auf die Erpressung konzentrieren
und den armen Jungen vergessen, dann wirken Sie unschuldiger.
Haben Sie eine bessere Idee?
Ich stelle Ihnen drei Fragen.
Können Sie nur eine davon beantworten, bleiben wir bei Ihrer haarsträubenden Story.
Erstens:
Warum schickt er Ihnen eine Nachricht, die ihn belastet?
Zweitens: Warum nahm der Mörder das Geld nicht mit?
Drittens: Wie kam er unbemerkt wie ein Geist in das Zimmer hinein und wieder hinaus?
Sehen Sie?
So geben Sie dem Staatsanwalt genau das, was er will.
Zusammenhanglosen Mist, der jeden Anschein zunichte macht,
sie hätten eine stichhaltige Geschichte.
Fangen Sie nicht wieder damit an!
Überraschen Sie mich lieber mit einer Antwort.
Gut. Ich sage Ihnen, was Ihrer Erzählung nach passiert sein könnte.
- Bitte. - Beginnen wir am Bahnhof.
Sie sagten, dass Sie der Erpresser genau um 17 Uhr angerufen hat.
Es ist 17 Uhr. Das muss er sein.
Wir sollten nicht zusammen gesehen werden.
- Ja? - Ich warte auf euch im Hotel Bellavista.
Ihr könnt es nur mit der Bahn erreichen, die durch das Tal fährt.
Ich habe Zimmer 715 für euch reserviert.
Noch etwas: Leg dein Handy in den Mülleimer neben dir.
Dann steigt in den Zug, der auf Gleis 1 steht.
Wenn du das Handy nicht dalässt, findet die Polizei Daniel Garridos Leiche.
Ich geh mal fragen. Warte hier, okay?
- Guten Tag. - Guten Tag.
Ich habe reserviert. Zimmer 715 bitte.
Ja. Auf den Namen Adrián Doria?
Füllen Sie bitte dieses Formular aus. Ich hole Ihren Schlüssel.
Hat dich jemand gesehen?
Gibt's weitere Instruktionen?
Wir müssen warten.
Was ist?
Er hat mir gerade eine SMS von deinem Handy geschickt.
Das ist eine Falle.
Los, gehen wir.
Adrián?
Ich weiß nicht, wo er ist. Es war wirklich nicht meine Schuld. Ich
Moment mal. Moment.
Sie glauben, es war Tomás Garrido?
Sie etwa nicht? Das ist eine plausible Möglichkeit.
Das könnten wir dem Richter verkaufen.
Tomás Garrido hat ein überzeugendes Motiv, um einen Mord zu begehen.
Wenn ein Vater weiß, die Polizei schützt die Mörder seines Sohnes,
bleibt ihm nur, sie selbst zur Rechenschaft ziehen.
Einen der beiden umzubringen, um den anderen zu belasten.
Ganz genau. Und es hat perfekt funktioniert.
Alle halten Sie für schuldig, Señor Doria.
Die Polizei, Ihre eigene Frau und auch Ihre Geschäftspartner.
Tomás Garrido hat Ihnen nicht nur einen Mord angehängt.
Er zerstörte auch Ihr Leben und Ihre Firma.
Und nur Félix konnte Sie auf Kaution aus dem Gefängnis holen.
Sie beide erfanden diese Verschwörung.
Und mich engagierte er, um zu prüfen, ob die Geschichte standhält.
Ihr Anwalt wusste, dass ich, wenn mich Ihre Geschichte überzeugt,
auch die Geschworenen überzeugen könnte.
Sie haben jemanden, der mir die Worte in den Mund legt?
Sie ist die Beste darin, Zeugen vorzubereiten.
Sie ist seit 2 Wochen in Rente, nimmt aber noch einen letzten Fall an.
Und ich kann dir versichern: Sie will nicht verlieren.
Der einzige Weg, um zu beweisen, dass Sie Ihre Geliebte nicht ermordet haben,
ist, Tomás Garrido mit hineinzuziehen.
