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.
* Musik *
Hallo, mein Name ist Linus. Ich bin 11 Jahre alt.
Ich mache Wasserspringen seit 6 Jahren.
Im Wasserspringen springt man von verschiedenen Höhen
und macht verschiedene Figuren.
Ich mache jetzt eine Schraube rückwärts,
dann eine halbe Schraube in der Luft mit einem 1,5 vorwärts.
Mir steht gerade ein Wettkampf bevor,
meine ersten Deutschen Meisterschaften.
Das ist der wichtigste Wettkampf für mich für die 6. Klasse.
Ja, das ist mir sehr wichtig, dass ich da vorne mitspielen kann.
Guten Morgen.
Ich habe zwei Brüder.
Der eine ist 8 Jahre alt, heißt Lasse.
Dann habe ich noch einen ganz kleinen, der heißt Jesper.
Der ist fast drei.
Bitte schön. - Danke.
Ich trainiere jeden Tag in der Woche, manchmal sogar zweimal.
Heute fahre ich morgens direkt zum Training.
Tschüss. - (Papa) Tschau.
Ein typischer Dienstag: Wir kommen um 8 Uhr zum Training.
Dann haben wir drei Stunden Schule und dann wieder Training.
Dann da noch mal Serien für die Deutschen Meisterschaften
und abends noch mal Krafttraining.
Dann sitze ich hier zu Hause und will nur noch schlafen.
Das ist mein Freund Hendrik.
Mit ihm mache ich Synchronspringen.
Wir sind in einer Trainingsgruppe.
Das ist Herr Büchner, unser Trainer.
Ich mag ihn. Er ist ein lustiger Trainer.
Wirklich? - Ja.
Bevor wir ins Wasser gehen,
machen wir Übungen zum Warmwerden der Muskeln.
(Trainer) Gut, ihr "Schnubbis". Dann ab ins Wasser!
Manche Sprünge haben besondere Namen,
wie zum Beispiel "Auerbach" oder "Delfin".
Jetzt mache ich einen Kopfsprung rückwärts gehockt.
Wo springst du hin? - Nach da?
Wo sollst du hinspringen? - Nach da?
Komm, eine Vorübung. Wir machen es mit Kerze.
Schieb!
Genau, schräg nach vorne bitte. Die Richtung ist besser.
Beim Wasserspringen ist es wichtig,
dass du Körpererfahrung hast, dass du mit dem Körper umgehen kannst.
Es ist wichtig, dass du dich über deine Ängste hinausstellen kannst.
Das heißt, dass du dich überwinden kannst, das und das zu tun.
Das ist sehr wichtig beim Wasserspingen.
Ich übe gerade meinen 2,5 rückwärts gehockt.
Den zeige ich in Dresden bei meinen ersten Deutschen Meisterschaften.
Das ist einer meiner Kür-Sprünge und mein schwierigster Sprung.
Erst nochmal mit Ruf und Blase.
Bleib schön vorne mit der Schulter.
Wenn wir schwierige Sprünge machen, dann besteht die Gefahr,
der könnte drüber gehen oder zu flach gehen.
Dann tut es weh. Dann machen die Trainer diese Blase.
Das ist Luft, die nach oben aufsteigt.
Du kannst. ... Druck! ... Hopp!
Wenn du da einen Rücken- oder Bauchklatscher machst,
tut es nicht mehr weh.
Richtung war gut.
Leicht hinten mit der Schulter, aber nur minimal.
Gehechtet, mega gut. Wir machen mal ohne Blase.
Dann hast du unten Zeit dich lang und fest zu machen.
Oben kommst du nicht richtig mit dem Arm hinter die Ohren,
weil du schon so weit weg bist mit der Schulter und dem Kopf.
Aber dafür, dass wir noch 4-5 Wochen Zeit haben, völlig in Ordnung.
Einverstanden. Sehr zufrieden.
Ich kam zum Wasserspringen, weil ich immer einen Oma-Tag hatte.
Wir gingen hier immer schwimmen.
Dann habe ich immer genau hier mein Brötchen gegessen
und konnte super auf den Turm gucken.
Irgendwann habe ich gesagt: "Genau das möchte ich machen!"
Dann haben mich meine Eltern da angemeldet.
Dann hatte ich ein Probetraining und bin ich hier.
