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1977 arbeitete ich als Fotograf bei der Zeitung "Daily Mirror".
Ich hatte die Spätschicht.
Ich saß auf Abruf da und wartete darauf,
dass etwas geschah.
Das konnten irgendwelche Partys sein, Promis,
Autounfälle, Flugzeugabstürze, Morde.
Im Prinzip alles.
Und relativ spät an diesem Abend kam ein Anruf
von einer Familie in Enfield.
Angeblich gingen im Haus merkwürdige Dinge vor sich.
Möbel verrückten sich von allein.
Natürlich hat das niemand geglaubt.
Bei der Zeitung riefen oft Leute an und erzählten alles Mögliche.
Wir wussten nicht, was es damit auf sich hatte.
Aber dann rief ein Nachbar an und behauptete,
dass die Polizei gesehen hätte, wie sich Dinge im Haus bewegten.
Sie waren überzeugt, dass dort merkwürdige Dinge passieren.
Polizisten wollen gesehen haben,
wie ein Sessel durch das Wohnzimmer der Hodgsons schwebte.
Er hob ungefähr 1,5 Zentimeter vom Boden ab.
Er glitt etwa einen Meter nach rechts
und stoppte dann plötzlich.
Ich habe überprüft, ob der Sessel gerutscht sein könnte,
und eine Murmel auf den Boden gelegt.
Ich wollte sehen, ob sie in dieselbe Richtung rollte,
aber sie hat sich nicht bewegt.
Ich konnte keine Erklärung finden.
ENFIELD, NORDLONDON
Ich fuhr mit unserem Reporter Doug Bence dorthin.
Wir hatten keine Ahnung, was uns dort erwarten würde.
Wir fuhren zur Green Street in Enfield
und stiegen aus.
Von außen sah das Haus normal aus.
Uns fiel absolut nichts Außergewöhnliches auf.
Peggy Hodgson war eine alleinerziehende Mutter,
die die vier Kinder allein versorgte.
Sie war überfordert.
Ich sah, wie sich die Kommode bewegte.
Ich konnte es nicht glauben. Ich schob sie zweimal zurück.
Beim dritten Mal rührte sie sich nicht vom Fleck.
Während ich im Zimmer stand,
fing ich an zu zittern und bekam einen trockenen Mund.
Ich hatte keine Ahnung, womit ich es zu tun hatte.
Man könnte meinen,
jemand Unsichtbares schiebt sie von einer Ecke zur anderen.
Es wurde beschlossen, dass ich zuerst in das Haus gehen sollte.
Ich stellte mich in die hinterste Ecke der Küche.
Dann betrat die Familie die Küche.
Aber es geschah überhaupt nichts,
bis das letzte Kind, Janet,
die elf oder zwölf Jahre alt war,
den Raum betrat.
Auf einmal flogen Dinge durch die Luft,
als hätte man sie mit der Pistole abgeschossen.
Dinge wie Murmeln und Legosteine.
Sie flogen umher und prallten an den Wänden und Fenstern ab.
Ich weiß noch, wie Janet schrie und ihr Gesicht verdeckte.
Sie schien im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen.
Plötzlich wurde ich von einem Legostein getroffen.
Ich bekam eine Beule über der rechten Augenbraue.
Hätte ich nicht die Kamera vorm Gesicht gehabt,
hätte ich blind sein können.
Ich hatte keine Ahnung, was man auf den Fotos sehen würde.
Es war ärgerlich, denn man sah auf den Aufnahmen nur die Familie.
Von den umherfliegenden Murmeln war keine Spur.
Wenn ich zurückblicke, habe ich nicht die geringste Ahnung,
was in diesem Haus geschehen ist.
DER POLTERGEIST VON ENFIELD
GROSSBRITANNIEN, 1977
Es herrscht Armut im Land.
Überall sind Verwirrung und Angst spürbar.
Auf der Suche nach dem Sinn
zieht es viele Leute in den Bann des Übernatürlichen,
Okkulten und Paranormalen.
Bei Vorführungen des Horrorfilms wurden Zuschauer im Kino ohnmächtig.
Verschwinde, Satan!
