All language subtitles for Das Kaffeehaus.DE.transcript

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Original subtitles

...

Das Arbeiten ist wichtig f�r dich.

...Zumal du essen mu�t wie jeder Mensch... und trinken.

Wenn ein Gast einer da w�re, selbst zu erwarten, ja dann.

Und wenn kein Gast keiner da ist, hat die Zukunft in deinem Auge zu sein.

Um sechs Uhr fr�h hat das Leben nur eine Vergangenheit.

La� das Denken sein, putz mir meine Schuhe.

In Arizona, da h�tten Sie mich kennen m�ssen, Herr,

da hab ich Freunde gehabt und Gold wie kein Zweiter.

Die Weiber haben angestanden bei mir, dem jungen Italiener.

Und jeder Rote, der mich gesehn hat,

ist vor Schreck heimgegangen, in die ewigen Jagdgr�nde.

Und da, wenn einer gewagt h�tte, zu sagen zu mir,

ich solle seine Schuhe putzen,

er h�tte den Satz nicht zu Ende gesprochen.

Die Kugeln h�tten ihn verstummen lassen.

Ich war ein Herr in Arizona, Herr,

VERGESSEN SIE DAS NICHT!

Du mu�t dir deine F��e waschen, Trappolo, sie stinken.

Meine G�ste m�gen deinen Kopf, der Komik wegen,

sie lachen gerne �ber andere.

Jedoch Ger�che, au�er den eigenen, sind ihnen verhasst.

Kr�nken Sie nur... Sie k�nnen es sich leisten,

Sie bezahlen ja daf�r.

Zu dieser fr�hen Stunde wird just hier die Welt besprochen?

Die Stunde ist so fr�h nicht wie es scheinen mag.

Der Kunde nennt die Stunde fr�h, so ist sie es.

Wann fr�h, wann sp�t, kommt auf den Standpunkt an.

Auf meinen. Also: fr�h.

Verzeihung, Herr,

der Ihre ist der eine, der andere der meine.

Wer so verstritten ist!

Der Gerechtigkeit zu Recht verhelfen ist das meine.

Der Ihren, Freund Ridolfo, nur der Ihren!

Sei es drum.

Sie haben einen Freund...

Ja...?

Ich meine den, der Thema eins ist in den Stra�en von Venedig,

Herrn Eugenio.

Ja, der ist einer meiner Freunde.

Dann mu� ich ihnen sagen,

was mir geschehen ist mit jenem Herrn.

Sie tun, was Sie nicht lassen k�nnen.

Gestern um die vierte Stunde

kommt jener Herr Eugenio des Wegs, den ich geschritten,

und spricht mich an.

Was meinen Sie sind seine Worte?

Die Spannung w�chst in meinem Kopf.

N�mlich, er betrachtet mich stumm,

als w�re ich eine Erscheinung �bersinnlicher Natur.

Dann sagt er...

Was?

Was?

Ich kanns mir im Entferntesten nicht denken.

Er sagt,

und seine Z�hne klappern, als w�rs Winter in Venedig,

sein Blick wird starr,

der Atem sto�weis,

sagt: Sie,

- sagt: Sie sind mein Mann! - Nein! - Ja!

Und langsam f�hrt er seine Hand in seine Jackentasche,

und holt hervor zwei Ohrringe.

Diese hier.

Und sagt:

Dieser Schmuck ist meiner Frau zu eigen,

das letzte, was zur�ckgeblieben ist von unserem Gl�ck.

Und will zehn Zecchinen geliehen darauf.

- Zehn Zecchinen? - Das sind 215 Mark.

Genau.

Ich bin ein guter Mensch! Ich gab ihm, was er brauchte.

Ich wei� Ihr gro�es Herz zu sch�tzen.

Eugenio wu�te, wen er bat,

mit welcher Diskretion ich seine Fall behandeln w�rde.

Es findet sich kein zweiter Mensch in dieser Stadt,

der so verschwiegen auf die Welt gekommen.

Das wusste er, das wusste er gewiss!

Ich bin so stolz auf mich, weil mich die Leute m�gen.

Das d�rfen Sie, Don Marzio, Sie d�rfen das.

Mein Freund,

als ich klein gewesen bin hatte ich keinen Freund,

niemand mochte mich,

die kleinen Kinder haben auf der Stra�e hinter mir hergeschrien:

Marzio, die h�ssliche Ente,

Wie oft bin ich in meinem Bettchen gelegen

und habe hei�e Tr�nen geweint,

das K�pfchen aufs Kissen geschlagen

und vor Schmerz und Leid gest�hnt.

Da habe ich mir vorgenommen, damals schon,

es muss anders werden,

die Leute m�ssen freundlich sein zu mir, und h�flich

so bin ich ein guter Mensch geworden.

Sie haben es geschafft, Don Marzio, das mag man nicht bezweifeln.

Seit dieser Eugenio verheiratet ist, ist er etwas seltsam geworden.

Eine Ehe macht den Menschen ordentlich.

Vittoria, dessen Frau, soll treu sein,

soll treu sein wie Gold so treu.

Nichts anderes ist mir zu Ohr gekommen.

Und jetzt ist er ein Spieler. Was soll aus ihr nun werden.

Das ist so offen wie Ihr Herz, Don Marzio.

Ob sie wohl absinkt und ein Stra�enm�dchen wird?

Ach wie so viele, deren M�nner der Leidenschaft des Spiels verfallen sind.

Venedigs Stra�en sind voll mit Dirnen, deren M�nner spielen.

So schlimm ist das?

Schlimmer noch, Ridolfo, schlimmer noch.

Das Spiel zersetzt die Hoheit dieser Stadt.

Der liebe Gott bewahre uns vor dieser Stund.

Kennt Ihr... die T�nzerin Lisaura?

Ich hab sie tanzen sehen,

Niemals zuvor hat so etwas mein Auge erblickt.

Sie l�sst die H�llen fallen, bis auf ganz wenige

und die Bewegungen...

man glaubt es kaum.

Wenn man bedenkt, dass bis vor kurzem

sie immer noch zu Diensten war f�r 30 Soldis

30 Soldis... das sind 2 Mark 70.

Jetzt ist sie wohl fixiert auf diesen Graf Leander.

von dem sie einen festen Monatssatz erh�lt.

Es soll sogar die Rede davon sein, dass legitim jetzt wird,

was unrein ist und voller Schmutz.

Von Heirat war die Rede vor Gott und Staat.

- Auch mir ist so etwas zu Ohr gekommen. - Schrecklich.

Wie soll man Ehrfurcht vor dem Sakrament behalten,

wenn solcherlei geschen mag.

Von wo ist dieser Graf?

Wohl aus Turin, so h�rte ich.

Die M�nner aus Turin sollen gut wie Stiere sein.

Der Graf Leander...

...der ist besser,

sagte Lisaura, als sie j�ngst Kaffee hier trank zur sechsten Stunde.

Solche Gespr�che f�hrst du mit der Kundschaft hier in meinem Kaffeehaus?

Was also hat sie dir erz�hlt, die Hure, die Viersp�nnige?

Sie sprach, sie habe einen jetzt, der habe einen, der sei so,

wie die es sind, die Berberhengste ihr eigen nennen.

- Und weiter - weiter nichts? - Ha!

Des weiteren sprach sie von einer Ausdauer, die gleichen solle der des Meeres,

das nicht m�de werde, an den Strand zu sp�len, immerfort!

- Mein Herz zerspringt vor Raserei! - Kaffee!

Und weiter, Freund - was weiter?

- Der Herr des Dinges hat au�erdem... - Welches Dinges?

Des Berberdinges!

Ah ja...

Ich erinnere...

Und der Herr Graf...

der gibt ihr au�erdem noch Geld.

Denn dieser Herr gewinnt ganz ohne Unterlass.

Mit Hilfe von Pandolfo, welcher ein Betr�ger ist.

Und meinen Sie ganz ernsthaft...

Ich spielte ja bereits mit dem Gedanken, die Staatsgewalt zu informieren.

- Die Polizei, Don Marzio? - Die Polizei.

Es schreit zum Himmel, was in diesem Spielhause geschieht.

Wenn man es so bedenkt...

So muss man es bedenken.

So, und nicht anders.

Morgenstund hat Gold im Mund.

So...

Ihr habt verloren?

Ihr habt alles verloren.

Haus und Knopf

und Frau und Kind.

Ihr habt gespielt die ganze Nacht?

Er hat verloren.

alles, alles...

- Wahnsinn. - Kaffee!

Ihr habt verloren

Zecchinen, Gl�ck...

und Li-i-iebe.

Lasst mich bitte...

Lasst mich doch bitte ganz allein.

Ich z�hle meine Tr�nen innerlich

Das Leben sah so geregelt aus

und jetzt

Nacht hat sich �ber mein Gl�ck gelegt

Der Hafen ward vom Sturme heimgesucht

Wie soll ich je vor einen Spiegel treten?

ohne in lautes Weheklagen zu verfallen

Ich bin durch Wiesen gestreift

habe gelebt wie ein junges Reh in freier Wildbahn.

