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Hörst du nicht?
Das Böse...
Du bist größer. Sei vernünftig. Sie ist klein.
Das Böse.
Das Abscheuliche.
Ich hasse dich.
-Was hast du gesagt? -Au!
Au! Au!
Charlotta. Komm zurück.
Warte!
Charlotta!
Tamara, bleib da, las mich in Ruhe.
Jetzt warte doch auf mich.
Du sollst mich einfach in Ruhe lassen...
NIGHTSIREN
KAPITEL 1: ANKUNFT
Hallo?
Hallo?! Jemand zu Hause?
Wir sollten ein Feuer machen. Um uns vor dem Geist der Hexe zu schützen.
Ey, du Arsch, was soll das?
-Großer Gott. -Du wolltest doch ein Feuer.
-Warte mal. Hier, nimm. -Gib her.
Wir sind aus dem Ort. Wir haben dich kommen sehen und wollten dich was fragen.
Was?
Zum Beispiel, wie du heißt.
-Charlotta. -Weiter?
Viharova.
Soll das ein makabrer Spaß sein?
Das ist kein Spaß.
-Ihr Geist. -Ja klar Adam, ein Geist.
Dann beweise, dass das kein Spaß ist.
Juro!
-Geh nicht da rein. -Bleib hier.
-Helena, hol es. -Geh du.
"Charlotte Viharova, bitte kommen Sie am 27. März um 15 Uhr ins Gemeindebüro
zum erneuten Erbschaftsverfahren von Alzbeta Viharova.
Gezeichnet Andrej Miezgu."
-Hey, hey! -Hey!
-Fallen lassen. Lass die Axt fallen. -Aber ich muss...
-Leg die Axt weg! -Hör auf.
-Was ist denn in dich gefahren?/ Hä? -Lass es.
-Was machst du hier, Mira? -Na und du?
Plötzlich keine Angst mehr vor der Hexenhütte?
-Wo kommst du denn plötzlich her? -Ja, genau.
Mira, hör zu. Sie behauptet, Charlotta Viharova zu sein.
-Kann ich hier übernachten? -Keine Ahnung.
Auf den letzten, der hier schlief, warf die Hexe einen Baum.
Und wo ist sie jetzt?
Das weiß keiner.
-Was ist? -Da ist was drin.
-Was denn? Echt? -Weiß nicht, es hat geklappert.
-Hörst du? -Hey!
-Passt auf. -Hey!
-Hey! -Juro, wir hauen ab.
-Mira. Mira. Mira los, komm jetzt. -Hey, Hela, Scheiß drauf. Wir hauen ab.
-Mira! -Brüll nicht, steig auf.
Wir können sie doch nicht hierlassen. Mira!
-Das funktioniert nicht... -Guten Morgen.
-Morgen. -Sie wünschen?
Es geht um das Erbschaftsverfahren meiner Mutter.
-Und wer sind Sie bitte? -Viharova. Charlotta.
Hast du gehört?
Würden Sie sich bitte ausweisen?
Bitte.
Und der Brief, den ich vom Bürgermeister bekommen habe.
-Ja, da steht heute. -Ist doch aber unmöglich.
Denke ich auch. Nur eine Sekunde, bitte.
Bitte. Ich habe das kopiert.
Wir können Ihnen nicht helfen.
Der Bürgermeister ist verreist und kommt erst in der nächsten Woche wieder.
-Aber der Termin ist heute... -Wir können nicht helfen.
Bitte: nächste Woche, zu den Bürozeiten.
Der Termin war aber heute.
-Tut mir leid. Nächste Woche.
-Auf Wiedersehen. -Ja dann...
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Guten Tag.
Hallo.
Anna.
Anna Skutova?
Du weißt wirklich, wer ich bin, mein Gott.
Früher haben Sie doch da hinten gewohnt. Nicht?
Du bist es...
Wie konntest du es damals schaffen,
dich zu retten? Wir haben dich überall gesucht.
Äh, ich bin in die Stadt gerannt.
Gott, du musst furchtbare
Angst gehabt haben.
Wir haben dich gesucht.
Wieso?
Otyla, die Hexe, war doch furchtbar.
Halt! Bleib stehen du Hexe.
Deine Mutter...
und ich haben versucht, herauszufinden,
was dieses Weib dir und deiner Schwester angetan hat.
Wir haben alles versucht.
Und jetzt bist du groß.
Du hast ihre Augen.
Sie wissen nicht zufällig, wer das Haus meiner Mutter verbrannt hat?
