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Original subtitles

(gleichmäßiges Knattern)

(Knattern hört auf, Plätschern)

(Kaffeemühle sirrt)

(mechanisches Pumpen, Plätschern)

(hölzernes Klackern)

(schreit auf)

Au.

(schnieft)

(schluchzt leise)

Au.

(stöhnt)

(schluchzt)

(ruft) Hallo!

Hallo? Hört mich jemand?

(lauter) Hallo? Hört mich jemand?

Hilfe!

(leises Plätschern)

(Staubsaugermotor)

Hallo?

(Räuspern)

Hallo?

(Staubsauger nähert sich)

Hallo?

Isabella?

Hallo?

Ah! Oh mein Gott.

-Oh Gott. -Ja, ja.

Ja, ja.

Was ist passiert?

-Kannst du mir bitte helfen? -Ja, natürlich.

Der Fuß steckt fest.

-Vorsichtig, ja? -Ja, ja.

-Au! -Entschuldigung.

-Gib mir mal das Telefon da. -Ja.

-Bitte. -Danke.

Oh mein Gott.

(Freiton)

-(Frau am Telefon) Notrufzentrale. -Ja, hallo.

Ich bin in ein Loch gefallen. Ich komme nicht alleine raus.

-Bitte. -Danke.

(Freiton)

(vom Band) Miriam Bauer. Nachricht nach dem Ton.

Hier ist Mama. Ich hatte einen Unfall.

Ich stecke immer noch fest. Der Krankenwagen ist unterwegs, also...

Bis dann.

(seufzt)

(stöhnt)

Oh Gott.

-Hast du eine Urlaubsvertretung gefunden? -Ja, natürlich.

(polnischer Akzent) Ich weiß nur noch nicht, ob Ana,

die vom letzten Jahr, Zeit hat.

Ja, wir haben noch viel zu tun.

(Handy klingelt) Es gibt noch diese neue große Baustelle.

Da ist auch Ana. Aber ich denke, dass sie Zeit hat.

-Hallo?

Rita hier. Helga, erschieß mich, aber ich muss fürs nächste Konzert wieder absagen.

-Das ist aber schade. -Ja.

Ich wurde spontan nach Formentera eingeladen.

Da konnte ich nicht Nein sagen.

Wenn du wen findest, gib ihm gern meine Karte.

Das mache ich.

Und dir geht's sonst gut?

Ja, alles gut so weit.

-Ja... -Ja.

Ja, Helga, dann mach's gut. Tschüss.

-Ja, du auch. Tschüss. -Tschüss.

Hm...

-Also kommt nächste Woche Ana? -Ja, es ist jemand da.

Wenn Ana nicht... (Türklingel)

-Oh, da sind sie. -(schmerzerfüllt) Ah.

-(Sanitäter 1) Ambulanz. -(Sanitäter 2) Guten Morgen.

(Sanitäter 1) So...

-Hier steckt jemand fest? -(Sanitäter 2) Ah ja.

(stöhnt) Danke.

(Handy klingelt und vibriert)

-Hallo? -(Miriam) Hallo, was ist denn los?

-Ich bin in das Loch gefallen. -Ich habe eben erst die Nachricht gehört.

Ich bin vom Stuhl gefallen und im Loch gelandet.

-Krass. -Isabella hat mich am Morgen gefunden.

-Wie, "am Morgen"? -Ich war die ganze Nacht da drin.

-Bist du verletzt? -Ich habe einen Bruch im Fußknöchel.

Ach, Mensch, soll ich kommen?

Wenn das möglich ist. Hast du denn Zeit?

Wie schlimm ist es? Wenn es dringend ist, komme ich.

Ich stehe gerade kurz vor einer Abgabe, aber wenn es ganz schlimm ist, komme ich.

-So schlimm ist es nicht. -Wie schlimm?

-Nicht so schlimm. -Super. Bist du beleidigt?

Nein, es ist nur nicht so schlimm.

Kannst du nicht einfach sagen, wie schlimm?

Da ist ein Stück Knochen am Fuß abgesplittert.

Sie haben den Fuß versorgt. Es ist Glück im Unglück.

-Hast du Schmerzen? -Es geht.

Mama, das liegt jetzt bei dir. Wenn du Hilfe brauchst, komme ich.

Für mich ist es gerade schwierig. Deshalb musst du es ehrlich sagen.

Ich sehe dich nicht. Das hier ist leider wichtig.

-Das weiß ich doch. -Wenn's nötig ist, will ich kommen.

-Ich weiß. -Okay.

-Sprichst du in näherer Zukunft mit Papa? -Eigentlich nicht, warum?

Ich finde die eine Krücke nicht. Ich denke, er hat sie.

Könntest du ihm sagen, dass ich sie brauche?

Ja, okay.

Aber wie bewegst du dich denn?

Es geht schon. Ich habe auch noch einen Rollstuhl.

-Soll ich nicht doch kommen? -Nein.

(Signalton)

(seufzt)

(Türklingel)

(ruft) Ich komme!

Moment!

So.

(seufzt)

(Türklingel)

-Ja, bitte? -Hallo, ich bin Ryszard.

Ich komme von Isabella.

Ja... kommen Sie rein.

Ja.

(Papier knirscht)

-Bitte. -Danke schön.

Hat Isabella Ihnen das hier erklärt?

Ja, Isabella.

Danke, ja.

Dahin.

So.

Sie können Ihre Tasche neben der Küche ablegen, wie Isabella.

Ja.

Da.

Ne... Nein.

Die Tasche.

Ja...

Aber ich zeige Ihnen...

Ich würde Ihnen erst mal...

-Ich zeige Ihnen erst mal das Haus. -Mhm.

(Wasser läuft ein) Wir...

(laut und deutlich) Erst gehen wir in den Keller.

Wenn Sie unten sind, dann ist es gleich die erste Tür rechts.

Das ist eine schwere Tür. Das sehen Sie gleich.

Und dahinter ist dann ein Waschraum.

Waschraum.

-Rechts. -Okay.

-Ja, also... Dann gehen Sie. -(auf Englisch) Ja.

Dort finden Sie alles.

Nee, das ist jetzt nicht so wichtig.

(leise) Also, na gut.

Haben Sie es gefunden? Hören Sie mich?

(knarzende Tür) Nein, nicht die. Das ist die falsche.

Was machen Sie? Ich sagte, die erste Tür rechts.

Rechts, die schwere.

Ja! Ja, die.

Hallo?

(elektrisches Summen)

Ist das die Waschmaschine?

