All language subtitles for Hauntings S01E03 The Edinburgh Executioner 1080p x264-

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Original subtitles

Auf dem Greyfriars-Friedhof liegen wohl bis zu 450.000 Leichen begraben,

die meisten davon ohne Sarg.

Wer ihn betritt, steht im Prinzip auf einem Berg aus toten Menschen.

Es gibt eine Legende über den Advokaten von König Charles II.,

George Mackenzie.

Er hat Hunderte Männer, Frauen und Kinder zum Tode verurteilt.

Er starb 1691.

Aber sein Geist soll auf dem Greyfriars-Friedhof spuken

wegen der Gräueltaten, die er begangen hat.

Im 18. und 19. Jahrhundert

machten Kinder von der Heriot-Schule nebenan auf dem Friedhof Mutproben,

wer sich vor die Tür seines Grabgewölbes traute.

Die Frage, ob ich dem skeptisch gegenüber stehe oder...

ob ich der festen Überzeugung bin, dass die Beweise stimmen,

ist schwerer zu beantworten, als man meint.

Ich bin von Natur aus ein absoluter Skeptiker.

Aber dennoch habe ich Dinge mit meinen eigenen Augen gesehen.

Wir haben eine überwältigende Anzahl an Beweisen zusammengetragen.

Das kann man nicht einfach so ignorieren.

Ich lebte schon mehrere Jahre in Edinburgh,

als mir eine Geschichte zu Ohren kam,

die mein Leben komplett veränderte.

JANUAR 1999

Der Hausmeister der Kirche auf dem Greyfriars-Friedhof

hat sie mir erzählt.

Es war tiefster Winter.

Ein obdachloser Mann war auf der Suche

nach einem Unterschlupf auf den Friedhof gekommen.

Er entdeckte ein großes Grabgewölbe.

Es war George Mackenzies Grab.

Er fiel hinunter in eine Kammer.

Und dort fand er einen großen Haufen verwester Leichen.

Da war ein Mann, der mit seinem Hund auf dem Friedhof Gassi ging.

Erschrocken rannten sie beide davon.

Man könnte meinen, damit wäre die Geschichte zu Ende.

Aber seitdem kursierten Gerüchte,

dass auf dem Friedhof etwas vor sich ging.

Sie hatten etwas aufgeweckt.

DER HENKER VON EDINBURGH

Ich kam nach Edinburgh

und habe hier Philosophie und englische Literatur studiert.

Meine Leidenschaft ist Geschichte. Sie fasziniert mich zutiefst.

Allmählich lernte ich Edinburgh so kennen, wie ich es heute kenne.

Es ist sehr geschichtsträchtig.

Das Mittelalter bestand hier weiter,

während Europa es längst hinter sich gelassen hatte.

Die Stadt blickt also nicht nur auf eine lange Geschichte zurück,

sondern auch auf eine äußerst brutale.

Als ich die Geschichte des Obdachlosen hörte,

sah ich darin eine Gelegenheit,

in Verbindung mit dem Friedhof etwas daraus zu machen.

Und so gründete ich eine Ghost-Tours-Firma.

Wir engagierten vier oder fünf Touristenführer,

die wir dafür geeignet fanden.

Nach kurzer Zeit zeigte sich allerdings,

dass wir gar keine Geistergeschichten erfinden mussten.

Ein paar Wochen später gab ich eine Tour.

Ich rede also gerade, als plötzlich...

ein Mann einfach so umfiel.

Auf den Steinboden.

Mein erster Gedanke war sicher nicht, dass es was Übernatürliches war.

Eher: "Soll ich den Krankenwagen rufen?"

Es war, als hätte man ihn mit einem Schläger umgehauen.

Danach war die Führung anders.

Als wir in dem Grabmal standen, hatten die Leute richtig Angst.

Und dann wieder.

Zwei oder drei Tage später geschah das Gleiche noch mal.

Selbst die Touristenführer hatten große Probleme

mit den Dingen, die sie sahen.

Einer hat zu mir gesagt:

"Ich habe gesehen, wie jemand aus dem Nichts einen Kratzer bekam."

Von einem Moment auf den anderen war der Kratzer da.

Danach änderte sich sein Verhalten nach den Führungen.

Er war nicht mehr zu Witzen aufgelegt.

Er hatte ein ungutes Gefühl.