Mama. Hier, der Einkauf.
Helena hat mir erzählt, dass du dort oben schläfst.
Dort kannst du nicht bleiben. Ich würde mir nie verzeihen, wenn dir
-was passiert. Komm runter zu uns. -Äh, danke für das Angebot.
-Hörst du? Wenn du etwas brauchst... -Jetzt komm schon.
-...dann melde dich, ja? -Ja, danke.
Elo. Mato.
Lasst jetzt das Huhn in Ruhe.
Geht eurer Mutter helfen.
-Nichts darf man. -Wieso?
Ihr tut, was ich sage.
Was soll das werden?
Ein Mond-Bad.
Versuchs mal. Ist gut für den Zyklus.
Ich bin Mira.
Die Sonne verbrennt dich, aber der Mond...
das ist was anderes.
Das ist, als wenn du gestreichelt wirst.
Zieh dich ruhig aus.
Nein, mir ist kalt.
Hast du Hunger?
Er denkt, du bist in Bratislava, ja?
Er denkt...
ich bin immer noch sauer auf ihn.
Und bist du?
Na...
Ich habe ihm eine E-Mail geschickt.
Dass er sich nach meiner Leistenbruch-Operation nicht mehr
blicken lassen muss.
Und das heißt: Scheiß auf ihn.
Tja. Otyla.
Äh, halt mal.
Das war meiner.
Früher war da mal ein Bärenbaby drin.
Aber jetzt war das da drin.
War bestimmt meine Schwester.
Sie hat immer geklaut.
Ein Kinderzahn.
Und dann dieser eklige Zopf.
Hast du Angst davor?
Weiß nicht. Ein bisschen schon.
Dann fass es an.
Was ist da noch?
Vielleicht war sie wirklich eine Hexe.
KAPITEL 2: DAS DORF
-Du lieber Gott, ich hasse das. -Haut die Mutti!
-Yippie! -Jungs, ich bin nass genug.
-Ziel auf die Beine! -Nein, auf den Kopf.
Habt ihr euch schon bei eurem Onkel bedankt?
Onkel, Dankeschön.
Ah, wartet. Ich kriege euch schon noch.
-Jungs, jetzt hört schon auf. -Wir müssen doch die Hexe jagen.
-Guck, guck, da kommt Papa. -Wartet!
-Zofa! -Wäre doch nicht nötig gewesen.
Ich hätte dir was schenken müssen.
Da hätte auch dein Bruder drauf kommen können.
Worauf? Hört auf jetzt.
Hör auf, hör auf. Hör auf, hör auf. Hör auf. Spinnst du völlig?
Yippie, Yippie. Was denn? So ist doch der Brauch.
Hör auf. Wie sehe ich denn aus?
Du hast versprochen, nicht im Kleid. Denk an das Kind.
Tomas! Tomas! Komm, wir trinken einen.
-Tag. Wer hat noch nicht? Wer will noch? -Euch allen fröhliche Ostern.
-Yippie, Yippie. -Hallo Helena.
-Prost! -Trinkt ihr immer alleine?
-Hör auf. Tomas! -Tomas, spinnst du jetzt?
-Was ist das für ein Gebräu? -Tomas, zeig's ihr!
-Den Eimer. -Ja, genau.
-Jawoll! -Jawoll!
Schön getroffen, schön getroffen Und jetzt fröhliche Ostern.
-Ich habe das gar nicht gesehen. -Dankeschön. Dankeschön.
-Rauskommen, rauskommen. -Rauskommen, rauskommen.
Jetzt kommen sie.
Schließ besser ab.
-Mira. Mach auf. Will die uns verarschen? -Macht die Tür auf.
-Macht auf. -Aufmachen.
-Mira... Wir können euch sehen. Mira. -Aufmachen. Macht schon, Mira.
-Ah! -Ja!
Hallo Mira.
-Haut ab, lasst mich los. Verpisst euch. -Komm schon, komm mit. Hab dich nicht so.
Halt still. Komm einfach mit!
-Na, wirst du wohl. Hältst du wohl still. -Da hilft kein Strampeln.
-Und du kommst auch mit. -Du kommst mit!
Hör auf!
Lasst mich in Ruhe mit euren Scheiß Bräuchen.
Außerdem ist das gefährlich.
Und jetzt ist die hier dran. Gar nicht so leicht.
Hey!
Spinnst du? Das arme Kind zu treten? Komm her, mein Junge.
-Au! -Das wollte ich nicht.
