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Ich komm' nichtmitrein.
Warumgingesnicht ohne mich?
Am5.Junisollte ichinParis sein, am 7.Juniin New York.
Am 10.Junispätestensin Venezuela.
Warumkannesnichtwieder Aprilsein? Undallesandere nurmeine Halluzination?
Ich saßeinfach da.
Ich wollte nichthiersein. Ich wollte nirgends sein.
Waswollte ichnoch sehen?
Esgabnichts, wasichnoch sehenmusste.
Ihre Hände, dieesnirgendsmehr gibt.
Ihre Bewegung, wenn sie dasHaarindenNacken warf.
Ihre Zähne,ihre Lippen.
Ihre Augen,die nichtsmehrsehen.
Wosollich sie suchen?
Sie istnichtmehr da.
Sie kommen mir bekannt vor. Sind wir uns bereits begegnet?
Nein, ich glaube nicht.
Möglicherweise hier in Caracas, auf der Cocktailpartyin der Handelskammer.
Ich geh' nicht auf Cocktailpartys. -Als Geschäftsmann trifftman dauernd Leute.
Hier, meine Karte.
Hencke? Schweizer? Deutscher? -Deutscher. Sie können sie behalten.
Ichhatte keinBedürfnis, denHermkennenzulemen.
Ich weißnicht, warumer mir aufdie Nervenging.
Irgendwie kannte ich sein Gesicht.
Entschuldigung.
Ein sehr deutsches Gesicht.
Guten Tag, meine Damen und Herren. Ihre Maschine ist startbereit.
Ihre Bordkarte bitte.
AlsunserFlugaufgerufen wurde,begriffich, wasmichandemDeutschenimitierte.
Sein Gesichterinnerte michanJoachim.
Ichhörte die Durchsage. Ichhoffte, man würde ohne michabfliegen.
Aufruf für Passagier Faber. Dies ist der letzte Aufruf für Passagier Faber.
Aufruf für Passagier Faber. Ihre Maschine ist startbereit.
Da sind Sie! Meine Güte, Mr. Faber. Ich hab' Sie überall gesucht!
Schnell, die Maschine wartet! -Sie istnoch nicht abgeflogen?
Oh, sorry. Ich dachte, es wäre frei. -Ja, ist es. Kommen Sie rein.
Entschuldigen Sie. Danke.
Schon merkwürdig,wie wir uns immer wieder über den Weg laufen.
Sie haben mich an Bord geschleppt, richtig? -Das istmein Job.
Ich hab' neuerdings wenig Glück mit Waschräumen.
Was soll das heißen?
Irgendwas istmir passiert, bevor Sie mich fanden, eine Art Schwindelanfall.
Vielleicht sind's die Augen. -Die sehen normal aus. Flugangst?
Nein, ich flieg' so viel wie Sie. -Das klingtnach einem spannenden Job.
Ich war gerade 3 Monate im Dschungel. Ich hab' das Gefühl, ich sei noch da.
Bis dann. -Warten Sie mal!
Sehen Sie den Deutschen, der da neben mir sitzt?
Er verfolgtmich. -Das Problem kenne ich.
Warten Sie!
Arbeiten Sie für die UNESCO?
Ich hab'zufällig Unterlagen gesehen, die aus Ihrer Tasche ragten.
Nein, nicht direkt. -Medizinische oder technische Hilfe?
Ich bin Ingenieur. -Hört sich interessant an.
Arbeiten Sie hier unten? -Ja, in Venezuela.
Ich arbeite am Orinoco-Projekt, das ist ein Staudamm.
Rauchen Sie? -Nein, danke.
Eine Zigarre wäre mir lieber, aber da gäbe es sicher Proteste.
Leider gehört die deutsche Zigarre bisher nichtzur Weltklasse.
Mein Bruder versucht, diese beklagenswerte Situation zu ändern.
Ich bin unterwegs zu seiner Plantage in Yukatan.
Wollen Sie was lesen?
Nein danke. Ich lese keine Romane.
Dann träumen Sie was Schönes!
Ich träume auch nicht.
Hierspricht derKapitän.' EinAntriebist ausgefallen. Keine Sorge,
wirwerden sicher in MexicoCityankommen.
Bitte setzen Sie sich,stellen Sie dasRaucheneinund schnallen Sie sichan.
Soebenistein zweiterMotor ausgefallen. Dochichversichere Ihnen...
Wir verlieren an Höhe!
Meine Damen und Herren, bitte holen Sie die Rettungsweste unter Ihrem Sitz hervor.
Wie es aussieht,werden wir in der Wüste oder nahe Tampico landen.
Setzen Sie sich bitte! Legen Sie die Rettungsweste an!
Tampico ist eine fürchterliche Stadt.
Schlechte Hotels, kalte Duschen.
Die grillen Hunde in Tampico, wussten Sie das?
Das istnur eine Sicherheitsmaßnahme. Es ist alles in Ordnung. Madam, bitte!
Legen Sie das um! Es ist alles in Ordnung.
Ich helfe Ihnen, Sir! Überziehen und festbinden. Das gilt auch für Sie, Mr. Faber!
Sollen wir in der Wüste schwimmen? -Ziehen Sie's über!
Jawohl, Madam! Mal sehen, wir fliegen etwa 400 Meilen die Stunde.
Das dachte ich mir! Wir werden mitten in der Wüste landen.
Nach meinen Berechnungen jedenfalls.
Meine Damen und Herren: Beugen Sie sich vor, schützen Sie den Kopf!
Das siehtnach einer Bauchlandung aus.
Vorbeugen und den Kopf schützen! Schützen Sie Ihren Kopf mit den Knien!
Guten Morgen!Die SACfreut sich, IhnenFrühstückservieren zudürfen.