Und das bedeutet, zuzugeben, was mit seinem Sohn passiert ist.
Aber das erklärt nicht, wie er unbemerkt aus dem Zimmer gelangen konnte.
Denn als ich zu mir kam, war da niemand.
Helfen Sie mir!
Sind Sie vertraut mit dem Konzept des Querdenkens, Señor Doria?
Man verändert die Perspektive, aus der man die Ereignisse analysiert.
Ein Beispiel:
In einer leerstehenden Holzscheune
wird am Hauptbalken ein erhängter Mann aufgefunden.
Das Seil ist 3 m lang und seine Füße hängen 30 cm über dem Boden.
Die Entfernung zur nächsten Wand beträgt exakt 6 m.
Den Balken kann man von keiner der Wände aus erreichen.
Und trotzdem hat es der Mann geschafft, sich zu erhängen.
Fragt sich nur, wie.
Er hat sich auf einen Eisblock gestellt, der dann geschmolzen ist.
Das hier ist Ihre Holzscheune.
Das ist die Fotoakte der Polizei zu Ihrem Fall.
Die Antwort ist irgendwo in Ihrer eigenen Story zu finden.
Und was sollte ich da sehen?
Die Details, Señor Doria.
Achten Sie auf die Details.
Sie hatten sie schon die ganze Zeit direkt vor der Nase.
Aber Sie müssen sie zuerst aus einer anderen Perspektive betrachten.
Was, wenn die Lösung des Rätsels niemals in dem Hotelzimmer zu finden war,
sondern außerhalb?
Jetzt arbeitet sie in der Nähe von Bierge. 20 Minuten von zu Hause.
Dieses abgelegene Hotel war nicht zufällig gewählt.
Tomás Garrido hat Sie in die Falle laufen lassen.
Er könnte Ihnen das Päckchen geschickt haben,
um abzuwarten, wie Sie das Puzzle falsch zusammensetzen.
Während Sie nicht ahnten, was in Wirklichkeit vor sich ging.
Denn nur so konnte er Gewissheit
über die Verbindung zwischen Ihnen und Raquel erlangen.
- Ja? - Ich warte auf euch im Hotel Bellavista.
Aber der Sumpf?
Die Gegend, in der Sie ihn versenkt haben, ist voller Sümpfe.
Das wissen die Einheimischen.
Tomás Garrido musste doch nur einen Köder auswerfen
und warten, dass Sie anbeißen.
Und das haben Sie getan.
Ist das, was passiert ist?
Sie haben sich selbst verraten und Laura aufgegeben.
- Guten Tag. - Guten Tag.
Ich habe reserviert. Zimmer 715 bitte.
So konnte Tomás Garrido rein und raus, ohne eine einzige Spur zu hinterlassen.
Alles, was er tun musste, war, in 715 auf Sie und Laura zu warten.
Aus seinem Versteck schickte er die SMS von Lauras Handy.
Er hat mir gerade eine SMS von deinem Handy geschickt.
Dann schlug er Sie K.O., um ungestört zu sein
und das perfekte Verbrechen zu begehen.
Tomás Garrido hat alles vorbereitet, die Sache Ihnen in die Schuhe zu schieben
und mit Hilfe seiner Frau ungesehen wieder zu verschwinden.
Um Sie zu belasten, ließ er das Geld da,
brachte Lauras Handy zurück
und sorgte dafür, dass Ihre Fingerabdrücke auf der Mordwaffe gefunden werden.
Hallo? Alles okay bei Ihnen?
Es waren seltsame Geräusche.
Hallo?
- Guten Abend. - Guten Abend.
- Wo kamen die Geräusche her? - Aus einer Suite. 715.
Bitte machen Sie Platz. Machen Sie bitte den Gang frei!
Polizei!
Gut, machen Sie sie auf.
Machen Sie den Gang frei!
Ruf die Spurensicherung.
Jungs, verständigt die Spurensicherung. Wir haben hier eine Leiche.
