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(Musik)
(Musik)
(Musik)
(Musik)
(Musik)
Morgen. -Morgen.
(Musik)
Merkst du das?
Das ist Gänsehaut.
(Musik)
(Sissi) Jetzt du.
(Musik)
Hey, Sissi, da bist du ja.
Ich hab hier Post fĂĽr Otto.
FĂĽr dich auch.
FĂĽr mich?
(Arzt) Kommen Sie, Herr DĂĽrr. Kommen Sie ruhig zu uns.
Setzen Sie sich doch... dahin, Herr DĂĽrr. Da ist noch Platz.
Wie geht's Ihnen denn heute?
Hm? Herr DĂĽrr?
Haben Sie schlafen können?
Wollen Sie heute mal spazieren gehen?
Ich will raus. -Das bereden wir gleich, Herr Kramer.
Jetzt ist erst mal Herr DĂĽrr dran. -Erst mal EKG machen mit dem Typ.
Richtiges schönes EKG und fertig. -Sind Sie hier der Arzt?
Jawohl. -Ist der ScheiĂźe.
(Weinen)
(Arzt) Frau Molke.
Wollen Sie nicht wieder mal an die Luft. Bisschen spazieren.
Mit Sissi vielleicht?
Ich will.
Also, ich auch.
(Musik)
Machst 'n da?
Sport.
Is'n das fĂĽr'n Sport?
Fliegen.
Du fliegst doch gar nicht.
Ich mach mich warm.
Und wann fliegste? -Demnächst.
Bundeswehr.
Warst du mal Soldat?
Haste direkt 'n Einsatz heute. Da hinten kannste dich umziehen.
13,60 die Stunde, halb 3 geht's los. Momentchen mal!
Brauch noch die Papiere.
(Musik)
Leben wir, so leben wir den Herrn.
Sterben wir, so sterben wir den Herrn.
Darum, ob wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.
Wir nehmen Abschied von Frau Marianne Ratke.
Erde zu Erde, Asche zu Asche,
Staub zum Staube.
Hey, Riemer!
Willste mich verarschen? Was soll'n die Heulerei?
Kann nix dafĂĽr. -Wie, du kannst nix dafĂĽr?
Is halt so. -Ah ja? Pass mal auf. Jetzt packst du
deine Sachen und verpisst dich. So was wie dich kann hier keiner br...
Und?
Wieder nix.
Der Job war gut. Hätte ich gern gemacht.
Nicht so schlimm.
Wir brauchen uns bald sowieso keine Sorgen mehr zu machen.
Komm mal.
War beim Katasteramt.
Das sind die Pläne von 1965. Da war so'n Industriehof
mit ganz vielen Kelleretagen. Guck mal, wie tief das ging.
Jetzt pass mal auf.
Ich sag dir, ich sitz da genau drĂĽber.
Da, genau vor'm Tresor. Mein Tresen. -Und?
Wollen wir nun oder wollen wir nicht?
Von Meike? -Hm?
Der Brief. Von der hab ich ewig nichts gehört. Willste gar nicht aufmachen?
Doch, später.
(Song: I'M SORRY)
(Song: I'M SORRY)
Scheiße. Arschlöcher. Wichser, ihr seid doch alle Schleimscheißer.
Schleimt euch doch alle selber voll. -Alles klar. Und tschĂĽss.
Arschlecken, Alter. Ihr könnt mich alle mal lecken! Ich wichs euch einen!
(Song: I'M SORRY)
Gute Nacht. -Sissi, komm.
Nein, ich bin jetzt zu mĂĽde. -Mann, jetzt zier dich doch nich so.
Hör auf. -Sissi, du bist doch mein Mädchen, ja?
Jetzt sei nich so, bitte Sissi! Jetzt komm, jetzt komm Sissi.
Pscht!
Na gut, aber sei leise.
(Stöhnt)
So, jetzt schlafen alle. -Machst du meine Nachtschicht morgen?
Na klar. -Danke.
Gehst du schon? -Ja, bin mĂĽde.
Ich komm mit. Könnt ihr das hier nicht mal machen?
Super. -Super, ach komm jetzt!
Nacht.
Immer noch nicht gelesen? Mann, hast du 'ne Geduld.