Haben Sie die Waschmaschine angemacht? Das habe ich gar nicht gesagt.

Haben Sie die Waschmaschine angemacht?

-Waschmaschine? -(auf Englisch) Waschmaschine.

Sie können nicht einfach Wäsche waschen. Wie viel Grad ist die denn?

Und wofür ist das jetzt? Sie müssen doch erst mal Staub saugen.

-Zuerst Staub wischen, dann Staub saugen. -(stöhnt)

-Ich verstehe nicht. -Ja, das ist das Problem.

-(auf Englisch) Was ist das Problem? -Das Problem?

Das Problem ist, dass Sie meine Wäsche waschen.

Wäsche.

(spricht Polnisch)

(auf Englisch) Sie sagten: "Nehmen Sie Wäsche."

Also...

Isabella wäscht nie meine Wäsche.

Hat Isabella Ihnen denn nichts erklärt?

(auf Englisch) Sehen Sie?

-Und was hast du auf diesem Stuhl gemacht? -Ich wollte...

-Da war eine Spinne. -Ach nee, Helga.

-Das hätte ganz böse enden können. -Ja, ich weiß. Wem sagst du das?

Ich steige auf keine Leiter mehr drauf.

-Nee? -Ich auch nicht.

Das würde Gerd nicht erlauben.

Wegen einer Spinne?

-Peter lässt mich auch auf keine Leiter. -(Brillenträgerin) Du bist verrückt.

-Ja, ist ja gut. -Also echt.

Ja, ich habe es ja verstanden.

-Möchte wer am Sonntag mit ins Konzert? -Da kann ich nicht.

-(Brigitte) Hat Rita wieder abgesagt? -(Helga) Mhm.

Ich muss auch sagen, diese Abo-Konzerte, das ist nichts für mich.

-Die sind mir zu wahllos. -Da gibt es tolle Konzerte.

Wie jedes andere Konzert auch.

Als ich mal mit war, hatten wir ein tolles Konzert gehört.

-Was war das noch? -Nee... Nee.

-(Grauhaarige) Sagt keiner was? -(Brünette) Nein.

Kontra.

-(Brünette) Aha. -Na ja.

Aber du kommst so weit klar?

Ja, ich komme klar. Also, das Nötigste kriege ich schon hin.

-Hast du niemanden, der hilft? -Miriam kommt.

-Ach ja? -Schön.

Wann denn?

-Sobald sie kann. -Hm.

-(Grauhaarige) So. -(Brigitte) Mensch, Barbara!

Herz war doch schon einmal durch.

-Ihr glaubt nicht, was Franz gemacht hat. -Hm?

Er musste mir eine Krücke bringen.

Er hat sie einfach vor der Tür abgestellt.

Er hat geklingelt und ist einfach gegangen.

Meinst du, der fragt, wie es mir geht oder ob ich Hilfe brauche?

Nichts.

-So schätze ich ihn gar nicht ein. -Ja, es war aber so.

Also, ich finde das, also, unmöglich.

Oder?

-Hm? -(Barbara) Ja, ist seltsam.

Du, ich sage ja sonst nie was, aber das...

Wer ist denn dran? Ich bin durcheinander.

-(Barbara) Na, du bist dran. -Ach so.

-Ja, dann mach mal. -Ja. Ja, ja, ja, ja, ja.

So, bitte schön.

Ah... Bitte.

Es ist ganz lieb, dass du mich fährst.

Ist doch selbstverständlich.

Hat Isabella dir auch diesen Mann geschickt?

-Ach. Ja, dir auch? -Ich dachte, ich sehe nicht richtig.

Da habe ich noch nie erlebt, dass bei uns ein Mann putzt.

Helga, was bist du für ein Fliegengewicht?

-Du musst was essen. -Das sind die Gene.

Ja, bei mir sind es die Drüsen.

Komm.

-Ich bringe dich noch. -Nein, geht schon.

-Ist doch kein Problem. -Ich schaffe das. Fahr los.

Du, Helga, das mit dem Konzert ist ein Unsinn.

Da holst du dir in deinem Zustand nur das nächste Problem.

Ist doch alleine auch gar nicht möglich.

Mhm, genau.

(klassische Musik)

(im TV) ...eine Person rausgeholt...

...Regeln, auch wenn man verheiratet ist...

...noch ein paar tolle Übungen, wo auch Sie sich ganz aktiv beteiligen können.

Nein, nicht den.

-Für die Toilette den blauen. -Ah, ja.

Na ja.

(Handy klingelt)

(Rita) Patrick und Stefan fahren mit mir nach Hamburg.

Inklusive, schieß mich tot, Besuch in der Elbphilharmonie.

(Helga) Toll.

Die nehmen sich ein Wochenende frei und fahren mit mir dahin.

Ich finde das große Klasse von Julia und Carola,

dass sie ein Wochenende mit den Kindern machen.

Mhm, ja, toll.

Vielleicht kommt ja deine letzte Begleitung noch mal mit.

Ich frage mal.

Nächstes Mal bin ich wieder dabei, versprochen.

Wissen Sie, was? Ich habe noch einen Job für Sie.

Sie können mich am Sonntag ins Konzert begleiten.

(auf Englisch) Wie bitte?

-Sonntag? -Ja...

Sonntag Konzert.

Ich zahle Sie. Ich zahle für Begleitung ins Konzert.

-Comprende? -Konzert.

Nicht putzen.

Ja?

Moment.

(leise) ...50, 15 Uhr.

50 Euro.

Konzert, Sonntag, 15 Uhr.

(auf Englisch) Ah... Ich muss meinen Kalender prüfen.

(mit Akzent) Weiß ich nicht Zeit, Sonntag.

-(auf Englisch) Ich muss das prüfen. -Ach so?

Ich schauen.

-(auf Englisch) Ich rufe Sie an. -Kommen Sie dafür am Montag nicht.

-(auf Englisch) Montag nicht. -Nein... Ja.

(auf Englisch) Ich rufe an.

Ist ja gut, dass du so weit klarkommst.

Mhm... Und du kommst ja auch bald.

Ja.

Wie läuft's denn mit der Arbeit?

Gut.

-Kommst du voran? -Ja.

-Wie weit bist du denn jetzt? -Mensch, Mama!

Das kann ich dir nicht in Prozent ausdrücken.

Ja, ungefähr?

Ungefähr? Keine Ahnung.

-Aber du hattest doch eine Abgabe. -Ja, aber das war nicht die ganze Arbeit.