Die Mutter des Jungen war der Grund, dass sie uns in dieses Hotel gelockt haben.
Sie musste ihren Mann verschwinden lassen, sodass man mich für schuldig hielt.
Und die Polizei ist nie auf die Frau gekommen,
weil Félix Ihren Namen aus den Ermittlungsakten löschen ließ.
Entschuldigung.
Ja, bitte?
Ganz bestimmt?
Hundertprozentig?
Ich verstehe. Okay. Vielen Dank.
Der Zeuge des Staatsanwalts?
Wir kennen immer noch nicht seinen Namen. Aber wir wissen, wer es ist.
Der Autofahrer.
- Wir müssen uns schnell etwas überlegen. - Ich bin am Arsch.
Noch nicht ganz, wenn Sie auf mich hören.
Angenommen, Sie waren nicht mit Ihrer Geliebten in dieser Ferienhütte.
Sondern in Paris, gemäß Ihrem Alibi.
Laura hat die Hütte gemietet, auf ihren eigenen Namen.
Also waren Sie auch nicht an dem Unfall, bei dem Daniel Garrido starb, beteiligt.
Hallo?
Die Nummerntafel und andere Indizien sind egal.
In Wirklichkeit war es Lauras durchtriebener Plan,
vorzutäuschen, dass der Junge wegen Veruntreuung auf der Flucht ist.
Wir müssen den Richter davon überzeugen, dass Sie nur eines von Lauras Opfern waren.
Und dass Sie nur im Hotel waren, weil sie Sie um Hilfe gebeten hatte.
Vielleicht wussten Sie bis dahin nichts von Daniel Garrido
und der Vater verdächtigt Sie zu Unrecht.
Sie wollen mich zu Lauras Opfer machen.
Jetzt brauchen wir nur noch eine Verbindung von ihr zu Daniel Garridos Leiche.
Und wie stellen Sie die her?
Wir verstecken etwas von Laura in dem versenkten Auto.
Wir müssen sie nur mit Daniels Verschwinden belasten, dann sind Sie aus dem Schneider.
Dann haben Sie nur Ihrer Geliebten geholfen, den Unfall zu verschleiern.
Wo haben Sie's versenkt?
Wir informieren die Polizei anonym.
Sie müssen überhaupt nichts zugeben.
Ohne Leiche kein Verbrechen. Und ohne das
halten die Geschworenen den Mord an Laura Vidal für eine Affekttat.
Wir bleiben sehr nah an der Wahrheit, ohne uns die Finger zu verbrennen.
Ich verbrenne mich spätestens dann, wenn der Staatsanwalt seinen Trumpf spielt.
Der Fahrer wird aussagen, dass ich am Unfallort war.
- Felix konnte ihn nicht auftreiben. - Der Staatsanwalt hat gar keinen Zeugen.
- Wie war das? - Keiner hat sich mit dem Richter getroffen.
Das hab ich alles erfunden. Nur so kam ich an die nötigen Informationen.
Wollen Sie mich verarschen?
Wieso haben Sie mir nicht gleich die Wahrheit gesagt?
Ich wollte Ihre Theorie zu Tomás Garridos unbemerktem Verschwinden hören.
Ich wusste die ganze Zeit, dass er es war.
Es war leicht, herauszufinden, dass seine Frau im Hotel arbeitet.
Warum dann warten, bis ich es Ihnen sage?
Um sicherzugehen, dass ich mein Leben in Ihre Hände legen kann, Señora Goodman.
Wo haben Sie das Auto versenkt?
Hier hab ich es ins Wasser geschoben.
Ich muss Ihnen noch was erzählen.
Ich dachte, er wäre tot. Das schwöre ich.
An dem Punkt gab es kein Zurück mehr.
Eine Obduktion durch die Polizei würde mich verraten.
Sie müssen mir helfen, das zu verhindern.
Ich muss Sie vor dem Gefängnis bewahren, nicht davor, wer Sie sind.
Das ist Schwachsinn, Señor Doria.
