All language subtitles for 2019_Stiller Verdacht.deu

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Original subtitles

* Bewegte Klaviermusik *

Thomas Kertez

Alice Kertez

Sophie Lancelle

Hast du dich gekämmt? Nein.

Du musst dich kämmen!

Guten Morgen!

Alles klar? Guten Morgen, Schatz.

Hast du gut geschlafen? Abgesehen davon ...

dass er nicht gekämmt ist.

Ich hab dir Tee gemacht. Danke!

* Sanfte Klaviermusik *

Auf geht's, komm!

* Schlüsselbundklappern *

Hast du alles? Ja.

Nichts vergessen? Nein.

Halt, warte! Dann einen schönen Tag!

Danke. Hey, hey, hey! Was hast du vor?

Du willst doch nicht gehen, ohne mir einen Kuss zu geben?

Also, schönen Tag! Bis heute Abend!

* Er seufzt. *

Die Mütze! Ach ja.

Hier.

Danke.

Du hast die Tür eben erst überprüft.

Du wirst langsam alt.

Weißt du, was der Alte dir gleich sagt?

Hier. Danke.

* Musik verklingt. *

* Vogelzwitschern *

* Klopfen *

* Klopfen *

Ich komme.

Ja, bitte? Guten Tag, Madame.

Mein Name ist Kerzaoui, Bundespolizei.

Wohnt hier Thomas Kertez?

Ja, das ist mein Mann.

Ich habe eine Vorladung, morgen um zehn auf dem Revier.

Ja, aber worum geht's?

Darf ich Ihnen nicht sagen, Madame.

Soll ich lieber später noch mal kommen?

Nein, ich nehm sie. Danke, schönen Tag noch.

Auf Wiedersehen. Wiedersehen.

* Angespannte Musik *

* Autotür fällt zu, Motor startet. *

* Unheilvolle Musik *

* Vogellaute, Musik verklingt. *

Du wirst sehen, damit ist es leichter.

So...

So, das war's.

Aber wenn du das nächste Mal Katze spielst,

klettre lieber nicht auf einen Baum.

Ist klar. - Danke, dass du uns sofort drangenommen hast.

Ist doch klar. Übermorgen sehen wir uns wieder.

Bis dann. - Auf Wiedersehen!

Auf Wiedersehen. Hallo.

Dann bis gleich. Ja.

Madame Tyran, bitte. Ja.

Langsam. Wir haben's nicht eilig. Kein Problem.

Nehmen Sie bitte Platz.

Ich werde das schnell wegräumen.

* Leise Soulmusik im Hintergrund *

* Fernes Hundebellen *

Danke.

Und er hat nichts weiter gesagt? Nein. Aber er wirkte sehr ernst.

Was steht da? Keine Begründung. Ist nur eine Vorladung.

Romain, mach deine Schularbeiten.

Wieso ohne Begründung?

Das ist doch seltsam. Weißt du, worum es gehen könnte?

Keine Ahnung. So was hab ich noch nie bekommen.

Mit gefällt das gar nicht.

Na, es wird schon nichts Schlimmes sein.

Na gut.

Romain, konzentrier dich. Ja.

* Vogelkrächzen *

* Stimmengewirr, Geschirrklappern *

Danke!

* Verkehrslärm *

* Kinderstimmen *

* Telefonklingeln, Stimmengewirr *

Die Akte.

Also, was soll ich hier? Was wollen Sie von mir?

Ein Auto, das ganz so aussieht wie Ihres,

wurde neulich bei einer Reihe von Einbrüchen verwendet.

Wie lange leben Sie schon in dieser Gegend?

Zwölf Jahre.

Kennen Sie Mayenne? Ja.

Ich war da mal auf der Durchreise. Warum?

Äh... Ihr Vater war Russe, ja?

Und Ihre Mutter Französin? Mhm.

Sie haben 30 Jahre in Russland gelebt.

In Saransk. Ja, das stimmt.

Als Sie hergekommen sind,

gab es Schwierigkeiten mit Ihren persönlichen Daten.

Warum? Ah.

Das wieder. Wieso "das wieder"?

Weil mich das seit 14 Jahren verfolgt.

Als ich in Russland die französische Staatsbürgerschaft beantragt habe,

machte das Konsulat Fehler, seither bringt mir das Ärger mit Behörden.

Haben Sie noch irgendwelche Kontakte in Russland? Nein.

Meine Eltern sind gestorben, als ich 18 war.

Sie hatten mal eine Gesichtsoperation. Ja.

Ja, ich hatte einen Autounfall.

Ich bin voll gegen die Scheibe geknallt.

Stirnbein gebrochen, Nase gebrochen und Unterkiefer gebrochen.

Aber verdächtigt man mich nun wegen irgendwas?

Wie lange schon kennen Sie Ihre Frau?

* Unheilvolle Musik *

Und?

Er kann das Leben von Thomas Kertez gut beschreiben, aber ist es seins?

Glauben Sie, dass er dessen Identität gestohlen hat?

Er hat die Statur von Durieux-Jelosse.

Und dieser Autounfall ist ihm sehr zupassgekommen.

Womöglich hat er Kertez beseitigt und seinen Platz eingenommen.

Ja, und haben wir eine DNA-Probe von Durieux-Jelosse?

Kennen Sie denn die Akte nicht?

Er wurde adoptiert.

Und vor seinem Verschwinden hat er das Haus mit Chlorbleiche gereinigt.

* Düstere Musik *

* Musik verklingt, Möwenkreischen. *

Und, worum ging es nun?

Es ist unfassbar. Die halten mich für einen Einbrecher.

Du nimmst mich auf den Arm.

Nein, ich schwör's dir.

Die haben mir eine Stunde lang ausgequetscht.

Über mich, über mein ganzes Leben.

über uns!

Über meine Eltern...

Ich wusste nicht mehr, wo mir der Kopf steht.

Aber wie kommen die auf dich? Wegen meines Wagens.

Zeugen haben ihn angeblich wiedererkannt. So ein Quatsch!

Und was hast du ihnen gesagt?

Die Wahrheit.

Dass ich nicht damit zu tun hab.

Und ich bin höflich geblieben.

Dann bis nachher. Ja.

Bis dann.

Dadurch lassen wir uns nicht deinen Geburtstag versauen.

Also dann.

* Partymusik, Stimmengewirr *

Virginie. Ah, danke, Thomas!

Vielen Dank, Thomas!

Zum Wohl! Auf dich!

Na, ihr? O ja.

Ines hat gesagt, du baust eine Hütte für Romain?

Du meinst den Holzhaufen hinten im Garten?

Romain! Romain, wenn du in den Garten gehst, zieh die Jacke an.

Romain, bitte zieh dir deine Jacke an.

Hast du gehört? Ines, das gilt auch für dich!

Los, los, zieh die Jacke an!

Na, komm, Ines, du auch.

Robert, hast du gesehen, dass wir den Motor fürs Boot bekommen haben?

Gieß lieber ein, statt über die Arbeit zu reden. Bitte!

Alles klar, mein Schatz?

* Sie erschreckt und lacht. *

Sieh mal, was ich jetzt gemacht habe?

Das ist eine tolle Geburtstagsfeier. Ich liebe dich.

Und ich dich auch.

So. Jawohl.

* Energisches Klopfen *

* Energisches Klopfen *

* Klopfen * Was ist hier los?

* Leise angespannte Musik *

* Klopfen *

* Dumpfe Männerstimmen *

Ja? Das ist eine Hausdurchsuchung, Madame. Sie müssen uns reinlassen.