Im Jahr 1999 begann ich meinen ersten richtigen Job als Journalistin

bei "Edinburgh Evening News".

Das war eine große Sache.

Ich hatte damals einen brillanten Kollegen,

der ein Werbeplakat

für Geisterführungen gesehen hatte.

Es warb mit ominösen Angriffen

und irgendeinem bösen Geist.

Mein Kollege kam auf mich zu und meinte:

"Das wäre doch eine gute Story.

Mach doch mal mit und schreib einen Artikel darüber."

Das Thema spaltet.

Manche Menschen sind aufgeschlossen, andere glauben unbeirrbar daran,

wieder andere halten das für Quatsch.

Als Journalistin bin ich da aufgeschlossen herangegangen.

Als ich die Führung für die Zeitung mitmachte,

war es ein typischer Winterabend in Edinburgh.

Es war kalt, regnerisch und windig.

Es war stockduster.

Hinter jeder Ecke lauerte etwas.

Man sah lauter bröckelnde Fassaden, die alte Geschichten bereithielten.

Als Teil der Tour stiegen wir auch in das Grabgewölbe hinab.

Es war kalt und feucht, sehr atmosphärisch.

Wir gingen alle wieder hinaus, und Jan verschloss den Zugang.

Und dann behaupteten einige Leute, dass sie etwas gespürt hatten.

Eine Frau hatte gespürt, wie ein Schauer durch sie lief.

Jemand anders meinte, etwas hätte ihn berührt.

Eine andere Frau meinte, es ginge ihr nicht gut.

Die Leute hatten Angst.

Sie waren überzeugt davon,

irgendetwas Unerklärbares hätte sich in dem Grabmal abgespielt.

Ich ging in die Redaktion, schrieb den Artikel,

der einen guten Platz in der Zeitung bekam.

TOURISTEN SPÜREN KRAFT EINER DUNKLEN BEDROHUNG

GESPENST EINES ADLIGEN JAGT BESUCHERN SCHRECKEN EIN

Es war eine auflagenstarke Zeitung. Viele Menschen lasen sie.

Die Schilderungen von dieser Führung trafen einen Nerv bei Menschen,

die auf dem Friedhof gewesen waren.

Damals gab es noch keine sozialen Medien.

Man reagierte nicht einfach so auf Dinge in der Zeitung.

Wir bekamen Anrufe von Lesern, die Ähnliches erlebt hatten.

Andere schrieben uns Briefe und schickten uns Fotos.

Leute kamen in die Redaktion, um mir von ihren Erlebnissen zu berichten.

Eine Frau zeigte mir eine Art Brandwunde um ihren Hals herum.

Die war noch nicht da gewesen, als sie das Grabmal betrat.

Und als sie herauskam, spürte sie plötzlich ein Brennen.

Jemand schickte ein Foto von einem Fleck am Handgelenk,

das wie ein Handabdruck aussah.

Ich hatte nicht damit gerechnet,

wie sehr sich die Story verselbstständigte.

Menschen aus der ganzen Welt hatten diese Erfahrung in Edinburgh gemacht.

Die Sache wurde zusehends größer.

Nun zu einer rätselhaften Begebenheit in Edinburgh,

wo nun eine Reihe von Angriffen im Stadtzentrum untersucht werden.

Bisher betreffen sie nur ein sehr begrenztes Areal,

und die Suche nach dem Täter scheint aussichtslos.

Wir schalten live in die Hauptstadt zu unserem Reporter Martin Geissler.

In den letzten acht Monaten soll es auf diesem Friedhof

zu 49 voneinander unabhängigen paranormalen Vorfällen gekommen sein.

Erst letzte Woche trug eine 28 Jahre alte Dozentin

aus Edinburgh einen starken Bluterguss im Gesicht davon.

Am Anfang notierten wir einfach, was die Leute uns berichteten.

Aber als die Schnitt-, Kratz- und Bisswunden schlimmer wurden,

begannen wir, die Sachen aufzuzeichnen.

Daran kann ich mich erinnern.

Sie hat geschrien, dass irgendetwas sie festhielt

und sie nicht mehr losließ.

Und am Tag darauf schickte sie uns dieses Foto.

Am Anfang schenkte ich der ganzen Sache keinen Glauben.

Aber im Laufe der nächsten Monate änderte ich meine Meinung.

Die Beweislage wurde so erdrückend,

dass ich nicht länger wegsehen konnte.