Jetzt hat mich der Wolf gerissen.

Das Leben n�mlich...

Sie sind verzweifelt.

Das Lachen haben Sie verlernt.

Blicken Sie mich an.

Ein alter Mann, der niemals aufh�rt, jung zu sein.

Wie leicht Ihnen das fallen muss.

Sie haben keine Schulden, haben Geld wie Heu.

Nun nun, ich muss das Spielhaus warten.

Muss Licht bezahlen, Alkohol und Diener.

Wenn alle so ungenaue Zahler w�ren wie Sie...

Sei sind gekommen, zu beleidigen die zarte Seele

Wie ferne lieg mir das - doch muss ich leisten meine Zahlungen,

Verpflichtungen und Sonstiges,

Und auch der Graf hat mich beauftragt,

jetzt ein ernstes Wort zu reden mit dem Schuldner.

Ich m�chte Sie um Aufschub bitten - hiermit, jetzt

und voller Freundlichkeit.

Wiewohl es mir doch schwerf�llt, so w�re ich doch bereit,

den Aufschub zu gew�hren,

jedoch der Graf, der Harte, besteht auf einer Zahlung,

deren P�nktlichkeit in nichts zu w�nschen �brigl�sst.

- Kaffee! - Gedankt! - Nun, wie denken Sie zu diesem Thema?

Darf ich ein Wort wohl f�hren - oder nicht?

Die Angelegenheiten, die Ihre eigenen, die sollten Sie besch�ftigen

und zur Gen�ge wohl.

Nun Freund, der Antwort, der h�flichen harre ich nun eine ganze Weile schon.

Sie sehen sprachlos mich, und leer im Kopf.

Darf ich nach dem Gesundheitszustand Ihrer Frau Gemahlin fragen?

Lassen Sie meine Frau aus Ihrem Mund heraus.

Sie ist befleckt genug durch mich, als dass sie Ihren Schmutz

auch noch verkraften k�nnte.

Wer in Venedig Schulden macht bar Hand, dem droht Gef�ngnis, nicht zu knapp.

Darf ich nach dem Gesundheitszustand Ihrer Frau Gemahlin fragen?

Ich hab sie nicht gesehen, zwei Tage nicht und mehr.

Dies holde Wesen...

Kann ich als Bettler vor die zarte Seele treten?

Sie wird verzweifeln, wenn sie das ganze Ausma� ihres Leids erf�hrt.

Worum geht es in dem Gespr�ch,

dessen Ernst ich wie den kalten Wind aus Osten sp�re?

Mischt Euch nicht ein in die Probleme meiner anderen G�ste, Don Marzio.

Seid h�flich und diskret, und trinkt noch einen Kaffee f�r f�nf Soldis.

Das sind 45 Pfennig. Nein, danke.

Ich log zuvor, als ich erz�hlte, ich f�hle mich jung und frisch.

In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall.

Ich f�hle mich alt und verbraucht,

und mit Wehmut gedenke ich der Jugend,

die voll war der Hoffnung auf einen Erben,

der Haus und Hof mir �bernimmt.

Jedoch das Weib, das mein ich nannte, war faulig bis zum Rand,

und f�hig nicht, ein Kind heranzuziehen in ihrem Bauch.

Sie, Herr Eugenio nun,

Sie sehen so aus, wie mir im Traum mein Sohn erschienen ist,

und immer denke ich daran, ob Sie nicht in dem Gesch�ft,

das mein und produktiv, die Leitung �bernehmen m�chten

f�r einen Anteil von 10 Prozent.

Nat�rlich m�sste Ihre liebe Frau im Spielhaus helfen.

Meine Frau? Niemals.

Lediglich die Stimmung aufzuheitern soll ihre Aufgabe sein.

Man muss was zeigen, dass man was zu essen kriegt,

und W�nsche - W�nsche muss man z�chten, dass man was zu trinken kriegt.

Sie Ungeheuer! Sie Schakal!

Sie wollen eine Hure aus ihr machen!

Wollen sie preisgeben den schw�len Blicken Ihrer Kundschaft!

Venedigs Zellen sind die tr�bsten auf der Welt.

Mir tr�umt - das ist nicht Wahrheit, was mir widerf�hrt.

Ich bin ein Realist, mein Herr. Verschwommenes ist nicht mein Gebiet,

und wird es niemals sein.

Ich glaub, Sie qu�len meinen jungen Freund, Pandolfo.

Seit wann ist dieser junge Mann Ihr Freund, Don Marzio?

- Kaffee! - Danke, nein.

Ihrer Gattin, Freund, geschieht kein Leids,

und Blicke vergewaltigen so wenig wie sie t�ten.

Sie ist so zart...

Und dennoch wohnt Vernunft in ihrem Kopf.

Ihr Herz, das ist so rein...

Und dennoch nennt sie einen Mann ihr eigen,

der Eugenio hei�t und spielt.

Die ganze Stadt wird reden �ber mich.

Viel Feind, viel Ehr.

Solche Ehre ist mir widerlich!

Was geschehen ist, das ist geschehen.

Ich bin so jung und so gebrochen.

So Sie auf mich h�ren, meinen Vorschlag achten

wird Gl�ck es sein, das Ihnen n�chstens widerf�hrt.

Mit vieviel habe ich zu rechnen jeden Mond?

Ich w�rde sagen: 8 Zecchinen Sie, und 15 Ihre Frau.

Das sind 494 Mark 50.

Sie mehr als ich, und fast das Doppelte?

Wie soll als Mann ich vor ihr stehen.

Allerdings. Das ist nicht recht.

Niemals wird solcherart Entw�rdigung die Ehe, die ich mein

und gl�cklich nenne, belasten und in ihren Grundfesten ersch�ttern.

Wollen Sie was sehen?

Was denn, Trappolo?

Ein Bild...

Das hat ein Maler gemacht, in Amerika...

- Und Du warst wirklich dort? - Ich l�ge nicht.

Ich bin zu alt dazu.

Hier ist das Bild.

Es zeigt mich.

Du siehst h�bsch aus, Alter, sehr h�bsch, doch...

Sehen Sie genau hin, Herr... sehe ich nicht aus wie Sie?

Ja, das ist wahr, ganz so, als wenn ich in den Spiegel sehe.

Sie sehen es auch. Ich kann die Tr�nen nicht verhindern.

Doch was soll es bedeuten, dass du mir das Bild zeigst,

weinst und ganz von Sinnen bist?

Ich grub nach Gold in Arizona, und ich hab Gold gefunden.

Sehr sch�n. Was aber, was hat selbiges mit mir zu tun?

Wieviel, Herr, schulden sie dem Grafen?

30 dem Graf und 9 Pandolfo, diesem Tier.

Das sind 838 Mark 50.

Ich werde Ihnen das Geld geben!

Das kann ich niemals nehmen, nimmermehr!

Von einem Knechte? Ich als Herr?

Weil Sie so sch�n sind, so wie ich es einst gewesen.

Ich hab Sie lieb, ganz innen, hier im Herzen.

Dann gib es mir, mein Freund.

Ich werde Arbeit finden, gut bezahlte,

und werde es dir zur�ckerstatten, wie f�r einen Herrn es sich geh�rt.

S' ist ja mehr! 70 Zecchinen! 39 schuld ich nur!

39 zahlen Sie ab, vom Reste leben Sie.

Der �bergang vom reichen Mann zum arbeitsamen Mann ist schwer.

Nie wieder wird ein Tisch mich sehen, an dem dem Spiel gehuldigt wird.

Der Anstand sitzt in meinem Herzen tief verankert und voll Feuer.

Ich wusste...

�ber kurz oder lang w�rdest du meinen Weg kreuzen.

Das war nicht schwer zu erraten, lieber Freund.

Wie kommt es, dass man nicht mehr eingelassen wird bei Ihnen?

Ach, Freund...

Ich liebe.

Ja...

Ich selbst habe nicht mehr daran geglaubt...

dem Wunder der Liebe begegnen zu d�rfen.

Wenn man so dem Beruf nachgeht,

er ist nicht schlechter als jeder andere,

da �berf�llt einen doch manchal ein klein wenig

die Trauer der Einsamkeit.

Und denkt und denkt und wartet.

Ja!

Es ward mir Gl�ck zuteil.

Ich fand das langersehnte, das Gl�ck,

an der Seite eines Mannes, zu dem ich aufblicken darf.

Glauben Sie mir, Freund Don Marzio?

Das stelle ich anheim.

Seien Sie nicht bitter, lieber Freund.

Ich hab das nicht verdient um Sie.

Ich hab Sie immer gern gemocht.

So?

Ja!

Ich erinnere mich gerne Ihrer,

denke gern an Stunden, die gemeinsam waren,

mag Sie immer noch, jedoch...

Jedoch...

Der Graf sei besser, ward meinem Ohr erz�hlt.

Ich liebe ihn, Don Marzio.

Ich liebe ihn.