Es gibt häufige Berichte von Heimsuchungen und Besessenheit.
SELTSAME VORKOMMNISSE IM HAUS DER ANGST
Die Familie Hodgson aus Enfield
wird von einem vermeintlichen Poltergeist geplagt.
Ein Poltergeist macht sich selbst durch Lärm bemerkbar.
Kenner dieses Phänomens sagen,
es betrifft besonders häufig Jugendliche.
Die elfjährige Janet Hodgson steht im Mittelpunkt
der merkwürdigen Ereignisse in der Green Street.
Ich war Reporterin bei BBC "World At One"
und "World This Weekend".
An einem Samstag arbeitete ich an "World This Weekend",
als der "Daily Mirror" titelte: "Haus der seltsamen Vorkommnisse".
Normalerweise stehen Spuk-Geschichten nicht auf der Titelseite.
Sie hatte keinen echten Nachrichtenwert.
Mir wurde angedroht, wenn nichts anderes passiert,
müsse ich über den Spuk in Enfield berichten.
Dabei weiß jeder, wenn man über einen Geist berichten soll,
passiert dort nichts.
Es ist sehr schwierig, etwas darüber zu berichten.
Ich wollte es eigentlich nicht tun.
Aber letztlich geschah nichts an dem Tag,
und ich fuhr am Samstagabend nach Enfield.
Ich war skeptisch und unsicher, was da auf mich zukam.
Mrs. Hodgson kam mir wie eine vernünftige Frau vor.
Sie schien mir ganz normal und bodenständig zu sein.
Sie hatte vier Kinder.
Johnny war zehn, Billy war sieben,
Margaret war 13,
und Janet war elf.
Mrs. Hodgson war geschieden. Ihr Mann war weg.
Die Familie war offensichtlich ziemlich arm.
Es gab nichts Außergewöhnliches an der Familie.
Nur die Ereignisse waren es.
Ich war gedanklich nur damit beschäftigt,
etwas für die Sendung am nächsten Tag zu finden.
Vor ungefähr einer halben Stunde hat sich die Familie schlafen gelegt.
Janet, das elfjährige Mädchen, über die Sie am meisten gehört haben,
scheint zu schlafen.
Sie bewegt sich nicht.
Ich stand im Wohnzimmer,
und da war ein ziemlich lautes und hartnäckiges Klopfen.
Es kam nicht von der Tür, sondern von der Wand,
und zwar von oben irgendwo.
Man konnte nie sagen, von wo es kam.
Wir sind gerade die Treppe runter, da hörten wir oben ein Geräusch.
Der Stuhl, der neben Janets Bett stand,
war verrückt.
Der Stuhl stand vorher am Bett und ist nun an der Tür.
Aber Janet scheint weiterhin friedlich zu schlafen.
Ich hoffe, das Mikrofon zittert nicht in meiner Hand.
Das war gerade ziemlich nervenaufreibend.
Rosalind, du siehst frisch aus dafür,
dass du bis heute Morgen um halb sechs wach warst.
Bist du jetzt überzeugt?
Kann man so sagen, ja.
Ich konnte mir das nicht erklären. Es war alles sehr merkwürdig.
Ich war überzeugt, dass in dem Haus etwas Seltsames vor sich ging.
Wir waren einfache Journalisten beim "Daily Mirror"
und völlig überfordert.
Wir hatten keine Ahnung, was da passierte.
Wir beschlossen,
die Society for Psychical Research dazu zu holen.
Sie beschäftigten sich seit Jahren
und überall auf der Welt mit diesem Kram.
Sie konnten damit was anfangen, und wir ganz bestimmt nicht.
Die Society for Psychical Research wurde im 19. Jahrhundert gegründet
und forscht zu einer ganzen Bandbreite
von sogenannten paranormalen Phänomenen.
Das deckt verschiedene Bereiche ab, von Erscheinungen, Poltergeistern,
spirituellen Medien,
außersinnliche Wahrnehmung.
Zu sämtlichen anomalen Phänomenen sammelt die SPR Erkenntnisse
und betreibt dazu wissenschaftliche Forschung.