Gute Nacht. -Gute Nacht.
(Musik)
Liebe Sissi.
Ich schreibe dir, weil etwas passiert ist. Meine Mutter ist gestorben.
Das ist nicht so schlimm. Sie war alt und ich habe sie eh seit langer Zeit
nicht mehr gesehen. Aber jetzt hat sie mir etwas vererbt. Keine Ahnung, was.
Ich kann den weiten Weg nicht deswegen zurĂĽckkommen. Du bist die Einzige,
der ich das anvertrauen will.
Du musst einfach nur zur Bank gehen und die Dokumente vorzeigen,
die ich beigelegt habe.
DrauĂźen rauscht es,
genauso wie in deiner Muschel, nur lauter.
Wir wollten immer ans Meer wegen deiner Muschel. WeiĂźt du noch?
Und jetzt habe ich's geschafft. Deine Meike.
(Musik, Meeresrauschen)
Liebe Meike. Ich wollte sofort hingehen zu deiner Bank,
aber dann...
(Spannende Musik)
(Spannende Musik)
Hast du 'ne Macke, oder was?
(Spannende Musik)
(Verzerrte Stimmen)
(Sissi) Am Anfang hatte ich gar keine Angst.
Kein GefĂĽhl.
Aber dann, dann kam...
die Stille...
Eigentlich fand ich Stille immer schön,
aber die hier nicht, da fehlte was,
mein Atem.
Hilfe!
(Spannende Musik)
Bodo, wo kommst du 'n her? -Später.
(Spannende Musik)
(Aufgeregte Gespräche)
(Spannende Musik)
(Sissi) Die Luft kam nicht wieder.
DafĂĽr kam der Mann.
Erst hat er gar nichts gesagt.
Nur geguckt.
Keine Luft?
Warte.
Ich komm wieder.
(Spannende Musik)
(Sissi) Am Po hat's gejuckt.
Ich dachte, vielleicht kann ich mich nie mehr kratzen,
wenn er nicht zurĂĽckkommt. -Ich komm wieder.
(Sissi) Wenn er nicht zurĂĽckkommt... -Ich komm wieder.
(Sissi) Wenn er nicht...
Die Männer kommen nicht wieder. Ist 'ne alte Regel.
FrĂĽher gingen sie in 'n Krieg und kamen nicht zurĂĽck. Dann gingen sie
sie zur Demo und kamen nicht zurĂĽck. Heute zur Kur und kommen nicht zurĂĽck.
Das ist 'n ScheiĂźspiel. Aber nicht mit mir.
Und nicht mit dir.
(Sissi) Er kam zurĂĽck.
Pass auf. Ich mach dir jetzt damit
'n Schnitt darein und damit kannste dann wieder atmen.
Ok? Los geht's.
(Spannende Musik)
Atme! Los, atme!
Weiter!
So is gut!
(Sissi) Ich hätte dem Mann gern gesagt, dass sein Schweiß gut riecht.
Ich dachte, vorhin hat er ein Pfefferminz gelutscht.
Das beiĂźt jetzt in meiner Lunge.
Und dann hat er geweint.
Aber ich glaub, er war gar nicht traurig.
Ich dachte, wenn man nicht allein ist,
kann man drauĂźen vielleicht auch glĂĽcklich werden.
Wenn so einer dabei ist.
(Melancholische Musik)
Und dann kam der Tunnel.
Wir setzen jetzt den Tubus ein. Ich ĂĽbernehme auf 3.
1, 2, 3. Und los!
Vorsicht! Die Patientin trifft ein!
Brauchen 3 Einheiten 0Rh negativ! Schnell!
(Musik)
(Musik)
Hey, is was passiert? -Machst du Mittag?
5 Minuten. -Geh schon mal vor.
Und?
Heute war ich nĂĽtzlich. Hab jemanden gerettet.
Ah ja? Wie denn?
Bei so'm Unfall. -Hm. Ich hab noch was anderes gehört.
Schmatt hat angerufen.
Ach so. Musste durch seinen Laden. War 'ne AbkĂĽrzung. War er sauer?
Was weiß ich. Du hörst nun jedenfalls auf mit dem Tankstellenmist.
Ich hab alle Pläne zusammen. -Welche Pläne?