Sie werden tun, was ich sage.
Der Junge hätte tot sein müssen. Ich musste mich sofort entscheiden.
Belügen Sie sich doch nicht selbst. Ein Mörder sind Sie!
Ist das wieder einer von Ihren Tests? Um zu sehen, ob ich vor Gericht standhalte?
Was Sie erzählt haben, ändert alles.
Sie sind jetzt in meinen Händen.
Wenn ich diese Informationen vor Gericht ausbreite, sind Sie für immer ruiniert.
Aber das dürfen Sie nicht tun!
Verstehen Sie mich? Das geht nicht.
Genau das will der Staatsanwalt sehen.
Ihre Verzweiflung. Sie war sehr leicht aus Ihnen rauszukitzeln.
Wenn Sie mich beleidigen wollen: Nur zu.
Das will der er natürlich auch sehen, das miese, arrogante Arschloch in Ihnen.
Schluss jetzt!
Sind Sie nicht hier, um mich zu verteidigen?
Dann verteidigen Sie mich.
Ich verspreche Ihnen, meine Erfolgssträhne wird nicht mit meinem letzten Fall abreißen.
Also, von nun an werden wir die Sache auf meine Art angehen.
- Ab jetzt keine Überraschungen mehr. - Es gibt keine.
- Keine? - Keine.
Dennoch denke ich, dass Sie mich nur benutzen.
Sie testen Ihre verfälschten Fakten an mir wie an einem Kaninchen.
Was stimmt nicht?
Vielleicht ist alles so passiert, wie Sie sagen.
Doch was, wenn Sie die Abmachung gebrochen haben, sich nicht mehr zu sehen,
und nicht Laura?
Wie hast du die Polizei überzeugt, dass Daniel abgehauen ist?
Komm in 4 Stunden ins Café vor dem Schrottplatz.
Okay.
- Komm nicht zu spät. - Klar.
Vielleicht haben auch Sie die Geldtasche des Jungen mitgenommen.
Adrián, was ist das?
Der Geldbeutel des Jungen.
Ich steckte ihn ein, als wir den Jungen in den Kofferraum legten.
Sie hatten die Mittel und Kontakte,
den Lauf der Dinge zu beeinflussen, ohne eine Spur zu hinterlassen.
Das ist nicht wahr.
- Sie haben keine Beweise. - Sie auch nicht.
Gehen wir doch noch ein Stück weiter zurück.
Es würde durchaus Sinn ergeben, wenn alles Sie initiiert hätten.
- Was tust du? - Ich ruf die Polizei.
Hör zu. Wir können nichts dafür. Er hat den Hirsch gerammt.
Bist du verrückt?
- Was, wenn er was gesehen hat? - Hat er nicht. Wir müssen ihn loswerden.
Vielleicht war ja Laura in einer Situation, die sie nicht mehr kontrollieren konnte.
Laut diesem ärztlichen Attest litt Ihre Geliebte unter akuten Angstzuständen
seit ihrer Rückkehr von der angeblichen Reise nach Paris.
Auch jemand Herzloses kann mal einen Zusammenbruch haben.
Das ergibt leider überhaupt keinen Sinn, Señor Doria.
Wenn die Frau alles eingefädelt hätte, hätten Sie den Jungen sicher retten wollen.
Aber Sie haben ihn ersäuft.
Die Schuldgefühle machten ihr schwer zu schaffen
und zogen sie immer weiter hinab.
Bis sie erkannte, dass es nur einen Weg gab, ihre Würde zurückzubekommen.
Sie konnte diesen armen Eltern nicht ihren Sohn zurückgeben.
Aber was sie tun konnte, war,
ihnen die Wahrheit sagen.
Sie organisierte ein Treffen in dem Hotel, in dem die Mutter arbeitet.
Ein abgeschiedener Ort, an dem sie ihren Plan ausführen konnte.
Sie fuhr alleine durch das Tal nach Bierge.