Ach so.

Das kann noch zwei Jahre dauern.

Zwei Jahre? So lang?

Das ist aber lang.

Was machst denn du noch am Wochenende?

Ich habe doch morgen Konzert-Abo.

Ah ja, mit Rita.

Gut.

Gut.

Mhm.

Hier rechts. Hey, rechts!

Hier.

(Helga schreit auf)

(auf Englisch) Es ist nur Autofahren.

Vino?

Wein?

Nein.

-(auf Englisch) Ich lade Sie ein. -Sie müssen mir kein Getränk kaufen.

-Das ist nicht nötig. -(auf Englisch) Doch. Kein Problem.

Nein, bitte nicht.

-Nicht nötig, wirklich. -(auf Englisch) Kein Problem.

(auf Englisch) Ich zahle.

Danke.

(Streichmusik)

(dramatische Streichmusik)

(Streichmusik steigert sich zu dissonanter Klangkomposition)

(Beckenschlag)

(Beckenschlag)

(unruhige Flötenklänge)

(flüstert) Das ist ja furchtbar.

(dissonante Klangkomposition setzt sich fort)

(leise) Würden Sie mich bitte vorbeilassen?

Mein Fuß tut weh, bitte.

-Bitte. -(Mann flüstert) Gehen Sie weiter.

Entschuldigung.

(unverständlich)

-(schluchzend) Da war mein Mann. -Mhm.

Und seine Neue.

Die saßen so zwei Reihen hinter uns, ungefähr auf unserer Höhe.

Ja.

(schluchzt)

Dieser Scheißkerl.

-(auf Englisch) Dieser Mann? -Nein.

(weinend) Mein Mann, Ehemann.

(auf Englisch) Dieser Mann?

Nein. Mein... My man.

Entschuldigung. Wer spricht hier...

-Entschuldigung? Sprechen Sie Englisch? -Ja.

Können Sie uns sagen, was heißt "Ehemann" auf Englisch?

Husband.

Mein husband.

Und seine Geliebte?

Mistress.

-Im Konzert? -In the concert.

(Ryszard) Ja.

Ah ja.

(Helga schnieft)

(sie wimmert)

(Helga) Ist okay. Es ist okay.

(sie schnäuzt sich)

Okay.

-(auf Englisch) Alles okay? -Ja, okay.

Fahren wir. Sie wollen ja auch nach Hause.

Ja.

Wir müssen da lang oder wo...

Wo steht jetzt noch das Auto?

Äh...

(auf Englisch) Es ist schöner Tag. Möchten Sie in den Park gehen?

-Park. -Park?

Park.

Ja.

-Der ist gut, ne? -Ja.

Fantastisch.

(auf Englisch) Sehr gut.

Möchten Sie ein Stück von dem?

Aha, okay.

-(auf Englisch) Ich gebe Ihnen auch was. -Oh ja.

-Danke. -Ja.

Hmm!

-Der ist auch gut. -Ja.

-Wo ist Ihre Frau? -Hm?

Ihre Frau?

(auf Englisch) Sie ist tot.

Ach.

Das tut mir leid.

Vermissen Sie Ihre Frau?

-Vermissen Sie... -Ja.

Hm.

(auf Englisch) Wo Ihr Mann in dem Konzert?

-Wie bitte? -(auf Englisch) Ihr Mann im Konzert...

Wo?

-Mein Mann? -Ja.

Er saß so drei Reihen hinter uns. Den können Sie nicht...

Er und seine Mistresse haben uns angestarrt.

Den können Sie nicht gesehen haben, da waren so viele.

(auf Englisch) Hmm... Mann ohne Haare? Keine Haare?

Nee.

-(auf Englisch) Der griesgrämige Mann. -Wie bitte?

(auf Englisch) Griesgrämig. Etwa so...

-(auf Englisch) Ihr Ehemann. -(lachend) Ja.

Ja, das könnte er sein.

(auf Englisch) Und die Frau neben ihm sieht aus wie ein Vogel.

Die Frau. (er imitiert Vogelgezwitscher)

Ja, ein Vogel.

Ja, die ist ein Vogel.

Wobei... Vögel sind ja eigentlich niedlich.

Ah!

Der Miesepeter und sein Vogel.

Es war doch noch schön.

-Hier. -(auf Englisch) Nein, nein, nein.

-Ach so. -Ja.

Danke.

Dann danke für den schönen Tag.

Ja, danke. Danke.

-Bye. -Ja, bye.

(Vogelgezwitscher)

-Mama, ist alles in Ordnung? -Es gibt News.

Ich verkaufe das Haus und suche mir eine Wohnung in der Stadt.

-Klingt gut. -Ja?

Ja, das finde ich richtig gut, Mama.

Dann müsstest du nur noch alles durchschauen.

-Wie schnell willst du denn umziehen? -Du kommst ja im Juli.

(kläglich) Ach so, das schaffe ich leider nicht.

Aber ich komme im August. Das erste Augustwochenende, ja?

Ach so. Ja, dann kommst du eben im August.

-Okay. -Weißt du, wen ich im Konzert gesehen hab?

-Wen denn? -Papa und den Vogel.

(vorwurfsvoll) Mama.

Also, die sah wieder aus... Ich finde, die kleidet sich wie ein Vogel.

Finde ich. Findest du nicht?

Das weiß ich jetzt nicht.

-Ja... -Ich muss mal aufstehen, ja?

-Hallo. -Hallo, Helga. Wie geht es Ihnen?

Haben Sie über Nacht Deutsch gelernt? Ist ja toll. Sehr schön. Kommen Sie rein.

Ich habe einen Plan. Kommen Sie.

Nein, nein, wir machen was anderes. Kommen Sie.

Da, bitte.

(Helga) Ja...

Wir werden alles ausräumen. Ich ziehe aus.

Dann können Sie jetzt öfter kommen.

Oh Gott, ja. Mein Mann und ich haben früher sehr viel Tennis gespielt.

-Spielen Sie Tennis? -Tennis? Nein.

Irgendwann hat er mit Golf angefangen. Dafür konnte ich mich nicht so begeistern.

Gudrun dafür umso mehr.

Mein Mann stand jedes Wochenende auf dem Golfplatz.

Wissen Sie, was ich dachte?

"Gut, dass er an die frische Luft kommt. Das tut dem mal gut."

Dass Gudrun auch auf dem Golfplatz war, wusste ich nicht.

Darüber verlor er kein Wort.

Außerdem... Schauen Sie sich die Schläger mal an.