Er sei den Hengsten jener Berber vergleichbar, sagt man,

von denen gar soviel gesprochen wird.

Das ist es nicht, Don Marzio.

Zumindest nicht allein.

Dann ist es wohl auch wegen des Meeres,

das immer an das Ufer sch�umt ohn' Unterlass...

Die Sprach versteh ich nicht, mein Freund,

es mangelt ihr an Deutlichkeit.

Ich will nicht weiter sprechen, bin ich doch zu betroffen,

bis ins Innerste...

Jawohl.

Was Sie da umklammern mit Ihren H�nden, Herr,

das ist kein Baum, das ist verlobt mit mir.

Stellen Sie sich hin dort zum Duell!

Ich habe keine Waffe!

Nehmen Sie diesen Gurt und binden Sie ihn um die H�ften.

Ich bin bereit.

Eins...

Zwei...

Wollen Sie sich mit jemand schie�en, dem noch nie ein Revolver die Hand geedelt?

Ihre Aufgabe ist es nicht, meine Angelegenheiten zu bereinigen.

Ihre Aufgabe ist es, die Schulden, die Sie bei mir haben, zu begleichen.

30 Zecchinen, nicht wahr?

Das sind 645 Mark.

- Was halten Sie davon? - Ich habe 24 Stunden Zeit.

- Wo Sie wohl sind, wenn diese Zeit vorbei... - Zieh!

Warum schie�en Sie nicht?

Sie waren schneller

Sie sind nicht wert, einen Tod in Ehre zu sterben, Graf

- Das... - H�nde hoch!

Bedienen Sie sich.

Wer war der Mann?

Das war ein Kunde, Liebster.

Fr�her, als ich noch leben musste von der Gnade anderer M�nner.

Geh auf die Knie!

Umarme meine Beine.

Was eine Hure ist, bleibt immer eine Hure.

Du bist so gro� und so stark

und blickst herab auf mich.

Ich sollte dich z�chtigen.

Nie werde ich die Schatten deiner Vergangenheit vergessen k�nnen.

Nicht rein ist, was ich in den Armen halte des Nachts,

ein Hauch von F�ulnis weht um dich,

und abgestandenes Fleisch liegt in den Armen mir

und graue, abgegriffene Haut.

Ach ja...

Was sprichst du, Liebster?

Du wirst vergessen k�nnen.

Niemals!

Das kann ein Mann, dessen Gef�hle normal sind, niemals verwinden, nie!

Ich liebe dich...

Du musst vergessen, musst.

Hat je ein Mann f�r seine Liebe so schwer k�mpfen m�ssen in sich selbst?

Du wirst die Gr��e haben, wirst vergessen k�nnen.

Ich will versuchen, was sich machen l�sst.

Die Menschen in Venedig sind d�mmer als an anderen Orten dieser Welt.

Mein Name ist Don Marzio,

wenn Sie verstehen, was ich meine.

Stecken Sie den Revolver in den Halfter, wo er hingeh�rt.

- Sie sind von hier? - Ich stamme aus Neapel.

Ich suche einen, der sich auskennt in der Gegend hier.

Keinen Besseren denn mich h�tten Sie finden k�nnen

zu dem Zwecke, den Sie genannt.

Ist Ihnen ein Herr bekannt, der tr�gt den sch�nen Namen Flaminio Ardenti.

Just eben dieser Herr hat sich nicht vorgestellt bei mir.

Doch sonst ist alles in der Gegend mir bekannt.

Wer's mit wem im Stillen treibt, im Lauten,

wer sich bezahlen l�sst, wer Schulden hat.

Grad vorhin traf ich eine Dame hier,

die lie� vor Kurzem noch f�r Liebesdienste sich bezahlen.

Der Name ist Lisaura -

dass Sie, falls Sie ihr begegnen, informiert sind.

Was geht mich an die K�uflichkeit Venedigs?

Ich bin gekommen von weit her,

um diesen Herrn Ardenti zu finden hier,

den ich brauche, um gl�cklich zu sein,

ohne den mein Leben stillsteht,

der mir entflohn.

Ich muss ihn finden, den ich liebe wie nichts auf dieser Welt.

Er soll mich sanft umfassen,

und einen zarten Kuss auf meine Lippen dr�cken

Ach ja... zur Sache.

Ja nun - da ist noch der Herr Eugenio,

dem ich erst gestern 10 Zecchinen auf das Ohrgeschmeide seiner Frau geliehn.

215 Mark? Doch was gehts mich an.

Wei� ich. Dann ist da noch der Graf Leander

der eben jenem Herrn Eugenio Nacht f�r Nacht in diesem Spielhaus da zur Linken

Haus und Kn�pfe abgewinnt,

und der mit eben jener k�uflichen Lisaura, von der ich grad zuvor gesprochen,

befreundet ist, und der sie ehelichen will vor Gott und allen Menschen.

Nun gut - des weiteren?

Dann gibt es noch den Besitzer von dem Kaffeehause hier,

der Name ist Ridolfo.

Weiter nicht bemerkenswert der Mensch,

hat keine Schulden oder wenig nur.

Und fort?

Ja, der hat einen Diener, der jetzt schl�ft, mit Namen Trappolo.

Ist nicht der Rede wert, wie jeder Diener.

Der ist es nicht.

Und weiter?

Der Besitzer vom Spielhaus dort zur Linken,

ein Herr Pandolfo, von dem zu sagen w�re,

dass nicht mehr lange er das Licht der Freiheit atmen d�rfte.

Er ist korrupt, wenn sie verstehen, was ich meine.

Und keiner neu hier in der Gegend,

zugewandert, angereist, kein einziger?

Bis auf den Graf Leander keiner. Nein.

Bis auf den Graf Leander...

Interessant!

Als ich ihn nahm,

da war er unerfahren, jung und blond.

Ein blonder Italiener,

das ist so selten wie das Gl�ck!

Und jetzt? Jetzt hat das Spielhaus ihn in den Klauen, den garstigen!

Und l�sst ihn nicht mehr frei!

Das ganze Geld, das er geerbt von seinen V�tern,

er hats verspielt, hat Haus und Hof verspielt!

Hat alles aufgegeben,

und vergessen mich, sein treues Weib...

Sie haben recht, das zu bezweifeln liegt mir fern.

Eugenio war ein guter Mensch,

doch der Verstand scheint ihm getr�bt in j�ngster Zeit.

Sie sprechen aus, was ich empfinde.

Er ist ein guter Mensch,

doch angefressen von der Lust.

Der Lust?

Was sagen Sie?

Ich rede so dahin...

Er hat mir dies gegeben,

zu leihen ihm daf�r Zecchinen derer 10.

Geben Sie her!

F�r Elf Zecchinen sollen es die Ihren wieder sein.

Elf Zecchinen?

Das sind 236 Mark f�nfzig.

Soviel hab ich nicht.

Vielleicht der Herr Gemahl, der just zur Zeit mit einer Dame sch�kert,

die gerade angekommen in Venedig.

Mit einer Dame?

Was suchst Du hier?

F�r's Ohr die Ringe such ich, die meine Mutter mir vermacht, die Selige.

- Die habe ich versetzt. - Und tr�gst so hoch den Kopf?

Was meiner Frau geh�rt, das ist auch mir zu eigen

und wiewohl umgekehrt.

Doch Ehrfurcht muss doch eine sein in deinem Kopf

vor der verblichnen Mutter deiner angetrauten Gattin.

Wo Angst vor Schande ist, hat Ehrfurcht ihren Platz verloren.

Und Angst vor Schande hast du nicht, wenn sch�kernd eine Dame du spazierenf�hrst,

dieweil dein Weib im dunklen Hause sitzt und weint.

Wenn du das glaubst, dann liebst du mich nicht mehr.

Ja...

Meine Liebe ist erloschen, ohne Frag.

Dann geh!

Lebwohl.

Ich habe Dich geedelt,

wie so viele Male schon.

Ich bin ger�hrt ob so viel Edelmut.

Ich mache einen Menschen jetzt aus Dir.

Ich h�re, Liebster, h�r dir zu!

Jede Ber�hrung bringt Dich dem Menschsein n�her, macht Dich gr��er, als Du bist.

- Das war von N�ten, wie du siehst. - Das war gewiss von N�ten.

Wie ich sagte, ja!

Es f�llt mir schwer zu unterscheiden, was Du ernst meinst und was nicht.

Ich meine alles ernst, was Dich betrifft, mein Held,

und wollt, ich k�nnte �hnliches von Dir berichten.

Ich edle Dich und mache Dich zu meiner Frau.

Gewiss.

Doch schien es mir zuvor, als ob des Helden Held schon m�de,

so wie nach vielen Ehejahren das eintritt bei manchem

der der einen m�de, die er immer hat.

Das ist es nicht! Ich liebe Dich mit allererster Glut,

trotz aller Deiner Fehler, die zu vergessen ich gewiss bestrebt.

Was war es dann, das Dich nicht voll entfalten lie�?