Na, die von dem Saftladen hier.
Bodo, wir steigen da ein, dann gehen wir durch die Kanäle,
mĂĽssen noch 10, 20 Meter graben, dann sind wir drin.
Und dann? -Sind wir weg.
Nach Sydney? -Was dagegen?
Sydney ist genau auf der anderen Seite. Einmal dadurch.
(Musik)
(Musik)
(Musik)
(Musik)
(Sissi) Nach 53 Tagen haben sie mich schon wieder rausgelassen.
Der Arzt hat gesagt, das ist ein Wunder.
Aber der Mann war verschwunden.
Alles ok?
Sie kommt.
Sie kommt. Sie kommt, sie kommt! -Kommen Sie auch bitte.
Herr Rummenhöller, wollen Sie nicht auf Sissi warten?
Ach, Frau Molke! Was soll denn das? -Keine Zeit, den ganzen Tag zu warten.
Alles klar und tschĂĽss.
Sissi!
Na, mein Schneckchen?
Komm, du bist die First Lady heute.
Sissi. Sissi!
Hallo. -Hallo.
Hallo. -Na, mein Mädchen!
Ich dachte, du wärst tot.
Ich bin gerettet worden. -Was'n jetzt mit den Kuchen da?
Na, ich wĂĽrd sagen, zuerst kriegt Sissi mal 'n StĂĽck. Welchen willste?
Egal. Irgendeins. -Sissi, das ist jetzt wirklich...
Also, wir... Ich freu mich wirklich, dass... Also, ich hab...
wir haben... Also, ich hab... -Ich freu mich auch, Werner.
Du musst doch nicht sterben?
Aber nein. -Nicht hier drin,
das ist Leichengift, das ist nicht gut.
Alles ok, Sissi?
Entschuldigung. Ich muss erst mal zu mir.
Hey, was ist denn? Alles ok?
Soll ich mitkommen? -Entschuldige.
(Sissi) Meike,
ich weiĂź selbst nicht, was mit mir los ist.
ich hoffe, du hast dir nicht zu viele Sorgen gemacht.
Morgen werde ich gleich zur Bank gehen.
Wenn ich nur nicht immer an den Mann denken mĂĽsste.
(Dramatische Musik)
(Dramatische Musik)
(Dramatische Musik)
Bodo!
(Dramatische Musik)
Du hast Angst.
Ja.
Ich komm wieder. Alle sind da und ich hab Angst,
dass nichts mehr so sein wird wie vorher.
Nein, du hast Angst, dass alles wieder so sein wird wie vorher.
Ich glaub, ich muss ihn wieder finden.
Kannst du mir helfen?
(Otto) Bumm.
Und dann?
(Verkehrsgeräusche, Sirenen)
Da. Da!
Da kam er her? Biste sicher?
Da.
Komm.
Entschuldigung -Jo.
Haben Sie am 30. Mai gearbeitet?
Wer will 'n das wissen?
Ich. -Aha. Und der da?
Was is mit dem? -Will der das auch wissen, he?
Er auch.
Was weiĂź ich. Ist ja schon ewig her. -Wiedersehen.
Wiedersehen.
Sie können sich vielleicht ganz gut an den Tag erinnern. Draußen an der Ampel
war ein Unfall. -Möglich. Was haben Sie damit zu tun?
Ich bin ĂĽberfahren worden. -Ach ja?
DafĂĽr sind Sie aber gut beieinander. -Ja. Der Arzt sagt, es ist ein Wunder.
Schön für Sie. -Als das passiert ist, da kam ein Mann
aus Ihrem Geschäft und hat mir das Leben gerettet.
Er hat kurze, dunkle Haare und...
er trug so ein Bundeswehrhemd
mit solchen Knöpfen und...
so schwere Armeestiefel.
Kenn ich nich.
Mahlzeit. -Hier, heute Morgen gekommen.
Is alles drin? -Alles drin.
(Gewehr wird durchgeladen)
Riemer.
Na, dann. Bis die Tage. -Bis die Tage.
Da!
Riemer. Der Mann da.
Pass auf. Schnapp dir den Doofen und hau ab. Ihr 2 geht mir auf die NĂĽsse.