Kein einziger Kratzer. Wahrscheinlich haben die nie Golf gespielt.

Von wegen Golf. Bei seinem Auszug hat er die hiergelassen.

Alle noch da. Die müssen ja nicht mehr zum Golfplatz.

-(stöhnt auf) -Oh Gott! Entschuldigung.

Es tut mir leid.

-Ist alles in Ordnung? -Okay.

-Zeigen Sie mal. -(auf Englisch) Schon gut.

Ich hole ein Pflaster.

Hm... Danke schön.

Okay.

Hm.

Ja. Also, ich finde die ganz toll.

(Frau) Da kann man sich wohlfühlen.

Ja.

(spricht Polnisch)

(ruft) Helga!

-(auf Englisch) Sehen Sie mal. -Was denn?

(Helga) Das ist...

Wie hieß der noch mal? Das ist Miriams Vogel.

Ich weiß nicht mehr, wie der hieß, aber wieso der hier steht?

Hmm.

(auf Englisch) Das schmeckt sehr gut.

-Woher können Sie denn so gut Englisch? -Hm?

Warum Englisch?

(auf Englisch) Ich habe auf einem Schiff gearbeitet.

Auf einem Schiff? Wo denn?

(auf Englisch) Überall. Pazifik, Atlantik, Karibik.

Ah ja, toll.

Na ja.

Das stelle ich mir wahnsinnig aufregend vor.

(auf Englisch) Ich war sehr jung.

(auf Deutsch) Ich...

Ja.

Ich habe nie Englisch gelernt, hab früh die Schule beendet.

Mittlere Reife, verstehen Sie?

Ich habe früh gearbeitet. Mein Mann hat studiert.

Das dauert ja, so ein Medizinstudium.

Verstehen Sie?

Mhm.

Na ja, hm...

Da hätten die Kinder noch mit spielen können.

(Musik ertönt)

(Lied: "Mr. Vain" von Culture Beat)

(Musik wird lauter)

(sie lacht)

(Lied klingt aus)

(auf Englisch) Oh Gott.

(ein neues Lied ertönt) Oh...

(rhythmische Popmusik)

(englischer Sprechgesang)

Ist nicht schlimm. Macht nichts.

Aha... (Musik verstummt)

(auf Englisch) Also... bis nächste Woche.

Wie bitte?

(auf Englisch) Ah... Ich muss los.

(auf Deutsch) Bis nächste Woche.

(Tür fällt ins Schloss)

Nichts.

Kein einziges Staubkorn.

Das ist doch unglaublich, oder?

Das hätte ich nicht erwartet.

Also, der schrubbt sich hier einen zurecht.

Ich muss sagen, ich finde, der macht das besser als Isabella.

-Was ist das? -Sind die nicht furchtbar?

-Sollen wir uns auf das Plastik setzen? -Ja, ich muss die doch noch umtauschen.

-Das machen wir so. -(Barbara) Hast du nicht noch die alten?

Das ist ja das Problem. Ich habe die schon Anke gegeben.

Aber die kann ich auch nicht behalten.

-Die sind doch schlimm. -Ja.

Na, nun setzt euch schon.

Gerd und ich machen das seit Tagen. So tragisch ist das auch nicht.

(Quietschen, Knarzen)

-Also echt, Brigitte. -Im Laden fand ich die schnuckelig.

-Die Karten? -Ach.

-Wie auf einer Luftmatratze. -Oder einem Gummiboot.

(alle lachen)

-Lästerst du schon wieder? -Nein.

So...

Hm?

Bitte.

Also, ich muss schon ehrlich sagen...

Ich möchte keinem Mann dabei zusehen, wie der mein Klo putzt.

-Nee? -Warum nicht?

Das will ich nicht sehen.

-Ich finde das nicht so schlimm. -(Brigitte) Ich ertrage das nicht.

-Und wenn Gerd mal das Klo putzt? -Gerd putzt das Klo nicht.

Der Peter hat auch noch nie das Klo geputzt.

-Das... -Oh nein.

Oh Gott.

Ich frage mich, warum der in dem Alter noch putzen muss.

Man weiß es nicht. Ich meine, wenn du dir Mazurek anschaust.

-Mhm. -Ach, ist eurer auch Pole?

-Ja. -Ja.

So viele Polen haben sich hier was aufgebaut.

Ich kenne da so viele. Auch der... Ach, hier, wie heißt er?

Seine Frau hat anfangs auch geputzt. Der hat die Baufirma.

Man weiß nicht, was mit eurem los war.

-Er war früher Kapitän. -Wer? Euer Pole war Kapitän?

Wieso war der Kapitän?

Das hat er mir erzählt.

(Brigitte) Dann verstehe ich noch weniger, dass er putzt.

(Barbara) Na ja, es sind halt Schicksale.

(Brigitte) Tja...

(Türklingel)

-Hallo. -(Ryszard) Hallo.

Kaffee?

Ja.

(gleichmäßiges Knattern)

(Ryszard) Tasche...

(er seufzt)

(Popmusik ertönt)

(Lied klingt aus)

(neues Lied setzt ein)

(englischer Sprechgesang)

Helga.

Richard.

Ryszard.

Ryszard.

Ryszard.

Oder Richard, wie in Frankreich. Ich nenne dich Richard.

Richard?

Massage?

(murmelt auf Polnisch)

Die.

Nein... Okay.

Die.

(murmelt auf Polnisch)

(murmelt weiter auf Polnisch)

(Helga) Hier. Da sind die Schrauben.

-Okay. -Oh...

Ach, das ist aber nett. Ja, das ist...

Richard?

-Ah! Hallo. -Hallo.

(Brigitte) Ja, danke.

(Ansage über Lautsprecher) Das Word "Stopp" schaut dabei nach oben.

Sie können das Grohe Euphoria Cube XXL 230 Duschsystem in Betrieb nehmen.

(auf Englisch) Hier bist du.

(auf Englisch) Willst du eine neue Dusche?

Wir müssen jetzt mal vorwärts machen.

Ein Moment.

(Brigitte) Helga?

-Brigitte. Hallo. -Hallo.

-Ach, seid ihr zusammen hier? -Ja.

-(Ryszard, auf Englisch) Sie kennen sich? -Ja, sicherlich.

-Ah ja, besser. -Viel besser.

-Und, was hast du vor? -Ryszard... Ich verkaufe ja das Haus.

-Ach, das machst du jetzt tatsächlich? -Ja, ja.

Ryszard schließt den Schacht, in den ich gefallen bin.