Die N�chte sinds, die ich mit Spiel mir um die Ohren schlage.

Gewiss. Doch warum tust Du das?

Weil den Familienbesitz ich nicht zu schm�lern w�nsche,

so es nicht unbedingt von N�ten.

Das ist zu loben, Liebster, ohne Frag.

Du wirst in allem mir den wacheren Verstand uneingeschr�nkt zubilligen,

sobald Du �ber etwas nachgedacht.

Es m�ge sein, wie Du es sagst.

So lass mich immer machen, wie ich es f�r richtig halte,

stelle keine Fragen und sei stumm.

Dies eine noch.

Ist nicht der Tag heut, der der eine ist, an dem Du mir versprochen,

Du w�rst bereit, an ihm den Schmuck zu schenken mir,

den ich j�ngst ausgesucht bei Ricci.

Das ist nicht auszuschlie�en, m�cht mir scheinen.

Eben. Drum lass uns heute einen Spaziergang machen durch die Stra�en,

dort kaufen wir den Schmuck und freuen uns der Masken,

die unterwegs an diesem Tag.

Von welchen Masken sprichst Du, liebes Kind?

Es herrscht der Karneval in unseren Stra�en, Graf Leander.

Es ist Zeit zum Fr�hlichsein.

Ich liebe nicht den Karneval,

ist oft von einem Graf ein Schurke nicht zu unterscheiden.

Wie recht Du hast.

Wie herrlich ist es, solch ein kluger, starker Mann zu sein.

Nat�rlich ist es wunderbar.

Ich blicke auf zu Dir.

Das ist Dir angemessen.

Finde dich herrlich, wundervoll.

- Das ist nicht schwer. - Wann treten wir zum Traualtar?

O Gott, der gleiche Satz zum wiederholten Mal.

Ich brauche eine Sicherheit, mein Freund.

Das Leben, das grausame, verlangt solch Denken von uns armen M�dchen.

Ridolfo, h�rt, Ridolfo!

Was schreit Ihr hier herum wie wildgeworden? Ist etwas geschehen?

Sie hofft ich nun zuallerletzt vors Aug erneut zu kriegen!

Gut, gut.

Das war das zweite mal an diesem Tag, dass Sie die Ehre mir verdrie�en.

Das Geld des Morgens h�tt er liegenlassen k�nnen,

das Ohr der Stimme jetzt verschlie�en,

solch Haltung nennt man klug, sie garantiert ein langes Leben.

Das Geld wohl h�tt ich liegenlassen k�nnen,

damit Sie auf die Knie gegangen w�ren

...um es zur�ckzustecken in die eigne Tasche. - H�nde hoch!

In diesem Hause nicht, keine Revolution in diesem Hause hier.

Nun gut, es lohnt sich nicht.

Das zu beurteilen ist nicht meine Sache.

Die Feigheit ist ein Lebenselixier.

Das stelle ich anheim.

Habt Ihr Vittoria gesehen, meine Frau? So helft mir suchen, Herr.

Ich bin bereit, Zecchinen zu bezahlen derer zehn,

wenn Sie sie bringen, unversehrt und bald.

Was? Zehn Zecchinen habt ihr noch?

Das sind 215 Mark.

Ich will mein Bestes tun, und horchen, was sich h�ren l�sst.

Das will ich meinen. Geld ist Geld, von wem es kommen mag.

Lasst ihn.

Er ist verfolgt genug vom Ungl�ck, das ihn frisst mit Haut und Haar.

Wir sind zwei M�nner, Sie und ich.

Und soll sie was bedeuten, diese Rede?

O ja!

was ist es, das den Mann vom Weibe abhebt, ihn zum Herrscher macht?

Der Rede Sinn kann ich nicht sehn.

Was einen Mann zum Manne macht,

ist, dass er sich frei entschlie�en kann, zu tun oder zu lassen etwas,

das steht fest.

Mag sein, dass Sie den Kern getroffen haben,

Und wurde nicht vom Weib erfunden, jenes Spiel, das wir so lieben,

zu beklagen, zu bejammern immerfort?

Nun gut, was weiter?

Ist es dem Manne nicht gegeben,

dass er sich frei entscheiden kann, was gut f�r ihn, was schlecht?

Ich h�re. Reden Sie!

Wenn es dem Manne Freude macht, im Spiel sein Haus, sein Geld,

sein Gl�ck, sein Alles auf eine Karte zu setzen,

mehr zu gewinnen oder alles zu verlieren, dann ist er erst ein Mann.

Alles zu gewinnen, auch!

Eben, Freund Eugenio,

Werden Sie ein Mann.

Ich sage Ihnen, das Gef�hl ist sch�n.

Ich konnte sie nicht finden, Ihre Frau, Eugenio, so gr�ndlich ich auch suchte.

Sie haben immer noch des Spieles nicht genug, des grausamen?

Die Angelegenheiten, die die Ihren, sollten bestimmend f�r Ihr Leben sein,

nicht anderer Leute Angelegenheiten, die Ihr Verstand nicht fasst.

Wenn 100 Zecchinen ich gewinne

dann lege ich sie sicher an zu 4 %

Das macht im Jahr nur 4 Zecchinen, das ist wenig, allerdings.

Mit etwas Gl�ck jedoch kann ich viel mehr gewinnen - 500 oder 1000.

Wenn ich am Tag 50 Zecchinen nur zur�ckgewinne,

so sind das 1500 monatlich und 18.000 jedes Jahr.

Und au�erdem bin ich ein Mann.

Sie stehen immer noch herum und zieren hier die Landschaft, Freund Don Marzio?

Weil ich doch Ihrer harre, liebste Freundin. - So.

Weil doch Ihr K�rper meinen Geist bestimmt.

Das wird sich �ndern, wenn mehr Zeit dazwischenliegt.

Niemals wird sich mein F�hlen, Sie betreffend, �ndern.

Es muss, mein Freund, da ich doch diese Stadt verlasse.

Dass grau Venedig wird, wie nie zuvor?

Venedig in grau...

Sie sind Poet und wissen nichts davon.

Sehen Sie!

Ist Schmuck, ist Gold und Edelstein.

Ist Ohrgeschmeide, schm�ckt sch�ner Frauen Ohr.

Wie steht es mir?

Es edelt Euch, wie selten ein Gebinde etwas edelte.

Ich liebe Euch, Don Marzio, dass ihr so an mich denkt.

Ja...

sch�n sind sie wohl an eurem Ohr,

doch was seid Ihr bereit zu zahlen f�r den Schmuck?

Zu zahlen? Ich?

Ich bin ein armer Mann, von f�rstlichem Gebl�te zwar, doch arm!

So steckt sie in den Hintern Euch, und schm�cket den damit.

Mein Ohr wird nimmer etwas sp�ren, was nicht geschenkt.

F�r 10 Zecchinen nur, das ist doch wie geschenkt.

Was macht Ihr mit dem Schmucke dort in eurer Hand?

Das ist genau der Schmuck, den gestern erst der Herr Eugenio mir gab

als Sicherheit f�r 10 Zecchinen, die ich ihm lieh.

Zehn Zecchinen, das sind 215 Mark.

Und gerade diese Summe soll ich dem Herrn jetzt geben,

im Auftrag von dem jungen Herrn Eugenio.

Wie?

Was? Hat er geerbt, der Gl�ckliche?

Genaues kann ich nicht benennen, Genaues wei� ich n�mlich nicht.

Nun gut, dann gib das Geld mir.

Hier.

Und jetzt den Schmuck in meine Hand.

Und w�re es nicht besser,

wenn ich den Schmuck dem jungen Herrn eigenh�ndig zur�ckerstatten w�rde?

Nein, das will ich besorgen, wie's mir aufgetragen.

Nun gut, er sitzt im Spielhaus dort und spielt.

Niemals. Der spielt nicht mehr.

Und wenn Ihr euer Ohr hin�berrichtet?

Er hat mir...

in die alte Hand versprochen, brav zu sein, der Junge.

Was man verspricht im Leben.

Die alten H�nde, sehen Sie nur mein Herr,

die Arbeit hat sich eingegraben in die Linien.

Ich sehe es, Alter, sehe es ganz genau.

-- Und jetzt die Sieben.

Ich hab gedacht, es w�r ein guter Junge,

-- Die Sieben w�nscht der Herr.

w�r ein Herr im Herzen.

Das mag er sein, doch h�rt.

Ich will nicht h�ren, will nicht h�ren,

was geschieht in jenem Spielhaus dort zur Linken.

Es ist nicht gut, dass Aug und Ohr verschlie�t ein Mensch!

Ich grub nach Gold in Arizona, -- Ich will die Sieben, wie ich sagte!

Ihr wisst es oder wisst es nicht! -- Die Sieben, keine andere Zahl.

Ich wei� es, Alter, wei� es ganz genau.

Und ich hab Gold gefunden, -- Nun gut,

-- gebt ihm die Sieben!

mit meinen H�nden, meinen alten -- gebt sie ihm.

in die der Junge mir versprach,

fortan das Spiel zu meiden,

was ihm Haus -- Und was, was ist gekommen?

und Knopf genommen!