-Ach? Hilft ihm das jetzt weiter? -Verschwinde!
-Mira. Warte mal. Mira! -Lass mich in Ruhe.
Okay.
-Au. Pass ein bisschen auf. -Pst.
Du bist doch Krankenschwester. Wieso machst du das nicht?
Ich weiß nicht.
Ich glaube, an sich selbst geht das nicht.
Wer weiß, vom wem der Brief ist.
Welcher?
Der, in dem steht, dass ich erbe.
Egal. Das kriegst du sowieso nicht raus.
Das sagt dir sowieso niemand.
Weil keiner hier mit Fremden redet.
Und wie bist du hier gestrandet?
Eigentlich wollte ich etwas im Osten machen.
Aber das billigste Land gab es hier.
Weil es doch verflucht ist.
Für mich ist das egal. Mir reicht es, dass ich im Wald bin.
Wieso?
Weil es da Kräuter gibt.
Ich kriege 150 Euro das Kilo.
Das ist ein Haufen Arbeit, aber es geht.
Danke.
Scheiße.
-Was? -Juro...
"Du bist wie ein Porsche 930, aber mit Macken."
Schwachkopf.
Du und er? Ja?
Nein. Ich schlafe ab und zu mal mit ihm.
-Mit wem noch? -Was weiß ich? Wie es kommt.
Ein Pyjama.
Danke.
Das ist bei mir anderes.
Wenn ich jemanden liebe, schlafe ich nur mit ihm.
Na ja. Das ist mir bisher noch nicht passiert.
Und bei Frauen?
Was willst du andeuten?
Nein, die da ist...
...gegen Hämorriden.
Aha.
Diese ist das Narbenwunder.
-15 Euro. -Nicht heute.
Die Tür.
Warte.
Ich helfe dir, gib mir die Hand.
Was?
Das ist die Stelle.
Welche?
Hier habe ich meine Schwester...
...das letzte Mal gesehen, als ich weggelaufen bin.
-Jetzt warte doch auf mich. -Du sollst mich einfach in Ruhe lassen...
Als ich sagte, das ist die Höhle der Hexe, da sagt er...
Bist du okay?
-Was ist? Wo gehst du hin? -Zurück ins Haus.
Komm, wir gehen wieder rein.
Jetzt atme durch. Atme.
Durchatmen. Durchatmen. Sieh mich bitte an.
Sieh mich bitte an. Wir atmen zusammen. Atme mit mir. Okay?
Langsam. Leg dich hin.
Jetzt atme durch. Ich bin ja bei dir.
Er sagte immer, ich solle mich beruhigen. Aber diesmal war es schlimmer.
Ich konnte es absolut nicht kontrollieren.
Was willst du wirklich?
Wie?
Was du willst? Im Leben?
Ich weiß nicht.
Eine Familie?
Also, was? Kinder? Eins? Zwei?
Ich denke eins.
Und dann weitersehen.
Aber ich weiß nicht, ob ich...
...eine gute Mutter werde.
Meine Mutter war nicht so...
Ich will einfach nicht so wie sie sein.
Vielleicht ist es Blödsinn?
Was?
Dieser Wunsch nach Kindern.
Frauen die Kinder sehen...
die fühlen doch etwas dabei.
Wenn ich Babys sehe, dann fühle ich einfach überhaupt nichts.
Das ist doch seltsam.
Wieso denn das?
Weil das für eine Frau doch nicht normal ist.
Aha.
Nur weil man eine Frau ist, muss man also Kinder haben. Ja?
Nein.
Aber...
-alle sagen doch... -Drauf geschissen, was alle sagen.
-Aber ich... -Was? Willst du Kinder?
-Nein. -Na dann lass es doch.
Ich wollte es nicht.
Was?
Das Kind.
Weil ich es nicht wollte.
Deshalb ist es in mir gestorben.
Ich habe es umgebracht.
Was heißt das?
Eine Fehlgeburt, verstehst du?
Aha.
Also kein Leistenbruch.
Also ich wollte ja...
schwanger werden.
Wir wollten das seit zwei Jahren.
Dann hat es endlich geklappt.
Es schien alles gut zu gehen.
Alles war gut.
Sie war gesund.
21 Wochen. 300 Gramm.
Und dann ist irgendwas schiefgelaufen.
Ich kann nicht mal das.
Ich kann nicht mal ein Baby am Leben halten.
Ich versaue einfach alles.
Kein Wunder, dass er mich verlassen hat.
Was für ein Arschloch.