Heute Morgenhaben wir Aprikosenfrischkäse und Blaubeer-Blätterteigtaschenanzubieten.
AußerdemgibtesApfeltaschen, Salzkräcker, Croissantsund Chips.
Guten Morgen. -Leiderhaben wirkeinenKaffee imAngebot.
Aberesgibt Wasser, Cola, Sodaundandere Softdrinks.
Bitte bewahren Sie Ihre Tassenund Gläserfüreine spätere Veendungauf.
Sie könnennunauchIhre Schwimmwestenablegen.
DerKapitänbittet Sie, dasRauchen zuunterlassen.
Glauben Sie, es wird lange dauern, bis man unsfindet?
Die sind bestimmt bald hier. Tampico kann nichtweit sein.
Aber nichts Gegrilltes essen, wenn wir da hinkommen.
Es ist ein Wunder, dass es nur zwei Tote gegeben hat.
Warum gleich an Wunder glauben?
Wenn 999 Maschinen ihr Ziel erreichen, muss eine mal runterkommen.
Bringt Sie nichts aus der Fassung? -So was jedenfalls nicht.
Was mich aber irritiert, ist diese Kette von Zufällen.
Wie meinen Sie das?
Haben Sie zufällig einen Bruder namens Joachim?
Woher wissen Sie das? -Hencke.
Ein Freund von mir hieß so, Joachim Hencke.
Wir haben vor dem Krieg zusammen in Zürich studiert. Ist das Ihr Bruder?
Ich sagte doch, mein Bruder pflanzt Tabak an.
Der Joachim, den ich kannte,war Arzt. -Nicht ganz, er hatnie zu Ende studiert.
Vielleichtwegen seiner Ehe. -Was war mit seiner Ehe?
Sie hatnicht lange gehalten. Hanna war nichtrichtig deutsch.
Wie meinen Sie das?
Na ja, sie war ... wie soll ich das sagen?
Jüdin?
Genau.
Hanna Landsberg. -Sie kennen sie?
Ja, ich kannte sie.
Unglaublich!
Die Welt istwirklich klein.
Ich schriebanIvy.
Dassichinder Wüste festsaß, 60Meilenvon der Zivilisationentfemt, warbaldgesagt.
Dassesheißwar,schönes Wetter, keine Spurvon Verletzungund soweiter.
Was sonstnoch?
Achja,dassdieser Augenblicksogutwie jeder andere war,umSchluss zu machen.
Warum hat sie ihn geheiratet? -Das haben wir uns alle gefragt.
Niemand verstand Joachim.
Warum heiratet jemand 1939 eine Jüdin? Und das ausgerechnet in München?
Ich dachte, sie waren in der Schweiz sicher. -Sie gingen nach Deutschland zurück.
Kurz vor der Geburt ihres Kindes.
Kurz danach waren sie geschieden. -Sie hatten ein Kind?
Ja. Die altbekannte Geschichte: Ehe, Kind, Scheidung.
Und dann der Krieg. Besondersfür sie.
Joachim geriet in Kriegsgefangenschaft.
Dann kehrte er nach Hause zurück und lebte ganz normal weiter.
Das waren schlimme Jahre.
Sie sind am Zug. -Was wurde aus Hanna?
Ich weiß es nicht.
Vielleichtweiß Joachim mehr.
Walter,vorsichtig.Joachim sieht uns! -Das ist doch egal.
Warte mal! Ich möchte es auch, aber es gehtnicht!
Wieso nicht? -Weil heute der Tag ist.
Wasfür ein Tag? -Heute ist der gefährlichste Tag des Monats.
Um schwanger zu werden?
Hanna!
Du wirstnicht glauben,was ich für ein Angebot bekommen habe.
Ich muss dir was sagen! -Escher-Wyss sendetmich nach Bagdad.
Sie bauen einen Staudamm, um die Wüste zu bewässern. Das istrevolutionär!
Walter, ich bin schwanger!
Wirklich? -Ja.
Warst du schon beimArzt? -Ich brauch' keinen Arzt, ich bin sicher.
Wir sollten nichts überstürzen. Escher-Wyss bietetmir 300 Franken pro Monat.
Das kann man nicht ausschlagen.
Und es ist keine gute Zeitfür ein Baby. -Hör auf!
Schon gut, schon gut.Wenn du dein Kind haben willst, müssen wir eben heiraten.
Es sieht aus, als seien wir im Land der Dinosaurier gelandet.
Sie haben eine lebhafte Fantasie, Herbert. Das istnur die Erosion.
Es stimmt, Sie träumen wirklich nicht.
Meine Damen und Herren, es gibt gute Neuigkeiten:
Es besteht keine Gefahr mehr, Sie können im Flugzeug schlafen.
Gott sei Dank. -Zum Glück!
Da sind Kojoten!
Alles in Ordnung?
Ich wünschte nur, Sie hätten mich nicht gefunden!
Das gehtmir genauso!
Ohne diese Notlandung hätte ich vielleichtnie mehrvonHannagehört.
Ich wüsste nicht,dassich Vaterbin. Undvielleichtwürde Sabethnochleben.
Ichgebe zu, daswarmehr alsein Zufall.
Daswareine ganze Kette von Zufällen.
Aber dennochimRahmendesMöglichen. Was sollte daranFügung sein?
Ich freu' mich auf New York! Wir kriegen sicher Urlaub nach dieser Geschichte.
Bitte grüßen Sie Joachim. Sagen Sie ihm, er war der Richtige für Hanna.
Schade, dass es nicht gehalten hat. -Gerne.Wir müssen in Kontakt bleiben.
Ich käme gerne mit, aber New York wartet. -Verstehe.
Viel Glück. -Alles Gute.
Weißt du, ich hab' gedacht, ich kenne New Yorkkaum,
vielleichtzeigst du es mir? Was hältst du davon?