-- Die Zehn.

Warum versprach er gerade Euch, dass er das Spiel wollt meiden?

-- Ich setze noch einmal die Sieben, und wenn die Welt zerspringt.

-- Die Sieben?

Weil ich...

-- Ich sagte Sieben, oder sprech ich schwer?

...ein alter Mann, des Gelds ihm lieh 70 Zecchinen.

70 Zecchinen...

-- Gebt ihm die Sieben.

das sind 357 Dollar 66 Cent, -- Bitte sehr.

151 Pfund 7 Shillinge 6 Pence, -- F�r Herrn Eugenio die Sieben.

1505 Mark.

Weil er ein K�pfchen hat, so goldig, so lieblich und so jung,

und �hnlich ist dem jungen Trappolo,

der einst ein Schiff bestieg und in die Neue Welt gefahren.

Wieviel des Goldes hat er denn gefunden?

Im Wert von 1200 Zecchinen und ein bisschen mehr.

Wieviel davon hat er erspart?

Fast alles, alles fast.

Die �berfahrt f�llt weg, ein bisschen Leben, ein bisschen Garderobe,

und das Verschenken an den jungen Herrn.

Ich kenn mich an der B�rse aus Venedigs,

bin enger Freund den meisten, die was zu sagen haben dort.

Bin gern gesehner Gast in ihren H�usern,

um Rat werd ich gefragt, um Rat gebeten gar.

Und ich, was soll mit dieser Nachricht ich zu schaffen haben?

Ich werde spekulieren f�r Euch,

werd einen Reichen aus Euch machen, der Einfluss hat und einen Stand.

Ihr m�sst Vertrauen haben zu Don Marzio, mehr nicht.

Das bringt Euch Gl�ck und Zuversicht.

Sie sind der Herr des Hauses hier?

Bin's wohl und will es lange bleiben.

Geht nicht sehr gut, Kaffee um diese Jahreszeit?

Der Tag ist schlecht, das Wetter l�sst zu w�nschen �brig.

Doch ist Euch diese Gegend hier bekannt!

Das will ich meinen! Kehrt doch die ganze Gegend bei mir ein!

Ein M�dchen gibt es hier,

war bis vor kurzem noch zu haben f�r 30 Soldis,

Lisaura ist der Name, denk ich.

30 Soldis... das sind 2 Mark 70.

Wissen m�cht ich, ob dieses M�dchen

zum Kreis der Kundschaft z�hlt hier im Kaffeehaus.

Manchmal wie jeder kehrt Sie bei mir ein.

Ich m�chte wissen, hat dieses M�dchen einen Festen jetzt,

so reden Sie!

Sie ist verlobt mit einem neuen in der Gegend hier, dem Graf Leander.

Verlobt, sagt Ihr?

Wie's klingt in meinem Ohr.

- Und ist ein Graf... - Sehr wohl ein Graf,

aus gr�flichem Gebl�t, der Graf Leander.

Ach, Graf...

-- Ein letztes mal die Sieben jetzt.

O Schmach, bin ich ein schwaches Weib.

-- F�r Herrn Eugenio die Sieben.

Ich wollt ihn fliehn,

-- Und das Ergebnis?

wollt, eine W�ste w�r in meinem Kopf,

-- Das As,

ein freies Feld. -- und nicht die Sieben.

Wollt hart sein gegen mich,

-- Und nicht die Sieben?

doch nun...

-- Das As und nicht die Sieben.

Ich liebe ihn,

und mehr denn je! -- Dann setz ich auf die Dame jetzt.

Kann ohne ihn im Kopf nicht sein.

-- Die Sieben hat versagt,

bin unfrei, -- die Dame soll nun helfen.

kann nicht einsam sein,

-- Und die Zecchinen,

muss was zum Fassen haben, -- 50 an der Zahl,

zum Verzehr. -- was ist mit denen?

-- 50 Zecchinen, das sind 1075 Mark.

Ich Arme.

Ihr seid so aufgel�st, mein Freund. Ich frage, ob ich helfen kann.

Ich suche Euren Diener, Trappolo mit Namen,

such ihn wie niemals was zuvor auf dieser Welt.

Ein Herr sucht einen Knecht, wie sonderbar.

Ihr habt verloren, junger Freund?

Sieht man es mir schon an?

Ich hab gelauscht. Ich wohne hier und hab gelauscht.

- Wer war der Partner? - Der Graf Leander, dieses Tier.

- Der Graf Leander also ist der B�sewicht. - Nicht b�se.

Nur verschlagen, hart und voller Gl�ck im Spiel.

So war er immer schon.

Doch weiter, was schuldet Ihr dem Graf?

50 dem Graf und 80 dem Pandolfo,

dem Besitzer von dem Hause dort zur Linken.

2795 Mark...

Ich bin verloren, kann das nimmermehr verdienen in dem Leben.

Ich gebe Ihnen 50, dass Sie weiterspielen.

Einfach so?

Aus Spass, und ohne Schuldschein, ohne Sicherheit?

Aus Spass, und ohne Schuldschein, ohne Sicherheit.

Ich kanns nicht glauben, trau den eignen Augen nicht.

- Es bleibt in der Familie, junger Freund. - Wie meinen?

Das ist nicht wichtig, wird noch fr�h genug zum Stadtgespr�ch.

Ich danke, werde alles tun, es bald zur�ckzuzahlen.

- Strengt Euch nicht an... -- Hier ist das Geld, ich spiele weiter

- Ich kriege es zur�ck, und zwar mit Sicherheit. -- und setze auf die Dame.

Wo hat er immer nur das Geld nach kurzer Zeit schon her?

-- Wir sind zum Spielen da und nicht zum Reden. Ist das die Dame?

-- Nein, die Sieben.

Ich hab Euch zugesehn. Hab Eurer guten Tat gelauscht.

- Und Ihr versteht es nicht? - Niemals! Denn dieser Herr,

dem Ihr das Geld zuvor gegeben, das ist mein Mann, Eugenio!

- Ist Euer Mann? - Der meine.

- Und ist der Leidenschaft des Spiels verfallen? - Mit Haut und Haar!

- Ganz wieder meine. - Der welche?

Der, der mir geh�rt. Der Partner Ihres Gatten.

- Meines... - Gatten! - Ist Ihr... - Gemahl?

Wie seltsam,

mir schien, der Graf, Leander ist sein Name,

der sei verlobt mit einer, deren Name ist Lisaura!

Nicht Graf, und nicht Leander.

Sein sch�ner Name ist Flaminio Ardenti.

- Nicht Graf... - Und nicht Leander.

- Und ihr sitzt hier so ruhig und bleibt stumm. - Nur �u�erlich.

Im Innern brennt ein Feuer, das ich z�geln muss.

- Er ist bereits zum zweiten Mal geflohn. - Zum zweiten Mal.

Und dennoch lieb ich ihn.

Ist mein der Herr, ist mir zu eigen,

und kehrt zu mir zur�ck.

Obwohl er Sie betr�gt und hintergeht.

Ich habe sie gesehen, und muss sagen,

sein Geschmack ist nicht der �belste. Was will ich mehr.

Die St�rke, diese Kraft, die h�tt ich nie.

Ich hol mir den Besitz, der mir zu eigen.

Wenn St�rke das und Kraft, so sei's.

Am Besten ist, wir holn das M�dchen jetzt, Lisaura,

dass wir besprechen, was geschehen soll.

- Was ist es, was Ihr wollt von mir? - Die Dame hier will mit Euch reden.

So sieht sie aus, Gespielin meines Mannes...

Und welcher Mann soll mein Gespiel gewesen sein?

Sein sch�ner Name ist Flaminio Ardenti.

Und nimmermehr hat solch ein Mann mein Bett befleckt.

Nicht dieses Namens mocht er sich bedienen, wohl eines andern.

Leander, Graf Leander nennt er sich in Ihrem Bett.

- Der Graf? - Mein Mann!

Und ist verlobt mit mir.

Ward je ein Ehemann gesehn, der sich verlobte?

Sie sind sein Typ nicht.

Sind ihn gar nicht wert.

Das zu beurteilen ist nicht angemessen einer, die wie Sie.

Sie nennen schwarze Haare doch Ihr eigen...

blond ist sein Geschmack.

Geschm�cker �ndern sich von Frau zu Frau.

Und krumm sind Ihre Beine,

grad die meinen.

Und meine Brust, ist gr��er sie, ist kleiner als die Deine?

Gr��er mag sie schon sein, die Deine,

besser stehn tut die meine.

Die Gr��e ist's, auf die es ankommt.

Nie und nimmer!

Die Form. Die Form ist wichtig, nicht die Gr��e.

- Und au�erdem ist Deine Sprache ordin�r. - Und Ihnen w�chst ein Damenbart.

Und Sie sind eine, die zu haben ist f�r 30 Soldis.