Was?

Moment mal, Sie können hier nicht einfach rein.

* Beklemmende Musik *

* Klirren *

Nein, bitte fassen Sie das nicht an, Vorsicht!

Bitte lassen Sie mich meine Arbeit machen.

Vorsicht! Wir passen schon auf.

Was ist hier los? Keine Ahnung.

Was machen Sie da?

Darf ich erfahren, was hier vor sich geht?

Das ist eine Hausdurchsuchung Monsieur Kertez.

So eine Scheiße! Maman!

* Angespannte Musik *

Ich bin Ihrer Vorladung gefolgt wie ein guter Bürger

und jetzt platzen Sie hier so rein!

Was glauben Sie, wer Sie sind? Bitte beruhigen Sie sich.

Dazu haben Sie kein Recht. Doch, haben wir.

Sie haben sich enorm verändert. Ihr Kinn, Ihre Nasenform.

Sie sind kaum wiederzuerkennen, gute Arbeit.

Ich versteh kein Wort.

Ich suche Sie schon seit vielen Jahren.

Jetzt kommen Sie mir nicht mehr davon.

* Düstere Musik *

Ist das alles von Ihrer Vergangenheit?

Wie gesagt, der Rest ist in einem Feuer in einem Möbellager verbrannt.

Die Versicherungsmeldung ist da.

Und was ist das? Mein Einbürgerungsantrag.

Aber den haben Sie doch schon.

Wir nehmen alles. Moment mal! Das sind meine Originaldokumente.

Die bekomm ich doch wieder, oder?

Monsieur, bitte. Gehen Sie wieder runter.

* Beklemmende Musik *

Nein, nicht, seien Sie vorsichtig!

* Rumpeln, Klirren * Verdammte Scheiße!

Sie gehen runter, haben Sie verstanden?

Sie sind verrückt.

Sie sind vollkommen verrückt.

Gehen Sie wieder runter.

* Musik verklingt. *

Maman, die haben alles auf den Boden geworfen.

Ich weiß, mein Schatz. Hab keine Angst.

Die sind bald weg und dann räumen wir auf.

Sie verwüsten ein Kinderzimmer. Haben Sie keinen Anstand?

Was suchen Sie hier überhaupt? Ich versteh das nicht.

Hallo?

Was suchen sie hier?

* Regenprasseln *

Ich muss Ihnen das nicht sagen.

Erinnern Sie sich an Durieux-Jelosse?

Ja, wie jeder. Was hat das mit uns zu tun?

Ein Mann ohne Vergangenheit, ohne Familie?

Mit Gesichtsoperationen?

Sehr praktisch, um ein neues Leben zu beginnen, finden Sie nicht?

Haben Sie den Verstand verloren?

Wie kommen Sie denn auf so eine absurde Idee?

Niemand denkt sich aus, dass ein Mann seine ganze Familie ermordet.

* Düstere Musik *

* Musik verklingt. *

Sophie!

Und? Wie sieht's aus?

Bisher nichts, aber da ist was mit dem Typ.

Den braven Familienvater nehm ich ihm nicht ab.

Wir werden weitergraben. Pass auf.

Du hast schon mal was in dieser Sache verkackt.

Also mach keinen Wirbel. Wir haben einen Berg neuer Fälle.

Mach deine Arbeit!

Meine Arbeit ist, den Typ zu kriegen,

der seine Frau und Kinder ermordet hat.

* Kusslaute * Was ist, Flavin?

Hast du den Schnuller vergessen?

Das ist alles von den Kertez.

Ich möchte, dass du alles eingibst

und mit den Daten zu Durieux-Jelosse vergleichst.

Ich will alles wissen, ja? Okay.

Was hat die Gesichtserkennung ergeben,

die dein Kumpel beim Geheimdienst hat durchlaufen lassen?

Freu dich nicht zu früh, das ist vor Gericht nicht verwertbar.

Außerdem haben die beiden nicht die gleiche Statur.

Zwischen den Aufnahmen sind 15 Jahre.

Allerdings haben die Augenhöhlen den gleichen Abstand zueinander.

* Sphärische Musik *

Die Schädelform ist gleich ...

die Augen stimmen überein,

wie auch das Kinn ...

und die Nase.

Als er vor mir stand, hab ich mir gedacht,

dass da noch jemand anders unter seiner Haut ist.

Und dieser Typ will bestimmt nicht gefunden werden.

Ich muss ihn mit irgendwas provozieren,

um ihn aus der Reserve zu locken.

Und wie willst du das machen?

* Spannungsvolle Musik *

* Musik verklingt. *

"Courrier du Morbihan, guten Tag."

Hallo. Würden Sie mich bitte mit der Redaktion verbinden?

"Augenblick, bitte."

* Kirchenglocken, Kinderstimmen, Vogelzwitschern *

Hallo, Caro!

Guten Tag! Ich muss los.

Bis dann!

Geht's Ines besser? Es geht ihr besser, ja.

Ja? Tut mir leid, ich muss gehen.

* Unruhige Musik *

Guten Tag!

Was ist los? Geht's dir nicht gut?

Hast du's noch nicht gesehen? Was hab ich nicht gesehen?

* Unruhige Musik *

(leise) Scheiße!

"Wie wir aus unterrichteten Kreisen erfahren haben,

lebt Durieux-Jelosse seit etwa zehn Jahren in unserer Gegend."

"Er arbeitet als Vorarbeiter in einer Schiffswerft."

"Seine Frau und er haben einen achtjährigen Sohn."

"Nachbarn berichten von einer Hausdurchsuchung am letzten Samstag,

die allerdings nichts ergeben hat."

Hallo, Jungs.

* Maschinenlärm *

* Handyklingeln *

Hallo?

Das gibt's doch nicht.

* Regenprasseln *

* Sie seufzt. *

Bedrückt dich etwas?

Bitte sag es mir.

In der Schule sagen sie, dass Papa mich umbringen wird,

wenn ich schlafe. Deshalb will ich nicht mehr schlafen.

Hör nicht darauf, was die sagen.

Das ist dummes Zeug, ja?

(sanft) Komm.

* Dumpfes Telefonklingeln *

* Telefonklingeln *

* Es klingelt unaufhörlich. *

Hallo?

Hallo? * Aufgelegt *

Wer war das?

Niemand.

* Sie seufzt. *

Das ist nicht mehr zu ertragen.

Seit heute früh sprechen alle nur darüber.

In der Praxis sieht man mich an wie eine Aussätzige.

In der Schule wird Romain angemacht!

Wir müssen von der Zeitung eine Gegendarstellung verlangen.

Die nennen meinen Namen nicht im Artikel,

das würde nach hinten losgehen.

Die können doch nicht solche furchtbaren Dinge schreiben.

Du weißt, der Anwalt sagt, wir können nur abwarten.

Was denn abwarten? Dass die uns mit Steinwürfen verjagen?

* Telefonklingeln *

Lass! Lass nur. Ich geh schon.

Hallo?

* Düstere Musik * Hallo?

Leck mich am Arsch!

* Düstere Musik *

* Düstere Musik, Klicken *

Hast du nicht geschlafen?

Nicht viel, nein.

Ich suche Leute, die mich gekannt haben, als ich in Russland war.

Die bestätigen können, dass ich es bin. Absurd, oder?

Hast du was gefunden? Nein, nichts.

* Kräftiges Klicken *

* Klicken *

Du kommst aus - wie heißt das? - Zanks?

Saransk. Saransk.

Und da findest du niemanden?