Am Anfang stand ich vorm Beckenrand und machte eine Arschbombe rein.
Jetzt stehe ich auf dem 7-Meter
und mache einen 1,5 rückwärts mit einer halben Schraube.
Es wird immer besser, man kommt immer weiter.
Das ist eine coole Entwicklung, wenn man darüber nachdenkt.
* Musik *
Der Moment vom Eintauchen ist einfach mein Lieblingsgefühl,
weil du merkst, jetzt ist der Sprung gleich zu Ende,
aber du ziehst weiter noch und machst dich immer noch fest.
Erst unter Wasser lässt du locker und machst "puh".
Das macht mir immer sehr viel Spaß, finde ich cool.
Zum Training gehören auch immer ein paar Übungen im Trockenen.
Wir nennen das "Landtraining".
Meistens fangen wir mit Aufwärmübungen und Dehnungen an.
* Musik *
Diese Übung ist relativ unangenehm, weil das viel dehnt.
Aber wir brauchen sie dafür,
weil wir damit besser in die gehechtete Ausführung kommen
und dadurch mehr Saltos machen können.
Beim "Landtraining" trainiert man beim Wasserspringen:
Akrobatik, Trampolinspringen, Ballett, Technik,
Ansprünge vom Brett und einfach alles, was du am Land üben kannst.
Mir macht am meisten das Trampolinspringen Spaß.
Krafttraining und Haltungsspannung sind meine Defizite.
Am Trampolin trainieren wir unsere Trampolinübungen
oder wir machen da auch manchmal Vorübungen.
Ich finde das Ballett-Training noch relativ schwierig,
weil ich damit noch nicht so richtig zurechtkomme.
* Klaviermusik *
Das bringt mich immer zum Gähnen.
Das ist mir zu langsam und macht mich müde.
Na oben, Arme an die Seite.
Ich mag es lieber, unsere Sprünge auf dem Trockenbrett vorzubereiten.
Man übt hier mehr den Absprung, also nicht so die Eintauchphase.
Hier kannst du nicht eintauchen.
Man übt hier den Absprung und den Vorwärtsanlauf.
* Musik *
(Trainer) Wir haben noch 4 Wochen bis zu den Meisterschaften.
Wir haben heute eine Bestandsaufnahme gemacht.
Wir haben noch ein paar Baustellen.
Es wird auf jeden Fall besser.
Wir sehen uns 14:30 Uhr zum Synchrontraining. - Hm.
Alles klar. Viel Spaß in der Schule und bis nachher. - (Kinder) Tschüss.
Wir sehen uns nachher noch, ihr musst nicht Tschüss sagen.
Training hat immer die oberste Priorität.
Aber Schule darf man auch nicht vergessen.
* Musik *
Unsere Schule ist eine spezielle Schule,
weil es eine Leistungssport-Schule ist.
(Kinder) Hey.
(Lehrerin) Gut. Dann geht es los mit unserer Deutschstunde.
Heute steht wieder unser Lese-Tandem an.
In der Schule liegt meine Schwäche beim Rechtschreiben und Lesen.
Ich habe eine Lese-/Rechtschreib-Schwäche
und mache neben Schule und Training auch noch eine Lerntherapie,
damit die Schule auf dem gleichen Level wie das Training bleibt.
Es ist so, also da hinzugehen ... puh.
Aber du weißt, wenn das jetzt nicht läuft, du musst dranbleiben.
Wenn das nicht läuft, dann kannst du kein Training mehr machen.
Dann sage ich mir: Ich muss das machen. Ich ziehe es durch.
(liest): "Hast du schon einmal etwas von einem Wüstenschiff gehört?
Oder denkst du dir, gerade ..."
In der Schule sitze ich neben Thea.
Sie ist auch in meiner Trainingsgruppe.
(liest) "Diese Schiffseigen...
Schiffse...? - Schiffseigenschaften.
"Schiffseigenschaften verein..."
"verein..." ... "vereinen". Genau.
Da Thea eine gute Leserin ist und ich da noch Probleme habe.
Wenn sie gut sagen kann, wo meine Fehler sind
und ich sie dadurch finde, hilft mir das.
Ich helfe ihm ein bisschen in der Schule und er mir beim Training.