Verlässt dich nach einer Fehlgeburt!
Du scheinst nicht zu verstehen.
Ich habe alles vermasselt.
Ich habe mich selbst belogen.
-Charlotta, du... -Ich hab ihn angelogen.
Ich habe mein Baby umgebracht.
-Und ich habe meine Schwester getötet. -Charlotta!
Tut mir leid, ich wollte nicht...
KAPITEL 3: DAS WILDE KIND
Hast du hier gar keine Angst?
-Hab ich. -Du könntest doch gehen.
Du erbst sowieso nichts, es ist alles verbrannt.
Wer hat das Haus meiner Mutter abgefackelt? Otyla?
Ruf sie nicht her, indem du das aussprichst.
Dann könnte sie mir wenigstens die Wahrheit sagen.
Sie hat den Ort verflucht. Das ist die Wahrheit.
-Wieso sollte sie ihr Haus verfluchen?! -Weil sie ihr...
Man hat ihr das Kind weggenommen.
Welches Kind?
Es war gar kein richtiges Kind.
Es hat um sich gebissen.
Und konnte nicht sprechen.
Würdest du so nett sein...
Hela!
Nur eine Schlange.
Aha. Darf man dir auch einfach so den Kopf einschlagen?
Du bist nur ein Mensch.
Dann bring es jetzt zu Ende.
Wirst du sie jetzt erlösen?
Schlangen haben keine Seele.
Hela. Warte.
Was ist aus dem Kind geworden?
-Hela! -Welches Kind?
-Otylas tollwütiges Kind. -Ich bitte dich.
-Guten Morgen. -Hallo.
Willst du jetzt doch zu uns kommen anstatt da oben zu leben wie ein Zigeuner?
Gepriesen sei der Herr.
Sieh mal, Fero. Weißt du noch, Charlotta?
-Weißt du noch, wer das ist? -Hallo.
Charlotta sah anders aus.
Ja, natürlich, natürlich. Jetzt ist sie älter.
Jetzt ist sie ja schon eine Frau.
Hela.
-Erzähl mir die Geschichte von dem Kind. -Nein.
Bist du sauer?
Nein.
Hela. Warte doch mal, hör mir zu.
Was geht dich das an?
Ich muss das wissen. Vielleicht war das meine Schwester.
Seit du hier bist, dreht sich alles nur um dich.
Warte doch.
Mira ist meine Freundin.
Was?
Seit du hier bist, ist sie ganz anders.
Das ist doch Unsinn.
Nein.
Warte.
Hela!
Ah...
Du hast ihr das niemals gesagt?
Na geht's noch?
Und du hältst die Klappe, sonst bringe ich dich um.
-Sie könnte dich zurückweisen, mehr nicht. -Lass es.
Sprich nicht mehr darüber.
-Wenn Mira aber auch auf Frauen... -Schnauze!
Und dieses Kind?
Hä? Welches Kind?
Na, das wilde.
Was ist passiert?
War das vielleicht Tamara?
Na ja, was weiß ich.
Sie haben es irgendwohin gebracht.
Ich habe es nie gesehen.
Da bist du. Ich habe dich gesucht. Anna flippt aus.
-Mira! Mira! -Um Gottes Willen.
-Komm schon steh auf. Na los. -Mira, du...
Könnten wir nicht... Oh je.
-Krieg mich doch. Krieg mich doch. -Oh je...
Oh mein Gott.
-Krieg mich doch. Du musst dahin. -Was habt ihr mit ihr gemacht? Helena.
-Ja... -Helena. Und du!
-Lass sie los. Du auch. -Warte, ich helfe dir.
Helena. Komm. Komm rein.
Mira, siehst du mal nach meiner Ziege?
-Komm, komm. -Jungs, ihr kommt jetzt auch rein.
Bist du die Hexe?
Spinner.
Ich kenne keine Hexe, die nicht weiß, wie man eine Sense schärft.
-Ich bin ja keine Hexe. -Aber natürlich.
Sonst wärst du nicht so freundlich zu mir.
Warte.
Darf ich?
Bitte.
Pass auf...
Du fasst hier an.
Ja...
Und...
Nein... Ja fast.
So, bis zum Schluss.
Du lernst sehr schnell.
Na geht doch.
Ja.
Jetzt hast du es.
Guten Tag.
Na du?
-Hast du deine Meinung geändert? -Nein, ich bleibe da oben.
Tut mir leid, aber ich muss fragen:
-Ich muss wissen, wo das wilde Kind ist. -Hör auf, mein Gott.