UNGEKLÄRT
Ich arbeite beim SPR
als ehrenamtlicher Archivverwalter.
Ich sammele Archivmaterial,
katalogisiere und verwahre es.
Hier bewahre ich den Großteil
des paranormalen, wenn Sie so wollen, Archivs auf.
Hier oben steht die Enfield-Kiste mit den Gegenständen,
die in Poltergeistmanier umherflogen sind.
Das sind die Legosteine.
Eines der ersten Male, dass etwas durch die Luft flog,
war, als der Fotograf Graham Morris von einem Legostein getroffen
und leicht verletzt wurde.
Und zwar mit einer solchen Kraft,
dass er ihm nicht einfach an den Kopf geworfen worden sein konnte.
Es kam regelrecht geschossen.
Zu dem Zeitpunkt waren alle Anwesenden gut zu sehen.
Er konnte sich den Vorgang nie erklären,
außer dass eine paranormale Kraft das Teil auf ihn geschleudert hat.
Vornehm ausgedrückt nennt sich das psychokinetische Energie,
wenn Sachen herumgeschleudert werden.
Die Erklärungen für solche Phänomene sind immer dieselben.
Sie reichen von Betrug auf der einen Seite
zu Geistern auf der anderen Seite
und über jede Menge anderer Theorien dazwischen.
Betrug wäre denkbar.
Dann hätte jemand den Legostein heimlich in der Hand halten
und warten müssen, bis ganz sicher niemand hinsah.
Derjenige hätte ihn dann mit aller Kraft
auf Graham werfen müssen und ihn so schwer treffen müssen,
dass er ihn verletzt.
Graham wusste nicht weiter und kontaktierte die SPR.
Die SPR kontaktierte Maurice Grosse,
denn der lebte in der Nähe in Muswell Hill,
damit er der Sache auf den Grund ging.
Maurice war erst kurz vor dem Vorfall Mitglied der SPR geworden.
Sein erster Auftrag bei der SPR war praktisch der Enfield-Fall.
Im Alter von 20 Jahren trat mein Vater 1939
der Königlichen Artillerie bei.
Er gehörte zur Expeditionstruppe nach Dünkirchen und schaffte es
bis zum stellvertretenden Hauptmann.
Als der Krieg vorbei war,
war er für den Einzelhandel als Designer und Erfinder tätig.
Bis mein Vater anfing,
sich für übersinnliche Phänomene zu interessieren,
und der Society for Psychical Research beitrat.
Nach einer gewissen Zeit
stellte er fest,
dass er dieses Thema nur vertiefen konnte,
indem er vor Ort Forschung betreibt.
Er hatte der Sekretärin in den Ohren gelegen, um einen Fall zu bekommen.
Und eines Tages meldete sie sich bei ihm, weil er einer Sache
in Enfield in Middlesex auf den Grund gehen sollte.
Er packte die Gelegenheit beim Schopf,
sammelte die nötigen Mittel,
stieg in sein Auto und fuhr nach Enfield.
So nahm die Geschichte ihren Lauf.
Ich fand Chaos vor.
Ich traf auf sehr viele verängstigte Menschen.
Wir unterhielten uns über das, was vorgefallen war.
Nach und nach wurde mir klar,
dass wir den klassischen Fall eines Poltergeistes vor uns hatten.
Mein Vater war ein extrem rationaler und wissenschaftlich denkender Mann.
Er hat sich immer alles ganz genau angesehen
und kritisch beäugt.
Er vollzog die genauen zeitlichen Abläufe nach
und bewertete die Ereignisse im Einzelnen.
Ich habe selbst gesehen,
wie Murmeln durch die Luft fliegen, denn sie wurden auf mich geworfen.
Ich sah, wie die Tür auf und zu ging, als würde der Wind sie bewegen.
Ich sah, wie ein T-Shirt vom Tisch auf den Boden gefegt wurde.
Ich sah, wie sich die Türglocken an der Wand von selbst bewegten.
Und ich erlebte, wie die Temperatur plötzlich fiel.
Janet stand im Mittelpunkt der Vorgänge.
Meinem Vater war das bereits an einem frühen Punkt klar.
