All language subtitles for Fruehlingssinfonie.1983.GERMAN.dTV.XViD

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Original subtitles

Fr�hlingssinfonie (1983) dTV - MDR - 26. April 2012

Starker Beifall, laute Begeisterungsrufe

Was er f�r die Violine ist, werde ich f�r das Klavier. - Wie?

Ich werde der Paganini des Klaviers!

Los!

Halt!

Weitere Kommandos

Ein blutiges Gesellschaftsspiel. Keine Mutprobe?

Eher Schissprobe.

(Studenten singen) "Was ist des Deutschen Vaterland?"

"Ist's Pommerland? Westfalenland?"

"Ist's, wo der Sand der D�nen weht? Ist's, wo die Donau brausend geht?"

Wir "alten Herren" k�nnen manchem jungen Fuchs n�tzlich sein.

Unsere Verbindung ist richtig f�r Sie.

Ihr wisst gar nicht, was Vaterland bedeutet. Heimat.

Es gibt eine Heimat der Kunst. Musik verstehen viele V�lker.

"Markomannia" ist Heimat f�r den Juristen.

Als Jurist w�rde ich mich vor Langeweile erschie�en.

Schlagen Sie eine Mensur, das braucht ein richtiger Mann.

Ich brauche ein Klavier. Oder ein M�dchen.

Warum hast du kein Klavier? Warum hab ich kein M�dchen?

Ich hei�e Robert Schumann. Und du? Christel.

W�nschen der Herr etwas Bestimmtes? - Ja, ich ...

Ein Instrument? - Nein, ich soll ...

Ich soll einen Fl�gel empfehlen. Probieren geht �ber studieren.

Ist das Instrument f�r Sie selbst? Nein, ich soll eine Empfehlung geben

Interessant. Bitte, probieren Sie.

Alle Instrumente gen�gen h�chsten Anspr�chen.

Ich habe an die ersten Adelsh�user verkauft.

An Orchester, Musikvereinigungen, Pianisten von Rang. Aber spielen Sie.

Lassen Sie sich Zeit.

Folgsam, bildsam, strebsam. - Brav. Noch einmal die Tonarten.

Italienisch C-Dur. - Do ... Do ...

Do ist richtig. Clara? Do maggiore.

Richtig.

G-Dur? Gei�ler!

Erstaunlich.

Wartet.

Mein Herr!

Robert, du konntest als Einziger von uns Br�dern studieren.

Ich bin nicht zum Amtmann geboren. Drei Jahre Studium umsonst!

Ich f�hle: Der Weg zur Kunst ist f�r mich der einzig richtige. Setz dich.

Keiner will dich zwingen. Schrieb ich euch von Wieck?

Der beste Klavierlehrer in Leipzig. Er soll entscheiden. - Ach, Robert!

Was hat man f�r Aussicht als Jurist, wenn man nicht adelig und reich ist?

Ewiges Katzbuckeln und Kriechen. In der Musik kann ich Gro�es leisten.

Wenn du vor zehn Jahren begonnen h�ttest.

Bedenke, wie viele gro�e K�nstler vor dir sind!

Cellist stimmt sein Instrument.

Bitte.

Etwas schneller, bitte.

Es ist eine Ehre, aber kein Wunder.

Exzellenz Goethe �u�erte sich begeistert �ber Claras Spiel.

Noch mal von vorn!

Etwas knickerig. - Immerhin ...

Verstehen Sie: Ich bin in einer Zwangslage.

Claras Ausbildung geht auf Kosten ihrer Geschwister.

Ich kann das nur zulassen, wenn sie im Winter etwa 400 Taler einbringt.

Ich muss frei sein in der Wahl des Zeitpunkts der Gewandhauskonzerte.

Man kann Ihnen sicher entgegenkommen - Freikarten?

Selbstverst�ndlich. - Auch wenn Clara nicht spielt?

Das findet sich. - Auf Wiedersehen!

Ich bitte um Entschuldigung. Nehmen wir im Salon Platz.

Da ist es gem�tlicher.

Dass Sie sich ganz meiner Obhut anvertrauen wollen, ehrt mich.

Es soll mir Verpflichtung sein, lieber Schumann.

Ich glaube Ihren Sohn zu einem der gr��ten Pianisten bilden zu k�nnen.

Drei teure Jahre hat Robert f�r das Jurastudium aufgewendet.

Ich dachte, er w�re fast am Ziel. Jetzt will er von vorn anfangen.

Viel Geld ist nicht mehr �brig. Ich bleibe bei der Musik.

Was mir als Lehrer gelingen kann, sieht man an meiner Tochter Clara.

Sie ist elf und ich beginne, sie der Welt vorzuf�hren.

Neulich haben wir Herrn von Goethe in Weimar vorgespielt. Was sagte er?

Ich hab mehr Kraft als sechs Knaben.

Ja, Geld ... W�hrend Roberts Studien k�nnen wir ihm sparen helfen.

Er kann hier seinen Mittagstisch haben.

Mich daf�r ab und zu im Unterricht vertreten.

Ich bin so voll Musik, ich h�tte 100 Sinfonien schreiben k�nnen.

�ben. Knicks.

Sie m�ssen meinen Unterricht voll und ganz akzeptieren,

durch anhaltendes �ben die Mechanik besiegen.

Ihre Phantasie muss schweigen.

Sie werden wie Clara t�glich einige 3- bis 4-stimmige S�tze arbeiten.

Vier, f�nf Eimer kalte Theorie schaden mir wohl nicht.

Clara! Nein, nicht.

Clara! Deine Mutter ruft.

Das ist nicht meine Mutter, nur Vaters zweite Frau.

Kinder, wo bleibt ihr? Das Essen ist fertig.

Hier. Von mir.

Oh! Dein erstes Werk? Mein Opus eins.

Aha, eine Polonaise. Ja.

Ich w�rde da schon den Lauf ansetzen.

Nein! Ich wollte es so! Vater findet es auch richtig.

Undankbares Gesch�pf!

Ist das die Freude, die du deinem Vater machen sollst?

Clara spielt ihre Polonaise.

Bin ich unter Menschen?

Lieber Schumann, ich h�tte Sie gern dabei gehabt. Aber das Geld ...

Ich kann es mir zurzeit wirklich nicht leisten.

Sie �bernehmen wie besprochen den Nachmittagsunterricht.

Auf Wiedersehen.

Alwin hat noch f�nf Tage Hausarrest.

Adieu, Robert! Schade, dass Sie nicht mitfahren.

Wiedersehen, Fr�ulein Virtuos.

Arme Kleine! Man sagt, sie muss zw�lf Stunden am Tag �ben.

Lesen und Schreiben kann sie wohl noch gar nicht.

Haben Sie noch mehr so musikalische Kinder?

Alle haben ebenso viel Talent, aber nichts gelernt. - Warum nicht?

Weil ich nur ein Leben verschenken kann.

K�nnte sie nicht kindlicher sein, wenn sie weniger spielen m�sste?