Hör mal,tust du mir einen Gefallen und nimmstmeinen Koffer mit?
Ich ruf' dich in ein paar Tagen an. Ich hab' deine Nummer.
Und könntest du diesen Brief für mich aufgeben? Danke.
Ich ruf' dich an.
Herbert,warte! Ich komme mit, wenn's dir nichts ausmacht.
Ich würde ihn gerne wiedersehen. -Ihr Amerikaner seid schon erstaunlich.
Ich bin gespannt, ob Joachim mich überhauptwiedererkennt.
Es ist lange her.
Ja,wir alle haben uns verändert. Mehr als den meisten von uns recht ist.
Warum ließen sie sich scheiden?
Weiß ich gar nicht genau. Ich glaube, Hanna wurde Kommunistin.
Ob aus dem Grund oder einem anderen ...
Ichverstand mich selbstnicht.
Ichhätte bereitsvor einer Woche inNew Yorksein sollen.
Generellnehme ich berufliche Verpflichtungen sehremst.
Nochnie zuvorhabe ich meine Routeeigenwilliggeändert.
Du hastrecht, wir werden ihn nichtfinden.
Die sagen, er wohnt etwa eine Stunde außerhalb der Stadt.
Joachim?
Joachim?
Joachim?
Hanna!
Hanna!
Sie ist schwanger! -Ich weiß. Ich dachte, das wolltest du.
Aber nicht jetzt! Das ist die falsche Zeitzum Kinderkriegen.
Fällt dir ein Ausweg ein?
Dafür habe ich nicht Medizin studiert.
Auf deinen Bruder! Salute!
Auf deinen Bruder!
Ich weiß nicht, was Joachim hier wollte.
Willkommen zurück, Mr. Faber. -Es ist schön,wieder hier zu sein.
Bleiben Sie für länger, oder nur kurz? -Ich hab'vor, eine Weile zu bleiben.
Eine junge Frau wartet oben auf Sie.
Ivy? -Gutmöglich.
Die Dame mit dem rosafarbenen Studebaker.
Raus aus dem Dschungel, rein in die Höhle des Löwen.Adios, Henry.
Ich komme schon!
Hallo.
Wie bist du reingekommen? -Ich hab' den Schlüssel von dir.
Einen Augenblick.
Ich habe auf dich gewartet. Ich wusste, du würdest kommen!
Ich habe ein besonderes Abendessen gemacht, Hummer Sauternes.
Das gab's bestimmtnicht in Venezuela. -Da hast du recht.
Hier. Ich hätte dich vom Flughafen abgeholt, aber ich dachte,
es wäre viel schöner, wenn ich dich hier überrasche.
Das ist eine Überraschung!
Sie hatte meinenBrieferhalten. Da standes schwarzaufweiß.
Sie wollte mirnur einfachnicht glauben.
Ich finde, du solltest langsam sesshaftwerden, Liebhaber.
Du kannstnicht ewig durch die Weltreisen.
Liebend gerne, das kannst du mir glauben.
Aber leider muss ich nächste Woche nach Paris.
Ich dachte,wir hätten Zeitfüreinander. Ich wollte mit dir aufs Land fahren.
Ich weiß.Aber die Konferenz istwichtig, da kann ich nicht absagen.
Ich bin auch wichtig!
Das istmein Job, ich kann es nicht ändern. -Ich weiß, ich weiß.
Ich fahre mit dir! Ich war noch nie in Paris.
Du hast den Brief gelesen, oder? -Das ist einfach nichtzu glauben!
Du hörstmir nie zu! Alles ist jetzt anders, ich bin geschieden.
Ich hab's gehört.
''Ganz Paris träumt von der Liebe.
Denn da ist sie ja zu Haus.'' Walter!
Auf Paris.
Monsieur.
Hör mal, Liebes ...
ich brauch'frische Luft. Ich war wochenlang in Flugzeugen eingesperrt.
Es macht dir doch nichts? Wir können später essen. Hummer Sauternes schmeckt auch kalt.
Ichhatteeine Woche, bevorichnachParismusste.
Ichhatte michaufNew York gefreut,aber ohne Ivy.
Und wiederentschied ein Zufalldie Zukunft.
Zufällig kamichaneinemSchiffvorbei, dasamnächsten Tag nachFrankreich führ.
Ichhatte das Gefühl, einneuesLeben zubeginnen.
Eine Seereise hatte ichnochnie gemacht.
Ichgenosses, unerreichbarzu sein.
Den Schlag hab' ich kommen sehen.
Mesdames, erster Service oder zweiter? -Zweiter? Ja,zweiter.
Also zweiter, gerne.
Eine angenehme Reise. -Danke.
Genießen Sie die Überfahrt. -Danke.
Erster Service oder zweiter?
Entschuldigung! Sie sitzen in meinem Stuhl.
Ach wirklich? Das tutmir leid. -Da stehtmein Name dran.
''Piper'', sehen Sie?
Sind Sie Deutsche? -Ja.
Sie sprechen sehr gutes Englisch. -Man sagtmir oft, es sei exzellent.
Haben Sie zufällig ein Buch gefunden? -Ein Buch? Nein.
Ah, da ist es. -Da ist es ja.
Scheint ein wichtiges Buch zu sein. -''Der Fremde''von Camus.
Kennen Sie es? -Nein.
Kaumzu glauben! Sie haben noch nie von Camus gehört?
Nein, muss man das?
Und Sartre? Sagt Ihnen der Name etwas?
Ah, diese Existenzialisten, die schwarz tragen und Espresso trinken?
Sie sollten es mal lesen. -Vielleichttue ich das.
Meine Mutter sagt, Kunst berührt jeden, ausgenommen Bildungsspießer.
Mr. Faber ist Ingenieur. Kreativität interessiert ihn nicht.
Ich kann mich selbst verteidigen, danke.