Sein Enthusiasmus für den Fall war grenzenlos.
Wenn ich drei Uhr morgens aus der Disco nach Hause kam,
fuhr er gerade los nach Enfield.
Wenn wir am Frühstückstisch zusammensaßen,
packte er die Bänder aus.
Er erzählte mir die Einzelheiten, neue Ereignisse und Entwicklungen.
Wer rüttelt da an der Tür? Was ist los?
Was war das?
Der Pantoffel wurde auf die Tür geworfen.
- Nicht meiner! - Während ich an der Tür stand.
Der Pantoffel hat die Tür getroffen.
Und mein Bein.
- Wo ist der andere? - Hier.
Es ist ein bemerkenswerter Zufall,
dass sein erster Fall einer der wichtigsten Fälle
in der Geschichte paranormaler Phänomene sein sollte.
Wir waren jeden Abend da.
Die Sache faszinierte uns zu sehr.
Wir saßen Stunde um Stunde in diesem Wohnzimmer
und warteten darauf, dass etwas geschah.
Und dann gab es einen Knall.
Oben fanden wir das Bett vor,
das seitlich gekippt war und quer gegen die Wand lehnte.
Das hätten wir zwei nicht zusammen hinbekommen,
geschweige denn Kinder.
Schwere und große Kommoden bewegten sich.
Stühle glitten über den Fußboden und blieben aufrecht dabei.
Meine Aufgabe war es damals,
die Vorgänge auf Fotos festzuhalten.
Ich ging durch das Haus und fotografierte jedes Zimmer
und alles, was darin war.
Wenn etwas passierte, zum Beispiel wenn ein Möbelstück verrückt wurde,
ging ich als Erster hinein und fotografierte das.
Wo immer Janet hinging, schien es ihr zu folgen.
Das machte ihr große Angst.
Sie hasste es.
Es war einfach allgegenwärtig.
Wir haben uns große Sorgen gemacht, dass irgendwann irgendjemand
ernsthaft verletzt werden könnte.
Im Schlafzimmer gab es einen alten Kamin.
Janet sagte mir, dass sie ein Kratzen hörte.
Sie sagte: "Oh mein Gott, der Kamin bewegt sich."
Und auf einmal hob die Front des Kamins vom Boden ab.
Sie schwebte über das Doppelbett
direkt auf die Seite des Zustellbetts,
in dem Billy damals schlief.
Wir sahen uns an und waren vor Angst wie gelähmt.
Ein Kamin war durch das Zimmer geflogen
und wäre dem sieben Jahre alten Billy fast auf den Kopf gefallen.
Das hätte sein Tod sein können.
Das war für meinen Vater ein einschneidendes Ereignis.
Das war die erste echte Gefahr. Er machte sich große Sorgen.
Die Mutter war außer sich. Sie zog vier Kinder ohne Mann groß.
Das konnte sie nun überhaupt nicht gebrauchen.
Sie litt wirklich furchtbar.
Es war zu viel für sie.
Janet konnte nichts dagegen machen. Es begleitete sie überall hin.
Was auch immer es war.
Während die Sache immer mehr Eigendynamik entwickelte,
veränderte sie sich.
Der Einfallsreichtum steigerte sich.
Bist du ein männlicher Geist?
TONAUFNAHME 5. NOVEMBER 1977
Einmal klopfen heißt Nein, zweimal Klopfen heißt Ja.
- Zwei. - Zweimal.
Du bist ein männlicher Geist.
Hast du früher in diesem Haus gelebt?
Ja.
Ist das über 50 Jahre her?
Ja.
Oh Gott.
Bist du in diesem Haus gestorben? War dein Ableben hier?
Dein Ableben war in diesem Haus.
Da wurde ihm klar, dass er es mit einer Art Wesen zu tun hatte,
das sich mitteilen konnte.
Dann geschah etwas völlig Unerwartetes und Verstörendes.
Ich möchte, dass du meinen Namen aussprichst.
Maurice Grosse.
Diese Stimmen kamen von Janet.
Sie waren sehr seltsam, barsch und tief.
Sie klangen wie ein mürrischer alter Mann.
Na los, du musst nur meinen Namen sagen.