Unruhe im Raum

Psst!

Sie danken sicher dem Himmel jeden Tag f�r diese Tochter.

Und siehe, da war diese Clara ...

Gerade so, wie sie vor Ihnen steht.

Kraftvoller Spielbeginn

Eine leichte Zerrung. Die Hand braucht Ruhe.

Da gibt es nur ein Mittel:

Muskelfleisch vom frisch geschlachteten Rind, noch warm.

Nach 24 Stunden erneuern. Sie k�nnen es n�chstes Mal selbst machen.

Ein einfaches Naturrezept, aber es wirkt.

Das ist f�r dich.

Sie machen sehr viel Geld mit Clara. - Ich mache Musik.

Begr��ungsbeifall

Romantische Musik

Wie viele Stunden am Tag spielt Ihre Clara?

Nachts spielt sie gar nicht und am Tag sehr wenig.

Vergiss nie, meine Tochter: Die Tugend ist die gr��te Kunst.

Pardon.

Hinsetzen.

Ein Geschenk der Gr�fin Stauffenberg.

F�r die K�nstlerin. - Vielen Dank.

Die Gefahr einer v�lligen Versteifung besteht.

Wir m�ssen die Nerven anregen.

Da hilft nur eins: Elektrizit�t.

Eine v�llig neue Heilmethode.

Schlaf sch�n.

Unheilbar? Wer hat denn das gesagt?

Aber die bisherigen Kuren haben wohl eher geschadet als gen�tzt.

Baden Sie die Hand m�glichst oft in diesem hei�en Kr�utersud.

Noch besser ist ein Naturrezept:

Die Hand ins warme Ged�rm frisch geschlachteter Rinder stecken.

Wie soll ich das denn machen? Fr�hmorgens zum Schlachthof gehen.

Also Hand und Arm im Kr�uterverband. Vom Klavier lassen wir die Finger.

Was f�r gro�e Enten! Hast du noch nie Schw�ne gesehen?

Das sind doch gro�e Enten! Enten haben keinen langen Hals.

Und da hinten ist eine Gans. Was ist eine Gans?

Stell dich nicht dumm. Woher soll ich das denn wissen?

Sei bitte vorsichtig mit der Hand. Ich bin ganz sanft.

Ich habe Durst. Clara l�dt uns ein. Euch beide auch.

Hast du Geld? Nat�rlich hat eine ber�hmte Klaviervirtuosin Geld.

Ich nehme diesen Arm. Ich will dir nicht weh tun.

Starker Beifall, Bravorufe

Erz�hlst du mir eine Geschichte?

Welche denn? Die vom Froschk�nig.

Recht gut, recht expressiv. Und vor allem originell.

Vielleicht des Guten zu viel. Die Wechsel zu rasch, die Farben zu bunt

Herr Musikdirektor ... - Bitte drau�en warten!

Herr Schumann, Sie k�nnen gleich meiner Orchesterprobe beiwohnen.

Der rasche, flatternde Harmonienwechsel ...

Das St�ck hei�t "Papillons", Schmetterlinge.

Die Musikfetzen, die Sie Schmetterlinge nennen,

haben etwas Gek�nsteltes. Da fliegt der Schmetterling davon.

Machen Sie die Sprunghaftigkeit nicht zum Stil.

Das ist nachteilig f�r eine wohldurchgef�hrte Komposition.

Einen sch�nen Gedanken soll man nicht auslutschen,

bis er gemein und entw�rdigt ist. Das nennt man dann wohldurchgef�hrt.

Poesie kommt aus dem Dunkel der Phantasie.

An Poesie wird es Ihnen nie mangeln.

Doch vor die Poesie haben die G�tter den Schwei� gesetzt.

Machen Sie mir aus dieser Melodie einen Choralsatz.

Alle gro�e Musik f�ngt mit dem Generalbass-ABC an.

Bitte, meine Herren!

Auf Deutschlands B�hnen herrscht Rossini.

Beethoven, Weber und Schubert sind erst ein paar Jahre tot.

Allem, was jung ist und Zukunft hat, m�ssen wir helfen.

Die Poesie der Kunst muss wieder zu Ehren kommen.

Es gen�gt nicht, wenn wir uns einig sind.

Wir m�ssen die �ffentlichkeit �berzeugen.

Wir brauchen eine neue Zeitschrift f�r Musik.

Wir rechnen mit Ihnen, Herr Wieck. Tja, meine jungen Freunde ...

Euer Ziel ist nur mit �u�erster Energie und Ausdauer zu erreichen.

Er dressierte eine begabte Tochter. Ich aber k�sste eine Prinzessin!

Sie gehen nicht mehr zu Dorn?

Nein. F�r Dorn ist Musik eine einzige Fuge.

Sie h�ngen die Theorie an den Nagel. Nein, Theoriestudium ist gut.

Aber Musik ist nicht nur Technik. Eine Runde von Verleger H�rtel!

F�r Sie auch, Herr Wieck? - Nein, danke.

Ich muss leider gehen. Guten Abend.

Darf ich Sie begleiten? - Gerne.

Hier �berall hat Clara Furore gemacht.

In den kleinen St�dten lohnt sich die Plackerei nicht mehr.

Wir werden Prag und Wien erobern. Ich h�tte Sie gern mal dabei.

Arbeit ist es genug. F�r einen allein fast zu viel.

Eine gro�e Ehre, ein Traum f�r mich.

Vorsichtig, ganz vorsichtig. Aufpassen.

Aufpassen!

Das Instrument geht mit nach Zwickau.

F�r Ihre Kompositionen ist mir nichts gut genug.

Passt doch auf!

Ihre Verwandtschaft wird entz�ckt sein.

(fl�stert) Deine Musik, mein Junge?

Ja, meine "Papillons". Meine Schmetterlinge.

Das war so sch�n. Ich muss weinen.

Versprach ich zu viel von diesem Instrument?

Die T�ne verhallen nach und nach ...

Wie das Alter. Mit jedem Jahr verhallt ein Ton.

Bei mir reist ein Konzertfl�gel mit. Ich lie� ein Spezialfahrzeug bauen.

Und ich wollte dich zwingen, die Musik aufzugeben!

Ich kann Ihnen den Fl�gel zu einem g�nstigen Preis ...

Ich rede mit dem Kuratorium.

Ich w�nsche dir, dass deine Phantasie dich nie verl�sst.

Gro�artig, Herr Wieck! Meine Tochter Ernestine, bald Ihre Sch�lerin.

Mein Haus ist bereit, wenn Sie bereit sind zu lernen.

Folgsam, strebsam, bildsam.

Wunderbar.

Ich freue mich sehr auf Leipzig. Bestimmt werden wir Freundinnen.

Ja, vielleicht.

Bestimmt.

Clara, dein Spiel ist wunderbar. Du musst einmal meinen Robert heiraten.

Mein Sch�ler Schumann, seine Mutter. Baron Fricken und Tochter. Aus Asch.