-Ach so? Kann der das? -Ja, also, davon gehe ich mal aus.

-Er wird ja ein Loch schließen können. -Natürlich, Helga!

(Brigitte, auf Englisch) Können Sie die einpflanzen?

Sie pflanzen die am Mittwoch ein.

(auf Englisch) Ja.

-Mensch, Helga, wie praktisch. -Ich muss los.

Natürlich, ich auch.

-Also, tschüss. -Tschüss.

(auf Englisch) Ich sehe Sie am Mittwoch, 11 Uhr.

(auf Englisch) Ja.

-Bitte. -Danke.

(er spricht mit einem Mann Polnisch)

Hallo.

(spricht Polnisch)

-Jozef. -Okay.

(sie sprechen Polnisch)

(sie sprechen Polnisch)

Helga, möchtest du etwas zum Essen?

Nein danke.

Okay.

Links.

Bitte.

(die Männer sprechen Polnisch)

-Hallo, Helga. -Hallo.

-(auf Englisch) Das hier ist mein Zimmer. -Ah.

(auf Englisch) Entschuldige.

-(auf Englisch) Anna, meine Frau. -Ah ja. Sieht sehr nett aus.

(auf Englisch) Sie würde dich mögen.

In unserem Haus.

Ah ja.

Lord Ryszard.

(auf Englisch) Anna hat das Foto gemacht.

Und warum bist du nicht in dem Haus in Polen?

(auf Deutsch) Ich...

Oh!

Entschuldigung.

(auf Englisch) Anna und ich waren dumm.

Haben das Haus gebaut und hatten kein Geld übrig, um darin zu leben.

Das ganze Geld steckt im Haus.

Aber jetzt spare ich Geld.

Ich brauche erst mal Kaffee.

-(Miriam) Mama? -Ah!

-Hast du mich vergessen? -Ja. Seit wann bist du da?

-Zwei Stunden. -Das tut mir leid.

Nicht schlimm.

-Ich war so beschäftigt mit dem Haus. -Ja, habe ich gesehen.

Das ist Ryszard, Isabellas Vertretung. Meine Tochter.

-Hi. -Hi.

-Was machst du mit den ganzen Sachen? -Ich habe den Sperrmüll angemeldet.

Ich wollte das doch vorher durchgehen.

-Kannst du doch. -Hast du nichts weggeschmissen?

-Nein. -Sicher?

Ja, der Sperrmüll war noch nicht da.

Du sollst nichts wegschmeißen, ohne mich zu fragen.

(auf Englisch) Ich hole die restlichen Sachen.

-Ja, verstanden. -Bist du da reingefallen?

-Ja. -Ist ja krass.

Sei froh, dass du dich nicht aufgespießt hast.

Ach, hör mir auf.

-Was willst du denn essen? -Was hast du denn da?

Wir können auch was einkaufen.

Ach so, ja, wir sind dann für heute fertig.

Bekommt er noch Geld?

Oh... Äh, ja.

Danke schön.

-Bis Montag? -(auf Englisch) Wie bitte?

-(auf Englisch) Haben Sie am Montag Zeit? -(auf Englisch) Montag? Ja.

Ja.

Ja, gut, dann bis Montag.

Ja, bis Montag.

-Bye. -Tschüss.

-Wie lange hast du das noch? -Was?

Den Fuß.

-Zwei bis drei Wochen. -So lang?

Ich habe ihn ja schon eine Weile.

-Aber es geht gut, oder? -Mhm.

Super.

Ich brauche Kaffee. Du auch?

Ja, ich mache dir einen. Setz dich.

-Weißt du noch? -Gott, hör mir auf mit dem.

-Was war denn da? -Ach, Mama.

Ach, ich muss dir noch was zeigen.

Hier.

Da ist also dein Vogel drin, als...

Ja, also...

-Schneewittchen? -Ja, genau. Schneewittchen.

Das ist ja krass.

-Hast du den da reingestellt? -Ja.

-Warum denn das? -Der ist verhungert.

-Der ist dir verhungert? -Mhm.

-Da hast du den in den Keller gestellt? -Ja.

Mit Haustieren konntest du nie gut umgehen.

Um den Hund habe nur ich mich gekümmert. Ihr hattet kein Interesse mehr.

Mama, ich war ein Kind, ich war elf.

Es war nicht an mir, darauf zu achten, dass der Vogel nicht verhungert.

Vielleicht hatte ich auch Angst vor eurer Reaktion.

-Von mir und Papa? -Ja.

Wieso das denn?

Will Papa das alles nicht mehr?

-Nee. -Hat er gesagt?

-Ja. -Den auch nicht?

Den habe ich ihm geschenkt zum Geburtstag.

Kann ich gar nicht glauben, dass er das nicht will.

Weiß er denn Bescheid?

-Worüber? -Dass du seine Sachen wegschmeißt.

Ich weiß nicht, ob er das weiß. Das ist mir aber auch egal.

Du kannst die nicht einfach wegschmeißen.

Warum nicht? Seit zwei Jahren liegt das im Keller.

Aber dass du umziehst, das weiß er schon?

Kannst du ihm ja morgen sagen, wenn du ihn siehst.

Du musst das mit dem Haus mit Papa klären, schon finanziell.

Das Finanzielle ist geklärt.

Da hat er Wert drauf gelegt. Das ist geklärt.

Außerdem kann er mir dankbar sein. Das mit den Immobilien war meine Idee.

Ja.

Er kann alles gern durchschauen. Kannst du ihm sagen.

-Nee, sag's du ihm. -Gut, dann nicht.

Dass er mir einfach die Krücke vor die Tür stellt...

-(ungehalten) Er dachte, du bist nicht da. -Ach! Genau.

Ich werde mit dir gar nicht mehr über Papa reden.

(Handy klingelt)

Ja?

(Ryszard) Helga, ich bin's, Ryszard.

Ryszard, ach, wie gut.

(auf Englisch) Jetzt kannst du darauf springen. Versuch es.

Sehr gut.

-Sagt keiner was? -Nee, also, ich nicht.

(Brigitte) Bitte.

Sag mal, Helga, du und der Pole...

Ist da irgendwas?

-Was soll denn da sein? -Habe ich was verpasst?

-Er hilft mir bei Arbeiten im Haus. -Ah ja, ist doch gut.

Ich muss da noch einiges tun.

Polen sind gute Handwerker. Sei froh, wenn du einen kriegst.

Der hat mir das Loch repariert. Das ist toll geworden.