Als sie am Bahnhof angekommen war,
rief sie Sie von einer Telefonzelle an, damit Sie keinen Verdacht schöpften.
Jemand weiß etwas.
Sie erzählte Ihnen, der Autofahrer hätte etwas gesehen.
Er hätte sie ausfindig gemacht und würde sie jetzt erpressen.
Auf diese Weise wollte sie diese armen Leute für ihren Verlust entschädigen.
Sie brachte es nicht fertig, die Eltern mit leeren Händen zurückzulassen.
Im Hotelzimmer angekommen, musste sie nur noch warten
und den zweiten Teil ihres Plans in Bewegung setzen.
Vorsichtshalber schrieb sie Ihnen eine SMS und programmierte sie auf späteren Versand.
Laura wusste, dass Sie es nicht zugeben würden.
Weil Sie sich nur um eines scheren. Um sich selbst.
Sie achteten darauf, dass Sie niemand sah, als sie Lauras Zimmer betraten.
Für Laura gab es jetzt kein Zurück mehr.
Und als sie Ihnen von ihrem Plan erzählte, verloren Sie die Fassung.
Als Sie ihre Nachricht lasen, sahen Sie, dass Sie ihr in die Falle gegangen waren.
Ich hab das Zimmer auf dich reserviert.
Wir werden ihnen das Geld geben,
du sagst ihnen, wo ihr Sohn ist
und dann werden wir uns stellen, Adrián.
Es gibt kein Zurück.
Ich hab sie nicht umgebracht. Und ich werde niemals vor Gericht aussagen!
Sie haben sie getötet und waren eingesperrt. Sie konnten aus dem Zimmer nicht fliehen.
Hallo? Alles okay bei Ihnen?
Sie wollten sich mit Lauras Nachricht aus der Affäre ziehen
und überlegten, wie Sie diesen abstrusen Einfall untermauern könnten.
Polizei!
Alles in Ordnung?
Polizei!
Also, gut. Ihr wollt spielen? Dann spielen wir.
Warum haben Garrido und seine Frau nichts gesagt?
Warum sind sie mit Lauras Bericht nicht zur Polizei gegangen?
Weil Sie sich nie belasten würden, indem Sie die Leiche ihres Sohnes preisgeben.
Und ohne Leichnam ist ein Verbrechen nur schwer zu beweisen.
Sie wissen auch, dass Sie alles tun würden, um ungestraft zu entwischen.
Sie würden ihnen sogar noch den Mord an Ihrer Geliebten anhängen.
Kommen Sie mal mit.
Zweites Fenster rechts in der vorletzten Etage.
Sehen Sie genau hin, Señor Doria.
Tomás Garrido vertraut der Polizei schon lange nicht mehr.
Er nimmt das Gesetz jetzt selbst in die Hand. Deshalb beobachtet er Sie.
- Sie stellen Vermutungen an. - Ich weiß mehr über ihn, als Sie denken.
- Woher? - Sie sind doch clever. Finden Sie's raus.
Ich will eine Antwort von Ihnen.
Als Tomás und seine Frau beim Hotel ankamen und von Lauras Tod erfuhren,
wurde ihnen klar, was passiert war.
Sie überlegten, wie die Chancen für eine Verurteilung standen.
Von der Justiz enttäuscht, entschieden sie, ihren Feind zu beobachten und zu warten.
Alles, was sie tun konnten, war, Sie im Auge zu behalten.
Tomás Garrido klebte an Ihren Fersen wie Ihr Schatten.
Er fand ein Apartment gegenüber Ihrer Wohnung
und mietete es unter falschem Namen an.
Von da an hatte er Sie und jeden, der bei Ihnen war, jederzeit im Blick.
Jedes Treffen, jede Unterhaltung, jede einzelne Ihrer Bewegungen,
Tomás Garrido war da, um alles mitanzusehen.
Und selbstverständlich kam er auch auf mich.
Wer war dieser Mann? Und was machte er vor meinem Büro?
Mir wurde klar, dass er Félix gefolgt sein musste.