Mir fehlt jeder Kontakt. Das ist ewig her.

Meine Bekannten da sind bestimmt nicht auf Facebook.

Mh. Und hast du keine Cousins oder entferntere Verwandte?

Meine Eltern waren beide Einzelkinder,

und keine Familienmenschen.

* Er seufzt und klickt weiter. *

Oh, verflucht. Was ist?

Wir essen bei meinen Eltern. Hab ich vergessen.

Das fehlt grade noch. Lass dir eine Ausrede für mich einfallen.

Nein, dann wird es noch schlimmer.

* Krähenkrächzen, Vogelzwitschern *

Mein Spatz, möchtest du noch Pommes frites zum Fleisch?

Nein, danke. - Wirklich nicht?

* Sie lacht verlegen. *

* Standuhrticken *

Und wie läuft es in deiner Praxis?

Wunderbar. Hab viel zu tun.

Die Versicherungen zahlen aber ziemlich langsam.

Fast, als wäre es Absicht.

Das System ist überlastet, wir müssen sparen.

Mag sein, aber mich behindert es in meiner Praxis.

Irgendwie muss das Defizit verringert werden.

Schmeckt der Wein? Ja, sehr gut.

Direkt von dem Erzeuger aus dem Burgund.

Ausgezeichnetes Preis-Leistungs- Verhältnis. Nein, danke.

Jetzt reicht's mir aber!

Sagt mir endlich, was los ist!

So kann man nicht essen, das ist unmöglich.

Scheiße!

Kann ich helfen? Ah...

Ja ... hier.

Danke.

* Haustür fällt zu. *

Was machst du? Ich bitte einen Freund, über Thomas zu recherchieren.

Ich hoffe, er war nicht im Knast.

Ist dir klar, was du da sagst?

Thomas hat nichts gemacht, aber diese Polizistin geht auf uns los.

Es ist meine Pflicht als Vater, dich zu beschützen.

Nicht du beschützt mich, sondern Thomas.

Meinst du, ich habe Vertrauen zu einem Typ,

der seine eigene Hochzeit nicht bezahlen kann?

Ich fass es nicht! Nach zehn Jahren reitest du immer noch darauf herum?

Er war immer so, bei allem. Auch für euer Haus musste er sich Geld leihen.

Es wär anders, wenn er Familie hätte, wenn wir wüssten, woher er kommt.

Wir haben nie erfahren, wer der Typ ist.

Du hast was Besseres verdient. Hör auf, verdammt noch mal!

Du sprichst von Geld, aber bist nicht in der Lage, mir zu helfen.

Verurteilen ist alles, was du kannst.

Nichts ist gut genug für dich, den Kriegshelden.

Und jetzt spuckst du auf meine Familie.

Nur zu, raus damit! Darauf wartest du doch schon ewig.

Ich rede nicht von dir und Romain. Du verdrehst meine Worte.

Es ist mir scheißegal, was du denkst.

Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, wenn das vorbei ist.

* Angespannte Musik *

Er merkt gar nicht, wie verletzend er ist.

Alles okay?

* Musik verklingt. *

* Telefonklingeln *

* Rumpeln, wütender Schrei *

* Seufzen *

* Leises Regenprasseln *

* Dumpfer Knall, Klirren *

Was war das?

Ich weiß nicht. Ich seh mal nach.

* Er ächzt. *

* Regenprasseln *

* Düstere Musik *

* Beklemmende Musik *

Zeigt euch, ihr Arschlöcher!

Ist ja einfach, sich zu verstecken! Feiges Pack!

* Treibend-beklemmende Musik *

Monsieur Kertez, darf ich Ihnen eine paar Fragen stellen?

Haben Sie etwas zum Artikel im Courrier du Morbihan zu sagen?

Bitte sagen Sie etwas dazu, Monsieur Kertez.

Halten Sie sich von meiner Familie fern!

Wenn Sie uns filmen, verklage ich Sie!

* Jubelnde Menschenmenge *

* Musik verklingt. *

Hallo! Alles klar?

Ja. Hallo!

Hallo! Hallo!

Hi. Alles klar?

Ja.

Guten Tag.

Lauf!

Hier drüben!

Komm schon! Komm schon! * Trommeln *

* Anfeuerungsrufe *

Greif an. Greif an!

Hey! Zu mir!

Greif an!

* Jubel *

Schieß doch!

Gib ab zu Pilou!

Hier drüben! Hier drüben! - Zu Pilou!

Los! Los! Gut, ja!

Geh vor.

* Das Publikum raunt, Pfiff. *

* Buh-Rufe, Raunen *

Aber, wieso ich?

Nein, nein, nichts da. Runter vom Rasen, geh!

Was macht denn dieser Idiot da?

Ich werd diesem Arsch die Regeln erklären! Thomas!

Komm, bitte lass das.

Sei nicht traurig.

Schatz, wartet hier. Ich bin gleich wieder da.

* Geschirrklappern, Stimmengewirr *

Das ist das Problem, es wird langsam lästig.

Was hast du für ein Problem?

Du bist mein Problem. * Stimmengewirr verstummt. *

Wir wollen keinen Mörder bei uns. Verschwinde, kleiner Vorarbeiter.

Weil hier deine Freunde sind, spielst du dich auf.

Aber was du mit meinem Jungen gemacht hast, ist zum Kotzen.

Wenn jemand mir was sagen will, soll er's mir ins Gesicht sagen.

Und wer meine Familie angreift, bekommt Ärger. Ist das klar?

* Schwermütige Musik *

Die Hütte ist schön geworden.

Sie ist noch nicht fertig. Wir müssen noch den Boden machen.

Nicht wahr, mein Junge?

Hey! Mach dir nichts draus, was da passiert ist.

Du hast nichts verbrochen.

Jordans Papa will nicht mehr, dass du ihn mit mir zur Schule fährst.

* Thomas seufzt. *

Sieh mal, Romain,

jemand hat schlimme Sachen über deinen Vater geschrieben.

Und Jordans Papa glaubt, dass sie wahr sind.

Aber das ist Quatsch, und alles wird wieder gut.

Auch mit Jordan.

Das verspreche ich.

Hm?

Romain, ich verspreche es dir.

Komm, lächle wieder.

Na also.

* Musik verklingt. *

Und?

Ich habe die Profile verglichen von Kertez und Durieux-Jelosse.

Und es gibt einige Anhaltspunkte. Welche?

Aus psychologischer Sicht ähneln sich die beiden Männer sehr.

Verheiratet, Kinder, ruhiges, total gleichförmiges Leben.

Sie schlafen, gehen zur Arbeit, holen ihr Kind von der Schule ab.

Aber nicht nur das. Ihre Frauen sind beide Ärztinnen.

Und der Bekanntenkreis dieser Männer

umfasst jeweils weniger als sechs Leute.

Alle beide gehen gern abends einkaufen.

Aber das Seltsamste kommt erst.

Auf den Verbindungsnachweisen sieht man,

dass Kertez seine Frau jeden Tag nach der Mittagspause anruft.

Genau wie Durieux-Jelosse.

* Leises angespannte Musik *

Wow! Mhm.

Okay, und hast du noch was anderes? Ja.

Sind beide gut in ihr soziales Umfeld integriert.

Ich habe im Internet ein Foto von Kertez bei einem Schulfest gefunden.

Er hat den Waffelstand betreut.

Allem Anschein nach sind sie alle beide in jeder Hinsicht gut:

liebender Ehemann, guter Familienvater,

netter Nachbar...

Und Durieux-Jelosse war genau dieser Typ.