30 Soldis, das sind 67,50 Cents,

5 Schillinge, 2 Mark 70.

Nie und nimmer,

mein Preis lag immer schon bei 50 Soldis, nie darunter.

50 Soldis... 1 Dollar 12 Cents, 8 Shillings...

4 Mark 50...?

Ich seh Sie an, und soll das glauben?

Sie sind gemein.

Jedoch es muss gefunden werden eine Einigung ganz unter uns.

- Das ist mein Ziel! - So kommen Sie zu mir nach Haus.

- Dort wird man sehn. - So kommen Sie, Vittoria, auch Sie betrifft das Spiel!

Gewiss! Ihr seid willkommen alle zwei.

Wo wart Ihr, Alter, grad zuvor? An Euch w�r es gewesen, mich zu retten!

Sie haben mir in die Hand geschworen, in die alte mir,

dass nimmermehr ein Tisch Sie sieht, an dem dem Spiel gehuldigt wird.

Besinn er sich, er ist ein Knecht

und f�hret solche Reden gegen die Stirne eines Herrn?

Ich hab gehofft, ein F�nkchen G�te w�r in Ihrem Herzen!

Das zu beurteilen ist nicht Deine Sache.

Man denkt in seinem Kopf, wozu ist er denn da!

Benutze ihn zum Essen, nicht zum Denken.

Es ist schon sch�n,

nach der vollbrachten Arbeit sich ins Gras zu legen

und zu lauschen den V�geln in der Luft, der klaren.

Ich seh kein Gras, h�r keine V�gel, rieche keine Luft.

Ich sp�re alles das,

ich habs im Herzen wohl, das frei ist wie ein V�gelein.

Ich wollt, ich k�nnte Sie zertreten

wie ein Insekt, das unter meinen Schuh ger�t.

Lass, junger Freund, erregt Euch nicht zu sehr.

Zum wiederholten Mal will er ans Leben mir an diesem Tag.

Nun ja, der Jugend steckt der Zorn im Blut wie Fieber.

Jedoch sie meints nicht ernst mit sich und andern.

Mein Freund, ich wiederhole Euch mein Angebot

und ich erh�h auf zwanzig. 20 % vom Reingewinn.

Meine Frau, die ist entflohn.

So wird Sie wiederkommen, keine Angst.

Denn Frauen sind wie Kleister,

der immer klebt und klebt.

Ich werde zahlen, alles.

Bis auf den letzten Soldi. Lasst mir Zeit.

Ich b�rge f�r den jungen Herrn.

Das nenn ich Komik.

Jedoch im Ernst, ist Ihnen der Prozentsatz etwa zu gering?

So gebe ich ein Handgeld au�erdem, 50 Zecchinen.

50 Zecchinen, das sind 1075 Mark.

Tun sie es nicht, Herr, lassen Sie es sein.

Ich werde alles f�r Sie tun, Pandolfo, alles.

Jedoch die Ehre meiner Frau ist unantastbar bis zuletzt.

Eugenio! Mein Gemahl!

Wie lange durft ich Euer Antlitz nicht erblicken.

- Was kommst Du hier mit dieser... - Du meinst Lisaura?

Nun, ich suchte dich bei ihr.

Sind ihrer Buhlherrn einer Sie, Eugenio?

Niemals betrat mein Fuss die Schwelle ihres Hauses.

Es wird so viel geredet in Venedig.

- Dass sie und er? - Auch das, gewiss.

Und diesem Reden leihst Du Ohr und schenkst ihm Glauben?

Was ist schon sicher, wenn der Mann, der eigene,

lange nicht nach Hause kommt und nach dem Rechten sieht?

So kluge Rede h�rt ich lange nicht an diesem Ort.

Ich machte Ihrem Manne einen Vorschlag, liebe Frau,

dass er beteiligt wird an dem Gesch�ft, dem meinen, zu zwanzig,

20 %, und einem Handgeld mit Zecchinen, f�nfzig.

50 Zecchinen, das sind 1075 Mark!

Du hast doch angenommen. Oder etwa nicht?

Du sollst die Hure spielen dort,

die M�nner reizt zu trinken und zu spielen.

Und gerne, gern will ich das tun.

Du willst verkaufen Dich, und Deine Sch�nheit?

Wir haben Schulden, Liebster, was bleibt mir zu tun?

- Sie wollen, wirklich? - Aber gern!

Das Gl�ck, und jetzt auf meine alten Tage.

So alt sind Sie doch nicht, Pandolfo, so alt doch nicht!

- Nein? Finden Sie? - Und nimmermehr!

Sind stattlich, Sie, und gro�gewachsen.

Was will man mehr vom Leben.

Wir feiern hier ein Fest, Herr B�rgschaftsknecht,

lasst kommen, was die K�che hergibt und der Keller!

Ein Fest? Das lob ich mir, Pandolfo.

Ich zeig mein Spielhaus Ihnen, dort zur Linken, wollen Sie?

Und gerne folg ich, Herr Pandolfo.

Komm, Liebster, folg uns nach!

Ich gratuliere, Herr Eugenio.

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen,

Ein Fest? Oh, das ist gut.

Da spar das Nachtmahl ich f�r 15 Soldis.

- Der isst f�r 15 Soldis. Das sind 1 Mark 35. - Ganz sch�n.

Und nun zu dir, mein Kind.

Hat je besessen Dich der blonde Knabe?

Wo denkst Du hin, Herr Graf. Er ist so treu wie ich, und ich wie er.

Ist eine Antwort das?

Fass mich nicht an so hart, das ziemt sich nicht.

Was sich nicht ziemt, bestimme ich.

Nicht immer, Freund, nicht immer, und jetzt lasst mich los.

Die Sprach verschl�gt es mir, der Ton ist fremd an dir.

So lernt man immer etwas Neues kennen und bleibt jung.

Was neu an einer Frau und lieblich nicht, kann man nicht m�gen.

Der Mensch ist nicht ein Ding allein, denn er besteht aus vielen Dingen.

Der Mensch, doch eine Frau, das ist kein Mensch.

Nun gut.

Ich habe einen Vetter zu Besuch, Ferrante, kommt aus Mailand hier vorbei.

Ach so, ein Vetter zu Besuch, aus Mailand au�erdem. Ja dann.

Er wohnt bei mir f�r ein paar Tage.

Jedoch er st�rt sich nicht an Dir.

Ist es jetzt so, dass Du am hellen Tage mich betr�gst vor meinen Augen?

- Der Vetter ist ein Vetter. - Und ein Mann.

Du wirst ihn sehen und die Meinung �ndern, da kommt er schon.

- Ist das der Graf? - Er ist es, wie er leibt und lebt.

Ist wirklich sch�n der Graf und m�nnlich,

der m�cht mir auch gefallen, ganz gewiss.

Sie sind der Vetter von Lisaura hier, die mir verlobt,

- und kommen grad aus Mailand? - Nicht Mailand, sch�ner Graf, Turin!

Turin, nicht Mailand!

Seid Ihr zufrieden jetzt, Pandolfo, hier mit mir?

Es gibt der Speisen viele und Getr�nke.

In Saus und Braus wird hier ein Fest gehalten.

Dies alles wirst Du einst Dein Eigen nennen, Vittoria,

Du ganz allein, Du Sonne meines Alters.

Hier Frau Vittoria, nehmt dieses Ohrgeschmeid zur�ck an euch.

- Warum gebt Ihr es mir? - Eugenio hat mich gebeten,

es wohl auszul�sen aus den Klauen des Don Marzio.

So seid bedankt daf�r

Mein Dank sei Vorsicht, die Ihr walten lasst.

Ich habe Hunger, Wirt. Und Durst.

Es wird bereitet, Graf, und ist in Arbeit.

Auch ich hab Hunger, wart nicht gern.

Habt Nachsicht, Freunde, es ist doch ein Kaffeehaus hier,

kein Esslokal im eigentlichen Sinn.

Habt Ihr schon �berpr�ft,

ob der Pandolfo wohl bezahlen kann, was dieses Festmahl kostet?

Hat Geld, der Mann, da gibt es keinen Zweifel.

In Schulden ja, in Geld? Ich wei� es nicht.

Hat Schulden? Er?

310 Zecchinen, und bei der Stadt.

310 Zecchinen, das sind 6450 Mark!

Genau. Und bei der Stadt Venedig.

Die ist kein netter Gl�ubiger. Beileibe nicht.

So muss ich Vorsicht walten lassen.

Der Herr betr�gt, im Spiel wie auch im Leben.

- Es sei Euch Dank, Don Marzio. - Nur Dank?

Pandolfo, hier ein neuer Gast, ein Vetter meiner Liebsten, Lisaura,

aus Mailand hier zu Gast, Ferrante.

Gegr��t, Ferrante, Freund meiner Freunde, seid willkommen.

Der Freund stimmt vielleicht, der Vetter stimmt beinah, doch Mailand, das stimmt nicht. Doch seid gegr��t, Herr.

Unw�rdig Dein Verhalten f�r die Gattin eines Edlen. Und voller Schande.