Um die Ewigkeitzu erfassen, bedarf es mehr als technischen Wissens.
Jetzt geht's um die Ewigkeit? Tutmir leid, ich bin ein Techniker.
Ich sehe die Dinge einfach so, wie sie sind. Ohne zu träumen.
Ich weiß nicht,wie die Seelen der Verdammten aussehen.
Wie soll ich wahrnehmen, was es nicht gibt? Dies ist ein Schiff.
Wildfremde Menschen machen gemeinsam eine Schiffsreise. Mehr nicht.
Entschuldigen Sie mich! Entschuldigen Sie bitte.!
Ach, und noch etwas.
Es istweder Kunstnoch Religion, was dieses Schiff über Wasser hält.
Es ist Technik. Amerikanische Technik.
Hört, hört. -Gute Nacht,Walter.
Bereit?
Ich wurde versetzt. Spielen Sie Tischtennis?
Tischtennis? Ich bin etwas außer Übung.
Keine Ausflüchte,Walter. Unser Spiel kann warten.
Und tragen Sie Ihre Niederlage wie ein Mann.
Wahrscheinlich ist Tischtennis auch nur eine Frage des Selbstvertrauens.
Reden Sie immer so geschwollen? -Geschwollen? Klang das so?
Nur die Art,wie Sie esformulierten.
''Eine Frage des Selbstvertrauens.''
Sie sind ziemlich gut. -Machen wir ein Punktspiel?
Meinetwegen gern.
Sind Sie bereit?
Die Mousse hätte ich nicht essen sollen. -Hallo, Larry.
Sieh mal, ein spannendes Spiel!
Bravo.
Ihr Aufschlag, nichtwahr?
Hallo. -Guten Morgen.
Walter, brauchen Sie 'nen Drink? -Luis, einen mit Zitronengeschmack!
Ich weiß nichtmal Ihren Namen. -Walter Faber.
Ich bin Elisabeth.
Elisabeth?
Das passtnichtzu Ihnen.Wir müssen uns was Besseresfür Sie ausdenken.
Es scheint Ihnen an Bord nichtzu gefallen, Mr. Faber.
Nein,fünfTage ohne Auto! -Ich mag es. Ich könnte die Welt umsegeln.
Ohne mich!
Das wäre schade.Wen sollte ich dann im Tischtennis schlagen?
Ichhatte vergessen, dassman sojung seinkonnte.
Ihre Neugierbrachte mich zumRedenüberNavigation,Radar,
die Erdkrümmungund soweiter.
Danke.
EsmachtimmerFreude, MaschineninBetrieb zu sehen.
Wir gingenhinunter zurSchraubenwelle.
Die Rohre beeindruckten sie. Funktioneninteressierten sie weniger.
Icherklärte ihr die Kommandoanlage und wasHydraulikist.
Icherklärte ihr die Probleme von Torsionund Reibung,
die ErmüdungdesStahls durch Vibrationund mehr.
Das ist beängstigend. -Sehen Sie sich das an.
Diese Konstruktion muss dem Druck des Wassers standhalten, das istfantastisch.
Sie sind ein großartiger Lehrer.
Das könnten Sie auch alles in Büchern nachlesen. Hier.
Ich lass' es mir lieber von Ihnen erklären.
Meine Damenund Herren,dasAbendessen stehtjetztimersten Service bereit.
Tutmir leid. Ich muss gehen.
Natürlich.
Äh ... Sabeth.Wie wär's, wenn ich Sie Sabeth nenne?
Anstatt Elisabeth.Wie klingt das? -Sabeth?
Was meinen Sie? -Okay.
Ich dachte indiesen Tagen wieder öfter anHanna.
Wahrscheinlichhätte michjedes junge MädchenanHannaerinnert.
20Jahre sindeine lange Zeit.
Ist sie krank? -Sie istnur seekrank.
Alles in Ordnung? -Nein.
Bringen wir sie in die Kabine. -Ich schaff's allein.Aber danke.
Kommen Sie, es geht gleich wieder. -Fühlst du dich besser?
Da wären wir.
Legen Sie sich hin!
Das wird schon wieder. -Danke, Mr. Faber.
Ich komme jetztzurecht.
Vielleicht sollten wir sie schlafen lassen.
Wird es gehen? -Ja.
Vielleicht sehen wir uns nachher an Deckzum Tontaubenschießen?
Ja,vielleicht.
Feuern Sie.
Gut! Getroffen.
Feuern Sie.
Sind Sie und Miss Piper verlobt? -Nein. Sie ist sehr unabhängig.
Das giltfür uns beide.
Wir wollen nicht die Fehler unserer Eltern wiederholen.
Nein, natürlich nicht.
Feuern Sie.
Ja bitte?
Ich bin's, Faber. Ich bringe Ihnen Pillen für den Magen.
Danke, es geht schon wieder.
Die ... die würden Ihnen helfen.
Das ist sehr freundlich, danke.
Geht's Ihnen besser? -Ja.
Nehmen Sie, die werden Ihnen helfen!
Danke sehr.
Am liebsten würde ich Stewardess werden.
Ich würde gerne um die Weltreisen. Aber Mama möchte mich bei ihr haben.
Sie lebt allein, und wir waren noch nie so lange getrennt.
Sie tutwirklich allesfür mich.
Sie hat sogar Klavier gelernt, um mich auf der Geige zu begleiten.
Das ist erstaunlich in ihremAlter.
Sehen Sie das Schiff da? Das ist ein Öltanker.
Nein, das ist eine Zigarre, die auf einem Spiegel schwimmt.
Sehen Sie den qualm nicht? -Sie haben eine poetische Ader!
Das ist der letzte Sonnenuntergang vor unserer Ankunft in Frankreich.
Ich freue mich schon sehr auf Paris.