Ich musste mich der Tatsache stellen,

dass ich für diese ominösen Vorgänge keine rationale Erklärung hatte.

Ich wusste nur, was ich sah, und das waren verletzte Menschen.

Die hier sieht ziemlich schlimm aus.

Das ist eine richtig tiefe Wunde.

Ich fragte mich, wie wir es rechtfertigen würden,

wenn es jemanden umbringt.

Ein Poltergeist macht sich durch Lärm bemerkbar.

Viele paranormale Vorfälle sind harmlos.

Zu Verletzungen kommt es nur sehr selten.

Es ist ein ungewöhnlicher Fall.

Die Tatsache, dass in das Grab eingebrochen wurde,

passt zu der althergebrachten Vorstellung,

dass paranormale Aktivitäten ein Initialereignis haben.

Warum kommt es zu Vorfällen?

In diesem Fall ist der Grund,

dass die Grabstätte entweiht wurde.

Und was macht einen Geist aufgebrachter,

als wenn seine Ruhestätte gestört wird?

Hier liegt nicht irgendwer.

Hier liegt eine berüchtigte Person der schottischen Geschichte,

nämlich George Mackenzie, auf dessen Wirken hin

die Mehrheit der religiösen Menschen in Schottland

im 17. Jahrhundert jahrzehntelang verfolgt wurden.

Er war verantwortlich für die Durchsetzung der Gesetze

des Königs von England in Schottland,

die sich auf die Religion in Schottland auswirkten.

Leute, die einen anderen Glauben ausübten,

kamen wegen Verrats vor Gericht.

Die schwersten Fälle wurden hingerichtet.

Mackenzie hatte also Blut an seinen Händen.

Ich ermittle für die Scottish Society for Psychical Research.

Wir erforschen paranormale Dinge mit wissenschaftlichen Methoden.

Das hier ist typisch:

"Beim Betreten der Grabstätte hörte ich scharrende Fußtritte

rechts neben mir, obwohl ich allein im Grab war.

Als ich meine Jacke auszog,

bemerkte mein Freund Flecken an meinem Hals.

Ich sah in den Spiegel und sah rote Flecken am Hals,

die wie eine Verbrennung aussahen.

Die Flecken an meinem Hals sahen aus wie drei Fingerabdrücke."

Es sind ja nicht allein die Blutergüsse.

Ich gehe davon aus,

dass man hierfür einen deutlichen Druck am Hals spüren muss.

Da kommen wir wirklich in Erklärungsnot.

Aber ich möchte das Ganze nach wissenschaftlichen Methoden bewerten.

Dies könnte psychosomatisch sein.

Wenn man weiß, dass solche Dinge an einem Ort passiert sind,

tritt eine Art Autohypnose ein, und der Körper ruft so etwas hervor.

Es gibt sehr viele psychologische Studien dazu,

dass Erwartungen eine enorme Realitätsverzerrung bewirken können.

Die Gedanken haben sehr viel Kraft.

Sie sind dazu in der Lage, körperliche Empfindungen zu erzeugen,

selbst körperliche Verletzungen,

obwohl das Ganze nur im Kopf stattfindet.

Sollten es paranormale Vorgänge sein: Warum greift Mackenzie Leute an?

Ich hatte Glück und fand eine Wohnung in der Candlemaker Row.

Von da aus konnte ich den Greyfriars-Friedhof überblicken.

Sie wurde zu unserem Büro und war gleichzeitig mein Zuhause.

Ich hatte vor, ein Buch über den Mackenzie-Spuk schreiben.

Ich hatte haufenweise Informationen.

Ich hatte Zeugenberichte und Fotografien gesammelt.

Ich hatte persönlichen Zugang

zu sämtlichen Informationen über den Mackenzie-Spuk.

Ich war völlig davon eingenommen. Es faszinierte mich.

Ich verdiente mein Geld damit,

ich schrieb darüber, ich befasste mich damit.

Ich konnte einfach nicht aufhören.

Aber die Sache war die eingehende Beschäftigung damit nicht wert.

Und der Einzige, der das nicht gesehen hat, war ich.

Die Story rund um den Mackenzie-Spuk

erfreute sich großer Beliebtheit.

Wir bei der Zeitung beschlossen, dass wir nicht nur darüber berichten,

sondern in der Sache etwas unternehmen wollten.

Wir haben dann in der Redaktion ein paar Ideen zusammengetragen.