Lotka, ich weiß es nicht.
Was machst du denn? Gib sie wieder.
Was ist passiert? Wieso wurde das Haus abgefackelt?
Sie hat gesehen wie sie in den Wald ging. Da oben.
Die Zigeunerschlampe.
Wer?
Na, deine Mutter natürlich.
Bei Vollmond saß sie da am Feuer.
Splitternackt und was weiß ich, was noch.
-Lotka, gib die Gans her. -Wo ist das Kind? Ist es Tamara?
Ich sage dir sowieso nichts. Gib sie her!
-Gib her, ich mache das. -Oh, nein, lass...
Die Schlampe hat Tamara getötet.
Du konntest dich retten.
Meine Mutter hatte mich verprügelt.
Diese Sünderin.
Deine Mutter hat zu lange gewartet.
Und unser Herr hat sie dafür bestraft.
Gewartet?
Auf die Taufe.
Jeder weiß, dass Hexen nur
Kinder nehmen, die nicht getauft sind.
Diese Kinder opfern sie für ihre Rituale.
Sie beschmieren sich mit ihrem Blut, damit sie ewig jung bleiben.
Die getauften Kinder töten sie nicht, die ziehen sie wie ihre eigenen auf.
Deshalb hat sich die Hexe hier niedergelassen...
und gewartet.
Worauf gewartet?
Auf weitere ungetaufte Kinder.
Das heißt, Otyla hat Tamara umgebracht.
Glaub es oder nicht. Aber jeder weiß,
dass ihr Tamara nicht genug war.
Sie musste auch deine arme Mutter loswerden.
Aber sie und Otyla waren ewig Nachbarn.
Damit sie an das wilde Kind ran kommt.
Oder meinst du, deine Mutter hätte das erlaubt?
Ich will wenigstens wissen, ob es sich bei diesem wilden Kind um Tamara handelte.
Ich habe genug jetzt.
Lass es gut sein.
Was suchst du hier noch?
Glaub mir, ich habe versucht, dich zu beschützen.
Aber du wolltest nicht.
Wir fanden es da, wo die Hexen sich getroffen haben.
Was ist das denn?
Pfui...
Verschwinde hier!
Mira. Lass sie. Sie ist eine Hexe.
-Bist du verrückt? Lass mich. -Bleib. Vergiss sie.
Lass mich! Geh nach Hause!
KAPITEL 4: OTYLA
Otyla?
Na du?
Hat Helena Recht gehabt?
Guten Morgen, du Hexe.
Warte.
Hier. Bitte.
Fero ist ein Schwachkopf.
Ehrlich. Was ist sein Problem mit dir?
-Igitt, was ist das? -Blutstiller.
Ich reiße mir die Haare aus.
Du tust was?
Das ist eine Störung. Ähnlich wie Nägel kauen.
Bei mir sind es die Haare.
Das ist Weidenrinde.
Schmerzlindernd.
Sagt meine Oma. Wirkt aber wirklich.
Wieso hast du die Störung?
Dass deine Schwester tot ist, weißt du doch schon lange, oder?
Vor langer...
Ich weiß nicht mehr, ewig her schon...
Aber jetzt fühlt es sich an, als war es gestern.
Oder jetzt.
Selbst wenn sie noch leben würde...
Du konntest sie nicht leiden. Das verstehe ich nicht.
Nein, na wie auch?
Und es wäre besser...
dass du die Klappe hältst, wenn du es nicht verstehst.
Okay, ich halte die Klappe. Ich verstehe, es tut weh.
Lass es an mir aus, wenn dir das gut tut.
Weißt du, was mir guttut?
-Das hier tut mir gut. -Lass das.
Charlotta, hör auf oder ich gehe.
Na dann geh doch.
Geh doch!
-Charlotta! -Verschwinde.
Okay.
Mira.
Mira?
-Was habt ihr mit ihr gemacht? -Nichts.
-Glaub den Kindern. -Soll ich das, ja?
Du weißt, wie sie Hühner und Gänse behandeln.
Du hättest längst einen Tierarzt rufen können.
Geht's noch? Ich knall dir gleich eine.
-Wer hat das getan? Rede! -Wir haben nichts getan.
Du kriegst den Hinter voll, bis du es sagst.
-Ich sage die Wahrheit. -Au, was soll das?
Aha.
Frauen und Kinder, ja?
Wie ein ganzer Kerl.
Ach. Na und?
Misch du dich da nicht ein.