Ich ließ ihn überwachen, um über seine Schritte auf dem Laufenden zu bleiben.
Also hat er Sie auf mich gebracht und nicht umgekehrt.
Und Sie folgten seiner Fährte zurück zu Daniel Garrido.
Dieses Foto beweist, dass alles so passiert sein könnte, wie ich es sage.
Sie hören nicht zu. Und kümmern sich nicht um die Details.
Die Mutter war in dem Zimmer.
Das habe ich nur behauptet. Sie hatte frei. Sie fuhren hin, um Laura zu treffen.
- Das Foto beweist doch, dass die Mutter - Dieses Foto ist eine Fälschung.
Es ist nur eine Fotomontage.
Achten Sie mal auf den Spiegel.
Und jetzt sagen Sie mir:
Wollen Sie meine Hilfe? Soll der Richter glauben, Sie seien kein Mörder?
- Geben Sie zumindest mir gegenüber zu - Ich geb's zu.
Adrián, sind Sie da? Ihr Handy ist leider aus.
Rufen Sie mich möglichst bald zurück.
Das Wunder, auf das wir noch gehofft haben, ist geschehen.
Rufen Sie ihn an. Das klingt wichtig.
Zehn Minuten Pause, dann fangen wir von vorn an.
Ich weiß schon die richtige Strategie.
Keine Sorge.
Ich muss mal raus, den Kopf freikriegen.
- Haben Sie Kaffee? - Ja.
Gut, den werden wir brauchen. Es wird eine lange Nacht.
Okay.
Señora Goodman.
Danke.
- Félix? - Was war los?
- Mein Handy war aus. Was gibt's? - Ich habe ihn gefunden. Sie waren nie dort.
Können wir ihm vertrauen?
Absolut.
Wie läuft es mit Virginia Goodman?
Ich musste ihr alles erzählen.
- Alles? - Alles.
Was für ein Gefühl haben Sie?
Sie hatten Recht.
Sie ist wirklich gut.
Wir können ihr vertrauen.
Was war das mit der Staatsanwaltschaft? Ich konnte Virginia kaum verstehen.
Ach, alles okay. Sei unbesorgt.
Was zum Teufel war das?
Félix, hören Sie mich?
Adrián, sind Sie noch dran?
Augenblick, ich rufe gleich zurück.
Scheiße.
Keiner hat sich mit dem Richter getroffen.
Der Staatsanwalt hat gar keinen Zeugen.
Das hab ich alles erfunden. Nur so kam ich an die nötigen Informationen.
- Das Foto beweist doch, - Dieses Foto ist eine Fälschung.
Es ist nur eine Fotomontage.
- Sie stellen Vermutungen an. - Ich weiß mehr über ihn, als Sie denken.
- Woher? - Sie sind doch clever. Finden Sie's raus.
Wir wissen, dass unser Sohn nicht mehr lebt.
Wir wollen ihn nur finden und in Frieden beerdigen.
Von der Justiz enttäuscht, entschieden sie, ihren Feind zu beobachten und zu warten.
Daher kennen wir uns auch. Aus einer Theatergruppe.
Wenn ich diese Informationen vor Gericht ausbreite, sind Sie für immer ruiniert.
Sie sind jetzt in meinen Händen.
Adrián, sind Sie da? Ihr Handy ist leider aus.
Alles unter Kontrolle.
Und die Garridos vermuten, dass Sie und Ihre Geliebte ihn getötet haben.
Da sie ermordet wurde, sind jetzt nur noch Sie übrig.
Wo haben Sie ihn versenkt?
Ohne Leiden gibt es auch keine Erlösung.
Und Sie sind nicht cleverer als ich.
Polizei. Kann ich Ihnen helfen?
Señor Doria?
Hier ist Tomás Garrido.
Ich bin Virginia Goodman.
Ich bin der Vater von Daniel Garrido.
Ich möchte Ihnen erzählen, was meinem Sohn zugestoßen ist.
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