Die beste Idee erschien uns, jemanden zu suchen,

der sich bereiterklären würde,

auf dem Friedhof einen Exorzismus vorzunehmen.

Sozusagen, um den Poltergeist zu vertreiben.

Das Thema war ja in aller Munde,

und wir dachten, so könnte die Geschichte weitergehen.

Das war eine ungewöhnliche Anfrage, auch für Leute, die so was machen:

"Können Sie zu dem Friedhof kommen und einen Poltergeist vertreiben?"

Der erste hat abgelehnt. Damit wollte er nichts zu tun haben.

Und dann rief ich Colin Grant an.

Colin war ein spiritueller Christ

und Pfarrer einer Kirche im Ort.

Er war ein herzlicher und aufgeschlossener Mensch

und genoss hohes Ansehen.

Colin war sich erst nicht sicher.

Er erbat sich Bedenkzeit und willigte schließlich ein.

Keiner von uns ahnte, was das auslösen würde.

Claire Gardner kam mit der Idee eines Exorzismus auf mich zu.

Ich war von der Idee nicht besonders angetan.

Die anderen Touristenführer und ich fanden,

dass wir schon genug Staub aufgewirbelt hatten.

Aber ich konnte es ihr auch nicht verbieten,

also habe ich zugestimmt.

An dem Abend des Exorzismus war es dunkel, kalt, und es nieselte.

Ich hatte mich mit Susan, unserer Fotografin,

und Jan und Colin am Eingangstor verabredet.

Colin lief auf dem Friedhof umher.

Er hatte seine alte Bibel, etwas Weihwasser und Kerzen dabei.

Er wollte sich darüber klar werden, wo er arbeiten wollte.

Es lief alles sehr zurückhaltend ab.

Man hätte nicht gedacht, dass hier etwas von großer Bedeutung geschah.

Er stellte Kerzen im Kreis auf.

Vorn stellte er ein großes Kreuz auf und hinten ein kleines Kreuz.

Er ging auf und ab und verteilte Weihwasser an verschiedenen Stellen

und las dabei aus der Bibel vor.

In der Ruhe lag viel Kraft.

Ich habe ihn gefragt: "Was können Sie sehen?"

Er erzählte mir von Geistern,

die gefangen waren und wollten, dass er sie befreit.

Wir standen andächtig da

und sahen ihm dabei zu, wie er diese Seelen befreite.

Wir waren alle still.

Als er dieses Ritual beendet hatte, ging er zum Eingang des Grabmals.

Er taumelte leicht. Wir fragten ihn, ob alles in Ordnung sei.

Er sagte: "Ich gehe auf keinen Fall da runter.

Das übersteigt meine Kraft.

Damit lege ich mich nicht an."

Offensichtlich hatte er irgendeine starke Kraft gespürt,

und trotz seiner Erfahrung und seines Glaubens

wollte er es mit dieser Kraft nicht aufnehmen.

Er fürchtete Vergeltung, wenn er sich da hineinbegab.

Colin wirkte irgendwie abgekämpft.

Es hatte ihm viel abverlangt.

Seine Frau wartete auf ihn, also verabschiedeten wir uns.

Als wir am Tor waren, taumelte er wieder leicht.

Hinter diesem Tor lag ein Freiluftgefängnis.

1.200 Gefangene

wurden von George Mackenzie hier drin gefangen gehalten.

Nur 269 von ihnen haben überlebt.

Hier drin muss großes Leid und Elend geherrscht haben.

Spiritisten und spirituelle Priester sehen hier eine Menge Seelen,

die auf der Erde gefangen gehalten werden.

Ich stelle mir das als Essenz menschlichen Elends

in Form von schwarzer Tinte vor,

und die Besucher des Grabmals sind wie Löschpapier,

die diese Erlebnisse absorbieren und sie damit abschöpfen.

Aus psychologischer Sicht führt die Erwartung paranormaler Phänomene

zu kognitiven Verzerrungen.

Man sieht überall paranormale Aktivitäten.

Bei jedem Knacken oder Klopfen ans Fenster, das man hört,

wird einem plötzlich ganz anders.

Alles ist paranormal.

Nach dem Exorzismus konnte ich nicht schlafen.

Am nächsten Tag machte ich mich sofort daran, alles aufzuschreiben.

Als ich den Artikel fertig geschrieben hatte,

gingen wir die Fotos von dem Abend durch.