Was... -Raus hier, ab.
Aber er ist doch auf dem Foto! "Riemer" steht auf der Uniform.
Sie mĂĽssen ihn doch kennen! -Den kenn ich nicht! Schluss jetzt!
(Unverständlich)
(Stöhnt)
Ich sage, Sie haben ihn geschlagen, Sie wollen keine Blinden hier haben.
Ich werde die Polizei rufen und er wird alles bestätigen, was ich sage.
Sie haben keine Zeugen und egal was Sie sagen, man glaubt Ihnen nicht.
Man wird ihm glauben.
(Dramatische Musik)
(Musik)
(Musik)
(Musik)
(Musik)
Nicht so fest.
(Musik)
(Unverständlich)
Hey!
Hey, hey, locker! Komm, komm, komm, komm! Hey.
WeiĂźt du noch?
Und?
Das hat wehgetan.
(Bodo) 'tschuldigung.
Bist du traurig? -Was willst du?
Ja, was willst du?
Ich wollt dich wieder sehen.
Ich dich nicht.
Wiedersehen.
(Melancholische Musik)
(Melancholische Musik)
Werner, hast du mich...
(Sissi) Und?
Was war?
Ansage.
Ansage von oben? -Von ganz oben diesmal.
Sollen wir dich fixieren? -Da wollt ich doch drum bitten.
So, gleich fertig.
Es müsste doch noch mal geöffnet werden.
Nein. -Doch. Das ist wichtig.
Warum denn? -Ich muss die Zähne einschlagen.
Alle! -Meine Zähne?
Nein, Werner, das musst du nicht. Das weiĂźt du ganz genau.
Ja, 'tschuldigung. Bitte sehr.
Nacht, Werner.
(Filmmusik aus dem TV)
Willst du die Sonne?
(Filmmusik)
(Walter) Hallo? -Hallo.
Das geht so nicht.
Er ist nicht da. -Ich gehe nicht weg.
Prost.
Wie heiĂźt 'n du?
Simone.
Walter. -Sissi.
Wo ist er? -Bodo? Kommt gleich.
Seid ihr Freunde? -BrĂĽder.
Seht euch gar nicht ähnlich. -Nein.
Dein Bruder, ja? Was hat er denn?
Der is nix fĂĽr dich.
Warum?
Genug Probleme. Du bist eins zu viel.
Warum?
Weil du 'ne Frau bist.
Hat er was gegen Frauen?
Nein.
Doch.
Warum?
WeiĂź nicht. Vielleicht, weil seine tot ist.
Seine Frau?
Ach so.
Warum ist sie tot?
War so 'n Unfall auf 'ner Tankstelle, was geht dich das an?
Nichts.
Bodo war auf 'm ScheiĂźhaus. Sie tankte und das Ding ist in die Luft gegangen,
irgendwie.
Bodo kommt vom Klo, alles weg, verbrannt, die Frau auch.
Eigentlich ist er immer noch drauĂźen an der Tanke, sitzt auf 'm Topf,
wartet drauf, dass das alles nicht wahr ist,
dass er vom Klo runterkommt und alles ist gut, so wie vorher.
Deshalb muss er auch hier weg.
Ganz weg von hier. Raus aus 'm Klo.
In 'n anderes Land?
Wieso bist 'n eigentlich so hinter ihm her?
Was 'n hier los?
Du hast Besuch.
Geh duschen.
Was willst du?
Ich kann nicht mehr gut schlafen wegen dir.
Wenn ich schlafe, träum ich von dir. -Bist du bescheuert?
Kennst mich doch gar nicht. -Nein. Aber ich muss wissen,
ob es was bedeutet, dass du an dem Tag unter dem Lastwagen warst oder ob es
nur einfach Zufall war.
Ich will wissen, ob sich mein Leben ändert und ob du der Grund dafür bist.
Komm.
TschĂĽss.
(Sissi hämmert gegen die Tür)
Was denn? Was denn! He?
Hau ab! Hau endlich ab!
Aber warum denn?
Hey, hey. Schluss. Schluss damit.
Geh. Verschwinde.
Machst du denn? Was 'n los mit dir?
(Melancholische Musik)
(Melancholische Musik)
(Melancholische Musik)
(Melancholische Musik)
Walter?