Von wo, wenn nicht aus Mailand, seid Ihr denn?

- Wir sind jetzt arm! - Bin aus Turin und gern.

Der Armut ziemts nicht, w�hlerisch zu sein. Das m�sst ihr lernen, Freund.

Bin aus Turin und nicht aus Mailand.

Ist aus Turin der Herr, und ist ein Vetter von Lisaura.

So hat Lisaura jetzt die sch�ne Verwandtschaft in Turin,

was mir verborgen bis zu dieser Stund.

Sie spielen, Herr Ferrante, spielen Karten so wie wir?

Gewiss, und voller Leidenschaft,

ist doch das Spiel der Ausdruck holden Mannestums, und ich bin gern ein Mann.

Und wir, das Weibervolk, das Unterdr�ckte.

- Ihr spielt mit uns! - O ja, auch ich?

Vittoria! Es ziemt sich nicht.

Darf ich das Spiel nicht kennenlernen, das Euch so Freude macht?

- Womit er Haus und Knopf verspielt. - Zum wiederholten Mal,

mischt Euch nicht ein in Angelegenheiten anderer Leute.

Wenn eigene ich h�tte, w�rd ich's es bleiben lassen.

So streitet nicht an diesem sch�nen Tag!

Sie haben Recht, Vittoria, es lohnt sich nicht,

mit platten Menschen einen Satz zu tauschen,

Doch das charmieren versteh er wie ein Junger.

Vittoria!

Lasst Euch nicht bieten, Herr Eugenio, dass man vor eignen Augen Euch betr�gt.

- Jetzt auf der Stelle l�sst Du diesen Menschen los! - Warum?

Ist er doch nett zu mir!

Nett mag ja sein, doch bist Du mir vor Gott getraut.

Vor Gott? Das ist ein weiter Weg.

Du l�sterst Gott?

F�r diesen Tattergreis?

Wollt Ihr das Fest zu einem Forum f�r ein Ehedrama machen?

Und au�erdem, an Jahren bin ich 50, keines mehr.

Das merkt man, Herr Pandolfo, keines mehr, wie man das merkt.

Es sind die besten Jahre, die ein Mann im Leben hat.

Das will mir scheinen, will es mir.

Alle sind gl�cklich wie die T�ubchen. Und Du?

Du siehst an mir vorbei.

Ferrante! Halte meine Hand.

- Er tut, was er nicht lassen kann. - Passt auf sie auf, sie trinkt zuviel!

- Trink nicht so viel! - Warum nur nicht?

Weil Sie es nicht vertr�gt!

Verdirb die Freude nicht, die gro�e mir.

Ist es erlaubt, Ridolfo, dass in Venedig Frauen sich betrinken,

wenn ihre Gatten es verbieten?

- Ich kenne die Gesetze nicht genau. - So lass sie �berpr�fen, los!

Ich muss hier f�r den Nachschub sorgen, kann nicht fort.

So schickt den Knecht, der Euch zu eigen.

Seid ruhig Freund, auch Ihnen scheint einmal die Sonne.

Ihr seid so h�bsch, mein Freund, und jung.

Vergesst die Weiber, sind sie doch allesamt nichts wert.

Bis auf die eine hier an meiner Seite, die ist ihr Geld wert, voll und ganz.

Schafft sie einem andern doch grad Entt�uschung. Ist das recht?

Die Reden, Vetter, ziemen nicht einem Fremden,

der von Verh�ltnissen nichts wei�, die herrschen.

Und �berhaupt ist Adel Ihnen nicht zu eigen.

Die Sprache ist gew�hnlich, wie vom Volk.

Und das Gesicht, geschminkt wie eine Weiberfratze.

Mir will gar scheinen, Herr, dass unnat�rlich die Gef�hle, die Sie Ihr eigen nennen.

Tats�chlich? Nimmermehr hat so Entsetzliches mein Aug erblickt.

Und so etwas l�uft frei herum.

Lasst ihn zufrieden. Solches hat er nicht verdient.

Und vielleicht doch. Vielleicht hat gerade solches er verdient.

Euch ist es nicht gegeben, mich zu kr�nken.

Jedoch auf meine Kosten esst Ihr hier das Abendmahl.

Genau, Da k�nnt Ihr Vetter der Lisaura lange sein.

Lasst Euch bedienen, wollt nichts zahlen,

und habt den Mund gleich e�nem Scheunentore weit ge�ffnet.

Das ist mir peinlich, Vetter, alles schrecklich peinlich.

Ach Liebste, so etwas bin ich gew�hnt seit langem schon,

und wo ich bin, regt sich die Seele solcher Leute auf.

Und "solcher Leute", was will das besagen?

Soll Kr�nkung sein f�r meine zarte Seele.

Lass, Liebste, er ist nicht wert, dass du der Stimme lauschst, die ihm zu eigen.

Ach ja...

Es ist mir wohlig jetzt und gut.

Auch ich bin ganz mit mir zufrieden.

Es fehlt Musik.

Ach ja... ein Abend in Venedig...

...ist nicht zu �bertreffen.

...ist das Sch�nste auf der Welt.

Ich mag Dich Du bist ein Mann

Ich lieb dich, ich lieb Dich wie ichs nur kann

Ich tr�um Dich die ganze Nacht

ich seh Dich, ich seh Dich und mein Herz lacht

Ich steck Dich in mein Gewand

Ich hab Dich, ich hab Dich in meiner Hand

Meine Frau!

- Es war wie eine Schlacht in Arizona. - Sprich nicht so viel, leg H�nde an.

- Ja ja, viel Arbeit gabs und wenig Brot. - Und trugst in H�nden eine Torte.

- Die ungenie�bar war. - Weil sie am Boden lag.

Und im Gesicht eines Mannes schon.

Der's nicht verdient, dass eine Torte sein Gesicht verziert.

- Ja ja, das Leben. - Und der liebe Gott.

- Das sind zwei Sachen. - Und Arbeit ist die dritte.

Ich werde meine Arbeit tun, verlasst euch drauf.

- Von fr�h um f�nf bis nachts um zwei. - Wof�r ich ordentlich bezahle.

Ja, f�nf Zecchinen. Und das sind 107 Mark 50 jeden Mond,

und das mit Widerwillen.

Ist alles eingerenkt?

Hat sie den Mann zur�ck, die eine, die andere das Bewusstsein wohl,

der eine wohl die Frau, der andere sein Geld?

Es handelt sich um ein Kaffeehaus hier, Don Marzio,

die Zeitung liegt woanders.

Lisaura, Liebste,

komm, begleite mich nach Haus, und halte mich versteckt bei Dir.

Was blicken Sie sich um so deutlich, Graf,

als ob der Teufel schon im Nacken s��e dem Ihren, starken?

Ich blick nach meiner Frau mich um.

Die f�rchten Sie? Die liebe, treue Seele.

- So wie den Teufel f�rcht ich sie. - Und mich?

Dich liebe ich. Mit jeder Faser meiner Seele.

- Und Deine Frau? - Um Deinetwillen hab ich sie verlassen.

In dem Moment du ihrer flohst, war nie vor Augen ich dem Herrn gewesen.

Versto� mich nicht in meiner schwersten Stunde.

Ich hab den Mann geliebt, den starken, den Herrscher.

Was jetzt zur�ckgeblieben, ist keiner Rede wert.

Pandolfo, Freund,

Pandolfo, k�nnt Ihr mich wenigstens verstecken?

Bin weder Freund noch hab ich ein Versteck f�r Euch.

Obgleich so viele Stunden gl�cklich wir zusammen spielten?

Die Zeitangabe stimmt, von Gl�ck war nie die Rede.

Soll das jetzt hei�en...

Genau. Die Karten waren vorbereitet.

- Dass ich gewinne? - Sie und keiner sonst.

So droht von dieser Seite au�erdem Gefahr?

Dem Spieler wohl, dem Spielhaushalter nimmermehr.

O Gott, verzeiht, ich dachte, meine Frau zu sehn.

Ich bin Don Marzio und hie� schon immer so.

Ich wei�, mein Freund, ich wei�.

Ich sehe, dass Ihr leidet, und will euch meine Hilfe bieten.

- Sei Dank, mein Freund. - Was habt Ihr vor zu tun?

Zu fliehn. Die Flucht nur kann mich retten.

So h�rt, noch heute Nacht geht eine Gondel nach Fussina,

von dort die Post bis nach Ferrara.

Ihr seid so gut zu mir, und immer dachte ich, Ihr w�rt ein Schwein.

Ihr irrtet, Graf, Ihr habt geirrt, was dies betrifft.

So k�nnt Ihr von Lisaura meine Sache holen?

- Das ist besprochen? - Ist besprochen.

- Nun gebt mir noch ein wenig Geld. - Wieviel?

50 Zecchinen halt ich nicht zuviel.

50 Zecchinen, das sind 1075 Mark.

- Bitte sehr. - Habt Dank.

Wir sehn uns an der Br�cke dort, wo sich die Gondel in Bewegung setzt.