Der Bildredakteur rief mich zu sich

und meinte, ich müsse mir unbedingt etwas ansehen.

Hier ist etwas, das wir uns nicht erklären können.

Ich hatte schon öfter mit Claire zusammengearbeitet.

Der Job war nichts Besonderes.

Claire sollte ihn interviewen, und ich sollte Fotos machen.

Wir waren bereit. Die Kerze war an.

Ich hatte das Blitzgerät angebracht

und machte verschiedene Aufnahmen.

Ich habe sie erst am nächsten Tag entwickelt.

Wir gingen die Fotos durch und suchten uns die passenden aus.

Und ein Foto kam besonders infrage.

Es beschrieb die Situation gut: er mit der Kerze auf dem Friedhof.

Die Belichtung war gut.

Und dann fiel uns dieser Schatten im Fenster auf.

Es konnte nicht vom Blitz sein, denn er ging in eine andere Richtung.

Und selbst wenn, irgendetwas musste den Schatten ja verursacht haben.

Ich ging also wieder hin, sah mir das Fenster an,

die Fensterbank, die Umgebung.

Da war keine Statue, keine Büste oder sonst irgendwas an dem Fenster.

Ich ging in die Redaktion und sagte:

"Ich weiß nicht, wovon der Schatten stammt."

Dort ist nichts.

WELCHE GESTALT LAUERT DORT IM FENSTER?

RÄTSEL UM "GEIST" AUF EINEM FOTO

JANUAR 2000

Wer weiß, was das ist? Sieht aus wie jemand, der aus dem Fenster sieht.

Das ist ein gutes Beispiel.

Nur weil niemand weiß, was es ist, heißt es nicht, es ist ein Geist.

Die Geschichte geht immer weiter, weil die Leute sie glauben wollen.

Die Story bekam nach wie vor viel Aufmerksamkeit.

Und eines Tages kam ein Anruf.

Colins Sohn war am Telefon.

Er hat angerufen und meinte, dass Colin tot sei.

Ich konnte es im ersten Moment gar nicht glauben.

Wenn man so einen Anruf bekommt, sagt man erst mal: "Was?"

Er hatte eine Lesung in seinem Laden in Edinburgh gegeben.

Kurz vor Ende hatte er zu der Frau, die sie organisiert hatte, gesagt:

"Ich habe nichts Gutes mehr zu berichten, nur Schlechtes."

Dann hatte er einen Herzinfarkt und starb.

Ich musste ständig an das letzte Mal denken,

dass ich ihn auf dem Friedhof gesehen hatte.

Er hatte so erschöpft gewirkt und darüber geredet,

dass ihm der Exorzismus so viel abverlangt hatte.

Ich fand das entsetzlich.

Ich fragte mich, ob die zwei Dinge zusammenhingen.

Ich war traurig über die Nachricht von Colins Tod.

Ich war beunruhigt, denn letztlich war nun doch jemand gestorben.

Was käme wohl noch auf uns zu?

Besonders den Touristenführern hat es vor Augen geführt,

dass sie mit dem Feuer spielten.

In den zwei oder drei Wochen danach

haben alle Touristenführer der ersten Stunde

nach und nach ihren Hut genommen.

Dass es kratzt und beißt, ist ja schön und gut.

Aber fordere es nicht zu sehr heraus.

Denn wenn du es herausforderst, kann es ganz andere Saiten aufziehen.

Colin Grants Tod war nicht nur in der lokalen Presse Thema,

sondern weltweit.

Kamerateams aus der ganzen Welt filmten auf dem Friedhof.

Der Poltergeist hat Leute umgeworfen,

geschnitten und gekratzt.

Aber das schadete den Touren nicht.

Je schlimmer, desto besser fürs Geschäft.

Das ist der Widerspruch des Mackenzie-Spuks.

Also machten wir mit der Sache weiter.

Guten Abend. Willkommen auf dem Greyfriars-Friedhof.

Glaubt man den Begräbnisaufzeichnungen,

liegen bis zu 750.000 Leichen unter Ihren Füßen.

Sie stehen auf einer menschlichen Lasagne.

Das Interessante an der Geschichte am Mackenzie-Spuk ist,

dass er nicht totzukriegen ist.

Hunderte Menschen haben Wunden und Blutergüsse,

ja sogar Verbrennungen davongetragen.