Hoffentlich bekommen wir ein Zimmer in dem billigen Hotel.
Es ist ganz nah am Louvre.
Von da ausfahre ich per Autostopp nach Italien.
Sie fahren per Autostopp? -Ja. Ich kann selbst auf mich aufpassen.
Ich bin es gewohnt, allein zu reisen. Ich mag es sogar.
Ich wache gerne auf, ohne gleich mit einer Frau reden zu müssen.
Sie sind ein reizender Mann,Walter. Aber Ihre Ansichten sind unmöglich!
Nein, im Ernst.Zwei, drei Tage mit einer Frau sind das Äußerste. Mehr istzu viel.
Wo istmein Drink geblieben? -Sie sind ein guter Tänzer, Herr Pfarrer.
Auch wir müssen die Werkzeuge des Teufels kennen.
Tanzen Sie wirklich nicht? -Nein.Aber ich sehe Ihnen gerne zu.
Er spart seine Kräfte auf für den großen Augenblick.
In 10 Minuten ist es Mitternacht, dann ist Walter ein Jahr älter.
Verstehe!
Und jetztwird Orangensaft gepresst!
Alle mal lächeln!
Herzlichen Glückwunsch,Walter. -Danke.
Wollen wir wieder? -Ich brauche frische Luft.
Die kann ich auch gebrauchen. Entschuldigen Sie mich!
Also,werte Damen ...
Los geht's, Partner.
Sie sollten heiraten, Mr. Faber. Ich meine es ernst.
Nein, ich hab's mal versucht. Sie hatmich verlassen.Wegen Meinungsverschiedenheiten.
Sie sollten nicht per Anhalter nach Rom fahren.
Sie reden wie Mama.
Würde Ihre Mama mir auch zur Heiratraten?
Nein. Sie hat keine sehr hohe Meinung von der Ehe.
Mit der Frau würde ich mich sicher verstehen.
Tanzen Sie mitmir?
Würden Sie mich heiraten?
Hallo.
Danke.
Schöne Nacht, nichtwahr? -Allerdings.
Übrigens, herzlichen Glückwunsch.
Danke, Kurt.
Okay, ich warte unten an der Bar. -Ja, gut.
Meinen Sie das im Ernst?
Ja.
Das ist verrückt, oder?
Wollen wir tanzen?
Mit einem Durchschnittsvolumen von 1.000 Megatonnen
produzieren diese Fluten pro Stunde eine Leistung von 300.000 Kilowatt.
Es handelt sich um eine völlig neue Technologie.
650.000 Hektar Land mussten urbar gemachtwerden.
Der Staudamm selbst bewältigt 10.500 Liter Wasser pro Sekunde.
Diese Energie reicht aus, um 3 Städte mit mehr als 400.000 Einwohnern zu versorgen.
Das ist eine Perspektive für die Zukunft, meine Damen und Herren.
Fantastisch. Das war großartig,Walter. -Danke.
Ich fürchte, unsere Turbinen werden nichtrechtzeitig zur Montage bereitstehen.
Es hapertwie üblich an der Bürokratie.
Trotzdem möchte ich gleich zur Baustelle. -Das wäre verfrüht.
Walter, hatten Sie nicht vor, Urlaub zu machen?
Ich hatte genug Ruhe auf dem Schiff. Ich möchte schnellstmöglich dorthin.
Ich muss daran erinnern, dass wir keine Kunstwerke zerstören wollen.
Keine Sorge, Monsieur. Alles Wertvolle wurde längst geraubt.
Dasfinden Sie im Britischen Museum oder im Louvre.
Um wie viel Uhr schließt der Louvre? Wann schließt das Museum?
Keine Ahnung.Was mich betrifft, ist es immer geschlossen.
Zum Louvre.
Ich dachte, Sie mögen Museen nicht.
Stimmt, ich mag sie nicht. -Das ist aber komisch.
Warum?
Ich habe Sie im Louvre gesehen.
Ich wollte gestern abreisen, bin aber einen Tag länger geblieben.
Sie haben mich gesehen? Haben Sie sich etwa vor mir versteckt?
Wollen Sie immer noch die ganze Strecke per Anhalter fahren?
Selbstverständlich. Ich habe meine Reiseroute genau geplant.
Sagen Sie noch mal ''Reiseroute''. -Reiseroute.
Avignon. -Avignon.
Dann Nimes. Florenz.
Pisa. -Pisa.
Orvieto,Assisi und Rom.
Bin ich froh, Sie zu sehen!
Ich mache auch Halt in St.Tropez. Ich kenn' da ein paar verrückte Leute.
Wir werden am Strand liegen,tanzen. Was man so macht im Sommer.
Ich kaufe Ihnen gerne eine Bahnfahrkarte. Mir gefällt die Idee mit demAutostopp nicht.
Mir wird nichts passieren.
Da vorne istmeine Metrostation.
Na dann,viel Glück.
Ob wir uns wiedersehen?
Was halten Sie davon, wenn ich Sie zum Essen einlade?
Tolle Idee. Ich sterbe vor Hunger.
Das ist gut! Jetzt gefälltmir Paris wieder. Das ist das erste gute Essen seitzwei Tagen.
Alles ist sündhaftteuer hier.
Möchten Sie noch Wein? -Nein, nein.
Aber einen Kaffee bitte.
Ich wünsche mir zwei Dinge von Ihnen.
Das Erste ist, dass Sie nichtper Anhalter fahren.
Und das Zweite ist, dass Sie niemals Stewardess werden!
Okay? Versprochen?
Ja.
Da ist leider diese Konferenz, an der ich teilnehmen muss.
Ich muss gehen.
Kann ich bleiben und noch was trinken? -Natürlich.
Ich hab' noch so viel Zeit.