Mein ganzes Leben besteht aus einem Zahnrad.
Das muss immer verbunden sein.
Ich habe ein gutes Team mit Freunden,
mit Thea und Hendrik zusammen.
Wir sind alle Trainingskameraden.
(Thea) Am meisten Angst habe ich vor der 5-Meter-Kür.
1,5 Delfin ist noch okay, aber 2,5 vorwärts und Schraube vorwärts.
Ja.
Nachmittags starten wir das Training mit Synchronspringen.
(Trainer) Jetzt war Linus' Pause kürzer.
Das Besondere am Synchronspringen ist,
dass man alle Bewegungen gleichzeitig ausführen muss.
Du ein bisschen schneller. Du ruhiger.
Wir haben immer ganz feste Absprachen,
damit wir zum gleichen Zeitpunkt abspringen.
Fertig? - Ja. - Und ab!
Fertig? - Ja.
Ab!
Am Synchronspringen finde ich besonders gut,
dass es aus einer Einzeldisziplin eine Teamdisziplin macht.
Ich wollte schon immer Teamsport machen.
Jetzt habe ich bei meinem Lieblings- sport auch noch ein Teamsport.
Wir üben zurzeit 1,5 vorwärts gehechtet,
1,5 Delfin gehechtet und Schraube.
Den Lappen brauchen wir für die gehockten Sprünge.
Wenn wir nasse Beine haben und dann die Hocke anfassen,
dass wir nicht ausrutschen.
Dazu ist der Lappen da.
Das ist jetzt trocken.
Und ab!
Am Ende des Tages machen wir noch Krafttraining.
Dienstag ist immer der anstrengendste Tag.
Aber es ist auch mein Lieblingstag, weil am meisten Training.
(Trainer) Sehr gut, schön nach oben.
Und Pause.
* Musik *
Komm, komm, komm ... komm rauf!
Ah schade. Gut gekämpft.
Wenn du nachmittags Training hast, dann hast du keine Freizeit mehr.
Du kommst um 18 Uhr nach Hause.
Es gibt Abendessen und dann bist du müde und kaputt.
Dann willst du nur noch ins Bett und dann gehst du ins Bett.
Dann geht es am nächsten Tag wieder genauso von Neuem los.
An den Wochenenden mache ich gerne was mit meiner Familie.
Heute gehen wir auf die Eisbahn.
Mein Papa war früher Eisschnellläufer.
Er hat es auch ziemlich weit gebracht.
Mama war auch Eisschnellläuferin. Dadurch haben sie sich gefunden.
Von meinem Papa war der Erfolg 5. Platz bei Olympia.
Hast du Weltcup gewonnen? Ja, zwei.
Papa hat zweimal Weltcup gewonnen
und bestimmt noch ganz viele Deutsche Meisterschaften,
wie ich jetzt probieren werde.
Also später ... Ich möchte unbedingt mal an Olympia teilnehmen,
weil das mega-cool ist,
am größten Wettkampf in der Sportgeschichte teilzunehmen.
* Musik *
* Musik *
Ah (lacht).
(Papa) Jetzt bin ich gespannt, Linus. - Ich auch.
Das ist die klassische Tropfenform für Pancakes,
wie wir sie alle gerne haben. - Ja.
Genau so (lacht).
Jetzt verkack ihn nicht! Oh!
Oh, der ist bestimmt für mich. Ohne Liebe. - Ja.
Hier ruft jemand an für dich. * Handy summt *
Jakob.
Gib mir noch 10 Minuten, okay?
Alles klar, bis gleich.
Mein bester Freund Jakob wohnt jetzt für 3 Jahre in Japan.
Wir treffen uns meistens im Urlaub. Oder ich und Jakob telefonieren.
Oder wir spielen Videospiele digital.
* Klingelton *
Ich kenne Jakob schon, seit ich 4 Jahre alt bin.
Wir telefonieren immer hier von Berlin nach Japan.
Am Samstag mache ich dann die Qualifikation,
ob ich mitfahren darf oder nicht.
Und da qualifizierst du dich dann für was?
Für die Deutschen Meisterschaften, also für den wichtigen Wettkampf.
Du musst diese Prozente erreichen, diese Anzahl an Punkten.
Du brauchst mindestens 80 %. Dann darfst du mitfahren. - Ja.