Das ist nicht weit von Zwickau! - Ein stattlicher Landsitz.

Sie sollten uns einmal besuchen, Herr Komponist. Ernestine!

Nun, Madame: War Clara eine gute Stellvertreterin Roberts?

Sie ist viel mehr. Durch ihre H�nde lernen meine Schmetterlinge fliegen.

Gott, ist das sch�n! Das? Ach, gib her.

Und das da!

Darf ich es mal anziehen? Wenn's dir Spa� macht.

Mir gefiel, was du im Konzert gespielt hast.

"Papillons", die Schmetterlinge. Von Schumann.

Du magst ihn. Er ist mein bester Freund.

Dein einziger? Ja.

(Wieck) Ganz vorsichtig!

Ja, mein lieber Schumann:

Das Wichtigste ist ein erstklassiges Instrument.

Ich sorge daf�r, dass im kleinsten Nest eines vorhanden ist.

Flei�ig studieren! Mit Robert wird es Ihnen nicht schwerfallen.

Bestimmt nicht.

Ihre Hand macht hoffentlich Fortschritte. Nur Mut!

Clara, verabschiede dich von deiner Mutter!

Viel Gl�ck! Lass dir den Erfolg nicht zu Kopf steigen.

Und sei deinem Vater dankbar. Das bin ich doch.

Auf Wiedersehen, Herr Schumann.

Alles Gute, Clara. Ich werde dich sehr vermissen!

Also, was ist das: as, c, h ... Was hei�t das?

Wei� ich nicht.

Noch mal: as-c-h ... hei�t?

Asch! Du kommst doch aus Asch.

es-c-h-a ...

Das sind die einzigen musikalischen Buchstaben in meinem Namen.

Sonst hat "Schumann" nur Unmusikalisches wie "m".

S-C-H-A, umgekehrt ASCH. Jetzt schau, was daraus wird.

Variationen zu den vier T�nen

Was dachtest du, als du mich zum ersten Mal sahst?

Ich dachte: Die wird dich retten. Retten? Wovor?

Vor mir selbst. Ernestine, Estrella, Stella, mein Stern.

Sympathie und musikalische Freundschaft, mehr nicht.

Ernestine spielt vierh�ndig mit Schumann. Sie gehen spazieren.

Aber es gab sicher noch keinen Kuss. - Mir kam anderes zu Ohren.

Was tut Ernestine, wenn sie nicht Klavier spielt?

Nie etwas Unrechtes. - Ich bin trotzdem beunruhigt.

Ich kenne diesen Schumann kaum. Und ob Ernestine ihn beurteilen kann ...

Schumann beurteilen! Ein etwas launenhafter, aber nobler,

schw�rmerischer, hoch begabter Komponist und Schriftsteller.

Ich verstehe Ernestines Interesse an ihm. Es m�sste den Vater freuen,

wenn die Tochter Zuneigung fasst zu einem so genialen Menschen.

Baron, Sie kennen meine Frau?

Baron.

Ich bin noch einmal Vater geworden.

Ich dachte: Wenn es Ihnen recht ist,

k�nnte Ihre Tochter Ernestine mit Schumann die Patenstelle �bernehmen.

Die ... Ja, ich ... - Bitte, sagen Sie ja.

Ja, ich ...

Danke, dass du mitgekommen bist.

In Ernestines Familie z�hlt noch die alte Etikette.

Ich verlasse mich auf dich. Du musst f�r mich sprechen!

Ernestine ist mein sch�ner Genius.

Meiner Kunst wird eine Frau aus solchem Hause guttun.

Wir wollen deinen Vater um deine Hand bitten.

Unm�glich! Das darfst du nicht! - Herr Schumann, wir freuen uns,

einen jungen Meister des Klaviers hier bei uns in Asch zu haben.

Ich habe Ihnen eine Komposition gewidmet.

Als Gastgeschenk. Ich wei� die Ehre zu sch�tzen.

Versprechen Sie sich nicht zu viel. Ich bin kein Virtuose.

Ich schreibe f�r das Klavier.

Seine M�glichkeiten sind so gro� wie die eines Orchesters.

Dann lassen Sie etwas Eigenes h�ren!

Ich m�chte ein Wort mit Ihnen ... - Ein sch�nes Paar. Ideal.

Manches scheint uns ideal, was keiner Wirklichkeit standh�lt.

Macht Ihr Sohn sich ernstliche Hoffnungen?

Doch, ich f�rchte ... - Eben, ich auch.

Deshalb muss ich Ihnen etwas offenbaren.

Wollen Sie es nicht Robert selbst sagen?

Sie verstehen gleich, warum ich es lieber Ihnen sage.

Ernestine ist nicht meine Tochter. Der Baron hat sie adoptiert.

Das hei�t, sie ist keine geborene von Fricken.

F�r Ihren Herrn Sohn vielleicht von Belang:

Sie wird keinen Pfennig besitzen, wenn sie die Familie verl�sst.

Obwohl ich es mir manchmal w�nsche ...

Tut mir leid, wenn ich Sie erschreckt habe.

Aber vielleicht l�sst sich so Schlimmeres vermeiden.

Begeisterter Beifall

Herr von Mendelssohn, dass Sie Clara die Ehre geben an ihrem Geburtstag!

Ehre, was hei�t das schon? Clara erweckt in mir ein anderes Wort.

Wahrscheinlich in jedem, der einmal ihr Spiel h�rte: Es hei�t "Andacht".

Sie selbst pr�gten einmal ein gro�es Wort f�r sie:

"Clara von Gottes Gnaden."

Das trifft es. Wir sind alle Pilger.

Man muss nun nach Leipzig pilgern, um Sie zu erleben.

Schon Ihr erstes Konzert hat die Leipziger wachger�ttelt.

Die Menschen sind tr�ge.

Sie brauchen manchmal einen Blitz: Chopin, Mendelssohn, Clara.

Und Schumann.

Auf was trinken wir? Auf Sie, Herr Mendelssohn.

Heute trinken wir nur auf Ihr Gl�ck, liebe Clara.

Trinken wir auf das Geburtstagskind!

Und auf ihren hochherzigen Vater, unseren Lehrmeister Friedrich Wieck!

Auf sein Haus, diese St�tte von Musik und Gastlichkeit!

Spielen Sie etwas aus Ihrer neuen Komposition, mir zuliebe?

Ich spiele ein kleines Lied ohne Worte.

Spielt sehr leise ein romantisches Klavierst�ck

Ich hab was f�r dich. Ein Geschenk zum 16. Geburtstag.

Danke.

Und alles schaut so gr�mlich tr�be, so kraus verwirrt, so morsch und kalt

Und w�r da nicht das bisschen Liebe, es g�be nirgends einen Halt.

Das bisschen Liebe ...

Das ist sch�n. Ist das von dir? Leider nicht. Von Heinrich Heine.

Glaubst du, auf den Sternen wohnen menschen�hnliche Wesen?

Mich w�rde das nicht st�ren.