Das beschreibt sowohl seine Persönlichkeit ...

als auch seinen Status...

Wahrscheinlich war das seine Art, seine innere Leere zu füllen.

Dieser Typ ist ganz genauso.

Außer dass er das als Mittel benutzt,

um in der Anonymität unterzugehen.

Hm.

Und hast du was über die Finanzen rausgefunden?

Ja, und da gibt's einen Unterschied.

Kertez verwaltet alles, genau wie Durieux-Jelosse,

aber es ist umsichtig angelegt.

Während der andere die Konten abgeräumt

und die Familie ruiniert hat, bevor er verschwand.

Es ist, als würde er in Ordnung bringen,

was er letztes Mal versaut hat.

Genau das war auch mein Gedanke.

Aber worauf wartest du jetzt? Warum schnappst du ihn nicht?

Ich warte auf einen Fehler.

* Musik verklingt. *

Dann sehen wir uns noch mal am nächsten Donnerstag.

Und dann sind wir fertig.

* Telefonklingeln im anderen Raum *

Hören Sie nicht auf das Gerede.

Ich weiß, dass Ihr Thomas ein anständiger Mann ist.

Ich weiß noch, wie er vor 15 Jahren hier angekommen ist.

Es hat mich ergriffen. Er kam gerade aus Russland.

Außerdem war er aus demselben Dorf wie mein Mann, aus Tula.

Saransk.

Thomas kommt aus Saransk.

Ach was, aus Tula.

Mein Mann ist ihm deshalb ganz schön auf die Nerven gegangen.

Darum erinnere ich mich präzise.

Jedenfalls wirkte er seltsam unglücklich.

Durch Sie ist er ein anderer Mensch geworden.

Entschuldigung, dass ich störe.

Ich hol mir was zu essen. Soll ich dir was mitbringen?

Nein, vielen Dank. Ich habe keinen Hunger.

* Tür wird zugeschoben, ein Scheckblatt abgerissen. *

* Maschinenlärm *

Thomas, ich muss dich sprechen. Komm mit.

Es tut mir wirklich leid.

Ich mach das nur ungern. Du weißt, dass ich dich brauche.

Verstehst du? Diese Durieux-Jelosse- Sache bringt Ärger.

Kunden beschweren sich.

Scheiße, Robert, wie lange arbeite ich schon für dich?

Ich weiß, Thomas.

Aber die Jungs hier sind alle gegen dich.

Wenn ich dich behalte, krieg ich Ärger.

Ich fasse es nicht. Nur wegen einem saudummen Artikel.

Nur bis die Sache geklärt ist.

Du bekommst auch weiterhin deinen Lohn.

Tut mir leid, Thomas.

Mir noch viel mehr.

* Fernes Hundebellen *

Heute war Madame Tyran bei mir.

Hast du das gewusst, ihr Mann war Russe?

Maillard hat mich gefeuert.

Was?

Warum denn?

Vorsichtsmaßnahme. Er will nicht mit reingezogen werden.

So wie alle.

Aber das kann er nicht machen. Dazu hat er doch kein Recht.

Offiziell bin ich beurlaubt.

Damit ich ihn nicht wegen unrechtmäßiger Kündigung verklage.

Wenn das alles vorbei ist, möchte ich, dass wir hier weggehen.

Wie die Leute mich ansehen, das ertrage ich einfach nicht.

* Angespannte Musik *

Am besten gehe ich jetzt schlafen.

* Er seufzt. *

Hast du die Gartentür abgeschlossen? Nein.

Dann mach ich's.

* Angespannte Musik *

* Haustür wird geöffnet. *

* Haustür wird geschlossen. *

* Schritte *

Willst du mir etwas sagen? Nein, nichts.

Gut. Ich gehe jetzt schlafen. Kommst du auch?

Ja. Ich komme gleich.

* Schritte auf der Treppe *

* Lärm des Hochruckreinigers *

* Vogelzwitschern *

(dumpf) Dann bis nächste Woche. - Auf Wiedersehen.

Ah! Sie tun mir weh. Entschuldigung, tut mir leid.

So, das war's. Vielen Dank.

Bis dann. Auf Wiedersehen.

* Die Tür wird geöffnet und geschlossen. *

Wo gehst du hin? Ich hab was zu erledigen.

Während der Sprechzeit? Spinnst du?

Das kannst du nicht machen! Du reitest uns voll in die Scheiße.

Du meinst, ich kann das nicht machen?

Ich hatte heute 23 Termine, acht haben abgesagt,

nur wegen der abscheulichen Gerüchte über Thomas.

Virginie, verstehst du nicht?

Mir wird gerade auch mein Leben zerstört.

* Angespannt-bewegte Musik *

So eine Scheiße!

* Angespannte Musik, leise Gespräche, Telefonklingeln *

* Musik wird leiser. *

* Angespannte Musik *

Sie wollten mich sprechen?

* Musik verklingt. *

Hören Sie auf mit all dem, bevor es böse endet.

Sie sind dabei, unser Leben zu zerstören.

Warum machen Sie das?

* Sophie seufzt. *

Nehmen Sie bitte Platz.

* Bürogeräusche von draußen *

Das ist Jean.

Er mochte Filme und Reiten.

Das ist Théodore.

Er hat mit Begeisterung gebacken.

Und das ist Matthieu.

Er hat beim Fußball in der Schule einen Schneidezahn verloren.

Seit 15 Jahren kenne ich alle Details

aus dem Leben dieser Familie.

Nur den neuen Namen ihres Mörders nicht.

Aber es ist nicht Thomas!

Begreifen Sie das nicht? Wir haben nichts getan.

Meine Familie hat mit all dem nichts zu tun.

Bitte glauben Sie mir.

Er ist präzise wie ein Uhrwerk.

Er kümmert sich um die Finanzen.

Leistet körperliche Arbeit.

Er ruft Sie jeden Tag nach der Mittagspause an.

Wie Antoine Durieux-Jelosse es mit seiner Frau Élisabeth getan hat.

Die auch Ärztin war.

Wie Sie.

Mit Leidenschaft, mit Leib und Seele, genau wie Sie.

Er hat Sie entsprechend ausgewählt.

Er hat sich nämlich die gleiche Welt noch mal erschaffen,

das gleiche Leben, identisch.

Mit Ihnen.

Ich weiß nicht, wovon Sie reden.

Damit können Sie irgendwen beschreiben, das ist doch absurd.

* Sophie seufzt. *

Und warum sind Sie dann hier?

Ich sag Ihnen warum.

Weil Sie inzwischen Zweifel haben.

Und diese Zweifel verschwinden nicht.

Sie werden nicht einfach so verschwinden.

Die Mutter von Durieux-Jelosse wohnt in der Nähe.

Sie sollten sie besuchen.

Um ihren Sohn zu sprechen.

Sie werden sehen, es ist sehr aufschlussreich.

Wissen Sie, Madame Kertez, man sagt:

Der Teufel steckt immer im Detail.

* Unruhige Musik *

* Dramatische Musik *

* Musik verklingt. *

* Vogelzwitschern, Krähenkrächzen, Meeresrauschen *

* Klopfen *

Was wollen Sie?

Entschuldigen Sie, dass ich einfach so bei Ihnen aufkreuze.

Aber ich möchte mit Ihnen über Antoine reden, Ihren Sohn.

* Standuhrticken, latentes, beklemmendes Windsausen *

Bitte, nehmen Sie Platz.

Danke.

Seit 15 Jahren zieht diese Polizistin unseren Namen durch den Dreck.