Vielleicht könnten Sie mir ein Telegramm schicken oder ...
oder eine Postkarte, damit ich weiß, dass Sie heil angekommen sind.
Vielleicht.
Wie wär's,wenn ich einen Wagen miete und Sie nach Rom fahre?
Und was istmit Ihrer Konferenz? -Die findet auch ohne mich statt.
Ich muss es Kurt sagen. Und ich muss meinen Koffer holen.
Heißt das, Sie kommen tatsächlich mit?
Hörst du mir eigentlich zu,Walter? -Ja.
Walter ... Ich kann dich nicht Walter nennen!
Wieso nicht? -Das erinnertmich an Lehrer und Onkel.
Onkel? -Ja, Onkel.
Nenn mich wie du willst, mir ist es egal! -Dann werde ich dich Faber nennen.
Das passtzu dir.Weißt du, was das auf Lateinisch heißt?
Du hast Latein gelernt? -Auf dem Gymnasium.
Faber heißt''Macher''.Jemand, der sein Schicksal selbst bestimmt.
Zeig mal!
Kannst du was darin lesen?
Wir sollten anhalten.
Nein,Avignon kann nichtmehr weit sein. Hier gibt es auch keine Hotels.
Es geht schon. Es sind nur meine Augen.
Ich kann für dich sehen. Komm schon!
Du übernimmst Gas und Bremse. -Bist du dir sicher?
Ob das eine gute Idee ist? -Fahr schneller!
Noch schneller! So ist es besser.
Tritt leicht auf die Bremse!
Jetzt kommt eine Kurve.
Jetzt sind wir auf einer langen geraden Strecke.
Mademoiselle Piper und Monsieur Faber.
Ist es das hier? -Ja.
Ist es in Ordnung? -Ja.
Gute Nacht. -Gute Nacht.
Kommst du?
Auf geht's.
Ich war glücklichaufunsererItalienreise. Weilauch dasMädchenglücklich war.
NurihrKunsthungermachte mirzu schaffen, ihre Manie,alles sehen zu wollen.
Ichkannmit Museen nichtsanfangen.
Wasmichammeistenfreute, warihre Freude.
Ich schaue mir jetzt den Masaccio an. Der soll beinahe so primitiv...
ich meine, er soll so archaisch sein wie die frühen Fauves.
Wo hast du das ganze gescheite Zeug her? -Von Mama.
Ah, die Mama. -Kommst du?
Nein danke. Ich streike diesmal. -Heute benimmst du dich aber alt.
Aufwachen!
Wach auf!
Was ist los?
Wo sind wir? -In Orvieto.
Orvieto? -Ja.
Ich hab' dich überall gesucht. Ich dachte, du wärst Campari trinken gegangen.
Wovon mag sie träumen?
Warte mal! Siehst du,wie sich ihr Gesicht verändert,wenn das Licht andersfällt?
Siehst du es? -Sie siehtwilder aus.
Findest du?
Und jetzt schläft sie.
Wer ist sie?
Das schlafende Mädchen.
Wusstest du, dass unsere Schlafende berühmt ist?
Wirklich? -Ja, sie istmehr als 2.000 Jahre alt.
Das ist alt. -Unterschreibst du?
Nein, lieber nicht.
Wahrscheinlich sind wir in Athen, bevor die Karte ankommt.
Gutmöglich.
Bin ich dir zu schwer? -Nein.
Ganz sicher?
Doch, das bist du.
Frau ... Doktor ...
Hanna ... Piper.
Wie heißt sie? -Das ist eine gute Frage.
Sie hat den Namen oft gewechselt. Piper heißt sie aus ihrer letzten Ehe.
Er lebt jetzt in Ostberlin. Er ist Kommunist.
Ich konnte ihn nie leiden.
Über die Scheidung hab' ich mich gefreut.
Danke.
Davor hieß sie Hencke.
Mein richtiger Vater hieß Joachim Hencke.
Oh nein, eine ganze Busladung deiner Landsleute! Verschwindet!
Das ist unser Platz! Verschwindet!
Tu irgendwas! Die wollen hier picknicken. Und ich muss mal verschwinden.
Dein Vater heißtJoachim Hencke?
Ja. -Aus Zürich?
Ja.
Ich muss mal ...
Du tustmir weh! Was ist denn?
Nichts.
Nicht gucken!
Fräulein Hanna Landsberg! Herr Walter Faber!
Hanna!
Hanna, komm schon! Wir sind dran. Bringen wir's einfach hinter uns,ja?
Ich merke gerade, ich hab' keine Ahnung,wer du bist!
Warum läufst du plötzlich davon? Was ist los?
Geh nach Bagdad und bau deinen Damm! -Das entscheide ich selbst!
Mach's gut,Walter! Und was mein Kind angeht, keine Sorge. Es wird keins geben.
Was soll das heißen?
Ich habe mitJoachim gesprochen. Er wird mir helfen.
Er liebtmich.
Faber!
Hast du mal Feuer?
Du rauchstzu viel. -Ich weiß.
Danke.
Hab' ich wasfalsch gemacht?
Nein, gar nicht.
Einen Augenblicklang dachte ich, ich hätte dich verärgert.
Faber,was hast du denn heute? -Nichts. Ich ... brauche nur einen Drink.
Du bist so seltsam.
Mir sind in letzter Zeitviele merkwürdige Dinge passiert.
Ich ... ich versteh' das alles selbstnicht.
Glaubst du an Fügung? -Fügung?
Ja, so etwas wie eine Verkettung der Umstände?
Ein Zufall folgt dem anderen!
Was meinst du damit?
Sabeth, ich glaube, ich kannte deine Eltern.
Wir waren vor langer Zeit befreundet. -Du kanntest sie? Wann?
Wir haben zusammen studiert. -Ist das wahr?
Sabeth, ...
wann wurdest du genau geboren? -Ganz genau?