Ich stelle mir vor: hoch entwickelte Sternenbewohner sehen auf uns herab.

Was erblicken sie in ihrem Riesenfernrohr?

Winzige Milben auf einem riesigen K�se.

Nun ja. Hier haben Sie einen Taler, Robert.

Danke. Ich kann ihn fr�hestens in acht Tagen zur�ckgeben.

Wollte ich mich jetzt erschie�en, fehlte mir das Geld f�r die Pistole.

Sie scherzen. Aber ich frage mich und Sie: Wie soll das weitergehen?

Sehen Sie mich an, dieses Haus. Das war nicht einfach da.

Ich musste es mir erk�mpfen. Auch Ihnen fliegt nichts zu.

Auf die gebratenen Tauben warten Sie vergeblich.

So einfach mache ich mir's nicht. Ich gen�ge mir zuweilen nicht mehr.

Dann m�chte ich fortrennen f�r ewig. Sie gr�beln zu viel.

Es ist 4 Uhr, Vater. Das Gewandhaus! Schon vier? Ich muss leider fort.

Mehr Selbstvertrauen, Schumann.

Auf Wiedersehen, mein Kind.

Spielen wir? Ja.

Klavierspiel beginnt.

Das ist von mir.

Du bist so ernst.

Ich w�rde lieber vergn�gt sein mit dir wie fr�her. Aber es geht nicht.

Du hast etwas Neues, Fremdes ...

Jedenfalls bist du kein Kind mehr. In deinen Augen ist ...

Was ist eigentlich mit Ernestine?

Es gibt keine Ernestine. Aber es gab doch eine.

Das ist lange her. Es war ein Irrtum.

Mir wurde ganz schwarz vor Augen, als du mich gek�sst hast.

Das ist alles so neu. Deine Augen ...

Clara spielt.

Danke sehr. Danke sch�n.

M�chten Sie etwas essen? Nein, danke.

Ein Bier h�tte ich gern. Herr Wirt, bitte zwei Kr�ge Bier!

Ich habe ein Gesch�ft! Ich muss die Noten verkaufen, die ich drucke.

Schreiben Sie etwas f�r Gesang und Klavier.

Oder etwas Leichtes zu vier H�nden. Das findet Absatz.

Ich will mit meinen Werken die wirklichen K�nstler erreichen,

nicht das breite Publikum. Was die Leute verstehen, kaufen sie.

Ich will nicht, dass jeder mich versteht.

Ich glaube, Vater ahnt etwas. Gut. Er hat mich immer vorgezogen.

Ich war schon wie sein Sohn. Das ist nicht mehr so.

Er spottet �ber dich, vergleicht dich mit Mendelssohn.

"Der Musikdirektor und der ewige Student. Ein seltsames Paar".

Mendelssohn ist ein au�erordentlicher Mensch.

W�re ich so aufgewachsen, von Kind an zur Musik bestimmt:

Ich w�rde alle �berfl�geln. Ich soll in Dresden Gesang studieren

Wir reisen morgen. Morgen schon.

Nur f�r ein paar Wochen. Du selbst hast einmal gesagt:

Wenn man sich liebt, ist Entfernung nur eine auseinanderger�ckte N�he.

Clara!

Robert!

Warten Sie.

Das ist jemand, der l�sst sich nicht abweisen. Er kommt aus Leipzig.

Sie kennen den Herrn? Wei� Ihr Vater ...

Robert Schumann ist ein Freund der Familie.

Der Familie? So? Bitte lassen Sie uns allein.

Ich hab dir was mitgebracht.

Sonate in fis-Moll ...

Das Passionierteste, das ich je schrieb.

Ein einziger Herzensschrei nach dir.

Meine Mutter ist gestorben. Jetzt hab ich nur noch dich.

Was glaubt er, wer er ist?

Dieses Halbgenie. Stellt meiner Tochter nach.

Kaum die eine aus dem Sinn ... Bitte, Vater!

Macht sich an dich heran.

Glaubst du, ich hab es nicht gemerkt?

Warum nehme ich dich aus Leipzig fort, glaube dich in guter Obhut?

Ich erschie�e den Kerl, wenn er mir noch mal �ber den Weg l�uft!

Ich will seinen Namen nicht mehr h�ren!

Ich habe Limonade gemacht. Erfrischung nach der langen Reise.

Danke, ich danke Ihnen sehr.

Clara.

Clara.

Kind!

Clara, du bist K�nstlerin.

Der K�nstler darf nie an einer Person h�ngen bleiben.

Ich habe die Partitur deines Klavierkonzertes fertiggemacht.

Du k�nntest ein weiblicher Beethoven werden.

Und er? Ein Schuldenmacher und Sch�rzenj�ger.

Robert ist kein Sch�r... Aber meine Clara himmelt ihn an.

Roberts Talent! Du hast selbst gesagt ... Du hast ihn gef�rdert!

Ja, ich hab auf ihn gesetzt damals, hab ihn in mein Haus aufgenommen.

Nun habe ich die Quittung bekommen.

Nicht das Talent macht den Mann, sondern der Charakter!

Statt seine Mutter zu begraben, kriecht er bei dir unter!

Robert hat seine Mutter geliebt! Es ist aus.

Robert Schumann hat aufgeh�rt zu existieren.

Du wirst ihn nicht mehr sehen.

Unsere Reise nach Prag wird dich auf andere Gedanken bringen.

Aber das sage ich dir: Man wird mich kein zweites Mal t�uschen.

Begeisterter Beifall

Clara Wieck, Botschafterin der Neuromantischen Schule,

feierte jetzt auch in Prag Triumphe. Sie kann mit ihrem eigenen Konzert

Liszt und Chopin zur Seite gestellt werden.

In Schumanns Zeitschrift stand, es gehe um das Werk einer Dame,

das man nicht ernsthaft besprechen k�nne. Das war nicht von Schumann.

Man konnte erwarten,

dass er selbst �ber ein Konzert seiner Freundin schreibt.

Das Publikum ist der beste Kritiker. Clara hatte es immer auf ihrer Seite

Sagen Sie: Ist das eine Gans oder eine Ente?

Ich denke: eine Gans.

H�chste Zeit f�r dich, zu Bett zu gehen.

Gute Nacht.

Der Wein bleibt hier! - Ich habe ihn bezahlt.

Aber nicht die Flasche. Kostet zwei Kreuzer extra.

Ich will die Flasche nicht verschlucken.

Clara lacht.

(Stimme Robert) Geliebte Clara!

Du stehst vor mir, so nah, als k�nnte ich dich fassen.

Wir sind vom Schicksal f�reinander bestimmt. Ich wusste das.

Vielleicht zieht der Vater seine Hand nicht zur�ck,

wenn ich um seinen Segen bitte.

Zeige mir, wie du wohnst, und ich sage dir, was du komponierst.

Ich bin f�r eine Musik der gem��igten Effekte.

Gegen fiebrige Visionen. Als Mozart unseres Jahrhunderts ...