Sie sieht meinen Sohn überall.

Nämlich erst in einem Kloster ...

dann auf einem Bauernhof in den Vogesen,

und jedes Mal glaubt sie, er wäre da.

Aber sie liegt falsch.

Es ist völlig absurd.

Zu glauben, dass mein Antoine seine Familie umgebracht haben könnte.

Er ist ein ausgeglichener Junge.

Außerdem war er eine Woche vor seinem Verschwinden

schief aufgetreten und hatte sich den Knöchel verstaucht.

Deshalb konnte er vor Schmerzen kaum auftreten.

Wie hätte er also die Kinder und Élisabeth umbringen

sowie die Leichen fortschaffen können?

Abgesehen davon ...

warum hat man denn die Leichen bis heute nicht gefunden?

Das ergibt doch keinen Sinn.

Ja, aber was ist denn dann passiert?

Er hat im Auftrag einer Behörde gearbeitet.

Und er hat etwas gesehen, was er nicht hätte sehen dürfen.

Daher hat er seine Familie irgendwo im Ausland versteckt.

Ja. Und eines Tages hat er sich bei mir gemeldet.

Und daher weiß ich es.

Niemand kennt Antoine besser als ich.

Als Vater ... ist er vorbildlich.

Er und Élisabeth haben sich geliebt.

Sie sind beide sehr verständnisvoll.

(lachend) Sie hat ihn ständig wegen seiner Marotten geneckt.

Nur Kleinigkeiten, nichts Schlimmes.

Zum Beispiel muss er sein Auto immer samstags waschen

oder zweimal hintereinander nachschauen,

ob die Gartentür abgeschlossen ist.

* Sie lacht, angespannte Musik. *

Fehlt Ihnen was?

Sie sind ganz blass.

Huhu!

Entschuldigung.

Ich fühle mich nicht besonders gut.

Ich hole Ihnen ein Glas Wasser, ja?

* Angespannte Musik, Standuhrticken *

* Sich steigernde dramatische Musik *

* Sie atmet nervös. *

* Dramatische Musik *

* Erbrechen *

*Laute dramatische Musik *

* Leise beklemmende Musik *

"Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker

mit seiner Frau und seinen zwei Kindern."

"Das Bübchen hießt Hänsel und das Mädchen Gretel."

"Er hatte wenig zu beißen,

und einmal, als große Teuerung ins Land kam,

konnte er das täglich Brot nicht mehr schaffen."

"Wie er sich nun abends im Bette vor Sorgen herumwälzte,

seufzte er und sprach zu seiner Frau:

'Wie können wir unsere armen Kinder ernähren,

da wir für uns selbst nichts mehr haben?'"

"'Weißt du was, Mann?', antwortete die Frau."

"'Wir wollen morgen in aller Frühe

die Kinder hinaus in den Wald führen, wo er am dicksten ist.'"

"'Dann machen wir ihnen ein Feuer, geben jedem ein Stückchen Brot,

dann gehen wir an unsere Arbeit und lassen sie allein.'"

"'Sie finden den Weg nicht wieder nach Hause, und wir sind sie los.'"

"'Nein, Frau', sagte der Mann, 'das tute ich nicht!'"

"'Wie sollte ich's übers Herz bringen,

meine Kinder im Walde alleinzulassen?'"

"'Die wilden Tiere würden doch bald kommen und sie zerreißen.'"

* Düstere Musik *

Wo ist Maman?

Sie kommt bald. Warum wolltest du diese Geschichte?

Na, weil sie cool ist.

Am Ende gehen sie in ein Lebkuchenhaus.

* Thomas lacht leise. *

Es ist schon spät, Romain. Schlaf jetzt.

* Kuss * Gute Nacht, mein Junge.

Kannst du Maman bitten, dass sie mir einen Kuss gibt,

wenn sie wieder da ist? Ist versprochen.

Gute Nacht. Gute Nacht.

* Fernes Hundebellen, Windsausen *

* Vibration *

* Angespannte Musik *

Wo warst du?

Du bist nicht rangegangen, ich hätt beinah die Polizei gerufen.

Tut mir leid, ich hatte eine Konferenz in Paris.

Ich muss was essen, ich habe Hunger.

Was geht hier bloß vor?

Nichts, alles bestens.

* Musik verklingt. *

Obwohl hier schon was vor sich geht.

* Fernes Hundebellen, Feuerknistern *

Warum hast du mit ihr gesprochen?

Meinst du, das löst unsere Probleme?

Nein. Ich war meinetwegen bei ihr.

Um zu sehen, warum sie nicht lockerlässt.

Warum sie dich für ihn hält.

Du wolltest also überprüfen, ob ich dieser Typ bin, ja?

* Windsausen *

Und wie viel schlauer bist du jetzt?

Ich weiß, dass er ein guter Vater war.

Und so präzise wie ein Uhrwerk.

Dass er immer nach dem Mittagessen seine Frau anruft. Wie du.

Dass seine Frau Ärztin ist.

Wie ich.

Und dass er eine Macke mit seiner Gartentür hat.

Wie du.

(lachend) Blödsinn!

Das ist ein idiotisches Hirngespinst.

Vielleicht macht der Nachbar das Gleiche.

Er ist womöglich Jack the Ripper.

Überleg mal.

Es gibt niemanden in deinem Umfeld.

Ich weiß nichts von dir, bevor wir uns kennengelernt haben,

kenn nicht mal ein Foto von deinen Eltern.

Wenn ich deine Kindheit anspreche, blockst du ab. Ich werde verrückt!

Wie soll ich mich verteidigen, Alice,

wenn nicht mal meine eigene Frau mir glaubt?

Hat diese ... die Polizistin dir das alles über ihn erzählt?

Mit der Gartentür? Mit den Anrufen?

Mit der Gartentür ist von seiner Mutter.

Von seiner Mutter?

Du warst bei der Mutter von Durieux-Jelosse?

Wie hast du sie gefunden?

Was spielt das für eine Rolle?

Verdammt noch mal, Alice, also wirklich.

Du kennst mich in- und auswendig!

Wir sind seit zwölf Jahren ver- heiratet, haben ein Kind zusammen!

Schrei nicht so, er schläft.

Wir haben gemeinsame Erinnerungen.

Wir lieben uns.

Du willst, dass ich von meiner Vergangenheit rede?

Na schön.

Meine Vergangenheit bedeutet, dass ich mit 18 erfahren habe,

dass ich meine Eltern nie wiedersehe.

Dass ich immer an die falschen Leute geraten bin.

Ein Jahr auf der Straße gelebt habe.

Glamourös, ha?

Wozu das noch mal durchkauen?

Du und Romain, ihr seid das Schönste, was ich habe.

Dass ich noch hier bin, verdanke ich euch zwei.

* Er atmet schwer. *

Scheiße, ich ersticke.

Ich hau ab.

* Haustür wird geöffnet. *

* Düstere Musik, Möwenkreischen *

* Möwenschrei *

* Er atmet tief ein. *

* Sich steigernde dramatische Musik *

* Handyklingeln *

* Beklemmend hallendes Handyklingeln *

Ja?

* Musik verklingt, er seufzt. *

"Störe ich dich?" Nein.

"Wo bist du?" In der Stadt.

Wo hast du geschlafen?

"Ich haben nicht geschlafen. Ich bin rumgelaufen."

Und ... kommst du heute Abend nach Hause?

Kommst du ... nach Hause?

Ja.

Sonst macht Romain sich Sorgen.

Okay.

Dann bis heute Abend. "Bis dann."