Die genaue Uhrzeit, die Minute? -Nein, es gehtmir ums Datum.
Am 23.Juni 1938. -Am 23.Juni?
Ja. -Wo?
In München.
Erinnerst du dich,wann deine Mutter Joachim geheiratet hat?
Nein.
War es vielleicht imJanuar 1938?
Weiß ich nicht.
Wie altwarst du, als er euch verließ? -Zwei oder drei.
Ich erinnere mich kaum an Vater. Er lebt jetzt in Südamerika.
Wie kommst du darauf?
Du kanntest Mama! Wie war sie früher?
Sie war genauso schön wie du.
Du liebstmich nichtmehr.
Doch Sabeth, das tue ich.
Ist es,weil du genauso alt bistwie meine Mutter?
Was ist es?
Du bistnicht alt. Du bistmanchmal so jung wie ich.
Du bist ganz anders als Mama.
Hör mit deiner Mutter auf! Ich will nichts mehr von ihr hören,verstanden?
Du wirstmich verlassen! -Nein.Aber ich muss dich zurückbringen.
Wohin zurück? -Zu Hanna.
Ich bin kein Kind. Ich kann mit dem Zug nach Athen fahren, oder per Anhalter.
Und du kannstnach Paris oder New York zurückkehren.Wo immer du hin willst.
Ich brauche keinen Babysitter.
Ich muss dich nach Hause bringen. Ich muss mit ihr reden.
Du liebstmich doch!
Ich sehe es in deinen Augen.
Warum willst du es nichtzulassen?
Elsbeth! Wo bist du?
Ich hab' dich schon gestern erwartet! Morgen? Wie?
Nein, ich bin ja froh, dass du nichtper Anhalter gefahren bist. Ist Kurt bei dir?
Ist alles in Ordnung?
Ja, die habe ich bereits erhalten.
Ich freue mich sehr auf dich!
Hier gibt es noch so viel zu sehen.
Es wäre ein Verbrechen, an Delphi vorbeizufahren.
Wozu die Eile? Athen ist unerträglich im Sommer.Warst du schon mal da?
Nein. -Warum die Eile?
Deine Mutter erwartet dich.
Ich möchte mit dir zusammen sein.
Ich versteh' dich nicht. Warum willst du mich loswerden?
Sabeth!
Lass mich in Ruhe! Du brauchst mir nichtzu folgen! Geh zurück!
Sabeth! -Geh weg!
Sabeth, komm'zurück! -Hau ab!
Sabeth! -Lass mich in Ruhe!
Hilfe! Hilfe!
Sabeth!
Sabeth!
Bitte nicht!
Hilfe! Hier sind wir!
Warten Sie!
Warten Sie! Da ist ein Lastwagen! Warten Sie!
Halten Sie an! Anhalten! Halt!
Wir haben eine Verletzte. Sie muss ins Krankenhaus!
Wohin fahren Sie? Nehmen Sie meine Uhr! Sie bekommen meine Uhr dafür.
Der Fahrer nimmt uns mit. Komm,wir fahren mit dem Laster weiter!
Wie weit ist es noch? Wo zum Teufel sind wir?
Ist das der Weg ins Zentrum? Kennen Sie sich überhaupt aus?
Wasser bitte!
Danke. Hier!
Fragen Sie,wo das Krankenhaus ist, wenn Sie's nichtwissen!
Wo ist das Krankenhaus? Wo finden wir einen Arzt?
Wir brauchen Hilfe!
Wie geht es ihr? -Wir können nur hoffen.
Aber sie lebt?
Ja.
Der Arztwar gerade hier. Er sagt, es war vermutlich eine Sandviper.
Die Sterblichkeit bei Schlangenbissen beträgtnur drei bis zehn Prozent.
Hier,trink deinen Tee!
Wie konnte das passieren? Ich wollte mit ihr sprechen, aber sie redetwirr.
Seitwann seid ihr in Griechenland? -Seit gestern, glaube ich.
Dann bist du der ältere Herr, den sie auf dem Schiff kennengelernt hat?
Wir sind zusammen gereist.
Trink deinen Tee!
Seitwann trägst du eine Brille?
Jetzt sehen wir mal nach Ihnen.
Mr. Faber ist ein Bekannter von mir.
Aber nur kurz.
Komm, lass sie schlafen!
Sabeth. -Walter, bitte!
Wie nennst du sie? Sabeth?
Wie lange lebst du schon in Athen?
SeitJahren. Elisabeth ist hier zur Schule gegangen.
Warum setzt du dich nicht? Einen Moment.
Du bisttatsächlich Archäologin geworden? -Ja.
Ich setze die Scherben der Vergangenheit zusammen wie ein Detektiv.
Das ist ein Fund, auf den ich wirklich stolz bin.
Das ist der Abguss eines Modells.
Es wurde 400 Jahre vor Christus angefertigt.
Es ist sehr detailliert. Sieh dir das Gesicht an!
Und ihre Haare. Sehr fein herausgearbeitet.
Das istwahrscheinlich Aphrodite. Oder eine Nereide.
Was ist eine Nereide? -Eine Nereide ist eine Seenymphe.
Ein mythologisches Wesen, das im Wasser lebt, eine Art Meerjungfrau.
Siehst du ihr Kleid? Sieht aus, als ob es nass wäre.
Das isttypisch für ...
Möchtest du vor dem Essen baden?
Ja, ich würde mich auch gerne rasieren.
Das Bad ist hier drüben.
Wie geht es ihr? -Schon besser.
Hast du ihr gesagt, dass ich hier bin?
Nein. Komm, lass uns etwas essen!
Ich hätte gerne mit ihr gesprochen!
Warum? Ich hab' dir alles erzählt. -Wie ist die Nummer vom Krankenhaus?
Herrgott! Lass mich in Ruhe!