Du kannst mitreden, wenn du eigene Kinder hast.
Nochmal... Wer hat das gemacht?
Wir haben der Ziege nichts angetan. Warum glaubst du uns denn nicht?
Sie liegt doch aber hier. Ich war es jedenfalls nicht.
-Mira war es. Sie ist eine Hexe. -Eine glatzköpfige!
Was erzählt ihr für einen Unsinn, hä?
Noch nie eine Muschi gesehen?
Willst du Schlampe mich anmachen?
Davon träumst du.
Eher würde ich im Dreieck kotzen.
Dich macht doch nur an, Frauen und kleine Kinder zu verprügeln.
Schlappschwanz.
Ich komme gleich.
Lass mich. Lass mich los!
Spinnst du, was soll das?
Wir sind doch Mann und Frau oder?
Josho, komm her.
Komm her, Kumpel.
Komm her.
Guter Junge.
Mach sitz.
Mach sitz. Und jetzt bei Fuß. So ist brav.
Beta!
Beta!
Beta? Beta!
Ich habe Tamara. Beta!
KAPITEL 5: MITTSOMMERNACHT
-Prost, prost, prost. -Prost!
-Haut weg den Scheiß. -Du hast sie gefickt?
Na. Aber und wie. In Ihrem Holzschuppen.
Na sieh mal. Wenn man vom Teufel spricht...
Mira, Mira, lässt du mich auch mal ran, kleine Nutte?
-Ey! Mira ich würde dich auch lecken. -Vier achtzig bitte.
Zeig uns auch mal deine Fotze!
-Stimmt so. -Danke.
-Jetzt hab dich nicht so. -Komm. Zeig uns mal deine Fotze.
Hast du die Brustwarzen gesehen? Daran kannst du einen Mantel aufhängen.
Jetzt sag mal, du hast sie doch gesehen: ist sie da unten rasiert?
Tomas, sag. Ist sie da unten rasiert?
-Kommst du mal mit auf dem Rummelplatz? -Jetzt nicht.
Nein, das ist ein Dschungel.
-Geht zu Mami. -Wir dürfen nicht in den Autoscooter.
Aber du musst uns helfen. Sie lassen uns nicht mitfahren.
Jetzt nicht. Ich gebe euch gleich eine, wenn ihr nicht verschwindet.
Na ihr zwei. Seht mal hier.
-Lasst uns anstoßen Freunde. -Danke.
Dann Prost!
Was ist das?
Na, mein Liebestrank.
Hela, warte mal. Hela.
Tanzen wir?
-Dazu? Echt? -Klar. Ist doch lustig.
Doch.
-Komm, gehen wir. -Nein.
-Ich weiß nicht. -Komm, ich zeig es dir.
-Wollen wir auch? -Was?
Auf geht's. Alle.
Ja!
Monty, spiel.
Elo! Mato!
Tomas, wo sind denn die Kinder?
Elo!
Mato! Wo seid ihr?
Drehst du jetzt durch?
Was erwartest du denn, wenn du hier wie eine Hure rum hopst?
Verschwinde endlich wieder, du Schlampe.
Ich muss mich doch hier nicht begrapschen lassen.
Oder ist das normal?
Wir sind hier anständige Leute.
Klar.
So anständig, dass man hier Frauen und Kinder schlägt.
Was!?
Heuchlerische Bande.
Du hast die Ziege getötet.
Und die Gans verhext. Und was noch, glatzköpfige Hexe?
-Mato! -Vergiss es!
-Das sieht aus wie ein Dosenöffner. -Was?
Na da. Sieh doch.
Mira? Was hast du in die Becher getan?
Äh, das ist mein PP.
Was bedeutet PP?
Peinliche Penner.
Plüsch Pantoffeln.
Ping Pong.
Politische Partei?
Seht ihr das?
-Aha. -Klar.
Ihr wisst doch gar nicht, wohin ich zeige.
-Wer sie kriegt, bekommt sie. -Ah!
Los, kommt mit.
Hilf mir mal.
Wartet doch mal.
Was ist denn?
Warte, ich helfe dir. Was ist?
KAPITEL 6: DIE SCHWESTER
Tamara.
Wirfst du mich runter?
Eins.
Zwei.
Drei.
Vier.
Bist du verrückt? Wieso sollte ich das tun?
Weil du mich hassen musst.
Wieso hast du mir nichts gesagt?
Weil ich Angst hatte.
Dass du...
wieder weglaufen würdest.
Verzeih mir.