Hast du nicht Sprechstunde?

Doch. Doch, natürlich.

Tut mir leid wegen gestern.

Ich weiß, dass es nicht leicht für dich ist.

Aber bei mir ist es auch kompliziert.

Marco hat immer noch keine Arbeit, die Bank sitzt uns im Nacken.

Ich kann es mir nicht leisten, weniger zu verdienen.

Heute wurden sieben Termine abgesagt.

Ja, ich weiß. Aber das wird schon wieder.

Es braucht nur seine Zeit.

Deshalb wollte ich mit dir reden.

Vielleicht solltest du etwas Abstand gewinnen.

Indem du ein paar Tage zu Hause bleibst.

Ich verstehe nicht. Wir haben die Praxis gemeinsam aufgebaut.

Weil wir befreundet sind, seit zehn Jahren.

Wir kennen uns, wir vertrauen uns.

Nun zieht man meine Familie durch den Dreck,

und du willst, dass ich mich verkrieche?

Du glaubst doch wohl nicht,

dass Thomas was mit diesem gestörten Verbrecher zu tun hat?

* Düstere Musik, sie seufzt. *

Das wollte ich damit nicht sagen. Vergiss es.

* Düstere Musik *

Du wolltest mich sehen? Du bist zu weit gegangen, Sophie.

Inwiefern? Verkauf mich nicht für dumm.

Dieser Journalist mit dem Zeitungsartikel über Kertez

wird wegen Behinderung polizeilicher Ermittlungen angezeigt.

Ist dir klar, in was für eine Scheiße du uns da geritten hast?

Er hat den Kollegen gesagt, dass du ihm den Tipp gegeben hast.

Weißt du, was passiert, wenn das publik wird?

Den Namen eines Verdächtigen einem Journalisten verraten!

Und ohne Beweise.

Ich seh schon die Schlagzeilen.

So was ist unmöglich, Sophie.

Und was machst du jetzt?

Ich entziehe dir den Fall.

Aber das kannst du nicht. Natürlich kann ich das.

Das hätte ich schon längst machen sollen.

Deine Besessenheit hat nichts mehr mit Polizeiarbeit zu tun!

Ich bin kurz davor, ihn zu überführen.

Wenn er nicht gesteht, wird sie einknicken.

Weißt du, was du da redest?

Du bist dabei, diese Familie zu zerstören. Du fantasierst!

Sophie...

Wir alle wollen diesen Verbrecher überführen,

aber du hast keinerlei Beweis, dass es Kertez ist.

Du bist zu weit gegangen, verstehst du?

Ich hatte dich gewarnt. Ich kann nichts mehr für dich tun.

Du machst einen großen Fehler, François.

* Aufregende Videospielmusik *

* Schießen und Schreie im Spiel *

* Haustürgeräusch *

Alles klar, mein Spatz?

* Videospielmusik endet. *

Oh! Willst du mir keinen Kuss geben?

(erfreut) Oh!

* Fernes Hundebellen und -jaulen *

Mach ich dir jetzt Angst?

* Er seufzt. *

* Fernes Hundebellen, Eulenlaute *

Wir können so nicht weitermachen.

Was du von mir denkst, ist einfach unmöglich.

Ich weiß nicht, was ich von dir denken soll.

Aber du hast recht, wir brauchen Abstand.

Ich fahre dieses Wochenende zu meinen Eltern.

Und Romain?

Ihm wird das auch guttun.

Egal was passiert, du wirst ihn mir nicht wegnehmen.

Natürlich nicht. Montag ist er wieder hier, er hat Schule.

Und du?

Ich weiß es nicht.

Dein Vater wird sich freuen, so lange, wie er schon drauf wartet.

Er ist gar nicht da. Nur meine Mutter.

Es wird mir guttun, das ist alles.

Ich geh wieder schlafen.

* Düstere Musik *

* Er seufzt. *

* Schwermütig-bewegte Musik *

Na los!

Was ist denn mit dir? Komm her, Lilly!

* Dramatische Musik *

Rauchst du etwa wieder?

* Musik verklingt perlend. *

Ich weiß nicht, was ich denken soll.

Es ist nicht auszuhalten.

Ich weiß, dass es Thomas ist, der vor mir steht.

Aber manchmal denke ich mir, dass ich ihn im Grunde gar nicht kenne.

(seufzend) Scheiße.

Aber du würdest es doch spüren.

Was? Na ja ...

wenn Thomas irgendwas Schlimmes getan hätte vor deiner Zeit.

Ich weiß es nicht, Maman, ich weiß es wirklich nicht.

Aber wenn ich jetzt alles zusammenfüge,

dann frage ich mich tief im Inneren:

Warum sollte die Polizistin nicht recht haben?

Zwei Sekunden später sag ich mir: Du bist verrückt, das ist Thomas.

Hast du dich denn, seit ihr verheiratet seid,

jemals von Thomas bedroht gefühlt?

Oder hat er sich merkwürdig verhalten?

Hat er gelogen?

Nein. Nein?

Er hat mir nie etwas verheimlicht.

Außerdem war es mir egal.

Die Geschichte mit dem Unfall, die Operation,

dass er keine Familie mehr hat.

Ich hatte mich in ihn verliebt, nicht in seine Vergangenheit.

Was denkst du jetzt?

* Sie seufzt. *

Dass Thomas ein guter Ehemann ist.

Hm?

Ein guter Vater.

Und ehrlich gesagt,

fällt es mir schwer zu glauben, dass er dieser Mann ist.

Verdammte Scheiße...

Warum muss mir so was passieren?

* Sie schnieft. *

* Krähenkrächzen, Vogelzwitschern *

* Sie atmet tief aus. *

* Möwenkreischen, Hämmern *

* Leise düstere Musik *

* Er ächzt bei jedem Schlag. *

* Er ächzt und stöhnt. *

* Unheilvolle Musik *

* Musik verklingt, Verkehrslärm. *

* Stimmengewirr, Telefonklingeln *

* Das Stimmengewirr wird leise. *

Was ist euer Problem?

Nichts, gar nichts.

Hey, Lancelle. Schon gehört?

Was denn? Geh runter in Raum drei.

Erkennen Sie sie wieder?

Ja. Sie heißt Sonia Gorinski.

Wir kennen uns aus Russland. Ihre Mutter ist auch Französin.

Wo haben Sie sich kennengelernt?

Wir waren zusammen in der Schule in Saransk.

Wir hatten dieselbe Lehrerin, Madame Tawalic.

Wir waren sogar zusammen in den Ferien.

Wie war der Vorname ihrer Mutter?

Ähm...

Ihre Mutter hieß ...

Ol-, Olga.

Nein.

Ilona.

Ich weiß es nicht mehr.

Scheiße, fragen Sie mich was anderes.

Erinnern Sie sich an die Straße, in der sie gelebt hat?

Das ja.

Ulica Sergijevaca.

Sie war gleich hinter dem Fußballplatz.

Und wann haben Sie sich zum letzten Mal gesehen?

Bei der Beerdigung meiner Eltern.

Danach hab ich zu allen den Kontakt abgebrochen.

* Sie spricht russisch: *

Da.

* Er atmet tief ein uns aus. *

Darf ich erfahren, worum es geht?

Das ist ein Foto von ihm und mir. Mit seinen Eltern.

Da waren wir 13.

Wird man mir jetzt glauben?

* Sie atmet nervös. *

* Geräusch der Kaffeemaschine *

Wo hast du sie aufgetrieben, deine Überraschungsrussin?

Da bist du platt, hm?