Das ist besser als vorher. Also, ganz toll.

Franz meinte, er hätte euch im Konzert gesehen.

-Der Franz kennt den doch gar nicht. -Es war ja klar, um wen es sich handelt.

Ach so?

-Wann hast du Franz getroffen? -(Barbara) Der Franz war auch im Konzert.

Was sind jetzt daran die News, dass ich den mit ins Konzert genommen habe?

-(Barbara) Ja, nee... -Ja, wo der mir ja so hilft.

Aber, ich meine, da läuft nichts zwischen euch, oder wie?

Nee, also... Helga. Hm?

-Du und der Pole? -Ja und? Warum nicht?

Ja, warum denn nicht?

-Du bist jetzt mit dem zusammen? -Nee, also, das jetzt nicht.

-Bring ihn mit zu meinem Geburtstag. -Nee.

Warum denn nicht? Du kannst ihn wirklich gerne mitbringen.

-Ich schaue mal. -Oder ist dir das unangenehm?

-Nö. -Ich meine, vor Franz.

Nein, es ist mir nicht unangenehm.

Ich frage ihn mal, aber ich bin nicht sicher, ob er Zeit hat.

Der ist doch eh am Mittwoch bei mir.

Ich werde ihn persönlich einladen, hm?

So, meins.

-Hallo, Helga. -Hallo.

-Ist ja schon alles eingepackt. -Nee, schön wär's.

-Ob ich da was finde? -Von dir habe ich nichts gepackt.

Was du nicht willst, kommt auf den Sperrmüll.

Na, dann wühle ich mich mal durch das Chaos.

So kompliziert ist es nicht. Es ist alles da, wo es hingehört.

Wo ist denn mein Buschulte?

Weiß ich jetzt nicht.

Schau bitte noch die Ordner durch. Davon brauchst du was.

Das bunte Fenstergemälde von meinen Eltern.

Ja, schon klar. Habe ich nicht gesehen.

-Wo könnte der sein? -Hast du den mitgenommen?

-Nee, sicher nicht. -Ja, dann weiß ich es auch nicht.

Der Buschulte war das wichtigste Erbstück meiner Eltern.

Ich weiß nicht, wo das Fenster ist. Ich habe es nicht gesehen.

-Du hast den doch nicht verschenkt? -Warum soll ich den verstecken?

Verschenkt. An deinen Freund da, diesen Russen.

Meinst du Ryszard? Ryszard ist polnisch.

Ja, Richard. Hat der meinen Buschulte?

Also echt, Franz. Jetzt ist aber mal gut.

Nichts ist gut. Sag doch einfach einmal, was Sache ist.

Was soll Ryszard damit? Wahrscheinlich hast du's mitgenommen.

-Nein, der war noch hier. -Dann such ihn.

In diesem Chaos, das du verursacht hast?

-Er gehörte meinen Eltern. -Ja.

Ich kann es nicht ändern.

Der Buschulte war das Einzige, was mir in diesem Haus mal wichtig war.

(auf Englisch) Du siehst schön aus.

Danke.

Bin gleich fertig.

Du bist so schnell.

-(auf Englisch) Geht's dir gut? -Ja, okay.

Hier, für Brigitte.

Helga! Schön, dass ihr da seid.

-Hallo, Gerd. -Hallo.

-Tritt ein. Richard, hallo. -Hallo.

Bitte, tritt ein.

-Was wollt ihr trinken? -Ich nehme einen Weißwein.

-Weißwein. -Bier.

-Pivo. -Pivo.

-Ah, Sally! -Sally.

(auf Englisch) Hallo, Sally. Guter Hund.

(Gerd) Ja, ihr kennt euch ja.

Ach, stimmt, ihr kennt euch ja.

So, jetzt, Sally, Körbchen, Ende.

Kennt ihr denn Ryszard schon?

-(Mann) Nein, noch nicht. -(Mann 2) Theo.

-Peter. -(Brigitte) Er hat die Pflanzen gesetzt.

-Diese Riesen-Oschis im Kübel auch. -Ach so.

-Ach so. -Ja, sehr schön.

Ich muss schon sagen. Es ist ganz schön stark.

Sind Sie Gärtner?

-(auf Englisch) Verzeihung? -Er versteht kein Deutsch.

-(Franz) Ach, die Kulturbanausen. -Was?

-Wieso? -Hallo, Helga.

Wieso denn Kulturbanausen?

Ist ja egal jetzt.

-Gudrun. -(Ryszard) Hallo.

-Franz. -Ryszard.

-Ich verstehe nicht, was du meinst. -Das Konzert.

-Das verstehe ich nicht. -Lass gut sein, ist egal.

-(Brigitte) Was ist? -Nichts.

(auf Englisch) Gibt's ein Problem?

-Nein. -Nein? Okay.

Gut.

Ja.

-Ryszard, hallo. -Hi.

(auf Englisch) Schön, dich endlich zu treffen.

-(auf Deutsch) Oh, mein Englisch. -Ist doch toll. Ich bin beeindruckt.

-Ich habe viel geübt. -Ja?

-Ja. -Wir haben ja die Hurtigruten gemacht.

-Ja? -Ja.

Da ist nur internationale Klientel.

Franzosen, Engländer, da ist alles dabei. Da sprichst du auch nur Englisch.

-(Helga) Habt ihr Leute kennengelernt? -(Peter) Ja.

-Nette Leute. -Das geht ja automatisch.

Du sitzt ja im wörtlichen Sinne des Wortes mit allen zusammen in einem Boot.

So sagt man.

(auf Englisch) Sie... Ich und meine Frau hier...

(Sprachmischmasch) Sie hier. Wir haben eine Schiffstour gemacht.

-Eine Schifffahrt. -(Ryszard) Schiffstour, ja.

Hurtigruten? Postschiff?

-Norwegen. Das war doch Norwegen, oder? -Ja, das ist die Ecke.

-(Helga) Das war aber schön. -(Peter) Das war fantastisch, Helga.

Das hast du noch nicht erlebt. Das musst du dir so vorstellen...

Das Schiff gleitet so durch diese irren Fjorde.

Und du sitzt den ganzen Tag an Deck und die Landschaft zieht an dir vorüber.

Das ist so... Wie soll man das...

-Da kommst du in einen meditativen Modus. -(lacht auf)

Dich möchte ich sehen im meditativen Modus.

(Peter) Das ist ein Anblick für die Götter!

-Glaube ich sofort. -(Peter) Nicht ich.

-(auf Englisch) Er mag dich. -(Ryszard, auf Englisch) Ja.