Maurice.
Maurice.
Maurice.
Ich musste das aufnehmen.
Maurice Grosse und ich haben mit dem Mädchen geredet,
und da war diese Stimme wieder.
ORIGINAL TONAUFNAHME 26. JANUAR 1978
- Wie alt bist du? - 68.
Er hat 68 gesagt.
Wie lange lebst du hier?
Wie lange lebst du schon in dem Haus?
- Keine Ahnung. - Keine Ahnung.
- Was heißt "keine Ahnung"? - Keine Ahnung.
Roz will auch mit dir sprechen.
- Hallo. - Guten Abend.
- Hallo. - Hallo.
Auf Wiedersehen, hallo, auf Wiedersehen.
Keine Ahnung, woher die Stimme kam. Sie war einfach da.
Es war äußerst merkwürdig. So was war mir noch nie passiert.
Eine Sache wie in Enfield ist mir weder davor
noch danach noch einmal untergekommen.
Ich war durch und durch skeptisch,
bis ich selbst das Haus betrat.
Gegen neun Uhr abends sind die Kinder schlafen gegangen.
Die Kinder waren auf ihrem Zimmer.
Die Tür war zu.
Und fast im selben Augenblick war diese Stimme zu hören.
Die Stimme eines alten Mannes, der redete.
Ich ging in das Zimmer und bekam gesagt,
ich solle mich mit dem Gesicht zur Tür drehen.
Und dann habe ich zu dieser Stimme gesagt...
Ich möchte gern wissen,
ob du dich daran erinnerst, wie du gestorben bist.
Und er sagte: "Ich bin Bill Wilkins. Ich bin vor 15 Jahren gestorben.
Ich bin 72 Jahre alt und habe früher hier gewohnt.
Kurz vor meinem Tod bin ich erblindet
und bekam eine Hämorrhagie."
Ich bin eingeschlafen
und in einer Ecke im Erdgeschoss auf einem Stuhl gestorben.
Er hatte sich als Bill Wilkins ausgegeben.
Der Intellekt der Stimme gehörte nicht zu Janet.
Kann ein elfjähriges Kind
über eine Stunde lang mit der barschen Stimme
eines alten Mannes sprechen,
ohne sich zu verhaspeln, zu husten oder zu stottern?
Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. So sehe ich das.
Allein die Wahrscheinlichkeit, dass Janet wusste,
was eine Hämorrhagie ist, war sehr gering.
Der Sprachgebrauch und das Wissen war außerhalb dessen,
was Janet in der Lage war zu beherrschen.
Der Versuch, der Stimme auf den Grund zu gehen,
von wem sie stammte und wo sie herkam,
war von höchster Bedeutung.
Sie gaben Janet Wasser, das sie nicht schlucken durfte,
und klebten ihr den Mund zu.
Sie hatte Wasser im Mund, und ihr Mund war zugeklebt.
Ich bin unsichtbar.
Denn ich bin ein G-E-I-S-T.
Die Stimme kam nicht von ihr, sondern von hinter ihr.
Der Familie ging es immer schlechter.
Nicht nur das, was im Haus geschah, versetzte sie in Aufruhr,
sondern auch die Tatsache, dass lauter Fremde im Haus waren,
die beweisen wollten, dass das wirklich geschah.
Maurice Grosse fand Gefallen an der ganzen Sache,
denn sie entwickelte sich in eine unerwartete Richtung.
Und Janet, die völlig ahnungslos war, wollte einfach nur, dass es aufhört.
Sie war zwölf Jahre alt und besessen von einem 72 Jahre alten Mann,
der Jahre zuvor in einer Ecke im Erdgeschoss gestorben war.
Die Sache bestimmte über ihr ganzes Leben.
Eines Nachts gab es einen lauten Schrei und ein Poltern.
Alle liefen sofort nach oben, um nachzusehen, was passiert war.
Sie fanden sie auf dem Boden liegend mit dem Gesicht nach unten.
Maurice fragte, was geschehen war, und sie sagte,
dass sie jemand genommen und aus dem Bett geworfen
und durchs Zimmer geschleudert hätte.