Der Priester Colin Grant ist gestorben.

Das alles trägt noch mehr zu dem Mythos bei.

Es gab den Versuch eines Exorzismus durch Colin Grant im Jahr 1999.

Er hat einen Exorzismus vollzogen.

Eine Woche später blieb bei einer Lesung plötzlich sein Herz stehen,

und er starb.

Ich finde seinen Tod nicht sonderlich mysteriös.

Er war 66 Jahre alt.

Es gab mehrere Fälle von Herzproblemen in der Familie.

Die Familie fand es auch nicht mysteriös.

Dinge, die an der Oberfläche ganz eindeutig erscheinen,

werfen oft die größten Fragen auf,

wenn man sich die Hintergründe ansieht.

Bei dem Fall gehen alle Lämpchen an, denn es ist ein Geschäft.

Ich bin mir immer noch unschlüssig.

Es könnte paranormal sein.

Als Forscher im Bereich des Paranormalen

stehe ich dem offen gegenüber und würde sagen,

weckt keine schlafenden Geister.

Denn es können nun mal unschöne Dinge passieren.

Man könnte den Mackenzie-Spuk vergleichen damit,

dass Leute ihren Kopf in ein Wespennest stecken

und gestochen werden.

Man steckt seinen Kopf nicht in ein Wespennest.

Ich wollte mich von etwas, das in einem Grab lebt,

nicht einschüchtern lassen.

Darum schrieb ich weiter mein Buch über den Mackenzie-Spuk.

Rückblickend wollten wir einfach das Offensichtliche nicht sehen.

Und dann hat die Sache ein schlimmes Ende genommen.

OKTOBER 2003

Ich bekam einen Anruf unterwegs.

Ich solle sofort nach Hause kommen.

Zu Hause sah ich, wie die Feuerwehr gegen die Flammen kämpfte.

Als sie das Feuer gelöscht hatten, ging ich hinein.

Alles, einfach alles, was ich besessen hatte, war zerstört.

Ich hatte sämtliches Material über den Poltergeist verloren.

Mein Computer war weg.

Zwei Jahre Arbeit an den Aufzeichnungen waren weg.

Die Festplatte mit meinem Back-up war verkohlt.

Es war alles weg.

Und mein Zuhause.

Aber keine der anderen Wohnungen hatte etwas abbekommen.

Absolut nichts. Nicht über mir, nicht unter mir, nicht neben mir.

Es hatte nur meine Wohnung getroffen.

Ein Feuerwehrmann meinte, es sähe nach einer Verpuffung aus.

Der Sachverständige von der Versicherung

konnte die Ursache des Feuers nicht ausmachen.

Man könnte das als Zufall betrachten.

Und ein Teil von mir will immer noch nicht glauben,

dass es etwas anderes als Zufall war.

Ein Teil von mir will nicht glauben,

dass sich ein Geist an mir rächen wollte,

weil ich zu viel Trubel veranstaltet habe.

Aber es wirkt ganz bestimmt so.

Nach dem Brand habe ich keine Führungen mehr gegeben.

Es hat mich einfach nicht mehr gepackt.

Das mit den Führungen hatte angefangen,

als ich hörte, dass irgendetwas Leute auf dem Greyfriars-Friedhof angriff.

Ich hatte nicht erwartet, irgendeinen echten Grund zu finden.

Ich habe mich damit abgefunden,

dass ich nie wissen werde, was da wirklich vor sich ging.

Der Mackenzie-Spuk hat mir während der letzten 20 Jahre

nichts anderes als offene Fragen beschert.

Deswegen stelle ich einfach keine Fragen mehr.

Ich lebe mittlerweile auf der anderen Seite der Welt.

Ich lebe in Brisbane in Queensland, Australien.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Welt.

Hier findet er mich nicht.

DIE URSACHE FÜR DIE VERLETZUNGEN AUF DEN FOTOS

KANN NICHT ABSCHLIESSEND GEKLÄRT WERDEN.

DER FALL SPALTET NACH WIE VOR DIE PARANORMALE GEMEINSCHAFT.

ES FINDEN WEITERHIN MEHRERE FÜHRUNGEN WÖCHENTLICH AUF DEM FRIEDHOF STATT.

DEN VERANSTALTERN ZUFOLGE

WURDEN IM LETZTEN JAHR 150 MENSCHEN ANGEGRIFFEN ODER VERLETZT.

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