Entschuldige, aber ich hab zu tun. Antworte mir!

Was? Wo hast du sie gefunden?

Offenbar hältst du uns für Idioten. Muss ich es dir erklären?

Wir machen bloß, was zur Vorgehens- weise eines guten Ermittlers gehört.

Wir starten einen Zeugenaufruf und - o Wunder! - der bringt uns welche.

Was sie uns erzählt, passt zu dem, was wir im Konsulat erfahren haben.

Demnach ist der Typ, den du unablässig verleumdest,

nicht Durieux-Jelosse.

Also lass mich. Du wirst dich öffentlich blamieren.

Bist so kurz davor.

Ich werde nicht immer da sein, um deine Fehler auszubügeln.

So ein Arsch.

* Ein Kind hustet. *

* Möwenkreischen, dumpfer Verkehrslärm *

* Klopfen *

Was machst du hier? Ich muss mit dir reden.

Nicht hier, Thomas.

Entschuldigen Sie. Ich bin in fünf Minuten für Sie da.

* Ferne Kirchenglocke *

Es ist vorbei.

Sie stellen die Ermittlungen ein.

Sie wissen, dass ich es nicht bin.

Ich werd dir was zeigen.

Hier.

Das bin ich mit meinen Eltern.

In Saransk.

Und da, das ist Sonia.

Ich habe sie lange nicht mehr gesehen.

Sie hat noch viele andere Fotos.

Wir hatten diesen Tag auf dem Jahrmarkt verbracht.

Das war toll.

Ich hatte mir abgewöhnt, über sie zu reden, weil es so schwer ist,

nicht, weil ich etwas zu verbergen hätte.

Es ist vorbei, Alice.

Sie haben den Fall geschlossen. Sie haben es verstanden.

Es ist vorbei.

Ich bin's nicht.

* Nachdenkliche Musik *

Verzeih mir.

Verzeih mir, verzeih mir, bitte, entschuldige, es tut mir leid.

Sei mir bitte nicht böse.

* Ferne Kirchenglocke *

* Nachdenkliche Musik *

* Hoffnungsvoll-bewegte Musik *

Ah, da ist deine Mutter.

* Musik verklingt. *

* Sie atmet angestrengt. *

War's gut? O ja.

Sehr gut.

* Sie schnieft, fernes Hundebellen. *

* Klopfen *

Ah, es ist Virginie.

* Möwenkreischen *

Ich freu mich so für euch.

Das ist wirklich erleichternd.

Ja.

Es war ein Albtraum.

Jetzt wird bestimmt wieder alles so wie davor.

Ich weiß nicht.

Wir gehen weg von hier.

Ich werde Ersatz für die Praxis finden.

Mach das nicht deswegen!

Alice...

Das ist jetzt leicht gesagt, aber bitte entschuldige.

Meine Reaktion...

Das war daneben.

Ich hatte an die Praxis gedacht, war in Panik,

wusste nicht, wie ich reagieren soll.

Ob an deiner oder an meiner Stelle,

so was kann sich kein Mensch vorstellen.

* Angespannte Musik *

* Kinderstimmen *

* Spannungsgeladene Musik *

* Musik verklingt. *

Ich habe Ihren Kollegen doch schon alles gesagt.

Was wollen Sie denn noch?

Wie haben Sie von dem Zeugenaufruf gehört?

Ich bin in einem Verein für franko-russische Freundschaft.

Da wurde der Zeugenaufruf verbreitet, von der Polizei.

* Möwenkreischen *

Es wurden Leute gesucht,

die dort in den 70er-Jahren zur Schule gegangen sind, in Saransk.

So wie Sie eben.

Ja. Damit hab ich Ihnen geholfen. Was wollen Sie noch von mir?

* Kindergeschrei im Hof *

Haben Sie noch mehr Fotos?

* Nahe Kirchenglocke *

Der Rest ist bei meinen Eltern, in Russland.

Das könnte irgendwer sein auf diesem Foto.

Dieses Ding ist ganz schön teuer. Haben Sie's grade gekauft?

Wann haben Sie's gekauft?

Hm?

* Windsause, Möwenkreischen *

Alles klar?

Woran denkst du?

Nach dem Umzug möcht ich mit euch nach Russland fahren.

Euch zeigen, wo ich herkomme.

Das Grab meiner Eltern besuchen.

Ich weiß es nicht mehr:

Bist du in Saransk oder in Tula aufgewachsen?

In Saransk. Ich habe nie einen Fuß nach Tula gesetzt.

Ach nein?

Mein Vater war in Tula geboren. Meine Familie kommt von da.

Wahrscheinlich hab ich es deshalb schon mal erwähnt.

Hast ein gutes Gedächtnis.

Ja. Vor allem, weil ich mich jetzt nicht mehr irren will.

* Unruhige Musik *

* Er seufzt. *

* Sich steigernde unruhige Klaviermusik *

* Dramatische Musik *

* Musik stoppt, leiser beklemmender Ton. *

* Der Ton verklingt. *

Offen gesagt, ich versteh kein Wort.

Dieser neue Computer bei der Frau,

die nur mit Mühe ihre Miete zahlen kann,

und die mysteriöse Besucherin, die der Concierge erwähnt hat,

die auch noch blond ist...

Aber der Concierge hat sie nicht erkannt.

Dass er Alice Kertez nicht erkannt hat,

heißt nicht, dass sie es nicht war.

Wie ist eine Theorie?

Kertez' Frau benutzt die Russin, um ihren Mann zu entlasten?

Ich weiß es nicht, aber es ist womöglich seine Frau.

Vielleicht will sie ihn schützen. Okay.

Und warum bin ich nun hier?

Immerhin wartet meine künftige Frau auf mich.

Du willst heiraten? Ja, ich werde heiraten.

Ich habe ein Privatleben. Du nicht?

Ich habe einen Sohn.

Aber ... ich weiß nicht, ob er mich nicht vergessen hat.

Er ist Schauspieler. Und er lebt in Paris.

Ah, verstehe.

Und jetzt wäre es gut, wenn du mal zur Sache kommst.

Was meinst du damit? Na, Fakten zum Fall.

Als ob du nicht wüsstest, wovon ich spreche.

* Psychedelische Musik im Hintergrund *

Damals, ich war gerade erst nach Rennes gekommen ...

und das Revier war überlaufen,

überall haben Leute auf den Gängen gewartet, es war ein Chaos ...

und da kam eine Frau an, mit ihrem Baby auf dem Arm.

Niemand hat sie beachtet, und ich ... ich hatte auch keine Zeit.

Und sie ist wieder gegangen.

Und einige Zeit später ...

hab ich sie auf Fotos wiedererkannt.

Denn es war Élisabeth Durieux-Jelosse.

Seitdem geht mir immer wieder durch den Kopf,

womöglich wär sie noch am Leben, hätte ich ...

mir da Zeit für sie genommen.

Ich möchte wissen:

Wer war die geheimnisvolle Besucherin von Sonia Gorinski?

Was wollte sie?

Und?

Vor ihrem Haus gibt es einen kleinen Supermarkt

mit einer Überwachungskamera.

Ich hab die Uhrzeit und das Datum des Besuchs.

Es kostet dich nur fünf Minuten... Nein, das kommt nicht infrage.

Denn wenn ich das mache, werde ich gefeuert.

Und wenn Kertez wieder anfängt, wie lebst du damit?

* Rumpeln und Knarzen *

Romain, warum schläfst du nicht?

Es ist zwei Uhr nachts, Romain.

Was ist mit dir? Fehlt dir was?