Aber viele von uns f�hlen anders. Ich lese Ihre Zeitschrift f�r Musik.

Manchmal hab ich das Gef�hl, Sie schreiben alles selbst:

Als Eusebius und als Florestan. Sie sind zwei Seiten meines Ichs.

Eusebius ist ein Genie�er, der sich nach dem Sch�nen sehnt.

Und Florestan zerst�rt das Sch�ne. Nicht unbedingt.

Florestan begeistert sich f�r alles Zuk�nftige, Neue, Au�erordentliche.

Ihnen w�nsche ich mehr Florestan.

Verzweiflungssucht ist heut in Mode. Schreiben Sie etwas Gr��eres!

Das sagt Clara auch immer. Komponieren ist Ihr wahres Metier!

Wann finden Sie daf�r noch Zeit? Die Zeitschrift ist mir ein Halt.

Ich lebe davon. Mehr komponieren:

Daf�r m�sste ich in ganz anderen Verh�ltnissen leben.

Was soll die Bummelei? - Sie sehen, ich kann nicht vorbei!

Wir m�ssen heute Abend in Leipzig sein!

H�a! H�a, ho! Ho! Ho!

Wieck treibt weiter die Pferde an.

Sie hat mir alle Briefe zur�ckgeschickt.

Der Vater hat sie gezwungen. Aber sie hat es getan!

Sie will morgen im Gewandhaus dein neues Klavierwerk spielen.

Clara? Das kann sie gar nicht! Ist sie Franz Liszt?

Vielleicht will sie mich l�cherlich machen.

Ich war bei ihr, gestern. Sie schickte mich zu dir.

Du sahst ihre Augen nicht. Ihre Augen ...

Sie wartet auf ein Zeichen! Ich bringe ihr deine Briefe zur�ck.

Die alten Briefe kann sie nicht haben. Aber neue, so viel sie will.

Du musst um sie k�mpfen!

Danke. Unser Leipzig hat doch das beste Musikpublikum.

Die Anh�nglichkeit an Clara ist r�hrend.

Nun sage noch einer, der Prophet gilt nichts im eigenen Lande.

Wobei der Prophet Sie sind, Meister Wieck.

(Wieck) Wenn nicht die H�lfte der Leute auf Freibillett k�me.

(Wieck) Wir k�nnen!

Herr Schumann!

Morgen Abend um zehn, drau�en am kleinen schwarzen Haus.

Clara sagt, Sie wissen schon. Liebes M�dchen.

Vielleicht kommt die Zeit,

wo der Mensch seine gr��ten Ziele erreichen kann.

Vielleicht fliegen wir von Stern zu Stern und sehen die kleine Erde ...

Du schw�rmst. Komm zur�ck auf die Erde.

Was bleibt mir �brig? Man trennt uns und deine Realit�t hei�t Carl Banck.

Glaubst du das wirklich? Vielleicht bis gestern Abend.

Aber dann h�rte ich dich spielen. Und alle Verzweiflung verschwand.

Meine Liebe zu dir lie� mich f�hlen, was ich spielte.

Als ich dich spielen h�rte, wusste ich, wie tief ich dich liebe.

"Was ist das gegen den Schmerz, von der getrennt zu sein,

die mich treu und innig wiederliebt ..."

Woher will er das wissen?

"18 Monate pr�ften Sie mich. Wie d�rfte ich Ihnen z�rnen."

Zu g�tig!

"Pr�fen Sie mich weiter, vielleicht gewinne ich Ihr Vertrauen wieder."

Da kann er lange warten.

"Dem Seelenb�ndnis fehlt zum gr��ten Gl�ck nur die elterliche Weihe."

Es ist bodenlos! - Aber er schreibt so sch�n.

Was tun Sie hier? Machen Sie, dass Sie rauskommen!

Was wundert mich mehr: die Frechheit oder die Dummheit dieses Menschen?

Mir schreibt er, ich soll das "Ungl�ck" verhindern.

(Wieck) "Ihnen lege ich unser k�nftiges Geschick ans Herz."

"An kein stiefm�tterliches." Frechheit!

"Verh�ten Sie das gro�e Ungl�ck ..."

"... das gro�e Ungl�ck, das uns allen bevorsteht."

"Ihr ergebenster Robert Schumann."

Ich verh�te das Ungl�ck, darauf kann er sich verlassen! Seelenb�ndnis!

Hinter meinem R�cken verdrehten Sie dem Kind den Kopf!

Unter Ihren Augen erbl�hte unsere Liebe.

Sie haben mich betrogen und faseln von "Weihe des elterlichen Segens"?

Was haben Sie geleistet, um Anspruch auf Clara zu erheben?

Der Anspruch der Liebe. Schweigen Sie, Sie Halbgenie!

Sie Viertelfaust!

Nat�rlich k�me Claras Ber�hmtheit Ihnen gelegen!

Durch Clara wollen Sie erreichen, was Ihnen selbst nicht gelingt!

Ich muss mich von Ihnen nicht beleidigen lassen.

Wer macht denn seine Rechnung auf Claras R�cken?

Soll sie von Konzert zu Konzert geschleppt werden, des Geldes wegen?

Oder warten Sie auf einen Kr�sus, dessen Beutel Sie sie anvertrauen?

Wer gibt Ihnen das Recht ... Die Kunst, die uns zusammenf�hrte.

Sie sind K�nstler genug, um das empfinden zu k�nnen.

Sie liebten mich einst und Sie lieben Clara.

Unser Bund m�sste nach Ihrem Herzen sein. - Meinem Herzen ...

Wie Sie immer reden! Ich kenne vor allem meine Pflichten.

Als Vater muss ich Clara eine Zukunft geben.

Sie k�nnen ihr die am allerwenigsten geben.

Ich schrieb viel in letzter Zeit. Gehen Sie, Schumann.

Vergessen Sie Ihre Pl�ne, soweit sie Clara angehen.

Werden Sie etwas aus sich selbst heraus.

Arbeiten Sie. Oder vergn�gen Sie sich.

Clara wird Sie vergessen. Wir reisen morgen nach Wien.

Clara!

Robert. Robert!

Mit deinem Vater war es furchtbar. Er hat Angst mich zu verlieren.

Er sagte, du wirst mich vergessen. Du musst mir schreiben.

Schick deine Briefe an die Wiener Hauptpost.

Johanna Melber, poste restante.

Immer, wenn der Abendstern aufgeht, werde ich bei dir sein.

Bitte sch�n.

Klavierspiel, Beifall, Bravorufe

60 Dukaten in Gold von der Kaiserin. 125 Gulden aus dem letzten Konzert.

Nach Abzug aller Kosten bleiben �ber 1530 Gulden Reingewinn.

Und die Geschenke, der Schmuck! Was sind das f�r Flecke?

Vom Punsch wahrscheinlich. Pass n�chstens besser auf.

Es ist ein Jammer. Alles ist hier teuer genug.

Wie hei�t es in dem Gedicht, das Grillparzer �ber dich machte?