Na prima.
-Holen wir die Polizei? -Nein. Warte.
Laptop ist da.
Das Geld auch.
-Das war sicher das Arschloch. -Wer?
Tomas.
Jetzt zieh die nassen Sachen aus. Ich wasche sie gleich.
Der Erbschaftsbrief...
Äh, nun, den habe ich geschrieben.
Tut mir leid.
Ach, das macht doch nichts.
WAISENHAUS SECOVCE
Wie lange hast du nach mir gesucht?
20 Jahre?
Nachdem du weggelaufen bist, habe ich eine Zeitlang bei Otyla gelebt.
Wieso bei Otyla?
-Nun, hey, ich habe ein paar Jahre... -Wieso nicht zu Hause?
Na...
Als ich nach meinem Sturz bei Otyla aufgewacht bin...
Mira? Mira?
Geh nicht raus.
Bleib lieber liegen.
...ging ich in unser Haus.
Da hing Mutter von der Decke.
Hab keine Angst, nein? Sie tut dir nichts.
Streichle sie ruhig. Mh?
Zofa?
Zofa, hol Anna.
Zofa!
Helena lag unter dem Felsen.
Und Elo und Mato?
Keine Spur von ihnen.
Was soll das heißen, "Keine Spur von ihnen"?
Dass wir sie bis jetzt einfach nicht gefunden haben.
-Hela. Helena! -Bringt sie ins Trockene.
Mira, ruf den Krankenwagen.
Hey. Hörst du mich?
Hallo? Polizei?
Zofa Smahová. Von vorhin, ja. Ja, die vermissten Kinder.
Ja, sie sind immer noch fort. Mein Mann hat sie nicht gefunden.
Halt durch.
Gott, was ist passiert?
-Los! Bringt sie ins Haus. -Sie darf nicht bewegt werden.
-Fass sie nicht an. -Ich bin Krankenschwester!
-Fass sie nicht an, du verschwindest. -Soll sie vielleicht verbluten?
-Soll sie sterben? -Schafft diese Schlampe hier weg.
Sie ist das Böse. Sie darf sie nicht anfassen.
Sie wird sterben. Helena.
Zofa, hol die Axt und das Salz.
Ich sag doch, sie haben am Feuer gespielt. Und danach hat sie keiner mehr gesehen.
-Lass mich los, Mann. -Das kann nicht Ihr Ernst sein.
-Sie sind noch gar nicht losgefahren. -Scheiße, das gibt's doch nicht.
-Lasst mich! -Halt die Schnauze!
-Zofa! Das Salz. -Jetzt nicht.
Ihr sollt mich loslassen.
Also, der Krankenwagen kommt gleich.
Hela. Helena. Durchhalten, ja, ja? Helena.
Hela.
-Hela. -Verschwindet. Geht weg von ihr!
Tomas...
Jetzt verschwindet. Ihr beide sollt sie nicht anfassen.
Zurück. Ich mache euch kalt.
Weg da. Zurück.
Haut ab, Schlampen. Los, weiter. Verschwindet.
Sie haben sie getötet. Helena...
Mira. Mira! Mira!
Wo sind meine Kinder?
KAPITEL 7: DIE HEXEN
Elo. Mato.
Mato. Elo. Mato.
Mato!
Elo! Mato. Hallo? Wo seid ihr?
Kinder, wo seid ihr? Mato? Elo?
-Mato? -Glaub mir, wir verschwenden unsere Zeit.
Die haben sie.
Du weißt, wozu sie fähig sind.
Mato?
Die Bullen werden uns nicht helfen. Du siehst doch, die scheißen auf uns.
-Mato? -Mato?
-Als ob die Bullen jemals helfen. -Elo?!
Mato?!
-Zofa? -Ja.
Zofa, hör zur.
Mato?!
Zofa!
Elo?!
Aber wir kontrollieren nur die Hütte.
Adam, Juro. Los, kommt mit.
Juro geht nicht ran.
Mira?
Komm, wir sollten gehen.
Aufstehen! Was hat mein Hündchen?
-Na, und zwar plötzlich. -Und ab in die Ecke da.
Macht schon.
Und du Mira, runter.
-Runter. Mach schon. -Halt sie fest, halte sie fest.
-Au! -Die Hände fesseln.
-Runter. -Au!
-Lasst sie los! -Halt die Fresse.
Sie sind nicht hier.
Was macht ihr? Du hast es versprochen.
-Wonach sucht ihr? -Lasst doch diese Heuchelei.