Was willst du von uns?
Ich hab' meine Tochter ewig nicht gesehen! Dann ruft das Hospital an.
Da liegt sie bewusstlos, du bist da, und ich habe keine Ahnung,was los ist.
Warum darf ich sie nicht sprechen? -Was hat sie dir erzählt?
Hast du gewusst,wer sie ist? Dass ich ihre Mutter bin?
Ich würde gerne ihre Stimme hören,verstanden?
Walter, bitte setz dich!
Also,wo wart ihr in Italien?
An den üblichen Orten, Florenz, Siena,Assisi.
Deine Tochter ist unglaublich neugierig.
Ja, manchmal ist sie wirklich wie ein Kind.
Glaubst du, sie istnoch Jungfrau?
Wie bitte? -Sag mir,was passiert ist!
Das hab' ich doch. Ich wollte nicht, dass sie per Anhalter fährt, hab' ein Auto ...
Was spricht gegen Autostopp? -Sie istnoch ein Kind!
Es kann so viel passieren.
Warum machst du dir darüber Sorgen?
Kaumzu glauben, dass die Statistik bei Schlangenbissen so niedrig ist.
Ich hätte gedacht, sie wäre höher.
Die Statistikistmir egal,Walter.
Wenn ich 100 Töchter hätte,würde ich statistisch gesehen nur 3 bis 10 verlieren.
Gar nicht so viel, wenn man's genau nimmt.
Du solltest schlafen gehen. Nimm Elisabeths Zimmer!
Hanna.
Sag mir die Wahrheit!
Bin ich ihr Vater?
Ist sie das Kind, das du nichtwolltest? -Nein!
Ich hab's dir schon gesagt, sie istJoachims Tochter.
Joachim isttot.
Ich hab' ihn in Mexiko gefunden.
Er isttot.
Das Bett istfrisch bezogen.
Gute Nacht.
Walter, hast du was mit dem Kind gehabt?
Sag's mir!
Ja oder nein?
Ja.
Hanna?
Hanna!
Hanna?
Hanna!
''Bin im Krankenhaus. Komme bald zurück, Hanna.''
Warten Sie! Anhalten! Halt!
Warum hast du mich nicht geweckt? -Es geht ihr besser!
Wo ist sie? Ich will sie sehen! -Sie braucht Ruhe!
Wo ist das Zimmer von Elisabeth Piper? Piper. Piper? Piper!
Oder Hencke oder Landsberg? Wo ist sie? -Da lang.
Da lang? Wer ist dieser Piper überhaupt? Einer von deinen abgelegten Männern?
Wie Joachim? Warum seid ihr geschieden? -Ich habe ihn nicht geliebt.
Ah, du hast ihn nicht geliebt. Wie einfach! Das hat ihn wohl umgebracht.
Hätte ich mich auch töten sollen? Weil du mich nicht geheiratet hast?
Du wolltest es nicht! Du wolltest lieber Dämme in Bagdad bauen!
Ich wollte heiraten, wegen unseres Kindes!
Das hast du nicht gesagt! -Das hab' ich!
Du hast gesagt: ''Wenn du dein Kind haben willst''! Genau das: ''dein'' Kind!
Nicht: unser Kind!
Ist da wahr? Ein Wort? Zwanzig Jahre lang hat uns ein dummes Wort getrennt?
Ja, genau. Außerdem sind es 21 Jahre.
Wie kannst du dich nur verrechnet haben?
Interessant, dass du großer Wissenschaftler nichtneun Monate aufs Jahr addieren kannst!
Ich möchte zu meiner Tochter.
Warum hast du es ihr nie erzählt?
Mir ist es egal, dass du es mir verheimlicht hast, aber warum ihr?
Sie muss es erfahren! -Nein!
Jemand muss es ihr sagen! -Nein!
Wovor hast du Angst?
Sie liebt dich! Sie hat es mir heute Morgen gesagt.
Ichhabe nieerfahren, wie vielHanna ihrerzählthat.
Und Hanna sorgte dafür,dasswir nichtmiteinandersprechenkonnten.
Der Doktor sagt, ich darf in ein paar Tagen nach Hause.
Ich habe dich nie englisch sprechen hören! Ein schöner Akzent, nicht?
Anfangs wollte ich sie nicht in die USA gehen lassen.Jetzt bin ich froh darüber.
Wir sind viel zusammen gereist.Als sie zwei Jahre altwar und gerade zu sprechen anfing,
sind wir durch Frankreich und Italien gereist,weißt du noch?
Wir haben uns viele Kirchen angesehen. Beim Betreten sagte ich jedes Mal zu ihr:
''Pst, leise''. Das heißt''quiet'' auf Englisch. Später dachte sie dann,
''pst, leise'' sei das Wortfür Kirche.
Warst du in Rom in der Santa Maria Maggiore? -Bis später, Faber.
Ich hatte dir doch gesagt, die solltest du dir ansehen.
Sabeth!
Sovielichverstand,
starbsie nicht amSchlangengift, sondemandenFolgendesSturzes.
Sie starb kurzvorMittemacht.
Ich komm' nichtmitrein.
Ich saßeinfach da.
Ich wollte nichthiersein. Ich wollte nirgends sein.
Ichhalte nichtsvon Selbstmord. Er ändertnichtsdaran,dassmangelebthat.
Und ich wünschte mir, nie gelebtzu haben.
Waswollte ichnoch sehen? Esgabnichts, wasichnoch sehenmusste.
Ihre Hände,dieesnirgendsmehr gibt.
Ihre Bewegung, wenn sie dasHaarindenNacken warf.
Ihre Zähne,ihre Lippen.
Ihre Augen,die nichtsmehrsehen.
Wosollich sie suchen?
Sie istnichtmehr da.
Deutsche Untertitel TITELWERK
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