(beide) "Senkt sie die wei�en Finger in die Flut

und fasst und hebt und hat's ..."

Wir m�ssen ihm danken. Ich diktiere dir morgen einen Brief.

Ich muss fragen, ob ich das annehmen darf.

Was ist das gegen Ihren Glanz? - Die F�rstin will dich sprechen.

Bleibt es bei unserer Verabredung? Ja, ja. Danke.

Darf ich um Ihre Aufmerksamkeit bitten!

Die gn�digste F�rstin Starnitz, unsere liebensw�rdige Gastgeberin,

h�lt es f�r angemessen, Ihnen zuerst das Folgende zu verk�nden.

Sie lauschten eben noch dem Spiel meiner Tochter auf dem Pianoforte.

Seine Majest�t der Kaiser hatte die Gnade, die K�nstlerin auszuzeichnen.

Clara Wieck wurde zur Kaiserlich und K�niglichen Kammervirtuosin ernannt.

F�r eine Ausl�nderin und Protestantin,

im Alter von 18 Jahren: fast unglaublich!

Die Wiener Zuckerb�cker sind dem Kaiser zuvorgekommen.

Wer ist noch Kammervirtuose? - Paganini, Thalberg, Liszt.

Die Torte a la Clara Wieck zergeht auf der Zunge.

Wo gibt es die? - In allen Kaffeeh�usern.

Tun Sie uns die Liebe, zur Feier der kaiserlichen Auszeichnung,

noch etwas zu spielen. Aber gern.

Und hier ...

Ein kleines Geschenk f�r die gro�e K�nstlerin.

So freundlich gebeten, wollen wir ... Ich spiele Ihnen gern noch etwas.

Ich spiele aus der Sonate g-Moll von Robert Schumann.

Wer ist Robert Schumann? - Sie kennen ihn nicht?

Nach Mendelssohn der gr��te deutsche Komponist. Der j�ngeren Generation.

Interessant.

Ein Wunderm�del. - Ein ungez�geltes Wesen!

Wie kann man sich so gehenlassen!

Bach hatte die Schwere, Mozart die Leichtigkeit, Beethoven die W�rme.

Schubert ... die Dunkelheit. Und was hast du?

Mir bleibt nur das Nichts.

Aber seine Unendlichkeit ist viel gr��er als alles zusammen.

Es ist ein Uhr und ich schreibe voll Herzensangst in unserem Zimmer.

Heute sprachen wir wieder von dir.

Was machst du? Warum schl�fst du nicht?

Ich schreibe in mein Tagebuch.

(schreibt) Dem Vater sagte ich, er kann zu mir reden, was er will.

Und ich sage es auch dir wieder: Meine Liebe zu dir ist grenzenlos.

Willst du heute mein Leben, so geb ich es f�r dich.

Du ahnst nicht, wie viele Freuden und Leiden

in so einem H�uflein Noten begraben liegen.

Warum erfindet einer wie du Musik? Der Unsterblichkeit wegen.

Oder weil ein paar gute Freunde loben.

Um das L�cheln eines sch�nen M�dchens zu gewinnen ...

Oder auch aus gar keinem Grund.

Es ist Besuch auf der Treppe.

Keine Sorge. Ich wei�, dass ich eine L�ckenb��erin bin.

Ich bin es gern, Herr Komponist.

Besuch f�r Sie, Herr Schumann.

Entschuldigen Sie den �berfall. Wir sind erst gestern aus Wien zur�ck.

H�hepunkt auf H�hepunkt.

Clara versetzte die Leute in einen Enthusiasmus: Unbeschreiblich!

Kenner setzen Clara noch �ber den gefeierten Thalberg.

Weil sie mit mehr Begeisterung und eben inniger spielt.

Ich wei�, dass Clara die Erste unter den Pianisten sein kann.

Gut, dass Sie das sagen. Ich hatte Gr�nde, zu Ihnen heraufzusteigen.

Clara und ich, wir sprachen gelegentlich von Ihnen.

F�gten auch ab und an eines Ihrer Musikst�cke in die Konzerte ein.

Prompt kam die Frage: Wer ist dieser Schumann?

Ich will sagen: Clara ist in der Musikwelt ein Begriff.

Sie dagegen kennt man nicht. Man wird mich kennenlernen.

Mit Clara an meiner Seite wird meine Kunst wachsen und bl�hen.

Das dachte ich mir: Clara Wieck als Handlungsreisende f�r Ihre Musik.

Ich liebe Clara. Nicht, weil sie eine gro�e K�nstlerin ist.

Sondern weil sie ist, wie sie ist. Dann verzichten Sie.

Lassen Sie meine Tochter endlich in Ruhe.

Die Erste unter den Pianisten k�nnte sie sein, sagten Sie.

Richtig! Wenn sie sich auf die Kunst konzentriert.

Und nicht herabgezogen wird in den Sog vulg�rer Leidenschaft.

Durch mich. Ich habe nichts gegen Sie.

Aber f�r Clara sind Sie Gift, Schumann. Adieu!

Sie vergiften unsere Liebe!

Du tust mir leid, Robert. Adieu.

Ich dachte nie, dass ich mal einen Menschen hasse. - Du und hassen!

Er zerst�rt mich mitten im Drang, Sch�nes zu schaffen.

Bin ich zu wenig neben ihr?

Du musst eine gro�e Sinfonie komponieren, wie Beethovens Neunte.

Ich mache zurzeit kleine St�cke. Miniaturen f�r Kinder.

Du darfst ihn nicht hassen. Bedauern, ja.

Manchmal w�nsche ich, sie w�rde schlechter spielen.

Mit jedem Beifallssturm schiebt Wieck mich etwas weiter weg von ihr.

Er wird verlieren. Du wirst gewinnen!

Da bin ich nicht sicher.

Fr�ulein Clara! Fr�ulein Clara! Herr Banck, bitte!

Guten Tag! Sind Sie n�chsten Mittwoch in Leipzig?

Ich m�chte mit Ihnen allein reden. Warum Mittwoch?

Das ist mein Gl�ckstag. Aber Sie wissen l�ngst, was ich fragen will.

Bei Ihrem Herrn Vater habe ich um Ihre Hand angehalten.

Er sagte, ich soll in zwei, drei Jahren wieder nachfragen.

Die sind jetzt um ... Ich muss Ihnen alle Hoffnung nehmen.

Tun Sie das nicht! In drei oder vier Jahren ...

Nicht in f�nf und nicht in zehn. Und wenn ich Ihren Herrn Vater ...

Lassen Sie mir eine kleine Hoffnung! Adieu, Herr Banck!

Ich musste dich sehen, ehe ich nach Paris fahre.

Es ist entschieden? L�ngst. Ich fahre allein.

Ich beweise Vater, dass er nicht �berall dabei sein muss.

Robert ...

Du musst wissen: Es f�llt mir schwer, Vater weh zu tun.

Schlimmer ist, dass ich dich nicht begleiten kann.