Wir wissen, ihr habt sie.
Was haben wir?
Hach... Dann stimmt es doch?
Ich wollte es nicht glauben.
Was ist das? Ultraschall?
Ich bin ihre Mutter. Kennst du die Angst nicht?
-Wovon redet ihr da überhaupt? -Hey, hey, hey!
Ihr habt Mato und Elo doch.
-Also, was habt ihr mit ihnen gemacht? -Warte.
Du erwartest ein Kind?
Ist das so?
Nein.
Deins ist weg, jetzt willst du meine.
Zofa, ich würde niemals deine Kinder haben wollen.
Ausziehen!
Zieh dich aus, Mann!
Wird's bald Schlampe?
-Wo sind sie? -Keine Ahnung.
So. Vielleicht weißt du mehr?
Deine Kinder sind weggelaufen, weil du sie verprügelst,
weil du Arsch nichts anderes kannst als...
Wo sind meine Kinder, hä?
Wo sind meine Kinder? Mach die Klappe auf. Wirst du wohl? Hä?
Gott weiß, wo sie sind. Wir müssen sie suchen.
Josho, komm.
-Du bleibst hier bei ihnen. -Was, mit denen allein hier?
-Du bleibst auch hier. -Ich gehe mit dir suchen.
Du kriegst was aus ihnen raus. Sind die Kinder im Wald, finde ich sie.
Adam, wir gehen.
Zieh dich an.
Mach schon.
Kann ich ihr den Lappen rausnehmen?
Glaubt ihr echt den Unsinn?
Zofa, ich glaube ja, dass du dir Sorgen machst, aber du
-bist doch nicht so dumm wie Tomas. -Sei still.
Haltet ihr uns wirklich für zwei gefährliche Hexen oder so?
Sei ruhig. Los. Zum Tisch.
Superheld, ja?
Mit einer Waffe auf gefesselte Mädchen zielen.
-Wird er dir hart dabei? -Was?
Halt die Klappe.
Viele greifen bei Impotenz zu ungewöhnlichen Mitteln.
Sei ruhig!
Du musst Efeu dringend meiden. Der würde dich noch kranker machen.
Wie sollte es heißen?
-War es schon tot, als es zur Welt kam? -Was soll das jetzt?
Muss schlimm gewesen sein.
Wie ist es, mit einem Vergewaltiger zu leben?
Was weißt denn du schon?
Ich weiß zumindest, wie man jemanden verlassen kann.
Aber ich werde niemanden verlassen.
Im Guten wie im Bösen. Das sagt Gott.
Alles klar.
Und was sollte das auch bringen? Sie sind alle gleich.
Wisst ihr was?
Wenn ihr mir jetzt sagt, wo Elo und Mato sind...
dürft ihr gehen.
Und Tomas wird euch dann nicht mehr suchen. Versprochen.
Ich muss mal, bewach du sie.
Was siehst du da?
-Wo? -Na, da unten!
Kräuter.
Warte kurz, ich helfe dir.
Elo?!
Mato?!
Scheiße.
-Nein, bleib hier, bleib hier. -Au, Juro, hör auf.
Halt!
Steh auf. Steh schon auf.
Oh Gott, Zofa.
Komm her. Komm hoch, komm hoch.
Komm schon, ich helfe dir. Vorsicht. Vorsichtig.
-Lass mich. -Komm schon.
Nein bleib hier. Besser. Ich hole schnell Hilfe. Hilfe.
Elo.
Mato?!
Tomas?
Tomas?!
Was ist passiert? Sag schon. Das büßen sie. Warte.
Tomas, komm zurück. Bitte Tomas.
Wie geht es ihr?
Juro holt Hilfe. Bind mich los, ich helfe ihr.
-Das war jetzt zu viel. -Was?
Tomas?
Was soll das?
Tomas, wir müssen sofort Zofa helfen gehen.
Tomas!
Nein, nein, nein. Das kannst du nicht...
Nein, Tomas...
Tomas...
Tomas, mach das aus. Komm zurück. Tomas!
Tomas, hilf mir! Feuer! Feuer!
Oh Gott. Scheiße. Scheiße, nein, nein, nein! Feuer. Feuer!
Feuer! Feuer...
Keine Atmung.
Mira.
Atme. Mira!
Mira, atme. Mira.
Komm schon. Mira, komm wieder.
Mira!
Mira!
Mira!
Mira...
Hey, nicht vordrängeln.
MONIKE POTOKÃROVEJ GEWIDMET
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