Wo ist Walter?
(Er weint)
(Walter) Bodo!
Muss bald mal losgehen, ne?
Morgen wird alles anders, Bodo.
(Melancholische Musik)
Was kann ich fĂĽr Sie tun? -Ich hab hier so'n Papier wegen...
Weil...
Hallo?
Soll ich...
Ich frag mal nach, ja?
(Musik)
Mahlzeit. -Mahlzeit.
Das ist ein Dokument, das Sie befugt, ein Postfach hier zu öffnen.
Gut. -Dann brauch ich nur Unterschriften.
(Musik)
(Musik)
So, das geht jetzt alles ganz schnell. Ihr bewegt euch einfach gar nicht.
Nur hinsetzen. Genau da, wo ihr seid.
Hinsetzen!
Da hinten anlehnen. Genau.
Du auch. Hinsetzen.
Jetzt drĂĽckste ihm das unter die Nase.
Komm, mach, mach, mach, mach!
Mach, Mann, mach!
Fester. Fester!
Jetzt bei ihm.
So, weiter geht's.
Ja, hier. Hier, die 619. Bitte.
Danke.
(Musik)
Ok.
(Musik)
(Alarm)
(Ansage) Meine Damen und Herren, Sie verlassen besser das Gebäude.
Bitte begeben Sie sich in aller Ruhe zum Hauptausgang.
(Musik)
Was hast du davon? Hm?
Willst du 'n Held sein?
Wenn du ein Held bist, dann schieĂź!
Bring mich um.
ErschieĂź mich.
(Musik)
Danach ist alles anders. Dann hast du jemand umgebracht.
Dein ganzes Leben ist dann anders.
Aber das willst du nicht. Und wir wollen dich auch nicht umbringen.
Wir wollen nur hier raus. Ok?
Deshalb tust du's nicht.
Du tust es nicht. Tust es nicht.
(Musik)
Stehen bleiben! Hände hoch!
Nicht bewegen! Nicht bewegen, sag ich!
Stehen bleiben. Stehen bleiben, sag ich!
Was ist? Weg!
Hau ab! Mensch, hau ab! Was willst du denn jetzt?
Das geht nicht. Sie mĂĽssen die Pistole wegtun.
Was?
Sie können jetzt nicht schießen. Das ist nicht der Plan.
Verstehen Sie?
Bitte.
Bitte. Bitte...
Nein! Lass das!
Bitte...
(Stöhnen)
Lass uns abhauen.
(Walter stöhnt vor Schmerz)
Komm, hilf mir. Schnell!
(Klopfen)
Komm, fass an.
Fahr ins Krankenhaus. -Was? In welches Krankenhaus?
In irgendeins, Mann! Fahr Mann, fahr! -Und das Geld?
Alles wird gut, alles wird gut. -Is nich so schlimm.
(Bodo) Hallo? -Hallo. Hallo?
Hallo?
Hallo? Hey, du! Komm mal!
Hier. Der Mann ist schwer verletzt. -Was hat er denn?
Das siehste doch. Der blutet wie Sau, hat 'n Bauchschuss.
Mann, mach! Hol 'n Arzt! Schnell! -Wirklich, das ist sehr eilig.
Moment. -Mach!
Hey.
Du musst runter kommen.
Was?
Vom Klo.
Komm runter. -Ok, mach ich.
Du musst jetzt einfach ganz ruhig liegen bleiben, ja?
Der Arzt, der kommt dann gleich. Einfach nur liegen bleiben.
Da kommt schon der Arzt.
Schusswunde?
Wie lange ist das her? -20 Minuten.
Ok, alles klar. Fertig machen fĂĽr die 7. Holen Sie mir den Dr. Schalk.
(Melancholische Musik)
Was willste jetzt machen?
Verstecken. Irgendwo.
Setz dich doch.
(Melancholische Musik)
Kann ich mal sehen?
Die kenn ich. Die ist tot.
Woher weiĂźt du das?
Ich hab sie beerdigt.
Es ist wichtig, dass Sie raus kommen. Zweimal pro Tag ist Minimum.
Wir sind momentan alle angespannt. -Jawoll, Herr Chef.