-(auf Englisch) Bist du mit Helga hier? -Ja.

(auf Englisch) Und du bist eine Freundin von Helga?

Ja, ähm...

(auf Englisch) Ich bin mit Franz zusammen, also, heikles Thema.

Aber ich kenne Helga schon sehr lange.

Ich bin Franz' Arzthelferin.

Und vor mir hatte sie den Job. Sie hat mich angelernt, mir alles gezeigt.

Aber das ist sehr lange her.

-Zehn Jahre, ja. -Zehn Jahre.

Ja, meine Güte.

Was erzählst du?

Ja, dass du mich eingearbeitet hast.

-Richard war doch Kapitän. -Ach was?

-(auf Englisch) Du warst Kapitän? -Kapitän.

-Nein. -(auf Englisch) Du warst doch Kapitän.

Nein.

-Ich glaube nicht, dass der Kapitän war. -Was denn?

(auf Englisch) Helga hat gesagt, du warst Kapitän.

(auf Englisch) Ja?

-(auf Englisch) Was hast du denn gemacht? -(Brigitte, Englisch) Was dein Job?

(auf Englisch) Alles Mögliche. Reparaturen, Bauarbeiten, viel Putzen...

zusammen mit meiner Frau.

-Wie, der hat eine Frau? -Nee, die ist tot.

-(auf Englisch) Deine Frau ist gestorben? -Ja.

Das hast du richtig verstanden.

Mir hat er erzählt, dass er Kapitän war. Das hast du mir doch erzählt.

(auf Englisch) Helga dachte, du wärst Kapitän gewesen.

(auf Englisch) Du hast mit deiner Frau geputzt?

-Ja. -Und wo?

-Hier in Deutschland. -Ah.

(auf Englisch) Aber du sprichst kein Deutsch.

Nein.

(auf Englisch) Aber warum nicht? Du hättest andere Jobs machen können.

Es ist schwer nachvollziehbar.

-Ja, was denn? -Deutsch.

Ja, das hätte er mal lernen können.

-Das stimmt. Deutsch. -(Peter) Na ja.

(auf Englisch) Helga fragt, warum du nicht Deutsch gelernt hast.

Von dem Geld haben die sich ein Haus in Polen gebaut.

(Peter) Was kostet denn so ein Haus da?

(auf Englisch) Was ist so was wert? (auf Deutsch) Ich meine...

(auf Englisch) Ich weiß nicht, wo dein Haus ist, aber...

Was?

(auf Deutsch) Das Einzugsgebiet von Warschau ist keine schlechte Gegend.

-(auf Englisch) Was ist so ein Haus wert? -Ähm...

(auf Englisch) Mein Haus ist in Oborniki, in der Nähe von Posen.

(Gerd) Okay, Posen.

Ja, ja, aber ich meine...

(auf Englisch) Dein Haus bei Warschau... Wie viel?

Peter, das ist jetzt eine Frage...

-(Peter) Das ist eine berechtigte Frage. -Das Haus ist in der Nähe von Posen.

(Franz, auf Englisch) Wir waren in Krakau.

(auf Englisch) Krakau ist schön.

-Ja, eine fantastische Stadt. -(Gerd) Wunderbar. Wir waren da auch mal.

Zur Hochzeit von Gosia. Das ist die Tochter...

Jetzt lass doch mal den Hund.

Nein, nicht mit den Hundehaaren.

(Gudrun, auf Englisch) Sie mag die Hundehaare nicht.

-(Gudrun) Bist du allergisch? -(auf Englisch) Ich wasche mir die Hände.

(Brigitte) Ach, Sally!

(seufzt) Ich möchte nicht in Polen leben.

-(Franz) Wo überhaupt, außer Deutschland? -Die Straßen sind besser. Seit der EU...

-(Franz) In Schweden. -Ach nee.

-(Franz) Nirgendwo ist es wie hier. -(Gudrun) Österreich.

-Aber die Straßen sind besser. -Es regnet so viel.

(beschwingte Trompetenmusik)

(Lied: "L-O-V-E" von Nat "King" Cole)

(Tanzpaare kichern)

Was für ein schrecklicher Abend.

Schläfst du?

(Türklingel)

(Türklingel)

-Hallo. Kommen Sie. -Kup. Das ist meine Frau.

Bauer. Bauer.

-Ich verschlafe sonst nie. -Ach...

Ja, gehen Sie vor. Das ist das Haus.

-(Herr Kup) Ist das eine tragende Wand? -Das weiß ich nicht.

-(Herr Kup) Ich glaube nicht. -Könnten wir rausreißen.

Ja, problemlos.

Ja, das ist also die Küche.

Hm... Mit einer anderen Küche wäre das bestimmt schöner.

Das war damals so in, ne?

Heute würde ich auch eine andere Küche reinmachen.

Das ist wie so ein Schlauch.

-Ich würde gern mal in den Keller gucken. -Ja, bitte.

-Ist ein bisschen chaotisch. -Ach...

-(Ryszard) Ja? -Hier ist Helga.

(Türsummer)

Na ja...

Du kannst ja richtig bügeln. Machst du gut.

Kommst du Montag?

(auf Englisch) Nein.

Ich... Nein.

Nein?

(auf Deutsch) Nein.

(seufzt)

Und warum nicht?

Bist du sauer wegen gestern?

Das war ein schrecklicher Abend, eine furchtbare Veranstaltung.

(auf Englisch) Du willst mich nicht.

Ich finde das schade. Ich würde mir das schon wünschen.

Also, ja...

Du nicht?

Du nicht?

(auf Englisch) Du gehst besser.

Helga, bitte geh.

Du bekommst noch Geld.

Das ist alles, was ich dabeihabe.

(auf Englisch) Nein, das will ich nicht.

Doch, du hast so viel gemacht im Haus.

(auf Deutsch, laut) Nein!

(Mann) Da oben auf den Tisch.

Ach du liebe Güte.

Peter hat da so einen Stand auf einem kleinen Markt im Dorf.

Da bringt einer den ganzen frischen Fisch mit.

Dann kommt der bei uns gleich auf den Grill.

-Klingt ja wirklich traumhaft. -Ja, das ist es, ein Traum.

-Ja, wollen wir rein? -Ich habe noch was.

-Oder willst du schon rein? -Nee, wenn du noch hast.

Ich habe dir ja noch etwas nicht erzählt.

-Ich habe da jemanden kennengelernt. -Aha.

Also...