Das haben wir dann versucht, auf einem Foto festzuhalten.
Ich montierte eine Kamera auf einem Stativ
in einer Ecke des Zimmers mit einem Blitzgerät.
Die Kamera wurde über ein Kabel ausgelöst,
das in das Zimmer unten führte, in dem wir saßen.
Bei uns stand ein Tonbandgerät, über das wir mithörten,
was in dem Zimmer geschah.
Sobald wir ein Geräusch hörten,
drückte ich auf den Knopf und fotografierte.
Zwischen den Aufnahmen liegt nicht mehr als eine sechstel Sekunde.
Zuerst liegt sie ganz normal im Bett.
Auf dem nächsten Bild ist die Bettdecke weg.
Sie hatte die Arme gerade neben sich.
Es gibt keine Aufnahme
zwischen dem Bild, auf dem sie liegt, und dem Bild, auf dem sie springt.
Es gibt kein einziges Bild,
auf dem sie sich aufrichtet oder die Bettdecke wegzieht.
Sie geht direkt in die Luft.
- Sie fliegt. - In einer sechstel Sekunde.
War das eine große Entfernung, die Janet geschleudert wurde?
Das Zimmer war ungefähr
drei bis vier Meter groß.
Man braucht schon Kraft, um eine Zwölfjährige hochzuheben.
Sie hätte sich dabei verletzen können.
Maurice sah die Bilder und sagte: "Oh, sie lassen sie schweben."
Aber es gab eine Menge Theorien dazu,
ob sie nun in der Luft geschwebt hat oder nicht.
Viele Leute haben das Foto gesehen und gesagt:
"Sie springt einfach."
Sie sagen, ihre Knie sollten nicht gebeugt sein
oder dass ihre Körperhaltung nicht richtig ist.
Ich habe nur ihr Gesicht gesehen und gedacht...
So sieht niemand aus, der etwas vorspielt.
Mehrere Leute, die nichts mit der Familie zu tun hatten,
haben behauptet, gesehen zu haben,
wie Janet durch das Zimmer im oberen Stockwerk schwebt.
Ich habe zwei Augenzeugen befragt.
Eine davon war eine Schülerlotsin. Gegenüber dem Haus war eine Schule.
Sie hatte einmal beobachtet, wie Janet durch ihr Zimmer schwebte.
Sie war sehr aufgewühlt deswegen, willigte aber in ein Interview ein.
Ich stand da, und auf einmal sah ich,
wie das mittlere Mädchen, Janet,
sich am Fenster hoch und runter bewegte.
Erst dachte ich, dass sie auf ihrem Bett springt.
Aber dann sah ich, dass sie horizontal lag.
Sie ging hoch und runter. Ihre Arme und Beine wirbelten herum.
Ich schätze, das ging ein halbes Dutzend Mal so.
Dann hörte es auf.
Das Interessante daran war,
dass Menschen, die nichts mit der Sache zu tun hatten,
sich dazu befragen ließen,
weil sie merkwürdige Dinge gesehen hatten.
Die Schülerlotsin und der Bäcker waren überzeugt,
dass sich Janet in der Horizontalen hoch und runter bewegt hatte,
und eben nicht hoch und wieder runter fast wie in einem Dreieck,
wie es auf Grahams Fotos wirkt.
Wenn Janet körperlich fit genug war, wovon wir ausgehen können,
dann besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sie das gestellt hat.
Der Bezug zum Film "Der Exorzist" von 1974 ist eindeutig.
Das hier geschah 1977.
Möglicherweise hat Janet den Film oder nur Ausschnitte davon gesehen
und versucht nachzumachen, was in dem Film geschieht.
Mehrere Mitglieder der SPR waren,
unabhängig von der Meinung der Organisation,
persönlich der Ansicht,
dass das Schweben nicht echt gewesen war.
Sie haben ihren Standpunkt auch öffentlich verteidigt.
Maurice hat es geärgert, dass einige in der SPR
seiner Version der Dinge ablehnend gegenüber standen.
Die Kontroverse schlug hohe Wellen.