Aber was soll ich dir schon n�tzen? Wenn wir verheiratet w�ren ...

Einmal musst du dich entscheiden.

Das kleine St�ck hei�t "Tr�umerei".

Das ist etwas f�r Kinder. Ja, die Virtuosin musst du vergessen

Das ist ja was ganz Einfaches. So wie Eusebius, so melodisch.

Das wird den Verlegern gefallen! Und dem Publikum!

Ich schrieb viele solcher kleinen St�cke.

Ich wurde in allem heiterer, weicher und melodischer.

Woher nimmst du das?

Das bist du.

(fl�stert) Ich m�chte ...

Ich will in deinen T�nen untergehen.

Wei�t du noch? Am Anfang: Himmel und H�lle hast du mir gezeigt.

(kaum h�rbar) Ich will dich ganz, Clara. Ganz.

Leidenschaftliche Orchestermusik mit Klaviersolo

Ich w�rde so gern mitfahren! Vater will es nicht.

Alles schon gepackt?

Es kann noch sehr kalt sein um diese Zeit in Paris.

Warme Sachen mitnehmen. - Wir haben an alles gedacht.

Hier, schauen Sie.

Das bleibt hier.

(Stimme Robert) "Meine geliebte Braut!"

"Wie lange werden wir nun wieder getrennt sein?"

"Unsere Liebe ist eine Geschichte von langen, schweren Abschieden."

"Wir m�ssen diesem entsetzlichen Zustand ein Ende bereiten."

"Wenn n�tig, erwirken wir den Ehekonsens vor Gericht."

"Wenn ich dich wiedersehe, lasse ich dich nie wieder los."

Robert h�rt Stimmen.

Wenn ich dich wiedersehe, schrei ich, lache ich, weine ich,

lass ich dich nie wieder los ...

(Wieck) Sie Halbgenie, Sie Viertelfaust!

Durch Clara wollen sie erreichen, was Ihnen selbst nicht gelingt.

(Mutter) Bedenke, wie viele gro�e K�nstler vor dir sind.

Nein, so geht das nicht! So k�nnen Sie Mendelssohn nicht spielen!

Clara schimpft auf franz�sisch.

Verstehen Sie, wir sind keine Kinder! Und nicht Ihre Sch�ler!

Wir bewundern Ihr junges Talent.

... nicht tyrannisieren von einem jungen M�dchen!

Junges M�dchen, junges Talent ... Diese eingebildeten Dilettanten!

Wie wollen wir das schaffen? Proben, Konzertzettel, Einladungen!

Ich wei� gar nicht, wo anfangen ... Wenn ich nur helfen k�nnte.

Und dann diese Pariser Dilettanten! Morgen Abend spielst du allein.

Klavierspiel, Stimmengewirr

Clara spielt lauter, versucht die Stimmen zu �bert�nen.

Gespr�che werden immer lauter.

Diese Menschen lieben deine Musik nicht. - Die verstehen sie nicht.

Anwalt verliest den Antrag auf Erteilung der Heiratserlaubnis.

Robert Schumann, Clara Wieck. Leipzig, den 8. Juni 1839.

Die Unterschrift der Clara Wieck

ist beglaubigt von der s�chsischen Gesandtschaft in Paris.

Ist das alles? Deshalb kommen Sie hierher?

Ich ersuche Sie, Ihren Widerwillen gegen Herrn Schumann zur�ckzustellen.

Erteilen Sie den Ehekonsens. - Ich kann es nicht verantworten.

K�nnte ich Sie nur zur Einsicht bringen!

Bringen Sie die zur Einsicht, die Sie geschickt haben!

Advokat eines verblendeten M�dchens und ihres liederlichen Verf�hrers.

Ein feines Handwerk! Schrecklich.

Ich habe Ihnen nichts mehr zu sagen.

Aber vor Gericht werde ich reden.

Robert!

Ich bin dir entgegengefahren.

Vater hat mir geschrieben. Ich darf nicht mehr zu ihm.

Dein Vater! Ich bin jetzt dein ...

Wenn ich noch mal mit ihm rede? Er liebt mich.

Aus Eigennutz. Ich will nicht, dass du dich mit vers�hnst.

Es gibt Gesetze der Ehre. Ehre ...

Muss ich wirklich vor Gericht erscheinen?

Das Gericht wird es verlangen. Wir m�ssen stark sein.

Dass es dazu kommen musste ...

Vielleicht verlange ich zu viel Kraft von dir.

Wir gewinnen, daran besteht kein Zweifel. - Ich bin nicht so sicher.

Vielleicht sollten wir weggehen aus dem Dunstkreis des W�tenden.

Wieso weg? Nach Berlin oder Wien.

Nein, nicht immer weg.

Guten Abend, Vater.

Ich habe deinen Besuch nicht mehr erwartet.

Wir schlie�en!

Auf Wiedersehen.

Ich wusste nicht, was ich tun sollte.

Du hast mir verboten, nach Hause zu kommen.

Dieses Zuhause hast du selbst aufgegeben,

dich von deinem Vater abgewandt. Doch nicht abgewandt!

F�r dich habe ich die Tage und N�chte meiner besten Jahre geopfert.

Ja. Das vergesse ich dir nie.

Aber irgendwann musste ich allein meinen eigenen Weg gehen.

Ich h�re einen Vogel, der aus dem Nest fiel.

In Paris erfuhr ich, wie schwer es ist allein. Ohne dich.

Es muss noch nicht zu sp�t sein. Noch nicht, sage ich ausdr�cklich.

Machen wir noch eine Tournee; lass mich dir nochmals die Welt �ffnen!

Ich kann jetzt nicht mehr zur�ck, Vater.

6000 Taler Reingewinn w�ren dir sicher.

F�r mich war die Musik immer eine Sache des Herzens.

Und mein Herz geh�rt Robert. Ich wei� genau:

Wenn ich ihn verliere, kann ich auch nicht mehr spielen.

Du willst dein Leben also an diese K�nstlerruine h�ngen.

Er steht dir nur im Wege! Der Mann ist krank!

So wie ich ihn brauche, braucht er mich.

Vater ...

Bieten wir der Welt nicht weiter das Schauspiel dieses Streits.

Gib uns deine Einwilligung, ehe das Gericht entscheidet.

Glaubst du, es gibt einem hergelaufenen Musikanten recht?

Sein einziger genialer Einfall war es, meine Tochter zu verf�hren!

Allein brachte er es zu nichts. 1000 Taler Einkommen hat er leicht!

F�r den Anfang haben wir meine Ersparnisse.

Von den Konzertreisen. Deine Ersparnisse?

Ich werfe nicht unser Geld diesem Schuldenmacher in den Rachen!

Ich soll also mit leeren H�nden in meine Ehe gehen.

Du wirst mir noch einmal dankbar sein f�r den Notgroschen,

den ich f�r dich bewahre.

Lass mir bitte meinen Fl�gel bringen. Du wei�t, wohin.