Wir mĂĽssen auch ĂĽber die Probleme reden.
Ich hab Sissi ausdrĂĽcklich gebeten, heute wieder dabei zu sein.
Möchte jemand etwas zu diesem Thema sagen?
Ja, ich, also... -Herr DĂĽrr?
Also, ich wollt mal so sagen... Zu dem Problem, also...
so im Ganzen...
Hallo?
Aha. -Mann, hör auf mit dem Scheiß "Aha"!
Alles klar, jawoll, Herr Chef.
Was bist du denn fĂĽr einer? He? Was bist du denn?
Bist du was? -Wo bin ich 'n hier?
Jaja, is klar, alles klar, du bist... Logisch, ins Krematorium...
(TV) Bei einem Ăśberfall auf einen Geldtransport in Wuppertal wurden am
gestrigen Nachmittag 3 Beamte leicht verletzt. Die Täter gruben einen
Tunnel zum Keller der belieferten Bank und ĂĽberraschten die Geldboten bei der
Auslieferung. Ein Wachpolizist schoss auf die fliehenden Diebe
und verletzte einen von ihnen schwer. Die Räuber entkamen, allerdings ohne
die Beute mitzunehmen. Wenig später wurde in der nahe gelegenen Notaufnahme
eines Krankenhauses der verletzte 2. mutmaßliche Täter zurückgelassen.
Der 40-jährige Mann erlag jedoch kurz Zeit später den Verletzungen, die er
sich bei der SchieĂźerei zuzog. Die Polizei fahndet nun nach dem...
(Schreit)
(Schreit)
Runter!
(Schreit)
(Lautlos)
(Arzt) Spritze! Schnell!
(Schreit weiter)
(Arzt) Alles klar. Jaja, schau 'n mer mal.
Niemand. Auf keiner Station fehlt einer.
Vielleicht ein Selbstmelder. Wollte sich einliefern und rastete dann aus.
Wenn er sich beruhigt, red ich mit ihm. -Der ist schon ruhig.
Hat 'ne Ladung Benperidol gekriegt. -Sag mal, kennst du den?
Sissi?
Nein.
Ja, Kupfer hier. Stellen Sie mal eben durch?
Na, mein Freund?
Wieder beruhigt?
(Musik)
So, kommen Sie.
Setzen Sie sich erst mal hier her.
Darf ich dableiben? -NatĂĽrlich. Was ist denn hier los?
Gehen Sie von der TĂĽr weg. Frau Molke, Herr Steinkohl, Herr Kramer, bitte.
Sie mĂĽssen alle ihre Medizin nehmen! -Jawoll, Herr Chef.
So, rĂĽber, bitte. Ich muss auch mal durch. Danke.
Was mach ich hier? -Sag einfach gar nichts, ja?
Tu so, als erinnerst du dich an nichts. Nicht mal an deinen Namen.
Dann kannst du erstmal hier bleiben. -Ist doch sowieso egal.
Nichts ist egal.
So.
Wollen Sie auch?
Wissen Sie, wo Sie hier sind?
Sie befinden sich in der geschlossenen psychiatrischen Abteilung Birkenhof.
Ich bin Stationsarzt Thomas Kupfer. Wie ist denn Ihr Name?
Können Sie mir Ihren Namen sagen? Hm?
Wie sind Sie denn hier reingekommen? Wissen Sie das noch?
Hören Sie mich. Hallo? Hören Sie mich überhaupt?
Aha.
Warum weinen Sie?
Hm? Sagen Sie mir es doch? Warum weinen Sie?
Ich weine ĂĽberhaupt nicht. -Nicht? Aha.
Aber ich kann es doch sehen. Doch, ich sehe sehr genau, dass Sie weinen.
Ich weine nicht. Das ist nur eine Drüsenstörung. Die ist vererbt.
Aha. Sie wissen, dass Ihre Familie eine Drüsenstörung hat.
Sie wissen aber nicht, wie Ihre Familie heiĂźt.
Ich glaub Ihnen nicht, dass Sie nicht traurig sind. Sie sind sehr traurig.
Haben Sie Alkohol getrunken?
Als Sie heute Morgen den Fernseher kaputt gemacht haben, wie kam das?
Hat Ihnen das jemand befohlen?