Einige Mitglieder der SPR waren der Ansicht,
dass Janet nur deshalb schwebte, wenn man es mal so nennen will,
weil sie Spaß daran fand
und Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte.
Sie stand damals im Mittelpunkt des Geschehens.
Ich glaube, sie genoss es.
Denn so gewann sie etwas Abstand zu der schweren Kindheit,
die sie damals gehabt hat.
Ich war etliche Monate bis zu vier Nächte in der Woche dort gewesen,
als das mit den Stimmen anfing.
Es wurde immer mehr zum Zirkus.
Ständig kamen und gingen Leute,
irgendwelche Experten, Ärzte und Stimmtrainer.
Alle möglichen Leute versuchten zu beweisen,
dass sie nicht dazu in der Lage war.
Es war das reinste Theater.
Es war, als hätten ein paar Leute eine Irrenanstalt errichtet
und ein Gerüst drum herum gebaut, um sich das Spektakel anzusehen.
Janet wollte nur, dass das alles aufhört.
Ihr hat das alles Angst gemacht.
Ich habe mir Sorgen gemacht, dass ihr etwas Schlimmes zustößt.
Es wurde immer schlimmer. Janet ist dann auch krank geworden.
Es machte ihr schreckliche Angst, was da mit ihr geschah.
Sie fühlte, dass irgendetwas sie schubste, aus dem Bett zog,
in einen Vorhang wickelte, fast erwürgte,
die Treppe hinunter schubste.
Dann kam sie für zwei Monate nach Maudsley.
Das ist eine psychiatrische Klinik in Südlondon.
Ich besuchte sie nach einer Woche.
Sie war ruhiger und fröhlicher und sagte, sie bekäme mehr Schlaf.
Ich glaube, es hat ihr gutgetan, von dem Haus wegzukommen,
denn dort waren die Erwartungen an sie groß.
Die Ärzte haben viele Tests gemacht
und befanden, dass sie ein ganz normales Kind sei.
Nach sechs Wochen wurde sie wieder entlassen.
Als Janet aus der Klinik zurück war, kam die Aktivität zum Erliegen.
Für uns war es an der Zeit zu gehen. Die Sache hatte sich verlaufen.
Es war vorbei.
Maurice war versessen darauf, bis zum Ende dabei zu bleiben,
und konnte sich nur sehr schwer verabschieden.
Wie sich herausstellte, hatte er auch eine Tochter namens Janet.
Sie war bei einem Autounfall ums Leben gekommen,
und zwar kurz bevor er im Haus aufschlug.
Und er hat erwähnt, dass er irgendwie gehofft hatte,
dass seine Tochter Kontakt mit ihm aufnehmen wollte.
Der Kerl, der gekommen war, um das Rätsel zu lösen,
stand im Grunde genommen völlig neben der Spur
wegen dieses unglücklichen Vorfalls mit seiner Tochter.
Meine Schwester Janet war zwei Jahre jünger als ich.
Sie wollte Reporterin werden.
Sie ging zu einer Zeitung nach Cardiff,
und dort, in Cardiff, starb sie bei einem Motorradunfall.
Der Tod Janets hat tiefe Spuren bei meinen Eltern hinterlassen.
Für meinen Vater war das ein praktischer Ausweg.
Er beschäftigte sich von nun an eingehend
psychischen Phänomenen und dem Paranormalen.
Als er zu dem Haus kam, horchte er sofort auf, als er hörte,
dass eines der Mädchen Janet hieß.
Für ihn war die Tatsache nur nebensächlich,
dass sie Janet hieß.
Viele Menschen hielten sie für sehr wichtig.
Viele Menschen haben ihm vorgehalten,
einen emotionalen Bezug zu dem Fall, zu Janet, zu den Vorgängen zu haben.
Völlig zu Unrecht. Sie machten es sich leicht.
Der Vorwurf hat sich nicht bestätigt,
denn letztendlich war das Wesen Bill Wilkins,
nicht Janet Grosse.
Das war eine Tatsachenbehauptung. Sie sollte nachweisbar sein.
Und später kam es zu einem außergewöhnlichen Vorfall.
Mein Vater war zu Gast bei einer Talkshow auf LBC.