In diesem Haus hast du keinen Fl�gel.

Dir geh�rt hier gar nichts mehr.

Hohes Gericht! Es ist meine moralische Pflicht,

diese Verbindung zu verhindern.

Sie w�re die sichere Quelle namenlosen Familienungl�cks.

Der Kl�ger hat meine unm�ndige Tochter verf�hrt.

Gleichzeitig hat er einer anderen Sch�lerin meines Hauses nachgestellt

Das Gericht ist Ihrem Hinweis nachgegangen.

Es bat den Vater als Zeugen. Bitte Baron von Fricken.

Baron von Fricken!

Baron von Fricken aus Asch in B�hmen - Ja.

Sie kennen die Anwesenden.

Ihre Tochter war Sch�lerin des Beklagten Friedrich Wieck.

Ja. Aber Ernestine ist keine leibliche Tochter.

Ich gab ihr nur meinen Namen. Eine Adoptivtochter.

Herr Wieck sagte aus,

dass Ihre Adoptivtochter ein intimes Verh�ltnis mit Herrn Schumann hatte.

Dass es sogar ein Verl�bnis gab.

Das erstaunt mich. Ernestine war nie mit Schumann verlobt!

Wie war ihr Verh�ltnis? Machte er ihr nie einen Antrag?

Herr Wieck versicherte mir damals,

dass es eine rein musikalische Freundschaft gewesen sei.

Aber das ... - Schweigen Sie besser.

Danke, Baron. Sie k�nnen gehen.

Darf ich mir eine pers�nliche Bemerkung erlauben?

Ich verstehe diesen Streit nicht. Ich hatte immer das Gef�hl,

Sie haben Ihre Tochter Clara f�r Schumann und seine Musik erzogen.

Herr Wieck, wollen Sie Ihren Vorwurf trotzdem aufrechterhalten?

Ich verzichte darauf, diesen Worten entgegenzutreten.

Meine unerfahrene Tochter

wurde durch das angeblich mystische Wesen des Herrn Schumann verblendet.

In Wirklichkeit fiel er dem geistigen Stumpfsinn anheim.

Er wird meine Tochter ins Ungl�ck st�rzen.

Er ist den Nachtseiten von Leben und Kunst verkettet.

Mein aus dem Mond gefallenes Leben. Ich muss es �ffentlich aussprechen:

Dieser Mann, der mein Kind zur Frau begehrt,

war wegen seines Gem�tszustands in �rztlicher Behandlung.

Sein Vater starb an einer Nervenkrankheit.

Eine Schwester ging an einer Geisteskrankheit zugrunde.

Ich protestiere energisch! - Ich bitte um Ruhe.

Der Mann ist ein Schuldenmacher und Gewohnheitstrinker!

Wie wollen Sie das beweisen? - Befragen Sie Musikdirektor Banck.

Der Liederzwerg aus Passau.

Ist der Zeuge Banck zugegen? - Ja. Zeuge Banck, bitte!

Kommen Sie zu mir. Ihr Name? - Carl Banck, Musikdirektor in Jena.

Kennen Sie die Lebensgewohnheiten des Kl�gers?

Machen Sie den Mund auf, Banck! - Nun, ich ...

Ich kenne Herrn Schumann seit Jahren.

Ich nahm an einigen seiner "attischen N�chte" teil,

mit exzessivem Verbrauch an Bier und Champagner.

Das warf kein gutes Licht auf die Lebensgewohnheiten des Herrn Kl�gers

Danke, Sie k�nnen gehen.

Ich erbitte das Wort f�r den von mir hinzugezogenen Kollegen Becker.

Ich kenne Herrn Doktor Schumann seit meiner Studienzeit.

Wie Herr Banck nahm ich teil an ein paar lustig durchschw�rmten N�chten.

Wie sie in der Studienzeit die Regel sind.

Vielleicht erinnert sich auch das Hohe Gericht.

Aber man kann nicht einem Manne b�swillig Ausschweifungen vorwerfen,

der sich weit �ber die Grenzen unserer Stadt verdient machte:

Als Komponist und als Schriftsteller.

Die Universit�t Jena verlieh ihm vor wenigen Tagen den Doktortitel:

"Dem erfindungsreichen K�nstler und gewandten Kritiker".

Ein Doktortitel im richtigen Moment! Man wei�, wie man dazu kommt.

"Erfindungsreicher K�nstler"!

Wo sind denn seine Sinfonien, seine gro�en Kompositionen?

Ein paar Klavierimprovisationen. Nichts Ganzes, nur Zerrissenes.

Und der Schriftsteller? Eine Unperson.

Versteckt sich hinter Pseudonymen wie Florestan, Eusebius.

Ein Scharlatan, der sein Unverm�gen verbergen will:

Hinter dem Ruhm und der Kunst einer Clara Wieck.

Das sind wenig konkrete Auslassungen, Herr Wieck.

Das Gericht kann keine k�nstlerischen Werturteile f�llen.

Lied von R. Schumann: "Widmung"

(Gesang) "Du bist die Ruh, du bist der Frieden."

"Du bist vom Himmel mir beschieden."

Mein Hochzeitsgeschenk sind meine Lieder.

(Gesang) "Dass du mich liebst, macht mich mir wert."

"Dein Blick hat mich vor mir verkl�rt."

"Du hebst mich liebend �ber mich."

"Mein guter Geist, mein bessres Ich!"

Nein, das w�rde ich so lassen. Wie eine Lerche, ganz einfach.

(beide singen) Daa-dadadada-daa ...

Dann die Bl�ser mit dem Thema. Daa-dada-dadaa.

Also mit dem Anfangsthema. Und unten Streicher?

Streicher, aber schon die Bl�ser ganz, ganz vorn.

Ja, das ist besser.

Das ist nicht meine Musik. Aber ich freue mich, sie zu dirigieren.

Clara, wir haben einen Namen f�r meine Sinfonie: "Fr�hlingssinfonie".

Fr�hlingssinfonie ... Sch�n.

Ich wollte nicht weiter st�ren. Nur sagen, ich geh etwas spazieren.

Darf ich Sie begleiten? Sie bleiben. Robert braucht Sie.

Schade, dass Ihr Vater weggeht. Ein Verlust f�r das Musikleben Leipzigs.

Er schickte mir meinen Fl�gel.

Ich hoffe, die Wohnung ist nicht zu klein f�r zwei Instrumente.

Bitte?

Entschuldigt mich.

Sinfonie Nr.1 B-Dur op. 38, "Fr�hlingssinfonie"

Clara brachte in zw�lf Jahren acht Kinder zur Welt.

Dieses Foto seiner Kinder lie� sich Robert Schumann bringen:

In die Nervenheilanstalt Endenich bei Bonn.

Er starb dort 1854 im Alter von 46 Jahren.

Clara �berlebte ihn um 40 Jahre.

Sie war die Herausgeberin und gefeierte Interpretin seiner Musik.

Untertitel: Rosemarie Streibig

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