Bitte sag mir, was los ist.

Was ist das?

Hat Papa dir das gegeben?

Nein, ich hab's in der Hütte gefunden.

* Leise angespannte Musik *

Wer sind diese Leute?

Maman, was ist?

Maman, was ist denn? Antworte mir doch!

Romain, wir werden jetzt das Haus verlassen, okay?

Warum denn? Und zwar ganz leise. Es ist ein Spiel.

Zieh äh ... deine Schuhe an.

* Sie atmet nervös. *

* Düstere Musik *

Sei leise, beeil dich!

* Eine Tür quietscht und rumpelt. *

* Beklemmende, pulsierende Musik *

* Regenprasseln, sie atmet nervös. *

(leise) Ach, Scheiße.

Scheiße, Scheiße, Scheiße.

* Beklemmende Musik *

* Musik verklingt, Windsausen. *

* Sie atmet ängstlich. *

Thomas...

Tu das nicht.

Tut mir leid.

* Düstere Musik *

* Tippen, Musik verklingt. *

* Nachrichtenton *

* Er seufzt. *

* Leiser beklemmender Ton *

Du musst dir keine Sorgen machen.

Deine Mutter ruht sich nur aus.

Wir machen eine kleine Reise.

Du wirst sehen, es ist wie in den Ferien.

* Düstere Musik *

Du weißt doch, dass ich dich liebe. Hm?

Vater und Sohn, da kann man nicht lügen.

Nichts verheimlichen.

Du kannst mir vertrauen.

Klar, kleiner Mann?

* Bedrohliche Musik *

* Musik verklingt, Nachrichtenton. *

Na los. Los komm.

Zeig mir deine Visage, na los.

Verdammt!

* Telefonklingeln *

Ja. "Ich bin's. Es gibt jemanden, der die Russin bezahlt hat."

Aber es ist nicht seine Frau. Es ist seine Mutter.

"Gladys Durieux-Jelosse."

* Sie atmet laut aus. *

* Düstere Musik *

* Vibrationsalarm *

* Es klingelt am anderen Ende. *

* Spannungsgeladene Musik *

Entschuldigen Sie!

Alice Kertez ist nicht zu Hause. Ist sie hier?

Was ist passiert? Ist sie hier?

Thomas ist weg mit ihr und Romain. Zum Ausspannen.

Haben Sie mit ihr gesprochen? Warum?

Ob Sie mit ihr gesprochen haben?

Sie hat mir heute früh eine SMS geschickt.

Okay.

"Durieux-Jelosse hat es auch gemacht."

"Er hat tagelang das Telefon seiner Frau benutzt."

"Er will verschwinden. Du musst ihn orten."

Ich werde hier von allen beobachtet. Bitte beruhige dich.

"Sein Telefon ist nicht aufzuspüren." Ich gebe dir eine Minute.

* Spannungsvolle Musik *

Er hat ein gesichertes GPS.

"Er hat ein gesichertes GPS in seinem Wagen." Verdammt!

Er ist hier, im Departement.

"Er ist auf der D999."

"Er fährt zu seiner Mutter."

* Angespannte Musik *

* Treibend-beklemmende Musik *

* Düstere Musik, Krähenkrächzen *

* Spannungsvolle Musik *

* Eine Tür knarzt und fällt zu. *

* Schritte auf Kies, sie atmet angestrengt. *

* Düstere Musik *

* Eine Tür fällt zu. *

* Treibende Musik *

* Düstere Musik *

* Spannungsvolle Musik *

Aber was hast du denn jetzt vor?

Halt dich da raus, Maman. Das geht dich nichts an.

Hör mir mal gut zu... Du nervst mich!

Ich verbitte mir diesen Ton!

* Tür knallt zu. *

* Leise düstere Musik, Standuhrticken *

* Musik verklingt. *

(leise) Alice.

Alice!

* Rumpeln der Haustür *

* Die Tür fällt zu. *

* Schritte *

Nein, sei vernünftig. Mach das nicht.

Er kann doch nichts dafür.

Antoine, ich bitte dich, sei vernünftig.

Hör auf mich, hör einmal auf deine Mutter.

Es würde nichts daran ändern, was passieren wird,

also lass Romain in Ruhe.

Hab Mitleid. Bitte tu dem Kleinen nichts!

Das verstehst du nicht.

Glaubst du, er wird mich danach noch lieben?

Sie wird ihn gegen mich aufhetzen. Er wird mich ablehnen.

Dann lass ihn bei mir.

Du kannst wieder untertauchen. Ich kümmre mich um ihn.

Aber für ihn existierst du doch gar nicht.

Mir bleibt nichts anderes übrig.

Antoine, hör mir zu...

Halt!

Keine Bewegung!

Runterkommen!

* Standuhrticken *

Komm da runter!

Ich werde es Ihnen erklären.

Das ist ein Missverständnis.

* Leise angespannte Musik *

Wo ist Romain?

Was hast du ihm angetan?

Nichts, ich hab ihm nichts getan.

Hör nicht auf diese Polizistin. Die ist verrückt!

Ich wollte nur, dass wir zurechtkommen.

Wie konntest du das machen?

Deine Kinder! Deine eigenen Kinder!

Aber ... ich habe nichts getan.

Ich habe überhaupt nichts getan.

Man darf nicht glauben, was die Leute erzählen.

Warum hast du nach all dem geforscht?

Ich habe sie geliebt, das musst du mir glauben.

Und ich liebe euch auch.

Du kennst mich, du weißt...

Hör auf!

Hör auf!

Du hast sie umgebracht!

Wo ist Romain?

Sag mir, wo er ist!

Er ist in seinem Zimmer.

Er schläft. Alles bestens.

* Kampflaute *

* Sie ringt nach Luft. *

* Röcheln *

Nicht! * Schuss *

* Würgen, Röcheln *

* Musik verklingt, schweres Atmen. *

* Schritte auf der Treppe *

Romain.

Romain.

Romain. * Sie schnieft. *

(verzweifelt) Romain!

Maman ist bei dir.

* Sphärische Musik *

(weinend) Oh, mein Spatz!

* Sie weint und schluchzt. *

♪ Wash my soul. ♪

* Psychedelische Musik *

♪ Wash my soul.

Wash my soul.

What the hell have I done to my life?

What the hell had happened to this child? ♪

* Laute sphärische Musik *

Guten Tag, ich bin Sophie Lancelle. Ich würde gerne Alice besuchen.

Bitte, kommen Sie herein.

Guten Tag. Guten Tag.

Alice?

* Laute sphärische Musik *

Alice!

Manchmal wünschte ich, er wäre noch am Leben, um ihn zu verstehen.

* Seufzen *

Um zu begreifen, wer er war.

* Musik verklingt. *

Er war beide.

Thomas Kertez war das Gute an Antoine Durieux-Jelosse.

* Vogelzwitschern *

Und der hat Sie geliebt, Sie und Romain.

Möglich.

Aber er hätte uns auch umgebracht.

Und Sie.

Wissen Sie jetzt, wo sie sind?

Seine Mutter hat uns den Wald gezeigt, wo er sie begraben hat.

Ist hier ganz in der Nähe.

Alle vier.

Es wird dauern, es wird schwer,

aber Sie müssen durchhalten, es wird wieder gut.

Ja.

* Sanfte Klaviertöne *

* Sie schnieft. *

* Unruhige Musik *

Maman?

* Sie lacht. *

* Bewegte Musik *

* Schwermütig-bewegte Musik *

* Hoffnungsvoll-bewegte Musik *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2021

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