Ihr wollt die Sachen unseres Freundes, des Grafen holen?

Ich hab den Auftrag, ja.

- Was denn gedenkt der Graf zu tun? - Ja Herr, erz�hlt uns, was geschehen soll.

Er will die Gondel nehmen nach Fussina, von dort die Post bis nach Ferrara.

So, er will fliehen, der Graf.

Mit Recht!

Weil ihm ganz wie ein Satan das Weib im Nacken sitzt.

Das glaub ich wohl, dies Weib ist wie ein Satan.

Sie liebt ihn eben, wie sich's f�r eine Ehefrau geziemt.

Und wohl ein bisschen mehr.

Nun, wie auch immer...

au�er mir war keiner da, dem Graf zu helfen.

Wer wollte einem solchen helfen,

der nichts Gutes hat gebracht in dies Kaffeehaus hier?

Und dennoch ist er wohl ein Mensch, wie Du und ich.

Wie Du, das mag schon sein, wie ich niemals.

Und d�nkt er sich was bessres als die Herren dieser Welt?

Sie m�ssen sowas sagen, wo ich grad Ihnen heute Gelder anvertraut,

die selten sind, auch bei den Herren dieser Welt.

Wie interessant.

Lasst mehr von diesem Thema h�ren, dem wichtigen.

Ich gab dem Herren 1000 Zecchinen heute fr�h,

zu spekulieren an der B�rse dort f�r mich.

Das sind 21.500 Mark.

Bist Du von allen Sinnen, Knecht.

10 Zecchinen gabst Du mir,

zu l�sen den Ohrschmuck von der Frau Vittoria.

Hast eine Quittung Du Dir geben lassen f�r die Summe oder nicht?

Was br�ucht er Quittungen von einem Herrn wie mir?

Selbst wenn er mir das Geld gegeben h�tt, wie nicht.

Ach, lieber Trappolo,

vielleicht wollen wir einmal ein T�nzchen wagen, irgendwann?

Wo soviel ist, da ist auch mehr.

Und schon zu alt zur Liebe bist Du nicht.

Und hab ich nicht des Morgens Sie mitgenommen

in die Kammer, die kleine, die ich bewohne.

O Gott, was sollt ich in der Kammer eines Knechts?

Damit daselbst den Sack mit Dollars ich ihm �berreiche.

Mit Dollars? Mir?

Nicht, dass ich mich erinnern k�nnte.

Wie k�m auch er an soviel Geld.

Mein Leben lang hab ich gespart,

hab karg gelebt und h�tte alles haben k�nnen.

Hab es geschafft, zu schuften fr�h bis sp�t und schwer,

weil ich gewusst hab, dort im Zimmer liegt etwas,

das mir geh�rt und viel ist.

Ich geh jetzt heim, mein Herr, und weine.

Sie sind nicht wert, dass ich mit Ihnen streite.

Und wenns im Zimmer lag, unanger�hrt,

so w�r kein Unterschied zu jetzt. Nun ist es weg.

Kaffee!

Es ist schon sp�t.

Sie sprechen mit dem Kompagnon des Spielhauses zur Linken.

Sie wollen das wirklich tun, dem R�uber in die Hand sich geben?

- Hab ich um Ihren Rat gebeten? - Und nein, nat�rlich nicht.

Also. Dann halte er mit seiner Ansicht hinterm Berg,

schweige und hole den Kaffee.

Die Sprache bin ich nicht gew�hnt,

ich habe ein Kaffeehaus hier, in dem Sie sitzen.

Mein Spielhaus frisst im Schlafe Ihr Kaffeehaus auf, wenn ich das w�nsche.

Das mag ja sein, doch wollt Ihr Eure Frau zur Hure machen?

Ob Hure sie...

ob nicht, ist unser Ernst, nicht Eurer.

Er handelt ganz und gar im Einverst�ndnis seiner Gattin.

Das wird er lernen zu begreifen, Liebste, wird ein jeder lernen.

Was zahlt er ihnen denn, der Herr Pandolfo?

300, mindestens in jedem Mond, und mehr, wenn das Gesch�ft sich hebt.

300, das sind 6235 Mark.

- Genau. - Das zahlt er uns.

- Weil er uns mag. - Und weil er alt ist und wir jung.

- Und ist Euch nicht bekannt, dass ebenjener Herr Pandolfo Schulden hat

und bei der Stadt Venedig? 310 Zecchinen?

310 Zecchinen, das sind 6450 Mark.

- Genau. - Das ist ja l�cherlich,

mit solchen Summen gibt unser Freund sich gar nicht ab.

Und hab ich es geh�rt mit eigenem Ohr.

- Und glaubt er das? - Bin sicher, dass es stimmt.

Die Zungen sind so garstig in Venedig.

Doch manchmal stimmt, was sie verk�nden.

Und meistens nicht.

Doch wenn es stimmt, Geliebter...

dann haben wir in B�lde das Spielhaus �bernommen

aus seiner Hand und f�hren es, schuldenfrei!

Genau, so soll es sein, und jetzt hol den Kaffee.

Ich bin so stolz auf Dich, Du bist so stark.

Und ich auf Dich, die Du geholfen mir, ein Mann zu werden.

- Du warst ein Mann, und immer schon. - Und bins jetzt mehr den je.

- Du wirst mich in die Arme nehmen. - Und fest Dich halten.

- Und dr�cken, dr�cken. - Bis Du schreist.

Du bist ein Mann!

Kaffee!

Und wirst ins Bett dich legen, wenn G�ste das Cafe belagern

und trinken wollen?

Das Ungl�ck hat mich hingeworfen.

Wie kann ein Ding wie Du schon Ungl�ck haben.

Ich dachte, ich sei tot.

Und bist lebendig jetzt wie je zuvor.

So sieht es aus, Ridolfo, wie es ist, ist anders.

So bist Du wieder von den Toten auferstanden?

Der Mensch stirbt nicht so leicht, Don Marzio.

er h�lt sich fest am Leben.

Das ist wahr.

Ihr habt es gut, Ihr habt Verstand im Kopf,

ich nicht, ich hab es schlecht.

Ja der Verstand...

- ...das ist so eine Sache. - Ja ja.

Grad bin ich bei der Polizei gewesen,

bei meinen Freunden, wie Du wei�t.

Ich hab berichtet von Pandolfo, dem das Spielhaus zu eigen dort zur Linken.

Ich hab berichtet, dass mit gezinkten Karten er das Spiel betreibt.

Was meinst Du, hat man mir erz�hlt?

Dass jener Herr die Stadt Venedig hat beliehen mit 800 Zecchinen.

800 Zecchinen, das sind 17.200 Mark.

Und solang er Schulden hat, die nicht bezahlt sind,

l�sst man ihn machen, was er will,

weil erst die Stadt Ihr Geld zur�ck muss haben.

So sieht das aus.

Ich muss jetzt fort, und des Herrn Grafen Abfahrt in die Wege leiten.

Ist er jetzt weg, der Graf Leander?

Es ist mir nicht bekannt, doch glaub ich nicht.

- So halt mich auf dem laufenden. - Gewiss, mein Fr�ulein.

Habt Ihr den Graf gesehn, was mein Gemahl ist?

Leider nein.

Wo er den ganzen Abend nichts als schaun tut?

Und doch, hier ist er nicht vorbeigekommen.

Und wenn er l�gt, so wird er was erleben.

Ich l�ge nicht. Ich bin zu alt zum L�gen.

Ist er bei Euch gewesen, meine Liebe?

Er ist vorbeigekommen, wollte Unterschlupf.

Jedoch ich g�nn ihn Ihnen, Liebste, weitaus mehr als mir.

Die Bosheit ist das Recht des kleinen Menschen.

Habt Ihr die Sachen vorbereitet?

Ja, sie sind bereit.

So werd ich sie jetzt nehmen. Wiedersehn.

Welche Sachen das?

O bitte kratzt mir nicht die Augen aus.

So sagt, von welchen Sachen Ihr gesprochen.

Von denen des Herrn Grafen. Schlagt mich nicht.

- Was macht der Graf? - Er flieht.

Und welchen Wegs?

Er nimmt die Gondel nach Fussina, von dort die Post bis nach Ferrara.

Wo ist er jetzt?

Er harret auf der Br�cke, seiner Sachen eben.

So wird er seine Sache kriegen, mich!

Nie wieder flieh ich Dich!

Will eine Ehe f�hren mit Dir so treu wie Gold!

Placida, Liebste, kannst Du mir verzeihen?

Ich habe Dir verziehen, Liebster, l�ngst!

Ich kann des Nachts nicht schlafen ohne Dich, des Tags nicht atmen!

Ich brauche Deine Muskeln, Deine Hand,

das Haar, durch das ich meine zarten H�nde lenke,

die Schulter, auf die ich meinen Kopf dann bette,

die Brust, die mir der Widerstand des B�sen ist.

Und alles, alles an Dir brauch ich!

Subtitles: KG

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