Das war bestimmt Absicht von Peter und Vera,

dass die uns da verkuppeln, aber es hat funktioniert.

-Rita, das freut mich. -Ja.

-Klaus. -Klaus?

Daran denkst du doch nicht, dass dir so etwas noch mal passiert.

Nee.

Unfassbar.

Du musst ihn unbedingt kennenlernen.

(es klopft)

-Hallo, Helga. -Ja, komm rein.

Hm, nett.

-Ja, ich fühle mich hier richtig wohl. -Mhm.

-Die Küche kommt noch. -Ja.

Es ist wohl die letzte Wohnung, in die ich ziehe.

-Du malst den Teufel an die Wand. -Da habe ich mir eine tolle Küche gekauft.

Ja, aha.

-Na ja, also, das Bild. -Ja.

-Du könntest dich entschuldigen. -Helga, bitte.

Du beschuldigst Ryszard und mich, lässt das Bild aber selber vergammeln.

Was willst du jetzt von mir?

Es könnte dir leidtun, die Unterstellung.

Aber, also, du sagst kein Wort.

Ja. Was du mit fremden Männern treibst, ist mir egal.

Du kannst tun und lassen, was du willst.

-Das ist doch ein netter Mann. -Ja.

Auf jeden Fall hast du es schön hier. Freut mich.

Du, ich habe hier noch zu tun.

Jetzt machst du wieder Drama.

Ich mache kein Drama. Ich habe einfach noch zu tun.

-Tschüss. -Tschüss.

Zwei Stunden waren wir im Wald.

Er ist die ganze Zeit selber gelaufen.

Ich habe ihm extra Gummistiefel besorgt. Sind die nicht süß?

Ganz hübsch.

Er ist so unglaublich klug. Er spricht schon Latein.

-Mit drei? -Ja, unglaublich, ne?

-Was sagt er denn? -So ein paar Wörter.

Der Vater ist Lateinlehrer. Da hat er wohl was aufgeschnappt.

Aber ich meine, der ist erst drei. Das ist doch irre.

-In zwei Jahren spricht er Latein mit dir. -Ja.

Ohne Witz. Das halte ich durchaus für möglich.

Ach... da ist ja Ryszard.

-Ryszard ist hier? -(Brigitte) Er repariert unser Dach.

-Er arbeitet noch für euch? -Mhm, ja.

-(Brünette) Habt ihr keinen Kontakt mehr? -Nee.

-Ja, seid ihr gar nicht mehr zusammen? -Nein, das ist schon eine ganze Weile.

Sei froh, echt.

Es sind ein paar Sachen vorgefallen. Da war so manches nicht in Ordnung.

-Was denn? -Trotzdem gebe ich immer Trinkgeld.

Zehn Prozent.

Gerd meinte noch, den muss man an der kurzen Leine halten.

Und dann... (lautes Rumpeln)

Ich warte nur darauf, dass er hier durchbricht.

-Dann was? -Ja, und dann...

Mitten während der Arbeit, das halbe Dach war quasi offen,

da wollte der mehr Geld.

-Wie viel? -Zwei Euro.

-Was habt ihr vereinbart? -Zwölf.

Dafür, dass er das Dach repariert?

Helga, das ist viel. Und alles schwarz.

-Und warum wollte er mehr? -Mensch...

Er hat uns auf mehreren Ebenen reingelegt.

Vielleicht sind 12 Euro einfach zu wenig.

-(lautes Rumpeln) -Der macht mir noch mein Dach kaputt.

Ich dachte, weil der dein Haus so gut gemacht hat.

Du warst doch so zufrieden.

Ich sage dir, der kann das gar nicht.

Dann hat der das Dach an einer Stelle nicht repariert, sondern zerstört.

Wir hatten dann da ein Loch, da oben. Da kam der Regen durch.

-Brigitte, du musst dem kündigen. -Ja, das mache ich auch.

Aber ich meine, ehrlich...

Dadurch, dass Helga ihn in unseren Freundeskreis eingeführt hat,

ist das so gut wie unmöglich.

Ich verstehe nicht, warum er mehr wollte, wenn ihr ihm Trinkgeld gegeben habt.

-Tja, eben. -Ich glaube das nicht.

-Das war so. -Habt ihr es ihm denn gegeben?

-Was? -Den Aufschlag.

Nein!

-Helga, das war nicht vereinbart. -(Brünette) Dann musst du das auch nicht.

Und außerdem...

Nein, das wollte ich dir ja gar nicht erzählen.

Was denn?

Der wollte was von mir.

(Helga) Was denn?

Na ja... also...

Ach so.

Wie denn?

Wie hat sich das denn geäußert?

Komm, teil mal aus.

-Gut, dann teile ich aus. -Wir fragen ihn mal.

Was willst du ihn denn fragen?

-Lass gut sein. -Es stehen viele Fragen im Raum.

-Helga, lass es. -Ich hole ihn mal.

Nein, Helga, das machst du nicht. Ich wünsche das nicht.

Das ist meine Angelegenheit. Helga, lass es bitte.

Ich verbiete dir, die Situation zu eskalieren, Helga!

Na!

(Helga) Ryszard?

(ruft) Ryszard?

Ryszard?

Ryszard?

Helga.

(spricht Polnisch)

(auf Englisch) Okay, Vorsicht.

Das ist gefährlich.

Es ist schön, dich zu sehen.

Brigitte, habt ihr uns ausgesperrt?

Das gibt's doch gar nicht.

(dumpf) Helga, ich will wirklich, dass du jetzt gehst.

-Was? -Ja, geh und nimm den da mit.

Ja, warum denn?

Renate, kannst du die Tür aufmachen?

-Nein. -Barbara?

Das ist doch albern. Ich habe doch da noch meine Sachen.

Ich lass mich nicht zu etwas zwingen, was ich nicht will.

-Zu was zwinge ich dich? -Nee, also, Helga, es reicht mir jetzt.

Jetzt stehen wir hier.

(Rattern) (Brigitte) Geh bitte.

Au.

(auf Englisch) Gehen wir.

Also echt...

(Barbara) Helga.

Danke.

Was war das denn?

-Das... Das war unmöglich. -Ich weiß nicht, was in sie gefahren ist.

(auf Englisch) Das tut mir sehr leid. Ich weiß nicht...

Mach's gut.

Wir telefonieren.

Oh Gott.

(lachend) Ich bin doch mit dem Auto.

Untertitel: Julia Höfer, Alexander Kellner EUROTAPE - Nordkurier Mediengruppe - 2020

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