Gab es Stimmen, die Ihnen das gesagt haben?
Ohne Papiere können wir Sie nicht nach Hause bringen oder jemanden anrufen.
Dann bleiben Sie hier und warten, bis das Sozialamt kommt. Wollen Sie das?
Wollen Sie wirklich hier bleiben?
So, hier können Sie sich erst mal ausruhen.
Sissi, beziehst du noch das Bett? -Ja.
Ich komm dann später noch mal vorbei.
So, jetzt wollen wir den jungen Mann sich mal ausruhen lassen.
Was gibt's denn da zu gucken?
Wir werden alle sterben.
Ja, ja.
(Musik)
Was machst 'n du da?
Du riechst gut.
Sag mal, von welchem Stern kommst du eigentlich?
Von hier. -Wie von hier?
Ich bin hier geboren.
Hier in der Klapse?
Und deine Eltern?
Meine Mutter ist tot. Der ist ein Föhn in die Badewanne gefallen.
Und mein Vater ist da drauĂźen.
Wie meinst du das?
Einer von denen.
Von den Irren? -Sissi! Sissi!
Sissi!
Hör mal. Ich muss mal mit dir reden! Das muss jetzt sein!
Was denn? Was denn? Was willst du?
Kann ich mal meine Ruhe haben?
Könnt ihr mich einmal 5 Minuten alleine lassen?
Sissi, Sissi! -Du auch!
Du bist doch gar nicht alleine!
(Melancholische Musik)
Die hängen an dir.
Walter ist tot.
(Stottert) Der Kleine macht sich selbst fertig.
Scheiße! -Otto, hör auf mit dem Mist!
ScheiĂźe!
(Schwester) Hör auf!
ScheiĂźe. ScheiĂźe. Mach auf! -Otto, mach den Mund auf!
Was soll denn der Mist?
Ok.
Ok. Ok. Ok.
Ha! Otto... -ZurĂĽck, bitte.
Hallo! Vorsicht, bitte.
Und weg. So, Vorsicht, aus der TĂĽr raus.
(Kupfer) Wir mĂĽssen im Augenblick ganz besonders aufpassen.
Alle sind so angespannt. Lieber einer mehr in die Nachtschicht diese Woche.
Und alle gefährdeten Patienten müssen nachts isoliert werden. Der Neue auch.
(Musik)
(TV) Wir haben jetzt noch Meldungen zu dem Bankraub in Wuppertal. Inzwischen
haben sich die Anzeichen verdichtet, dass der mutmaßliche zweite Bankräuber
ein Mann namens Riemer ist. Er ist 31 Jahre alt, 1,78 m groĂź
und trägt dunkle, kurze Haare. Dieses Foto ist etwa 5 Jahre alt.
AuĂźerdem gesucht wird eine junge Frau, die offenbar bei dem Ăśberfall in der
Bank eine Wachposition übernommen hatte und später in das Geschehen
gewaltsam eingriff. Von dieser Frau gibt es ein Phantombild. Sie ist
Anfang/Mitte 20, ungefähr 1,70 m groß und hat mittelblondes, halb langes Haar.
Hinweise nehmen Polizei-Dienststellen entgegen. Und zum Wetter:
Morgen wird es sonnig, heute Nacht ziehen noch lockere Wolkenfelder ĂĽber
das Bergische Land, es bleibt aber trocken, die Temperaturen sinken bis
morgens auf 15 bis 13°, tagsüber sieht es anders aus, die Werte steigen
auf 20° an, es gibt die eine oder andere Wolke, sonst bleibt es trocken.
(Musik)
Hör zu.
Du musst dich entscheiden.
Entscheiden?
Ich werde weggehen. Du kannst mit mir kommen.
Warum wir beide?
Ich hab geträumt.
Wir waren zusammen im Traum.
Wir waren Bruder und Schwester,
Mutter und Vater, Frau und Mann.
Und wir beide waren beides.
(Bodo) Du bist verrĂĽckt.
Ja, natĂĽrlich.
Vielleicht ist alles falsch. Aber ich dachte, es ist GlĂĽck.
Ich glaube nicht ans GlĂĽck. -Du hast zu viel Pech gehabt.