Dort haben sie ein paar Tonaufnahmen vorgespielt.
Ich bekam eine Hämorrhagie.
Ich bin eingeschlafen
und in einer Ecke im Erdgeschoss auf einem Stuhl gestorben.
Dann kam ein Anruf von einem Mann,
der etwas Wichtiges sagen wollte, also schalteten sie ihn dazu.
Er sagte: "Ich kenne diese Stimme. Das war mein Bill Wilkins."
Er hatte in dem Haus gelebt,
ist erblindet, hatte eine Hämorrhagie und starb im Erdgeschoss.
Er lag auf dem örtlichen Friedhof begraben.
"In liebevoller Erinnerung an unseren geliebten Ehemann und Vater
William Charles Wilkins,
gestorben am 20. Juni 1963."
Es fällt mir schwer zu sagen, dass ich nicht an Geister glaube.
Denn ich habe mit Bill Wilkins gesprochen, und der war tot.
Es öffnet einem die Tür zu dieser Möglichkeit.
Und nun kann ich sie nicht mehr schließen.
Die Enfield-Aufnahmen sind in dieser Kiste.
Das sind die originalen Tonbänder.
Hier sind die Enfield-Kassetten, die Maurice Grosse gehört haben.
Die sind in diesen Kisten hier.
Das sind die Aufnahmen, die Maurice gemacht hat.
Darauf sind alle Phänomene zu hören,
die dort zwischen 1977 und 1979 stattgefunden haben.
- Ein langer Zeitabschnitt. - Ja.
- Haben Sie sich das alles angehört? - Ich habe alles zweimal gehört.
Wir haben Hunderte Stunden, wenn nicht Tausende,
damit verbracht, uns das anzuhören.
Ich mag diese Stimme nicht. Ich finde, irgendwas an ihr ist faul.
Ich mag die Sachen nicht, die sie sagt.
Sie hat sehr viel geflucht und viele Schimpfwörter benutzt.
Ständig.
Als würde jemand fluchen dürfen, weil er in eine Rolle schlüpft,
und deswegen kann ihn niemand ausschimpfen.
"Ich fluche gar nicht, Mommy, das ist die Stimme, die flucht."
Insgesamt glaube ich, dass in Enfield mehr Täuschung im Spiel war,
als Maurice es geglaubt hat.
Aber ich denke nicht, dass alles eine Täuschung war.
Die Vorfälle, die ich persönlich als am glaubwürdigsten einschätze,
sind Dinge, die auf den Aufnahmen deutlich hörbar sind.
Leider kann man sie nicht sehen,
aber hören, genau wie die Reaktionen der anderen.
Man bekommt den Eindruck,
dass da irgendetwas Seltsames vor sich geht.
Ich denke, einige der Geschehnisse dort
waren jenseits des Erklärbaren und mussten näher untersucht werden.
Ich will nie wieder zu so etwas.
Es war hochgradig verstörend und beunruhigend.
Es war gefährlich und schwierig. Niemand konnte sich das erklären.
Klar war es interessant, das aus der Nähe zu beobachten,
aber es war wirklich unglaublich verstörend.
Ich rede nicht darüber.
Ich erzähle niemandem, den ich kenne, davon.
Meine Frau und meine Töchter wissen nichts davon.
Ich habe es niemandem erzählt. Das glaubt einem sowieso keiner.
Wenn man das erzählt, halten sie dich für verrückt.
Es ist zu abgehoben. Die Leute können das nicht begreifen.
45 Jahre später bin ich immer noch genauso schlau
wie an dem Tag, als ich das Haus betreten habe.
VIELE MENSCHEN GLAUBEN,
DASS DER POLTERGEIST VON ENFIELD EIN STREICH DER HODGSON-KINDER WAR.
JANET UND MARGARET HABEN ZUGEGEBEN,
EINIGE DER GESCHEHNISSE VORGETÄUSCHT ZU HABEN,
ABER HALTEN AN DER WAHRHAFTIGKEIT DER MEISTEN EREIGNISSE FEST.
NACH DEM TOD VON PEGGY 2003 SIND SIE AUS DEM HAUS AUSGEZOGEN.
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