Ich habe 8 Sprünge, wo ich die Punkte erreichen muss.
Wir haben von jeder Höhe 8 Sprünge.
Heute ist endlich die Qualifikation.
Ich fühle mich gut vorbereitet.
Aber manchmal habe ich noch Angst,
dass ich beim Sprung das Brett berühre.
Jetzt gilt es. Jetzt kommt es drauf an. Viel Erfolg.
6 ... 6 ... 6,5.
* Musik *
Oh.
Wenn das Brett im Weg ist, musst du halten.
Das sage ich nicht zum Spaß.
Geht's mit den Füßen? - Ja.
Als ich ans Brett gekommen bin, habe ich mich sehr erschrocken.
Aber mit den anderen Sprüngen konnte ich das ausgleichen.
Ich habe es geschafft.
7, sehr schön.
Dresden, wir kommen!
Ich bin mega-bereit, jetzt vor den Deutschen Meisterschaften.
Ich habe die Chancen auf eine Medaille und ich werde sie nutzen.
Ich möchte eine Medaille.
* Musik *
Wir sind gerade in Dresden.
Wir sind hier für die Deutschen Meisterschaften.
Wir springen hier unsere Wettkampfserien
von 1-Meter, 3-Meter und vom Turm.
Man kann bei jedem Wettkampf eine Medaille gewinnen.
Eine Serie pro Wettkampf besteht ungefähr aus 8 Sprüngen.
5 Pflicht-Sprünge und 3 Kür-Sprünge.
Pflicht sind immer eher die einfachen und die Techniksprünge.
Kür sind immer schnell viele Umdrehungen,
aber trotzdem noch gut ins Wasser bringen.
(Trainer) In 7 Minuten geht es los.
Erster Wasserwettkampf Deutsche Meisterschaften für euch.
Erster Synchronwettkampf für euch überhaupt.
Ihr seid aufgeregt. Ihr könnt es aber.
Ihr müsst mich nicht überraschen. Ihr müsst nur zeigen, was ihr könnt.
Dann bin ich zufrieden.
Die Aufregung ist beim ersten Wettkampf viel stärker,
als beim zweiten oder dritten.
Aber es ist gut, dass wir Synchron machen, weil ich nicht alleine bin.
Wir haben uns einen kleinen Handshake ausgedacht.
Das ist unser Wettkampf-Handshake.
Dann muss es klappen. Dann klappt es immer.
(Wettkampf-Ansage) Startnummer 3:
Linus Schwarz und Hendrik Gramsch vom Berliner TSC.
1,5 Salto vorwärts gehechtet.
* Musik *
* Jubel * (Mädchen) Zu zweit für Berlin.
Das ist unser Team.
Bin zufrieden. Weiter so!
Wir sind gerade auf dem 4. Platz gelandet, von 6, von 7. - Ja.
Nach Synchron kommen noch drei weitere Wettkämpfe.
Die Meisterschaften dauern insgesamt 4 Tage.
Am 1-Meter mache ich schon den 3. Platz.
Meine Oma ist auch dabei.
Das Team unterstützt mich auch noch.
Wenn einer aus der Trainingsgruppe gewinnt, dann ist das so,
als ob jeder Einzelne eine Medaille selber geholt hat.
Es ist für alle schön.
Vom Turm machen wir sieben Sprünge.
Davon mache ich vier vom 7-Meter und drei vom 5-Meter.
(Ansage) Linus, zeigt einen 1,5 vorwärts gehechtet von 7-Meter.
* Pfiff *
* Applaus *
* Jubel und Applaus * (Team) Linus, los Berlin, wuhuuu.
* Musik *
* Jubel und Applaus *
* Musik *
* Jubel und Applaus *
* Jubel *
Sehr gut. Mega gut. - Mega. - Ja.
(Ansage) Deutscher Meister ist mit 254,90 Punkten
Linus Schwarz vom Berliner TSC.
* Jubel und Applaus *
Insgesamt habe ich vier Medaillen gewonnen.
Das heißt, in der Kombination bin ich gesamtdeutscher Meister
in meiner Altersgruppe.
Irgendwann würde ich gerne zu den Jugend-Europameisterschaften
oder sogar vielleicht zu den Weltmeisterschaften.
Untertitel: rbb 2023
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