Was weiĂźt du denn von meinem Pech?
Ich weiĂź 'n bisschen. Ich weiĂź von der Tankstelle.
Ich weiĂź von deiner Frau. Ich weiĂź von dem Unfall.
Es war kein Unfall.
Es war ein Streit. Irgendeiner.
Der was weiĂź ich wie vielte...
(Lautlos)
(Lautlos)
(Lautlos)
Polizeirevier 17. -Ja.
Hallo, hier ist die Klinik Birkenhof. Station 5. Wir haben den Bankräuber
hier von der Sparkasse. Versteckt sich hier.
Sind Sie da sicher? -Ja, ganz sicher.
Wie ist denn Ihr Name, bitte? -Steinkohl, vom Nachtpflegedienst.
Dauert 'n Moment. Können Sie den Mann festhalten?
Ja, kein Problem. Er ist tot.
(Spannende Musik)
Sissi, was denn passiert? -Ich brauch dein Auto.
Jetzt gleich.
(Spannende Musik)
(Maria) Ihr habt doch gar kein Geld. Soll ich dir was geben?
Ich hab 'n bisschen. -(Sissi) Hast du keine Angst?
(Spannende Musik)
Hier, steht in der Halle mit den Rettungswagen. Aber kaum Sprit drin.
Is egal. -Wo wollt ihr denn hin?
Weit weg. -Oh Gott, Sissi. Bist du sicher?
Ja. Ich komm nicht wieder.
(Spannende Musik)
(Klacken)
Was machst du denn hier?
Was willst du denn hier?
(Spannende Musik)
(Spannende Musik)
Was ist denn? Was ist denn passiert?
Sissi?
Alles ok?
(Spannende Musik)
ScheiĂźe.
Toaster?
Ja!
Steinkohl. Das ist doch Steini!
'n Abend. -'n Abend.
Wir hätten 'n Bankräuber hier. -Hey, guck mal, da oben is einer.
Da, auf'm Dach.
Du bleibst hier unten. Zeigen Sie uns den Weg nach oben. Schnell!
Steini.
Ja, ja. Sauber in die line.
Sauber in die line. Ja!
Warte mal.
Ja? Ja! Ja? Ja! Ja!
Ich meine, manche Sachen mĂĽssen eben klargemacht werden. Ganz klar.
Sauber in die line, ja, sauber in die line, ja. Ich meine...
Was soll der ScheiĂź? Is doch eh alles so fucking stiff hier, ja,
so fucking stiff. Is ĂĽberhaupt kein Dancing mehr hier. Ich meine...
Ich lass nicht locker, nee... Ich lass nicht locker, ich muss...
Muss, ja, ich lass nicht locker. Sorry, ja, tut mir Leid.
Ist klar, es ist klar, manche Sachen mĂĽssen eben klar gemacht werden.
Was soll der ScheiĂź, ist eh so fucking stiff, ja, line bringen,
line bringen, tut mir echt Leid, ja,
tut mir echt Leid, tut mir echt Leid. -Warum hast du das gemacht?
Bitte, Sissi, du musst das verstehen! Ich muss dir das klar machen!
Ja! -Warum hast du das gemacht?
Ich kann ja springen.
Hallo! Hallo, Sie!
Sissi!
Nicht bewegen, wir kommen zu Ihnen. -Was is?
(Steinkohl) Sissi.
Is klar. Ich springe und die Sache ist klar.
Ja?
Wir kommen zu Ihnen.
Du springst ja doch nicht.
Komm.
(Spannende Musik)
Nein!
(Spannende Musik)
(Musik)
(Musik)
Alles klar.
Die denken, ihr seid schon abgehauen.
(Musik)
(Musik)
Was denn? -Tank ist leer.
(Musik)
Wirklich?
Genau hier.
(Melancholische Musik)
FĂĽnfzig...
Und zwanzig. Danke, tschĂĽss.
(Melancholische Musik)
(Melancholische Musik)
(Melancholische Musik)
(Melancholische Musik)
Komm schon.
Und was mach ich jetzt?
TschĂĽss.
(Musik)
(Musik)
(Musik)
(Musik)
Was war denn?
(Musik)
(Musik)
(Musik)
(Musik)
(Musik)
(Musik)
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